Maya: Bewege den Wind

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Rad der Medizin

 

Krankheitskonzeptionen der Maya

Ist Ihnen heiß oder kalt?
Die Maya sagen, besonders Deutsche seien „heiß“. Wie sie darauf wohl kommen, frage ich mit einem Lächeln auf meinen Mund?

Durch Wut, Ärger, Trunkenheit oder auch durch die falsche Ernährung könne man heiß werden, sagen sie. Neugeborene seien heiß und auch Pubertierende gelten als heiß, mächtige Personen ebenso. Wenn Eltern keine Kinder bekommen, empfehlen Maya-Heiler den Eltern,  „heiße-“ Nahrung zu sich zu nehmen. Traurigkeit könne hingegen jemanden „kalt“ machen.
Es gibt  für die Maya heiße und kalte Nahrung, ebenso wie es  heiße und kalte Pflanzen, Tiere oder eben Menschen gibt.

Zu den „kalten“ Nahrungsmitteln gehören Schweinefleisch, Schmalz, Fisch, Bohnen, Avocados, Tomaten und Früchte und natürlich noch viele andere, die ich an dieser Stelle ausspare. Zu den „heißen“ Lebensmittel gehören Hühnerfleisch, Käse, Kaffee, alkoholische Getränke, Honig und Rindfleisch. Auch hier ist die Liste beliebig erweiterbar.

Um gesund zu bleiben, sei es wichtig sowohl „heiße“ als auch „kalte“ Speisen zu sich zu nehmen, damit eine Balance im Körper entstehe.

Krankheiten unterteilen die Maya auch  in kalt oder heiß.  Erkältungen, Fieber, Verbrennungen und Nierenprobleme gelten als heiß. Kopfschmerzen, Suslo, der Seelenverlust, Knochenbrüche und Erbrechen gelten als kalt.

Das Heiß-Kalt-Syndrom ist in ganz Mesoamerika bekannt, doch variiert das System von Region zu Region stark.

 

maya schamanin

Maya-Schamanin

Ein großer Teil der Mayabevölkerung besitzt medizinisches Grundwissen. Besonders Frauen haben ein breites Repertoire an Hausmitteln und besitzen Kräuterwissen. Es gibt Heilkundige wie die Parteras. Sie sind Hebammen. Es gibt die Hueseros. Sie befassen sich mit den Knochenbrüchen, Verrenkungen und Verstauchungen. Sie heilen im ganzen Land, manche sogar im Ausland. Es gibt die Curanderos. Dies sind Frauen und Männer, die von Gott berufen sind, andere  von ihnen erlernen den Beruf vom Vater oder einem anderen Verwandten. Sie behandeln Kranke, die nicht durch Hausmittel geheilt werden können.

Zahorines sind Wahrsager. Auf der Basis der Ritualkalender beantworten Zahorines Fragen aller Art,  geben Prognosen oder machenTraumdeutungen. Zudem werden sie bei sehr schweren Krankheiten hinzugezogen. Zahorines rufen verschiedene Heilige an, bis einer dieser aus der geistigen Welt zu ihr spricht. Die Ausübung sei eine Berufung, die vorbestimmt sei, sagen die Mayas.

Schamane wird man durch göttliche Bestimmung. Sie erfahren ihre Bestimmung durch Träume, die in den Wäldern verloren schienen und durch auf mysteriöse Weise gerettet wurden. Es kann auch durch Nahtoderfahrungen geschehen. Erfahrene Schamanen führen in die Zeremonie- und Heilpraktiken ein.

cenote 1Die Gebete von Schamanen umfasssen eine lange Liste von heiligenNamen,einschließlich der Maya-Gottheiten und katholische Heilige.
Ebenso gehören Altare, heilige Orte wie die Cenoten, die Unterwasserwelt der Maya, dazu. Das Rezitieren von Namen ist im Gebet der Schlüssel.
Die Heilige Drei-Einigkeit findet in der Regel zuerst Erwähnung tu kili `ich k`aba Dios Yumbil, Dios Mehenbil, Dios Espiritu Santo – im Namen des Heiligen Vaters, des Heiligen Sohnes und des Heiligen Geistes.
Es folgen Namen von baalamo `ob – der spirituelle Beschützer. kanano`ob – Beschützer. iik`o´ob – Winde. meyajo`ob – spirituelle Helfer. joyao`ob – Wässernde und tepalo òb – Herrscher. Es folgen katholische Heilige: Santa Maria, Santa Ana, Santa Lucia, Jungfrauen, Erzengel Michael, Santo Cristo Chumayel, San Francisco und weitere Heilige.
Das Gebet selbst wird leise gemurmelt. Die Wörter sind heilig. Gebete können bis zu dreißig Minuten dauern.  Maya Phrasen werden ebenso rezitiert. Es kann durchaus geschehen, dass ein Schamane, während in der Kirche gesungen wird, neben dem Altar der Kirche kniet und die Becher hält, um Getränke zu reichen. Die Maya akzeptieren bestimmte Aspekte des kirchlichen Glaubens. Der Regengott würde allerdings nie in einer katholischen Messe erwähnt werden.

 

Bevor eine Behandlung durchgeführt wird, zünden die meisten Heilkundigen Kerzen an und verbrennen Copal.  Dabei werden Gott, die Heiligen und Numina angerufen. Falls sie das unterlassen, werden sie von diesen bestraft.

 

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La curandera. Die Heilerin. Gemälde von Josè A. Gonzàlez. Atitlan, 2005, Museum Völkerkunde Hamburg

 

Als Krankheitsursache seien die Awas oder akwas sehr wichtig. Die meisten entstehen im Zusammenhang mit Nahrungsmitteln. Dies sei ein natürlicher Vorgang, bei dem weder Gott noch die tzuultaq`a`involviert seien. Wie awas in den Körper gelangen, scheint auch den Maya unklar. Hauptsächlich seien aber Kinder von den awas betroffen, sagen die Maya. Sie werden im Mutterleib von dieser Krankheit befallen, wenn die Mutter sich vor einem Nahrungsmittel oder einem Geruch ekelt oder ihre Gelüste auf ein bestimmtes Nahrungsmittel nicht stillen kann. Nach der Geburt weisen die Kinder dann körperliche Merkmale auf, die Bezug zu den jeweiligen awas haben.
Die Liste der Ursachen für awas ist lang und sie treten ohne Ekelgefühle auf.

Beim Tomaten-awas finden sich rote Flecken auf der Haut des Kindes. Die Mutter hat sich in diesem Fall entweder vor Tomaten geekelt oder aber keine bekommen, als sie Appetit auf diese hatte. Die fettige Haut eines Kindes wird vom awas manteek, dem Schweinefett-awas verursacht. Hierbei ekelte sich die Mutter vor fettem Essen.

Die Auswahl der Nahrungsmittel ist nicht willkürlich, sondern folgt dem Heiß-Kalt-Konzept.  Die meisten awas-erzeugenden Lebensmittel sind kalt. Die  Awas werden als kalt klassifiziert, weil das Blut schwach fließt.  Durch kalte Nahrung kühlt die Mutter ab, dadurch auch der Fötus und das führt zu einer kalten Krankheit. Ausschließlich heiße Nahrungsmittel sind aber auch nicht gut für den Embyro. Heiße Lebensmittel wie Käse können ebenso zu awas führen. Eine ausgewogene Balance  sei daher wichtig. Schwangere sollen ebenso zu „heiße“ Personen meiden.

Durch ein Ritual, dass sich rawasinkil nennt, soll das Kind in den meisten Fällen wieder geheilt werden können. Rawasinkil meint: die Winde herausbekommen. Meist führt die Mutter das Ritual durch. Die Mutter geht mit ihrem Kind nachts an den ersten drei Nächten des abnehmenden Mondes jeweils an eine Wegabbiegung. Dort wird das rawasinkil jede Nacht je nach Art des awas abgehalten.  Vom Lebensmittel durch welches jenes awas ausgelöst wurde, wird ein Stück abgebissen und ausgespuckt. Mutter und Kind sollen das tun. Oder das Lebensmittel wird am Körper gerieben und dann – ohne zu sehen wohin – weggeworfen. Dann rennt die Mutter schnell mit ihrem Kind nach Hause.
Das Nahrungsmittel kann aber auch verbrannt werden. Das Kind soll den Rauch inhalieren. Die Asche wird danach weggeworfen. Zumeist werden die kalten Lebensmittel verbrannt. Durch das Verbrennen wird das Lebensmittel heiß und wenn das Kind  – erkrankt durch jenes kalte Lebensmittel – es als ein Heißes inhaliert, wird der „Schaden des Kindes aufgehoben“. Das Objekt und sein Abbild am Kind werden wiedervereinigt.

 

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Mexico über den Wolken

Aigres

Aigres sind Winde, die in den Körper hineinfahren, um ihn krank zu machen. Die Maya glauben, dass die meisten Krankheiten durch Winde in den Körper gelangen. Malaria beispielsweise  mala aria bedeutet schlechte Luft. Die Schamanen der Maya haben die Kraft, die Menschen davon zu befreien.

Es gibt drei Arten von agires.

Bei der ersten gelangt der Wind zufällig in den Körper. Das lässt sich leicht behandeln.

Mehr Respekt haben die Heiler vor der zweiten Art, die von unreinen Personen oder Dingen ausgeht.  Kuhmist soll helfen, damit schwitzt der Patient. Der Erkrankte soll darüber hinaus kalte Speisen zu sich nehmen. Die Farbe Rot soll auch schützen.

Die dritte Art von aigres wird von missgünstigen Personen geschickt. Dann fließt Blut an die wärmste Stelle des Körpers,den Kopf. Das Gehirn erhitzt sich und das Denken fällt schwer. Dies könne durch einen Fluch geschehen, den jede Person auszusprechen vermag. Die Windgöttin trägt ihn zum Opfer. Erkrankte leiden dann an Erbrechen, Krebs, Tumore oder Anämie. Im Westen Guatemalas haben die Heilkundigen eine andere Vorstellung hierzu. Dort vermischt es sich mit dem Kalt-Heiß-Syndrom. Die Winde befallen jemanden.

hunbatz men Schamanen 2014

Maya-Schamanen. In der Mitte Hunbatz Metz

 

Nimm dich in Acht vor dem gelben Abendwind

Im ländlichen Yucatan Mexicos gibt es das Santiguar-Ritual, um die Erkrankten von diesen Winden zu befreien.  Es ist ein Reinigungsritual. Santiguar ist ein spanisches Wort und bedeutet: ein Kreuz auf etwas markieren. Für die Maya ist es ein Heilritual, in dem der Schamane, der je-meen, betet und den Patienten mit heiligen Blättern „bürstet“ und so reinigt.

Manchmal hinterlässt der Heiler ein Kreuz auf dem Körper des Patienten, manchmal auch nicht. Die heutigen Schamanen Mexico`s haben  einen Altar in ihren Räumen. Ich durfte während meines Aufenthalts jemanden begleiten. Auf Don E`s. Altar sah ich damals eine alte Holzbox, die Jungfrau Fatima, die Jungfrau Guadelupe und noch eine andere Jungfrau, Virgen de Perfecto Socorro wird sie genannt , das Kreuz Jesu und einen Engel stehen. Ein Kerzenhalter mit fünf Kerzen stand vor dem Altar, etwas, was den Schatten eines Vogels warf, frisch gepflückte Pflanzen und in einer anderen Ecke stand ein leeres Glas. Der Schamane bewegte sich so, dass der Patient Richtung Osten sah. Die Ausrichtung nach Osten ist für die Maya enorm wichtig. Zeremonien, Altare sind immer nach Osten ausgerichtet. In das Glas kippte der Maya aguardiente, einen klaren Likör, der aus Zuckerrohr hergestellt wird. Die Kerzen wurde angesteckt. Ein gefaltetes Stück Stoff nahm er in seine Hände und holte holte daraus etwas, was er zwischen Daumen und Zeigefinger hielt und kurz darauf in den Likör eintauchte. Das Etwas  nennen die Maya koj kaan, Mund der Schlange. Sie brauchen jetzt nur an ein Stück Klapperschlange denken, dann wissen Sie, was im Likör getränkt wurde.

Kommt ein Patient beispielsweise mit Kopfschmerzen, werden damit der Nacken und die Schultern viele Male berührt, also abgetupft. Dabei wurde der unteren rechten Hälfte des Nackens spezielle Aufmerksamkeit gewidmet. Danach legte der Schamane das Stück Schlange zur Seite und rieb mit seinen Fingern den Likör aus dem Glas auf den Nacken des Patienten. Danach wurde der Nacken mit dem Bund der heiligen Pflanzen und dem Likör ,sipche, besprenkelt und abgeklopft.
Die Blätter sind so angeordnet, dass sie Spuren eines Kreuzes auf der Haut hinterlassen, was der Pflanze eine sehr heilige Qualität verleiht. Der Likör gibt den Blättern zusätzliche Kraft. Der Patient steht und der Schamane „bürstet“ Kopf und Schulter mit dem Blättern. Danach folgt das „Bürsten“ des Rückens.  All das ist begeleitet von Gebeten. Am Ende bringt der Schamane die Luft über dem Kopf zum Zirkulieren. Mit den Blättern wird im Uhrzeigersinn geweht und beendet wird das Ganze mit einer spiraligen Bewegung der Blätter, als würde darüber die Krankheit aus dem Körper himmelwärts gezogen. Ein Kind, das stetig mit den Augen blinzelte wurde mit Santiguar behandelt und der Mutter wurde anschließend eine Tasche voll Blätter mitgegeben sowie weitere Medizin. Das Mädchen blinzelte nicht mehr!
Es wird auch gerne die Kräuterpflanze Ruda, eine ebenso heilige Pflanze in Mexico, für das Ritual verwendet.

wind

Mit dem Santiguar wird der Wind bewegt, iik in Mayan.

