Wenn sich Leben regt

 perspektive 4

 

Ich bin nicht verrückt. Ich habe nur eine andere Perspektive eingenommen – also mich ein wenig ver-rückt.

Jedes Verhalten ist in irgendeinem Zusammenhang wertvoll und nützlich. Und da ich zwei geniale Trainer in mir habe, kann mir gar nichts weiter als das Leben geschehen. Sie halten mich fit und wach. Ich nenne sie „Angst“ und „Freude“.

Mein Freund Angst sagt mir immerzu: Um mich oben zu halten – genauer gesagt: um mein Bild meiner selbst oben zu halten – soll ich in mir das Bedürfnis wecken, andere  nach unten zu drücken. Es ist schon fast unheimlich:  Wie eine verschlossene Rosenknospe, die sich nicht mehr öffnen kann, sitze ich dann als Kugel, die sich daran gewöhnt hat, verschlossen zu sein. Unerreichbar sein, ruft mein Freund Angst.  Und dann drücke ich nach unten  und stolpere  so in dieser Kugel umher,  manchmal treffe ich dabei auf einen gemütlichen Bullerofen und lasse mich an ihm nieder. Ich tauche meine Lippen in einen aromatischen Minztee mit Zimtstange, der öffnet alle Poren und saugt die Vorlieben und Abneigungen, das Anhaften, die Gewohnheit, die  Ängstlichkeit vor Verletzung, Zurückweisung die Traurigkeit, den Tropfen der Melancholie oder der Rastlosigkeit und was noch so alles blüht  unter der Lawine von Ausreden und Erklärungen auf. Irgendwann  finde ich mich einen ganzen Berg weit entfernt von meinen anderen Gefühlen. Dort stecke ich dann.  Erst  jüngst blickte ich währenddessen – irgendwo entlang des Weges – auf Ameisen und ihre winzigen Antennen und dachte: „Die lassen doch mit ihren winzigen Antennen unsere komplexen Verständigungsschwierigkeiten glatt hinter sich.  Bestimmte Arten des Verstehens erfordern bestimmte Arten des Verstandenwerdens. So sieht`s aus!

Und dann rückt mein genialer Trainer Freude auf den Plan.

Die Freude sagt: „Papperlapapp, Martina, willst du hier verdunsten wie ein Wassertropfen in der flachen Hand? Was sinnierst denn da schon wieder zamm.  Atme tief ein, ohne Luft wächst nichts. Mach dir die Welt untertan. Spring und hüpfe. Lache, tanze im Kreis und singe wie die Meerjungfrau. Weg mit deiner Traurigkeit. Fliege zum Mond und wieder zurück. Da wartet schon eine Extrawurst auf dich. Die Freude will mir ihren Garten Eden schmackhaft machen. Und ich denke: „O man o man, seit Tausenden von Jahren ist der Mond der Gefährte der Liebenden. Daneben beginnt schon Traumland.“ Es pochert an meiner Stirn. „Soll ich mich jetzt als ein wiedergeborenes Kind einer Zirkusfamilie sehen? Alles ist bunt. Davonlaufen. Verwirrt- verwirrter!  Bonjour Tristesse!

Eine Rose symbolisiert für mich den Großwunsch meines Herzens

rose nur ein großerwunsch im herzen

 

Zum Glück gibt es noch einen genialen Trainer in mir: die Liebe

Und die sagt mir: „Alles fühlen, Martina.“

Wenn du wegläufst, läufst du vor einer ungeheuren Möglichkeit davon. Gehe langsam zurück, öffne in deinem eigenen Haus die Tür. Lass neuen Wind herein. Betrete dein eigenes Unbewusstes. Warte ab. Die Liebe sagt: Ich werde tun. Und sie sagt: Ich werde nichts tun. Erst wenn sich etwas beruhigt hat, kann etwas geschehen.

Wir bemühen uns nicht traurig zu sein, ruhig zu sein und nicht ängstlich, klar zu sein und nicht verwirrt, verständnisvoll und nicht verärgert. Trotz aller Anstrengungen, unsere Reaktionen auf das Leben zu formen und sie nacheinander abzuspielen, trotz unserer Angst vor bestimmten Gefühlen, ist es doch vor allem das Durchfühlen von alldem.

Wir müssen manchmal aufschrecken. Wir brauchen das stille Sitzen. Die Trauer kommt, die Trauer geht. Wir verletzen einander und manchmal geht der Schmerz so tief, dass wir uns nicht mehr trauen. Wunden leckend ziehen wir weiter. An manchen Tagen haben wir einfach Angst und an anderen lebt das Glück und die Freude in uns auf. Manchmal müssen wir die Schmerzen der Ent-Täuschung durchmachen. Manchmal muss einer den Täuscher  für uns spielen, damit wir den Täuscher in uns erkennen. Manchmal müssen wir zurückgeworfen werden.

Wahrheit ist nie verschleiert.
Wenn wir sie nicht sehen, dann liegt es daran, dass wir die Augen geschlossen halten.

Ich glaube, das Wichtige ist, dass wir in uns kein Gefängnis machen, sondern jedes Gefühl ganz und gar in  liebevoller Haltung in uns annehmen.  Jenseits aller Sprache ist die Berührung die alles verbindende Geste, die Energie, die alles Leben in uns mit allem Leben außerhalb von uns verbindet. Durch unsere Gefühle – und nicht um sie herum -finden wir einen Ort, den man im Zen die „Einfache Gegenwärtigkeit“ nennt. Sie ist die „Nahrung des Verstehens“.  Nicht die Weigerung des Fühlens, sondern das Annehmen aller Gefühle, die gefühlt werden wollen und sollen, ist der Weg der Erkenntnis. Das heißt nicht, dass man sich in die Sonne stellt und schmort. Oder sich auf ein Nagelbrett legt. Es geht darum, den Dingen in die Augen zu sehen – so wie sie sind.

Wir können in einer Scheuklappenwelt aus Träumen leben. Es ändert nichts daran. „Draußen“ wartet die Wahrheit.
Sich selbst gegenüber wahr sein.

Übergib dich der Ausatmung und lass dich mit dem Einatmen füllen.

Handeln in Liebe folgt dem Herzensimpuls.

 

PS.: Und vergessen Sie bitte nicht:

Was wir für das Leben halten, ist nur ein winziger Ausschnitt aus der Wirklichkeit. Das Leben selbst ist ganz anders.
Das Leben  ist eine Reise des Geistes durch Materie. Einzig das Gefühlte zählt. Das Gefühlte ist das Gelebte.
Ein Traum kann so ermüden wie Arbeit. Wenn ich einem rasenmähenden Menschen beim Mähen beobachte,  mähe ich den Rasen quasi mit. Wir können Abenteuer reglos durchleben. Alles ist letztendlich eine Wahrnehmung von uns.
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fühlend

 

„Wenn alles mit Gleichmut betrachtet wird, kehren wir zu unserer
Selbst-Natur zurück.“ (Zen-Weisheit)

Panta rhei.
Alles fließt.

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Wer fühlt, gewinnt!

Wer fühlt, gewinnt!

Foto: Y.

Eine Änderung des Gefühls ist eine Änderung des Schicksals. Wir wir fühlen, so erleben wir das Leben.  Das Unbewusste ist nicht selektiv. Es ist unpersönlich und hat keinen Respekt vor Personen.

