Gänzlich Unausgesprochenes

moeglich

How to thrive in a complex world.

Die Funkstille lebt vom Unausgesprochenen.

Schweigen. —-

„Schweigen klingt nach einer guten Strategie.“
„Möglich. Alles Konzentrationssache. “
„Der ist da wie reingeboren. In das Schweigen. Klar, thematisch ist er damit etwas eingegrenzt. Und er wirkt auch ein wenig unfreundlich. “
„Steckt Angst dahinter?“
„So würde ich das nicht sagen.“
„Klingt als sei er sehr gewitzt.“
„Absolut. “

„Schweigen ist eine wunderbare Klageschrift.“

Ich haengendmusste in mich hineinlachen.
„Schweigen? Du meinst diese  kleine, leuchtende Empfindung, die das Leben so sehr behindert? Feststecken.  Abbrechen. Bomben legen. Innerer Rolladen. Zurückweisen, weil einem nicht gefällt, was der andere sieht. Das Ende seit Wochen vorbereitet, denn Ich weiß doch schon längst, was jetzt kommt, warum soll ich reden? Den Lebensraum anderer einschränken. Dazu die stolze Darstellung nach außen?“
Ja, ich spreche von Kontaktverweigerer. Nicht genug, dass sie andere mit ihrem Spiel der hohen Erwartungen fast zu Tode plagen, erklären sie andere noch zu Fröschen.“
„Gute Freundin, alle Prinzen und Prinzessinnen schreien nach Vollkommenheit und Perfektion. Prinzen und Prinzessinen wollen nicht lieben. Sie wollen geliebt werden. Das ist ein himmelweiter Unterschied. Der schweigende Prinz und die schweigende Prinzessin setzen mit ihrem Schweigen auf Gewährung oder Entzug von Hoffnung. Obendrauf packen sie noch frisierte Erinnerungen. Unverarbeitete  alte Verletzungen. Ein demoliertes Selbst. Viele kleine zerstörende Momente. Vermutlich immer schon geschwiegen.“

„Möglich.“
„Prägung in der Familie.“
„Auch möglich“
„Kommunikation muss Sinn machen. Kontaktverweigerung auch! Das Ausgesprochene wäre für den Schweigenden der Todesstoß der Illusion. Etwas, was ausgesprochen ist, was benannt werden kann, ist erkannt. Reden heißt Urteilen. Schweigen heißt, geurteilt zu haben. Wenn dir jemand ausschließlich mit Schweigen begegnet, hat er bereits geurteilt.“

„Ja, und mit den verkohlten Holzstücken eines erloschenen Feuers tragen sie ihre Asche in unser Leben hinein. Was soll ich denn mit einem Schweigen? Wir Menschen nähern uns dem Sinn nun einmal durch Kommunikation und Argumentation. Ohne Sinn können wir Menschen nicht leben!“

„So ist es. Ängste, Wünsche, Bedürfnisse begegnen sich im Gespräch. Das wir miteinander sprechen können, macht uns zu Menschen. Bei Stummen steckt der Schlüssel von innen. Als Kontaktverweigerer verpassen sie Gegenwart und Zukunft vor lauter Vergangenheit. “

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„Ich dachte durch Gabe und Gegengabe wird Vertrauen geschaffen. Ich dachte, gerade durch das scheinbar „Unnötige“ werden Beziehungen zusammengehalten. Ich dachte, die höchste Form der Liebe wäre Aufmerksamkeit. Ich dachte Anteilnahme hält Liebe aufrecht. Ich dachte, Liebende sind neugierig und wollen wissen, wie es in der Tiefe des Partners aussieht. Sie hören zu, wenn aus der Tiefe der Seele erzählt wird.“

„Liebende verwandeln ihre Aktivitäten in Herzensverbindungen,  Prinzen und Prinzessinnen tun das nicht. DIE wollen geliebt werden. Von Liebe g e b e n,  haben sie keinen blassen Schimmer. Glaube ja nicht, dass du die Einzige bist, die angeschwiegen wird. Das Geben und Nehmen nur im Wechselspiel funktionieren kann, müssen wir in unserer Kindheit lernen.  Manche lernen es nie in ihrem Leben. Mühe mit dem Gleichgewicht haben einige, die zu sehr im Mittelpunkt standen in ihrer Kindheit. Die freuen sich dann später nicht an dem, was da ist, sondern leiden unter allem, was fehlt.

Und überhaupt, was willst du bei einem Menschen, der sich ganz und gar der Kommunikation verweigert, der lieblos vor Dritten über dich spricht, der von einer Gesprächskultur nichts hält. Jeder Gast, jedes Telefon geht vor. Der weder auf Wünsche eingeht, noch dir sagt: „Schön, dass es dich gibt“, noch weiß, was und wie viel genug ist? Stellt sich schweigend auf Zehenspitzen und zugleich verbreitet er wie bei einem Schnupfen seine frisierten Ansichten in Windeseile an andere.
Ist stolz auf sich. Redet von den Dingen, als könntet ihr beide gleich sein. Sein Reden zeugt von Überheblichkeit. Wer versteht, löst Konflikte und Differenzen auf.

Und wer nach allen Seiten hin offen ist, kann nicht ganz dicht sein. Das ist durchaus philosophisch gemeint und lebenspraktisch sehr zutreffend. Es gilt, seine eigenen Prioritäten herauszufinden. Irgendwann muss man erfühlen, was zu einem gehört und was nicht. Irgendwann sollte man dorthin zurückgehen, wo man Von-sich aus-Sein kann.

Dein Leben gehört dir. Dass du andere Ansichten hast, ist keine Fehler der Natur, sondern so soll es sein! Niemand sieht den Himmel so wie Du. Und auch das soll so sein!
Den Unterschied von einem Apfel und einer Birne hast du gelernt zu erkennen.  Hineingebissen hast du in beide und sie selbst geschmeckt.
Man muss sich selbst aufmachen, um das Große in sich zu entdecken.

Kennst du die Geschichte von der Schnecke, die im Frühjahr zu den Kirschen wollte. Alle lachten über sie, weil die Kirschen noch lange nicht reif waren.
Aber sie sagte: „Heute ist ein guter Tag. Heute werde ich mich aufmachen. Wenn ich ankomme, werden sie reif sein!“

–Schweigen.

Das Netz des Himmels ist groß und weit.
Keines unserer Gedanken, keines unserer Gefühle geht verloren.
DU bist Teil von etwas ganz Wunderbarem, vergiss es nie!!!!

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