Für die Maya gibt es etwa 21 verschiedene Winde.
X-akat iik`ist ein Wind, der auf dem Grund des Boden herumhüpft.
Buhua`an iik`ist ein Wind, der vom Himmel kommt und Menschen verletzt.
x-buyut iik`ist ein Wind, der den Körper des Menschen wie eine Decke umhüllt.
Es gibt den wirbelnden Wind, Wind, der kommt und Menschen verletzt und wieder weit in den Himmel zurückkehrt, Wind, der sich wie ein Schmetterling bewegt, Wind, der Seelenwind genannt wird, tankas iik. Es gibt den  x-toh iik`, den Wind, der geschossen kommt wie ein Pfeil. Es gibt den Wind, der einem im Rücken trifft und den Wind, der sich wie ein Drachenflug formt. Er kommt aus dem Wald oder aus einem stehenden Gewässer.

 

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Kontaktaufnahme mit den himmlischen Wesen

Santiguars sind die am häufigsten verwendeten Reinigungszeremonien in Yucatan, dem Mayland in Mexico. Die unterschiedlichsten Beschwerden werden damit behandelt, auch bei  Kopf- und Magen-, Hals- und Ohrenschmerzen. Durch die Techniken und das Wissen des Schamanen werden die Informationen, die hinter jeder Krankheit liegen, entsprechend interpretiert. Der Schamane liest dies in den Körnern von Mais oder anderen Gegenständen. Im Falle von Maiskörnern werden dreizehn von ihnen in einem heiligen Muster ausgelegt. Die Numerologie ist der Kern dieses Verständnisses.

Die Zahl 13 ist die heiligste aller Zahlen für die Maya. Zwei Reihen mit je drei  Paaren von Körnern, machen sechs in jeder Reihe. Das dreizehnte Korn ist das Zentrum, das die Maya „Herz“ nennen. Puksi`ik`al in Maya.  Er schüttelt sie alle zusammen und zieht Körner heraus, schüttelt sie wieder zusammen, ordnet sie nach numerologischen Schemata an und „sieht“ übernatürliche Kräfte.

Dies wird dreimal wiederholt. Während er dazu betet, erhält der Schamane Inspiration. Dann liest er seine saastun.  Das ist zumeist ein schmales Glas. Es können  auch andere Glasgegenstände oder die berühmten Kristallkugeln der Maya sein. Alles, was mit Luftbläschen gefüllt ist. Diese Luftbläschen nehmen eine Schlüsselrolle ein in der Kommunikation innerhalb ihrer spirituellen Welt. Sie lesen in den Anordnungen der Luftblasen. Mit der Kombination von  Maiskörnern und dem Lesen in Luftblasen ist ein wirkungreiches  kuenta vollzogen.

Mitunter werden sechzig Maiskörner und vier saastun`ob verwendet.  Glaskugeln in allen möglichen Farben, die alle gemeinsam zwischen den Fingern positioniert und ins Licht des Himmels gehalten werden. „Siehst du die kleinen Löcher im Himmel? Sieh, du kannst die Engel sehen!“  Ti àan t ka` an èlo. Dort sind sie im Himmel. Ihre Worte kommen herunter. Leuchten die saastuns, hat der Schamane sein Zeichen erhalten. Durch das saastun sehen sie den Himmel.

Auf einem Holztisch werden die Körner ausgelegt, wieder zusammengetan und geschüttelt, wieder ausgeworfen. Fünf, fünf, fünf, eines bleibt über, beten,  wieder werden alle kombiniert, zur Hälfte wieder aufgeteilt. Nachdem dieses siebenmal wiederholt ist, arrangiert der Schamane sie zu Clustern 1, 4, 1,2, und 5.  Dann noch ein Cluster mit 5 und zwei, die darüber platziert werden: sieben Punkte. Am Ende bleiben drei Körner über. Die werden in der Mitte des Tisches platziert. Und irgendwie sahen die Cluster in ihrer Anordnung aus wie die  Maya Zahlen: einen Balken für die Zahl 5, Punkte für die Zahl 1. Der Patient wird gefragt, wie lange er schon unter der Krankheit leidet. Am nächsten Tag soll der Patient mit speziellen Blätter und drei Eiern wiederkommen. Die Zahl am oberen Ende des Tisches entscheidet, wie viel der Patient davon am nächsten Tag mitbringen soll. Sie gibt auch Auskunft darüber, wie viele Tage der Erkrankte die Medizin nehmen soll. Die Instruktionen hierzu kommen aus der unsichtbaren Welt.
Susto ist in ganz Lateinamerika als ein Krankheitskonzept bekannt.

Bei den Maya werden die Menschen in starke und schwache Menschen eingeteilt. Kinder und alte Menschen gelten als schwach. Aber auch positive, besonders begehrenswerte Eigenschaften führen zu Schwäche. Darunter fallen Schönheit, Bescheidenheit und Liebenswürdigkeit. Die positiven Eigenschaften können zu Eifersucht bei anderen führen, darum gelten sie schwach. Es gibt ebenso starke und schwache Pflanzen. Je dorniger oder wilder eine Pflanze ist, desto stärker ist diese.
Ein Mensch kann sich durch emotionale Ungleichgewichte eine temporäre Schwäche zufügen. Hunger, Überarbeitung, Eifersucht, Alkoholkonsum, Wütendsein.
Schläge, Wunden, Hämatome, Verbrennungen schwächen den Körper. Die Schwachen sind empfänglich.

Jeder emotionale Schock oder die Angst kann ein susto auslösen. Ein schweres susto kann durch übernatürliche Wesen verursacht werden, sagen die Maya. Geister eines Toten besuchen einem im Traum.
Die leichteren Sustos werden mit Kräutern geheilt, oder es werden Lehmpuppen hergestellt, ausgestattet mit Haaren, Kleidung des Erkrankten. Damit geht der Patient in Begleitung an den Ort des Verlustes. Dort wird der susto aufgefordert, die Person zu verlassen und in die Puppe überzugehen. Dann wird die Puppe begraben.
Curanderos behandeln sustos so:
Drei Kerzen werden entzündet, Limette, Mejoral (ein Schmerzmittel ähnlich dem Aspirin) und die Heilpflanze Ruda werden vermischt und auf den Körper aufgetragen. Dann wird in das Gesicht des Kranken geblasen, damit er reagiert. Susto kann auch mit Tabak, Schnaps, Knoblauch und Rauch geheilt werden.  Alles wird gemischt und in das Gesicht des Patienten gespuckt, damit das Böse, tzini, entfernt wird.

Ein Mensch kann seine Seele verlieren. Dies geschieht auf verschiedene Arten.  Sie kann sich aus natürlichen Ursachen vom Körper lösen. Aber auch „Numina“ (göttliche Wesen) können die Seele absichtlich ergreifen und sie der Person entwenden. Am häufigsten gehe eine Seele außerhalb des Dorfes, in Aufenthaltsorten wie Wald, Höhle oder am Fluss verloren, sagen die Maya. Die Krankheit nennen sie „Berg-awas“.
Durch Schrecken oder Furcht kann sich die Seele lösen, auf den Boden fallen und von einem tzuutaqà eingesammelt werden. Die Seele kann sich auch durch ein Bad im Fluss lösen. Ein asoziales Verhalten gegenüber den Mitmenschen kann ein Einschreiten bewirken. Es muss nicht immer die sich fehlverhaltende Person treffen, es kann sich auch gegen ihre Angehörige richten. Die Symptome von Seelenverlust seien ständiges Hinfallen, Zittern und Schwachsinn. Stirbt der Mensch frühzeitig, weil er seine Seele nicht wiedererlangt muss die Seele im Reich des lokalen tzuultaq`a bleiben und für diesen arbeiten.
Diagnostiziert wird der Seelenverlust anhand des Pulsschlages. Es handelt sich um eine „heiße“ Krankheit. Um die Seele wiederzuerlangen, muss der Patient wieder an die Stelle gehen, wo er sie verloren hat. Bei den Quichè Maya gibt es „Rufer“, Frauen, die einen dorthin begleiten. Der Name des Kranken wird gerufen, gebetet und dabei Copal und Kerzen verbrannt. Wurde die Seele an einem Fluss verloren, wird eine Figur aus Bienenwachs mit Nägel, Haaren, Kleidung des Kranken und Copal am Fluss verbrannt. Die Pflanze rismal wird verbrannt, der Rauch eingeatmet. Die Seele kehrt entweder sofort oder nach einigen Tagen zum Kranken zurück, meist im Schlaf.

Aus diesem hier Beschriebenem kann keine Verallgemeinerung für Krankheits- und Behandlungskonzeptionen des  „gesamten Mayalandes“ abgeleitet werden. Die Behandlungen sind von Region zu Region verschieden. Es existiert eine große Heterogenität. Die Maya sind sehr heterogen. Jede Gruppe Dorf, Familie, jede Region hat seine eigenen Krankheitskonzeptionen, die innerhalb einer Sprachgruppe stark variieren können.

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Der Aufstieg der Hopi im Land der Maya

 

 

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Menschen lebten in Amerika schon seit mindestens zwanzigtausend, wenn nicht dreißigtausend Jahren. Vermutlich ist die Zeit noch viel, viel weiter zurückzulegen. Die reinste Null-Blutgruppe der Welt wurde unter Indianern gefunden. Wenn die Hopi die direkten Nachkommen jener Menschen sind, die vor  zwanzigtausend Jahren lebten, so dürften sie die älteste Menschen sein, die je diesen Kontinent besiedelte. Später ergaben sich allmähliche Einwanderungen über die Behringstraße. Sie ist die östliche Stelle Asiens und der westlichste Punkt Amerikas.
Die Hopi waren für Zehntausende von Jahren auf der Wanderung. Erst vor etwa 1500 Jahren ließen sie sich in Arizona nieder. Sie leben heute im Gebiet der drei Mesas zwischen den Flüssen Colorado, Little Colorado und Rio Grande.

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Die Meerenge zwischen Russland und Amerika, auch Behringstraße genannt.

Ethnologen behaupten, die Hopi seien 700 n. Chr. im Südwesten angekommen. Weitere Stammesgruppen seien die Azteken, die Yaqui und Tarahumara in Mexico gewesen. Diese Annahme ist weit entfernt von der Hopiüberlieferung.

Die Hopi sagen, sie seien nicht durch die „Hintertür“ im Norden, die Behringstraße, gekommen. Ihr „Ort des Aufstiegs“ habe sich  im Süden befunden , „irgendwo in Mittelamerika.“
Andere Wissenschaftler wollen Hinweise haben,  dass sie mongolischen Ursprungs sind. Jedes Hopikind wird mit einem „Mongolenfleck“ am unteren Ende des Rückgrats geboren. Und noch andere Ethnologen meinen, sie seien nicht über die Behringstraße eingewandert, ihre Religion stamme eher aus dem indisch-tibetischen Raum.

Was unzweifelhaft klar ist:

Meeresüberquerungen haben Jahrhunderte vor den Wikingern und Kolumbus stattgefunden.

Bereits im  5. Jahrhundert n. Chr. wird im chinesischen Werk Kuen von der Reise eines Priesters in ein fernes Land berichtet. Es wurde Fu-sang genannt. Dieser Bericht wird als genau beschriebene Reise durch Mexico und Yucatan ausgelegt. Es wird angenommen, dass die Reise im Jahr 323 n.Chr. stattfand.

Einige Forscher nehmen an, das jene beschriebenden Reisenden – die bärtigen, weißen Männer – die Götter der Maya, Tolteken und Azteken waren.

In einem Buch von John Ranking aus dem Jahr 1827 wird eine größere Zuwanderung von Mongolen nach Mexico in den Jahren 668 und 1175 n. Chr. erwähnt. Sie sollen aus dem Königreich Tollan stammen.

 

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Impressionen. Blick auf den  Baikalsee,  Quelle: Danke A. T.

Das Königreich befand sich in der Nähe des Baikalsees und des Flusses Tula. Das Gebiet war als Anahuac bekannt. (nah des Wassers). Sie waren über das Meer ausgewandert und gründeten in Mexico ein neues Tollan. Irgendwann wurde es ebenso Anahuac genannt, da es auch nahe am Wasser lag, nämlich an dem großen See, die heutige Stadt Mexico. Die Stadt Mexico wurde einst auf einem See erbaut. Sie bezeichneten ihr Volk selbst als Nahuatlaks und gaben an, dass sie aus Aztlàn gekommen seien.
Diese Annahmen stehen in Einklang mit den Mythen der Eingeborenen.
Nahuatl ist die Sprache der Azteken.

