Besuch aus Gaza in Bonn

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Die roten Punkte sind Gebäudeschäden in Orten, in denen bombardiert und zerstört wurde.

 

 

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Seit Monaten bemühte sich Universitätsprofessor Dr. Abed Schokry um eine Ausreise aus dem Gaza-Streifen. Sein Visum war für 7 Monate gültig. Von 2013 bis 2014 durfte der Ingenieurwissenschaftler den Gaza-Streifen nicht für einen Tag verlassen. Zwei Flüge waren gebucht. Beide Flugtickets verfielen. Nun wurde es vor einigen Tagen endlich möglich. Der Vater von drei Kindern  berichtete ganz aktuell über die Situation im Gaza in den Städten Berlin, Bonn und Köln. In wenigen Tagen kehrt er zurück in den Gaza-Streifen.

 

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Die Zahl der Toten beträgt 2069. Etwa 1500 Häuser wurden in den letzten 50 Tagen zerstört. Auch das Haus seiner Schwiegereltern traf es.

Als seine Frau Zeugin der Zerbombung des Al-Italy-Hochhauses wurde, konnte sie nicht mehr. Sie brach zusammen. In den letzten 51 Tagen habe seine Familie weniger als 20 Stunden geschlafen. Weitere Familienmitglieder  zogen mit in seine 3-Zimmer-Wohnung, da auch ihre Häuser , weiter im Süden liegend,  zerbombt wurden. Insgesamt 17 Menschen wohnten jetzt bei ihm, erklärte der Palästinenser.

Es gab kein Wasser, kein Strom. Damit auch kein Abwasser, keine Brotwaren. Tonnen an Fisch und Fleisch verdarben im Gaza-Streifen. Es gab im gesamten Gaza keinen einzigen Apfel.  Über Essen dachten sie in jenen Tagen auch nicht nach, betonte der Wissenschaftler.

 

 

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Das Haus der Eltern wurde bombardiert und zerstört

Eine „kleine Rakete“ der Israelis vermag 50 Menschen in einem Raum zu töten. Es gäbe auch größere, die sich 70 Meter in die Tiefe bohren.

Das Al-Italy-Hochhaus, 1999 erbaut, wurde zerstört. Das El-Basha-Hochhaus wurde zerstört. Es liegt im Zentrum der Stadt Gaza. Auch ein Deutscher flüchtete in das Hochhaus, weil er glaubte, es sei sicherer im Zentrum der Stadt. Er starb, als das El-Basha-Hochhaus zerbombt wurde.

Alle Familienmitglieder einer deutsch-palästinensischen Familie  wurden getötet.

 

 

 

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Al-Italy-Hochhaus stürzt ein.

 

 

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Mit der Bombardierung des El-Salam-Hochhauses wurden insgesamt  90 Familien allesamt ausgelöscht. Ihr Familienbaum endet hier.

60 Raketen innerhalb kürzester Zeit fielen auf ein Haus und drei weitere Raketen mit spezieller Wirkkraft wurden danach noch einmal geschossen.
Sie rissen den gesamten Boden auf.
Bevor es zu diesen Angriffen kommt, gibt es Warnungen von Seiten des Geheimdienstes der Israelis.  Nicht immer gibt es sie. Wenn, dann erfolgt  ein Telefonanruf an die  Bewohner eines  anvisierten Hauses. Ihnen wird mitgeteilt: „Verlasst sofort das Haus.“  Es bleiben mitunter 5 Minuten, manchmal auch ein paar mehr Minuten.

Es klingelte auch ein Telefon bei einem Herrn, dem wurde mitgeteilt, in jenem Haus befinde sich noch eine alte  Frau. Zwei Männer liefen sofort in das Haus  und holten jene Frau aus dem Haus.
Woher wissen die Israelis all dieses?

Unbemannte Drohnen überfliegen den Himmel von Gaza.

Nirgendwo sei man sicher, weder in den Schulen, in Krankenhäuser,

 

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Es ist kein Krieg, denn die Palästinenser haben keine Armee, wie die Israelis . Sie verfügen auch über keinen 2, 7 Milliarden-Fond für den weiteren Einkauf von Waffen in Amerika.  Sie bekommen auch keine 6 U-Boote aus Deutschland geliefert.  Ihre Raketen bestehen aus Blechdosen und haben bislang eine Person tödlich verletzt. Die Israelis leben  nicht eingesperrt hinter Zäunen und Mauern und trinken Trinkwasser, das sie krank macht.

Gezielt werde zerstört, immer mit dem Argument, darunter befänden sich ein Tunnel oder ein Waffenlager.

Beweise gibt es dafür nicht. Wurde bombardiert, gab es keine  zusätzlichen Explosionen in den Häusern, die man vermuten sollte, wenn es Waffenlager dort gegeben hätte.

99 Prozent der Tunnel sollen zerstört worden sein.

Strom hatten die Menschen im Gaza-Streifen  für  3Wochen gar nicht. Normalerweise gelangt Strom in den Gaza-Streifen, an heißen Tagen ein Teil aus Israel und ein Teil aus Ägypten. Darüber hatten sie sonst immer 8 Stunden Strom und 8 Stunden keinen Strom
Jetzt ist ihr eigenes E-Werk zerbombt.
Und so gibt es gar keinen  Strom, weder in Privathäusern noch  in Krankenhäusern. Es gibt auch keinen Strom, um Backwaren zu produzieren. Ganze Wirtschaftszweige liegen lahm.  Es gibt kein Abwasser, keine Müllentsorgung, kein Trinkwasser und kein Brennstoff, das sonst immer aus Ägypten kommt.

Seit 6 Monaten bekommen die Angestellten des – hier würde man sagen, des „öffentlichen Dienstes“ der Hamas kein Gehalt mehr, zum Beispiel die Feuerwehr.
Es gelangen Ernährungspakete der UN in das Gebiet. Seit wenigen Tagen dürfen jetzt weitere Nahrungsmittel  über Ägypten im Rahmen des World Food Programms nach Gaza. Israel redet mit. Es ist ein überaus bürokratischer Apparat. Wer als Flüchtling nicht registriert ist, bekommt keine Nahrung.

Da ich selbst im Sudan mit diesem Thema konfrontiert war, kann ich nur bestätigen, es ist ein trauriges Kapitel an  Bürokratie-Wirrwarr.
Nach Grammzahlen muss jedes einzelne Nahrungsmittel an jede einzelne Person ausgeteilt werden. Mehl, Zucker und anderes. Zuvor müssen Listen erstellt werden. Nur Personen, die auf diesen Listen stehen, erhalten etwas aus diesem Hilfsprogramm.  Es wird  Nahrung für einen, zwei oder drei Monate zugesichert. Danach beginnt jenes gesamte Prozedere  erneut. Zudem sind es Nahrungmittel, die wenig mit der üblichen Nahrung jener Menschen zu tun haben. Im Sudan verhungerten Menschen vor vielen Jahren, obwohl wenige Kilometer weit entfernt,  direkt an der Grenze Kenias – also in Reichweite – ein Lager gefüllt mit  UN- Nahrungsmitteln stand. Selbstverständlich ist es der Mais aus den USA.

Die Israelis schickten auch Lebensmittel, sagte der Wissenschaftler, aber eben nicht das, was sie brauchen. Dazu gehöre unter anderem auch  Baumaterial.
Mangos kosten 25 Cent. Tomaten das Kilo 1,20 Euro. Zitronen seien in Deutschland billiger als im Gaza.

 

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Foto rechts: Rot umkreist ein Kind sitzt inmitten von Getöteten. Foto links oben, der Junge wartete darauf von einer israelischen Rakete getroffen zu

„Tötet alle palästinensischen Frauen. Ihre Kinder sind wie Schlangen.“
„Es ist Krieg, tötet alle!“

Dieses sei  in Israel von Seiten einiger Rassisten  im Umfeld der Politik zu hören gewesen:
Zur „Terror-Organisation Hamas“ sagte der Professor dieses: “ Sie gründeten sich einst als eine soziale Organisation. Diese Gruppe hat 2006 eine Wahl  in allen Teilen Palästinas gewonnen. Sie ist von den USA, Europa und Israel anerkannt worden. Danach zogen jene Staaten das Geld ab. “

Israel hatte immer Kontrolle über den Flughafen im Gaza. Dieser wurde von Europa gebaut. Im Jahr 2001 wurde er von den Israelis zerstört.
Prof. Abed Schokry sei von diesem Flughafen noch nicht ein einziges Mal in seinem Leben geflogen. Ein- und Ausreise, wenn überhaupt, findet für ihn über die Check-Points und Ägypten statt.  Er wolle reisen können wie andere Menschen auch, betonte er.
Der Hafen sollte mit dem Osloer Abkommen bereits seit 1999 in Betrieb sein. Bis heute sei hierzu nichts geschehen.

Zur Gründung eines „jüdischen Staates“ sagte er. „Wenn ein islamischer Staat gegründet werden soll, regt sich die Welt auf. Wieso nicht bei einem jüdischen Staat?  Ihre CDU ist doch eine christliche Partei. Wieso darf es keine islamische Partei geben? Warum wird mit zweierlei Maß gemessen?

Ein Herr aus dem Publikum fügte an: “ Ein Glaubensstaat, ein jüdischer Staat von der UN abgezeichnet, wäre wohl ein Anachronismus“

Die Botschaft von Israel sei, eine Zwei-Staaten-Lösung ist nicht zu akzeptieren.
Dahinter stecke die große Angst, dass die Palästinenser die Mehrheit des Landes ausmachen könnten.

„Vorsicht, bitte bedenken Sie, die Aufhebung der Blockade bedeute nicht die Aufhebung der Grenzen“, sagte er.

Ich schrieb wenige Tage zuvor,  20.000 Kilo Sprengstoff wurden bislang von Israel abgeworfen.

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Dieses Foto ist unscharf. Ich zeige es dennoch, weil es die Region an der Grenze zu Ägypten und jenen Grenzübergang nach Ägypten zeigt. Rote Punkte sind die zerstörten und beschädigten Häuser, Orte.

Man erhält eine Ahnung, was die Menschen an Bombardierungen haben aushalten müssen.

Am 27. Dezember 2008, um 11.30 Uhr, begann die israelische Armee ohne Vorwarnung ein vernichtendes Bombardement des Gazastreifens, dem sie den Codenamen “Gegossenes Blei” gab. Ziel dieser Operation war das Ende des Raketenbeschusses durch bewaffnete Gruppen assoziiert mit der Hamas und andere palästinensische Gruppen auf Israel. Als am 18. Januar 2009 der Waffenstillstand von Israelis und der Hamas ausgerufen wurde, waren 1.400 Palästinenser getötet worden, darunter 300 Kinder und Hunderte von unbewaffneten Zivilisten. Große Bereiche des Gazastreifens waren dem Erdboden gleichgemacht worden. Tausende wurden dadurch obdachlos und waren wirtschaftlich ruiniert.

Es sieht im September 2014 nicht anders im Gaza-Streifen  aus. Wir bekamen weitere Fotos zu sehen, die an die Zerstörung deutscher Städte im Zweiten Weltkrieg erinnerten. Wer den Zweiten Weltkrieg erlebte habe, der wisse, wie sich die Menschen gerade im Gaza-Streifen fühlen, sagte Prof. Dr. Abed Schokry.

 

 

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Ein Schweigemarsch in Köln

 

 

 

 

Es gibt Zeiten im Leben, da braucht es eine klare Haltung und deutliche Worte.
Gerade ist so eine Zeit in meinem Leben.

Aus Solidarität mit den Menschen im Gaza.

God bless you.

 

 

Ich bedanke mich bei allen Mitwirkenden.

Ein paar Bilder wackeln wohl ein wenig. Ich hätte auch hier und dort sicherlich noch weiter am Schnitt arbeiten können.
Mir war es wichtig, dass dieses Video HEUTE veröffentlicht wird.
Ich bitte dieses freundlich zu entschuldigen . Der Dreh war nicht geplant. ..

 

Wir sind nicht hier, um aus dieser Welt eine Hölle zu machen

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Gaza. Aktuelle Bilder. Diese Menschen haben keine Bunker, um Schutz zu finden
In den Städten Israels ist jede Wohnung mit einem „bombensicheren“ Raum ausgestattet.
Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist im Gaza unter 18 Jahren!

 

Gaza am 23.08.2014 um 13.15 Uhr
Schlafen nicht möglich
. Der Krieg ist wieder in vollem Gange.  Heute  hatten wir seit 36 Stunden lediglich 2 Stunden Strom. Die Zahl der Toten und Verletzten nehmen zu Ebenso die Zahl der zerstörten Häuser. Sogar ein elfstöckiges Hochhaus mit etwa 44 Wohnungen und über 250 Bewohnern wurde bombardiert.

 

 

20.000,000 Kilogramm Strengstoff wurden bis heute  von Israel auf den Gazastreifen abgeworfen.

