Leben im bewussten Atem

essener 9

Die Seligpreisungen

Nein, nicht sieben, sondern acht Seligpreisungen verkündete Jesus. „Sieben, die zur Vollkommenheit führen. Die achte klärt und erhellt, was vollkommen ist“,  sagte Augustinus de Sermo vor vielen Jahrhunderten.
Es sind Redezeugnisse aus Palästina.  Sie spiegeln in stilisierter Form Jesu  Wort und Botschaft. Jesu wird als Lehrer gezeichnet, der praktiziert, was er fordert und verwirklicht, was er verheißt: radikale Barmherzigkeit und vollendete Gerechtigkeit. Er spricht als Prophet und verheißt die kommende Erlösung. Von der Liebe lebt sein Heilsdienst, vom Dienst an den Armen zur Rettung der ganzen Völker. „Selig, sind die Armen…“ Arme sind für ihn seine Jünger, aber auch Reiche,  die satt sind und lachen, die aber arm sind im Geiste. Die Seligpreisungen bezeugen ein Ethos, dass da lautet, sich in Demut den Armen zu widmen.

Selig kann zu Beginn einer jeder Preisung auch mit reif übersetzt werden.

Im äthiopischen Henochbuch 58,2 : „Selig seid ihr Gerechten und Erwählten, herrlich wird euer Los sein.“

Henoch begleitet mich in meinen Beiträgen, seit ich mich mit der Quantenphysik- und philosophie, den  Maya, Kabbalisten und Essenern beschäftige. Er ist so eine Art kosmischer Urvater. An ihm scheine ich nicht vorbeizukommen.  Bei den Maya taucht er auf, bei den Kabbalisten sowieso. Er ist das wandelbarste  Wesen, das man sich  denken kann. Mal ist er Thot, mal ist er  Enoch. Für die Griechen ist er Hermes Trismegistos und es heißt, er  habe die Pyramiden von Gizeh in sechs Tagen erbaut. Henoch oder Enoch  bedeutet übersetzt Gefolgsmann Gottes. Chanoch auf Hebräisch. Er ist der siebente Nachkomme Adams.
Man findet  Hinweise auf ihn im Tibet. Tibeter nennen ihr Land nicht Tibet, sondern Bod Yul, nach dem Boten aus dem Jul im All – der „lahme Bote“.
Henoch ist auch Metatron. Metatron ist der König der Engel. Sieben heilige “Fürsten des Himmels” waren die Engel des “Königs”.  Sie hielten die Struktur der Schöpfung zusammen.

Der Prophet Henoch gründete laut einer Legende die Gemeinschaft der “Söhne des Lichts”.  Damit wären wir bei den Essenern angekommen.  Henoch soll  etwa 3.400 Jahre vor unserer Zeit geboren sein.  Das Buch des Henoch galt Gnostikern, Essenern und Kabbalisten gleichermaßen als Offenbarung.  Henoch durchwanderte die sieben Himmel (Bewährungen) und landete vor den Toren Gott. “Henoch wandelte mit Gott und auf einmal war er nicht mehr da, denn Gott hatte ihn hinweg genommen.” (Genesis).
Drei  Henoch-Bücher existieren. In ihnen malte man sich aus, was er wohl auf seinen Himmelsreisen gesehen haben mag. Fragmente des 1. Henoch wurden in Quram gefunden. Schriften, die einer kirchlichen Zensur entgangen sind, weil man sie in Höhlen versteckte. Man kann daher davon ausgehen, dass die Essener im 1. Jahrhundert v. Chr. das Werk zu einem großen Teil kannten. Vollständig überliefert ist das Buch nur in der äthiopischen Fassung. Die äthiopische Übersetzung beruht auf griechischen und aramäischen Henoch-Schriften. Das Henochbuch ist  die älteste bekannte apokalyptische Schrift. Im neutestamentlichen Judasbrief wird das Henochbuch zitiert.

 

Die Bergpredigt im Matthäus-Evangelium beginnt mit den Seligpreisungen. In Qumran fand man einen solchen Text. Er enthält eine Sammlung von fünf Seligpreisungen. Der Text ist allerdings lückenhaft, sodass man nicht sagen kann, wie viele Seligpreisungen es ursprünglich gab. „Selig die Armen im Geist“ findet sogar eine wörtliche Parallele. Anhand der gefundenen Schriften fand man etliche Parallelen zu Jesus Aussprüchen. Die Betonung von Licht und Dunkelheit, von Wahrheit und Lüge bei Johannes, die brüderliche Zurechtweisung bei Matthäus und weitere Parallelen stellte man fest.  Die Abneigung gegen das Schwören – Eure Rede sei ja, ja oder nein, nein – gemeinsame Mahlzeiten, rituelle Reinigungen, die Ethik der Nächstenliebe. Die Essener trugen weiße Kleidung – auch Jesus trug sie.

Viele Berührungen zwischen Jesu Worten und den Rollen vom Toten Meer gibt es auf dem Gebiet der Sittenlehre. Die Parallelen in der Bergpredigt, der Inbegriff christlichen Trostes, sind nicht zu übersehen. In ihr ist  nichts enthalten, was nicht schon von den Essenern genannt worden wäre.  Der Hunger und Durst nach Gerechtigkeit erinnern an den „Lehrer der Gerechtigkeit“.

 

berg der seligp

Berg der Seligpreisungen mit Blick auf See Genezareth

 

qumran natuerliches amphithbergpredigt

Jesus wählte auf dieser Anhöhe auch seine zwölf Jünger aus. Nachzulesen im Evangelium Lukas, Kapitel 6, Verse 12-13.

Der “siebenfältige Frieden” der Essener ist Jesus Bergpredigt.
“Wahrlich ich sage Euch, sieben Pfade führen in den unendlichen Garten und jeder muss in der Einheit von Körper, Herz und Geist gegangen werden, sonst werdet Ihr stolpern und in den Abgrund des Nichts fallen.”
Jesus sprach vom Frieden der Erdenmutter und des Himmelsvaters, vom Frieden für den Körper, für die Herzen, den Geist und er sprach von der Kraft der Liebe und der Weisheit.

 

qumran achtseligpreisungen kirche

Acht Seligpreisungen- acht Fenster. Auf der Höhe des Berges steht diese Kirche mit angegliedertem Franziskaner-Kloster.

 

Matthäus erwähnt nach den Seligpreisungen das Gleichnis vom Licht. In den Schriften der Essener tauchen immer die „Söhne des Lichts“ auf.  „Dein Reich komme, dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel“ – die Erwartung eines baldigen Endes.
Die strenggläubige  Gemeinde von Qumran war zu keinerlei Kompromissen mit der Besatzungsmacht und dem Zeitgeist bereit. Dafür wurden sie im jüdischen Krieg (66-70) vernichtet oder zerstreut. Auch die Siedlung von Qumran wurde damals zerstört. Die in letzter Not versteckten heiliggehaltenen Schriften konnten später nicht mehr geborgen werden, da von den Geheimnisträgern kaum einer überlebt hat, heißt es.

Mit diesen urchristlichen Gemeinschaften gingen auch die ursprünglichen, von Jesus gepredigten Lehren verloren, die sich von der „paulinischen Religion“ deutlich abheben. Kirchenvater Hieronymus, der Letztverfasser der katholisch verbindlichen Bibel, der lateinischen Vulgata, wies damals schon auf einen „geheimen Urtext“ des Matthäus-Evangeliums hin, das sich von dem biblischen unterscheide.

 

essener schuhe
Das Friedensevangelium der Essener

„Frieden ist das Geschenk des Stroms des Lebens an die Söhne des Lichts. Deswegen sollt ihr euch immer begrüßen mit ‚Frieden sei mit dir‘, so wie das Gras euren Körper mit dem Kuss des Friedens begrüßt.“

Das Friedensevangelium der Essener beginnt mit einer Szene, die als Bild für die klassische Ausgangssituation des spirituellen Weges steht: Der Mensch, geplagt von Krankheiten, Sorgen, Ängsten und vielen anderen Nöten, sucht nach anhaltender Befreiung von den Problemen, mit denen das Leben ihn immer wieder konfrontiert.

Die Engel der Mutter Erde
Der verlorene Sohn
Du sollst nicht töten.
Weitere Richtlinien für Essen und
zum Leben und anderes mehr finden sich im Friedensevangelium der Essener.
Viele Kranke begegnen dem Weisheitslehrer Jesus, und sie fragen ihn:
„Wenn du alle Dinge weißt, sag uns, warum leiden wir dann unter diesen schweren Plagen […] Meister heile uns, so dass auch wir stark werden und nicht länger unter diesem Elend leben müssen!“
Und Jesus sagt ihnen: „Selig seid ihr[…]
Selig seid ihr, dass ihr nach Wahrheit hungert; denn ich werde auch sättigen mit dem Brote der Weisheit.
Selig seid ihr, dass ihr anklopfet; denn ich werde euch das Tor des Lebens öffnen.“

Die kurze Szene aus der Schrift der Essener steht symbolisch für den Ausgangspunkt und das Ziel jedes spirituellen Weges, für den Wunsch, den Schmerz des Lebens endgültig zu überwinden.

Jesus wendet viele Gleichnisse an. Das Wort Gleichnis kommt im Aramäischen von Ausstrecken, Ausdehnen. Sie illustrieren, wie dieser innere Wandlungsprozess unter der Schirmherrschaft der Heiligen Weisheit geschieht.

 

qumran karte2

 

jerich1

Straße von Jerusalem nach Jericho . Good Samatitan’s Inn,Khan e-Hatrur. Qumran ist 15 Kilometer von Jericho und 2 Kilometer vom Toten Meer entfernt.

 

„Eure Mutter ist in euch, und ihr seid in ihr“.

Das Tor zum Leben führt nach innen, zur „Mutter“, wie  Jesus in diesem Text sagt. Er könnte auch Kosmos oder Vater sagen, denn auf Aramäisch wird alles das in nur einem einzigen Wort ausgedrückt: Abwun.  Die befreiende Wahrheit ist in uns selbst, in jedem Einzelnen.

Jesus sagt: „Wo dein Schatz ist, dort ist dein Herz.“ (Matthäus)
Wir können mit solcher Schatzsuche anfangen, in dem wir Zeit darauf verwenden, die einzigartigen Gaben unserer eigenen Atmung zu finden. Darin sind wir einzigartig. Wir alle haben unseren eigenen Rhythmus, unsere eigene Art, die Welle unseres Atems zu spüren, wie sie sich hebt und senkt.

 

 

 

idee63Ich las kürzlich in der Einheitsübersetzung der Bibel bei Matthäus:
„Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben, aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben.“

Ich saß vor diesem Text und dachte: „Na komm, spuck`s aus. Was willst du mir damit sagen? “
Ich stemmte mich am Tisch hoch und guckte in die Wolken. Vielleicht war ja meine Fähigkeit, Gedanken zu lesen, über Nacht einfach verschwunden.
Aufgeregt knetete ich meine Hände. Vögel zwitscherten dazwischen. Ein Flugzeug brummte am Himmel.
Es gibt eine Sünde gegen den Heiligen Geist?  Wann lästere ich denn gegen den Geist?  Wenn ich egozentrisch atme? Sie wissen ja,  im Aramäischen  kann Heiliger Geist auch Heiliger Atem bedeuten. Aber das macht doch hier überhaupt keinen Sinn.

Sortiere Martina! Das Wort Sünde kann im Aramäischen Fehler oder Irrtum bedeuten. Es verweist in seiner Wortwurzel auf frustrierte Hoffnungen und auf Fäden, die ineinander verwirrt sind. Leicht verändert kann die gleiche Wurzel auch einen Brunnen flicken, etwas reparieren bedeuten. Die Wiederherstellung liegt also in dem Zerbrochenen schon beschlossen.
Lästerung kann im Aramäischen eine Unterbrechung ein Abschneiden bedeuten. Lästern würde bedeuten, sich selbst vom Objekt des Lästerns abzuschneiden.
Vergeben kann auch freisetzen, loslassen, lösen, auslassen oder von der Wortwurzel her zurückversetzen bedeuten.

Gibt man diese Nuancen des Aramäischen in das, was die Menschen gehört haben mögen, als Jesu dieses sagte, könnte es so geklungen haben:

Alle Arten des verhedderten Verhaltens, das Versäumen und das Fallen, die Risse und Tränen, alle Arten, sich selbst abzuschneiden, die unsere Verbindung unterbrechen oder das Muster stören, können und werden wiederhergestellt werden. Früher oder später werdet ihr vom Irrtum befreit werden, eure Fehler von Leere umfangen, eure unrhythmischen Handlungen zum ursprünglichen Takt zurückgeführt.
Aber euer Zustand kann nicht wiederhergestellt oder repariert werden, wenn ihr euch von der Quelle allen Rhythmus abschneidet, vom Einatmen, vom Ausatmen, von aller Luft, dem Wind und der Atmosphäre, dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren: dem heiligen Atem.

Das schwingt schon ein ganz schönes Stück weniger nach Lästern, finden Sie nicht?

elefantkommunion

Im Rhythmus mit zwei Elefanten. Hier sehen Sie echte Elefanten aus der Luftperspektive aufgenommen

 

Natürlich können wir nicht tatsächlich vergessen zu atmen. Aber wir können versäumen, mit einem Gefühl der Verbindung zu anderen Menschen und zu unserer Umgebung zu atmen.

 

Der Atem bei den Essenern

Die „atmende Kommunion“ mit unserer Umgebung – das ist tiefstes essenisches Wissen. Intuitives Wissen im Herzen eines jeden Menschen wurde damit wiedererweckt. Es ist altes Wissen, aber es ist nicht veraltet. Es ist hochaktuell.

Von dieser Weisheit sprach bereits Zarathustra, davon sprachen die Veden und die Upanishaden. Davon sprachen und sprechen die Maya. Davon sprachen und sprechen die Kabbalisten.

Als Hauptreinigungs- und Heilmittel galt  bei den Essenern der Atem, der in Gesängen und Gebeten gepflegt wurde. Er diente der Vorbeugung und zum Heilen. Mäßigkeit war das oberste Gesetz. Die Verfeinerung des Nervensystems und die Reinigung des Blutes galt als Wiedergeburtspflege. Dafür waren der Atem und die Ernährung von entscheidender Bedeutung. Gebetszeremonien ebenso wie Feuerrituale waren wohl durchdacht. Sie galten als  Heilübungen.

Jeder Einzelne soll jeden Moment dazu verwenden, in seiner Entwicklung fortzuschreiten.  Die Essener wussten, dies ist eine Arbeit, die niemand für ihn tun kann. Er soll seine eigenen Möglichkeiten erkennen und verstehen und den direkten Weg finden, sie zu entwickeln und nutzen, um der Menschheit zu dienen.
Gesundheit hängt von der harmonischen Beziehung des Menschen mit allen Kräften der Erde ab, mit der Sonne, dem Wasser, der Luft, der Nahrung, dem Menschen, der Erde und der Freude. Der Einzelne sollte sich die Bedeutung von guter Gesundheit für sein eigenes Wohl und das Wohl anderer vor Augen halten. Er soll alle Möglichkeiten üben, seine Gesundheit in Denken, Fühlen und Handeln zu verbessern.

Die Beweglichkeit des Atems im Körper weist nicht nur auf die innere seelische oder emotionale Gesundheit hin, sondern auch auf den Grad der Gesundheit in der Verbindung zu anderen.

In diesem Sinne ist das Versäumnis nicht angemessen zu atmen, als „Sünde gegen den heiligen Atem“ zu verstehen.

qumran ueberblick

Westseite Qumrans. Vorne zu sehen Höhle Nummer 4. Sie ist Qumran am Nächsten. Einer der wertvollsten Funde ist das komplette Buch des Propheten Jesaja  mit 66 Kapiteln.  Die Höhlen 5,7,8,9 u. 10 sollen in keinem guten Zustand mehr sein.