Im Land der Maya begannen die Wanderungen der Hopi

Das Popul Vuh, das Heilige Buch der Quichè Maya behauptet, die Vorfahren der Maya haben ihren Ursprung in den sieben Schoßhöhlen oder Schluchten. Sie verließen Tulan Pa Civan und überquerten das Meer auf Steinen, die in einer Reihe lagen  ähnlich der Trittsteine der Hopi. (im gestrigen Beitrag erwähnt).  Das Königreich wurde Tulan, Tollan oder auch Tula genannt. Auch bei den Azteken spielen das Königreich und die sieben Schoßhöhlen eine bedeutsame Rolle. Es gibt zahlreiche  Überlieferungen über ihre sieben Wanderungen aus den sieben Höhlen in Aztlàn.
Der Codex Vaticanus berichtet von den  früheren Vier Welten. Der Codex Telleriano-Remensis bietet eine Chronologie der sieben wandernden Klane der Azteken. Man fand Ruinen neunzig Kilometer von Mexico-City und weiß so, dass im Jahr 856 n.Chr. die Toltekenstadt Tula gegründet wurde. Dreihundert Jahre später wurde die Stadt von den Azteken zerstört.  Die Tolteken wichen nach Süden, in das Reich der Maya -Yucatan – aus, deren kulturelles Zentrum Chichen Itzà war. Hier wurden die Tolteken als die Itzàs bekannt und ihr bärtiger, weißer Gott Quetzacoatl, als Kukulcan. Hier war die Lebensmitte der neuen Vierten Welt. Hier, in diesem Teil Mittelamerikas,  entstanden während der ersten Jahrhunderte n. Chr. die großen präkolumbianischen Kulturen, die Tempel, die Pyramiden der Maya, Tolteken und Azteken.  Hier entstanden die Städte aus Stein, ihre Priesterherrschaft und die Kalender der Maya.  Hier war die „Stätte des Aufstiegs“, wo die Hopi ihre Wanderungen begannen, sagen die Hopi.

In vielerlei Hinsicht ähneln sich die Mythen und Überlieferungen der Hopis mit den Azteken. Ohne Zweifel gehörten sie einmal zu dem großen Kulturkreis, der sich nordwärts über die Region Chihuahua bis ins „Four Corner“-Gebiet der USA ausdehnte.  Symbole und Bildzeichen auf Maya-Stelen und Tempelwänden konnten und können ohne Mühe von Hopis im Sinn ihrer eigenen Wanderungslegenden erklärt werden.

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Die Hopi glauben, die  früheren Maya, Tolteken und Azteken waren abtrünnige Hopiklane, die es versäumt hatten, ihre Wanderungen zu vollenden. Sie blieben in Mittelamerika, um mächtige Städte zu bauen, die wieder zu Grunde gingen, weil sie nicht die ihnen vorgeschriebene religiöse Ordnung verwirklichten. Andere nehmen an, dass die Hopi eine kleine Minderheit waren, die  um 700 n. Chr. nach Norden in das „Four Corner“-Gebiet  des heutigen Nordamerikas abwanderten. Damals gehörte das Land noch zu Mexico. Sie gründeten kleine Dörfer und sie verliessen sie auch wieder. Zentralisation und Einheit widerstrebte ihnen.

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So lebten und leben Indianer in einer ihrer „Mesa“

 

Neu-Mexico war einst eine Provinz von Mexico.

1822 erreichte Mexico seine Unabhängigkeit. 1846 kam es zum Krieg zwischen der USA und Mexico. Die Amerikaner schickten Unterhändler nach Neu-Mexico. Am Ende zahlte die USA 15 Millionen Dollar an Mexico. Sie sprachen das Volk der Provinz von der Bindung an Mexico frei. Eine unblutige Eroberung der Gebiete Neu-Mexico, Utah, Arizona, Nevada und Kalifornien. So fanden sich die Hopi unter Rechtsprechnung der Amerikaner wieder.
Für die Hopi ist der Landbessitz etwas grundlegend Religiöses. Das Land wurde ihnen bei ihrem Aufstieg in die Vierte Welt versprochen. Es ist auf ihren heiligen Tafeln festgelegt. Die Hopi verstehen sich als eine unabhängige und souveräne Nation, die nie einen Vertrag mit einer Regierung der USA unterzeichnet hat.

 

hopiDoch Gold war in Kalifornien entdeckt worden. Die Menschen strömten plötzlich durch das Land der Indianer. Es folgten die Eisenbahnen. Und es folgte ihre planmäßige Ausrottung. Die „Kulturbringer der Erde säuberten die Wälder von diesen Kreaturen“ schrieb Benjamin Franklin. Schon 1641 begann die „Neue Niederlande“ für Indianerskalps Prämien auszusetzen.  Später dann kam es zu Zwangsumsiedlungen. Man nahm ihnen die Kinder weg und steckte sie in Schulen mit christlich-amerikanischer Erziehung. Ihre Tiere wurden gnadenlos abgeschlachtet, auch über Klippen gejagt, sodass sie keine andere Wahl mehr hatten, als  in den Tod zu springen. All das, um Indianern ihre Lebensgrundlage zu nehmen. Bekehrungsversuche von Mormonen, Mennoiten und Christen. Den Cherokees reichte man 1794 ein Stück Land, wenig später wurde es wieder konfisziert, der Vertrag für null und nichtig erklärt, weil man Gold in ihrem Land gefunden hatte.  Vielen Indianerstämmen erging es so. Den Hopis gab man Land, das ihnen schon längst gehörte. 1882 wurde das Hopi-Reservat errichtet.
Ihre Prophezeiung sagten diese voraus. Dort hieß es, sie werden gezwungen sein nach dem Willen eines neuen Herrschers zu leben. Sie sollten aber keinen Widerstand leisten und auf ihren verlorenen weißen Bruder Pahàna warten.
Nach den religiösen Hopi-Überlieferungen wird es sieben Welten geben  Wir leben jetzt in der vierten Welt – mit Drang in die 5. Dimension. Die drei vorangegangenen Welten wurden zerstört durch die Hab- und Machtgier der Menschen.

 

hopi10Die erste große Zeremonie der Hopi

Noch heute feiern die Hopi ihr jahrtausendalten religiösen Zeremonien. Mittlerweilen allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit, wollen sie nicht mehr heimlich fotografiert oder gefilmt werden.

Der Clan ist das Herz der Hopigesellschaft. Ein Clan setzt sich aus mehreren Familien zusammen. Die Zugehörigkeit richtet sich nach der Mutter. Name und Funktion der Menschen sind unwichtig, nur der Klan zählt. Jeder Clan hat seinen Schutzgeist, eine Gottheit. Der Leitsatz des Lebens der Hopi ist die Vereinigung im Heimatland, in der Mitte des Kosmos, wo sie den kosmischen Plan der Schöpfung festigen sollen.

Es gibt etwa 30 Clane und etwa 12 Zeremonialgesellschaften. Die Zeremonien dienen vor allem der Fruchtbarkeit und dem Regen. Sie werden in Kivas (halbunterirdisch gelegene Räume) abgehalten. Etwa 7000 Hopis gibt es heute noch.

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Der Weg des Lebens entfaltet sich bei den Hopis im Kreis der neun großen Zeremonien, die die kosmischen Lebensgesetze darstellen.
Die Sternbilder Wuchwuchim, Soyal, Pwamu, Lakon und  Owaqlt bestimmen ihren zeitlichen Ablauf.

Für die Hopi ist alles lebendig. Der Maiskolben, die sprechenden Steine, das atmende Gebirge.  Geistwesen gaben ihnen Gestalt und Leben.
Es ist unvorstellbar, dass eine Zeremonie ohne die Maismutter abgehalten wird. Maismehl bezeichnet ihren Lebensweg. Tänzer werden zur Begrüßung mit Maismehl bestäubt. Maismehl dient zur Opfergabe. Körner, Stengel, Blätter, Mehl und Pollen vom Mais werden rituell genutzt.  Mais ist Lebensbrot. Mais ist gleichbedeutend mit der Mutter.

Die Zeremonie Wùwuchim findet im November, im Kelmúya, dem Initianden- oder Sperbermond statt, wenn die Tage kurz werden und die Erde kalt und leblos ruht. Der Zeitpunkt wird durch Mondbeobachtungen festgestellt. Sie ist die erste der drei großen Winterzeremonien. Wu= keimen und chim= offen.  Es ist ein rituelles Erflehen der Keimung aller Lebensformen, der Erde, der Pflanzen, Tiere und Menschen, in der ersten Morgendämmerung der Schöpfung.  Die Zeremonie dauerte sechszehn Tage.

Sie ist  Teil der ersten großen Zeremonie.

Es folgt die  Zeremonie des neuen Feuers
Erdklumpen mit vier Stäben, die Schilfhalme symbolisieren, mit deren Hilfe die Menschen aus der Unterwelt emporsteigen. In der Mitte steckt ein längerer Stab: Vermöge der Mensch in die nächste Welt aufzusteigen. Verschiedener Sand für die Hauptrichtungen: gelb für den Westen, blau für den Süden, rot für den Osten und weiß für den Norden. Ein Kolben von Mais, ein Altar mit Symbolen der vier Welten, Symbolen der Urelemente Feuer, Wasser, Erde und Luft, die von Adlerdaunen dargestellt werden. Zwei Hirschstangen, die das Symbol der Bundesgottheit Alòsaka sind, der es erlaubt ist, sich in Träumen und Gesichtern zu offenbaren. In der Mitte ein tiponi, eine Figur, die jeden Tag mit Maismehl geweiht wird.  Federn von bunten Vögeln. Auf dem Altar steht  auch eine Tonglocke. In der Schöpfungsmythologie der Hopis sitzen die Zwillinge  an den entgegengesetzten Polen der Erde. Wenn etwas nicht auf diesem Planeten in Ordnung ist, warnen sie, indem sie Schwingungen entlang der Ache zu allen Erdzentren senden. Die Tonglocke empfängt diese Schwingungen und lässt sie widerhallen. Sechs Flöten liegen ebenso vor dem Altar. Die Musik der Flöten soll den Jahreszyklus aufrechterhalten. Gesänge helfen der Sonne.

Die Teilnehmenden tragen ihre mongkos. Es ist das höchste Symbol der geistigen Macht. Ein Stück Holz, das die Vollendung ihrer jahrhundertelangen Wanderungen bezeugt. Es ist für die Hopi das „Gesetz der Gesetze“. Ihre Geschichte über die Entstehung der Vier Welten ist  nicht nur ein Schöpfungsmythos gewesen , sondern für sie damals der göttliche Auftrag, sich auf Wanderung zu begeben.

Feuer stellt die kosmische Kraft dar. Mit dem Feuer beginnt das Leben. Mit dem Feuer begann das Leben auf der Ersten Welt.
Kokostawis – Feuer machen.  Mit heimischer Baumwolle wird das rituelle Feuer entzündet und mit Kohle in Gang gehalten. Es werden währenddessen Gebete gesprochen. Das Feuer der Saat und der Pflanzen wird entfacht. Nach Beendigung des Rituals werden die Wege für die eigentliche Zeremonie verschlossen. Mit Strichen aus Maismehl werden Dörfer  gegen jede böse Macht versiegelt. Speisen für die Geister werden von den Familien, die im Osten wohnen.vorbereitet.  Sie verlassen ihre Häuser für die Nacht. Nur ein schmaler Pfad bleibt offen. Man erwartet die Geisterwelt. Ein Geisterwächter wird aufgestellt. Er überprüft alle, die eintreten wollen. Für sie sind sichtbare und hörbare Erscheinungen von Geistwesen gewöhnliche Erlebnisse.(Das erinnert sehr an die Zeremonien in Mexico, an die „Catrinas“, an jenem Tag werden die Wohnungen für die verstorbenen Seelen entsprechend hergerichtet, Essen zubereitet und ihnen hingestellt. Auch sie verlassen ihre Wohnungen, in Erwartung jener Seelen. )

Das Hauptritual ist zu heilig und darum geheim. Es wird die Nacht der Haarwäsche genannt.

In Dreierreihen stellen sich Männer um eine Feuergrube. Ein tiefes Summen und eigenartiges Hauchen des Atems, das wie die Winde aus dem Weltraum klingt, sind die einzigen Töne, die sie von sich geben. Ein weiß gekleidete Gestalt kommt hinzu. Sie trägt einen großen weißen Stern und spricht: „Ich bin der Anfang und das Ende“. Sie wird lauter und bewegt sich und dann wird die Steinplatte über die Feuergrube geworfen. Priester, Sterngeister, Initianden und Paten werfen ihre Sterne und Kleider weg. Völlig nackt und im wilden Durcheinander springen sie alle zur Leiter, um hinauszukommen,  in der Symbolik: bevor die „Welt zerstört wird“. Aus dem Kiva ( eine heiliger Raum, eine Grube ) herausgeklettert, werden sie mit Wasser übergossen. Symbolisch wird alles Böse abgewaschen. Nackt, wie die Kinder, die gerade geboren sind. Ihre Haare werden gewaschen. In neun aufeinanderfolgenden Schalen mit Yuccalauge. Die neun Schalen stellen die sieben Welten darf.Eine weitere Schale für Sòtuknang, der half die Welten zu schaffen und für Taiowa, der über alles herrscht. Die Eingeweihten gehen anschließend auf eine Pilgerreise zur Salzhöhle in den Grand Canyon, damit sie die Flügel ihres Geistes zum ersten Mal prüfen können.

In den Jahren, in denen es keine Initiationen gibt, wird mehr Nachdruck auf das anhaltendes Fasten , Gebete,  Versenkung und rituelles Singen gelegt. Sie  gehören zu allen Zeremonien. Die Sterne und ihre Stellung spielen eine große Rolle Sie geleiten die Führer in ihren Ritualen. Die sieben Plejaden symbolisieren die sieben Welten.

Am fünfzehnten Tag tauchen sie zum ersten Mal wieder aus der Zurückgezogenheit auf, um einen „Rundgang um das Dorf “ zu machen und zwar in der richtigen Himmelsrichtung. Sie führt zu den Heiligtümern Arizonas und jenseits der Grenzen. Dabei besuchen sie auch mächtige Stätte in der jenseitigen Welt, im Westen, im Süden, im Osten und Norden. An allen Stätten antworten wohltätige Geister mit Segnungen, die sich nicht nur auf Hopi beschränken, sondern auf alle Menschen der Erde.