Das sind 10 Kilo pro Einwohner.

 

Wollen wir ernsthaft noch weiterhin glauben, es ginge hier um einen reinen „Selbstverteidigungskrieg“?
Haben wir  nichts aus der Geschichte gelernt?
2. Weltkrieg, Jugoslawien, Afghanistan,  jüngst Ukraine, Ruanda….
Haben wir  in all jenen Kriegen der Vergangenheit nicht immer wieder im  Nachhinein hören müssen, was eigentlich niemals hätte geschehen dürfen?

Warum sagt niemand:
Stoppt Israel!

 

Israel gibt vor eine Demokratie zu sein.

Das kostbarste Gut einer Demokratie, so lernte ich, sind die Menschenrechte.
Der Respekt vor jedem Menschenleben, die Würde des Menschen
So steht es in unserem Grundgesetz als unabänderbares Recht an erster Stelle geschrieben.
Aus dieser Erkenntnis resultierte auch Internationales Recht.
Allen voran muss der Schutz von Zivilisten gewährleistet sein.

Gelten diese Menschenrechte nicht für palästinensische Bürger im Gaza-Streifen?

 

 

Erinnern Sie sich noch?
Unsere Großeltern haben sich 1945 nicht selbst befreit.
Es gab Menschen aus anderen Ländern, die dafür sorgten, dass Deutschlands Unrechtssystem ein Ende fand.

Haben wir vergessen, dass wir es waren, die dafür sorgten, dass  Juden  zu Hundertausenden in das kleine Land am Mittelmeer strömten
und  nach Jahrhunderten des Lebens in allen Ländern dieser Welt,  vor allem in Europa,  plötzlich auf einen eigenen Staat bestanden.

Wollen wir noch immer nicht zur Kenntnis nehmen, dass die Internationale Politik dabei vergaß, die Lebenssituation der Palästinenser in ihrem Land zu berücksichtigen?

Wollen wir nicht sehen, welches Unrecht den Palästinensern dadurch seit 1947 widerfahren ist?

Jeder hat ein Recht auf seine eigene Meinung, aber nicht auf seine eigenen Fakten.

Und an diesem Fakt kommen wir nicht vorbei.

Wo ist sie eigentlich?
Wer?

Na, Frau Merkel.
Haben Sie etwas von ihr zu diesem Konflikt gehört?

Keinen Ton lässt sie zu Gaza verlauten?

Verstandeskraft ist so gut wie nutzlos für den, der außer ihm nichts besitzt. Es muss sich ein Moralgefühl dazugesellen.
Wir haben eine Verantwortung, gewachsen aus den Folgen des Holocausts,  nicht nur den Israelis gegenüber.

 

Selbst der Papst ließ gestern verkünden, es sei „legitim, den ungerechten Aggressor zu stoppen.“  Hört. Hört.
Er bezog seine Aussagen auf den Nordirak. Er sagte nicht bombardieren, er sagte „Stoppen.“


Nun, wer stoppt den „ungerechten Aggressor“ Israel?

 

Haben Sie bemerkt, dass der UN-Sicherheitsrat in seinem Beschluss  den Stopp der Raketen aus Gaza fordert, aber mit keinem einzigen Wort den  Stopp der Bombardierungen durch Israel fordert?

Die Bombardierungen Israels auf Gaza sind brutal und völkerrechtswidrig.

Irael ist das einzige Land auf dieser Welt, das eine Besatzungsmacht ist.
Es gibt kein weiteres Land auf der ganzen Welt.

Hat je ein besetztes Volk seine Freiheit vom Besatzer geschenkt bekommen?

Israel betreibt seit Jahrzehnten eine Apartheidpolitik.

Demokratie? Mein  Demokratieverständnis ist ein anderes.

 


Hier kämpft Goliath gegen David.

Hier vernichtet ein „demokratischer“ Staat ein Volk, dass für sich Rechte beansprucht,  die für uns  so selbstverständlich geworden sind,
dass wir sie kaum noch wahrnehmen als Rechte der Freiheit und des Schutzes.

Wie gut, dass Israel vor einiger Zeit seine Siedler aus dem  Gaza zurückgezogen hat.
Man hätte es als ein Zeichen des Friedens und der Einsicht deuten wollen.
Aus heutiger Sicht darf man das anzweifeln…

Stellen Sie sich vor, jüdische Siedler lebten jetzt im Gaza.

Ein Trauer-und Schweigemarsch in Köln

Bei strömenden Regen zogen viele Palästinenser und einige Deutsche am Samstag, 23.08. 2014  durch  die Straßen von Köln, schweigend. Vorbei am WDR Funkhaus, vorbei am Kölner Stadtanzeiger und  Rundschau, vorbei am Dumont-Medienhaus.

Keiner der Journalisten mochte sich dieses Themas annehmen.

Am Samstag stand ich auch auf dem Kölner Domplatz. Völlig unerwartet stand ich inmitten von lauter schwarzen Kartons. Aus der Ferne erinnerten sie mich an das steinige  Mahnmal der Juden in Berlin. Viele schwarze Kartons, die „Särge“ symbolisierten. Sie alle waren  gerade aneinandergereiht. Palästinensische Bürger machten sichtbar, was Krieg im Gaza  bedeutet. Beim näheren Herantreten  blickte man auf  Fotos von Kindern, viele Kinder, und Frauen und Männer. Fotos aus alten Zeiten, lächelnd, freudestrahlend, ausgebildet zum Computerfachmann, zwei Kinder innig umarmend.
Sie alle sind an einem bstimmten Tag der  letzten Wochen von der Kriegsmaschinerie der  Israelis getötet worden. Keiner von ihnen hielt eine Waffe in der Hand.

Bei dem einen war zu lesen:
Diese Mutter wurde mit ihrem Kind getötet.

 

Auf dem nächsten war ein Kind  zu sehen und es war zu lesen.
„Die gesamte siebenköpfige Familie wurde ausgelöscht.“

Ich sag`s Ihnen, wie es ist und wie es war: Mir liefen die Tränen.

Ich werde Ihnen “ nur“ dieses  eine Foto  zumuten. Es gab andere zu sehen. Es gab ein Foto mit einem Kind, das vor seiner Mutter steht, die  mit offenen Augen tot daliegt. Es gab Fotos von Kindern mit Verletzungen, die sie nicht ihrem ärgsten Feind, nicht in diesem und nicht im nächsten Leben wünschen.

Nein, dieses Foto hier ist kein inszeniertes Foto der Hamas. Nein, es geht nicht um Sensationslust.

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Man muss nicht Moslem sein, um zu begreifen, das hier massiv gegen Menschenrechte verstoßen wird.
Man muss auch nicht Moslem sein, um den Menschen im Gaza zu helfen. Es reicht, Mensch zu sein.

Waffenlieferungen aus Deutschland an Israel

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Gaza aktuell: Waffenlieferungen aus Deutschland. Deutsche Flieger, deutsche Panzer, deutsche U-Boote.  Deutsche Munition. Wollen  Sie, dass Ihre Steuergelder für so etwas ausgegeben werden?  Nicht?  Dann schreiben Sie doch einfach mal Frau Merkel.

 

 

Ich hörte auch an anderer Stelle, dass die Menge an Munition, die  in den letzten Wochen über Gaza abgeschossen wurde, mindestens drei Atombomben ausmachten.

Sind wir noch ganz bei Trost, an dieses Israel Waffen zu liefern?

 

Ich hörte einer Frau zu, deren Kinder sich gerade im Gaza aufhalten. Sie stirbt hier gerade mitten in Köln vor Sorge.

Wo ist Frau Merkel?
Wo ist die UNO?
Wo ist Europa?
Wo sind die Journalisten?

Wo sind Sie?

Ein Sprecher des US-Außenministeriums hat schon ungewöhnlich klare Worte gefunden. Das Wörtchen „unverhältnismäßig“ ist eine diplomatische Klatsche.

Luxemburg, das derzeit Mitglied im UN-Sicherheitsrat ist, rief Israel zu einer sofortigen Waffenruhe auf. Die Militäraktion sei völlig unverhältnismäßig, sagte Außenminister Jean Asselborn.

 

Ich sah am Samstag einen Mann, der ein Transparent trug und dazu noch eine palästinensische Fahne. Sie rutschte ihm immer wieder aus der Hand. Von niemandem ließ er sich helfen. „Nein, die Fahne gebe ich nicht aus der Hand. Nein! Bitte verstehen Sie das!“


Der Flughafen im Gaza ist mit europäischen Steuergeldern aufgebaut worden. Den haben die Israelis zerbombt.
X-mal wurde Gaza in den vielen vergangenen Jahren von europäischen Steuergeldern aufgebaut, nachdem es von Israel zerstört wurde.
Wollen wir weiterhin schweigend zusehen, wie Israel unsere Gelder zerbombt?

Erinnern Sie sich?

Am 27. Dezember 2008, um 11.30 Uhr, begann die israelische Armee ohne Vorwarnung ein vernichtendes Bombardement des Gazastreifens, dem sie den Codenamen „Gegossenes Blei“ gab. Ziel dieser Operation war das Ende des Raketenbeschusses durch bewaffnete Gruppen assoziiert mit der Hamas und andere palästinensische Gruppen auf Israel. Als am 18. Januar 2009 der Waffenstillstand von Israelis und der Hamas ausgerufen wurde, waren 1.400 Palästinenser getötet worden, darunter 300 Kinder und Hunderte von unbewaffneten Zivilisten. Große Bereiche des Gazastreifens waren dem Erdboden gleichgemacht worden. Tausende wurden dadurch obdachlos und waren wirtschaftlich ruiniert.

Wenn es in dem 45 Kilometer langen Streifen am Mittelmeer so weiter geht, dann braucht bald nichts mehr aufgebaut zu werden.

Dann wird dieses düstere Kapitel  in der Weltgeschichte für nachfolgende Generationen unter „Völkermord“  zu lesen sein .
Ein Staat, der vorgibt eine Demokratie  zu sein, schießt mit deutschen Waffen und deutschen U-Booten und deutschen Fliegern auf wehrlose Menschen, die dort eingesperrt in einem 360 Quadratmeter großen Käfig  sitzen und keine (!)  Chance zur Flucht haben.

Es gab mal eine Zeit da wollte man unser Land nie wieder bewaffnet sehen. Jetzt sitzen wir inmitten dieser schmutzigen Kriegswirtschaft.
Es scheint, als hätten wir keine Lehren aus dem 2. Weltkrieg gezogen. Aber auch gar keine. Wir schenken Israel sogar noch zwei U-Boote. Mengenrabatt.

Ich hörte am Samstag  davon, dass Israel manche seiner Produkte nach Südafrika sendet und von dort mit einem Label „Made in Südafrika“ in die Welt schickt. Selbst auf einen möglichen Boykott von israelischen Produkten scheint sich die israelische Wirtschaft eingestellt zu haben.

Ich hörte von einer Palästinenserin, die aus der Küstenstadt Haifa in Israel kommt, dass die israelischen Kinder im frühesten Schulunterricht das Addieren nicht mit: 1 Baum und 1 Baum sind gleich  2 Bäume beigebracht wird. Sie lernen vielmehr:  1 Panzer + 1 Panzer sind gleich  2 Panzer. Sie lernen da draußen in der Welt gibt es nur Antisemiten.

Ich fragte: „Wirklich?“
„Ja, wirklich! Schauen Sie sich das pädagogische Material in Israel an.“

Ich hörte eine palästinensische Frau sagen:  „Wer sich antisemitisch  den Juden gegenüber verhält, meint auch mich. Ich bin Semit. Ich bin eine Araberin. Wir sind Brüder mit den Juden. Ich komme aus Jerusalem. Ich bin Flüchtling von 1967. Ich bin mit einem deutschen Mann verheiratet. Mein Kind ist in Deutschland geboren. Wir leben im JETZT und nicht mehr in der Vergangenheit. Sie (Israelis) sollen endlich aufhören, dass alle, die sie  kritisieren  Antisemiten seien. Wir sind nicht gegen Juden. Wir sind gegen die Besatzung und gegen die Gewalt.“

Ich fragte: „Wieso demonstriert niemand in Israel? Warum laufen sie nicht Sturm gegen ihre Regierung?“
„Weil Israel eine durch und durch in sich gespaltene Gesellschaft ist. Sie sind in sich massiv zerstritten. Die  Linke  ist  zu schwach. Sie  zerreden sich an Unwichtigem. In allen israelischen Parteien sitzen faschistische Ideologieträger. Die würden hier in Deutschland als verfassungsfeindlich eingestuft, da können Sie sich sicher sein“, wurde mir erklärt.  „Sie regen sich hier darüber auf, dass die Hamas „Juden auslöschen“ rief?. Sie sollten mal hören, wie viele von den Mitgliedern der Regierung, und  Israels Parteien uns Palästinenser seit vielen Jahren  ausgelöscht sehen wollen und das in Israel auch laut aussprechen. Darüber berichten  die Medien nur nicht. Schon den Zionisten und Ben Gurion ging es damals nicht um eine Zweistaatenlösung. Sie wollten immer schon ihr Israel ausdehnen. Das ist keine Propaganda,  das sind belegbare Fakten.“

Ich ging am Samstag neben einem älteren  palästinensischen Herrn her, der mittendrin meinte: „Ein kostares Gut, nicht wahr!  Hier auf der Straße protestieren zu dürfen. Hier auf der Straße unter Polizeischutz seine Meinung äußern zu dürfen! „

„Es ist ein kostbares Gut“, antwortete ich.
„Dafür wurde einst in Deutschland gekämpft, nicht wahr?
„Ja, diese Freiheit kam nicht einfach so in unser Leben. Dafür sind  Menschen in den Befreiungskriegen des 19. Jahrhunderts gestorben. Sie setzten sich für ihre Ideale und gegen die Unterdrückung ein. Hätte es jene Ideale von Menschen nicht gegeben, gäbe es keine Demokratie. Es ist auch ein Ergebnis aus den Lehren des 2. Weltkrieges, den wir Deutsche  damals zu verantworten hatten“

Demokratie ist kein Selbstläufer.