 

qumaran essener

In dieser Höhle wurden Schriftrollen der Essener gefunden. Insgesamt fand man über 4000 Schrift-Fragmente, 1250 Schriftrollen. Die längste ist 8,75 Meter, das Prunkstück im Museum „Schrein des Buches“ in Israel-Palästina Foto: crystallinks.com

 

„Mit den Augen und den Ohren des Geistes seht und hört ihr die Zeichen und die Töne des Reichs der Erdenmutter: der blaue Himmel, wo der Engel der Luft zuhause ist, der schäumende Fluß, auf dem der Engel des Wassers gleitet, das goldene Licht, das von dem Engel der Sonne ausstrahlt. Und ich sage euch wahrlich, all dies ist in euch wie auch außerhalb von euch; denn euer Atem, euer Blut, das Feuer des Lebens in euch sind eins mit der Erdenmutter.

Und ich sage euch wahrlich, alle Geheimnisse sind in dem bescheidenen Gras enthalten, wenn ihr es sanft berührt und eure Herzen dem Engel des Lebens darin öffnet.“  Das soll Jesus gesagt haben.

 

Die Essener programmierten ihr Bewusstsein auf positive Gedanken. Darum gab es ihre  täglichen “Kommunionen” mit Engeln der Erde und des Himmels. Auf diese Weise waren sie  jeden Augenblick mit ihrem ganzen Wesen in ständigem Kontakt mit allen Kräften des Lebens,  mit den sichtbaren und unsichtbaren Kräften des Universums.

Die Mutter Erde und ich sind eins. Sie gibt die Nahrung des Lebens meinem ganzen Körper.
Engel der Sonne ströme in mein Sonnenzentrum. Gib das Feuer des Lebens in meinen Körper
Engel des Lebens ströme in meine Glieder. Gib Kraft meinem ganzen Körper
Die irdischen und kosmischen Kräfte wurden von ihnen auf eine Art und Weise betrachtet, die am deutlichsten ihren Wert und Nutzen für das menschliche Leben sichtbar machte.

Die irdischen Kräfte waren: Sonne, Wasser, Luft, Nahrung, Mensch, Erde, Gesundheit, Freude.

Die kosmischen Kräfte waren:  Kraft, Liebe, Weisheit, Erhaltung, Schöpfung, Ewiges Leben, Arbeit und Friede.
Alles Leben war für die Essener ein Tempel des Himmlischen Vaters.  Die Erde und die Natur waren für sie die Lebendige Mutter, Helferin und Heilerin seines Leibes. Es  hatte für sie Bedeutung, zu wissen, warum und wozu sie auf der Erde waren.

Alles Negative und Kranke entstand für sie aus der Disharmonie. Sie lernten die verschiedenen Schwingungen der Materie erkennen und vermochten, sie in Gleichklang zu bringen. Sie lebten mit der Natur. Und sie lebten mit ihren Gebeten.
Die eigenen Gedanken zu beherrschen und lenken zu können, war ihnen sehr wichtig.  Für die Essener war dieses noch bedeutsamer als das Lernen der heiligen Texte. Und sie wussten darum, welche Kraft darin steckt, sich mit guten Gedanken zu nähren.

Essener gingen mit diesen Kräften in die Meditation und betrachteten sie aus drei Aspekten heraus:
Verstehen  – verstehe ich die Kraft oder Energie? (Wissen),
Fühlen- fühle ich die Energie tief? (Harmonie),
Nutzen- nutze ich die Kraft beständig und auf die bestmögliche Weise? (Energie)

Alles, was  Tausende von Jahren später  in der Psychologie und Psychosomatik an Techniken auftauchte,  worüber eine Louise Hay und die vielen anderen Bestseller-Autoren heute schreiben, kannten die Essener schon längst. Affirmationen, Suggestion, Hypnose., positive Gedanken, Alpha-Zustand.  Denken, Fühlen, Handeln zusammenarbeiten lassen. Die Macht der Gedanken. Körperliche Empfindungen wachrütteltn, um dem neuen Gedanken zur Wirklichkeit werden zu lassen.

Seit etwa 100 Jahren gelingt es unserer westlichen Wissenschaft zu beweisen, was Menschen bereits vor 5000 Jahren wussten und anwandten: Alles ist Geist. Wir sind Mitschöpfer. Wir sind Teil eines Ganzen. Die Welt ist Geometrie. Energie kann zeitgleich an völlig unterschiedlichen Plätzen sein, also auch Gedanken oder Heilenergie. Das Bewusstsein schafft die Realitäten. Das Herz und positive Gefühle spielen eine immens wichtige Rolle. Die DNA ist veränderbar. Hinter allem steckt eine Höhere Intelligenz. Ich scheue mich nicht, sie Gott zu nennen. Sie mögen ihr vielleicht einen anderen Namen geben wollen?

Die Essener richteten ihe  Gebete  an den jeweiligen  Engel. Engel des Wassers, gib uns das Wasser des Lebens. Wir wollen im Wasser des Lebens baden.
Engel der Sonne, gib uns das Feuer. Wir wollen das Feuer des Lebens verewigen. Auf diese Weise kommunizierten sie mit den unterschiedlichsten Engel.

Das sind keine Spinnereien jener Menschen gewesen. Es sind dieselben Lehren, die auf Moses  ersten Paar Steintafeln geschrieben standen, als er vor etwa 3.500 Jahren auf dem Berg Sinai  die Worte Gottes empfang. Er zerstörte sie, erkannte er damals, das sein Volk noch nicht reif dafür war. Er wählte eine kleine Gruppe von Menschen aus, denen er dieses Wissen (Geheimwissen) vermittelte. Moses lehrte Wenigen die Kommunion mit den Engeln. Die Nachfolger dieser Menschen sollen die Essener sein. Moses soll die Gesetze der kosmischen Ordnung zusammengefasst haben. Wollte der Mensch Gott erreichen, müsste er erst diese Kräfte verstehen. Das Zusammenwirken von Energie (Schwingung), Wissen (Gedanken) und Harmonie (Gefühle).
Die Essener kannten diese Kräfte und lebten mit ihnen.  Dieses Wissen ist über die Jahrhunderte ihrer Generationen bewahrt wurden.

 

qumran kalender

Sonnenkalender der Essener. Da fallen mir aber sofort die Maya und ihr kraftvollste Zeichen für hunab ku ein. Das Zentrum der Galaxie. Von dort kommen die Maya, sagen sie. Zeit spiralig denkend.

Sucht man nach Informationen über die Essener, stößt man sofort auf Qumran. Es ist immer die Rede davon, dass die Essener in der Zeit zwischen 200 v. Chr. und etwa 100 n. Chr. lebten. Das taten sie  nachweislich.  Fakt ist aber, es gab sie auch andernorts. Und es gab sie schon viele Jahrhunderte vorher und noch heute leben Essener mit ihren außergewöhnlichen Heilkräften unter uns. Fakt ist ebenso, sie wurden  aufgrund ihres Heilwissens und ihres Lebenstils bis zu 120 Jahre alt.  Das durchschnittliche Alter lag bis ins Mittelalter hinein zwischen 30 und 40 Jahren.

In Palästina und Syrien waren sie als Essener und in Ägypten als Thereutae oder Heiler bekannt. Grundlegende Ideen wurden im alten Persien, Ägypten, Indien, Tibet, China, Palästina, Griechenland und vielen anderen Ländern gelehrt. Sie erscheinen als Fragmente in der Bibel der Christen und in der jüdischen Kabbalah . Die Spuren tauchen in fast jedem Land auf, bei den Tolteken, den Maya Lateinamerikas, im indischen Yoga-System, in den Lehren Buddhas, im indischen Yoga-System, bei den Frühchristen.

Fakt ist auch, Teil ihrer Lehren sind schon in den Zeugnissen der Keilschrift der Sumerer -4000 Jahre v.Chr. –  zu finden.  Ebenso gibt es Symbole ihrer verehrten Naturkräfte, die  bereits auf 8000 Jahre alten Stein- und Tonziegeln –  Hieroglyphen  aus vorsintflutlicher Zeit  – vorhanden sind. Sie studierten die Lehren der Zend Avesta Zarathustras. Der Baum war für die Essener das Urbild allen Lebens. Er umfasst alles, vom kleinsten Atom bis zur höchsten Kraft. Das ist Teil der Lehre Zarathustras. Sie enthält die grundsätzlichen Vorstellungen des Brahmanismus, der Veden und der Upanischaden. Und auch das indische Yoga-System entsprang derselben Quelle. Für Tausende von Jahren wurde diese Lehre befolgt.

Der Unterschied zwischen Zarathustras Lehre , der Tolteken in Mexico und der Engelslehre mit ihren vierzehn Engelskräften der Essener ist , dass  die Essener nur von den positiven Kräften ausgingen und dass durch ihre Stärkung dieser Kräfte die negativen automatisch von unserer Welt verschwinden. Zarathustra und die Tolteken sahen die guten Kräfte im ständigen Kampf mit den negativen.

Schreiber wie Plinius, Philo, Josephus und Solanius beschrieben die Essener als „Menschen mit beständiger und unveränderlicher Heiligkeit“, „…bemerkenswerter als jede andere (Rasse) auf der Welt“, als die „ältesten Eingeweihten der Welt“.  Sie bewunderten ihre Lebensweise, die Ernährung, die Kaltwasserwaschungen, die Sonnenbäder und Atemübungen.

Sich selbst in Einklang bringen mit den Kräften des Himmelsvaters und der Erdenmutter, war das Wesentliche in ihrem täglichen Leben.

 

qumran aufteilung

Plan gemäß der Ausgrabungen 1949.1956. Das Blaue weist auf komplexe Wassersysteme: Kanäle, Zisterne, Ritualbäder oder miqwaot hin.

                             1. Wasserspeicher
2. Zisterne
3. andere Bäder
4. Turm
5. Schreibsaal
6. Küche
7. Versammlungssaal
8.  Höhle
9.  Töpferei
10. Stallungen
qumran schreibsaal

Vom Turm Richtung Schreibraum (Scriptorium). In der Halle  fand man Sitzbänke, die sie für Schreibarbeiten genutzt wurden.

 

 

qumran ritualbad

Miqweh – Ritualbad in Qumran.. Das tägliche Bad im kalten Wasser war ein wichtiges Ritual. Die bekanntesten Siedlungen der Essener sind Qumran und die am Mareotis-See in Ägypten. Man fand ihre Spuren bis hoch nach Gallien und mit Jesus, der  laut dem Perser Mir Kawand bei den Essener gelebt und ausgebildet wurde, bis nach Indien.

 

 

jesus auf aramäisch

Jesus auf Aramäisch geschrieben (v.re.n. li.)

 

Verbunden mit dem Leben der Welt

Jesus gibt  in der Fassung der Seligpreisungen bei Matthäus verschiedene Bedingungen an, unter denen man sich wiederfinden kann, und zeigt, wie diese zu einem Zustand der Harmonie mit dem Universum führen können.

Wir haben kein Heim und keinen Besitz außer unseren Atem. Wir haben ihn allein, wenn wir auf die Welt kommen. Wir haben nur ihn, wenn wir abends schlafen gehen – und wir hauchen ihn aus, wenn wir unseren physischen Körper ablegen werden.
Allein der Atem verbindet uns mit dem Leben in der Welt.
Wenn uns etwas „unseren Atem nimmt“, dann erleben wir diesen Zustand. Tiefes Atmen kann uns Gefühle bewusst machen, die wir zuvor nicht hatten.  Wenn wir verwirrt sind, atmen wir uns durch diese Verwirrung hindurch. Auf diesen Zustand verweist Jesus in der ersten Seligpreisung.

„Selig sind diejenigen in Aufruhr und Verwirrung, sie werden im Innern vereint werden.“

Auf unserer Reise ist das Bestürzt-Sein Teil unserer geistigen Reise. Wir können diesen Momente als Gelegenheit nutzen, uns der Heiligen Einheit bewusster zu werden.

„Selig der Mensch, der gelitten hat; er hat das Leben gefunden“ (Ausspruch 58, Thomas-Evangelium)

Erst, wer etwas verloren hat, weiß den Wert der Sache zu schätzen.

Der Schmerz der Welt ist der Impuls, welcher den Wunsch nach Befreiung auslöst. Die Gnade liegt nicht im Leiden selbst, sondern darin, dass es die Macht hat, uns Menschen aufzuwecken.
Im Yoga ist es der zirkulär-verwirrende Sinn der Welt, der  purusha (Gewahrsein, was in uns wohnt) zeigen soll, dass er purusha ist. Im Yoga ist Raja, die beständige Aktivität und Energie der Veränderung, die dem Ego, das nichts mehr sucht als Stabilität und Sicherheit, so weh tut. Im Yoga ist es purusha, der in sich selbst ruht, der die schmerzhafte Erfahrung der Verstrickung mit der Welt macht, bis er es nicht mehr aushält. Der Schmerz zeigt, wie weit wir von zu Hause fortgegangen sind.

 

wadi Quilt

Jordan-Tal. Wadi Quilt. Hier schritt Jesu von Jericho nach Jerusalem entlang. Lukas 19,28 und weiteres Biblisches geschahhier… Die „Ascient of Adummim ist die Hauptroute von Jericho nach Jerusalem. Foto: bibleplaces.com

 

Jesus nennt in seiner aramäischen Muttersprache den Bewusstseinszustand der Glückseligkeit, also das über sein kleines Selbst hinausgehende,  Malkutah, das Königreich. Diese Perle in uns, meint diese Losgelöstheit und Freiheit, unser inneres Licht, das wir finden, wenn wir die Welt loslassen und über sie hinausgehen. Es meint einen Bewusstseinszustand, anzunehmen, was wir nicht ändern können und falsche Vorstellungen loslassen. Erkennen, was wir sind.

Jesus sagt im Thomas Evangelium: „Diese Kinder, die gestillt werden, sind wie diejenigen, die ins Königreich eingehen.“
Eine nicht-konditionierte Wahrnehmung, so die Botschaft. Ein Schauen ohne Urteil, ohne es durch die Brille unseres Habenwollens und Nicht-Habenwollens wahrzunehmen, befreit von eingefahrenen Vorstellungen, frei von Erinnerung, richtigem und falschen Wissen, ganz und gar ohne Erwartungshaltung, das ist die Wahrnehmung, die seiner eigenen Wirklichkeit am nächsten kommt.
In der dritten Seligpreisung ist der aramäische Sinn der Worte gegenüber der Einheitsübersetzung erstaunlich:
Es heißt: „Selig sind die Sanftmütigen, sie werden die Erde erben.“

Die Erde erben bedeutet im Aramäischen nicht, ein Stück Eigentum zu erlangen. Das Wort erben bedeutet auch Kraft, Stärke, Nahrung zu empfangen. Das Wort für Erde (aràh)  kann sich auf die gesamte Natur beziehen  und auf die natürliche Kraft, die sich durch die Verschiedenheit im Universum manifestiert. Sanftmütige sind diejenige, die das Starre aufgeweicht haben. Innen wie außen.

Im Aramäischen liest es sich so:

Reif sind diejenigen, die das Starre weich machen, im Innern wie im Äußeren. Sie werden offen sein, Stärke und Kraft, ihr natürliches Erbe, von der Natur  empfangen.

Die Bewusstheit des Atmens und der Atemwelle kann in diesem Sinne einen sehr mächtigen Effekt haben.
„Selig, die Armen im Geist, ihnen gehört das Himmelreich“

Wo hier Geist steht, sagte Jesus rukha, Atem. Die Verbindung von Atem zum Geist bringt das Wort rukha zum Ausdruck.   Als Rukha D`Qudsha  wurde es im Aramäischen zum Heiligen Geist und meint den Lebensgeist, der uns durchflutet. Wenn Jesus von rukah sprach, ging es ihm um das sinnlich In-Verbindung-Treten mit dem eigenen Atem. Das ist eine Verbindung mit dem Leben selbst – und mit der Quelle aus der es kommt. Himmel und Erde werden eins. Atem verbindet uns mit dem Leben. Leben ist zugleich Geist, Bewusstsein. Es ist die Energie, die unseren Brustkorb hebt und senkt.

Der heilige Atem stellt die Verbindung unseres persönlichen Atmens zum kosmischen Atem her.

 

Möge er dich mit allem Guten segnen.
Möge er dich von allem Übel befreien
und dein Herz mit dem Wissen des Lebens erleuchten
und möge er den seinen siebenfältigen Segen geben
in ewigem Frieden.