Trommeln, Gesang,  Flöten für die Gottheit Taiowa. Vier Gruppen umkreisen singend und tanzend das Dorf. Viermal, wobei die Kreise immer enger werden. Ihr Umlauf entspricht der Erddrehung, ist also gegen den Uhrzeigersinn gerichtet. In der Zeit, wenn es dunkel wird, werden die Botschaften gebracht.

plejaden2Ihre Felder liegen nicht am Wasser.  Die Hopis sind davon überzeugt, nur durch ihren Glauben werden ihre Felder bewässert. Durch ihre Gebete kommen die Regenfälle aus den Wolken. Es gibt sieben Lieder. Sie müssen darauf achten, dass sie gesungen sind, bevor die sieben Sterne, Chööchökam, die harmonischen Sterne, die zusammenhalten, verschwinden.

Wenn das Erntelied beendet ist, hat sich der Orion-Gürtel auf den Kopf gedreht, dann folgt bald ein großer Stern, der Stern vor dem Licht. Das Ritual muss beendet sein, bevor der Älteste den großen Stern erscheinen sieht. Maismehl wirderneut  für ihren eigenen Lebensweg gestreut. Im Südosten erscheint ein anderer Stern Es ist Ponòchona, der den Bauch aussaugt. Es ist der Stern, der über das Tierreich wacht.

Wird eine Zeremonie von einem der Bünde nicht richtig durchgeführt, erscheint auf der linken Seite der aufgehenden Sonne ein Regenbogen. Er zeigt an, dass einer der Beteiligten von schlimmen Gedanken beeinflusst war.  Werden die Rituale richtig durchgeführt, erscheint beim Sonnenuntergang auf beiden Seiten ein Regenbogen. Darüber wissen die Hopi, wie erfolgreich die Ernte im nächsten Jahr sein wird.

Die Zeremonie endet mit einem öffentlichen Tanz. Langsam in tiefen Tönen singend, leise stampfen die Füße. Alle Tänzer tanzen zum Takt der Trommeln. Zwei Männer halten nicht Takt, die Zweihörner, sie halten sich an den kosmischen Pulsschalg, der nicht von Ort und Zeit abhängt. Anschließend schütten die Frauen Wasser über die Männer. Sie verspotten dabei die Männer und werden selbst verspottet. Sie rempeln sich an. Die erste große Zeremonie schließt im Jahreskreis.. Das schöpferische Feuer ist entzündet und der Aufstieg aus der Unterwelt dargestellt worden. Auf rituelle Weise wurde gebetet und so der Verlauf der Entwicklung angelegt.

Die aktuelle Situation der Hopis, keine Mythen, Legenden, sondern bittere Realität:

Der Entzug riesiger Wassermengen unter Black Mesa zerstört das Gleichgewicht ihrer Region. Der Grundwasserspiegel ist gesunken. Es sind schon natürliche Wasserquellen ausgetrocknet. Die jahrtausende alte Pflanzkultur ist vom Untergang bedroht. Die traditionellen Hopi und Diné (Navajo) protestieren gegen die Ausbeutung und Zerstörung ihres heiligen Landes. Sie protestieren gegen die geplanten Zwangsumsiedelungen von tausenden von Diné-Familien nach dem Landstreit zwischen den Stammesräten der Navajo und Hopi. Rücksichtslos wird Kohle abgebaut. Kraftwerke, Abräumbagger, Kraftwerke.  Ölunternehmen bohren Tiefbrunnen in ihren heiligen Räumen, um Kohle für das Kraftwerk zu pumpen. Die Entdeckung von Bodenschätzen in ihrem Reservat führte dazu, dass ihr Heiliger Aschehügel ohne Wissen und Erlaubnis abgetragen wurde.  Der Konflikt mit den Navajos ist bis heute nicht gelöst. Die Gewinner waren die Kohlminenbesitzer.

 

Boten des Wandels

mayakalenderpyramide

Die vier Himmelsrichtungen waren für die Maya wichtig.Grundrisse der Tempel spiegeln diese oft wider. Astronomie wurde für Architektur und Stadtanlagen herangezogen.

Da stehe ich am Backofen und backe mit so einfachen Gesten wie Finger in den Teig rammen Roggenplätzchen vor mich hin und plötzlich fühle ich ein gigantisches Gefühl in mir aufkommen.
Potzblitz. Ganze 13 Baktun endeten am 21.12.2012.  Das sind 13 x 144.000 Tage. Du steckst inmitten einer der wichtigsten Übergangszeiten dieser Erde, dieser Welt, dieser Menschen, mitten in einer Übergangszeit, die ein neues Zeitalter einläutet und backst hier R o g g e nPlätzchen, die so hart sind wie Diamanten.
In meinen Augen blitzt es. Ich bekomme Lust auf einen Kaffee.

kaffee a la salvador daliNa, wenn die Kekse schon nichts werden, dann wenigsten einen gelungenen Kaffee.

13 Baktun – das sind in Summe 25.800 Jahre.  Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber diese  Jahre sind  an meiner Seele nur so vorbeigezischt.  Weg. Zack. Und nun sind wir in einem neuen, weiteren Zyklus unterwegs.  Hier auf der Erde, die Ende 2012 nicht in den Abgrund fuhr.  Nein. Es endete dafür aber der 13. Baktun des  Maya-Kalenders der „Langen Zählung“.  Die „Lange Zählung“ umfasst einen Zyklus von etwas mehr als 5125 Jahren. Dies ist etwa ein Fünftel des Präzessionszyklus, den die wissenschaftliche Astronomie heute mit 25.700 bis 25.800 Jahren angibt.

Das grosse Dokument ist besiegelt und bekraeftigt

Alejandro Cirilo ‘Wandering Wolf’ und Kiriyama Kancho in Japan
unterzeichnen das große Dokument für den Weltfrieden in Kyoto, Japan, 7. November 2010
“WIR SIND DIE , AUF DIE WIR GEWARTET HABEN
WIR KREIEREN DEN FRIEDEN IN LIEBE FÜR DIESE WELT”

Die Lange Zählung wurde den Maya von den vier Propheten aus den Plejaden geschenkt, sagte der Vorsitzende des Ältestenrates der Maya , Don Alejandro Cirilo ‘Wandering Wolf’`.  In Budapest im August 2010 berichtete der studierte Ethnologe und Experte der Maya-Kalender vor laufender Kamera davon.

Die Maya haben mit ihren Mitteln eine äußerst seltene Konstellation tausende von Jahren im Voraus berechnet. Dabei handelt es sich um die galaktische Ausrichtung der Sonne zum Ende des Jahres 2012. Erde, Sonne und galaktischer Äquator standen auch tatsächlich zum Ende der „Langen Zählung“ in einer Linie. Die Maya haben diese Stellung mythologisch als die „Rückkehr der Götter“ gedeutet. Die Maya bezeichnen diesen neuen Zyklus als einen Übergang von der 5. zur 6. Sonne (Zeitalter).

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Da möchte man doch Sonne inhalieren. Ein neues Zeitalter und was mache ich, ich rolle eifrig meinen Plätzchenteig in die Breite und in die Länge…Maya sind wir doch alle. Müssen wir hier im Westen nur noch erkennen. Maya zu sein, heißt: Hüter der Erde und des Universums zu sein. Es können alle Menschen sein, die diese Botschaft hören und sie ernst nehmen. Ihre Botschaft lautet:

           Nur in einem veränderten Bewusstsein werden wir erkennen, dass Zeit eine
Illusion ist und das Traumzeit jene Wirklichkeit ist,
die wir in Wahrheit nie verlassen haben.

 

Im Kern geht es  also um noch viel mehr, als nur um ein astronomisches Ereignis. Der 21.12.2012 ist dabei ein symbolisches Datum, und weniger ein exakter Stichtag, an dem die großen Umwälzungen begannen.  Eine gängige Regel der Theorien der Zyklen lautet, dass sich ein Zyklus bis zu einem Sechstel seiner Durchschnittslänge verkürzen oder verlängern könne.

Die Maya behaupteten nie, dass die Welt am 21.12.2012 untergehen würde.

Für die Maya beginnt jetzt die „Nachmittagssonne“, wo die “ lichten Kräfte die Oberhand“ bekommen. Das „dunkle Zeitalter“ ende unter den fünf der 13-Baktun-Zeitalter, jetzt beginne eine „neue Morgendämmerung“, ließen sie verlauten. Von 1987  bis zum 21.12.2012 war die Vormittagssonne einer Übergangszeit. In dieser Zeit hatten die „dunklen Kräfte“ die Übermacht und versuchten alles, um die §lichten Kräfte“ zu dominieren, zu vernichten, auch zu töten.
Noch immer befinden wir uns im Übergang, in der es viele emotionale Reaktionen geben soll. Prophezeiungen in diese Richtung  gibt es nicht nur von Dos Mundo, der Stammesälteste der Maya von Guatemala, auch die Hopi und der  indische Meister  Cauac 2 sahen diese Entwicklungen für die Übergangszeit voraus:  „Less thoughts, more action.“

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Foto: Kunze

Und dann gab und gibt es da ja auch noch einige Prophezeiungen der Maya. Sie sprachen schon vor  Jahren von  „Boten des Wandels„. Kometen, die auch tatsächlich in den von ihren vorhergesagten Jahren auftauchten. 2007 und 2013. Ebenso sprachen die Hopi  von zwei Kometen. Sie sagten, der zweite leite die Reinigung des Planeten ein, für die Menschen, die Tiere und die Erde. Für die Maya öffnete sich damit ein Zeitfenster, innerhalb dessen sich die uns bekannte Realität auflöse – das neue Zeitalter. Das Zeitfenster dauert ihrer Berechnung nach 8 Jahre, also bis Ende 2015.  An anderer Stelle sprachen sie davon, die Übergangszeit dauere von 1987  bis 2022.

Dos Mundos, Stammesälteste Maya in Guatemala,  spricht von einer Zeit die sich von 1992 bis 2019 erstreckt. Danach wirke die Zeit der Prophezeiungen von 1992 bis 2022. Mit 2013 sei man in den zweiten Zyklus eingetreten, der bis 2019 andauern würde. Beide, Don Alejandro,  und Dos Mundos sprechen von zwei Zyklen.
Sie sind sich sehr bewusst, wie viel  Aufmerksamkeit ihre Aussagen hierzu erhalten.

Wenn die Maya etwas Bestimmtes wissen wollen, gehen sie – bei gemeinsamen Treffen – während dieser Sitzungen in gemeinsame Meditation und dabei in „Live-Verbindung“ zu den Plejaden. Darüber, was sie in der Meditation erfahren haben, tauschen sie sich dann gemeinsam aus.

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Foto: Kunze

Wie kommen sie nur auf das Jahr 1987?

Nun, 1987 feierten die indogenen Völker mit der Harmonischen Konvergenz das Ende der 9 Unterwelten.  Die neun dunklen Lords stiegen herab, die dunklen Kräfte, die ihnen das Leben zur Hölle machten. Es sind die 9 Kalenderrunden von 52 Haab-Jahren, die seit der spanischen Eroberung 1520 vergangen sind.

Was  nun beginnt , nennen sie den Zyklus der ‘dreizehn Himmel’. Dabei geht es ihnen  nicht um den Anfang oder das Ende ein bestimmtes Datums, sondern umd die Veränderung unseres Bewusstseins.

Die ersten sieben Jahre, der Jahre von  2013-2022 wird die Menschheit aus ihren Ängsten und Schatten heraus transformiert, sagte der Stammesälteste Dos Mundos voraus. Dies sei wohl die Voraussetzung für die höhere, die 5. Dimension. In dieser Zeit liesse die Menschheit ihre materialistische Einstellung zurück und erkenne die Welt als Spiegel.

Bis 2022 sollen  alle Prophezeiungen der Maya erfüllt sein, sagte Don Alejandro, Ältestenrats von Guatemala. Die Zeit bis dahin sei wie eine globale Schwangerschaft – die Geburt der Neuen Menschheit, um sich mit Hunab Ku zu synchronisieren, sich in Seinem Sinne zu wandeln.

Autsch, Geburten sind doch selten schmerzfrei.

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Foto: Kunze


Die Kalender der Maya

Wer sich der Kalender nähern will, muss tief in die  Vorstellungswelt der Maya eintauchen. Die Kalender sind nur im Zusammenwirken  des  kosmischen Plans und  ihrer Vorstellungswelt über die Evolution, über den bedeutungsvollen Zusammenhang von Leben und geistiger Welt,  über ihr Verständnis von Vergangenheit und Zukunft und vor allem ihrem Verständnis von Zeit  zu begreifen.

hunab ku

Der Schmetterling. Das stärkste Zeichen der Maya für Hunab Ku

Es ging ihnen darum, die Rhythmen und Absichten von Hunab Ku zu erkunden, und Seinen Willen,  den Willen Gottes also, in all ihr tägliches Handeln zu übersetzen –  in ihre Architektur, ihre Kultur, ihre Lebensweise.

Die Maya-Kalender handelten nie von Zeit. Die Kalender handelten immer davon, den Schöpfungsstrom und die Schöpfungsabsicht und die Aspekte der Schöpfung – jeden einzelnen Tag – zu messen und nicht aus den Augen zu verlieren.

Das  Tzolk`in ist ein Modell für die  Bewusstseinsentwicklung von Menschen. Es ein Werkzeug, womit sie das Muster von Zeit, Universum und Schöpfer – welche alle EINS sind – ausdrücken und verstehen

Ihre Kalender sind zyklisch und nicht linear-mechanisch angelegt. Der Gregorianische Kalender (16. Jhdt) ist ein linear-mechanischer, er zählt einzig die Sonnenaufgänge. Die Maya-Kalender handeln von Zeitqualität, insbesondere das Tzolk`in. Wir legten den Fokus auf das Datum 21.12.2012. Ihnen geht es um Makro- und Mikrokosmos. Tzolkin steht zum Licht, wie der genetische Code des I GING zum Leben.
Das Tzolk`in wird bis heute verwendet.