Eine Demokratie braucht kritische Bürger und eine starke Zivilgesellschaft.  Und es braucht Medien, die eine verlogene Politik aufdeckt und benennt, wenn sie ihre ureigenen Aufgabe als „vierte Gewalt“ in einer Demokratie ausfüllen will. Medien sind in einer Demokratie nicht als ein Wirtschaftsunternehmen gedacht, die ausschließlich hohe Verkaufszahlen schreiben wollen.
Archbishop Tutu schrie an die Israelis: Befreit euch von solchen Politikern, die eine derartige Politik betreiben. Denen nichts anderes einfällt, als zu bombardieren. Die Politiker werden es vermutlich nicht richten, meinte er.  Er schrieb es, weil er selbst die Erfahrungen machte und den Schmerz zu durchleben hatte und er lernte, es braucht eine starke Zivilgesellschaft.

Wir Bürger hier in Deutschland können etwas bewegen, mehr als uns manchesmal bewusst ist.

Stornieren Sie Ihre Israel-Reise. Kaufen sie keine israelischen Produkte mehr, solange die israelische Regierung  gegen das Völkerrecht verstößt.
Ziehen Sie ihre Gelder aus israelischen Finanzgeschäften heraus. Erinnern Sie Unternehmer, die mit Israel zu tun haben, daran, dass sie JETZT einen wichtigen und vor allem einen gewaltfreien  Beitrag zum Frieden auf dieser Welt leisten können, indem sie ihre Aktivitäten dort einstellen. Fragen Sie ihren nächsten gewählten Europa-Abgeordneten, was er zu tun gedenkt?

Ich lasse nicht mit mir verhandeln, wenn es um das Gebot der Menschlichkeit geht.
Hier geschieht großes Unrecht.

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Ich weiß, der Deutsche will nicht gestört werden im Urlaub. Und schnell zappen wir weg, wenn die Bilder des Schreckens unsere Fernsehwelt erreicht. Und nur zögerlich geht er auf die Straßen.

Dennoch schreibe ich : Es ist ein Gebot der Menschlichkeit.

Wir können  uns solidarisch erklären durch vielerlei Aktionen in unserem eigenen Land. Und diese Solidarität richtet sich nicht gegen Juden, sondern gegen die Politik der israelischen Regierung und gegen die Waffenlieferungen aus Deutschland an Israel.
Mich erinnerte gerade gestern ein weiser Mann an dieses: „Was du dem Geringsten meiner antust, das hast du mir angetan.“ So heisst es. „Nun, wir selbst zählen auch dazu, sagte er mir.
Das, was den Menschen im Gaza gerade angetan wird, wird auch uns angetan.
Das, was Israel den Menschen im Gaza gerade antut, tun auch wir an,wenn wir nichts dagegen unternehmen.
Wir machen uns mit schuldig.


Wir sind nicht hier, um aus dieser Welt eine Hölle zu machen.
Wir sind hier, um einen gemeinsamen Himmel zu erschaffen.

Wo fängt der Sand in den Wanderdünen des Lebens an, sich zu hasserfüllten Mustern zu formen?

Lebensrealitäten der Palästinenser, Teil 2

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Give back Israel. Share. Water is human right.

 

 

The article shall be read shortly into English language

 

Die Apartheidpolitik der Israelis

 

Wasser ist ein Menschenrecht

Internationalen Berichten zufolge, nutzt Israel  80 Prozent des Wasservorkommens im Westjordanlandgaza water und lässt den Palästinensern nur 20 Prozent.
Im Durchschnitt verbrauchen 450.000  illegale Siedler Israels mehr Wasser als 2,3 Millionen Palästinenser, die dort immer schon gelebt haben.  Die Situation in Gaza ist noch katastrophaler.

Dieses sind keine Überzeichnungen, sondern Fakten, mit denen sich die Palästinenser seit Jahrzehnten konfrontiert sehen. Die Weltöffentlichkeit nahm sie zumeist nicht zur Kenntnis.

Ein Drittel von Gaza ist durch fünftausend israelische Siedler okkupiert. Die fünftausend israelischen Siedler beanspruchen mehr als 50% der Wassermenge und vor allem die beste Wasserqualität. Die israelische Besatzungsmacht hat mit allen Mitteln jegliche Modernisierung der palästinensischen Gebiete verhindert und damit die Palästinenser vollkommen von ihr abhängig gemacht.

Der Brunnenbau in palästinensischen Gebieten liegt faktisch bei Null.
Die  israelische Zivilbehörde hat den Bau und die Restaurierung von Brunnen verboten. Sie haben Brunnen zerstört.

Es gab einst 170 Brunnen im Westjordanlans, nur 50 blieben davon.  (Stand 2004)

 

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Ramallah ist die  momentane und vorläufige Hauptstadt des Westjordanlandes. Sie ist so klein, dass man sie zu Fuß abgehen kann.

 

Bereits Mitte der 90er Jahre, lange vor Camp David, haben israelische Hydrologen ‚maps of water interests’ gezeichnet, in denen die Gebiete, die nun hinter die Mauer fallen, zu den strategischen Interessenszonen Israels gezählt wurden. In diesen Gebieten sollte zukünftige palästinensische Erschließung unterbunden werden. Es ist daher nicht überraschend, dass der jetzige Verlauf der Mauer diesen Karten stark ähnelt. „(…) Hauptanliegen ist hier, jegliche zukünftige und potenzielle Erweiterung der palästinensischen Kapazitäten zu unterbinden und durch geschaffene Fakten von vornherein zu verunmöglichen. Wenngleich dieser Aspekt in der Berichterstattung keinen großen Raum einnimmt, so ist er für die Lebenswirklichkeit von Millionen Palästinensern von größter Bedeutung“, sagen Experten.

Dort, wo jetzt Israel ist wurden sie vertrieben. Davon fanden etwa 200 000 in der Westbank ihre Zuflucht. Die palästinensischen Flüchtlinge wurden in großen Flüchtlingslagern vor allem bei Bethlehem, Jerusalem und Ramallah untergebracht.

Ob „besetzt“ von den Israelis oder „nicht besetzt“, darüber streiten juristische „Winkeladvokaten“.
Israel sagt, das Land gehörte nach 1948 zu Jordanien. Palästinenser hätten nie  Souveränität gehabt, also könne es auch nicht ihr Land sein. Und darum hätten sie das Gebiet auch nicht „besetzt“.

Israelis sagen, es sei das Land der Juden gewesen.  Sie nennen es Judäa und Samaria.

Vor 1948 lebten im Westjordanland 500.000 Palästinenser. Sie sagen, wir lebten immer schon in diesem Land, auch  im Westjordanland.   400.000 Menschen flüchteten damals oder wurden aus der Region vertrieben.

 

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Das historische Foto aus dem Jahr 1993. Die Selbstverwaltung im Westjordanland wurde besiegelt. Jitzak Rabin, Bill Clinton und Jassir Arafat vor dem Weißen Haus

 

 

Es wurde 1948 im Zuge des ersten israelisch-arabischen Krieg von Jordanien eingenommen.
1967  nahm Israel das Land ein. Sie mussten einige Gebiete zurückgeben. Die Rechte übertrug Jorandien später an die PLO. Israel  behielt  seither die militärische Kontrolle über das Gebiet und das Wasser. Erst 1994 wurden den Palästinensern Autonomiegebiete zugesprochen. Es gibt kein Tropfen Wasser, das nicht von Israel kontrolliert wird. Die Palästinenser müssen sich Wasser in ihrem Land teuer von den Israelis erkaufen.

 

 

Hemmungslos expandieren die Israelis und die Welt sieht zu

 

Es wurde weiter gebaut in aller Stille.  In Ost-Jerusalem, in der Westbank. Auch während der neun Monate Friedensgespräche baute Israel weiter. (während der Verhandlungen Amerikas mit beiden Parteien). Im Durchschnitt wurden im letzten Sommer täglich 50 Wohnungen in der Westbank gebaut.

Israel förderte 14.000 Wohneinheiten in der Westbank.  Andere Pläne enthalten 4.793 Wohneinheiten in isolierten Siedlungen und 1.768 in Siedlungen nahe an der Grünen Linie zum Westjordanland. 1235 Wohngrundstücke wurden neu angeboten.

Der Wohnungsbau unter Netanjahu ist viermal höher als 1990.

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Sperranlage der Israeli

 

Sperranlagen der Israelis führen durch palästinensisches Gebiet

Alle Palästinenser stehen unter Generalverdacht.Wer schützt eigentlich die Palästinenser vor den rassistischen und nationistischen Ideologen, die in Iraels Parteien sitzen?

759 Kilometer lang ist die Sperranlage der Israelis um das Westjordanland. Der Zaun verläuft über so manches Grundstück der Palästinenser und schneidet sie von den anderen Häusern ab. Stellen Sie sich vor, Sie wohnen plötzlich umzingelt von Zäunen , an drei Seiten ihres Hauses sind sie umgeben von Mauern. Ihnen wird untersagt,  von ihren Verwandten besucht zu werden. Stattdessen fahren täglich Soldaten an ihrem Haus vorbei. Sie wohnen nicht mehr in Deutschland, sondern im Grenzland. Sie sind abgeschnitten von den täglichen Dienstleistungen ihrer Gemeinde. Der Müllabfuhr, der Verkehrsregelung, Straßenbau, Reparaturen.

So geschah es in Palästina. Plötzlich wohnten Familien auf der israelischen Seite. Um sich vor Attentäter zu schützen, zogen die Israelis noch einen zusätzlichen Zaun um jene Häuser. Die Familien gehen jetzt durch Tore. Die  Familien leben nun eingepfercht zwischen Mauer und Stacheldraht: Der Blick aus den Fenstern ist versperrt. Nachbarn und Verwandte dürfen nicht zu Besuch kommen. Stattdessen fahren mehrmals täglich Soldaten vorbei. Die Väter verdienen manchmal Geld.

Sperranlagen als Zaun. Sperranlagen als Mauer. Es gibt palästinensische Häuser, die sind auf drei Seiten umschlossen von der Sperrmauer der Israelis.  Sie trennen Dörfer, Familien, von ihren Feldern. Gemeinden werden von Dienstleistungen wie Müllabfuhr oder Reparaturen, Verkehrsregelung abgetrennt, weil sie von der palästinensischen Autonomiebehörde nicht mehr erreichbar sind.

Die „Sicherheitszone“ Mauer nimmt 12.300 Hektar von der palästinensischen Seite ein. Das sind  etwa zwei Prozent des Westjordanlandes. Mindestens 16 palästinensische Dörfer und 12.000 Einwohner „schluckten“ sie bereits vor zehn Jahren.
Es meint: Demütigung und die Fortsetzung weiteren Landraubes. Nach Fertigstellung aller Mauersektionen werde diese Zahl auf 395.000 Einwohner ansteigen – entsprechend 17,8 Prozent der palästinensischen Bevölkerung.

Unter dem Westjordanland liegt ein gewaltiger Grundwasserspeicher. Diese Aquiferen (Wasser führende Schichten im Untergrund) werden durch Niederschläge aus den Bergen immer wieder aufgefüllt.

Nicht ohne Grund hält Israel vehement an dem Kontrollrecht über das Wasser fest. Dies sei Voraussetzung, wenn Palästina Staat werden wolle.

Was machen die Israelis?
Sie ziehen „Sicherheitszäune“ über das Land der Palästinenser hinweg und erwarten, dass die Palästinenser  unter diesen Bedingungen einem Friedensabkommen zustimmen.

Systematisch wurde darauf hingearbeitet, dass die Kapazitäten der Palästinenser sich nicht erweitern.