(Ein Text aus dem „Handbuch der Disziplinen
der Schriftrollen von Qumran)

 

 

Im Beitrag  Heilkräfte der Essener   finden Sie auch Textauszüge aus verschiedenen Schriftrollen

 

 

 

Der Lehrer der Gerechtigkeit

qumran tontoepfe

Seit man die Schriften in Qumran fand, ist bekannt, es gab schon hundert Jahre vor Jesus einen Wanderprediger, der  sich „Lehrer der Barmherzigkeit“  oder „Lehrer der Gerechten“ nannte und die Botschaft der Nächstenliebe und Barmherzigkeit verkündete. Er wurde um 62 vor Christi Geburt unter Fürst Aristobul II an das Kreuz geschlagen.

Vierzig Kilometer vor Jerusalem liegt Chirbet Qumran. Chirbet ist Arabisch und bedeutet kleine Schutthügel. Die Stadt der Essener, die sich als kleine Kuppe vor dem roten Gestein abhebt, war bis 1946 auch nur ein Schutthügel unter vielen. 1952 bis 1956 erfolgten die  ersten Ausgrabungen und die Untersuchung von 273 Höhlen. Man fand Tonkrüge, die man sonst nirgendwo fand. In ihnen lagerten die Schriften.  Man fand auch fünf  Tintenfässer. Im Vergleich zu den Funden in Jerusalem mit nur einem Tintenfaß sei das eine hohe Zahl. Es weise auf eine hohe Schreibtätigkeit hin, sagt die Wissenschaft. Nicht alles, was gefunden worden ist, kann einfach unbesehen für die Lebensweise der (Qumran-)Essener in Anspruch genommen werden.
Insgesamt fand man 80.000 bis 100.000 einzelne Fragmente von etwa 800 verschiedenen Schriften, vermutlich aus dem ersten oder zweiten Jahrhundert vor Christus. Genauer: Paläographischen Nachweisen zufolge sind die meisten der Urkunden in der Zeit zwischen etwa 200 v. Chr. und 68 n. Chr. entstanden. Letztere Datierung wird zusätzlich durch archäologische Forschungsergebnisse bestätigt, da Ausgrabungen an den Fundorten ergaben, dass diese 68 n. Chr. geplündert wurden. Es wird angenommen, dass die jüdische Gemeinschaft durch ein römisches Heer unter dem späteren Kaiser Vespasian ausgeraubt wurde, das eigentlich unterwegs war, um einen im Jahr 66 n. Chr. eingeleiteten jüdischen Aufstand zu unterdrücken. Die Urkunden wurden vermutlich zwischen 66 und 68 versteckt.

So fand sich zum Beispiel ein fast komplettes Altes Testament (ohne das Buch Esther) in hebräischer Sprache, das wahrscheinlich im ersten vorchristlichen Jahrhundert geschrieben wurde. Dieser Fund ist insofern interessant, als die bislang älteste bekannte Fassung des Alten Testamentes aus dem 10. Jahrhundert nach Christus stammt.
Die also ein Jahrtausend älteren Qumran-Rollen sollen buchstabengenau mit den bekannten Bibel-Texten übereinstimmen.

bibel 1500 jahre liegt im vatikan

1500 Jahre alte Bibel. Sie befindet im Vatikan.

 

Aus den gefundenen Schriften ergibt sich ebenso, dass der „Lehrer der Gerechtigkeit“ die Essener-Gemeinde leitete und er von jenen als einer ankannt wurde, den Gott mit einem besonderen Verständnis für die Schriften ausgestattet hatte. Manche Wissenschaftler glauben, dass er der erste gescheiterte Messias gewesen sein soll. Die Essener erwarteten keinen Messias aus Jerusalem, sondern von den „Söhnen des Lichts“, von jenen, die sich auf das Kommen des Herrn vorbereiteten.
Wer der Lehrer war, ist bis heute unklar. Er soll etwa 110 v. Chr. gestorben sein.

Es findet auch ein „Frevelpriester“ in ihren Schriften Erwähnung.

Im Jahr 152 v. Christus wurde der Makkabäer Jonatan mit syrischer Unterstützung Hohepriester, obwohl das Geschlecht der Hasmonäer nicht hohepriesterlicher Abstammung war, was als unabdingbare Voraussetzung für dieses priesterliche Amt galt. In der Folge bildete sich eine Opposition wider Jonatan.  Unter der Führung dieses „Lehrer der Gerechtigkeit“ trennen sich Teile der priesterlichen Opposition wegen der Entweihung des hohepriesterlichen Amtes vom Tempel und zogen sich in die Wüste Juda zurück. Der „Lehrer der Gerechtigkeit“ wird nie mit Eigennamen erwähnt. Sein Gegenspieler – der Frevelpriester – ist Jonatan. Aus den Qumrantexten erfahren wir, dass er anfangs den Anschein erweckte, er sei wahrhaft und gut. Bald aber enthüllte er sein wahres Wesen. Er wurde hochmütig, übertrat Gebote und ging auf „Greuelwegen“, wie es in den Texten heisst. Schließlich soll er von den Heiden – den Syrern – gequält und getötet worden sein. Tatsächlich wurde Jonatan von den Syrern 143 vor Christus gefangengenommen und nach längerer Gefangenschaft getötet.

 

qumran haus

Rekonstruktion Nord-Ost-Blick auf Qumran. Quelle: UCLA Qumran Visualization Project

Der  „Lehrer der Gerechtigkeit“  soll als Hoher Priester abgesetzt worden sein. Jonatan  übernahm das Amt. In Folge gründete der Lehrer die strenggläubige Gruppierung der Essener.  Später dann forderte der „Lehrer der Gerechtigkeit“  den Makkabäer Jonatan in einem Brief auf, sein Amt als Hoher Priester niederzulegen und sich auf die politische Herrschaft zu beschränken. Der Brief an ihn listet über 20 Vorschriften der Tora auf, gegen die die im Tempel übliche Praxis nach Ansicht des Lehrers der Gerechtigkeit verstieß. Jonatan lehnte das ab. Er soll versucht haben, den Lehrer ermorden zu lassen- was misslang.  Jonatan war nicht nur Hoher Priester, sondern auch König.

Aus den Schriften der Essener, ein Kommentar zum Buch Habakuk, wird vom Frevelpriester berichtet, der den „Lehrer der Gerechtigkeit“ verfolgte und versuchte ihn in „furchtbarer Wut zu verschlingen am Ort seines Exils“ Er wollte ihn zu Fall bringen.

Der „Lehrer der Gerechtigkeit“ sah sich als der rechtmäßige Nachfolger von Moses und  von Gott eingesetztes religiöses Oberhaupt der Juden. Er glaubte an das baldige Kommen des jüngsten Gerichtes, das den Beginn, die Zeit der Herrschaft Gottes bringen würde. Er sah sich als derjenige, der das Kommen des Reiches Gottes in die Wege leiten sollte. Es gab Juden, die zu seinen Zeiten bereits in die Nachbarländer geflohen waren. Er soll sie aufgefordert haben zurückzukommen.

Es soll dem „Lehrer der Gerechtigkeit“ gelungen sein, sieben Exilgruppen zur Heimkehr zu bewegen und sie in einer Union zusammenzuschließen. Auch viele der im Lande gebliebenen schlossen sich ihm an. So entstand die Gemeinde der Essener.

 

qumran konstru

Südost. Töpferei. Rekonstruktion Qumran. Quelle: UCLA Qumran Visualization Project

 

qumran haus2

Qumran

 

Johannes der Täufer war Essener. Die Menschen pilgerten zu ihm und ließen sich von ihm taufen. Er trat in der judäischen Wüste und im Jordan auf.  Genauer, östlich des Jordans bei Betanien. Er rief zur „Umkehr“ auf.  Auch Jesus ließ sich von ihm taufen und erst als Johannes verhaftet wurde, begann Jesus zu lehren. Maria und Josef waren eng mit den Essenern verbunden. Jakobus der „Gerechte“, der Bruder Jesus, war von den vierziger bis in die sechziger Jahre des ersten Jahrhunderts das angesehene Oberhaupt der „Urkirche“ oder „Jerusalemer Versammlung“. Nach seiner Ermordung, etwa im Jahre 62, wurde vermutlich der später auch zum Märtyrer gewordene Simon bar Kleophas, ein Vetter von Jesus und Jakobus, sein Nachfolger. Nikodemus, der Ratsherr aus Jerusalem ebenso wie Joseph von Arimitäa, der Ratsherr, der Jesus nach der Kreuzigung „begrub“ (Jesus überlebte!), sympathisierte mit den Essenern.

qumran taufstelle jordan

Taufstelle Jordan

 

Biblische Orte, an den sich Johannes und Jesus  laut dem Neuen Testament aufhielten, wie Betanien am Jordan, die Oase Jericho und die Berge nah Qumrans mit der Wasserstelle Ain Feschkha bilden ein gleichseitiges Dreieck. Ödes Flachland, dazwischen die Oase Jericho, die Taufstelle nicht weit von Qumran entfernt, das zu Zeiten Johannes in der zweiten Blüte stand.  Es gibt Ähnlichkeiten in der Lehre. Glaubt man dem Lukas-Evangelium dann gibt es jede Menge Lobgesang von Zacharias, dem Vater Johannes, in dem  auffallend häufig von Licht und Dunkelheit die Rede ist. Sein  Sohn Johannes wuchs in der Wüste heran, liest man dort. Die Essener waren bekannt dafür, dass sie fremde Kinder aufnahmen. Jesus aus dem fernen Galiläa trifft zufällig auf Johannes am Jordan nah Qumran und lässt sich zufällig von diesem Mann taufen?

Wer will denn angesichts dieser Sachlage  ernsthaft anzweifeln, dass es zwischen Johannes dem Täufer und den Essenern keinen Kontakt gegeben hat?

Ähnlich wie bei Jesus gab es bei den Essenern einen engeren Kreis von 12 Männern um den Leiter der Gemeinde, eben dem „Lehrer der Gerechtigkeit“. Und auch die Ethik wurde verschärft. Sie lebten nach dem Gebot „Bete und arbeite“ in Gütergemeinschaft und legten Wert darauf, ihre Sinne zu „disziplinieren“, um entsprechend diszipliniert und asketisch zu leben. Angesichts des erwarteten Messias und seines herbei gesehnten „Friedensreiches“ verkündeten sie eindringlich eine Umkehr, eine Notwendigkeit der Vergebung und Erneuerung des Lebens.

Qumran und Taufstelle liegen nicht an irgendeiner Stelle der Judäischen Wüste. Von Qumran aus kann man den Berg Nebo sehen, jenen Berg von dem Moses aus ins Gelobte Land sah – so steht es jedenfalls in der Bibel. Nah bei Jericho, der ältesten Stadt der Welt, die die „Kinder Israels“ erobert hatten, gründeten die Essener Qumran, um auf den „Neuen Bund“ mit Gott zu warten. Es ist der gleiche Neue Bund, den Jesus beim Abendmahl verkündete.  Dabei ging es nicht um eine neue Religion. Gott bekennt sich erneut und führt sein „auserwähltes Volk“  aus der Knechtschaft der Besatzungsmächte in die Selbstständigkeit. Das verstand man unter dem „Neuen Bund“.

Eine Verbindung von Johannes dem Täufer sowohl zu Jesus als auch zu Qumran gilt als sehr wahrscheinlich.

 

qumran wueste

Wüste nah Qumran

Der Essener Johannes der Täufer nimmt in allen Evangelien eine herausragende Stellung in der Biografie Jesu ein. Von diesem „Rufer in der Wüste“ hatte schon der Prophet Jesaja gesprochen: “  Stimme eines Rufers: In der Wüste bahnt dem Herrn einen Weg. Ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott.“ Diese Ankündigungen waren im Alten Testament üblich.

Um das Gottesreich herbeizuführen „sollen sie sich vom „Frevel“ absondern, in die Wüste gehen, dort den Weg des Herrn bahnen, wie es geschrieben steht, so steht es wörtlich in den Schriften der Essener. Nichts anderes tat  und sagte Johannes der Täufer. Von den „Kindern des Lichts“ sei der Messias zu erwarten, von denen, die dem Herrn in der Wüste dienten, von denen, die das wahre Gesetz des Moses befolgten. Nur die, die den Alten Bund hielten, konnte der erneuerte Bund und mit ihm der Messias kommen.

Das Studieren der Lehren Zarathustras war bei den Essenern obligatorisch. Zarathustras Idee eines „Weltbrandes“, der sich wie ein Strom über die Erde ergießt, spielte bei Johannes dem Täufer als auch bei den Essenern eine Rolle.

Ein Leben nach dem Sonnenkalender

Um das Jahr 950 schrieb Al Quirqisani, ein Jude, es gebe eine bestimmte „Sekte“, die ihre Bücher in Höhlen versteckt habe.  Zwei mohammedanische Autoren beziehen sich später auf ihn. Sie erwähnen, dass jene „Höhlenleute“, die vor den Christen lebten, einen sonderbaren Kalender gehabt hätten.  Sie pflegten eine seltsame Wochentagsrechnung. Diese wird ebenso  in den Damaskusrollen erwähnt,  gefunden in einer Synagoge in Altkairo, veröffentlicht 1910. In den Schriften der Damaskusrolle ist auch die Rede vom „Lehrer der Gerechtigkeit“. Sie gehört zur essenischen Bibliothek. (1)

Essener wollten keine Feste am falschen Tag feiern. Sie richteten sich nach dem Sonnenkalender aus und nicht nach dem Mondkalender. In einer Schrift wird die Anzahl der Gemeindevorsteher entsprechend der Anzahl der Wochen im Sonnenkalender mit 52 und die Zahl der Priesterwachen mit 26 angegeben. Der Jerusalemer Tempelkult kannte nur 24 Priesterwachen. Der Mondkalender ging Jahr um Jahr um zehn Tage vor. Die Korrekturen schienen kompliziert.

leonardo-da-vinci-abendmahl

Abendmahl

Das Datum des Abendmahls. Nach den synoptischen Evangelien war das letzte Mahl Jesus ein Passahmahl in der Nacht des 14. Nisan.
Nun steht aber im Johannes-Evangelium Jesu wurde am 14. Nisan gekreuzigt und man warf dem Schreiber darum auch vor, er habe keine Ahnung von jüdischen Festen gehabt. Man vermutete einen Griechen als Schreiber. Und auch die Chronologie bei Markus, Matthäus und Lukas kommt ins Gedränge mit dem jüdischen Brauchtum. Undenkbar, dass Jesus in so einer hochheiligen Nacht verhört wurde und am ersten Tag des Passah-Festes gekreuzigt worden sein soll.
Erst nach Qumran ist alles anders! Jesus nutzte den Qumran-Kalender, sein Abendmahl fand darum einen Tag früher statt. Jede andere Rechnung missachtet die strengen jüdischen Bräuche oder versucht den wahren Tatbestand zu verschleiern.
Es gilt als gesichert, dass es ebenso eine Urgemeinde der Essener in Jersualem gab.
Sie soll dafür sorgten haben, dass Jesu gesäuertes Brot und das entsprechende Geschirr für jenen Abend erhielt.
Eine Belanglosigkeit für uns abendländische Christen, für Juden ein immens wichtiges Ritual. Das Geschirr durfte während des Passahfestes zuvor nicht mit Gesäuertem in Berührung gekommen sein.
Wir finden es ganz normal, dass Jesus das Abendmahl mit zwölf Jüngern abhielt. Nach jüdischem Brauch nahmen an jenem „Sederfest“ auch Frauen und Familienmitglieder an dem Mahl teil. Jesus war immer auch in Begleitung von Frauen. Frauen standen unter seinem Kreuz. Frauen gingen als erste zum Grab. Glaubt man Leonardo da Vinci, dann saß Maria Magdalena neben ihm an jenem Abend. Saß sie nicht neben ihm, dann entspräche dieses den Mahlregeln der Essener.
Die Fußwaschung gehört  ebenso zu einem Reinigungsritual der Essener.
Das wirkliche Besonders des Abendmahls: die Abweichung des Termins, die Männerversammlung, den Streit um die Sitzordnung.