Zentrum der Galaxie

Das Wacah Chan, das Zentrum der Galaxie, ist  für die Maya durch den Baum des Lebens mit der Erde und der Unterwelt verbunden. Das Haab, einer der Maya-Kalender, ist das Wurzelsystem des Baums des Lebens, während das heilige Tzolk` in die Baumkrone ist und eine kontinuierliche, harmonische, universale Frequenz ausstrahlt. Darum können das Haab und das Tzolk `in nicht einzeln benutzt werden. Die Äste des Baumes mögen abgeschnitten werden, und dann werden neue wachsen, was in vorangegangenen dunklen Zyklen auch geschehen ist. Wenn aber die Wurzeln abgeschnitten werden, dann stirbt der Baum des Lebens.

Der Kalender – Tzolk`in –  verbindet die Energie des Himmels mit der Erde, so dass sich alles, was oben geschieht, auch unten widerspiegelt. Die Menschen haben ihn seit tausenden von Jahren benutzt.

Zeit ist spiralig

Es gibt für die Maya kein Enddatum jener Zyklen, mit Ausnahme des ewigen Jetzt. Das Zeitkonzept der Maya war nicht linear angelegt, sondern spiralig. Immer werdende Kreise, ineinander als Spirale verschachtelt. Unten, wo die Kreise am engsten sind, ist das ewige JETZT.
Sämtliche Maya-Zyklen sind  spiralig zu denken, wobei jede größere Spirale 20 mal größer ist wie der Kreis zuvor. Nochmals:  Jeder Stellenwert mehr ist das zwanzigfache des vorhergehenden Kreises. Sie gehen in die Unendlichkeit, das das millionenfache des Alters unserer Galaxie umfasst.
Sie sind nicht ineinander verschachtelt. Jeder Kreis ist in sich vollendet und bildet dann einen neuen Verknüpfungspunkt für den nächsten.

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Foto: Kunze, Mexico

Galaxie

Zentrum der Galaxie

Die Maya glauben, dass das Universum aus der Sternenkonstellation der Plejaden hervorgegangen ist. Vor wenigen Jahren haben Wissenschaftler  herausgefunden, dass es im Universum wirklich eine spiralförmige Bewegung gibt, aus der laufend neue Sterne hervorgehen. Rund um die Spirale aber sei der Raum völlig leer. Tikal, die zentrale Pyramidenstadt der Maya in Guatemala repräsentiert mit der Anordnung der Pyramiden die Konstellation der Plejaden.

Die Null

Die Maya begannen ihre Lange Zählung nicht mit der Null, die lag für sie außerhalb der Zeit.

 ge = Null stellten sie  als Auge dar, wegen ihrer spirituellen Bedeutung. Die Null ist die Essenz des Ursprungs, der Same, aus dem alles Leben hervorgeht. Null heißt in der Mayasprache ge, es ist das „kosmische Ei“,  und symbolisiert den Ursprung der Existenz. Die fand sich für sie in der Milchstraße. Dort begann für sie alles – der Urknall.  Die Spiralform des ge symbolisiert en Ursprung der Existenz, die Milchstraße.
Physiker beschreiben den Punkt als super-konzentrierte Energie.
Das Konzept der Null benutzten die Maya vor allen anderen Kulturen, mit Ausnahme der Hindukultur Indiens, die die Null aber ausschließlich für astronomische Berechnungen verwendete.

Die  heilige Zahl 13

Die 13 ist keinesfalls nur eine Zahl. Für die Maya existiert die Welt in 13 Tönen, in 13 Wellen.  Sie sind ihnen heilig.

Die 13 Zahlen oder Töne stellen die Kraft dar, welche alles in Bewegung hält – sozusagen der Motor des Universums. Die Maya haben erkannt, dass alles Lebendige in dreizehn Stufen entsteht, und dass jede weitere Entwicklung ebenso viele Schritte benötigt.

11 Hun lahun  ist zum Beispiel so ein Ton.
Wenn die Energien von Hun und Lahun aufeinandertreffen, entsteht Chaos, was eine Befreiung und die Heilung des Ungleichgewichts bewirkt. Es ist die Zahl des ausbalancierenden Heilers. Nur was dem größten Wohl dient, erricht die oberen Energieebenen.

7 Uc
Die Zahl der Chakren, der Regenbogenfarben, die Anzahl der Sterne in den Plejaden. Die Zahl in der Mitte der Zahl 13, die Zahl der Weisheit, der Konzentration, des Willens.

 2 Ka   als Geburtston

Ka ist die Nummer Zwei im Heiligen Maya Kalender. Es repräsentiert Dualität und Balance zwischen gegenüberliegenden noch immer komplementär/ergänzenden Elementen.

Ich kann hier nur anreissen, es geht alles noch viel tiefer. Man kann diese Zahlen auch in zuyua lesen, was bedeutet, dass man sie auch in umgekehrter Reihenfolge verstehen kann. Diese tiefere Methode des Wissens wird weder erörtert noch gelehrt.  Und wie Don Alejandro sagte, es sind ihre Kalender. Sie haben das wirkliche Verständnis davon – nicht wir.

Für die Maya leben wir heute in einem Rhythmus, der sich weit von der Natur entfernt hat. Damit sind wir aus dem Rhythmus geraten. Der Tzolkin-Kalender, sein Name bedeutet, dass wir alle Teil der Sonne kennen lernen, also alles, was dieses Universum zusammenhält. Unaufhörlich pulsiert der Rhythmus der 13 Zahlen, der 13 Bewegungen durch diesen Ablauf von 20 Sonnentagen. Sie haben den Kalender – neben seiner Verwendung im ganz alltäglichen Leben – in ihren Jahreskalender hineinverwoben, um der Erde  und den Menschen zu helfen, ihre unregelmässige, viel zu schnelle Bewegung zu verändern, und so wieder in ein Gleichgewicht zu kommen. Der Tzolkin funktioniert also wie ein Schrittmacher.

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Tempel der Feen, Tulum, Mexico. Foto: Kunze

Wieso der 21.12.2012?

Die Maya begannen ihre Zählung mit der 13.  Sie schrieben das Datum: 13.0.0.0.0.
Nach unserer Zeit ist dieser Tag der 11.8.3114 vor Christi Geburt. 

coba

Stele von Coba. Coba ist eine der ältesten Städte auf der Halbinsel Yucatan. Coba bedeutet vom Wind gewehtes Wasser.

Das ist gesichertes Wissen und belegt auf der Stele von Cobá.  (Steinsäule) Und  es ist auch  mit dem Haab-Kalender zu errechnen,  also doppelt gesicherte Erkenntnis.
Die Stele verweist zusätzlich auf noch größere 13-er-Zyklen, bis in die Unendlichkeit hinein.
13.0.0.0.0
Die Nullen stellen von links nach rechts die verschiedenen Zeiträume dar. Die erste Null: Baktun 0 bezeichnet beispielsweise die ersten 400 Jahre des 5200- Jahre-Zyklus-Zeitraumes. Auch dieses würde hier
jetzt zu weit führen.

ahau

Das Maya-Zeichen Ahau

Die Lange Zählung begann also am 11.8.3114 v. Chr.  – und zwar exakt an
4 Ahau 8 Cumhu – das war  nach unserer Zeitrechnung ein Montag. Nein.Nein. Nein, nicht ich rechnete das mal eben aus.  Ich muss ja Roggenplätzchen backen in so bedeutenden Maya-Übergangszeiten wie diesen. Es gibt neugierige  Forscher, die – auch wenn unserer Zeit damals noch gar nicht existierte – sich die Mühe machten und zurückrechneten.
Was hat das jetzt alles mit dem 21.12.2012 zu tun, werden Sie jetzt fragen?

13 Baktun sind rund 5.125 Jahre. Vom  11.8.3114 vor Christi bis zum 21.12.2012  sind exakt 13 Baktun. Am 21.12.2012 endet die „Lange Zählung.“

Und  darauf ein Roggenplätzchen – jetzt kommt wirklich der Clou – der Zyklus ist vollendet, wenn wieder 13.0.0.0.0 , wie zu Beginn, wenn wieder 4 Ahau auch wie zu Beginn erscheinen.  Die Mathematik der Maya ist genial-göttlich. Dies ist der exakt Fall. So ein präziser Kalender. Alle 13 Entwicklungsstufen/Töne sind damit durchlebt.

Sonnensymbole20 Sonnensymbole

Die 20 Sonnensymbole des Tzolkin-Kalenders sind für die Mayan die Tore zur göttlichen Ur-Energie. Jedes von ihnen zeigt eine besondere Qualität des Schöpfers, des Universums und der Zeit, indem wir durch sie hindurchgehen, verbinden wir uns mit allen, was ist, und somit kommen wir direkt zu uns selbst zurück.

Die Maya sprechen die Namen der Sonnenzeichen normalerweise nicht öffentlich aus, da sie jeweils eine besondere Seite von Hunab Ku (Gott) darstellen, und deshalb nur in einem heiligen Rahmen und in ehrfürchtiger Haltung genannt werden dürfen.

Nun bleibt zu fragen, wie kamen sie  auf jenen Montag im Jahr 3114 vor Christi Geburt?

Diese Jahr selbst scheint keine besondere Bedeutung zu haben. Was man weiß, ist, dass um 3100  etliche Kulturen im Nahen Osten als Hochkulturen hervor traten. Es gab ein starkes Bevölkerungswachstum, Stadtstaaten vereinten sich. Es soll  um 3150 vor Christus ein Komet ins Mittelmeer eingeschlagen sein, der  eine Flutkatastrophe auslöste. Ups! Mehr weiß ich darüber auch nicht – noch nicht.  Da muss irgend etwas Größeres gewirkt haben.

tzolkien kalender

20 verschiedenen Kalender soll es gegeben haben, die alle mit dem Tzolk`in , dem Meisterkalender synchronisiert waren. Dieser umfasste sämtliche numerische Muster, denen man in den anderen Kalendern begegnet. Der Tzolk`in war für die Maya ein Synchronisationsschlüssel zum Verständnis der Zeit und der Naturgesetze, auch derjenigen, die sich auf die Menschen beziehen.
Tolk`in stellt einen Spiegel Hunab Ku`s dar. Es besteht aus den Zahlen 13 und 20, die miteinander multipliziert 260 ergeben. Diese Zahl kann Tage, Intervalle, Grade und vieles mehr darstellen. 13 Stunden des Tages addiert mit 13 Stunden der Nacht ergeben eine Summe von 26 Stunden. Diese multipliziert mit 10 macht 260 Mayastunden. Der Mayamonat hatte 20 Tage, so hatte ein Mayamonat 520 Stunden.

Das Tzolk`in ist vierteilig und bildet damit einen wichtigen Teil des Haab, des Alltagskalenders der Maya, da beide Kalender den gleichen Zeitraum umfassen.

Um das Haab richtig zu verstehen, muss man also auch über das Tzolk`in verfügen. Das Haab beruht auf den Zyklen der Erde und hat 360 Tage. Es wurde von den Maya im Alltag und für die Landwirtschaft verwendet. Das Haab benutzte 18 Monate zu je 20 Tagen. Wenn Mayapriester Agustín García López  von einem Zyklus von 5.200 Jahren spricht, der sich mit den 13 Baktun  am 21.12.2012 vollendete, sind damit Haab-Jahre gemeint. Das Haab-Jahr hat, im Unterschied zum Gregorianischen Kalender, keinen Schalttag alle vier Jahre

Das Tzolk`in war sehr wichtig für die Riten der Maya, denn diese mussten zu mathematisch genau festgelegten Zeitpunkten stattfinden. Die alten Mayapriester mussten nicht nur alle Voraussagen dieses Kalenders genau kennen, sondern sie auch korrekt umsetzen, und zwar nicht nur in Bezug auf Menschen.
Ein Maya-Priester musste edas Schicksal nach den Angaben des heiligen Tzolk`in interpretieren können. Und er musste ihn in Bezug auf die Natur und den Kosmos richtig interpretieren können, damit die Menschen mit allem in Einklang leben konnten.

Über Jahrtausende hatten die Maya mit Hilfe ihrer Tagesbeobachter festgestellt, dass sich die Pole anpassen an ihre durch Präzession veränderte Lage. Eine Präzession dauert jene 25.800 Jahre.  Alle 13 Baktun geschehe dieses. Aus diesem Grund, um dieses große Ereignis vorher zu sehen, das viermal bereits zu größten Umwälzungen geführt hatte, berechneten sie mit Hilfe der Langen Zählung voraus, wann dieser Umschwung wieder eintreffen würde. Sie brachten diese astronomischen Ereignisse mit dem Göttlichen Plan in Verbindung. Für sie ist es das Zeitalter, in dem etwas zu Ende geht und etwas Neues beginnt.

Die Maya maßen die Zeit mit äußerster Präzision. Sie beobachteten dabei die Himmelskörper mit bloßem Auge. Wenn  da mal nicht  ihr „Drittes Auge“  auch eine Rolle spielte.

Überliefert in Schriften, die mit den Eroberungszügen der Spanier – bis auf wenige Bücher – leider vernichtet wurden. Überliefert durch Mund- zu – Mund und Kristallschädel, in denen Informationen der Vergangenheit gespeichert sind.