Israel verstößt mit dem Bau dieser Sperranlagen gegen Völkerrecht, sagt der internationale Gerichtshof der UN-Vollversammlung.
Die UN-Vollversammlung sprach von einem Verstoß gegen das Völker-und Menschenrecht. Nur die Amerikaner legten ein Veto. Damit wurden die Sperrzäune zumindest im Sicherheitsrat für nicht völkerrechtswidrig erklärt. Großbritannien, Deutschland, Bulgarien und Kamerun enthielten sich der Stimme. Dafür dankte der damalige israelische Botschafter.
Eine Woche später stimmte Deutschland aber der Resolution der UN-Vollversammlung zu.
Es bleibt ein Verstoß gegen das Völker-und Menschenrecht.

Nur, was hatten die Palästinenser davon?
Israel baute weiter.  Nicht nur Zäune und Mauern, auch Siedlungen.

 

Kurz vor den Direktverhandlungen schrieb Israel den Bau von 1200 Wohnungen aus. Das sind keine ernstaften Friedensbemühungen, sondern Demütigungen. Fakten wurde geschaffen.
Land entscheidet darüber, ob ein Volk Anspruch darauf hat ein Volk zu sein.

bauen jerus

Israelische Siedlungsbau in Ost-Jerusalem

 

Kein Land der Erde lässt sich von anderen Staaten vorschreiben, wo es bauen und wo es nicht bauen darf.“
(Israels Bauminister der rechtsgerichteten Partei Habayit Hayehudi –Das jüdische Haus )

Mit der Intensivierung der Siedlungstätigkeit nimmt einerseits die Kritik an ihr zu, andererseits wird die Expansion auch immer hemmungs­loser gerechtfertigt. Dabei steht das Argument der Sicherheit nicht mehr im Vordergrund.

 

Palästinensisches Gebiet! Die Siedlungen werden jetzt schon als israelisches Staatsgebiet gesehen.
Es ist eine Verletzung gegen internationales Recht.

Die Palästinenser sehen seit 1948( !) Ostjerusalem als die Hauptstadt des zukünftigen Staates Palästina

 

Und genau dort baut Israel.

Produkte, die dort hergestellt werden, erhalten das Label „Made in Israel“
Sie höhlen nicht nur den Geist des Osloer Abkommens aus. Dies steht auch im Widerspruch zum geltenden Freihandelsabkommen mit der EU von 1995, das Präferenz­zölle auf das ­israelische „Kernland“ beschränkt. Wenn die Herkunft von Siedlerprodukten korrekt mit «Westbank», «Ostjerusalem» oder «Golan» angegeben wird, wird dies von ­israelischer Seite in die Nähe von Boykottmassnahmen ­gerückt.

Was nützt es den Palästinensern?
Es wird weiter gebaut.

Das Osloer Abkommen von 1993 sollte der Anfang einer Zweistaatenlösung sein. Klar war dabei schon, dass es um eine 80:20 Lösung zugunsten Israel ging und geht. Das reicht den Israelis noch immer nicht – sie holen sich auf ihre Weise noch mehr Land auf ihre Seite.
2012 erhielt Palästina einen Beobachterstatus in der UN.
Israel reagierte beide Male prompt   mit „Strafmaßnahmen“ : 2000 Wohneinheiten und 3000 Wohneinheiten. Nicht irgendwo, nein, im Verbindungsstück zwischen Ostjerusalem und der Westbank, um diese beiden Gebiete bautechnisch für die Palästinenser voneinander zu trennen.
 

Wasser-Apartheid der Israelis im Gaza

gaza karte

Der Gazastreifen ist 45 Kilometer lang, hat eine Breite im Süden von 13 Kilometer und im Norden von 6 Kilometer. Auch im Gaza sind die meisten Menschen Flüchtlinge. Man sagt, Gaza sei das größte „Flüchtlingslager“ der Welt. Selbst in dem kleinen Streifen am Mittelmeer gibt es Flüchtlingslager. Die Hälfte der Bevölkerung ist unter 18 Jahren.

Das Grundwasser im Gaza versalzt immer mehr und die UNO warnt, dass wenn es so weitergeht, in 15 Jahren kein Trinkwasser mehr vorhanden sein wird. In der Liste der Länder mit den größten Wasserproblemen steht diese Region an zweiter Stelle. Die Beraubung des palästinensischen Wassers durch die israelische Regierung macht die Situation noch dramatischer.

90-95% des Grundwassers von Gaza stellen ein Gesundheitsrisiko dar.

Da sie kein Leitungswasser trinken sollen, zahlen viele Einwohner Gazas für eine private Wasserversorgung. Doch auch dieses Wasser ist nicht viel sicherer: Untersuchungen ergaben, dass auch dieses Wasser zehn Mal mehr Schadstoffe beinhaltet als die Menge, die Gesundheitsexperten für vertretbar halten.

 

Der Brunnenbau für die Palästinenser liegt bei gleich Null. Israel zerstört sogar inzwischen routinemäßig alte Regensammelzisternen, da diese nach geltendem Militärrecht (Hydro-Apartheidsrecht) als illegal betrachtet werden.  Die Siedler kontrollieren keinen Tropfen Wasser. Für Ausbesserungen alter Brunnen aus jordanischer Zeit benötigen sie die Erlaubnis der Israelis.

Fast 20% der Gemeinden sind – nach 45 Jahren Besatzung – an kein Wassernetz angeschlossen, während ihre Nachbarn in illegalen Siedlungen und Outposts innerhalb von ein paar Wochen angeschlossen sind.

Viele Menschen denken, Gaza war immer schon ein Ort der Gewalt und die Herberge radikaler Palästinenser. Sie denken, das ist alles, was Gaza ist. Aber Gaza ist ein  Ort  voller Energie und Dynamik. Gaza war immer auch ein Ort von Wärme, Humor und unglaublicher Gastfreundlichkeit.
„Martina, wir sind eines der friedliebendsten Völker. Wir waren es immer“, sagte mir mein Freund damals.

Jetzt ist es ein Ort von Furcht, Angst und Schmerz. Es ist ein Ort der Sperrzonen. Es ist ein Gefängnis, in dem Menschen leben, die von den Israelis zum Stillstand genötigt werden. Es ist ein Ort , in dem die Wasserersituation schon vor dem Massaker katastrophal war. Es sind Regionen , die von den Israelis systematisch kleingehalten werden. „Die Palästinenser sind die Juden der Juden geworden“, sagte ein Journalistin in den 80er Jahren.

 

marineWasser, Sperranlagen, Mauern, Demütigung, Diskriminierung. Damit nicht genug.

90 Prozent der Fischer in die Armut getrieben

Seit Januar 2009 blockieren israelische Marinekräfte 85 Prozent der Fischgründe Gazas. Palästinensische Fischerboote wird der Zugang bis auf eine Meile beschränkt. Der Sardinenfang war die Haupteinnahme der Fischer. Dieser reduzierte sich dadurch um 90 Prozent. Seit Beginn der Blockade im Juni 2007 fingen die Fischer 7000 Tonnen weniger. Hochgerechnet macht das einen Verlust von 26.5 Millionen Dollar. Im Jahr 2011 wurde 72mal darüber berichtet, dass die israelische Marine auf die Fischer geschossen habe. Einer wird als vermisst gemeldet. Andere wurden verletzt. Sie drängen die Boote an  Land, verhaften und verhören die Fischer.

Palästinenser dürfen nicht mal mehr ihre Nelkenblumen exportieren. (siehe weiter unten)

 

 

gaza ambulanz

Die medizinische  Versorgung im Gaza und im Westjordanland

Es sterben Menschen an Krankheiten, weil sie nicht ausreisen dürfen.

Es fehlen die Medikamente.

Im Juni 2014 erhielten 56 Patienten von 1.805 aller Patienten aus dem Gazstreifen, die einen Antrag auf Ausreise gestellt hatten, keine Erlaubnis und 307 bekamen nicht einmal eine Antwort von der israelischen Zivilverwaltung und konnten daher ihre Behandlungstermine nicht wahrnehmen.

Im Jahr 2011 wurden alle Anträge auf Einreise nach Israel aus medizinischen Gründen von Patienten und ihren Begleitern aus dem Westjordanland und aus dem Gazastreifen von der israelischen Zivilverwaltung entweder abgelehnt oder verzögert. Sechs Patienten im Gazastreifen starben, während sie auf die Bewilligung warteten. Als Grund wurde die Sicherheit genannt ohne diese näher auszuführen. (Studie der  UN -Weltgesundheitsbehörde)

Immer wieder berichten palästinensische Rettungsdienste davon, dass sie durch die israelische Armee an ihrer Arbeit gehindert und sogar angegriffen werden. (vor dem Krieg)

Mehr als 202 der 480 Medikamente, die von der Weltgesundheitsorganisation als essentielle Grundmedikamente definiert sind, gibt es momentan in Gaza nicht. (vor dem Krieg)

Aktuell während des Massakers:
„Die medizinischen Einrichtungen und die Erste-Hilfe-Fahrzeuge sind nicht sicher. Das war 2008/09 genauso. Es gibt israelische Angriffe auf Krankenhäuser. Sehr häufig müssen verletzte Zivilisten sehr lange auf ihre Evakuierung warten..[…]Selbst leicht Verletzte müssen lange auf  Behandlung warten. Ein Mann, der an der Hand verletzt war, verblutete daran, weil es aufgrund des andauernden Feuers nicht möglich war, erste Hilfe zu organisieren. Solche Fälle hatten wir auch vor 5 Jahren.“ (Medico,  vor Ort Miri Weingarten)

 

gaza razzia

So sieht es nach einer Razzia im Haus eines Palästinensers aus. Quelle: A.B. thank you

 

Die Strom-Situation für die Menschen im Gaza

Drei Stunden Strom am Tag billigten die Israelis den Palästinensern im Gaza zu,  bevor der Krieg begann. Jetzt ist das einzige E-Werk  im Gaza-Streifen zerstört und es wird ein Jahr brauchen bis es wieder aufgebaut ist.

 

 

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Militär im Westjordanland.

Die meisten Palästinenser können ihren Beruf nicht ausüben

34% der Erwerbsbevölkerung Gazas und 50% der Jugendlichen sind arbeitslos. Seit Beginn der Abriegelung des Gazastreifens mussten 30% der Betriebe schließen und weitere 15% haben 80% ihrer Mitarbeiter entlassen.

Im Westjordanland liegt die Arbeitslosenquote bei mehr als 20 Prozent. Die palästinensische Wirtschaft ist trotz großer Investitionen nicht auf eigene Beine bekommen. Ein Hindernis sind die Check-Points der israelischen Armee rund um Ramallah. Der schwer begrenzte Zugang zur großen Stadt Jerusalem.

Jobs werden mit Hilfsgeldern finanziert

Es entstehen nicht genug Jobs. Und die Jobs, die es gibt, sind an Zeitverträge gebunden. Sie werden vor allem beim öffentlichen Dienst mit Hilfsgeldern finanziert. Oder bei den vielen internationalen Hilfsorganisationen mit ausländischem Geld. Das bringe die Gesellschaft um, sagen junge Palästinenser. Nur die Besten werden von den Hilfsorganisationen eingestellt.

Nur wer Verwandte bei der Autonomiebehörde im Westjordanland hat, bekommt einen Job. Um auf diesen Missstand hinzuweisen, hielt eine palästinensische Journalistin einst um die Hand des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas an. Die 28-Jährige willl mit Ausländern nicht mehr darüber sprechen. Es ging ihr darum, zu zeigen, dass man richtige Jobs in Palästina nur mit Beziehungen bekommt.

gaza westj

Das, was Krieg dann auch immer mit sich bringt: Überall im Westjordanland findet man Hinweise auf Landminen. Daran verdient einzig die Kriegswirtschaft.

 

Millionen von Menschen hängen in der Warteschleife

Die meisten Palästinenser sprechen vom „Stillstand“. Sie haben ihr „Leben angehalten“. Mein Freund schrieb mir: „Martina sei froh, du darfst dich bewegen. Ich bin zum Stillstand verdammt.“
Ohne die Möglichkeit ihren Lebensunterhalt zu verdienen, sind 80% der Bevölkerung auf Hilfe von Außen angewiesen. Auch das Bildungssystem leidet: Aufgrund der Einfuhrbeschränkungen von Baumaterialien fehlen in Gaza 230 Schulen. Deshalb unterrichten 85% der Schulen in Gaza in zwei Halbtagschichten. Dies führt zu einer gravierenden Reduktion der Schulzeit und zur Streichung außerlehrplanmäßiger Aktivitäten. Eine beträchtliche Minderung der Bildungsqualität ist die Folge.

Blumen waren fast das einzige Gut, dessen Export Israel erlaubte. In der Saison 2012 wurden neun Millionen Nelken ausgeführt, etwa zwei Millionen weniger als 2011 und 41 Millionen weniger als vor 2007. Seit Beginn der Abriegelung des Gazastreifens sind die Exporte fast nur auf landwirtschaftliche Produkte beschränkt, die aufgrund eines Abkommens mit der niederländischen Regierung nach Holland exportiert werden.