 

qumran5Neben den Gemeinden in Qumran und Jerusalem, gab es  Essener  in Damaskus. Es gab sie in anderen Städten und Dörfern Judäas. Nach Angaben von Philo von Alexandrien waren sie ein „große und volksreiche Gemeinschaft“. Das bestätigt auch Josephus. Erstaunlich, dass sie keinerlei Erwähnung im Neuen Testament finden.
Zahlenmässig sollen sie gleich stark wie die Pharisäer gewesen sein. Der Römer Plinius der Ältere schreibt, dass eine große Gruppe der Essener in En Gedi am Toten Meer lebte. Und in En Gedi wurde 1998 auch tatsächlich eine Siedlung aus dem 1. Jahrhundert ausgegraben.

Philo und Plinius machten Angaben zu den Essenern. Sie wurden als Märchenerzähler abgetan, bis man die Texte in den Höhlen von Qumran entdeckte. Man fand auch ein „Regelbuch“. Alles, was dort zu lesen war, hatte  man bereits durch die Beschreibungen vom Geschichtsschreiber Josephus gekannt.

Essener en gedi

En Gedi

Die urchristliche Gemeinde zu Jerusalem wanderte zum Teil schon vor dem jüdischen Krieg (66-70) und der Zerstörung Jerusalems (70) aus, vermutlich aufgrund einer warnenden Prophezeiung, die Jesus zugeschrieben wird. Eine neue Heimat fand diese Gemeinde in Pella (im heutigen Jordanien), bis sie nach einigen Jahrhunderten aus der Geschichte verschwand.

Die ersten Christen nannten sich noch keineswegs „Christen“, sondern verstanden sich als strenggläubige Juden.

 

anti4

600 Kilometer von Jerusalem nach Antiochia. Zu Paulus Zeiten war sie eine römische Provinz. Lukas soll aus der Stadt stammen.

Paulus der erste Ideologe der Kirche

Das Christentum verlagerte seinen Schwerpunkt sehr bald nach Jesus „Tod“ (nein, nein!) nach Norden in das entfernte Antiochia in Syrien. Die Stadt wurde 1939 der Türkei zugesprochen. Sie liegt etwa 600 Kilometer nördlich von Jerusalem in der Nähe der Mittelmeerküste. Hier wurde das Evangelium gepredigt, von denen, die aus Jerusalem geflohen waren. Verfolgte Christen fanden in der Stadt Zuflucht. Hier wurden die Nachfolger Jesu auch zum ersten Mal Christen genannt. Paulus missionierte dort Heiden. Es gab führende Juden, die ihn sehr stark kritisierten und ihm sehr ablehnend gegenüber standen. Es gab die Absprache, dass sich Paulus nur an die „Heiden“ wenden durfte.

Es ist bekannt, dass Paulus von Anfang an ein gestörtes Verhältnis zur Jerusalemer Urgemeinde hatte. Er stritt mit Petrus. Jesus sah er überhaupt nur in einer Vision. 14 Jahre lang hatte er zusammen mit Barnabas auf eigene Faust im syrischen Antiochia „Heiden“ missioniert. Niemals hat er sich mit der Jerusalemer Gemeinde abgestimmt.  Er soll sich mit jedem überworfen haben.
Antiochia war damals als Wirtschaftszentrum die drittgrößte Stadt nach Rom und Alexandria.

anti3

Höhlenwohnungen von Christen in Antiochia

 

Paulus ist als Saulus um das Jahr 10 n.Chr. als Sohn einer jüdischen Familie in Tarsus in der heutigen Türkei geboren.

Sein erster „Missionserfolg“ soll auf Zypern stattgefunden haben. Barnabas führte danach in die Gemeinde Antiochia ein. Antiochia mussten Paulus und Barnabas allerdings fluchtartig verlassen, so empört waren die Juden über ihn. Sie zogen weiter nach Ikonium ins zentralanatolische Reich. Dort drohte man ihnen mit der Steinigung. Auch von dort mussten sie fliehen.

Jesus wollte das Reich Gottes. Paulus seine Erlösung von Schuld, die Kirche wollte sich selbst. Jesus hat ohne „Christologie“ und ohne Kreuzesglauben die Menschen mit Gott versöhnt. Gott oder Mammon, ewiges oder irdisches Leben, Seele oder Leib, Demut oder Selbstgerechtigkeit. Liebe oder Selbstsucht. In dem Ring dieser Fragen ist  für Jesus alles beschlossen.
Paulus macht erst aus dem Menschensohn den Gottessohn der Kirche.
Paulus schreibt insgesamt neunmal über Jesus und  250 mal über den mythischen Christus.
Paulus musste sich gar nicht für den historischen Jesus interessieren. Der „Tod“  Jesu brachte ihm die Erlösungsmystik. (ich erwähne es gerne: Jesus überlebte!).  Paulus Theologie des Kreuzes zeigte Wirkung.  Wir tragen seither das Sterben Jesu mit uns herum. Gottes Handeln ist das Sterben Jesu für uns – wegen unserer Sünden. Christliche Leidensbereitschaft. Sein Kreuz auf sich nehmen, gehörte geradezu zum Erkennungszeichen eines Christen.  Dabei hatte der Pessismismus eines Paulus wenig mit Jesus Lehre zu tun.

In der Bergpredigt erwähnt Jesus nichts vom Opfertod und der Auferstehung. Da geht es um den vollkommenen Wandel.  Lieben sollten wir, von ganzem Herzen lieben, mit der ganzen Seele, mit allen Kräften, deinen Mitmenschen wie dich selbst. Mach es so, dann wirst du leben. Glauben sollte man an den Früchten erkennen.

anti

Reste der Basilika in Antiochia. Eine davon war Paulus gewidmet.

Was machten Paulus und die Kirche daraus: Leid im Gehorsam verstehen lernen. Aus einer Lehre, die im Tun und Handeln das Reich Gottes auf Erden bringen wollte, war in drei Jahrhunderten eine Religion der Gottergebenheit geworden, die auf den Himmel hoffte. Aus der Gemeinschaft der Erlösten wurde eine Gemeinschaft der Sünder.  Nächstenliebe wurde zum Mitleid und das Leid zur Gnade. Freies Wehen des Geistes ade – eine Kirche, ein Geist, ein Herz, einheitlicher Glauben, alles andere hätte außerhalb der Kontrolle der Kirche gelegen. Eine handliche Religion mit Buch und Glaubensbekenntnis, Dogma und Gebrauchsanweisung. Durch Kirche instutionalisiert und kanalisiert.
Eine vollkommene Verkehrung dessen, was Jesus Lehre war, was ursprünglich gemeint war. Und genau in diesem Augenblick wurde das Christentum zur Weltreligion. Die Kirche schuf sich ihre eigenen Maßstäbe. Deutete um, machte passend, ließ weg, verdrängte. Die Obrigkeit regierte von Gottes Gnaden und die Kirche behauptet bis heute für alle da zu sein. Man betete um Frieden und man segnete die Waffen derjenigen, die den Status Quo sicherten. Sie predigt Liebe und liebt die Herrschaft und ist vertraut mit Gewalt.

Jüngste Aufdeckung:
Unter dem  jetzigen Papst Franziskus  – also ganz aktuell – entdeckte ein italienischer Journalist Konten der vatikanischen Bank auf. Bis dahin gab es absolut keine Informationen zu dieser Bank der Kirche. Fünfhundert  Millionen Euro, die über  Decknamen von Stiftungen und Wohltätigkeits-Organisationen italienischen Politikern gereicht wurden. Mehrere Männer mit Mafia-Zugehörigkeit, die plötzlich irgendwo tot aufgefunden wurden. Der Journalist meinte, dies sei nur ein klitzkleines Puzzleteil eines großen Korruptionsfalles.

Was würde wohl Jesus zu dieser Kirche sagen?

 

Jesus hat – glaubt man der katholischen Kirche – keine Geschwister gehabt. Er hatte Geschwister!
Jesus hat – glaubt man der katholischen Kirche – auch keine Frau an seiner Seite gehabt.  Maria  Magdalena bezeichnete er als seine Frau.  Das ist wissenschaftlich belegt. Seine Mutter und seine Frau folgten ihm Jahre später nach Indien.
Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
Ohne Hilfe hat Mutter Maria einen Gott geboren, auch wenn sie lange mit Josef verheiratet war.  Schaut man sich den  hebräischen Text an, dann heißt es an entsprechender Stelle nicht Jungfrau, sondern „alma“, was junges Mädchen bedeutet.
Falsche Übersetzungen.  Denkschablonen. Die Mühe, sich die Urschriften anzusehen, machte man sich erst gar nicht.
Dogmen, Ideologien, an denen bis heute noch festgehalten wird.

 

Zurück zu den Essenern:

Die Chassidim
Schon zweihundert Jahre vor Johannes dem Täufer sahen  „Fromme Juden“ – Chassidim –  das Ende der Welt kommen und sagten, das Reich Gottes sei nahe. Fremdherrschaft, griechischer Kult in den Tempeln Jersusalems, es folgten die Herrschaftszeit der syrischen Seleukiden, gegen diese Sündhaftigkeit, gegen die griechisch beinflussten Kulte, gegen Fremdherrschaft protestierten die Chassidim. Sie beteten nicht einmal in Richtung zum Tempel Jerusalem. Sie wurden  unter dem syrischen Fürsten Antiochus verfolgt und verließen die Dörfer und Städte und zogen in die Wüste Juda. Sie sollen die Vorfahren der Essener sein. Aus ihnen gingen auch die Pharisäer hervor. Das Wort Pharisäer bedeutet „Getrennte“.  Sie glaubten- anders als die Essener – nicht an die endzeitliche Verkündigung. Die Essener hingegen glaubten an die Propheten der Hoffnung.  Eine Hoffnung im Diesseits, angekündigt durch das Kommens des Messias. „Denn das Himmelreich ist nahe“ – dazu dienten Gleichnisse, davon sprach Johannes der Täufer. Sie lebten nach den mosaischen Gesetzen.  Sie galten jüdischer als alle anderen Juden. Ihre Herkunft führten sie selbst aus Zadok, den Hohepriester zurück.  Die Essener bezeichneten sich als „Söhne des Lichts“, die gegen den „Frevelpriester“ und die „Söhne der Finsternis“ kämpften.

 

Der „Lehrer der Gerechtigkeit“ soll  etwa im Jahr 110 v. hr. gestorben sein. Seit 140 v. Chr. lebten die Essener zurückgezogen in der Erwartung der künftigen Herrschaft Gottes – die ausblieb. Sie erwarteten das „Jüngste Gericht für das Jahr 70 n. Chr..Diese Erwartung begründeten sie mit dem Buch Daniel. Als Johannes der Täufer seine Botschaft vom schon bald bevorstehenden Reich Gottes verkündete, waren die Essener davon überzeugt, dass Jesus nicht der Messias sein konnte, denn er kam ja zu früh.
Joshua oder Jeschua bedeutet: der Herr rettet.  Chesous ist die griechische Version von Joshua, aus der dann das lateinische Jesus wurde.

Johannes der Täufer war aus dem Hause Zadoks. Glaubt man dem Lukas-Evangelium,  hoffte Johannes in Jesus einen König aus dem Hause Davids gefunden zu haben. Warum war das von Bedeutung? Nun, das künftige „Endgericht Gottes“ sollte damit beginnen, dass Israel wieder einen König aus dem Hause David und einen Hohepriester aus dem Hause Zadoks hat.

Was stattdessen um die  Zeit  66/ 70 n.Chr. kam, war der Jüdische Krieg, die Römer eroberten Jerusalem und die Tempel wurden zerstört. Ein Teil der Juden wurden aus dem Land vertrieben.

 

Die Schriften der Essener sind älter als die Schriften des Neuen Testaments.

Seit 44 vor Christus war die jüdische Thora die unumstrittene Quelle religiöser Autorität für das gesamte jüdische Volk.
Zweihundert Jahre vor und nach der Zeitenwende waren die Pharisäer und die Priesterschaft des Jerusalemer Tempels, die Sadduzäer, die beiden herrschenden großen religiösen Strömungen im jüdischen Leben. Die Sadduzäer waren die Konservativen. Die Pharisäer gerieten in den Ruf der Heuchelei, weil sie immer noch eine andere Auslegung parat hatten. Für die Sadduzäer störten die Pharisäer die öffentliche Ordnung.
Alles, was man über die Essener weiß, erfährt man über die Quellen in Qumran. Nicht eine einzige Schrift ist im Neuen Testament überliefert. Dabei traten Johannes der Täufer und Jesus öffentlich auf. Josephus hat in antiken Zeiten bereits ausführlich über die Essener berichtet. Durchaus gab es Theologen durch die Jahrhunderte hinweg, die auf die Verbindung Jesu zu den Essenern hinwiesen.

 

 

qumran natuerliches amphithbergpredigt

Hier könnte Jesus seine Bergpredigt verkündet haben,sagen Wissenschaftler. Ein natürliches Amphittheater.

„Mit Vorliebe widmeten sich die Essener dem Studium von Schriften der Alten, besonders um zu ergründen, was für Leib und Seele heilsam ist“, schreibt Flavius Josephus vor mehr 1900 Jahren in seiner Geschichte des Jüdischen Krieges. Der Historiker erwähnt die drei Gruppen, gibt bei den Essenern aber an, dass sie untereinander noch mehr als bei den anderen durch Liebe verbunden seien.

Bergpredigt und Apokalyse, Buße und Taufe, Gütergemeinschaft und Armut, Abendmahl, die Lehre von der  Unsterblichkeit der Seele (kannte das Alte Testament nicht) und  der Neuer Bund – das ist alles nur in den Schriftrollen von Qumran wiederzufinden. Was wir fast zweitausend Jahre lang für die Lehre des Rabbi Jesu gehalten haben, war vor seiner Geburt schon niedergeschrieben.
Die Schriften sollen aus dem dritten und zweiten vorchristlichen Jahrhundert stammen, also aus der Anfangszeit der Essener. Es waren nicht wenige an Zahl, die man fand.

Licht und Finsternis als Begriffe für Wahrheit und Gottlosigkeit. Licht sahen die Essener als Quelle der Wahrheit.
Auch hier gibt es Parallelen im Johannes-Evangelium des Neuen Testaments.  „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort….und das Leben war das Licht des Menschen….“
In den Schriften der Essener heißt es: „…durch seine Erkenntnis wurde alles, und was ist, richtet er nach seinem Plan. Außer durch ihn geschieht nichts.“  Vorher wird das Licht als die Wahrheit beschrieben
Frank Moore Cross, einer der Kenner, der die Qumran-Schriftrollen entzifferte, stellt fest: “ Bei allen Vorkommnissen sind wir nun in der Lage, mit den entsprechenden Entdeckungen von Qumran die Tatsache zu unterstreichen, dass die Zeugnisse des Neuen Testaments in der Tat jüdisch-christliche Kombinationen sind aus zum Teil überarbeiteten Quellen der Essener.

Selbst bei dem fantasiereichen Lukas, bei dem jedes Jahr zu Weihnachten Engel verkünden „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen des Wohlgefallen“ – selbst da taucht im Hintergrund Qumran auf, die Essenersiedlung am Toten Meer.
In den Schriftrollen der Essener werden immer wieder – und nur dort – „die Söhne“ und die „Menschen des guten Willens“ erwähnt. Die Essener hielten den Tempeldienst in Jerusalem für verdorben. Nicht anders Jesus Haltung dazu. Jesus entlarvte die Heuchelei des Amtspriestertums, und deren Vertreter waren in keiner Weise einsichtig und sie sperrten sich gegen seine Botschaft und sahen in ihr zurecht eine Bedrohung ihrer Ego-Macht – so wie sich in den vergangenen Jahrhunderten die Priester immer gegen die Gottespropheten (Jesaja, Jeremia, Hosea, Amos, Ezechiel, Daniel und viele mehr) gestellt hatten.

 

Qumran-Siedlung-Ausgrabung m. Hinrichsen

Ausgrabungen Qumran Siedlung

 

Was ist aus Qumran geworden?  Über Qumran ist bekannt, dass der Ort von der 10. römischen Legion unter Vespasian im Jahre 68 n. Chr. „geschleift“ wurde. Die Qumraner wurden vermutlich niedergemacht oder in die Sklaverei verkauft. Qumran ist von nun an ein römischer Militärposten. Und im Jahr 70 wurde schließlich auch der Tempel in Jerusalem ganz kurz nach seiner Fertigstellung von den Truppen Roms zerstört.