Die Mayapriester feierten ihre Zeremonie am 21.12.2012, um die alten Mayatempel durch die Kristallschädel wieder energetisch zu erwecken und die Welt zu reinigen. Ein großer Teil  verweigerte sich, wurde ihnen – zumindest in Mexico –  vorgeschrieben, wo und welche Zeremonienam 21.12.212  abgehalten werden durften. Die mexikanische Regierung untersagte sie strikt in den Tempelanlagen.

guatemala

A.G. Lòpez (Mitte), Zeremonie am 21.12.2012 in Guatemala

„Ich danke der Sonne für die vergangenen 5200 Jahre und heiße die folgenden 5200 Jahre willkommen“, spricht Agustín García López, spiritueller Führer der Maya-Gemeinschaft aus Huehuetenango in den Cuchumatanes-Bergen am 21.12.2012. Über sechs Millionen Menschen bezeichnen sich auch heute noch als Angehörige der indigenen Maya: den Menschen, die die Götter einst aus Mais schufen, so heißt es im heiligen Buch, dem Popol Vuh.“
(Anmerk.: Das heilige Buch der Maya beginnt mit dem Schöpfungsmythos und beschreibt u.a. die Gründung des Quiches Reiches.)

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martina kunze

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Heute leben noch etwa sechs Millionen Maya in Zentralmerika, die als Indigenas bezeichnet werden. Einen Großteil davon findet man in Guatemala. Die meisten Maya leben in Armut, ihr Leben wird aber noch immer von alten Traditionen und Ritualen bestimmt. Tikal war die größte Maya-Stadt in Guatemala.
Vieles ist noch völlig unbekannt über die Kultur der Maya. Warum sie sich ausgerechnet im tropischen Klima Yucatáns angesiedelt haben, ist genauso rätselhaft wie ihr späteres Verschwinden. Um 600 nach Christus bauten sie auf Yucatán gigantische Städte, die sie dann wenige hundert Jahre später nach und nach aufgaben. Und die dann vom Dschungel überwuchert wurden, bis sie von Forschern  Jahrhunderte später wiederentdeckt wurden. Noch immer entdecken Forscher neue Städte. Auf der gesamten Halbinsel existierten Unterwasserflüsse- und bäche fand man mit speziellen Luftaufnahmen heraus.

Prophezeiungen und Beobachtung der Maya

 

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Maya-Stätte Tulum, Foto: Kunze,

Die Mayan sagen: Wenn wir uns nicht ändern, wird das schwer wiegende Folgen haben. Wir haben die Erde in eine Müllhalde verwandelt. Wenn wir aufhören zu lieben, dann verschmutzen wir uns selbst, und unser Denken und Tun verdunkeln sich. Wir haben uns dadurch die reine Luft zum Atmen genommen.

kalender

Maya-Kalender.

Die Mayan verfügten über Kenntnisse um die Kosmischen Gesetze der Zeit. Und um dieses Wissen der vierdimensionalen  Zeit und ihrer kausalen Zusammenhänge geht es. Insofern ist der Kalender weit mehr als ein Kalender, wie wir ihn verstehen, wenn wir das Wort Kalender hören.  Der 2011 verstorbene Jose Argüelles ist derjenige, der dieses Wissen aus der Alten Tradition dechiffriert hat. Bekanntwurde Arguelles durch seine Bücher  Der Maya Faktor und Earth Ascending

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mein Geburtstag in Maya-Schriftzeichen, bekommt man eigens gemalt/gedruckt  in Chichen Itzà  Foto: Kunze

Trennungen beenden

Die Wettermuster geraten völlig aus dem Gleichgewicht. Extreme Temperaturen werden sich zeigen. Auch die Regenfälle verändern sich.  Wenn Völker aus dem Tritt geraten und nicht meh rin Übereinstimmung mit der Natur leben – dann wird für sei das Ende auf dieser Erde kommen. Das ist das göttliche und natürliche Gesetz. Hört auf diese Worte. Jede negative Prophezeiung, die in Erfüllung geht, ist eine fehlgeschlagene Prophezeiung. Denn sie ist einzig dazu da, uns zu warnen.

Europäer lehrten uns allen den Weg der Trennung und der Herrschaft der Menschheit über die Erde. Das sind nicht unsere Wege.
Der weiße Mann hat uns gelehrt, dass Gott getrennt ist von uns und dass der Kontakt nur durch organisiertee Religionen möglich ist. Wir zeigen unseren Kindern, dass Gott überall ist, in jedem Baum, in jedem Blatt, in jeder Wolke, in jedem Berg. Jede Blume hat den Geist in sich, das Bewusstsein des Schöpfers.

Cosmic-Call

Cosmic Call

Überall, wo der weiße Mann die Erde berührt hat, ist sie verwundet. Wir lehren unseren Kindern, die Gesetze der Natur und des Lebens zu beachten. Sie lernen, dass sie auf die Zeichen von Mutter Erde achten und dass sie alles zurückgeben, was sie von ihr erhalten. Sie lernen auf ihre innere Stimme zu hören und so ihren Weg zu gehen.
Der weiße Mann hat uns gesagt, dass es nur eine Art gib, den Großen Geist anzubeten und ihm zu dienen. Wir haben nie verstehen können, warum er dann die Menschen so verschieden behandelt. Unsere Kinder wissen, dass sie ein Ausdruck des Großen Geistes sind. Er ist das, was sie sind und sie sind das, was er ist. Er tut, denkt und fühlt – was sie denken und fühlen und umgekehrt. Sie wissen, dass sie wertvoll sind, wie sie sind. Und sie wissen, dass sie wichtig sind und dass ihr Leben ein besonderer Beitrag ist für den Frieden unter den Menschen auf Mutter Erde.
Wir haben beobachtet, dass die weißen Menschen ihren Kindern sagen, dass sie von nichts eine Ahnung haben und dass deshalb ihr ganzes Leben zum Lernen da ist. Wir sagen unseren Kindern, dass sie das große Wissen in sich tragen und dass jeder Tag dazu da ist, um daraus zu schöpfen und dabei sich selbst sowie die Welt ständig neu zu erschaffen.

Wir haben gesehen, dass es für die weißen Völker sehr wichtig ist, Entdeckungen zu machen. Sie haben die Wissenschaft erfunden, weil sie glauben, dass sie nichts wissen. Darin aber liegt die Ursache ihrer Angst. Und wo Angst ist, dort ist Zerstörung. Unsere Kinder erfuhren, dass das große Wissen in ihnen selbst liegt, weile jede Zelle ihres Körpers die Erinnerung an alles trägt.  Sie haben gelernt, dass es nur eines gibt, was wirklich zählt, nämlich dass sie sich schöpferisch am Spiel des Lebens beteiligen.

Wir haben die Weltsicht des Westens studiert und haben entdeckt, dass sie ein großes Problem hat. Sie trennt die Menschen von der Natur. Dann können die Menschen die Natur nur noch als Gegenstand sehen und nicht mehr als ihre Seele begreifen. Und von diesem Abgeschnittensein kommt ihre große Einsamkeit.

Die Weltsicht eurer Wissenschaftler ist nur eine unter vielen und sie ist sehr eng. Deshalb können sie auch nicht wirklich die Zusammenhänge dieser Welt erklären. Sie können die Weisheit unserer Kulturen nicht erklären. Sie können die Pyramidenbauten nicht erklären. Ob das Inka-Imperium oder Stonehenge in England.  Es wird für euch ein Rätsel bleiben, wie einfache Menschen dazu fähig waren, solche Steine zu bewegen und diese perfekte Bauten zu schaffen.

Der Oberste des Weisenrates aller Urvölker auf dem Kontinent Amerika, Don Alejandro Cirilo, der Groß-Älteste der lebenden Quiche-Maya, auch Wandering Wolf genannt,  Guatemala, meint dazu:

don

Sein Maya-Name ist Wakatel Utiw, was “Wandering Wolf” bedeutet.
Er wird auch Großvater Cirilo oder einfach “Tata” genannt, was in der Sprache der Maya Großvater bedeutet.

“Die neue Sonne wird kommen, aber wenn wir nicht unsere destruktiven und unharmonischen Handlungsweisen ändern, werden viele sie nicht erleben,” warnen die Ältesten. “Wir sind nicht machtlos angesichts der Dinge, die uns passieren, sondern wir „geschehen“ der Erde und einander”, sagt Cirilo in seinen befähigenden Lehren. Unsere Handlungen haben eine unausgewogene Welt geschaffen, die wieder ins Gleichgewicht gebracht werden muss, um noch mehr Leid für die Menschen und alles Leben zu vermeiden.

“Ihr vom Westen habt uns großes Wissen gebracht – und wir haben eine andere Wissenschaft. Es ist die Wissenschaft, die wir jetzt brauchen werden. Wir nennen sie die Wissenschaft des Herzens. Wissenschaft ohne Verständnis des Schöpfers ist zerstörerisch. Nur das Wissen, das die universelle Kraft mit einbezieht, hat keine Grenzen. Hört auf euer Herz. Mutter Erde (pacha mama) ruft euch. Sie ruft jeden von uns, damit wir sie heilen und dabei auch uns selbst.

Es ist  jetzt  Zeit, unsere Art zu denken, zu leben und zu sein zu ändern – bevor es zu spät ist.  Die Erde ist nicht unser Besitz. Die Herrscher der Welt beginnen zu spüren, dass ihre Macht zu Ende geht. Wir benötigen jetzt die Macht der Menschen, die fähig sind, einen neuen Weg zu gehen. Und es steht geschrieben, dass die alten Völker diesen Weg des Friedens bewahrt haben.”

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Lage und Aufteilung der Tempelanlagen in Tulum, der Maya-Stätte am Karibischen Meer. Vor ihr liegt eines der längsten Korallenriffe der Welt im Meer, das exakt vor der Maya-Statte geteilt ist. 80 km – die Zufahrt – als hätten sie es gewusst…Die Gebäude waren einst viel farbiger. Foto:Kunze Tulum, Mexico

Tulum liegt 130 Kilometer von Cancun entfernt. Der Küstenstreifen wird auch Riviera Maya genannt und liegt im Bundesstaat Quintana Roo auf der Halbinsel Yucatan.  Es gibt dort den  „Tempel des Herabsteigenden Gottes“, den „Tempel des Windes“ und den  Freskentempel sowie den  “ Tempel der Feen“(Bild 2.Reihe rechts.)

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Tulum,  Mexico, Fotos: Kunze
Die innere Stadt wird von einer zum Meer hin offenen Stadtmauer umrundet, an deren Nordwest- und Südwestecken Wachtürme stehen. Tulum war im 13. und 14. Jahrhundert einer der größten Städte in Yucatan. Sie war ein wichtiger Handelsknotenpunkt.
Von hier aus wurde erbitterter Widerstand im Unabhängigkeitskrieg der Maya (1847 – 1901)  gegen Mexico geleistet. Ein Sprechendes Kreuz wurde dort von der Maya-Priesterin Maria Uicab, der Königin von Tulum gehütet. Sie fassten diesen Kries ausschließlich als Verteidigungskrieg auf. So nutzen sie nicht die günstige Gelegenheit um Städte von „Weißen“ zu stürmen, weil sie an jenen Städten gar kein Interesse hatten. Mexico verkaufte Maya als Sklaven nach Kuba in jenen Jahren.

Das Sprechende Kreuz war ein Orakel. Chan Santa Cruz war der Kern des politischen Zentrums  der Maya in jenen Jahren des „Kastenkrieges“.  Der Maya-Führer Jose María Barrera  fand in einem unbewohnten Waldgebiet neben einem kleinen Cenote namens Lom Ha’ („gespaltene Quelle“) ein kleines Kreuz, das in einen Baum geschnitten war. Über dieses Kreuz soll Gott zu ihm gesprochen und ihn zur Fortsetzung des Kampfes ermuntert haben, und so entstand hier ein Heiligtum.

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Kapokbaum in Chichen Itza, Yucatan, Mexico, Foto: Kunze

Der Ritus des Sprechenden Kreuzes stellt eine synkretistische  Verschmelzung alter Maya-Religion mit christlicher Symbolik dar. Das Kreuz beinhaltete drei Elemente der alten Maya-Religion: Es wuchs auf den Wurzeln eines Kapokbaums  des heiligen Baums des Lebens (Ya’axche’, Spanisch Ceiba), der aus einer Höhle wuchs (Áaktun, heiliger Ort der Mayas), die sich bei einem Cenote  (Ts’ono’ot) befand (Ort des Regengotts Chàak).  Es gab ein Sprechendes Kreuz in Tulum, eben von jener besagten Maya-Priesterin gehütet. Heute wird der Kult noch in vier Orten gepflegt,  X-Cacal Guardia, Chancah Veracruz, Chumpón und Tulúm gepflegt. Kein Weißer oder sonstiger Fremder wird an das Kreuz gelassen.

Cenoten – sind für Maya heilige Teiche, die sich direkt zum Herzen der großen Mutter öffnen. In Chichen Itza beispielsweise gab es unterirdische Flüsse, darum wurde dort die Stadt erbaut.  Allein zu Ehre dieser heiligen Stätte. Das Wasser ist für sie heilig – noch heute. Man fand Knochen  in Chichen Itza von über 300 Maya, die sich in jenem Wasser geopfert hatten. Dieses Ritual war für die Auserwählten eine große Ehre, da sie auf diese heilige Weise zur großen Mutter zurückkehrten. Tausende von Kristallen fand man zwischen den Knochen. In diesen Kristallen sollen die Gebete der Vorväter gewesen sein.  Das Magazin National Geographic ließ 1950 Teiche ausheben. Sie haben sie weggenommen. Jahre später kamen sie nochmals und  holten wirklich jeden Stein aus der Cenote heraus.