Das fast vollständige Ausfuhrverbot für die traditionellen Produkte der Exportwirtschaft Gazas, Textilien, Möbel und industriell verarbeitete Nahrungsmittel haben die Wirtschaft in den Ruin getrieben. Da Israel 35% der ohnehin spärlichen landwirtschaftlichen Flächen Gazas aufgrund der Nähe zu Israel als Pufferzone definiert und den Zugang zu diesem Land stark einschränkt, ist auch die lokale Produktion gefallen. Durch diese Restriktionen verringerte sich der landwirtschaftliche Ertrag um 75.000 Tonnen, was für die Bauern Gazas einen jährlichen Verlust in Höhe von 50,2 Millionen Dollar darstellt.  Zudem leben die Bauern heute gefährlich. Das Betretungsverbot der Pufferzone wird mit scharfer Munition der israelischen Armee durchgesetzt. Seit Anfang 2012 gab es mindestens 41 Fälle, in denen israelische Sicherheitskräfte das Feuer auf Zivilisten in der Pufferzone eröffnet hat. Einen Zivilisten töteten sie dabei und 57 wurden verletzt.

 

Es gibt Gasvorkommen vor den Küsten Gazas

Die Türkei werde künftig mit ihrer Kriegsmarine Israels Gaza-Blockade brechen, ließ Ministerpräsident Erdogan verlauten. Israels umstrittener Außenminister Avigdor Lieberman kündigte daraufhin eine verstärkte Zusammenarbeit Israels mit Armenien und den Rebellen der kurdischen PKK an.

 

 So sieht Apartheid in Israel aus. Und die Internationale Gemeinschaft finanziert diese auch noch mit!

 

 

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Straße nach Jericho.

Ein Freund aus dem Gaza schrieb mir vor gut einem Jahr, als ich ihn fragte, wie die Situation in Gaza sei?

„We have proverb says: If you do not eat from you hand, your decision is not from your mind.“
The Palestinian cause is international one, most States has role in this cause. It s good and bad. It  is good that we have some  light focus on our cause, otherwise Israel could uprooted our people. The bad one is that those States backed some Palestinian parties against each other and to carry out their agenda. I am sorry to say that Palestinian Group in need for out side funding and the price is devastating on our issue.“

 

Wir sorgen uns, um die Radikalität der Hamas oder der Fatah. Wir sollten fragen, wer finanziert solche Gruppierungen? Wer macht sie stark und wiegelt sie gegeneinander auf. Wer definiert sie zu Terroristen um, sobald sie für die eigenen politischen Ziele unbequem werden? Was lässt Menschen so radikal werden?

Statt unsere Politiker in die Verantwortung zu nehmen, reichen wir  lieber einem Präsidenten vor Amtantritt einen Friedennobelpreis.

Und während ich diesen Beitrag  schreibe, werden vermutlich schon wieder die nächsten Zivilisten ermordet, in Pakistan, im Jemen oder  in Somalia. Das demokratische Land Amerika hat ein neues Spielzeug. Killen per Joystick: Kampfdrohnen.  Um die Welt vor den Radikalen sicherer zu machen!
Was, Sie  haben davon noch nichts gehört? Können Sie auch nicht. Transparenz gleich Null. Der amerikanische Geheimdienst ist daran beteiligt.  Menschenrechtsorganisationen verzweifeln gerade daran. Es fehlt „das Auge“. Lautlose Kampfdrohnen sollen Terroristen aus der Luft abschiessen, treffen aber zumeist Zivilisten auf Hochzeitsfeiern, auf  Beerdigungen, in Trainingscamp oder im Gemüsebeet.  Alle stehen unter Generalverdacht. Von 2003 bis 2014 starben 200 Kinder. In Pakistan betet ein kleiner Junge nicht mehr für einen blauen, sondern einen grauen Himmel. Dann fliegen die Drohnen nicht, sagte der 13-jährige. Seine Großmutter, 67-jährig, wurde in einem Gemüsebeet von einer Kampfdrohne erschossen. Stellen Sie sich vor, Sie machen gerade Tai Chi Übungen in einem Park und plötzlich schiesst eine Drohne auf sie.

Und dann wundern wir uns,  wenn über die radikalen Gruppierungen, ob im Gaza oder im Rest der Welt?

Es würde mich  nicht wundern, wenn genau diese radikalen Gruppierungen, die man eigentlich verhindern möchte, jetzt noch mehr Zulauf erfahren.  Nachdem die Welt erneut zugesehen hat, wie eines der stärksten Militärmächte der Welt,  Menschen tötet, die eingepfercht auf 360 Quadratkilometern im Gazastreifen mit Null Fluchtmöglichkeiten – wider aller Humanität und existierenden Menschenrechte- zu erleiden hatten. Oder haben Sie Blauhelme von der UN gesehen? Das ist die Organisation, die einschreiten darf, wenn ein Land massiv gegen  Menschenrechte verstößt. Dafür wurde sie einst eingerichtet.

Der gesamte Berg von US-Senatoren billigt einstimmig – Demokraten und Republikaner in holder Eintracht – das  menschenverachtende Kriegsverbrechen Israels.  Und unser deutscher Außenminister?

Dem entweicht ein:  „Wir begrüßen die Waffenruhe“ und der mutige Satz „Das Ghetto ist eine unhaltbare Situation“ .

Die EU fordert, man solle die Hamas entwaffen,was wohl nur völlig naiv zu jenem Zeitpunkt war. Also quasi eine Nicht-Politik der EU, die  keine wirkliche Nicht-Politik ist.

Die stetige Pro-Israel Berichterstattung, die stetige Pro-Israel-Haltung der Politik. Bis in die letzten Tage wies man auf das Selbstverteidigungsrecht der Israelis hin. Seit Jahrzehnten  können die Israelis in die Wohnungen und Häuser  der Palästinenser einmarschieren – alles unter dem Vorwand des Selbstverteidigungsrechts. Ein gesamtes Volk wird unter Generalverdacht gestellt.

 

Und wir? Wir beruhigen uns. Vor diesen Radikalen haben wir doch alle Angst.  Da kommt uns das große Sicherheitsbedürfnis der Israelis vermutlich ganz gelegen. Haut drauf auf „die Radikalen“. Warum sie radikal  wurden, danach fragen wir nicht. Und wir fragen auch nicht nach den „Radikalen“ auf Israels Seite.

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Beirut. Libanon. Dorthin flüchteten 1948 und 1967 Hundertausende,  Palästinenser.  Israel marschierte 1982 ein

 

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Jassir Arafat im Jahr 1974 vor der UN-Hauptversammlung in New York. Er forderte die Auflösung des Staates Israel und erntete Beifall. Sein Pistolenhalfter hatte er nicht abgenommen. „Mit einem Ölzweig und der Pistole des Freiheitskämpfers“ sei er gekommen, sagte er. dpa

 

 

Israel erklärt den Rest der Welt zum Zahlmeister

Seit mehr als 45 Jahren versuchten Entwicklungsdienste und später auch der große Finanztopf der EU „auszugleichen“, was Israel nicht zu teilen bereit ist mit den Palästinensern. Israel setzt sogar darauf. Was Israel in den Kriegen und diesem jüngsten Massaker zerstört hat, haben die Europäer in den Gebieten der Palästinenser immer wieder aufgebaut. Wir dürfen davon ausgehen, dass Israel auch nicht für die jetzigen Zerstörungen zur Rechenschaft gezogen wird, sondern der EU-Haushalt zum x-ten Mal bereit steht.  Mit herunterhängenden Schulten, weil man sich ja so schlecht fühlt, dass es erneut den Palästinensern widerfahren ist. Aber wir leisten ja Wiederaufbauhilfe. Die Gelder sind hinterher ja allesamt da. Wieder dürfen sich ein paar Hilfsorganisationen freuen. Jetzt gibt es wieder Geld. Wer wagt es schon, Israel auf die Füße zu treten? Wer möchte schon gern als Antisemit klassifiziert werden. Und überhaupt,  Big Papa Amerika steht allzeit bereit. Egal, wie dumm sich das „Kind“ benimmt.Und Deutschland steht in Hündchen-Haltung daneben.
Warum auch anders, wenn man am Ende doch noch seinen eigenen Nutzen daraus ziehen kann.
Einige der europäischen Länder liefern zugleich Waffen an Israel. Geschäft ist Geschäft.
Das wird Sie vermutlich nicht sehr überraschen.

Deutschland schenkt Israel zwei von fünf U-Booten. Das sechste ist unterwegs. Dass die Israelis sie für ihr Nuklear-Programm nutzen mögen, davon will natürlich keiner aus unserer Regierung etwas gewusst haben. Am Parlament vorbei, an uns vorbei, denn das ist alles Teil eines „Abkommens für die Sicherheit“  – und das ist geheim. Damit nicht genug. 330 Millionen Euro aus unserem Steuertopf gehören mit dazu, damit die Israelis ihre U-Boote mit Atomwaffen rüsten können. (Quelle:Der Spiegel u. Blog marialourdes.com) Raketen- und Raketen-Schutz-Systeme, Kampfsegelflugzeuge aus Italien. Ein 2, 7 Millarden Fond  steht den Israelis in den USA zur Vefügung, damit Israel freien Zugriff für den Kauf von Waffen hat. Dazu verfügt Israel über die Nutzungsrecht für das amerikanische Waffenlager in Israel …und noch eine halbe Millarde US-Dollar oben darauf.

Israel ist das Waffenlager der Amerikaner…  Diese Region war schon 2000 v.Chr.  Aufmarschgebiet der Truppen von Großmächten. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Gegen das, was die Israelis während dieses Massakers an Kampffliegern mit Spezialausrüstung und Waffen auffahren, sind die Geschosse der Palästinenser Lili-Kracher.

 

 

Meersalzanlagen für die Palästinenser

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Im Jahr 2004 war eine Meersalzanlage für die Palästinenser im Gaza geplant.  Gazas Wasser ist eine Katastrophe.
Israel legt also einen Plan vor, der eine gigantische Meerwasserentsalzungsanlage vorsieht, die für die Versorgung der Palästinenser mit Trinkwasser sorgen soll. Das vorhandene Grundwasser des besetzten Westjordanlandes wollen die Israelis dagegen weiterhin für sich selbst nutzen. Also soll auch in die Westbank entsalztes Wasser fließen.

Bezahlen soll die Anlage die USA, besser die internationale Gemeinschaft. Die Folgekosten für die Palästinenser werden enorm sein.  Leitungen, Transportkosten und enorm viel Strom benötigen solche Anlagen. Wörtlich erklärte der Israeli Uri Shamir dem Wissenschaftsjournal New Scientist:

Die Anlage wird die Welt für die Palästinenser finanzieren. Israel wird nicht bereit sein, diese Kosten zu tragen und die Palästinenser sind nicht fähig dazu.“

 

Das sei Bedingung,  heißt es von israelischer Seite, sonst käme dieses Projekt nicht zustande.

So weit mir bekannt, wird es mit Geldern von Amerika und Entwicklungshilfegeldern weiterer Länder finanziert.

Ähnlich möchte Israel das „Projekt Entsalzung“ auch für die Palästinenser in der Westbank finanziert sehen. Die amerikanische Entwicklungshilfeagentur USAID unterstützt die Planung bereits. Alvin Newman, der Zuständige für Wasserressourcen in Tel Aviv, kommentiert: „Letztlich ist das die einzige Lösung“.

Mit dieser Art von Arroganz der Israelis sehen sich die Palästinenser täglich konfrontiert. Man darf es ruhig als Wasserraub und systematische Diskriminierung bezeichnen. Und vermutlich planen und bauen die Israelis diese Anlagen und kurbeln ihre Wirtschaft damit an?

 

Die Medien fragen , wie weit geht die Hamas noch? Vielleicht sollten auch einmal fragen, wie weit geht Israel noch? Und wie viel davon lässt die Internationale Gemeinschaft weiterhin zu?

Die Menschen im Gaza waren schon vor diesem Massaker verzweifelt. Sie fühlen sich vergessen und verraten von der Welt. Diese Bürger leben seit Jahrzehnten dumpf vor sich hin,  ohne Zukunft, eingesperrt und diskriminiert durch die Israelis.  Keine 50 Kilometer von Gaza liegt Tel Aviv. Dort genießen die Menschen Strandleben. Dort feieren sie Parties. Im Gaza leben 1,8 Millionen Menschen politisch und wirtschaftlich isoliert, schikaniert von den israelischen Zivil-und Militärbehörden.

 

Gaza  ist ein 360 Quadratkilometer großes Gefängnis geworden.

 

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Lebenswirklichkeiten von Palästinensern, Teil 1

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Give back Israel. Give back what belongs to the Palestinians: Equal Rights.
Share resources and prosperity, you lived on for so many years.