„Das Unbewusste empfängt die Idee aus sich selbst durch Gefühle des Menschen. Das Unbewusste akzeptiert das als wahrmaedchenimantel, was ich als wahr empfinde.  Und laß dich dabei nur nicht von Umständen oder Menschen entmutigen, die dich davon überzeugen wollen, die Ich-bin-Behauptung sei absurd.  Lipton ist davon überzeugt, das Unbewusste ist eine Datenbank, emotionslos, mit gespeicherten Programmen, und deren einzige Funktion bsteht darin, Umweltsignale zu deuten und fest verdrahtete Verhaltensprogramme ablaufen zu lassen, ohne Fragen zu stellen oder Beurteilungen abzugeben. Das Unbewusste ist ihm zufolge quasi eine programmierbare Festplatte, auf die unsere Lebenserfahrungen downgeloadet werden. “

„Wie? Ich liege also im Bett und am Bett steht ein Computer für mich bereit, der darauf wartet, mit der Arbeit anzufangen, sobald ich wegdöse und mein bewusstes Denken hinter mir lasse? Von dort lade ich mir sämtliche Ich-bin-Formulierungen herunter. Und mit all jenen Ich-bin-Aussagen schlafe ich ein? Der Computer ist riesiiiiig!“
„Ja, genau. Ich bin, der ich bin. Nicht, ich werde sein und dann darauf hoffen. Und vergiß nicht, dein Unbewusstes ist Teil des einen…Geistes.  Nimm besser gute Gefühle mit in deinen Schlaf.  Das Unbewusste erfährt Prägungen nur durch die Gefühle des Menschen und gibt ihnen auf eine Weise, die nur es selbst kennt, Form und Ausdruck. Selbst Einsteins Erkenntnisse der Quantenphysik führten ihn zu der Aussage, die Zeit sei eine Erfindung des Menschen und im Grunde ein Illusion. Und Thoureau bemerkte, unser wahres Leben findet statt, wenn wir in unseren Träumen wach sind.  Also sei eine wache Träumerin!  Der Schlaf ist die Tür, durch die der bewusste Geist hindurchgeht, um schöpferisch mit dem Unbewussten verbunden zu sein.
Wer fühlt, gewinnt! … Und der Glanz wird ganz von allein dein sein.  Erlebe deine Stärke, deine Vollkommenheit. Sie liegt in dir. Öffne dich für dein Licht. „

Was gesagt werden muss (Teil2)

Was gesagt werden muss (Teil2)

„Jeder Mensch ist in unserem Leben entweder ein Test, eine Herausforderung oder ein Geschenk. Du bist alles zusammen“,erkläre ich.  Das saß.
Ich sollte auf etwas hinweisen. Vor mir stand ein riesiges Stück Erdbeertorte. Der Schaum meines Cafè Latte klebte an meiner Oberlippe. Meinem Nokia war bereits die Energie ausgegangen. Wir saßen seit viereinhalb Stunden im Kaffeehaus.
„Das ist  soooo was von sexy“, meinte Önnemarie. Ihr Grinsen verschwand und wich  einem finsteren Stirnrunzeln. Sie warf  ihre rotblonden Haare über die Schulter. Offensichtlich hatte ich einen empfindlichen Nerv getroffen. Ehrlich gesagt, so anstrengend wie sie auch manchmal ist, und manchmal fehlt ihrem Haar kinetische Energie, aber wenn sie mir mit ihrem Shirley Temple Lächeln ins Gesicht blickt, möchte ich keine andere kluge Freundin an meiner Seite wissen.  Andere sind langweilig wie eine Salzstange. Sie nicht. Sie ist witzig, mit einem lieben Lächeln ausgestattet, ihre Geisteblitze inspirieren mich,  sie deutet nur allzu gerne E=mc² in E=mc³+² um und weckt mich jeden Samstag mit dem großen Diagramm einer Plasmakugel, ich noch mit  dem Geradebiegen meiner Arme aus der Schlafstellung heraus beschäftigt , sagt sie mir  mit einem Achselzucken: Gut. Dann soll es eben nicht sein. Wenn man mit jemandem nicht richtig reden kann, wie soll man dann.., dazu ist sie noch beschenkt  mit einer auffallenden Neigung, alle elektrischen Geräte kaputtzumachen. Ich find sie nett. Ja, echt nett.
Sie schenkte mir gerade kein Lächeln.
„Darum geht es doch überhaupt nicht!“, protestierte sie.
„So, worum geht es denn dann?“, fragte ich.
„Oh man“, seufzte sie. „Es geht ums das Leben.“
„Ja, klar ich bin ein Wirbel aus intergalaktischem Staub, ein Hauch dunkler Materie und unsere Begegnung ist garantiert kein Zufall. Ich brauche eigentlich gar kein Erinnerungsvermögen. Ich habe dich in meinem Leben.“
„Jesus. Du hast es endlich verstanden! Schiebe niemandem die Schuld in die Schuhe. Ich bin nicht zufällig in deinem Leben. Wir bekommen, was wir uns wünschen. Es mag ein wenig dauern, aber es kommt in dein Leben.  Morgen, nächste Woche, nächsten Monat, vielleicht erst nächstes Jahr oder erst im nächsten Leben. Dies ist eins von den gefährlichen Gesetzen.   Du wünschst dir Wissen? Dein Kopf wird zu einer großen Bibliothek werden. Nichts als Wörter und Wörter und Wörter, aber nichts Handfestes. Und dann leidest du. Du wünschst dir Unabhängigkeit. „Selig die Unabhängigen und Erwählten sagte Jesus.  Du wirst vermutlich ein Erdbeben auslösen. Oh, die Gesellschaft wird sich an deine Fersen heften. Sie gestattet niemandem, unabhängig zu werden. Du wirst ihnen ein ungutes Gefühl geben, wenn du zu einem Unabhängigen wirst, weil deine bloße Anwesenheit sie an ihrer Existenz zweifeln lässt.“ Nur weil deine Wünsche in Erfüllung gehen, wartet nicht per se das einfache und glückliche Leben auf dich.“

„Ich stehe also in einer Schlange von Wünschern?“ Die Frage blieb in der Luft hängen.  Ich schluckte krampfhaft eine Erdbeere hinunter.

„Alles, was wir begreifen müssen für dieses Leben wurde uns mitgegeben. Es ist da. Auch wenn wir es nicht sehen können. Alles, was wir je brauchen werden, tragen wir in unserem Inneren. Wir müssen uns nur darum kümmern, ständig, nicht nur sporadisch. “

„Ich soll mich um etwas kümmern, das ich weder sehe noch hören noch berühren kann? Und überhaupt, wenn alles eine Illusion ist. Kannst du mir sagen, wie ich in diesem falschen Theater und mit diesen falschen Gesichtern Erfolg haben soll?“ Ich klappet den Mund auf, doch plötzlich war weg, was ich noch sagen wollte. Mein Magen knotete sich zusammen.
Irgendwann wird einem sogar das Seltsame vertraut. „Wir müssen uns ja nicht für das eine oder das andere entscheiden, nicht wahr?“, fragte ich.