In den Jahren 132-135 formiert sich ausgerechnet in Qumran, in Mesad Chasidin, wie der Ort jetzt heißt, der letzte jüdische Aufstand unter Simon Bar Kochba. Auch er wird von den Römern niedergeschlagen und mit ihm alle weltlich-militärischen Vorstellungen von einem „Friedensreich“, von dem man glaubte, dass es in Palästina seinen Anfang nehmen würde.

anti5

har Meron im nördlichen Galiläa. Nach der Überlieferung ist hier das Grab des Rabbi Schimon bar Jochaj, der ein glühender Anhänger des Aufsatnds war

 

Simon Bar Kochba wurde nach der jüdischen Tradition „Sohn des Sterns“ genannt.  Er wurde von vielen Juden als „Inkarnation des Messias“ betrachtet. Die Gestalt des Messias trüge keine Zeichen des Übernatürlichen, noch wäre sie mit einer Revolution kosmischen Ausmaßes verbunden.

Simon ben Koseba, der identisch ist mit Schimeon ha-Nassi (Simon, Prinz von Israel), wie er auf Münzen, die während des Aufstands geprägt wurden, zu finden ist. Diese Münzen vermitteln auch wertvolle Informationen über die Gefühle, Hoffnungen und Ziele der Aufständischen. Sie zeigen Symbole, die mit den Tempelriten verbunden sind, Inschriften, die die „Erlösung Israels“ und die „Freiheit Jerusalems“ beschwören.

Was auch immer die Ursachen gewesen sein mögen, so steht fest, dass der Aufstand keine spontane Erhebung war. Schon vorher wurden Waffen zusammengetragen, unterirdische Verstecke waren angelegt worden, taktische und strategische Pläne lagen vor. Dio Cassius liefert eine knappe Beschreibung dieser Vorbereitungen, die durch archäologische Funde bestätigt worden sind. Der Aufstand begann 132 und dauerte dreieinhalb Jahre.

 

 

Das Ziel der Essener war ein Leben gemäß der Weisung (Tora) Gottes, deren Studium nach Auskunft der Gemeinderegel der Nächte gewidmet waren. Im Unterschied zu den Pharisäern legten sie die Tora aber äußerst rigoros aus. Die für die Priester am Tempel geltenden Regeln wurden zum Teil sogar noch verschärft, um die Heiligkeit der Endzeitgemeinde (das wahre Israel), die als einzige gerettet werden wird, zu erhalten (Tempelrolle)
Der jüdische Wissenschaftler Prof. Dr. Shemaryahu Talmon sagt,  in Qumran habe  es ein Kommen und Gehen  gegeben ebenso wie unterschiedliche Vorstellungen existierten. Die Qumran-Schriften seien so auch nicht als einheitlich anzusehen.

Die Menschen von Qumran wollten bewusst das „Volk David“ sein. Die Vision eines erneuerten Volkes war also bei ihnen zentral – wie zuvor schon bei den großen jüdischen Propheten und später in der Jesusbewegung. Liebe, asketischer Lebensstil, eher strenge Ethik, Gütergemeinschaft, Friedfertigkeit, gemeinsames Mahl und vieles mehr waren Vorboten für eine neue kommende Friedenszeit.

 

 

 
Einige Auszüge aus den Essener Schriftrollen mit Hinweisen auf den Lehrer der Gerechtigkeit :

(1) Damaskusschrift, Kol.XX: 14) Vom Tage des Heimgangs des einzigartigen Lehrers bis zum Ende aller Kriegsleute, 15) die sich mit dem Lügenmann abgewandt haben, sind es etwa vierzig Jahre. […] 28) Aber alle, die an diesen Satzungen festhalten, um dem Gesetz gemäß aus und ein zu gehen, hören auf die Stimme des Lehrers und bekennen vor Gott: 33) sie sollen auf die Stimme des Lehrers der Gerechtigkeit hören und nicht die rechten Gesetze zurückweisen.

CD, Kol.I, 11) Da merkte Gott auf ihre Taten, weil sie Ihn mit ganzem Herzen suchten und Er ließ ihnen den Lehrer der Gerechtigkeit erstehen, um sie auf dem Weg Seines Herzens zu führen 12) und kundzutun den letzten Geschlechtern, was Er tun wird mit dem letzten Geschlecht, mit der Gemeinde der Treulosen, 13) das sind die, welche abweichen vom Wege.
Kol.VI: 8) Der „Stab“, der ist der Gesetzeslehrer, wovon Jesaja sagt: „Der ein Gerät hervorbringt für sein Werk.“
11) Außer diesen (Vorschriften) sollen sie nichts annehmen, bis dann auftritt der Lehrer der Gerechtigkeit am Ende der Tage.
Kol.VII, 19) Der Stern, das ist der Gesetzeslehrer, der nach Damaskus (Qumran) kommt, so wie es geschrieben steht: 20) „Es geht ein Stern aus Jakob auf, ein Zepter erhebt sich aus Israel.“

 

 

Antike Berichte über die Essener:

Die Parallelen zwischen den antiken Berichten und denen aus den Schriftrollen gewonnenen Bild sind erstaunlich.

FlaviusJosephus (Bell. 2,119-166; Ant. 13, 171-173; 15,371f.; 18, 11-25), Plinius d.Ältere (Naturalis historia 5,73) und Philo von Alexandrien (prob 72-91).

 

 

Studies in the Bible, Qumran, and the Ancient Near East, Winona Lake 1991; Hrsg. Shemaryahu Talmon

Ort der Kraft

essener teil 7

 

Gleichviel wissen.
Gleichviel haben.
Gleichviel sein und
an keinen „Laien“ das Geheimnis der hohen und dicken Mauern verraten, aus denen für keinen Menschen der Erde irgendein Unheil, sondern nur ein mögliches Heil hervorgehen soll.

Auch das waren die Grundsätze der Essener vor mehr als zweitausend Jahren. Sie waren auf die Hilfe für Mitmenschen eingeschworen. Sie glaubten an die Kräfte der Natur und Atmosphäre, die alles bestimmen und leiten.  Sie glaubten an die himmlischen Helfer ebenso wie an die Erdenmutter. Sie waren Heiler und beschäftigten sich sehr intensiv mit der Naturmedizin. Das Lesen des „Zend Avesta“, des größten Sammelwerkes aller Zeiten und aller Gebiete war obligatorisch für jeden Essener.

Durch die Kraft der Liebe auf den Äther zu wirken, durch jede winzige Idee, jeden Gedanken vermochten sie den Äther in Schwingungen zu versetzen. Die Energie des Kosmos war ihre Quelle. Liebe war für die Essener das höchste schöpferische Gefühl. In ihrer Welt gab es ein kosmisches Meer der Liebe. Leben selbst war ein Ausdruck der Liebe. Starke Liebesgefühle allen Menschen gegenüber auszudrücken, das war ihr Gebot.

Esseneer ausgrabung

 

qumran wasserzulauf

Ausgrabungen in Qumran. Wasserzulauf in die Häuser. Aufwendige Wasserzuleitungen vom Gebirgen legten die Essener an. (Quelle: privat Israel)

Und so wird man viele Gemeinsamkeiten zwischen Zarathustrier und Essenern feststellen können. Die schlichte, aber zweckmässige  Kleidung, die ihrem inneren Wesen Ausdruck gab. Großen Wert legten die Essener auf  religiöse Rituale. Das Interesse an einem gesunden Körper. Reinigungsrituale waren den Essenern ebenso wichtig. Zarathustra empfahl, sich mit Wasser reinzuwaschen. Die Ausgrabungen zeigen, es gab bei den Essenern Reinigungs- und Tauchbäder in und außerhalb der Wohnräume. Fliessendes Wasser war für die Essener „lebendiges Wasser“ und bedeutete zugleich Wasser des Lebens. Zarathustra war es, der Gedächtnisübungen ausarbeitete und vor der besonderen Schwingung von Worten überzeugt war .  Die Essener rezitierten Mantren, die Lichtwirkung entfalteten. Frühaufstehen galt in seiner Lehre als eine Tugend, nicht anders bei den Essenern. Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern innerhalb ihres Kreises. Mädchen und Jungen wurden auf gleiche Weise in den Gemeinderegeln und Ritualen unterwiesen. Die Essener waren die ersten, die Sklaverei verurteilten. Die Atem- und Wiedergeburtslehre ebenso wie die gemeinsamen Mahlzeiten, Heilmethoden und Feuerrituale. Das Feuer war für Zarathustra das Sinnbild der Reinheit.
Als Hauptreinigungs- und Heilmittel galt der Atem, der in Gesängen und Gebeten gepflegt wurde. Er diente der Vorbeugung zum Heilen.

Alles, was den Essenern an „Geheimwissen“ aus der Tradition zugekommen war, Apokalypsen, die Engelliturgie, die Zwei-Geister-Lehre, Weisheitsschriften betrachteten sie lediglich als Hilfsmittel, um tiefer in die Geheimnisse der Tora einzudringen.
Die Essener sollen jene gewesen sein, die die Lehre Zarathustras  in ihrer reinsten Form übermittelten. Nach ihrer Arbeit widmeten sich sich dem Studium und ihrer Kommunionen, den himmlischen Kräften sowie den Kräften der Erdenmutter.
Wie viele Tausende von Jahren die Lehre Zarathustras schon vorher bestand, ist unbekannt. Die Lehre enthält die Grundideen des Brahmanismus, der Upanishaden und der Veden, insofern darf on mehreren zehntausend Jahren ausgegangen werden..

Die Gemeinschaft lebte nach Wahrheit, Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit, in Demut, Mildtätigkeit, Herzensgüte und Bescheidenheit.

Moses, Maria und Josef, Jesus, Maria Magdalena, Johannes der Täufer, Franz von Assisi und Daskalos, der große Heiler, die Jünger Johannes, Philippus und Andreas, um nur einige zu nennen. Epikur wird als ein namhafter Begründer einer Essener-Gemeinschaft bezeichnet. Große Frauen und Männer Ägyptens, Arabiens und Israel-Palästinas sowie anderer Länder gingen aus der Essener-Gemeinschaft hervor.

Edmond Bordeaux Skèkely schreibt in seinem Buch „Friedensevangelium der Essener: „Er [Franz von Assisi] war nicht nur ein wiedergeborener Essener – er war die Erfüllung des Friedensevangeliums der Essener.“ Skèley erhielt als katholischer Theologe und Gelehrte Zugang zu den Geheimbibliotheken des Vatikans. Der Verfasser mehrer Bücher über die Essener übersetzte Texte aus dem Aramäischen.

Zu Zeiten der Gründung der Essener war das Volk Israel überall hin verstreut. Es lebte zum geringen Teil in Israel. Das Nordreich war längst untergegangen. Sie siedelten in das Zweistromland (Euphrat, Tigris – Mesopotamien) um. Das Heilige Land war für sie auch  niemals Eigentum des Volkes Israel, sondern Eigentum Gottes. Das in Knechtschaft lebende Volk sollte von Ägypten in das Land ziehen, wo Milch und Honig fliessen und es  als „nahala“, als Besitz und nicht als Eigentum ansehen.

 

qumran4

So könnte die Siedlung Qumran ausgesehen haben (Quelle: privat Israel)

Die Ausgrabungen in Qumran zeigen, dass die Siedlung umfassend dimensioniert gewesen sein muss. Fast alles war in Qumran vorhanden:  Zisternen, Wasserzuleitungen für die Rohlederherstellung und landwirtschaftliche Nutzflächen, Dattelpalmen wurden angepflanzt, kleinere Wohnräume ebenso wie größere zweistöckige Häuser muss es gegeben haben. Schusterwerkstatt. Man vermutet eine Wollweberei. Man lebte in Gütergemeinschaft. Anders als angenommen, waren die Essener nicht arm, sondern materiell reich. Das Prinzip der Binnenwirtschaft soll funktioniert haben. Der essenische Handwerke kaufte sein Brot beim essenischen Bäcker, der das Mehl aus der Ernte eines essenischen Bauerns erhielt. Diese Art der Gütergemeinschaft soll sie wirtschaftlich bessergestellt haben, als die übrige jüdische Gemeinschaft Palästinas..

Vier verschiedene Räume sollen alleine zum Zweck der Schriftrollenanfertigung gedient haben. Im Hauptgebäude habe es im Erdgeschoß eine Bibiliothek gegeben und einen großen Schreibraum im Obergeschoß, sagen Wissenschaftler.  Es wird davon ausgegangen, dass die Installierung der aufwendigen Schriftrollenmanufaktur nur zum geringen Teil dem lokalen Eigenbedarf gedient haben kann. Man nimmt an, dass sie  andere Essener-Gemeinden versorgten. Darum wurden Mehrfachexemplare erstellt. Das große Staubecken im Gebirge sicherte die ganzjährige Produktion von Schriftrollen, die  aus Schaf- oder Ziegenleder hergestellt wurde.

Eine Versammungshalle von etwas hundert Quadratmetern, die auch als Speisesaal genutzt wurde, Schlafräume  sowie Lagerräume und Stallungen – fast alles war in Qumran vorhanden.  Gegessen wurde nicht am Tisch, sondern im Schneidersitz auf dem Fußboden. Am Eingang der Versammlungshalle soll sich ein Tauchbecken befunden haben, durch das jeder eintauchen musste, bevor er den Saal betrat. Wasserleitungen führten sogar in den Versammlungssaal hinein.  Schon zu Zeiten Jesu betete man  in der jüdischen Tradition stehend. Im Tempelkult hingegen kniete man nieder, streckte die Arme weit nach vorn, bis die Stirn den Boden berührte. Dreimal täglich kam man zusammen: Morgengebet. Mittagsgebet. Abendgebet.
Eine „Disziplinarordnung“ wurde als Spätfassung um 100 v. Chr. erstellt, zeitgleich wurde die Siedlung erbaut. Historisch belegt ist die Gruppe seit etwa 150 v. Chr.. In anderen Quellen las ich, dass sie bereits siebentausend Jahre  existiert haben sollen.

jerich

Blick auf die Stadt Jericho. Sie liegt 5 Kilometer von Qumran entfernt. (Quelle: privat Israel)

Orte der Kraft finden.

Orte der Kraft zu finden, ist eine Erfahrungswissenschaft, die so alt ist wie die Menschheit. Jeder Ort, jeder Baum, jede Pflanze, jeder Raum, jedes Symbol hat seine eigenen Schwingungen. Bäume wachsen nicht überall gleich. Mitunter haben sie spezielle Ausformungen und dafür gibt es Gründe. Diese Wuchsformen geben Auskunft über das Psychogramm einer Landschaft. Jeder Ort ist umgeben von einem Energiefeld. Wir sind umgeben von aufbauenden Atmosphären, wenn wir in harmonischen Einklang mit den Naturkräften kommen.
Ihre Rituale, Gebete und Regeln, ja auch die Ausrichtung von Häusern in einem bestimmte Himmelsrichtung, in der Gestaltung von Häusern und Orten, eine bestimmte Form des Ackerbaus sollten die Menschen rückbinden und in der Einheit halten. Auf diese Weise entstanden „heilige Räume“ und die Achtung vor dem Leben wie auch das Bewusstsein, dass die Erde verletzt werden kann.

Die Essener nutzen in ihrer Heiltradition genau dieses Wissen. Vor allem aus der Kraft des Herzens  nahmen und nehmen sie noch heute Kontakt zu Körperzellen auf, um die Balance wieder herzustellen.

Über die Heiltraditionen werde ich in Kürze einen Beitrag veröffentlichen.

 

 

maedchenmilch2Auf Spurensuche

Waren die Katharer die „Nachfahren“ der Essener? Die Katharer, die  überzeugt ohne die Bevormundung Roms leben wollten.  Sie leiten sich von den Urchristen ab, las ich.