 

 

Palästinenser – gefangen zu Land, Luft und See.
Drei Stunden Strom am Tag im Gaza vor dem Krieg, jetzt gar keinen, weil das E-Werk zerbombt ist.
Kein sauberes Wasser -68 Brunnen sind bombardiert. Seit Wochen kein Müll verbrannt. Infektionen, die sich ausbreiten.
Schon vor diesem Massaker war Trinkwassersituation im Gaza katastrophal.  In weniger als sechs Jahren,  sagt die UN,  wird der Gaza kein Platz mehr zum Leben sein.  Was diesen Menschen  in den letzten 67 Jahren an Unrecht widerfahren ist, das können Worte nicht fassen.
Jetzt wieder: Zehntausend beschädigte Wohnungen, beschossene Krankenhäuser, Betriebe, die stillstehen. Hunderttausende von Menschen, die traumatisiert sind. Mehr als die Hälfte der Bevölkung ist unter 18 Jahren. Von den etwas 2000 Toten seien knapp 81 Prozent Zivilisten, heißt es. 95 Prozent der Verletzten sind ebenso Zivilisten. Die Israelis bestreiten dieses. Ich frage mich, woher sie das wissen wollen? Da werden jetzt von Seiten der Palästinenser Totenscheine mit den Augenzeugen und Verwandten abgesprochen, verglichen, um festzustellen, ob sie der Hamas nahstanden…Das ist Wahnsinn.
Ein Niederländer, der eine israelische Auszeichnung zurück gibt. Seine Familie versteckte damals eine jüdische Familie. Seine Nichte ist mit einem Palästinenser verheiratet. Sechs ihrer Familienangehörigen wurden bei in diesem Krieg durch einen Bombenangriff getötet.

All die Jahre knallharte Blockaden des Gazastreifens – und die Welt hat zugesehen. Sie wundert sich allerdings, dass die Hamas irgendwann mit  Raketen schießt.  Dieser Krieg ist kein religiöser Krieg. Das war er nie. Sehr wohl, wird er- wie immer- politisch instrumentalisiert. Ja, es gibt die radikale Hamas. Es gibt aber genauso auf israelischer Seite Parteien, die von rassistisch -religiös-nationalen  Ideologien geleitet sind.

Es ist ein Leben zwischen Beton und Stacheldraht und seit so vielen Jahren, zwischen Check-Points und täglichen Diskriminierungen und Schikanen von Seiten der Israelis. Familien, die durch Zäune getrennt wurden. Keine ausreichende Medizin, Fischer dürfen nicht mehr fischen, jeder Tropfen Wasser wird von Israel kontrolliert.  90 Prozent für die Israelis – 10 Prozent für die Palästinenser. Das ist Apartheid-Politik. Tagelanges Warten an den Check-Points. Dreimal wieder zurückgeschickt – ohne Begründung. Mal vier Stunden dort stehen und warten, es können aber auch acht Stunden werden. Begründungen gibt es nicht von Seiten der Israelis. Wie jene Palästinenserin, Hidayat Schamuun, in ihrem Brief schilderte. Seit acht Jahren lässt man sie nicht ausreisen. Sie kann darum ihre Doktorarbeit nicht schreiben. Es ist ein Leben, in denen ihnen formell Land enteignet  oder durch wilde Aneignungen Land und damit ihr Lebensraum weggenommen wurde. Davon hängen auch Ansprüche ab, ob man als Bevölkerung ein „Volk“ ist.

Die Expansion der Israelis treibt voran, durch staatliche und militärische Zonenordnungen, und auf der privaten durch systematisch betriebenen Landerwerb. Ihre Bürger werden bevorzugt. Sie erhalten Steuervergünstigungen und können bestimmte Infrastrukturen und Sicherheitsvorkehrungen in Anspruch nehmen.

Die Kriegstaktik des Militärs „Verbrannte Erde“. Ja, die haben sie wohl jetzt hinterlassen.

 

 

„Selbst Schuld“, hörte man damals und hört man dieser Tage wieder so manche sagen. Was habt ihr den Teilungsplan von 1947 abgelehnt. Die Zionisten sagten damals Ja.  Gibt es Palästina überhaupt, las ich an mehreren Stellen. Wer sind denn Palästinenser?
Welche Sprache sprechen sie? Wo ist ihr Land? Wer war ihr Präsident? Wenn Sie mir diese  Fragen beantworten können, dann gibt es sie..“  Damit wandte sich ein Blogschreiber an seine Leser.

Ihnen widme ich heute diesen Beitrag

  • Bis heute ist Israel kein „kompletter Staat“, fehlt ihm das verfassungsmässig festgelegte Staatsgebiet.
    Wer war der Präsident von Israel vor 1948?
  • Wer Palästinenser zu einer Ethnie im Land Israel machen möchte, dem sei gesagt:
    Dann ist Israel auch deswegen keine komplette Nation, weil dazu auch die behutsame Integration von immer weiteren Teilen der Bevölkerung (Ethnien) gehört. Davon kann ja nun keine Rede sein
  • Will man behaupten, dieses Land gehöre Israel, müsste es hierzu Bemühungen geben.
    Darum ging es nie, wie wir alle wissen
  • Um einen Staat zu gründen, braucht es Macht, um Herrschaft zu legitimieren.
    Israel bekam 1947 große Unterstützung von Amerika und der UN.
    Darum – und nur darum konnte Israel 2008 60 Jahre Staatsgründung feiern. Palästina wartet seit 1947 auf  seinen Staat. Eigentlich seit 1915, denn schon damals versprachen die Briten ihnen Land und Unabhängigkeit. Die Briten waren damals Mandatsträger von Palästina.

 

golda meirGolda Meir, einst Ministerpräsidentin, behauptete damals auch, es habe Palästinenser überhaupt nicht gegeben.
Palästina sei ein Schimpfwort der Ägypter gewesen, um sie zu ärgern, sagte sie damals. Es sei ein „gehässiges Wort“ gewesen.

Komisch, wie kommen Ägypter auf ein solches Wort?

Israelis  verweisen auch gerne an eine PLO- Aussage von Ahmed Shuqeiri, der spätere Vorsitzende der PLO,  Der habe vor dem Sicherheitsrat wenige Jahre nach 1947 gesagt: „Jeder weiß, dass Palästina nichts anderes ist als das südliche Syrien.“

Wissenschaftler sagen,  Palästina leitet sich von dem Wort „filistino“ ab.  Es meint „Philister“.

Biblisch begründen Israelis ihren Anspruch auf das Land.

Es ist das Land, das ihnen Gott verheißen hat. Es ist das Land, in dem „Milch und Honig fließen“. Siesind das „Auserwählte Volk Gottes.“

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Grab von König David. Zionsberg

Bevor König Saul und danach der Soldatenführer und spätere König David etwa zwischen 1200 und 1000 v. Chr.  nach und nach Gebiete des  Landes  e r o b e r t e n, soll es ein mächtiges Philisterreich gewesen sein. Die Nachfahren Abrahams  führten einige Eroberungskriege und unterwarfen das Land auf Kosten ihrer Nachbarvölker.
Die Erben Abrahams nutzten damals ein Machtvakuum aus. Es gab zuvor Nicht-Juden in dem Land. Es gab immer auch Nicht-Juden in dem Land. Es gab vor ihnen bereits ansässige Bauern wie es auch Nomaden gab.
Abraham, Isaak und Jakob sollen etwa um 1500 v. Chr. aus Mesopotamien/Irak eingewandert sein. Sie waren  Nomaden, sagen Wissenschaftler. „Ein umherirrender Aramäer war mein Vater“, so heißt es im Deuteronomium, im  fünften Buch Mose.

Heute sagen uns Archäologen, die ihre Funde zum Teil auf  4000 bis 10.000 Jahre v. Chr. datieren, die gesamte aufgestellte Zeitrechnung von Kulturen, von Hochkulturen muß neu datiert werden.

Zwischen den Geschehnissen und den Büchern Moses liegen tausend Jahre, sagen uns Wissenschaftler. Das Alte Testament wurde weitgehend im Exil geschrieben. (Assyrer, Babylonier)
Könnte es  nicht  sein, dass man sich hier und da ein wenig in der Geschichte geirrt hat? Kann man ja mal fragen, nicht wahr!

Ich sehe in den 3000 Jahren Geschichte um Jersualem kein Land, in dem Milch und Honig geflossen ist. Ich sehe es auch jetzt wieder gerade gar nicht und all die letzten 70 Jahre sah ich  nur für einige Wenige  Milch und Honig fließen. Ich sehe ein Land, in dem fast ausschließlich Gewalt und Blutspuren hinterlassen wurden. Und gerade wieder Schreckliches geschieht.
Ich sehe kein „auserwähltes Volk Gottes“. Also jedenfalls kann ich mir nicht denken, dass Gott seinen „Auserwählten“ gesagt hat, sie sollen andere Menschen hinter Zäune und Mauern einsperren und sie zerbomben. Ich kann mir nicht denken, dass Gott ihnen gesagt hat, sie sollen sie diskriminieren und wie Menschen zweiter oder dritter Klasse behandeln.

 

 

Nichtbiblische, historische Fakten

jerusalem 2

Jerusalem sollte unter internationale Verwaltung gestellt werden

Es gibt Palästinenser.

1886 machten sie 95 Prozent der Bevölkerung in Palästina aus.
Um 1880 lebten 10.000 Juden in Palästina.
1947 waren es  600.000.

 

„Was können wir für den Antisemitismus in Europa und in Polen?“, fragten die Palästinenser damals.

In Deutschland lebten jüdische Bürger:
1820 220.000
1871 512.000
1910  615.000
Tendenz steigend.

Zwischen 1924 und 1932 begannen die ersten Einwanderungswellen nach Palästina.

Es gab eine reiche jüdische Kultur in Deutschland und vor allem in Polen. Vermutlich würden diese Menschen noch heute unter uns  in dieser starken Zahl leben, wäre das Schrecklichste vom Schrecklichen nicht in unserem Land und in Europa geschehen.
Antisemitsmus gab es nicht erst seit 1930 in Europa. Das Wort gibt es seit 1880.  Judendfeindliche Stimmungen  lassen sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen.  Worte reichen nicht, um das zu fassen, was damals an Schrecklichem und an Unrecht von NS-Deutschland ausging.

Man kommt dennoch nicht umhin, zur Kenntnis zu nehmen, dass Palästinenser – mehrheitlich – für viele, viele, Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende  in dem Land am Mittelmeer  lebten.

juden in afrika

Ein jüdisches Dorf in Äthiopien von H. A. Stern, Wanderings Among the Falashas in Abyssinia London, 1862, Wikipedia.

 

Wo lebte die jüdische Bevölkerung vor 1947?

Vom 11. bis 20. Jahrhundert lebten 80 bis 90 Prozent der Juden in Afrika, Indien, China, Nord-und Südamerika, Australien,  Europa, Polen war ein jüdisches Zentrumsland, in der Sowjetunion, im Orient, in Persien lebten. Es gab von 1825- 1925 einen jüdischen Europäisierungsprozess in ungeahntem Ausmaß.  Auch Amerika war das favorisierte Land.

 

 

 

  • Achtzig bis neunzig Prozent der Juden lebten im 12.Jahrhundert noch im Orient und in Nordafrika.
  • Ende des 15. Jahrhunderts zählte das Gesamtjudentum nur noch eineinhalb Millionen Menschen. Hiervon lebte die Hälfte bis höchstens zwei Drittel im Orient, der Rest in Europa. Etwa 25.000 lebten in Italien.
  • Im 18.Jahrhundert lebte die Hauptmasse des Volkes, etwa 1,5 Millionen, in Polen; 1/4 Million war auf West- und Mitteleuropa verteilt, 3/4 Millionen lebten im Orient (Vorderasien, Indien und Nordafrika), davon nur 10.000 Juden in Palästina
  • Es weist im 19.Jahrhundert eine starke Wachstumstendenz auf.
    Von 1825 bis 1925 steigt die Zahl von 3.281.000 auf 14.800.000.
  • 5 Millionen lebten in Polen und der Sowjetunion.
  • In Europa stiegen die Zahlen in diesem Zeitraum von 2.730.000 auf 9.296.000
  • In Amerika von 10.000 auf 4.230.000
  • In Asien von 300.000 auf 662.000
  • In Afrika von 240.000 auf 448.000
  • In Australien von 1.000 auf 20.000.
  • Das Einwanderungsland par excellence, Amerika, zeigte das stärkste Wachstumstempo, es folgt in großem Abstand Afrika und Asien.

 

Die Zahlen vor dem 11. Jahrhundert sind mir nicht bekannt.

palaestina zu jesu zeitVermutlich lebten sie schon viel früher in Ländern entlang des Mittelmeeres, denn die 3000-jährige Geschichte Jerusalems ist eine Geschichte der Fremdherrschaft, Eroberungszüge. Alle Herrscher hinterließen  Blutspuren. Es wird einem schwindlig, wenn man sie liest.