„ Du kannst es nicht greifen. Du kannst es nicht hören, nicht fühlen, nicht sehen. Es kommt vom Herzen her.  Werde kein Opfer der Logik, des Intellekts, noch werde Sklave deiner Gefühle. Geh darüber hinaus. Sei einfach. Und um deine Frage zu beantworten, wie du in der Welt der Illusion Erfolg haben sollst. Zunächst, es gibt keinen der Erfolg hat. Selbst die Großen scheiterten und scheitern noch immer. Napoleon scheiterte. Alexander der Große scheiterte.  Banker, die vorgaben vom Bankgeschäft etwas zu verstehen, liessen uns Banken in schlimmsten Zuständen zurück.  Sei einfach nur. Wenn dein Sein stimmt, dann wird alles, was du tust, automatisch stimmen. Wenn du nicht im Zentrum bist, nicht authentisch bist, dann kannst du tun, was du willst, es wird falsch sein. Es ist nicht entscheidend, was du tust, sondern wer du bist. Wenn du dich für eines entscheidest, schließt du zugleich alles andere aus. Wir müssen durch unsere Empfindsamkeit und Empfänglichkeit, selbst für die kleinsten Hinweise, aufmerksam sein. Achtsam sein und zulassen, was immer vor unseren Augen verwandelt wird. Bewegung und Ruhe. Du verstehst?
„Nein.“
„Bring Bewegung und Ruhe zusammen. Es gibt  dann keine Widersprüche mehr in dir.  Wir sind in der Menge, gehören ihr aber nicht an. Wir gehen, aber in unserer Mitte ist keine Bewegung. Mitten in der Welt und ihr dennoch entsagend. Wir haben keine Wünsche und arbeiten dennoch weiter. Ohne jedes Motiv atmen und leben wir dennoch. Bewegung im Dienste anderer. Es gibt keine Garantie, dass das Leben so weitergeht, wie du es gekannt hast. Aber du kannst dir sicher sein, was auch immer durch deine Sinne zu dir kommt, ist ein vertraulichen Zeichen für dich, ein Geschenk, dass dich aufwecken soll und zugleich ein Memento: Eine Erinnerung an die Arbeit, die du zu tun hast.

Alles, was die Quantenphysik und ihre Philosophie in den letzten hundert Jahren wissenschaftlich untermauert, das, worüber sogar große Magazine mittlerweilen berichten mögen, war bereits 500 Jahre vor Christi Geburt Bestandteil der Lehren von Philosophen wie Parmenides oder Empledokes  und anderen Gelehrten jener Zeiten. Es ist Wissen, dass immer schon existierte. Es ist uraltes Wissen.  Innen wie Außen. Unten wie oben. Alles ist in dir. Nichts existiert unabhängig von dir.  Ja, irgendwann musst auch du im 21. Jahrhundert ankommen“, meinte Önnemarie grinsend.
„Spielst du gerade Proteus? Was bedeutet, alles ist in mir?“, fragte ich.
Sie lachte. „Es ist der Senfkorn,  der auf gepflügte Erde fällt…Erinnere dich an deinen Religionsunterricht.  Wir tragen dasselbe Saatkorn in uns. Das gesamte Universum ist in dir.  Und um dich gänzlich um deinen Verstand zu bringen, nicht wir sind in die Welt geboren. Die Welt ist in uns geboren worden.“ Worüber sich meine kluge Freundin köstlich amüsierte.

Buddhisten

Thailand. Quelle:CBS

„Ich glaube, ich könnte Buddhistin werden“, unterbrach ich sie.

„Ach,  der verlorene Sohn, die verlorene Tochter mit Facebook-Profil?…..Wie dem auch sei…die Realität liegt jenseits unserer Existenz. Erkennen können wir nur aus unserer innersten Daseinsquelle.  Es gibt keinen anderen Weg. Alles andere sind Täuschungsmanöver. Techniken der Selbstverteidigung, Panzer, rings um dich. Aber auf welchen Punkt läuft dieses Leben hinaus? Was erreichen wir dadurch? Nichts wirklich Gutes.

Mit all jenen Erkenntnissen erhalten die Worte Jesu eine ganze andere Substanz für mich“, sagte sie.  Jesu gehörte zur Schule der Essener. Die Quantenphilosophie sagt: Der Geist schafft Materie. Nun, Jesu sagte nichts anderes:  Wenn das Fleisch um des Geistes willen ins Dasein gekommen ist, so ist es ein Wunder aller Wunder… Das Bewusstsein ist die Quelle, die Welt ein Nebenprodukt.
Geht hin und heilt Menschen –  Geht hin, und gebt ihnen ihr Zentrum. Wir sind  so sehr in Gedanken und in der Welt verstrickt, wir sollten im Sein wurzeln. Denkt an das, was aus euch herausgeht, kümmert euch nicht so viel darum, was hineingeht. Wie transformieren wir Beleidigungen? Kommt Liebe oder Hass?  Worauf es ankommt, ist, nie zu vergessen, dass du es in dir verwandeln musst. Wenn du nur ständig darüber grübelst, was hineingeht, entwickelst du nie Seinspotential.  Nur Lügen tun geheimnisvoll. Die Wahrheit ist immer wie eine offene Hand, sie ist niemals wie eine Faust. Und er sagt: Wirf alle Orientierungen fort, wirf alles, was außen ist, fort, und komm zum innersten Kern, wo nur du bist, wo nur das Sein pulsiert. Wenn an der Tür ziehen steht, darfst du allerdings nicht immer drücken. Und was nicht entstanden ist im Herzen des Menschen, das werde ich euch geben. Es gibt keine Zufallsbegegnungen. Es gibt – und wenn ich es nicht selbst erfahren hätte, würde ich es hier nicht benennen – es gibt andere Wirklichkeiten hinter dieser Welt der Illusion.“ Önnemarie hatte ihren Zweifel, ob sie darüber reden konnte. Ich weiß ja nicht, wie es bei dir ist, aber ich…ähm also,  es gibt da Licht, es gibt da so ne Art Meister, die im Geiste an Menschen weiterarbeiten.“

„Was? “ Ich machte Augen wie Papierschlitze.

„Na, Geistheiler eben“, sagte Önnemarie mit einer Geste für Verlassdichaufmich.  „Man könnte sie auch Wegweiser nennen. Schamaninnen beispielsweise.  Es gibt ja auch Kristalle. In fast allen Kulturen sind Kristalle seit Jahrhunderten dazu verwendet worden, Krankheiten zu heilen. Jedes Kristall hat seine eigene Schwingungsfrequenz. Es liegt nicht nur eine höhere Ebene der Wirklichkeit, jenseits all dieser Realitäten liegen viele höhere Ebenen der Wirklichkeit mit noch höheren Schwingungsfrequenzen. Und jede Daseinsebene gehorcht ihren eigenen Gesetzen und Prinzipien. Nicht zu vergessen, die Kristallschädel. Alle  indigenen Völker Lateinamerikas sind davon überzeugt, sie tragen kosmische Geheimnisse, Ideen und bedeutsame Mysterien aus längst vergangenen Zeiten in sich“, sagte sie.

Ich zeigte keine Reaktion. Die Spannung hielt noch eine ganze Weile an. Etwa eine gefühlte Stunde. „Ich möcht jetzt einfach nur die Augen schließen. Nicht mehr denken. Ich fühle mich zerknittert. Ich verkrafte  heute kein einziges scheinbar harmloses Wort mehr.“

Gesagt, was gesagt werden muss

Gesagt, was gesagt werden muss

„Wir Menschen leben in aller Regel in einer Welt, die völlig von Täuschung beherrscht wird. Am Anfang steht nicht die geringste individuelle Freiheit. Erst lässt etwas unsere Seelen vom Himmel fallen. Zyklus um Zyklus, immer wieder hoch und runter, runter und hoch. Wir haben keinen freien Willen. Es ist uns nur vorherbestimmt, dies zu glauben. Alles blanke Eitelkeit. Schau dir an, wie leichtgläubig wir sind. Dass jemand, der vorgibt uns nicht zu täuschen, uns dennoch täuscht, ist doch unvorstellbar. Nicht wahr? Und doch ist es unser Alltag.“

„Wie bitte? Keinen freien Willen. Damit stößt du sämtliche große Theorien, die  unser gesamtes demokratisches Weltbild prägen in Grund und Boden.“ Ich entwarf selbst Szenarien, aber eigentlich glaubte ich die Geschichten meiner klugen Freundin natürlich nicht. „Jede Seele wird aus dem Himmel gerissen? Recht unbewusst gegen unseren Willen, gezwungen mitzuspielen? Immer hoch und runter. Auf Dauer ganz schön ermüdend! Und dann landen wir auch noch in der Illusion, immer wieder aufs Neue? Das klingt ja wie eine Tragödie. Es kann doch nicht viel Schlimmeres geben, stetig von der Illusion der Freiheit wieder hinab in die Illusion zu gelangen, um festzustellen, alle Entscheidungen sind längst für uns getroffen. Sogar die Sehnsucht? Sogar unser Wachsen und unseren Weg bewusster zu werden, soll durch unser inneres Wesen vorherbestimmt sein? Ob wir aufstehen oder sitzenbleiben, ob ich dir weiter zuhöre oder nicht, ob wir die Arme bewegen? Der freie Wille eine Illusion? Dann sind wir doch an dem Punkt völliger Sinnlosigkeit angelangt? Dann leben wir in einer Welt der totalen Täuschung“, sage ich.