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Chichen Itzà, Mexico, Foto: Kunze

Diese Pyramide bedeutete für die Maya der Zugang zum menschlichen Herzen und der Schlüssel zum Verständnis der Maya.  Der Grund für den Bau finde sich nicht in diesen Gebäuden – in der Pryramide steckt noch eine Pyramide  – sondern im Dschungel.  Die Cenoten.  Oben auf der Pyramide sind vier Öffnungen. Drei davon führen in einen gemeinsamen u-förmigen Gang. In der oberen Öffnung des U gibt es eine weitere Öffnung, die führt genau zum Mittelpunkt der Pyramide.  Es geht ein wirklich starke Energie von dieser Pyramide aus.  Es heißt die Energie des Herzens fließt durch Chichen Itzà. Wer sich darauf einlässt, fühlt dort seinen Mer-ka- ba, seinen Lichtkörper.  Mer= Licht, Ka= Geist, Ba= Seele.  Es ist der Teil eines Gitternetzes des Einheitsbewusstseins , die diese Pyramide channelt.  Die Große Pyramide Ägyptens ist im Hinblick auf ein Teil des Gitternetes die Energie des Verstandes.
Die großen Stufen brechen das Licht. Am Fuß der Pyramide ist ein aus Stein gehauener Schlangenkopf, der gen Norden gerichtet ist.  Wenn man an der Frühlings-Tagundnachtgleiche zu Sonnenuntergang vom Westen asu darauf schaut, bricht das Sonnenlicht, und einen Moment sieht es so aus, als gleite eine Schlange von der Spitze der Pyramide aus nach unten. Durch diese Schlange wußten die Maya, wann die Frühlings- Tagundnachtgleiche gekommen war, und konnten sich beim Ackerbau und hinsichtlich ihrer spirituellen Dinge daran orientieren.

All diese Tempel an speziell ausgewählten Orten haben eine Bezug zu den Chakras.  Kohunlich, eine weitere Maya-Tempelanlage, etwas 50 Kilometer entfernt von Chetumal, alles entlang der Ostküste,  zeigt auf jeder Seite der Pyramide Reliefs von menschlichen Gesichtern, jedes ungefähr 3 Meter hoch und mit einem Punkt zwischen den Augenbrauen, der das Dritte Auge betont.

KohunlichKohunlich repräsentiert das sechste Chakra.
Besiedelt ungefähr 200 v. Chr.. Etwa 10000 Menschen lebten dort. Auch diese Stadt wurde irgendwann verlassen, wie so viele der Maya-Stätten.  Es gäbe noch viel zu Kohunlich zu berichten.

 

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Palenque (re.i.Bild) liegt im Bundesstaat Chiapas, ein weiterer Staat auf der Halbinsel Yucatan, eine weitere Tempelstadt. Sie ist dem Kronenchakra gewidmet. Die Zirbeldrüse sitzt in der Mitte des Kopfes, ganz in der Nähe des siebten Chakras ist der Schlüssel zum Dritten Auge. Das Dritte Auge ist das Bindeglied ziwschen dem Mer-Ka-Ba-Feld und dem heiligen Raum im Herzen. Die Stadt liegt im Regenwald an einem Berghang.  Es ist für die Maya die Metropole gewesen. Auch hier zieht sich eine System von Wasserkanälen, kleine Bäche,  unter der Erdoberfläche durch. Die Stadt soll einst auch von einer Königin regiert worden sein.  Es gibt einen Tempel der Inschriften, eine Stufenpyramide. Es gibt einen Palast, ein astronomisches Observatorium, wie in Chichen Itzà, einen Kreuztempel, einen Sonnentempel und zahlreiche weitere Gebäude.

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Aufenthalt in Tulum , Mexico Foto:kunze

 

Teetrinken und abwarten

Teetrinken und abwarten

Ist nicht schon die Idee des Erwachsenenwerdens ein Betrug?Bonn-Beuel am Rhein Foto: J.O.

Mit den Zutaten des Tages lässt sich immer irgendetwas anfangen, und sei es, dass wir uns nur hinsetzen und unsere letzte Tasse Tee genießen.

Ich genieße eine feine Tasse Weißen Tee. Es ist sicherlich nicht meine letzte  Tasse Tee. Dazu einen Honigtoast, vielversprechende Geschmacksvariationen. Sonne auf der Nase, Sonnenhonig in den knautschig-müden Mundwinkeln.  Der Duft des Frühlings erfüllt die Umgebung. Mein Baum der Weisheit neigt sich dazu noch in der Ecke zu mir herab, überladen mit süßen Einsichten in das Wesen des Lebens:

„Wenn es nichts zu tun gibt, tu nichts.“

Manchmal fasziniert mich ein Gedanke, wenn ich ihn laut ausspreche.

 „Der Name des weißen Tees geht auf den weißen Flaum zurück, der die Teeknospen umgibt. Er wird auch der Kaiser der Tees genannt. Nur die ungeöffneten Knospen werden für die Teeherstellung verwendet, nur jene, die der Sonnenstrahlung kaum ausgesetzt waren.  Seit über 2000 Jahren wird Weißer Tee in China getrunken. Ich trinke ihn seit ein paar wenigen Jahren. Pai mu tan. Pa—iiiii  mu ta-aaan“, erklärte mir meine kluge Freundin in ihrem Rüschenkleid mit den tausend Spitzen, ernst und sonnig-rosig. Direkt neben mir landete ein „Ahhh“ mit typischem Teetassengeräusch.  Es blubberte wie in einem Teich, in dem etwas versinkt. „Schmeckt blumig-mild, wenig bitter. Täusche dich aber nicht, in den Knospen gibt es reichlich Koffein. Weißer Tee hat eine Wirkung, die sich positiv auf unser Immunsystem auswirkt und die Abwehrkräfte stärkt. Hierfür sind vor allem die hochkonzentrierten Vitamine C und E verantwortlich. Darüber hinaus hat er eine antibakterielle Wirkung und kann den Blutdruck und den Cholesterinspiegel senken sowie positiv auf die Blutzucker- Balance einwirken. Grüner als auch weißer Tee enthalten Wirkstoffe, die deine Zella-a-alterung verringern“, rief sie mir zu, warf sich schreiend ins Gras und ließ sich den Abhang hinunterrollen. Ernüchternde Erkenntnisse. Wie unglaublich klein wir doch angesichts so unvorstellbarer Dinge sind, zum Beispiel so etwas wie  kluge Freundinnen in nächster Nähe  haben zu dürfen. Die Hälfte unseres Karmas besteht aus Zutaten, mit denen wir arbeiten müssen. Die andere Hälfte, die entscheidendere, besteht aus dem, was wir in diesem Leben daraus machen.

„Komm schon!“, rief meine kluge Freundin. Ich rollte. Das Gras piekste, meine Perücke löste sich (Ich war Antonio Banderas als Zorro, meine kluge Freundin war Anita Ekberg in La Dolce Vita. Gruppenkostümparty, elegante Festivität). Unten angekommen, verblüffte mich die Stille. Meine kluge Freundin lag ein paar Schritte von mir entfernt. Wörter wackelig, und sich ihrer selbst nicht sicher. Sterne schossen an uns vorbei. Eins meiner Lieblingsszenarien sah so aus, dass ein Taxi direkt neben mir hielt, der Taxifahrer die Autotür öffnet und mich fragt, wohin er  meine kluge Freundin und mich fahren darf. Aber es war mal wieder eins dieser Schicksale, das in regelmäßigen Abständen dafür sorgt, dass  man nicht den leichten, soeben frisch gepflasterten Weg einschlägt, der mit Straßenschildern und Kastanienbäumen deutlich markiert ist. Irgendwie standen wir auf, nahmen den dunklen, dornigen Weg und watschelten nach Hause, vorbei an großblütigen Rosen, Lorbeerhecken, merkwürdigen Ansammlungen von Getier, Gemüse und Gestein, über Rasen. Wir rutschten und glitschten über Spuren von Treibsand, vorbei an wispernder Streichquartettmusik. Ich trug meine Zorromaske und meine Brille in der Hand und sah aus wie ein  gelehrter Waschbär. Aus irgendeinem Grund sah mich meine kluge Freundin an.

„Sagt man nicht Teein statt Koffein?“, fragte ich in ungraziöser Haltung.
„Du weisst wo-o-ohl schon Martina, das Herz ist das am meisten überschätzte Organ. Das Wesentliche passiert über die Augen!“ sagte sie mit einer Bärenstimme. Die Dreidimensionalität erschien in meinem Kopf. Wie klug jemand sein kann. Schneller-als-das-Licht. „Weißer, Grüner, Oolong und Schwarzer Tee stammen von der gleichen Pflanze. Alle  enthalten Koffein. Oft wird es als Teein bezeichnet. Die chemische Zusammensetzung ist mit Koffein identisch! “
Standortbestimmung. SIE IST NOCH HIER. Meine kluge Freundin. Drei Stufen von mir entfernt.  Ein Atemzug. Ein verschmierter roter Ekberg-Lippenstiftmund, eine Sicherheitsnadel am Pullover „Hallo, ich heiße Anita Ekberg“. Ich war einigermaßen beruhigt. Der Rest meines Körpers hielt sich  eindrucksvoll wie ein Kanzler. Mao Zedong wäre stolz auf mich gewesen.
„Du weisst wo-o-ohl schon, dass es komplexere Dimensionen jenseits unser eigenen analog zu unserem Aquarium gibt, liebe kluge Freundin. Du weisst doch sicherlich auch,  im Kern stellt das Universum eine Art Fantasie dar,  ein gigantisches Gewirr von Licht- und Schattenlinien. Zerlegst du mich in meine Teile, erhältst du mich – holographisch betrachtet –  nur als kleinere Ganzheiten, in jedem kleinen Teil ist das Ganze enthalten.  Was ganz ist, das ist ganz. Was aus dem Ganzen kommt, ist auch ganz. Nimmst du das, was aus dem Ganzen kommt, bleibt das Ganze ganz. Das ist überhaupt der einzige Grund, warum subatomare Teilchen miteinander in Kontakt bleiben können, unabhängig von den sie trennenden Entfernungen. Alles durchdringt alles. Alle  Örtlichkeiten, alle unsere Aufteilungen sind künstlicher Natur. In gewisser Weise stehen wir beide inmitten eines Superhologramms, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichzeitig existieren und aus dem wir zapfen.  Selbst das Gehirn soll ein Hologramm sein. Erinnerungen sind danach nicht in Neuronen verschlüsselt, sondern vielmehr in Mustern von Gehirnimpulsen, die das gesamte Gehirn kreuz und quer durchdringen. Nur darum können du und ich so viele Erinnerungen auf so geringem Platz speichern.  Jedes Stück Information steht mit jedem anderen in Beziehung. Aus Argumentationsgründen erscheint es mir an dieser Stelle notwendig, dich daran zu erinnern, dass, wenn dir meine Erscheinung der Gegenwart nicht passt, du dir mit geeigneten Werkzeugen in deinem kreuz-korrelierendem Gehirnsystem Szenen der Vergangenheit verfügbar machen kannst. Zapf das Superhologramm an.  Vielleicht findest du dort ein angenehmeres Outfit von mir!  Die harte Realität konstruieren wir rein mathematisch. Einigen Wissenschaftlern zufolge, scheint deine Wahrnehmung lediglich als eine holographische Projektion d e i n e s Bewusstseins. Programmiere deinen Überzeugungen über mich anders. Du trägst die Verantwortung für deinen Blick auf diese deine Welt.  Wie schon die östlichen Religionen lange erklären, die Welt ist Maya, eine Illusion“, stieß ich hervor.  Mein Herz kullerte durch meine Brust. Der Drahtrand ihres Engelflügels schob sich an mir vorbei. „Nicht in einer Million Ming-Dynastien glaube ich daran“ , ächzte sie.
„Tja , du magst ja Atheistin sein, aber ich bin gläubig“, sagte ich.
Meine kluge Freundin rechnete mit ihrer letzten Stunde, die geschlagen habe. Es ist dunkel. Wo ist der Weg? Nicht nervös, sondern locker und unbekümmert sei sie, erklärte sie voller Inbrunst, hob dabei ihre Augenbrauen mit beträchtlichem Scharfsinn. Und so schlichen wir durch den‘ Urwald Birmas‘ im sagenumwobenen Naturschutzgebiet Bonns. Nur ihre offenen Augen, ihre Geduld und Ausdauer, ihr wacher Geist und ihr ausgeprägter Geruchssinn, ihre feine Beobachtungsgabe des Firmaments, der Natur und der Zeit brachten uns sicher zurück. Nach einigen Stunden des Herumschwimmens gegen die Strömung auf der Sieg kamen wir an. Ostern 2013. Frauen auf Wanderschaft.  Meine kluge Freundin trägt das Blut einer Hochkultur in sich.

Osterlamm

Wann ist die wichtigste Zeit? Jetzt. Michaels Osterlammrettung 2013. Foto: Danke Jutta.

Im Gegensatz zu anderen Völkern nehmen wir uns nur wenig Zeit für Fragen, woher wir kommen, wohin wir gehen, warum wir träumen,  was will ich eigentlich wissen, Fragen zu verschiedenen Problemen unseres Lebens. Wir sind daran gewöhnt, scheinbar selbst das ganze Wissen zu besitzen. Meinen, andere hätten von uns zu lernen. Vergessen, unsere Erfahrungen kommen aus zweiter Hand. Wir wissen zumeist, was andere zu den Problemen unseres Lebens sagen. Wir sind vom Vergessen geprägt, sind Menschen, die in Angst leben. Häufig glauben wir auch, wir seien im Besitze der besseren Zutaten. Glauben, wir backen den besseren Kuchen. Es kommt aber sehr oft vor, dass nicht derjenige mit den besten Zutaten den besten Kuchen backt – immerhin geht es beim Backen nicht nur um die Zutaten, sondern um die Mühe, die Sorge, die Liebe, die man in den Backvorgang steckt.