Juden, Perser, Griechen,  600 Jahre Römer und das christliche Byzanz,  gefolgt von  Eroberungen der Araber, wieder Byzanz, Kreuzfahrer, Abbasiden, muslimische Mamluken, die Ägypter, Türken, Engländer.  Byzanz kämpfte gegen sunnitische Seldschuken. Rom gegen Persien, Richard Löwenherz belagerte  Städte in Palästina, Friedrich der II,,  die Franken, die Seldschuken von Damaskus, das ägyptische Fatimidenreich unterwarf  979 Syrien und Palästina. Es bedeutete fünf Jahre Verfolgung der Christen und Juden. Es war die Zeit der Pogrome. Es gab auch christen -und judenfreundliche Zeiten und Zeiten der politischen Stabilität. Es gab Zeiten, da spielte Jerusalem keine politische Bedeutung, da waren es palästinensiche Städte wie Ramla und Tiberias.
Selbst als Juden ihre  (eroberten!) Königreiche führten, gab es Unstimmigkeiten. Davids Sohn erbaute um 969-930 (1 Kön 8) einen Palast und den ersten Tempel für JHWH (G`tt).
Jerusalem wurde damals das Zentrum des Judentums. Danach spaltete sich das Königreich in die Staaten Juda (Süden) und Israel (Norden). Jerusalem wurde die Hauptstadt des Südreiches. Die Stadt Samaria das Zentrum des Nordens.

David entmachtete zunächst einmal Saul und eroberte dann Jerusalem. Zuvor entmachtete er die Amalekiter und Philister und weitere Stämme. (1 Sam 16ff).  Der Regierungssitz wurde danach – also um 1000 v. Chr.  von Hebron nach Jerusalem verlegt. Dort legte kein Stamm der Israeliten Besitzansprüche. Fortan nannte er seinen Regierungsitz „Davidstadt“.
Keine vierhundert Jahre später wurde der erste Tempel zerstört, es ging ins babylonische Exil. Knapp 50 Jahre später durften man zurück und den zweiten Tempel aufbauen. 70 n. Chr. verwüsteten die Römer das Land.

Westjordanland wird heute  von Israelis bewusst Juda und Samaria genannt, um darauf hinzuweisen, dass es einst jüdisches Land war.  Es scheint, glaubt man den Historikern,  da gab es zuvor noch andere Stämme…

 

1898 jedenfalls schlug Theodor Herzl der Begründer der zionistischen Bewegung Uganda als „Heimstätte für Juden“ vor. Gruppierungen innerhalb der Bewegung lehnten dieses 1905 ab.

 

Es gibt Palästinenser, die können ihre Ahnen aus dem Jahre 639 benennen und erzählen, wie diese auf dem Pferd mit dem Kalifen Omar in die Stadt ritten, um die heilige Stätte den Byzantinern zu entreißen. Das arabische College in Jerusalem besaß die älteste Bibliothek des Landes.

 

Die Einwanderung ausländischer Juden wird forciert
Ein Beispiel:

juden in afrika

Häuser von Juden in Äthiopien

Beta Israel (Haus Israel) sind äthiopische Juden.
Ein Königssohn aus Äthiopien besuchte seinen Vater Salomon in Israel und dann kam er zurück nach Äthiopien begleitet von  israelitischen Erstgeborenen,  als deren Nachkommen sich die Beta Israel betrachten. Während des Mittelalters bestand bis 1616 ein jüdisches Königreich in Nordwest-Äthiopien. Ihre Zahl wurde im 16. Jahrhundert noch auf 250.000 geschätzt. 2010 lebten etwa 120.000 von ihnen in Israel.

Seit 1977 wurde von der israelischen Regierung unter  Menachem Begin intensiv um die Erlaubnis der Auswanderung verhandelt. Von 1977 bis 1984 kamen über 8000 Falaschen nach Israel, im Tausch gegen Waffenlieferungen an die äthiopische Regierung.
1984 wurden per Luftbrücke weitere 8000 äthiopische Juden aus dem Sudan nach Israel geflogen. (Operation Moses). Nachts im Geheimen flog man.  Im Mai 1991 flog man 41 Flüge um 14.324 Juden von Addis Abeba nach Tel Aviv zu fliegen.  Von 2011 bis 2012 wurden weitere 7846 nach Israel gebracht.

Sie sollen unter Diskriminierung zu leiden haben. Die Gesellschaft für bedrohte Völker fordert ihre bessere Integration.
 
Nach fast drei Jahrzehnten hat Israel die organisierte Einwanderung äthiopischer Juden im Jahr 2013 beendet. Aktion Taubenflügel nannten sie diese.  Die letzten 450 Juden  wurden aus Äthiopien eingeflogen.
 
 

Israel verweigert noch heute vehement die Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge. Dies ist eine Bedingung , will Palästina Staat werden. Humanität fällt der Angst vor der Minorität zum Opfer. Es lässt sie vergessen, dass sie selbst einst empört aufschrien, als die Briten während der großen Einreisewellen die Rückkehr der Juden in „ihr Land“ als „illegal“ bezeichneten.

 

 

 Palästina heute

gaza palestine

Palästina vor 1948 und heute

 

 

Palästinensische Flüchtlinge

Weltweit gibt zwischen 10-12 Millionen Palästinenser.

palestine worldwide2

Quelle: arte.tv. Danke.

Knapp die Hälfte der heutigen Palästinenser (41 %)
sind  Flüchtlinge.

Sie leben seit 1947/1948  als Flüchtlinge in Jordanien, in Kuweit, im Libanon, in Syrien, in Saudi-Arabien, in Ägypten, in Oman, in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Libyen und in Qatar. Dort leben sie in der Diaspora.
Selbst im kleinen Gaza-Streifen gibt es ein Flüchtlingscamp. ebenso im Westjordanland.

Vor 1948 lebten 500.000 Palästinenser im Westjordanland. Mehr als 1300 Jahre. Nach dem ersten Krieg von 1948 flüchteten  400.000 oder sie wurden vertrieben.

1948 wurde die Flüchtlingshilfsorganisation der UN eingerichtet.

 

 

 

Seit 1948

Vergessen von der Welt

palestine libanon

Menschen mit provisorischem Status. Es ist ein politischer Skandal. Quelle arte.tv.

 

Seit 1948 leben die Flüchtlinge des ersten israelisch-arabischen Krieges in Flüchtlingcamps im Libanon. Ein Teil von ihnen darf man als Elendsviertel bezeichnen. 15  Camps sind nicht von der UN anerkannt. 12 werden von der UN versorgt. Diese Menschen  haben keine Rechte. Zwei Drittel leben unterhalb der Armutsgrenze. Viele von ihnen kamen im Elend der Lager um.
Auch 1970, als das nächste Grauen in Jordanien, in der Stadt Amman geschah- damals von ihren eigenen arabischen Brüdern.

 

Wir lesen von  UN-Teilungsplänen und Verhandlungsgesprächen und Besorgnissen, die Staatspolitiker aussprechen. Über den Fernseher laufen so viele grausame Bilder, dass wir sie überhaupt nicht mehr als Einzelschicksale von Menschen wahrnehmen.
Ich schreibe von 400.000 Menschen, die  flüchteten oder  vertrieben wurden. Was sagt dieser Satz schon aus? Ja, eine große Zahl von Menschen….Hinter jedem dieser Menschen steht ein persönliches Schicksal. Und von diesen hören wir so gut wie gar nichts.
Da ist eine Frau 1940 geboren und muss 1948 mit ihrer Familie fliehen, nah Gaza wird sie an der Front gestoppt und lebt danach für viele Jahre getrennt von ihrer Familie allein bei Nomaden in der Wüste Negev. Ein acht Jahre altes Mädchen. Dann zieht sie allein ins Westjordanland, heiratet dort irgendwann.  1967 marschieren dort die Israelis ein. Sie flüchtet mit ihren vier Kindern und ihrem Mann in den Südlibanon.  Dort lebt sie zum ersten Mal in einem Steinhaus. Ihr Mann gehört inzwischen zur PLO. 1978 fallen die Israelis in das Land ein. Sie flüchtet nach Beirut. 1982 kamen die Israelis auch dorthin. Kein Wasser, kein Strom, nichts mehr zu essen. Die Kinder durften nicht mehr mit libanesischen Kindern spielen. Ihr Mann war weit weggeschafft. PLO Kämpfer wurden damals auf Schiffe verfrachtet mit trotzigem Victory-Sieg-Zeichen und Salven verabschiedet, in Siegerpose.

Lesen Sie bitte das Folgende. Es gibt ein Bild von dem, was die Menschen damals durchleben mussten.

November 1947.  UN-Teilungsplan.

 

Es soll einen  israelischen und einen palästinensischen  Staat geben. Jerusalem soll unter internationale Verwaltung gestellt werden.
Die arabischen Staaten lehnen ihn in der UN-Vollversammlung ab. Der Plan wird nie umgesetzt.
Als der Plan bekannt wird, kommt es zu Unruhen.

„Jehud alaina“  – die Juden kommen. Tausende von Arabern liefen geschockt aus ihren Häusern. Erst eine Woche war es her, dass eine Hundertschaft der jüdischen Terror-Organisation Irgun und Stern-Bande ein Araberdorf westlich von Jerusalem überfallen hatte.  Sie wollten dem Raum um Jerusalem araberfrei machen, den Arabern das Fürchten lehren und sie so zur Flucht treiben.

Die Bewohner hatten sich bis dahin strikt aus den Kämpfen herausgehalten.

Von drei Seiten fielen sie schießend und Handgranaten werfend in den Weiler ein. Sie metzelten alle nieder. Alles, was sich im Dorf bewegte, wurde getötet. Kinder wurden in Stücke gehackt, Männer durch Genickschuß getötet, schwangeren Frauen wurde der Bauch aufgeschlitzt. Jene Männer dieser Einheiten vergewaltigten Schulmädchen und rissen Frauen die Ohrläppchen ab. Sie sprengten Häuser samt ihren Bewohnern in die Luft.

Kein böser Film. Das sind harte Fakten aus der damaligen Zeit. Das berichteten nicht arabische Märchenerzähler. Das Grauen in Deir Jassin verglich der britische Historiker mit dem Wüten der SS-Zeit. Schweizer Rotekreuzhelfer berichteten. Sie waren Augenzeugen. Sie sahen wie Kindern Füße abgehackt wurden. Ein jüdisches Mädchen stach auf ein altes Ehepaar ein.

 

avraham tehomi

Commander der Irgun-Terrororganisation

 

Alle waren geschockt.  David Ben-Gurion schickte ein Telegramm. Der Ministerpräsident Begin verteidigte später diese Schlächter und befand: „Ohne Deir Jassin hätte es kein Israel gegeben.“

Die Palästinenser flüchteten danach in Massen. Sie hatten panische Angst.

david Raziel

Commander der Irgun-Terrororganisation

 

 

Das ist auch neu für mich. Darum wusste ich bis vor zwei Tagen nicht.

Man erhält eine vage Ahnung davon, was sich in jenen Jahren noch alles abgespielt haben wird.  So sah Vertreibung damals bei den Isralis aus….meine Güte…

 

 

… und manche Menschen  behaupten,  es habe Palästina und Palästinenser nie gegeben. …

teilungsplan 1937

Teilungsplan von 1937

 

Schon im Teilungsplan von 1937 stand, dass diese „Terror-Organisationen“ aufgelöst werden müssen. Golda Meir nannte sie „Sicherheitseinheiten“ und lehnte die Auflösung dieser Gruppen wie auch jenen Plan ab.  Sie sollten damals die besten Küstenstreifen erhalten und das fruchbarste Land. Sie lehnte ab, weil es ihr nicht groß genug war.

 

„Geschlagen, vertrieben, verraten“ – schrieb in den 80er Jahren ein Journalist über jene Zeit. „Die Palästinenser sind die Juden der Juden geworden.“

 

Waren die Israelis damals kompromissbereiter?
Wieso lehnten die arabischen Staaten den Teilungsplan von 1947 ab?
Wieso brachen sie eine Krieg vom Zaun?