Ihre Hochblüte war im 13. Jahrhundert im Süden Frankreichs, im Languedoc. Ihre Maxime stand diametral zur Kirche in Rom, die  streng hierarchisch aufgebaut war, (ist) und nach weltlicher Macht strebt (e).“Ihre Lebensweise war der Versuch, den Lehren Jesu zu folgen“, schreiben  die beiden Forscher Picknett und Price. Sie legten großen Wert auf die Gleichstellung von Mann und Frau, und sie glaubten an Reinkarnation, Vegetarismus, und sie töteten auch keine Tiere, und lebten gewaltfrei. Diese Leute stellten für niemanden eine Gefahr dar- außer für die Amtskirche.
Oder waren es die Assyrer, die sich neben den Chaldäern und Aramäern als die Nachkommen der ursprünglichen Bewohner des Zweistromlandes zwischen Euphrat und Tigris sehen? Als älteste Christengemeinde des Nahen Ostens ist ihre Muttersprache noch heute Aramäisch (die Sprache Jesu Christi) – in einer modernen Form.

 

 

 

Anatolien

historische Karte

 

Sie leben im Irak, in Syrien und im Iran, aber auch im Exil in Westeuropa, Nordamerika sowie Australien. Bis in die 60er Jahre hinein lebten in Anatolien rund 200.000 Assyrer-Aramäer. Heute sind es nicht einmal mehr 2000 Menschen.

Sie lasen die Urquellen in ihrer Schrift, standen sie ihnen offen zur Verfügung. Während den Menschen in unserem Kulturraum mit der Todesstrafe auf das Lesen von griechischen Übersetzungen der Evangelien gedroht wurde, las man zur selben Zeit im Nahen Osten die aramäischen Schriften, die sogenannte Peschitta .  Sie reichen bis ins 4. Jahrhundert christlicher Zeit zurück. Aramäisch sprechende Christen lasen die jüdistische aller früheren Versionen des Neuen Testaments, während bei uns Schriften nur den Priestern vorbehalten waren. Erschwerend hinzu kam der Umstand, dass für den „Westen“ viele der Varianten von Evangelien und Schriften verbannt, versteckt oder zerstört wurden.

Die Spurensuche geht weiter…

 

 

 

 

 

Die Essener: Bräuche und Sitten

lavendelbuch2

Die Essener sind ein über 8000 Jahre altes Volk. Sie lebten im alten Ägypten und waren als außergewöhnliche Heiler und Seher bekannt. Das essenitische Volk lebte unter den Ägyptern, jedoch nach seiner eigenen Philosophie. Diese war geprägt von dem Gedanken, dass es eine „Quelle Allen Seins“ gibt, die sie Vater-Mutter-Gott nannten.

Dies unterschied sich von der Lebenseinstellung der Ägypter, die an viele Götter glaubten und den Pharao als gottgleich ansahen. Neueste archäologischer Funde lassen erkennen, sie waren keine reine Männergemeinschaft. In der Bruderschaft lebten und wirkten Männer und Frauen gleichberechtigt. Die Ämter der Gemeinschaften waren für alle erreichbar, unabhängig vom Geschlecht.

Sie bewirtschafteten Land oder wohnten an Ufern von Seen und Flüssen. Alles was sie hatten, wurde gemeinschaftlich genutzt und untereinander geteilt. Sie hatten ein umfassendes Wissen über die Erde, das Klima, die Pflanzen und den menschlichen Körper entwickelt. Dies geschah auch durch ihre regelmäßigen Meditationen über die Engel von Mutter Erde, die sie Gaia nannten, die Engel der Materie und die Engel des Himmelsvaters.

Die Ausrichtung auf den einzigen Gott ist die Basis des Denkens und Lebens für die Essener gewesen. Arme und Außenseiter bezogen sie ein. Das Gebot der Nächstenliebe, das für typisch christlich gehalten wird, steht schon im Alten Testament (3.Mose 19,18). Auch in jüdischer Schriftauslegung findet sich die Forderung nach Feindesliebe.

Jesus wandte die essenitische Grundformel von der Überwindung des Bösen durch das Guttun auch auf den Bereich der Feindschaft an. Gewaltlosigkeit, Schutz des Lebens mit Fokus auf Kinder und Frauen, Heilung- die Seele bringt er uns zurück. Du machst mich groß und tröstest mich -, Engagement für Menschen am Rande. Entschiedenheit – Ja soll ein Ja sein. Nein soll ein Nein sein,  all diese Akzente setzte Jesus. All diese Akzente setzten bereits die Essener.  Jesus soll in Qumran geweilt haben und soll von den Essenern ausgebildet worden sein.

Essener schriftrollen

Essener schreiben Schriftrollen. Quelle: Selva/Lemage

Es gab weder Diener noch Sklaven. Dies wurde stets abgelehnt, was für die damaligen Zeiten eine revolutionäre Haltung war.  Armut oder Reichtum Einzelner gab es ebenfalls nicht, weil alles gerecht geteilt wurde. Diese Form des Zusammenlebens gründete sich auf dem Gesetz der Einheit und des Einklangs mit der Natur, der Erdenmutter und des Himmelsvaters.

Sie verwendeten viel Zeit für das Studium der alten Schriften und der Astronomie. Sie erforschten Heilkräfte und die Fähigkeiten der Weissagung. Sie galten Vielen als die Eingeweihten in die Heilkünste und wurden bei schweren Erkrankungen oder Epidemien in weite Teile des Landes gerufen. Ihr Leben war einfach und genügsam.

Sie richteten sich nach dem Lauf der Sonne. Mit Sonnenaufgang erhoben sie sich und begrüßten den Tag mit einer Kommunion (Gebet). Mit dem gleichen Ritual beendeten sie ihr Tagwerk zu Sonnenuntergang. Sie trugen einfache weiße Kleidung und hatten ein tägliches Ritual, im kalten Wasser zu baden. Hier ging es um die innere und äußere Reinheit, die für sie von großer Bedeutung war. Die Mahlzeiten wurden schweigend in der Gemeinschaft eingenommen. Ihre Kraft schöpften sie aus dem Gebet, der Beschäftigung und Vertiefung mit dem Gesetz. Trotz all der Ernsthaftigkeit waren die Essener ein sehr lebendiges Volk. Sie zeichneten sich aus durch ihre Herzenswärme und Herzensgüte. Es war wie ein Strahlen, das von ihnen ausging und die Umgebung berührte.

Bewundert wurden sie für ihre Ausdauer und ihr Kräfte, die sie zielgerichtet einsetzten. Sie galten oft als „anders“. Doch ihre Stärke war, sich nicht vom Wesentlichen ablenken zu lassen.

Esseneer ausgrabung

Ausgrabungsstätte Khirbet Quelle: J.S. Archäologe Yizhar Hirschfeld von der Hebräischen Universität in Jerusalem untersuchte die Siedlung Khirbet Qumran zunächst unabhängig von den gefundenen Schriftstücken und kam zu dem Schluss, dass sich Qumran in einem florierenden Wirtschaftsraum befand, der damals noch keine Wüste war. Die archäologischen Funde und die Anlagen von Bädern deutete er nicht im Sinne eines Klosters.

Ihre Lebensweise, die man heute als gesund und eher schon karg bezeichnen möchte, erhielt sie vital und kräftig, dadurch erreichten sie oft ein sehr hohes Alter von weit über 100 Jahren. Zeitgenössische Berichte über die Essener gibt es von Plinius der Ältere (Naturforscher), Flavius Josephus (Geschichtsforscher, Der Jüdische Krieg) und Philo von Alexandria (Geisteswissenschaftler). Bis heute finden sich noch immer Teile ihrer Lehre, sei es nun im täglichen Leben oder in den heiligen Schriften,wie mit dem Friedensgruß „Friede sei mit dir“ im Johannes-Evangelium oder in den Psalmen und weiteren Teilen des sogenannten Alten Testaments, wieder.

Ein Leben nach Regeln

Es gab strikte Regeln. Gemeinsame Mahlzeiten oder auch Waschungen, rituelle Bäder, Handauflegen zu Heilungszwecken, die Gütergemeinschaft, das Armutsideal, die Ablehnung der Welt der Finsternis, der tolerante Umgang mit Andersgläubigen und  den Rückbezug auf  jüdische Traditionen. Die Vielehe war untersagt. Nach dem Tod eines Partners war die Wiederheirat nicht erlaubt.  Es existierten strenge Sabbatbestimmungen. Ihre Jahreseinteilung legten sie dem Sonnenkalender zugrunde, während die Pharisäer und Sadduzäer nach dem Mondkalender verfuhren. Ihre kosmisch-anthropologischen Gesetze galten als ein Imperativ, als  eine von Gott der Welt und den Menschen eingeprägte Ordnung.

Die universellen Lebensgesetze
Die Essener verwendeten viel Zeit auf die Erforschung von Zusammenhängen. Sie waren vertraut mit den Gesetzen der Heiligen Geometrie und den hermetischen Prinzipien, wie dem von Ursache und Wirkung.  Nicht umsonst waren ihre landwirtschaftlichen Erfolge überaus wirksam und ihr Heilkünste weithin bekannt. Das Gesetz der Harmonie und des Miteinanders lebten sie. In der Akzeptanz und Wertschätzung des Gegenübers kann ich mich selbst wiederfinden.  Sie hatten keinerlei Interesse daran, andere zu bekehren. Sie konnten die Dinge so nehmen wie sie sind. Sie  waren in der Lage gelassen, aus einer inneren Ruhe heraus zu handeln. Diese Handlungsweise setzt eine jahrelange Schulung des Geistes und der inneren Haltung voraus. Sie sahen den Kosmos durchströmt von der Liebe des Himmlischen Vaters. Sie akzeptierten ihre irdische Aufgabe und erfüllten diese mit ganzer Hingabe.

Sie waren nicht weltfremd, sondern standen mit beiden Füßen auf der Erde. Sie wussten, dass sie Gutes und Böses gleichermaßen erschaffen konnten. Sie wussten, dass Licht immer auch Schatten erzeugt, das alles seine Polarität hat. Sie fokussierten sich auf das, was i h n e n wesentlich erschien. In allem Geschehen versuchten sie die inneren Zusammenhänge zu erfahren und zu begreifen. Im Wissen um das universelle Gesetz der Harmonie war es ihnen das Wichtigste, dass im Universum ein Gleichgewicht existiert. Ihr Bemühen war es, in Einheit und in Harmonie mit allem zu leben. Die Ehrfurcht vor der göttlichen Flamme in Mensch und Tier verbot es ihnen, sich an wehrlosen Wesen zu vergreifen oder ihnen ohne Not Schmerz und Leid zuzufügen. Sie aßen keine Fleisch und schlachteten keine Tiere. Alles Leben war für sie ein Tempel des Himmlischen Vaters.  Die Erde und die Natur war für sie die Lebendige Mutter, Helferin und Heilerin seines Leibes. Alles Negative und Kranke entstand für sie aus der Disharmonie. Sie lernten die verschiedenen Schwingungen der Materie erkennen und vermochten, sie in Gleichklang zu bringen. Es war ihnen sehr wichtig, zu wissen, warum und wozu sie auf der Erde waren.

Sie erkannten die Grundsätze des Lernens und das Gesetz des Ausgleichs aller Leben an. Sie betrachteten nicht nur das Jetzt, sie überblickten den Lauf der Welt als eine Gegenwart, in der Zeit, Zukunft und Vergangenheit Eins waren – in göttlicher Harmonie. Alles ist mit allem verbunden. Einsamkeit und Alleinsein existierten für sie nicht. Das Ewige wurde vom Vergänglichen unterschieden. Ihre Seele ruhte im Schoß ihres Himmlischen Vaters, der um die Führung durch dessen Engel weiß. Tod bedeutete für sie, die Geburt ins ursprüngliche Sein.

Die Expertokratie diskutiert kritisch und kontrovers über die Qumran-Rollen. Einige Wissenschaftler weisen auf die  zahllosen Parallelen zwischen den Schriften des Paulus und denen aus Qumran hin. Eine Fülle qumranischen Gedankenguts soll in die Jesus-Bewegung hineingetragen worden sein. Intensive Beziehungen zwischen Jesus und den Essenern komme sehr viel Plausibilität zu, heißt es.  Auf dieser Spurensuche wird auch  eingeräumt, dass Jesus möglichweise nicht am Kreuz starb.

Im nächsten Artikel erfahren Sie mehr über die Essener und ihre Heilverfahren.

Teil1 : https://martinakunzemexicoprojekt.wordpress.com/2014/02/26/die-essener-eine-reise-zu-den-ursprungen/

Die Essener: Eine Reise zu den Ursprüngen

essener

Sie blicken auf eine 2100 Jahre alte Schrift: Ein Fragment der Exodus-Schriftrolle aus dem Qumran-Fund, das die Kapitel 6:25 bis 7:19 der Bibel enthält.

Ein Hirtenjunge, namens Mohammed ad Dhib steigt in der Nähe des Toten Meeres einer Ziege nach und stößt dabei auf Tongefäße, deren Inhalt zu den sensationellsten Entdeckungen der Geschichte gehören. Erst über Umwege gelangen sie in die Hände von Gelehrten.

Fast märchenhaft klingt die Entdeckung der Schriftrollen Qumrans im Jahre 1947. Sie halten die ältesten geschriebenen Texte der Bibel in ihren Händen. In elf Höhlen sind seither 800 Schriftstücke gefunden worden.Im Herbst 1963 fand man noch weitere vier Rollen. Heute spricht die Wissenschaft von einer Höhlenbibliothek und nicht wie gemein angenommen nur von einem Verstecken vor den Römern.

Nicht immer sind es vollständige Texte, häufig auch kleine Fragmente. Beduinen suchten im Laufe der Jahre und finden sie auch. Einige der Manuskripte werden heute in einem eigenen, atomsicheren Museum in Israel aufbewahrt. Das Museum erinnert in seiner äußeren Gestalt an ein Tongefäß. Nicht nur die Schriften befinden sich dort, sondern alle archäologischen Qumran-Funde der vergangenen Jahrzehnte.

qurmran museumIn den gefundenen Schriften finden sich zahlreiche verschlüsselte Namen, Vorgänge, die in bildhafter Sprache beschrieben sind, zahlreiche Anspielungen auf historische Ereignisse sowie Erläuterungen zu den Prophetenbüchern. Zwei Jesaja-Rollen, deuterokanonische (1) Schriften Jesus Sirach (2) und Tobias, Pseudoepigraphen, darunter bislang völlig unbekannte Schriften, die unmittelbar Lehre und Leben der Qumrangemeinde widerspiegeln, ebenso die Damaskusschrift, die bereits aus späteren Überlieferungen bekannt war.
(1) Deuterokanonische Schriften sind Schriften, die nur in griechischer Schrift überliefert waren. Hebräische Originale sind anzunehmen.  Sie bieten Einblicke in die Zeit vor dem Kommen Jesu. Jesus Sirach gehört zur Weisheitsliteratur, datiert vor 175 vorschristlicher Zeit.

(2) Es handelt sich um den jüdischen Lehrer Jesus ben Sirach. Aus dem Text selbst lässt sich ein hoher Bildungsstand ersehen, die Vertrautheit mit dem öffentlichen Auftritt und pädagogische Erfahrung. Weitere Charakteristika sollen seine ausgezeichnete Bibelkenntnis und das Selbstverständnis als „Weiser“ sein.

qumran handschriften

Ein Fragment der Psalmen-Schriftrolle 1956 gefunden.  5 Jahre später erstmals entrollt. Die ältesten  Handschriften der Bibel wurden vom Israel-Museum ins Internet gestellt, um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Viele tausend Teile der gefundenen Fragmente bestehen aus Leder, Pergament und Blech.

Ungefähr 100.000 Einzelfragmente sind zu erforschen. Von einigen Fragmenten nimmt man an, es handele sich um neutestamentliche Schriften, jenen 1. Teil des Thimotheusbriefes und des Markusevangeliums, was einer archäologischen Sensation nahekommt.