Ich kaute auf der Unterlippe und schaue meine kluge Freundin verwirrt an.

Önnemarie nickt. „So ist es. Und dazu sind wir auch noch dazu verpflichtet, die volle Verantwortung für unser illusionäres Spiel zu übernehmen und alle illusionären Konsequenzen zu tragen. Alles vorherbestimmt durch absolute Gesetze.“

So dumm es klingt. Ich kam mir vor, als hätte ich eine Antwort gefunden. „Darum stellen wir vermutlich so häufig den Fernseher an, geben Nachhilfe, machen einen Theaterworkshop nach dem anderen, belegen Selbsthilfeprogramme,  manische Stepptänze, kaufen den letzten Modeschrei und verbinden Erfolg mit Besitz. Darum drehen wir hier die größte Show der Welt. Lassen nur die besten Noten in der Schule zählen, beharren auf unangefochtene Rechtsansprüche von Fotos, Buchstaben und allerlei, hopsen, posieren, blitzen, prahlen. Darum haben alle, die sich zu den vermeintlichen Gewinnern zählen, eine laute Stimme und wir damit ein lautes Land. Wir leben an einem Punkt völliger Sinnlosigkeit? Wenn wir Pech haben landen wir nach einem hoch und runter wieder  hier unten, erneut  die Dimension der größeren Wirklichkeit völlig außer Sicht? Klingt verdammt optimal. Wir heften uns an die Illusion einer Freiheit? Alle Entscheidungen sind für uns schon getroffen worden. Dann könnte ich doch einfach nur noch Ich selbst sein. Wozu all die Sorgen, das Hoffen, das Warten, die Auf und Ab`s?“

„Vermutlich. Wir sind hier, um unglaubliche Erfahrungen zu machen. Die Freiheit, die wir entdecken sollen, ist die Freiheit, bewusster zu werden.“

„ Wieso sollen wir hoch und runter geschickt werden,offensichtlich immer wieder in die erneute Unbewusstheit hinein- schau dir diese Welt an? Das klingt doch sinnlos. Irgendetwas kann einem hier, gelinde gesagt, ziemlich falsch vorkommen.“ Meine Augen wurden ganz schmal.

„Na, vielleicht liegt gerade der Sinn in der Sinnlosigkeit verborgen? Önnemarie war ganz ernst, als sie es zu mir sagt.

„O Captain. My Captain. Du wirst ihn mir sicherlich gleich erklären – den Sinn?“

GlobusÜberhaupt machte es Önnemarie Spaß, alle möglichen spannenden Schlüsse zu ziehen: „Nichts stimmt nicht, außer dass wir nicht verstehen. Es scheint  so etwas zu geben, wie die endlose Bewegung. Wenn wir hinschauen, sehen wir ständig Veränderungen. All das spielt sich vor unseren Augen ab. Ruhelos rennen wir umher. Bindung -Trennung, Gewinne – Verluste, Leben – Tod, Tragödien – Wiedergutmachung, Illusionen und Befreiung davon, Abenteuerlust – Heimweh, Täuschen – Enttäuschen, also sich von meinem Bild der Täuschung befreien. Panta rhei – alles fließt. Der Kosmos schiebt auch unaufhörlich alles vorwärts und rückwärts.

Schau tief, ganz tief hinein. Lass dich darauf ein und du landest im Kern all dessen,  in der Bewegungslosigkeit. Beobachte die Magie. Es ist alles eine Frage der Wahrnehmung. In Wirklichkeit ist es völlig egal, was wir tun. Wir sind einfach da, wo wir gerade sind. Und als Teil der Illusion tun wir weiterhin, was wir tun müssen. Wir ziehen unsere Runden.“

Stille ist das größte Geschenk. Und dann wurde ich ganz komisch rot. „Totaler Quatsch. Wenn ich deiner Logik folge, sind wir nicht nur da, wo wir gerade sind, sondern wir sind genau da, wo wir immer sein werden.“
„Überhaupt kein Quatsch. Arbeit doch endlich einmal an der unsichtbaren Seite des Lebens“, sagt Önnemarie verärgert.

„Das heißt, ich habe in meinen vielen Leben herauszufinden, welcher Art Entscheidungen für mich gesetzt sind?“

„Vermutlich. Wir möchten SEIN. Und das können wir nur, wenn wir uns in dem finden, was durch uns zum Ausdruck gebracht werden will.  Selbst die Sehnsucht nach Wachsen, nach Bewusster werden wollen, ist durch unser inneres Wesen vorherbestimmt. Ja, es stimmte, eigentlich bräuchten wir nur WIR SELBST SEIN. Sieh hin, wie weit wir von unserer Seele getrennt leben, eigentlich von allem, mit dem wir -wenn auch nicht sichtbar – verbunden sind, ob es uns gefällt oder nicht. Die Anteile, die du an einem anderen Menschen ablehnst, die dich stören, haben mit dir zu tun, weil du sie selbst in dir trägst. Du kannst mich tief in dir finden. Denke gut nach über diesen Satz.

Du kennst Jesus Wachstumsgleichnis? Es wächst Kraut und Unkraut zugleich auf dem Acker. Die Arbeiter behaupteten, es sei vom Feind gesät und fragten ihren Chef, ob sie das Unkraut ausreißen sollen. Der sagte: Nein, beides soll  bis zur Ernte wachsen. Vollkommen werden, weil wir über uns selbst hinauswachsen können.  Im Vertrauen darauf und richtet nicht, heißen die zentralen Worte, die sich im Gleichnis verdichten. Es gibt kein klinisch reines Wachstum. Wir erfahren Schönes und weniger Schönes, Gelungenes und das Scheitern im Leben. Wir sind Helles und Dunkles. Wir erfahren im Einsetzen unserer Talente für andere, auch die eigene Unvollkommenheit.
„Magnifico!“, sage ich. „Halali meine Liebe. Gleich werfe ich dir Rosen zu und jubel: Bravo, Önnemarie, bravo!“  Ich fuchtel dazu mit der Hand so olè-mäßig umher.

„Es ist okay. “
Wenn andere einen Willen haben, hat Önnemarie einen Weg. Sie fuhr fort.

