Es liegt in der Natur der Sache

ein bisschen besser

Geht.
Fühlt sich gut an.
Wirkt garantiert anziehend.

Es liegt in der Natur der Sache, dass etwas schief geht im Räderwerk unseres Lebens. Mit etwas Glück können Sie an einem klaren Tag hinter Ihrem eigenen Tun ein größeres Tun erkennen.

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Mit Freude sehen

Mit Freude sehen

Noah saß am Eingang zur Arche vor einem kleinen Tisch und schrieb, was seine Frau ihm diktierte. Ein Löwe- eine Löwin, ein Bock- eine Ziege, ein Elefantenbulle – eine Elefantenkuh, ein Bär – eine Bärin, eine Giraffe- eine Giraffin. Der Löwe brüllte: Ich will aber nicht in diese Ecke. Die Ziege forderte ebenso einen anderen Platz. Immerhin sei sie doch eine kultivierte Ziege, meckerte sie. Der Elefantenbulle erwartete Speisung auf eine ganz bestimmte Weise. Dem ging ein Wortwechsel zwischen Bär und Löwen voraus. Noahs Sohn sorgte geduldig für Bewegung und sagte: „Weitergehen! Nicht stehenbleiben! Bitte die vorgesehenen Plätze einnehmen!“ Alles drängte, schob und drückte. Angstschweiß stand einigen Tieren auf der Stirn.  Brunhildchen hatte auch eine Kabine gebucht. „Ich will auch wat vonne Welt sehen!“, war ihr Argument für diese Reise. Sie stürzte vor und forderte hartnäckig und forsch ihren reservierten Platz. „Wählerisch zu sein, ist heute ein Zeichen von Weltläufigkeit und Kultiviertheit!“, stellte sie sehr lebhaft fest und klappte dabei dem Elefantenbullen einen auf sein Hinterteil. „ Hüppen Adam und Eva hier auch irgendwo herum…..mit ihr Apfel….?“ Inzwischen staute es sich an Deck. Mehr und mehr Tiere schoben sich auf die Arche.  „Geht dat hier alles nach Größe?… Oh, ich hab dat  falsche Schiff gebucht, so viel ist schon mal klar! Vermutlich ist meine Kabine schon belegt und ich lande an Deck und muss mich an der Reling übergeben. Diese Reise endet garantiert in den Sümpfen! Jenseits der Sümpfe ist nichts- nichts!“  Eine kleine Fahrt aus der Haut.
„Liebe Zza Zaza, wenn du so weiter redest, wachsen die Sümpfe in deinem Geist, sie ersticken dich, ertränken dich, verdunkeln deine Träume. Du sendest gerade mal wieder hässliche Gedanken durch den Äther“, antwortete ich. „ Brunhildchen willst du die niederschmetternde Wahrheit hören?“
„Aufrichtig gesagt: Nee!“  Sie schnappte nach Luft.
„Ich sage sie dir dennoch: Wählerisch zu sein, ist nicht immer ein Zeichen für guten Geschmack. Nicht zufrieden zu sein, bis unsere Ansprüche erfüllt sind, ist kein Zeichen von Kultiviertheit oder Weltläufigkeit. Ein hohes Niveau ist es auch nicht. Vielmehr ist es eine Art, sich davor zu schützen, vom Leben berührt zu werden, und sich damit herauszureden, etwas Besseres zu sein als all jene, die unseren Ansprüchen nicht genügen können.
Hohe Erwartungen und kultivierte Bedürfnisse helfen uns nicht, wenn es ums Überleben geht!
Hohe Ansprüche kannst du nicht nachts im Arm halten. Ein Mensch, der kurz vor dem Verdursten steht, fragt nicht, ob das Wasser auch chlorfrei ist oder ob es aus dem französischen Voralpenland stammt.

„Du meinst, ich soll zufrieden sein, mit dem, was mir das Leben hier gerade vorsetzt?“.

„Ja, das meine ich. Akzeptiere das Leben, wie es sich dir zeigt.  Licht bricht sich in der Glasscherbe und im Diamanten. Musik ertönt aus der Geige und aus dem tropfenden Regenrohr. Deine Probleme lösen sich nicht dadurch, dass du bekommst, was du willst. Sie lösen sich, indem du dich von deinen Ängsten befreist und dich leicht erfreuen lässt. Freude entsteht, wenn du bereit bist, zu sein, wo du bist. Uns wird zwar beigebracht, Vorlieben zu entwickeln und diese als Zeichen von Bedeutung und Status zu sehen. Weiser ist es, sich leicht mit dem zufriedenzustellen, was jeder Tag bringt.“

„Bitte weitergehen… Nicht stehenbleiben…“