Es wird davon ausgegangen, dass ein Teil der Schriften in zeitlicher Nähe zur Jesusbewegung entstanden sind. Noch eine Sensation: Als Konsequenz daraus ergäbe sich eine Frühdatierung neutestamentlicher Texte, mit der man bisher nicht gerechnet hat  –  und wohl auch nicht rechnen will. Wenn sie in die Zeit 40-69 v. Chr. zu datieren sind, bricht die gesamte Einteilung des Neuen Testaments zusammen. Man stelle es sich vor, Texte aus dem Markusevangelium kursierten bereits in Qumran herum. Hierüber wird unter Bibelforschern und Archäologen noch hart gekämpft. Es scheint, als könne nicht sein, was nicht sein darf. Auch darum ist es den Wissenschaftlern so wichtig, die Beziehung zwischen Jesus und der Qumran-Gemeinde herauszufinden.

qumran tempelrolle

Die berühmte Tempelrolle. Eine eigens konstruierte Kamera, die verschiedene Wellenlängen nutzt, soll eventuell verdeckte Schriftzeichen sichtbar machen.

Datiert wurde all jenes auf die Eisenzeit, biblisch gesprochen während der Königszeit Israels.
Sie erinnern sich? Steinzeit, Bronzezeit, es folgte die Eisenzeit. Zwischen dem 13. und 8 Jahrhundert verbreitete sich das Wissen über die Eisenverarbeitung. Der erste Abschnitt der Menschheitsgeschichte. Das Klima wandelte sich in jenen Jahren. Es wurde wärmer. Der Wasserspiegel stieg an. Seeufersiedlungen verschwanden. Salz galt in jener Zeit als weißes Gold.
Der jüdische Staat war auf zwei unabhängige Königreiche aufgeteilt worden. Das nördliche hieß Israel, während das südliche Gebiet den namen Judäa (Juda, Benjamin) erhielt.

qumran karte

Palästina zu Zeiten Jesu.

In Qumran gruben und rekonstruierten Archäologen in den Jahren nach 1947. Sie fanden Komplexe mit kleineren und größeren Räumen, Vorratskammern, Zisternen, Töpferwerkstätten. Vermutet wird die  Salzstadt, die beim Geschichtsschreiber Josephus (37-100 n. Chr.) erwähnt ist. Die höchste Blüte erreichte der Platz unter der Regierung des Königs Alexander Janaios (103-76). Man fand 2000 Jahre später Knochen von Frauen, Männern und Kindern. Zu Zeiten Jesu wurde der Ort noch einmal besiedelt. Man fand ferner Hinweise, dass die neuen Bewohner die gleiche Gemeinschaft war, die einige Jahrzehnte zuvor Qumran vermutlich wegen eines Erdbebens verlassen hatte. Im Verlaufe des jüdischen Krieges, 68 n. Chr., zerstörten die Römer die Anlage vollständig.

Josephus, Plinius und andere Geschichtsschreiber erwähnten eine jüdische Gruppe in ihren Schriften. Es gab aber keine originalen Zeugnisse,  authentischen Aussagen waren nicht vorhanden.
Gruppen wie die Sadduzäer, die Pharisäer, die Makkabäer und Schriftgelehrten kannte man. Sie bildeten sich unter dem Nachfolger Alexander des Großen heraus. Unter syrischen Königen waren sie schrecklichem Terror ausgesetzt, herrschte damals eine sehr judenfeindliche Religionspolitik in der Stadt Jersusalem.

Mit den Funden in Qumran wusste  man nun um Verfasser einer Kriegsrolle, der Damaskusschrift, Hymnen und jener Gemeindregeln. Bewiesen ist auch eine Ansiedlung ab 100 v. Chr. bis 68 n. Chr.

Aber wer waren diese Menschen, die fern ab von Jersusalem in Qumran an den Ufern des Toten Meeres ein fast klösterliches Leben führten?

essenersiedlung qumran

Sie mögen sich fragen, warum mich diese Einzelheiten interessieren?
Das hat alles mit den Maya zu tun. Das hat alles mit mir zu tun. Denn mir liefen und laufen diese Themen auf eine Weise in mein Leben, dass ich gar nicht umhin kann, sie nicht an mich heranzulassen. Und vielleicht hat es ja auch etwas mit Ihnen zu tun, wer weiß? Vielleicht haben Sie und ich auch einst dort gelebt?
Ich spüre Ihre Skepsis. Darum erwähne ich es hier:

Kulturgeschichtlich war die Reinkarnationslehre für die Griechen 500 v.Chr., Pythagoräer oder auch Platon ganz selbstverständlich. Diese Vorstellungen ziehen sich über die Römer wie Vergil, Sallust weiter über Lessing und Herman Hesse bis in unsere Gegenwart.

shhhSie sind noch immer skeptisch?
Nun, erst auf dem Konzil von Konstantinopel im Jahr 553 wurde der Reinkarnationsglaube aus dem Lehrgebäude des kirchenchristlichen Abendlandes verbannt. 165 Kirchenleuten entschieden darüber. Vorher war dieser Glaube für alle Christen selbstverständlich. Theologen wie Origenes, Basilides oder der Heilige Gregor lehrten selbstverständlich die Wiederverkörperung der Seele ­ schließlich stand sie ja auch in der Bibel. Basilides, der um 125 in Alexandria lehrte, soll seine Doktrin von den Aposteln Matthäus und Petrus (durch seinen Schüler Glaucus) erhalten haben.

Dieser frühe Gnostiker hatte 24 Bücher als ‚Interpretationen der Evangelien‘ geschrieben. Keines seiner Werke ist heute noch vorhanden, ­ die Heilige Kirche hatte sie alle verbrannt. Sie übersahen einiges. Es gibt eine Reihe von Hinweisen in der Bibel, die aufzeigen, dass die Menschen zu Jesu Lebzeiten an die Wiedergeburt glaubten.

Keine Leben danach bedeutete für die Kirche das „Erben“ von vielen Ländereien. Im Mittelalter entschied die katholische Kirche darüber für wie viel Geld man ins Paradies kommt. Zur Zeit der Gegenpäpste in Avignon hingen den Jesus-Figuren am Kreuz sogar Geldbeutel um die Hüften ­ als Zeichen dafür, dass der Herr Geld auch nicht abgeneigt gewesen sei. Auf Jesus hatte die Kirche das Monopol. Sie war die Mittlerin. Zu Zeiten von Franz von Assisi (um die Jahrhundertwende 12./13. Jh.) stand auf den privaten Besitz einer Bibel die Todesstrafe.
Da staunen Sie, was? Ich jedenfalls staunte, als ich darüber las.

Ein Hinweis in der Bibel ist dieser: Als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn? Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten. (Matthäus 16: 13-­14; Markus 8: 27-­28; Lukas 9: 18­-19)  Seinen Jüngern war das Gesetz von Karma und Reinkarnation bekannt.

einstein2Und es machte – aus meiner Sicht –  auch gar keinen Sinn, einerseits unseren physikalisch und quantenphysikalisch aufgestellten Gesetzen Glauben zu schenken, wir uns denkend in Wellen und Schwingungen und Licht, andererseits zu meinen, alles ende mit unserem körperlichen „Sterben“. Energie verschwindet nicht, sie entsteht auch nicht – sie ist da! E=mc².  Sie kann ihre Form verändern. Wärme ist Bewegung, Musikinstrumente und auch wir sind Schwingung, Bewegung, wenn auch …hui hui…manchmal in ungeordneter Weise.
Jedenfalls gelten Naturgesetze zu verschiedenen Zeiten. Zeit, die ja auch nur eine Konstruktion von uns Menschen ist und eigentlich gar nicht existiert. Mit anderen Worten: Ihr Kristallschälchen, ließen sie es fallen, würde heute wie morgen oder übermorgen zu Boden stürzen.
Warnte ich Sie nicht vor? Diesen Text zu verstehen, bedeutet: Verwandelt zu werden.
Energie kann nicht entstehen und nicht vergehen. Energie ist  etwas, das Bewegung beschreibt und das erhalten bleibt. Laut Einstein ist Masse gleich Energie, sie können ineinander umgewandelt werden. Das heißt, ein Körper kann seine Masse in Bewegung (und andere Existenzformen) „verwandeln“.

Ursache und Wirkung ist so ein Prinzip, welches sowohl im Buddhismus (auch andere noch) als auch in der Physik gilt. In der buddhistischen Sichtweise des Karmas folgt eine Wirkung nicht direkt auf die Ursache. In der äußeren Erscheinungswelt kann eine Wirkung Jahre nach der Ursache eintreten, sogar erst in einem folgenden Leben. Wann genau, ist nicht zwingend festgelegt. Der Geist, der durch den Raum mit allem verbunden ist, speichert alle Ursachen und erzeugt eine der Qualität der vorhergehenden Taten, Worte und Gedanken entsprechende Welt. Die Situation im Jetzt, die Bedingungen, die man vorfindet, setzen sich aus vielen Handlungen der Vergangenheit zusammen. Und jede Handlung wird Auswirkungen auf die Zukunft haben. Damit endet die Geschichte aber nicht. Denn dann wären wir ja nur eine unabänderliche Folge von Wirkungen ausgeliefert- ohne jede Freiheit. Freiheit besteht gerade darin, in seinen Handlungen nicht den Bedingungen unterworfen zu sein, nicht jedem Durst, jedem Zorn folgen zu müssen, sondern diesen Kreislauf durchbrechen zu können. An dieser Stelle trennt sich die klassische Physik vom Buddhismus, dem Denken der Kabbalisten und Essener.

Die klassische Physik sieht Welt als „Billardspiel“: Weiß man genau, wie der Stoß kommen wird, weiß man genau, wie sich die Kugeln bewegen werden. Die klassische Physik glaubt, alles damit zu wissen. Die Quantenphysik sagt „Shh…shhh..Nein, Irrtum“ und begegnet dem Buddhismus. Wie beim Karma folgt eine Wirkung nicht sofort auf eine Ursache. Könne man die Zeit ändern, müsse die Wirkung vor der Ursache kommen.

karlsonNa, halten Sie nur Ihre Armbanduhr ordentlich fest. An dem Ticken Ihrer Uhr werden Sie nichts ändern können.
Anders sieht es aus, wenn Sie auf die Armbanduhr von mir schauen, während ich mit halber Lichtgeschwindigkeit an Ihnen vorbei fliege. Meine Uhr tickt langsamer als die Ihre. Ich altere darum langsamer – aus meiner Sicht! Für mich tickt meine Uhr natürlich ganz normal. Würde ich Lichtgeschwindigkeit erreichen, lebte ich unendlich lang. Und wäre ich noch schneller, könnte ich in die Vergangenheit reisen. Es würden Wirkungen noch vor Ursachen entstehen. Ich bräuchte nur 300 000 km pro Sekunde überschreiten und schon wären „Ursache und Wirkung“ durcheinander. Naja, so einfach geht`s nun auch nicht. Dafür bräuchte ich so viel Energie. Die hab´ich nicht.

Aber es gibt ja jenes bekannte Experiment der Quantenphysik bei der ein Teilchen geteilt wurde, ga-aaanz weit voneinander entfernte und sie dennoch ein Ganzes blieben In dem Moment, in dem man das eine Teilchen beeinflusste, vollzog sich in beiden Teilen alles zeitgleich. Schneller als die Lichtgeschwindigkeit übertrug sich die Information.  Damit ist das Gesetz von Ursache und Wirkung nicht ad absurdum geführt, hier funktioniert ein anderer Mechanismus, den ich Ihnen an dieser Stelle nicht zu erklären vermag. Nur so viel: Was wir heute als Logik bezeichnen, ist nicht viel mehr als ein kleines Mädchen, das großspurig in Mutter`s Pumps herumstolziert. Wir glauben, wir wüssten, womit wir „spielen“. Ich glaube, mit uns wurde ein gründliches Spiel gespielt, das vermutlich dazu führte, dass einige Geschenke an uns, die wir vor tausenden von Jahren erhielten, verlorengingen.

Wiederverkörperung. Karma. Irgendwie scheint klar, wie müssen die Suppe auslöffeln, die wir oder andere uns im Leben eingebrockt haben. Eine scheinbar kleine Tat kann epochale Folgen haben. Origenes schrieb: „Diese Rückkehr zu Gott muß man sich aber nicht als ein plötzliches Geschehen vorstellen, sondern als ein allmähliches, stufenweise im Laufe von unzähligen und unendlich langen Zeiträumen sich vollziehendes.“ (Peri Achon III, 6,6).

Es gibt Hinweise darauf, die es in sich haben. Dejà-Vu`s, Rückführungen, Nahtoderfahrungen.

Ian Stevenson, Professor, Mediziner, erlangte internationale Beachtung durch seine Forschungen, 1967 bis 2001, über Kinder, die spontan (also ohne Hypnose) von Erinnerungen an frühere Leben berichteten und vielfach auch psychologische und körperliche Eigenschaften aufwiesen, die damit im Zusammenhang zu stehen schienen. Es gibt eine Bandbreite von Literatur über Menschen, die sich erinnern, deren Schilderungen man nachverfolgte und die sich allesamt bewahrheiteten.

Auch die Kabbalisten und  Essener glauben daran, dass die Seelen, unser Bewusstsein nach dem Tod fortlebt.
Eine Ausbildung in den Heilmethoden der Essener kann nur von Menschen gemacht werden, die in ihren früheren Leben einmal Essener waren.

Zurück nach Qumran. Die noch unbeantwortete Frage, warum mich  jene Einzelheiten in Qumran interessieren, will beantwortet werden:

drehungVor einigen Monaten wusste ich noch nichts von der Kabbalah, nichts von der Merkabah, dem Lichtkörper, nichts von dem Heilwissen und jenen heiligen Codes, ihren Verschlüsselungen hinter aramäisch-hebräischen Buchstaben. Mein Fokus lag mit Aufenthalt Mexico bei den Maya. Dort in Mexico begegnete mir auf der Halbinsel Yucatan erstmals jene uralte Weisheitslehre des mystischen Judentums. Mantren-Gesänge der heiligen Codes, Hinweise auf das Buch Henoch, Ain Soph-Mantren, der Lebensbaum mit seinen 22 Emanationen und vieles mehr.
Zurück in Deutschland gab es Begegnungen, die völlig unerwartet in mein Leben kamen und für die ich dankbar bin. Sie weiteten und schärften meinen Blick.

Ich stolperte auch über die Maya-Stadt Caba auf der Halbinsel Yucatan. In Beschäftigung mit der Kultur und den Kalendern der Maya begriff ich, es gibt  Ähnlichkeiten und Verbindungslinien zwischen dem  einzigartigen kosmischen Wissen der Maya und der Kabbalah, die bis hin zu Platos Atlant(is) führen.

Eine Schamanin, die mir unmittelbar nach Rückkehr aus Mexico  –  noch immer staune ich darüber –  in meiner Wohnstadt begegnete, nahm mich Wochen später mit in ein Zentrum, das von einer Essener-Meisterin geführt wird. Als ich durch die Tür schritt, hatte ich keine Ahnung, was Essener sind. Schon längst ließ ich nur noch geschehen. Ich wollte einen Blick erhaschen. Und so lernte ich an jenem Tag, neben anderen wunderschönen Dingen, auch die Heilmethoden der Essener kennen. Ich stand vor der Essener-Meisterin, sie saß, hielt eine Hand vor meinem Herzen. Die rechte Hand richtete sie dabei in die Höhe. Etwas sehr Starkes an Energie spürte ich in mein Herz schießen. Mein Körper drückte sich dem entgegen, sonst wäre ich rückwärts weggestolpert. Ich staunte und zugleich genoss ich  jenes wunderbare Gefühl danach. Ich fragte ich nicht was, wieso, warum, war ich viel zu überwältigt. Verstand und Logik legte ich beiseite. Ich wusste, etwas ganz Außergewöhnliches war mir begegnet.

Es vergingen einige Monate, meine Welt waren die Maya. Ich beschäftigte  mich mit dem, was mir zuvor in Mexico begegnet war. Doch das Thema ließ mich seither nicht mehr wirklich los. Irgendwann begann ich zu recherchieren und las über die Essener. Inmitten all diesem sollten mir erneut jene  kabbalistischen Weisheiten mit Schaffenskraft und ihre aramäischen Mantren begegnen. Über eine Anfrage einer Leserin erhielt ich Kontakt zu Menschen, die mit Tiefenwissen aufwarteten. Auch diese „Kurzreise“ gestaltete sich spannend. Im Dezember und Januar zog es mich wieder zu den Essenern. Es gab weitere persönliche Begegnungen. Und es waren wunderschöne und außergewöhnliche Erfahrungen. Ich wusste seit der Erstbegegung: Sie sind Heiler. Ich lernte: Jeder der Essener trägt einen besonderen Aspekt des Christusbewusstseins und transportiert diesen auf die ihm gemäße Weise. Die Grundlage ihrer Heilkraft ist das Christus-Licht. Ihre Heilmethoden bewirken eine starke Aktivierung der Selbstheilungskräfte.