„Die Qualität wächst in unserem Leben durch unsere Sehnsucht und die daraus resultierende Zielstrebigkeit. Wenn sie der Vergeblichkeit Platz macht, landest du in einer größeren Wirklichkeit – sie liegt nur knapp außerhalb unserer Sichtweite. Das Problem ist, dass es in unserer Welt, wie wir sie uns gebaut haben, keine Übertragungslinie gibt. In unserer Welt der Vernunft ist kein Platz dafür. Wir müssten erst mit der Sense eine Schneise mitten hindurch durch unsere fest verwurzelten Vermutungen schlagen. Wir können uns gar nicht mehr vorstellen, wie viel Herzeleid dieses Leben einer Illusion in uns bewirkt. Wir identifizieren uns so klug, nehmen  unsere eingebildete Ernsthaftigkeit als  gegeben, und haben sogar die Stille vergessen.“

Diese sonnenklare These hatte sich im Kopf meiner klugen Freundin eingenistet. „An irgendetwas müssen wir Menschen uns doch aber halten können? Etwas Festes und Greifbares! Wenn das, an was ich glaube, was ich sehe, im nächsten schon nicht mehr ist… Ich kann doch nicht nur kleine Comic-Piepvögelchen in meinem Kopf herumzwitschern lassen. Ich muss doch irgendwie in dieser Gesellschaft funktionieren. Mit ihr mitgehen…“

„Wie Recht du hast.  Nun, es kann für eine bestimmte Zeit auch genau das Gegenteil bedeuten. Nicht mitgehen mit dem Strom der Masse, wenn die Zeit es verlangt. Streit im richtigen Moment einsetzen.  Alles hat seinen Ort und dient seinem Zweck. Manchmal lernen wir mithilfe von Liebe, Freundlichkeit und sanften Worten. Manchmal hilft uns das Schneidende eines Schwerthiebes. Manchmal gibt es Zeiten, in denen man nicht anders kann, als zu zerschneiden und zu zerstören. Keine Spur eines klebrigen Kompromisses, weil dein umherirrender Verstand keinen Handlungsspielraum zulässt. Voller Angst. Und für das Feste, das Greifbare hast du ja den Verstand.  Dafür wurde uns die Vernunft schön geredet. Dafür wurde uns versprochen, wir könnten in unsere Realität durch Argumentation und Vernunft hineinschlüpfen. Moralische Berechtigung, legitime Gründe, der angebliche Spiegel der öffentlichen Meinung, der dreist noch als Weisheit bezeichnet wird. Dafür studieren sie alle sorgfältig, um uns über das wahrhaft Rechte, das Gute als gut, das Böse als böse bezeichnen. Gut ist nach jenen Lehrsätzen, wenn ein Rechtsanwalt den Richter über den Tisch zieht und ihn belügt, dass sich die Balken biegen. Hier liegt ein systemimmanentes Problem vor. Die Kunst der Notwendigkeiten, niemand kennt sie besser als Rechtsanwälte sowie faule und gescheiterte Betriebswirte. Täuschung ist für sie der Schmuck der Weisheit“, sagt sie.

„Uuuh“, machte ich ganz lange und kippelte mit meinem Stuhl und trommelte mit meinen Fingern auf den Tisch. “ Sich also nicht täuschen zu lassen, ist noch viel dümmer, als sich täuschen zu lassen? Ich bin ein niemand – wenn ich nicht gleich in deinem Magischen Zirkel aufgenommen werde und zum Dank ein Stück Erdbeertorte bekomme.“

Önnemarie nickt und lacht Zähne zeigend los: „Sprich über die Wahrheit und du verlierst sie aus den Augen. Begreife die Illusion und du findest die Wahrheit mitten in ihr. Gorgias, griechischer Sophist, der alle ethischen Wertvorstellungen verneinte – ein Nihilist. Für Nietzsche war der Nihilismus eine dekadente Entwicklung der abendländischen Kultur, ein Durchgangsstadium, aus der ewigen Wiederholung des Gleichen wuchs sein Übermensch heraus – Also sprach Zarathrusta. Schätze die Macht der Täuschung, und du stehst der Wirklichkeit von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Nimm sie an, und du hältst die Wirklichkeit im Arm. Sei wie Schauspieler. Das Leben, das wirkliche Leben erwartet von uns, dass wir unsere Rolle gut spielen. Nochmal Gorgias.“

„Aber wir haben doch Traditionen, unsere eigene Kultur, sichtbar von Generation zu Generation weitergegeben. Zugegeben mitunter verwässert, eingerostet„, sage ich mit ausdrucksloser Miene.

„Haben wir. Das Problem ist nur, wir glauben in unserer Bescheidenheit, diese sichtbaren Traditionen seien die einzigen, die existieren. Wir wollen uns einfach nicht als ein beängstigt hilfloses Menschenwesen erkennen, das ein Leben führt, das gar keines ist. Zeige mir bitte, wo das geringste Fünkchen echtes Gewahrsein ist. Wir leben in und von der Angst in dieser Welt scheinbarer geistiger Gesundheit. Geschlossene Handflächen. Unsere ganz normale Welt der Sinne. Vertraue deinen Sinnen, vertraue der Kirche, vertraue den Politikern, vertraue den Ärzten, vertraue den Medien, vertraue deiner Familie, deinen Freunden…Alles greifbare Symbole in unserer Welt. Angezogen von herumwirbelnden Farben in einer scheinbar äußeren Welt irren wir umher. Wir wandern gedanklich ab, rennen von einem Zustand in den nächsten. Wenn du just im Moment denkst, hast du den gegenwärtigen Augblick bereits verlassen. Wir haben Sinne, nutzen sie aber nicht, sondern lassen uns von ihnen benutzen. Hin und her. Drehen das Hinten nach Vorne, das Unten nach Oben.  Und wir glauben auch noch, wir könnten das Ganze sehen. Uns beim Sehen sehen, uns beim Berühren wahrzunehmen, dich als jene erleben, die berührt wird, schaffen wir immer mal wieder für wenige Momente, wenn überhaupt. Und schon sind wir wieder im Traum. Wir halten uns höchst selten im Augenblick des Jetzt auf.
„Naja, im gegenwärtigen Augenblick zu sein,  ist auch bei weitem anstrengender, als unser umherirrender Geist. Vielleicht kann diese Haltung zum Leben  noch irgendwo in meinen Tageskalender hineinquetschen.Ich presste Hände und Füße zusammen und verwendete den Gesichtsausdruck einer genialen Frau. Das meinte ich als Witz.

Önnemarie hakte nach. „Glaubst du wirklich, es sei einfacher mit einem Verstand zu leben, der alles außer Acht lässt, was  außerhalb seines Zuständigkeitsbereiches liegt, unsere Realitäten verzerrt, damit wir uns in der Welt der Täuschung zurechtfinden können? Handflächen öffnen können, die Welt der Stille in  sich öffnen, alles hellwach wahrnehmen, das Gemeinsame, das verbindet entdecken,  von ganzem Herzen annehmen,  zeitlos, ortlos, statt in einem ruhelosen Verstand umherzuirren, soll anstrengender sein? Entdecken, was hinter dieser Bewegung liegt. Meinst du nicht, dass es viel interessanter ist es, zu entdecken, was es bedeutet, sich in völliger Stille zu bewegen? Stell dir vor, eine außergewöhnliche Meditationstechnik wäre jetzt etwas vollkommen Gewöhnliches, so dass jeder darüber verfügt, ohne sagen zu können, was es eigentlich ist.

herzmenschen

Herzmenschen in Mexico

„Ich halte nichts davon, dass man etwas, was dem Menschen bereits innewohnt, zu einem Instrument erklärt, um mich am Ende noch tiefer im Schlaf zu wiegen! Ersatzstoffe bleiben Ersatzstoffe. Den Schmerz in uns darüber zu betäuben, dass wir im Innern sehr wohl wissen, es fehlt uns etwas. ..Man kann nur machen, indem man macht. Erst jüngst sah ich im Dokumentarfilm Das alte Tibet. Was hat es für einen Sinn, wenn ein Mensch sich für 16 Jahre in die Isolation  zurückzieht und sich und anderen beweist, dass er fast ohne Essen auskommt, sich immaterialisieren kann?“  Der allerkürzeste Moment trat in mein Leben ein.  Er kam so schnell wie ein Blitz und verschwand wieder. Ich handelte ungewöhnlich zielstrebig, inspiriert durch meine kluge Freundin. „Ich denke nur, du bist das, was ich sehe. Ich lulle mich in meinen Traum ein. Fertig. Basta. Mit allem anderen bin ich überfordert. “