 

 

  • Die Zionisten waren damals politischer –  sie taktierten. Ja, sie machten einen Schritt zurück, um dann zwei nach vorne preschen zu können. Heute sind sie hemmunglos! Damals war ihnen klar, gegen die Besatzungsmacht, die Briten, können sie nichts machen.
  • Das Ziel der Zionisten war damals schon: Expansion. David Ben Gurion sah in diesem Kleinststaat die Basis für eine spätere Expansion. Zitat: „…nachdem wir eine große Macht aufgebaut haben, werden wir die Teilung des Landes beseitigen und über ganz Erez Israel expandieren“
  • Der Teilungsplan sah eine „überwiegend jüdischen Staat“ und einen „arabischen Staat vor. Er sah eine 80:20 Teilung vor.
    1947 lebten 600.000 Juden und 1,2 Millionen Palästinenser in Palästina.
    600.000 Menschen sollten die Meeresküste und den fruchtbareren Boden bekommen, 1,2 Millionen Menschen , den weniger fruchtbaren Boden und die Wüste.  Es gab auch noch Streitpunkte hinsichtlich Jerusalem.
  • Der UN-Teilungsplan baute auf einem Konstruktionsfehler auf, sagte mir einst ein UN-Experte. Er übersah, dass es  bereits Menschen in diesem Land gab, Menschen mit einer jahrtausendalten Geschichte. Menschen, die über die Jahrhunderte die Mehrheit in jenem Land ausmachten. Sie wollten keine Teilung ihres Landes. Und Churchills Plan von 1922 sah auch keine Teilung vor.  Er wollte damals einen binationalen Staat. Es sollte eine „jüdische Heimstätte“, nicht ein jüdischer Staat werden.
    Der wird noch heute vehement von Israel abgelehnt. Dann wären sie Minorität.
  • 1915 versprachen die Briten den Palästinensern das Land und Unabhängigkeit. Dafür kämpften sie mit gegen die Türkenherrschaft. Dafür kämpften sie mit gegen das NS-Unrechtssystem.
  • Keine sechs Monate nach dem Teilungsplan von 1947, im Mai 1948 proklamierte Ben Gurion den Staat Israel. Erst daraufhin, marschierten fünf arabische Staaten in das Land. Sie glaubten damals, es kann sich nur um ein Irrtum handeln. Inzwischen weiß man, die israelische Seite ist in den Auseinandersetzungen von 1948 mindestens so sehr Aggressor gewesen.
    Israel weitete damals seine Gebiete über den Teilungsplan von 1947 hinaus aus. Gaza wurde von Ägypten kontrolliert. Die Golanhöhen von Syrien und Ostjerusalem und Westjordanland von Jordanien. Die Rechte übertrugen sie  später an die PLO.

 

Es kam zu einer weiteren Massenflucht mit dem Sechstagekrieg von 1967. Etwa 700.000 Menschen flüchteten in alle Richtungen. Ostjerusalem, Gaza, Golanhöhen und das Westjordanland wurden von den Israelis besetzt.  Es wurde als „Selbstverteidigungskrieg“ deklariert. Es ist längst anerkannt, dass Israel damals Aggressor war.  Die Israelis planten damals einen Angriff. Die Sowjets teilten dieses Syrien mit. Die USA sagte : Diesen Krieg müsst ihr alleine führen. Daraufhin stellten Syrien, Jordanien und Ägypten seine Armeen an ihren Grenzen auf. Israel griff  Ägypten an. In wenigen Tagen stand die Armee Israels vor den Hauptstädten jener Länder. Sie gewannen, eroberten weite Gebiete, mussten aber  einen Teil der Gebiete wieder zurückgeben.
Erst seit 1994 sind einige Gebiete in der Westbank und im Gaza-Streifen unter palästinensischer Autonomie. Die Sicherheit und Kontrolle unterliegt in den meisten Gebieten weiterhin der israelischen Armee.

Palästinenser  flüchteten in den Libanon, nach Syrien und nach Jordanien, aber auch ins Westjordanland und in den Gazastreifen.

 

 

 

Darum wird es im nächsten Beitrag gehen:

gaza karte

Lebenswirklichkeiten im Gaza

 

Der Gazastreifen ist 45 Kilometer lang. Im Süden 13 km breit. Im Norden 6 km breit.
1,8 Millionen Menschen lebten dort vor dem aktuellen Massaker. Jetzt sind es etwa 2100  (?) Menschen  weniger. Zehntausend Verletzte. Vermutlich sind sie allesamt traumatisiert. Mehr als die Hälfte der Menschen sind unter 18 Jahren.

Auch im Gaza sind die meisten Menschen Flüchtlinge. Man sagt, Gaza sei das größte „Flüchtlingslager“ der Welt. Selbst in dem kleinen Streifen am Mittelmeer gibt es Flüchtlingslager.

 

  • Israel erklärt den Rest der Welt zum Zahlmeister
  • Wasser im Gaza
  • Wasser im Westjordanland
  • Siedlungspolitik

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nichts ist anders

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So sieht Krieg im Gaza-Streifen aus. Israelis schauen zu. Fast wie im Kino, möchte man meinen. Das Morden wird verniedlicht, rationalisiert und letztendlich legitimiert.

 

Nicht einmal 50 Kilometer von Tel Aviv entfernt, gibt es keine Wasserversorgung, die Versorgung mit Medikamente und Lebensmitteln ist schwierig. Nicht einmal fliehen können die Palästinenser. Sie sind in dem Kessel der Gewalt eingesperrt!

Seit Jahrzehnten erleben Palästinenser: Diskriminierung  bei der Ausreise, im alltäglichen Leben, im Beruf, der Ausbildung, Diskriminierung beim Zugang zu Wasser, Betonmauern, Siedlungsbau, Stürmen von Häusern in der Nacht durch die israelische Armeen, selbst Kinder wurden in den vergangenen Jahren verhaftet – durchaus für die Hamas eine einfache „Beute“, wenn diese Kinder aus der Gefangenschaft wieder zurückkommen.

Wasser-Apartheid in den palästinensischen Gebieten

Regen, oh ja Regen fällt schon in Israel-Palästina. In Gaza nur rund 300mm Regen pro Jahr, während auf den vorwiegend besiedelten Höhen der West Bank (Nablus, Ramallah, Jerusalem, Bethlehem) mehr Regen fällt als in Berlin, Paris oder London.

 

gaza wasserKein palästinensischer Siedler kontrolliert auch nur einen Tropfen Wasser.

Seit Beginn seiner Militärbesatzung hat Israel sämtliche Wasserressourcen unter seine exklusive Kontrolle gestellt – durch Miltärerlasse, sogenannte Military Orders aus dem Jahr 1967. Palästineser brauchen danach für jegliche Arbeiten im Wasserbereich Erlaubnisscheine (permits), die ihnen jedoch regelmäßig verweigert werden. Die Zahl der Brunnen, die gebohrt werden konnten seit 1967, seit dem Oslo-Abkommen 1993/1995 und seit Oslo II liegen bei null.

Israelis werden in illegalen Siedlungen sofort ans Wasser geschlossen.
Nach 45 Jahren Besatzung sind 20 Prozent der Palästinenser noch immer an kein Wassernetz angeschlossen.

Für Reparaturen von Brunnen benötigen die Palästinenser israelische Militärerlaubnis. Ausbesserungen von 140 Jahre alten Bewässerungsbrunnen aus jordanischer Zeit sind nicht möglich,weil Israel die Erlaubnis verweigert.
Israel zerstört auch Regensammelzisternen, da diese nach geltendem Militärrecht als illegal betrachtet werden.

Von den Grundwassermengen, die der West Bank entspringen und die nach Israel hinein fließen, entnehmen die Palästinenser daher gerade einmal 11%. Fast 90% sind exklusiv für Israel.

Haben Sie darüber schon einmal etwas in unseren Medien gelesen, gehört, gesehen?

Wasser ist Leben. Der Wasserraub und die systematische Diskriminierung in Zugang und Versorgung sind integraler Bestandteil und verstärken die Ungerechtigkeit der Besatzung, die nicht nur zu tiefen ökonomischen und gesundheitlichen Schäden führt.

Wasser ist nur ein Bereich, in dem die Unterdrückungspolitik der Israelis geschieht.

Die Welt hat all die Jahre zu- oder gar weggesehen.
Es geht ja auch viel israelfreundlicher – wir sehen einfach über die Rechtsverletzungen hinweg, und versuchen es über  die Entwicklungshilfe zu regeln oder bitten um Spenden. Die Europäische Commission (ECHO) ist da stark im Einsatz in den palästinensischen Gebieten.  Millionen von Euro jedes Jahr. Klar, der Weltfriedensdienst und wie sie alle heißen, sind natürlich auch dabei.  Und dann kommt alle paar Jahre so etwas wie dieser Krieg jetzt – und all die Millionen „Entwicklungszusammenarbeit“ verschwinden im Rauch der Waffenindustrie. „Entwicklungs- und Friedensarbeit“ mit null Wirkung.

Und jetzt ist alles anders, schreibt der außenpolitische Korrespondent der ZEIT: Ägypten will die Hamas nicht. Saudi-Arabien denkt wohl nur an seine Petro-Dollars- die nicken wohlwollend aus der Ferne. Da treffen sich die Ex-Geheimdienstler der Saudis und Israel in Brüssel. In München wird die israelische Justizministern Tzipi Livni gelobt. Saudis und Israel treffen sich gerade laufend. Saudische  und israelische Diplomaten treffen sich in Marroko und Indien, in Wien und Genf. Im Kampf gegen die Muslimbrüder geeint. Ägypten, Israel und die Saudis – Sorge macht ihnen gerade Obama, der mit dem Iran zu einem Ausgleich kommen will. Schon plant Israel die Abkürzung über Saudi-Arabien. DEUTSCHE Leopard-Panzer für Saudi-Arabien werden von Israel ausdrücklich begrüßt.  Oh ja, die Leos sind wichtig gegen Iran.
Derweil wächst die nächste Terrorgruppe in Syrien und Irak heran: die Isis.
Erklärte Feinde der Israelis, Ägypter und Saudis: Muslimbrüder, Isis und der Iran.

Die Bomben auf  Gaza sind Teil dieses Feldzugs.

Wertgebunden ist das alles nicht – das kann sich auch alles wieder ändern, Bin Laden war ja auch mal ein Freund der Amerikaner. Erst später dann wurde er zu ihrem gefürchtesten Terroristen. Warum sollte das unter den Saudis, Ägyptern und Israelis nicht so laufen.

Und jetzt ist alles anders?

Was ist anders?
Wieder braucht man nicht über hundert Millionen Arbeitsplätze reden. Wieder braucht man nicht über gleiche Rechte von Menschen  reden. Wieder werden Menschen für Machtinteressen missbraucht.  Wieder werden Aufständische,  die um ihre Freiheit kämpfen und sich gegen Unterdrückungsregime wehren zu Terroristen erklärt. Widerstand, den Unterdrückungsregime selbst erzeugt haben.  Wieder ist es eine menschenverachtende Politik. Wieder wird eine landraubende Besatzungsmacht zu den „Guten“ erklärt. Wieder sitzen jene, die  diese Kriege schüren mit dicken Bäuchen in maßgeschneiderten Anzügen sicher in ihren Palästen. Die Rüstung läuft auf hohen Touren. Die Öl-Feudalen freuen sich. Wieder erzählen alle , es ist eine „Antwort auf“…
Wieder und blitzschnell ist der neue Feind erklärt. Propagandafeldzüge,  und die Medien machen- wie immer – mit.

Da bringen palästinensische  Extremisten drei israelische Jugendliche um. Da schleift ein jüdischer Extremist einen Jungen in den Wald und verbrennt ihn.  Da sind Eltern, die in dieser Situation Haltung und Humanität bewahren. Sie weinen die „Tränen der Stärke“ Da sind Palästinenser, die zu dieser trauernden Familie gehen und mit ihnen trauern.
Da sind israelische Soldaten, die ihren Dienst verweigern und dafür eingesperrt werden.

Da ist ein Netanjahu, der den Gazastreifen „entmilitarisieren“ will. Wer entmilitarisiert Israel?
Warum bringen sie, lieber Herr Netanjahu,  nicht Arbeit, Wasser und Einkommen in das Gebiet? Damit würden sie radikale Gruppierungen entmachten. Die Masse der Bevölkerung steht nicht wirklich hinter der Hamas. Sie müssen ihr diesen High-Tech Raketenbeschuss nicht zumuten!  Ein Großteil der Raketen aus dem Gaza-Streifen sind primitive Geschosse, die wenig Wirkung zeigen. Gaza verfügt nicht wie Israel über High-Tech  wie Abhör-und Rakektenabwehr-Systeme.  Die Folgen der Beschüsse durch israelische Raketen sind ungleich größer. Ein Großteil der Zivilisten sterben.

Wieso lehnte die israelische Regierung Gespräche mit der Fatah und den Hamas ab, obwohl Amerika und die Europäische Union auf gemeinsame Gespräche drängten. Die Hamas ist nicht die Al-Kaida oder die Isis oder die syrisch-irakische Terrorgruppe „Islamischer Staat“ !  Die Hamas ist eine radikale Widerstandsbewegung. Vernichten die Israelis die Hamas wird es noch radikaleren militärischen Bewegungen Raum geben.

Es gäbe Alternativen, liebes Israel.

Und währenddessen sterben weitere unschuldige Kinder, Frauen und Männer, Palästinenser, die nichts weiter wollen, als in Frieden und Freiheit ihr Leben leben.

Und wir?
Wir sehen zu oder weg.

Nichts ist anders.