Wir bezeichnen andere Kulturen als fremd, und das oft auch nur, weil sie nicht genauso sind wie wir und ihr Leben anders gestalten, als es unseren Vorstellungen entspricht.  Viele der alten Völker haben dieses Netz, in dem alles mit allem verbunden ist, nie verlassen. Schlafenszeit ist für die Aborigines Traumzeit oder auch das ‚kosmische Netz‘: jener Ort, an dem wir die Wirklichkeit unseres Lebens und der Welt weben.

Maya: Ursprung der Welt, auch Welt der Illusionen.

Die Maya gelten als die Meister der Zeit und die‘ Hüter des Universums‚.  Ihre Kalendersysteme sind so perfekt, das kein Computer an sie herankommt. Sie haben Kenntnisse vom Universum, die so umfassend und vielfältig sind, dass wir mit unseren Wissenschaften nur staunen können. Unsere Geschichtsbücher sprechen kaum von ihnen, obwohl ihre große Zeit gerade mal etwas mehr als tausend Jahre zurückliegt.

Die Mayan rechneten mit vielen astronomischen Zyklen – darunter auch jene von Merkur, Venus und Mars. Mayas konnten auch Sonnen- und Mondfinsternisse vorhersagen.

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Carmen de Playa, Yucatan, Mexico

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Seit tausenden von Jahren haben sie ihr Wissen gehütet, in den Ländern Guatemalas, Mexico, Honduras und Belize.  Das Weisheitsbuch der Maya heißt ‚Popul Vuh‘. Am Anfang war Nichts, oder anders ausgedrückt: Alles war in Einheit. Im Popul Vuh  findet sich die Schöpfungsgeschichte, der Ursprung des Lebens, wie sie sich in allen anderen Kulturvölkern dieser Welt gleichen. Denn alles steht mit allem in Verbindung. Am Ende steht in allen Kulturen die Erschaffung der Menschen. So auch bei den Maya: nach drei unvollkommenen Versuchen, werden die Menschen schließlich aus Mais geformt.  Jeder Baum, jeder Stein, jedes Gewässer trägt ihnen zufolge die Erinnerung vom Beginn der Zeit in sich.

Viele von ihnen erzählen folgende Geschichte:  Als wir noch im Himmel gewohnt haben, wurde es eines Tages ziemlich eng. Der große Geist entschloss sich daraufhin, uns zur Erde zu senden, um dort als Wesen mit einem physischen Körper zu leben. Und dann hieß es: Jene von euch, die dabei sein wollen, wenn Mutter Erde lebendig und erfüllt mit Leben wird, müssen sie auch beschützen. Wir geben euch machtvolle Medizin der freien Wahl und des freien Willens. Damit seid ihr die Hüter der Erde.

Maya sehen sich als Geschöpfe dieser Erde. Gleichzeitig betonen sie, dass sie von den Sternen kommen. Man nennt sie die Hüter der Zeit und des Universums, weil sie riesige Zeiträume ebenso wie die Umlaufbahnen vieler Planeten genau gemessen haben.  Es gibt für sie keine Trennung. Senòra Mildred, eine sehr besondere Dame vom Stamme der  Maya in Mexico- Yucatan sagte mir immer: „Alles ist Harmonie. Jedes kleinste Teilchen beeinflusst alles andere, und jeder kleine Gedanke kann große Veränderungen bewirken.“

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Erde: Maya-Symbol der Bewegung  und langsamen Veränderung. Dieses Symbol erinnert uns daran, dass es größere Kräfte wirken, und dass Veränderungen, besonders in schwierigen Zeiten, Geduld benötigen. Das Erde-Symbol hilft dir, dich zu zentrieren, auf dem Weg in deine inneren Gedanken, um dein Bewusstsein wachsen zu lassen, in der Weise, wie du es dir wünschst.

In allen Kulturen finden sich Götter oder wichtige Persönlichkeiten mit dem Namen Maya. Die Mutter Buddhas heißt Maya. Der Schatzmeister des ägyptischen Kind-Königs Tutench-Amon hat diesen Namen. Unser Kalendermonat Mai ist ebenfalls vom Namen der römischen Göttin Maia abgeleitet.

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Auszug aus dem Maya-Kalender, Mexico, anthropologisches Museum Xalapa.Foto:Kunze

Die Maya bauten all ihr Wissen und Forschen auf der Überzeugung auf, dass es nur e i n e Energie gibt – ein Grundmuster des Lebens also, das überall gleich ist. Diese Energie pulsiert in jedem Gedanken, in jedem Atemzug, im Wachstum von Lebewesen, in einem Gedanken, der gerade entsteht, im Wasser der Ozeane…überall.  Auch unsere moderne Physik beginnt heute dieses Wissen wieder zu erahnen.

Wolfram

Stephen Wolfram. Sein ehrgeiziges Ziel: das eine Programm finden, auf dem alles basiert.

Was sagt die ‚New Science‘ ?:
Stephen Wolfram, ein Wunderkind, schrieb mit 15 Jahren seine erste wissenschaftliche Arbeit, langweilte sich an der Universität von Oxford, schuf Ende der Achtziger die Standard-Software für Mathematiker, legte mit Isaac Newton ein 1200-Seiten-Buch an, Computerwissenschaftler. Für ihn ist das gesamte Universum nichts anderes als eine gewaltige Rechenaufgabe. „Vielleicht gibt es eine einzige, sehr einfache Regel, die die Basis für alle Phänomene im Universum ist.“ (Terra Matter,März 2013)

Physiker Alain Aspect führte bereits 1982 ein Experiment durch. Entdeckt wurde von seinem Forscherteam in Paris, subatomare Teilchen sind fähig, unmittelbar miteinander zu kommunizieren und zwar unabhängig von der räumlichen Distanz, die sie trennt. (Danke an J.O.) Bereits Nobelpreisträger Werner Heisenberg formulierte  in den siebziger Jahren die „Heisenbergsche Unschärferelation“ und hielt fest, dass sich der Aufenthaltsort von Elektronen nicht exakt feststellen lässt. Ihre Position sei ‚unscharf‘. Ein Atomkern, nehmen wir an, er wäre so groß wie ein Streichholzkopf, dann wären die Elektronen in ihrer Elektronenwolke von diesem Kopf, dem Atomkern, so weit entfernt wie die Spitze des Eifelturms vom Boden, auf dem er steht. Beim Eifelturm sind es Stahlträger. Beim Atom ist es ein NICHTS.  Die Sache mit dem NICHTS ist schwierig zu erklären und noch schwieriger zu verstehen, sind wir in unserer materiellen Welt verhaftet. „Universelle Energie ist in uns und um uns herum. Wir müssen nur lernen, in diesem Medium wieder richtig zu schwimmen. 1981 stellte Rupert Sheldrake seine Hypothese der morphischen Felder auf, die die Entwicklung von Strukturen beeinflussen sollen.  Im morphischen Feld ist alles gespeichert, was jemals an Informationen entstanden ist; jeder Gedanke, jede Schwingung hat sich verewigt. Befinden sich ähnliche Schwingungen, so gehen wir in Resonanz und ziehen diese Gedankenenergie durch das Gesetz der Anziehung an.  Denken wir an das, war nicht haben wollen, ziehen wir es an. Was meine Energie hat, wächst.  Die universelle Matrix verbindet alle Dinge im Universum.
durch Gedanken im Menschen entsteht eine gewisse Schwingungsqualität. Die Schwingungen, die zu uns passen, ziehen wir an. Wer frustriert ist, zieht weitere Frustration an. Man unterliegt sozusagen dem gedanklichen Jo-Jo-Effekt negativer Art.  Isaac Newton formulierte das Prinzip der Wechselwirkung „actio est reactio; Aktion = Reaktion.   Denken ist sozusagen eine Art von geistigem Karma. Besser von Kausalität. Jedes Ereignis muss immer einen Grund haben. Die universellen Gesetze wirken, ob wir sie kennen oder nicht, ob wir daran glauben oder nicht.

Masaru Emoto, japanischer Wissenschaftler bewies mit seinem Team, dass Gedanken und Worte die kristalline Struktur des Wassers beeinflussen. (Wir bestehen zu 70 Prozent aus Wasser)Positive Gedanken liessen wunderschöne Kristalle entstehen, negative Gedanken zerstörten die kristallinen Strukturen.

 Das Herzenswissen der Mayan

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Die Mayan erfanden einen Webstuhl, der die Wirklichkeit durch ein Muster von Zahlen und Zeichen erfassen kann.  Mit den Zahlen 1 bis 13 stellten sie die Energie des Universums dar. Diese Zahlen stellen die Impulse dar, welche alles in Bewegung halten. Wie Wellen, die einander ergänzen und gegenseitig hervorbringen.   Die Maya gaben den Zahlen Namen und Bedeutungen.
Die Zahl 3 bedeutet Rhythmus. Die 9 weist auf größere Zyklen und Zusammenhänge hin. Die 1 ist der Beginn einer Welle und die 13 ihr Ende.  Sie nannten die Zahlen auch Töne. Jeder Ton hat seine eigene Stimmung, aber alle sind notwendig, damit Neues entsteht und Bestehendes sich weiterentwickelt. Diese 13 Zahlen sind die ‚unsichtbare Hand‘, die das Webmuster entstehen lassen. Zum Weben braucht es Fäden. Diese sichtbaren Fäden nennen die Mayan die 20 Sonnensymbole. Mit Hilfe des Pulsierens der 13 Zahlen werden sie zu einem Muster gewebt. Sie wußten, wie wir uns fühlen, hat nicht nur mit uns zu tun, sondern auch mit dem, was sozusagen „in der Luft liegt“, der Energie des jeweiligen Tages.  Für die Mayan trägt ein Mensch die Energie jenes Tages, an dem er geboren wurde.

13 Zahlen ineinandergewebt mit 20 Symbolen ergeben 260 verschiedene Möglichkeiten und Tage. Für die Mayan ist das eine heilige Zeit. Es ist die Zeit, das ein Kind für die Entwicklung bis zur Geburt benötigt. Es ist die Energie des Lebens – der Webstuhl der Wirklichkeit. Es ist der Tzolkin-Kalender der Mayan.

Sonnensymbole

Sonnensymbole – eines der 20 Sonnensymbole ist immer das prägende Grundmuster eines Menschen.

Folgt dem Imix-Tag (Urmutter) ein Ik-Tag (Ik bedeutet Wind, Ausdruck für Bewegung, Atem, Inspiration) folgen daraus andere Tätigkeiten, beispielsweise für die Landwirtschaft oder Heilkunst.

Insgesamt existierten bislang nur drei handschriftliche Maya-Kalender – einer davon in der Sächsischen Landesbibliothek Dresden. Die 3,5 Meter lange Schrift auf Feigenbaumrinde – der Codex Dresdensis – enthält einen Weissagungskalender und astronomische Tafeln. US-Forscher berichteten in der  „Science“ ( Mai 2012) von der Entdeckung des bisher ältesten Maya-Kalenders. Alles stamme aus dem 9. Jahrhundert. Der bislang älteste Maya-Kalender stammt aus dem 15. Jahrhundert. Der neue Fund ist also etwa 500 Jahre älter. William Saturno von der Boston Universität gräbt seit 2001 in Guatemala. Die Maya-Hochburg Xultún ist seit 1915 bekannt, doch schwer zugänglich. Die Aufzeichnungen in Xultún stammen von einem Schreiber, der gewöhnlich in den Maya Codices schrieb, sagt der Archäologe Nikolai Grube von der Universität Bonn. In den Malereien werden verschiedene Kalenderzyklen beschrieben – und zwar in einem Format, das den sehr viel späteren Maya-Codices ähnelt. In Stil und Inhalt korrespondieren die Malereien mit den Berechnungen der Kalender sowie der Sonnen- und Mondfinsternissen im Dresdner Codex, sagt Grube.Zudem fanden die Forscher vier lange Zahlenreihen, die insgesamt 7000 Jahre in die Zukunft reichen.  Die drei erhaltenen Maya-Codices stammen aus der Postklassik, also aus den letzten zwei Jahrhunderten vor der Spanischen Eroberung von Mittelamerika. Die Maya-Klassik reicht vom 3. bis zum 10. Jahrhundert. Im 9. Jahrhundert begann die Maya-Kultur zusammenzubrechen. Es war keine glückliche Zeit für die Maya. Xultún blühte zwar noch in dieser Zeit, doch rundherum begann es, in den Städten bergab zu gehen. Astronomische Aufzeichnungen waren bisher nur in Bücherform Maya bisher erhalten und gefunden. Die Wände in Xultún könnten eine „Kritzelfläche des Astronomen gewesen sein, auf der er rechnete. Es könnten also Entwürfe für ein Buch sein – doch auch das Umgekehrte sei denkbar.

Maya Dancing Yucatan Mexico Dezember 2012

verschiedene Tänze während der Konferenz in Cancun in Campeche auf der Halbinsel Yucatan, dem Land der Maya in Mexico an der Karibischen See. Von diesem Teil der Erde aus kann man Kuba zuwinken. am 21.12. besuchten wir Chitchen Itzà, am 22.12. erlebten wir Interessantes im Congress Center Cancun.

You Tube Martina Kunze Mexiko eingeben  und schon erscheinen in Google zwei Filmhinweise. Es geht aber auch noch schneller:

Maya Dancing Cancun MexicoYouTube

Manches vielleicht ein wenig wackelig, ich saß auf dem federnden Fußboden, spontan…und ahnend, dass Kameraaufnahmen nicht gern gesehen waren. :)…da müsst ihr jetzt durch…immerhin gibt es Einzigartiges, Jahrtausend alte Kultur zu sehen.