„Na ja,  dann eben dichtgedrängte Gedanken, die sinnlose Aussicht auf ein paar weitere kurze Jahre, die dafür verwendet werden, noch dichtgedrängtere Gedanken zu machen. Streben nach den zehntausend wertlosen Dingen, die unsere Sorgen abstumpfen.“

Ich wusste, dass ich am liebsten Nein gesagt hätte, aber andererseits dieses… Hey, ich wollte ein Erdbeertörtchen essen und nicht wie Treibgut im Fluss der Erkenntnis treiben. Komm schon, gehen wir?“
„Jetzt gleich?“ fragte sie.
„Natürlich jetzt gleich.“
„Ich kann nicht. Ich möchte dir noch etwas erzählen.“

to be continued…

Kleine Selbste inmitten all dessen, was wir wahrnehmen

Kleine Selbste inmitten all dessen, was wir wahrnehmen
„Hallo Königin des Lichts! Ich habe geputzt.“

Wenn meine kluge Freundin putzt, ist das experimentell zu verstehen. Um die Spannung zu erhöhen, sagt sie. Danach ist der Kühlschrank immer nach Themenbereichen sortiert.
Seitenblick zu ihr. Wieder schaut mich Önnemarie an. Sie macht sich keine Mühe ihr Das-soll-doch-wohl-ein- Witz-sein-Gesicht zu verbergen, was ich ignorierte. Ich hänge an meinem Seil, kopfüber, sanft kreisend über meinem Schreibtisch. Das macht Dan Brown auch.

„Ich schufte im Stillen und habe keinerlei bewusstes Wissen darum, was ich tue, geht diese Arbeit unterhalb meiner Bewusstseinsebene vonstatten.  Keine Hände, keine Füße, keine dichtgedrängten Gedanken können mir helfen. Die Samen müssen gegossen werden, nur mit einem anderen Wasser.  Ich brauche Licht, aber nicht von der Sonne“, rufe ich und lasse mich auf einer Woge des Nicht-Leiden-Könnens zweimal kreisen.

„Ach ja? Geht die Arbeit denn gut vonstatten?“

„Diese Handlung braucht keinen Bezug außer auf sich selbst.“ Ich atme tief in mich hinein.

„Du suchst also mal wieder nach Worten“, fragt sie.

„Genau, liebe Önnemarie. Wir können nicht alle in der Cheops-Pyramide unterkommen, um positive Schwingungen auf uns einwirken zu lassen. Es gibt einfach keinen anderen Ort, an dem sie sprießen, außer tief dort unten. Dort, wo es nichts mehr zu lernen gibt“, antworte ich.

„Eine recht elementare Beobachtung, findest du nicht?“ , merkt meine kluge Freundin schnippisch an.

Überlege kurz.
„ Ja. Und zutiefst verwirrend dazu, wenn  du erfährst, dass dir nichts fehlt und du alles, was du je brauchen wirst, in deinem Innern trägst. Noch verwirrender aber, wenn du noch nicht sehen kannst, was dir gegeben wurde, und womöglich in die alten Muster zurückfällst, des Immermehrwollens und wertvolle Zeit darauf verschwendest, dir Gedanken über etwas zu machen, was dich nichts angeht, wie zum Beispiel anderen ihren Eigentum neiden. Nichts mehr zu lernen gibt es nicht etwa deshalb, weil du dann alles weißt, sondern ganz im Gegenteil, weil du es dir nun endlich erlauben kannst, gelassen zu werden und nichts zu wissen – in der ruhigen Gewissheit, das alles, was du wissen musst, sich dir im rechten Moment bekannt machen wird.“

haengend

Zeichnung:Kunze

„Ach so, du hältst dich gerade mal wieder im Meer aller Möglichkeiten auf. Spielst du das Orakel von Delphi?“ (im Alterum das berühmteste aller Wahrsagezentren, schon in den Schriften von Homer erwähnt)

Ihre letzte Bemerkung hatte den Effekt, dass ich sie -naja, dass ich sie plötzlich nicht mehr ausstehen konnte. Mir sagen, was Sache war? Mich verwässern wollen? Mich verkürzen, also das kann selbst den friedfertigsten Menschen…

„Nein, ich spiele nicht Erdmutter Gaia. Alle Bilder der Welt des Geistes sind in einem einzigen Staubkorn sichtbar. Buddha-Sutra, um 420 ins Chinesische übersetzt“, sage ich in überheblichem Ton.  Wissenschaftlich ausgedrückt: das gesamte Universum spiegelt sich in jeder kleinen Zelle. Hologramm ähnliche, resonante Muster im energetischen Geschehen. Wir sind durchwirkt von resonanter Energie, meine Liebe“, bemerke ich weiter an und führe eine Tornadodrehung aus, schleudere dabei meine Ellenbogen abenteuerlich nah an ihr Gesicht.

„Du hast gut reden.  Gelassen werden. Wissen, dass dich alles im rechten Moment erreicht. Das braucht Vertrauen, in dieser unserer Umwelt Strukturen der Ordnung zu erkennen. Wir suchen doch stets und immer nach Rechtfertigungen für unser Handeln, egal ob wir aussteigen, heiraten, genießen, geschäftig herumeilen oder eine Partei wählen. Darauf sind wir doch geradezu programmiert. Irgendetwas in unserem Innern lässt uns immer schüchtern, wütend, traurig, verzweifelt, fröhlich, heiter, schlechter Laune oder auch ärgerlich auftreten. Gefühle blockieren. Erkenntnisse werden verhindert.  Mich interessiert, mit welcher Hilfe welcher Prozesse wir all unsere moralischen Programme schreiben? Ich habe Fragen an das Leben. Wir wollen Sinn. Aber wissen wir, ob der Sinn uns will?  Wieso gehen Dinge plötzlich, die zuvor undenkbar schienen? Wie viel davon verträgt das menschliche Gehirn? Wieso weiß ein Kaufmann nicht um gewisse Gebote des Lebens wie dieses: Nimm der Natur nicht mehr als du ihr gibst! Wo sind all die Wir-Werte hin? Das Bedürfnis nach einer zwingenden, umfassenden Erklärung, ist es uns nicht genetisch angeboren?  Jede Ja-Entscheidung ist von einer Nein-Entscheidung begleitet.  Immer müssen wir uns zwischen dem einen und dem anderen entscheiden. Illusionäre Erfolgsgefühle. Wie sehr lenken all die nicht getroffenen Entscheidungen unseren Weg? Was schließen wir alles damit aus? Ist das Dilemma nicht, dass wir entscheiden müssen, und zwar immer mehr, als wir erkennen können?  Hinzu kommt, was ich nicht erkennen will, erkenne ich auch nicht. Da bleiben doch höchstens zwei kleine Kräuselwellen am Ende  für dein Meer aller Möglichkeiten übrig. Wir leben in den unterschiedlichsten Welten. Vorstellungswelt. Traumwelt. Unsere Tagträume. Wirklichkeit, was ist das? All das, was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen?“, sagte sie.
In dieser kleinen Furche am Hals pocherte ihr Pulsschlag.

„Wenn ein Auto auf dich zufährt, du zur Seite springst, sind Auto und du Wirklichkeit.Sein ist Wahrgenommensein! Etwas ist in die Realität geschaltet“, antworte ich.

„Aha, und wie wirklich ist bitte unsere Vorstellungswelt, die Welt, die von unseren Gedanken bestimmt wird. Wie wirklich ist unsere Traumwelt, die vielleicht durch unsere Gedanken entsteht, aber vielleicht auch anders?Wer weiß das denn schon?“

Licht3

Foto: Kunze

„Die Wissenschaft der Quantenphysik sagt, wir sind Geist in einem Messinstrument namens Körper. Das Bewusstsein benutze den Körper, um Erfahrungen zu machen. Alle nicht in die Realität geführten Zustände existierten als Möglichkeit. Mathematisch beschrieben als Wellenfunktionen im „Meer aller Möglichkeiten“.  Das sei in jedem von uns, in der Materie der Erde, der Natur, in der Atmosphäre, im Kosmos. Mit unserem Bewusstsein samt Unterbewusstsein kollabierten Wellenfunktionen. Unser Verstand, das Gefühl sowie unser individuelles und das universelle Bewusstsein sind offenbar unsere Realitätsschalter. Wir schalten Realität. Wir erkennen und entscheiden. Das Erkennen der gewohnten Realität ist das Ergebnis eines genetisch unterstützen Lernprozesses.

„Also rechne damit, dass dein Gehirn zeitweilig mit sich beschäftigt ist.“

Über gewisse Realität gibt es einen Konsens. Und vergiss bitte nicht jene wissenschaftlichen Experimente, in denen nachgewiesen werden konnte, bereits nur durch Beobachtung wird Realität geschaltet. Wir Menschen dürften also nicht die Einzigen sein, die Realität schalten. Vor uns liegt eine Welt, in der die Materie ein kreatives Element ist, sagt die Quantenphysik ebenso. Wir schleusen ein in das Feld, dem Meer aller Möglichkeiten. Hier und jetzt. Alles, was passiert, alles, was verändert wird. Wir meißeln an unseren Materie-Standbildern. Wir stupsen mit unseren Gedanken an. Informationen überlagern sich. Angebot- Bestätigung und schon wird der Kollaps der Wellenfunktion ausgelöst. Es treten Teilchen in Wechselwirkung.

Wirken kann es nur, wenn es mit Sinn und Bedeutung versehen wird. Energie sozusagen erkannt und resorbiert wird. Sinnvoll-Bewertung. Dafür ist nicht der Verstand, sondern das Emotionssystem verantwortlich, also Angeborenes, Erfahrenes, Erlebtes, Konditionierungen. Das Doppelspaltexperiment von Wheeler  bestätigt genau die Interpretation, der sich selbsterfüllenden Prophezeiung. Ein Lichtstrahl wird durch einen Doppelspalt gesendet. Weil der Schirm hochgeklappt wurde, findet das Licht keine Resonanz mehr.  Das Ziel ist nicht mehr bekannt, statt Teilchen produziert Licht sofort Wellen. Energie wandelt sich vom Quant zurück zur Wellenfunktion. Du weisst , Licht kann beides sein, Teilchen und Welle, je nachdem, wie wir es anschauen. Wenn es sich durch die dicken Schichten der Sonne graben muss, ist es ein Teilchen. Wenn Licht und Wasser interferieren, werden Lichtwellen gebeugt. Teilchenlöschung nennt die Physik diesen Vorgang. So verhält es sich mit unserem Glauben. Sind wir sicher, wir erreichen das Ziel, ist ein Feedback möglich. Zweifeln wir, dass das Ziel erreichbar ist, werden Ziel-Feedback und Realitätsschaltung augenblicklich gestoppt“,  (Und falls Sie nicht verstehen, wovon ich rede, dann sollten Sie am besten gleich wieder vergessen, was ich gerade gesagt habe.)

dreams

rot angemalt von mir.  danke http://www.manur.com

„Na toll, vermutlich sind  einige meiner Träume nicht mal meine,  sondern die Erfahrungen anderer, die im Meer  der Möglichkeiten abgespeichert wurden?“

„Du siehst die Sonne, den leuchtenden Himmel, den düsteren Regen, die feste Erde. Fühle die Wärme der Sonne und die Kühle des Regens. Was immer durch deine Sinne zu dir kommt, ist ein vertrauliches Zeichen für dich, ein Geschenk, das dich aufwecken soll und zugleich ein Hinweis: Eine Erinnerung an die Arbeit, die du zu tun hast.
Es gibt etwas so Subtiles, dass nicht von unserem eigenen Selbst getrennt ist, auch wenn es für uns nicht sichtbar scheint. Sich um etwas kümmern, was wir weder sehen noch hören noch berühren können. Das geht in jeglicher Hinsicht an die Grenzen menschlicher Erfahrung und darüber hinaus. Klingt absurd, ich weiß. Und es wird noch absurder, wenn du erkennst, dass es sich um sich selbst kümmert und immer wenn wir denken, wir müssen uns um es kümmern, kümmert es sich in Wirklichkeit um uns.   Es könnte dir alles rauben, woran du geglaubt hast. Es kann nach gar nichts für dich klingen. Wir stecken halt sehr tief in einer Illusion.

Information ist der Urstoff des Universums. Am Anfang war  Licht und es war nicht das Wort, sondern der Gedanke. Gedanken sind Energie. Energetische Wellen sind Wissen, sprich Informationsfelder. Wasser ist ein Informationsträger. Uhren gehen in Resonanz miteinander. Ehepaare gehen in Resonanz.  Hunde gehen mit ihren Herrchen in Resonanz. Soldaten gehen beim Marschieren in Resonanz, der Atemrhythmus von uns Menschen, Mantras, Singstimmen. Stell dich in die Nähe einer  der riesigen Telekom-Antenne, dann weißt du, wann ein Ort gestört ist. Umgekehrt spüren wir  sehr deutlich Kraftorte. Wir nehmen wahr, wozu wir Resonanz haben. Etwas bringt uns zum Klingen. Viele kleine Wellen, auf die wir uns einstimmen. Wir besitzen die Fähigkeit, Resonanz herzustellen. Und ja, wer weiß, wessen Gedanken du träumst? Es gibt zahlreiche Hinweise auf Menschen, die Fragmente von Geschehnissen empfangen haben, die sich aber in der Vergangenheit abgespielt haben. Edagar Cayce Kentucky beschrieb die Essener von Qumran 11 Jahre bevor die Schriftrollen in der Höhle von Qumran am Toten Meer entdeckt wurden. Unser Unterbewusstsein hat Eingebungen, fühlt, weiß, empfängt lebenswichtige Daten aus diesem Informationsfeld. Der Verstand überträgt jene Daten in Begriffen, Regeln und Schubladen.“

„Aktuell fühlt es sich in dieser Welt eher nach einem Wellensalat an. Träume, die durch von Selbstsucht versteinerten Herzen fließen. Eitelkeiten. Das Wesentliche versinkt im Wüstensand des Materialismus. Größer werden, in dem man anderen den Kopf abschlägt. Leidensdruck, weil ihr Leben nicht den Ansprüchen ihrer Umgebung genügt. Die Beruhigungsspille der Moderne:  ständiger Erfolg. Staatsdoktrin: Selbstentfaltung. Rastet nicht, sonst rostet es. Wenn du brav bist, scheint morgen die Sonne. Seien Sie bloß kein Vielleicht. Ehrgeizig wie ein Spitzensportler. Nichts wird einfach so getan“.

„Pfropfen, eine ganz heikle Angelegenheit. Unser ganze Existenz baut auf der Vermutung auf, das wir kleine Selbste inmitten all dessen sind, was wir wahrnehmen, umgeben von einem riesigen Weltall, das von uns getrennt und unabhängig ist. Doch wenn, wir die Erkenntnisse Quantenphysik oder auch Homer, Laotse, Empedokles und all die anderen großen Denker aus der Antike zu Ende denken, dann ist die Geschichte vorbei. Dann wurde die Welt in uns geboren und wir nicht in die Welt. Dann ist das gesamte Universum in dir und mir und du kannst spüren, wie viel Macht du in deiner Handfläche hältst.  Alles, was du erlebst oder wahrnimmst – sind lediglich Knospen an dem Baum, der du bist.“

„Hm, alles wurde auf mich aufgepfropft? Meine Welt, wie ich sie sehe, sind die – wie Empedokles meint – Knospen und Zweige, ich bin ihr Stamm und die Wurzeln des kosmischen Baumes tauchen tief in das Nichts in mir ein? Jenseits von allem, was existiert, weit jenseits dessen, wohin die Sinne reichen?…“

                                                                                                ALLES IST DEIN BUCH. DU BIST DEIN BUCH.
                                                                                 DU SCHREIBST DICH IN DEN TIEFEN DEINES SEINS SELBST.

Naja, ein bisschen zusätzliches Holz bedarf es aber noch bei dem einen oder anderen…bei mir…

Ja, jenseits dieser sinnlichen Welt, existiert etwas, was so radikal ist, dass es seelenruhig alle Vorstellungen auseinandernimmt, eine Realität, die jenseits dieser sinnlichen Welt liegt. So weit die Wissenschaftler auch in das Universum reichen mögen, du reichst weiter.  So scheint es.  Es ist materiell nicht erklärbar.

Woher „weiß“ der Organismus, wie Gewebe aufgebaut wird und wann der Aufbau beendet werden kann? Vielleicht weiß es die DNA. Die DNA meiner Hand ist nicht die DNA meiner Haarwurzel. Woher weiß die DNA, wie sie Hand und Haarwurzel reparieren soll? Alle sieben Jahre ändern/erneuern sich- bis auf wenige Ausnahmen – sämtliche Bausteine des gesamten Körpers komplett. Die Form, Struktur und Gestalt eines Organs bleibt hingegen ein Leben lang gleich. Es muss etwas jenseits der Bausteine geben. Neurbiologen sagen: Wenn alte Zellen neue Synapsen bilden wollen, dann müssen sie sich in ein unreifes Stadium zurückverwandeln, in dem sie dazu noch fähig waren. Rückführung einer kranken Zelle in eine gesunde Zelle nur noch eine Frage der Bioingenieurskunst?  Man weiß heute, Pessimisten  sind häufiger erkältet als Optimisten. Stress schwächt die Abwehrkraft gegen Krankheiten. Es gibt Heilgeschichten, bei denen eine unbeirrbare Überzeugung Körperfunktionen wieder herstellte. Im Wissen darum sind uns Naturvölker weit v.oraus. Im hinduistischen Sinne gibt es den „Funken“, die Verbindung der individuellen menschlichen Seele mit der Universalseele. Yogis können sich jederzeit in den Zustand tiefster Meditation versetzen. Dieser Zustand ist  bereits  in den 3000 Jahren alten Veden beschrieben. Wissenschaftler begleiteten einen Yogi auf dem Asien-Pazifikongress in Bombay. Für Tage lag der Mann in einer Grube, ohne Herzschlag, angeschlossen an Herzmonitoren. Stillstand, nur das zentrale Nervensystem nicht. Keine Atmung, keine Blutzirkulation – alles absolut unvereinbar mit dem Leben. Eine Art Winterschlaf. Sieben Tage nach Versuchsbeginn öffneten die Wissenschaftler die Grube. Massiert mit Öl am Kopf verlangte der Mann ein Glas Milch und Früchte. Nach 8 Stunden war er wieder frisch. Fünf Kilo Gewicht hatte er verloren.

Es gibt eine direkte Wirkung von geistiger Information auf Materie.

Es gibt Information auf übergeordneter Ebene, die Moleküle, unabhängig von Zeit und Raum, beeinflussen kann (Dr. U. Warncke,2012, Physik, Biologie, Philosophie).
Wieso tauchen in Erzählungen bis heute immer wieder bei Menschen Erinnerungen an frühere Leben auf?
Wenn das Bewusstsein unabhängig von den physiologischen Körperfunktionen existiert, warum sollte es dann nicht weiter existieren, wenn alle Körperfunktionen bereits erloschen sind?  Wenn das Bewusstsein universell und zeitlos existiert und unser Gehirn lediglich die Funktion einer „Antenne“ hat und all unsere Erfahrungen stattdessen in diesem  „Meer aller Möglichkeiten“ gespeichert sind, dann…

Out of the body

…bereits im ältesten Epos der menschlichen Existenz  – im Gilgamesh-Epos ,wirklich wunderbare Poesie –  werden solche Erfahrungen an der Grenze des Todes beschrieben.  Meine Mutter, zwei weitere Bekannte waren klinisch tot und beschrieben es sehr ähnlich.  Verlassen des Körpers. Licht, so schön, dass man es nicht wieder verlassen wollte, eine so schöne Wolke, von dem gewaltigsten Mitgefühl ummantelt, dass sie je verspürt hatten, liebevolle Wesen, Begegnung mit bereits verstorbenen Verwandten.  Alle waren nicht wirklich froh, wieder zurückgekommen zu sein. Meine Mutter konnte die Ärzte um sich herum sehen und hörte sie sprechen „Die darf uns nicht verloren gehen, zu jung. Sie hat Kinder“, so erzählte sie mir viele Jahre später.  Der Wiedereintritt in den eigenen Körper beschrieben sie alle als schmerzhaft. Sie wußte, dass sie sich außerhalb ihres Körpers befand.  Sie sah sich dort liegen, sah, wie die Ärzte um ihr Leben kämpften. Die anderen zwei Bekannten, die mir erst in den letzten  Jahren begegneten, berichten es analog. Van Lommel, Herzspezialist in Holland, führte Untersuchungen hierzu durch. Er vertritt die These, dass Bewusstsein seinen angestammten Platz nicht im Gehirn haben kann (Van Lommel 2010). Diese These wird auch von Professor Ewald an der Universität Bochum vertreten, Studienfach Mathematik, Chemie, Physik (Ewald,2006).

Ich weiß, jetzt fliegen die Argumente.  Ich spüre das skeptische Lächeln. Der fehlende Sauerstoff.  Halluzinationen. Körper. Geist zerfallen. Bloße Hirngespinste. Lebhafter Traum. Nun, Träumende erkennen, dass sie geträumt haben. In einem Traum sehen wir uns nicht gegenständlich von außerhalb. Keiner derjenigen wollte ihre Erfahrungen mit einem Traum gleichgesetzt wissen. Es war anders, meinten sie, klarer. Bis ins hohe Alter bestand für alle Betroffenen an dem Austritt aus ihren Körpern  kein Zweifel. Plutarch, der griechische Biograf, berichtete von einem Aridaeus aus Kleinasien, der imJahr 79 n.Chr., wie er bewusstlos geschlagen, Tote traf, einen Onkel, der ihn herzlich begrüßte. Viele berühmte Persönlichkeiten der Geschichte berichteten davon. Augustinus, Aristoteles, Plato, Goethe.  Von den Eingeborenen Australiens, den Indianern Nord- und Südamerikas, aus Zululand, Sibirien, Neuseeland, Tahiti und anderen Ländern, von den Buddhisten – das Muster ist überall bekannt.

Geburt ist kein Anfang. Tod kein Ende. Chuang-tzu

 „Wenn mich ein Hochasiate früge, was Europa sei; so müßte ich ihm antworten: es ist der Welttheil, der gänzlich von dem unerhörten und unglaublichen Wahn besessen ist, daß die Geburt des Menschen sein absoluter Anfang und er aus dem Nichts hervorgegangen ist. “ Schopenhauer