Irgendwie schienen sich auf meinem Weg einzelne Fragmente zusammenzufügen, denn die aramäische Kabbalah soll ihren Ursprung bei den Essenern haben.

„Wisset,
dass bevor die Emanationen ausgeschüttet wurden
und das Geschaffene geschaffen wurde,
das erhabene, reine Licht alles Seiende füllte
und es keinerlei leeren Raum gab.“
(Kabbalist R. Isaak Luria (16. Jahrh.)

Sie sind jene Menschen, die in Qumran bereits in vorchristlicher Zeit fernab von Jerusalem als eine Gemeinde lebten. Es sind ihre Schriftrollen, ihre Töpferwerkstätten, die man 1947 in den Qumran-Höhlen am Toten Meer entdeckte. Und das macht es so außerordentlich spannend für mich.

So jetzt wissen Sie, warum ich Sie und mich mit all diesem hier „belaste“.

Die Essener

Es muss um 152 vor Christi Geburt eine turbulente und wirre Zeit gewesen sein. Asidäer – „die Frommen“, Makkabäer und all die anderen Gruppierungen, jeder hat seine eigenen Forderungen und Vorstellung vom Leben.
Abtrünnige, Separatisten bedeutet im Aramäischen Perischia, zu Deutsch Pharisäer. Sie trennten sich vom Volk. Die „rechten Lehrer“, jene Frommen, genannt Asidäer trennten sich in jenen Jahren von ihrer jüdischen Gemeinde. Sie gelten als Vorläufer der Essener. Das Wort „Essener“ ist eine Übertragung des aramäischen Wortes „chasaia“ ins Griechische,  griechisch Essaioi und bedeutet wie Aisdäer „die Frommen“.

Die Essener übernahmen die Traditionen der Asidäer. Zugleich entwickelten sie aber auch neue Vorstellungen. Sie sind die Nachfahren der Bewegung der Frommen, während sich die Pharisäer von den Asidäer trennten.
Die Essener waren sich sicher, die Gründung einer eigenen Gemeinde bedeutete die Erfüllung dessen, was in den prophetischen Verheißungen angekündigt worden war.

Es gab zu jener Zeit drei Schulen der Juden. Der Geschichtsschreiber Falvius Josephus spricht von den drei Schulen, die der Pharisäer, Sadduzäer und Essener. Ihre Zeit setzt er in das zweite vorchristliche Jahrhundert.

Der „rechte Lehrer“ der Essener

Er war Priester und hat der Gemeinschaft Gestalt gegeben. Er verließ den Jersusalem Tempel und prägte die Frommen entscheidend. Die Mitglieder sollten ein heiliges Haus für Israel und ein Fundament des Allerheiligsten für Aaron sein, so steht es in dem Damaskusdokument. An die Stelle der materiellen Opfers traten Gebet und ein guter Wandel.  Es war ihnen nicht mehr möglich, im Tempel zu Jerusalem zu opfern. So wurde die Gemeinschaft selbst zum Tempel. Für sie gab es nur eine Quelle allen Seins, die sie Vater-Mutter-Gott nannten. Dies unterschied sie von den Ägyptern, die an viele Götter glaubten. Sie verstanden sich als die „Söhne des Lichts“, die den Gottesbund weitertragen. Die „Söhne des Lichts“ folgen Gott und seinen Engeln. Es gab natürlich auch Töchter des Lichts. In der Gemeinde lebten und wirkten Männer und Frauen gleichberechtigt. Die Ämter der Gemeinschaften waren für alle erreichbar, unabhängig vom Geschlecht.

Im Lehrer des Gerechten sahen sie den letzten Propheten, um die aus Israel zu sammeln, die erwählt waren. Sie sahen sich als jene, die den Willes Gottes in „rechter Weise“ erfüllten. Der Lehrer ähnelt eher der Gestalt Johannes des Täufers, nicht aber Jesu, sagt die Wissenschaft. Aus den Quellen ginge nicht hervor, dass die Gemeinde ihn als Messias verehrte.  Mit ihm verbinden sich zadokidische (priesterliche) Rechtstraditionen, also eher eine mönchisch-asketische Orientierung. Andererseits gab es eine fromm-asketische Gruppe, deren Mitglieder heirateten.
Die Essener standen in Opposition zum Jerusalemer Tempel. Sie kritisierten „unreine“ und „sündige“ Priester.
Jesus wurde von den Essenern ausgebildet. Johannes der Täufer soll auch zu ihnen gehört haben und in Qumran aufgewachsen  sein, sich aber später von ihnen gelöst haben. Ebenso werden Herodes ausdrücklich Sympathien für die Essener nachgesagt. Ein Jerusalemer Stadttor wurde als „Tor der Essener“ bezeichnet. Archäologen fanden dieses Tor. Auch nordwestlich des Tores  soll es ein Essener- Viertel gegeben haben.

Essener waren in Jerusalem präsent.

Einig ist sich die Wissenschaft  darin, dass die Essener keine einheitliche Bewegung innerhalb der messianischen Strömungen zur Zeit Jesus darstellten.  Nach der Qumran-Vorschrift gestaltete Toilettenanlagen, Ritualbäder, auch die Verstecke der Kupferrolle werden in diese Richtung interpretiert. Es gab geistige Verbindungen zu Jesus. Er stand in engem Kontakt mit den unverheirateten Geschwistern in Betanien. Die ersten Jünger wechselten im Essenergebiet zu Jesus. Christen fanden nach der Kreuzigung Jesu Unterschlupf bei den Essenern. Jesus Rede von der Königsherrschaft gilt als ein weiteres Indiz. Vor allem im Gottesdienst der Essener wurde Gott als König gepriesen. 55mal wird Gott in Sabbatliedern „melekh“ genannt, 21mal erscheint „malkuth“, das die Königsherrschaft Gottes meint. Einiges soll dafür sprechen, dass mit den „Eunuchen um des Himmelreiches willen“ in Matthäus 19, 10-12, die Essener gemeint waren, weil sehr viele von ihnen unverheiratet blieben. Die essenische Idee, dass man Bösen durch Guttun überwinden kann, hat Jesus in seine Umwertung aller Werte eingebaut und weiterentwickelt. Auch das Abendmahl erschließt sich aus dem Jahreskalender der Essener, die ihre Jahre nach dem Sonnenkalender einteilten.

Galiläa, wie auch Samarien, eine der nördlichen Provinzen Palästinas auch zur Zeit Jesu, ist das Geburtsland und Hauptwirkungsgebiet von Jesus. Die Essener sollen die „mächtigste religiöse Elitegruppe des palästinischen Judentums“ gewesen sein. Seltsam scheint, dass der Name im Neuen Testament gänzlich fehlt.

Nicht alle von ihnen lebten in Qumran. Josephus spricht von 4000 Essenern, die verstreut in Gemeinschaften in Orten und Städten lebten. Das in der Höhle 6 gefundene Damaskusdokument geht von mehreren Gruppen verheirateter Gemeindemitglieder außerhalb Qumrans aus. Die Qumran-Gemeinde spaltete sich also nicht nur von der gesamten jüdischen Gesellschaft, sondern auch von der breiteren essenischen Bewegung ab.  Vielleicht war Qumran ja auch so etwas wie der „Vatikan“ der essenischen Bewegung?

Die Essener waren und sind ein Volk der Heiler und Seher, und so waren sie im gesamten Nahen Osten als Therapeuten oder „die Heiler“ bekannt.

Im nächsten Artikel folgt: Die Sozialstruktur der Essener.

Es fühlt sich wie ein Senfkorn an

Es fühlt sich wie ein Senfkorn an

Qumran- Höhlen

 

„Jesus wurde als Jude geboren, lebte als Jude und starb als Jude. Aber das betrifft lediglich seinen Körper. Ansonsten war Jesus reiner Hindu“, war aus dem Stimmeninferno des Bonner Wochenmarktes zu vernehmen.

„Hä?“ Mir fiel die Kartoffel aus der Hand. Ich war wirklich überrascht, mit offenem Mund,  und ich glaube nicht, dass es die freudige Fassungslosigkeit war. Immerhin kein Fremder, der mir diese Worte in mein Ohr brüllte, es war Brunhilde. „Ich beugte mich vor und flüsterte ihr zu: „Ich finde das etwas entmutigend Brunhilde? Und ich will auf keinen Fall hier vom Markt fliegen, nur weil du dich mit dem Christentum nicht auskennst!“

Sie lachte mit einer Stimme, die monierte, sie könne machen, was sie wolle.

„Ja, man muss sich schon fragen, was für Augen wir haben. Wenn wir uns nicht einmal selbst erkennen können? Dem Mann ging es um unsere Innenwelt. Der wollte nicht, dass unser Verstand, sondern die Liebe zum Blühen gebracht wird! Lebendige Steine in einem geistigen Haus wollte er aufbauen. Er war gekommen, um die Schrift zu erfüllen. Hat er doch selbst immer wieder gesagt.“

„Welche Schrift?“, fragte ich.Gedanklich rief ich den Ausnahmezustand aus! Nennen Sie mir mal einen triftigen Grund, warum ich mich zwischen Kartoffelbauern, Fischverkäufern, Blumen, Obst und Gemüse-Ständen und all den 1 Euro-1-Kilo-Bananen-Schreiern mit Detailfragen eines fremden Textes beschäftigten sollte?

„Gute Frage. Genau. Welche Schrift? Das Alte Testament kann er damit nicht gemeint haben. Dem widersprach er immer wieder, beruht es auf Rache, Furcht und Schuld. Er wollte nicht mehr Moral, sondern mehr Tugend“, antwortete Brunhilde. „Die Christen unterschlugen seine Lehrzeit bewusst. Sie wollten doch nicht verbreiten, dass ihr Sohn Gottes bei anderen in die Lehre ging. Er war in Ägypten, er lernte in ägyptischen Geheimgesellschaften, danach reiste er im Alter von 14 Jahren, vielleicht war er auch 16 Jahre, nach Indien. Dort erfuhr er die Lehren Buddhas, der Veden und der Upanischaden, Sechs Jahr soll er in Indien verbracht haben. Es gibt ein tibetisches Manuskript The Life of Issa. Issa meint Jesus. Es gibt noch anderes, also schon Hinweise auf das Leben von Jesus. Man muss nur darüber reden wollen. “

computerfreiertag3Unzweifelhaft ist Aufwachen ein gefährlicher Augenblick.

„Jesus erhielt spirituelles Training. Er studierte Buddhismus? Das ist ja…“ Mein Gesicht war ganz rot vor Aufregung. Vor meinem geistigen Auge taten sich Hügel und Täler auf. Ich stand am Schnittpunkt zweier Welten, an dem das Unsichtbare das Sichtbare formt und prägt. Heute gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse, die zu dem Schluss kommen: Geist schafft Materie. Unsere Gedanken schaffen die Welt, die wir da draußen sehen. Wir die Mitschöpfer…Alles ist Schwingung. Mir fielen Jesu Worte ein: Hegt und pflegt das in euch, was bereits in euch ist. Ich bin. All die Jahre lehrte man uns von der Kanzel, Gott in weiter Ferne, hoch über den Wolken. Dabei führt jeder Weg in meine Mitte, in mein Herz, in mein Licht, das Ich bin.

„Hallo…Martina, bist du noch anwesend..?“
„Ähm ..ja!
„Jesus sprach:  Ich bin das Licht, das über allen ist. Ich bin das Ganze; das Ganze ist aus mir hervorgegangen, und das Ganze ist zu mir gelangt. Spaltet das Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein auf und ihr werdet mich dort finden. In der Bibel ist diese Aussage nicht überliefert. Dieser Spruch ist reinste Vedanta.  Man muss hinter die Worte schauen, ihre Deutungen finden, erfahren!
Was damit gesagt wird, ist, wenn ein Baum zu blühen anfängt, blüht Gott auf. Wenn ein Fluss strömt, ist es Gott, der strömt. Ich bin der Mittelpunkt, das Ganze. Alles kommt aus mir, alles kehrt zu mir zurück. So wie du bist, bist du Gott. Und ihr seid gut, ich akzeptiere euch so wie ihr seid, sagte er. Denn das Göttliche hat beschlossen, auf die Art und Weise in uns zu existieren. Ich akzeptiere eure Wut, euren Hass, eure Eifersucht. Du magst zwar unwissend sein, aber du bist kein Sünder. Religion bedeutet in diesem Sinne mehr Licht zu bekommen!“, erklärte Brunhilde.

„Noch einmal zurück: Es steht doch in der Bibel geschrieben, dass Gott sprach: Lasst uns Menschen machen nach unserem Bilde, uns ähnlich…also schlummert doch der Samen der Vollkommenheit in unserer Seele. Dieses ganze Suchen, dieses Sehnen irgendwo in unserem Innern ist im Grunde ein natürlicher Sog in Richtung des Göttlichen Prinzips? Das Himmelreich ist kein Ort. Es ist ein Zustand, in dem man sich zu entwickeln hat. In mir ist der „Ich bin“?  Diese sich verloren vorkommen oder glauben am falschen Ort zu sein, Rastlosigkeit, Unruhe, Ablenken, Anstaltenmachen, Ausflüchtesuchen bis zu einem gewissen Erschöpfungsgrad….so ne` Art Hospitalismus….ein ständiges Suchen, dieses sich im Wald verirren-Gefühl – weil ich abgetrennt von meiner Seele lebe, .nicht aus dem Inneren meines Herzens heraus…..auf Abwegen, dank der vielen Logik, gefolgt von der Autorität, den Erziehungsidealen, dem Ego, der Moral und Einbildung, den Verhältnissen unserer Zeit, dem Erklären von Nebensachen zur Hauptsache  – um zu erkennen, letztlich reduzieren sich alle äußere Lebenserscheinungen – das Ewigwirkende –  auf einige Worte: empfangen, geboren, gestorben und begraben – egal, ob arm oder reich.
….Das Wasser des Meeres, welches meinen Weg versperrt hat, teilte sich gerade mitten auf dem Bonner Marktplatz. Ich füllte meine Lungen mit Luft.

„Ja, ja, der Mensch sollte sich immer mehr bewusst werden, was er eigentlich darstellt in diesem Leben. Wir sind das Ergebnis der Schöpfung.  Wir sind der Ausdruck der Göttlichkeit. Atome sind das Ewigbestehende. Äther ist das Ewigbewegende, das durch Zeit und Raum nicht beschränkt werden kann. Wir sind ein Endergebnis aller Wirkungen, soweit es die Materie angeht, aber das Ewigwirkende selbst, bleibt in uns verborgen, ist unsichtbar. Gott ist der ewigwirkende Gedanke. Wenn Gott allgegenwärtig ist, dann muss er auch in uns sein, sonst wäre er ja beschränkt. Heute weiß man, das Universum dehnt sich aus und aus. Wir weit wollen wir  noch reisen, um das zu erkennen. Bis zur Sonne, da fängt doch die Unendlichkeit erst richtig an.  Ihr seid es, sagt er…. nicht Gestalten und Ideen, die man aufgestellt hat. Ihr seid Gott und Gottes. Der Mann ging weiter als Voltaire und er warf nicht nur Fragen über Arbeit und Kapital auf. Gott lässt sich nicht zwängen in Tempel, von Menschenhänden gemacht. Wisset ihr denn nicht, dass ihr seid die Tempel des heiligen Geistes Gottes….“

qumranBrunhilde lachte. Ich nicht.

„Also“, fuhr sie fort, „ Johannes der Täufer soll ein Essener gewesen sein. Essäner ausgesprochen. Das ist alles beim Vatikan unter Verschlusssache. Die Schriftrollen vom Toten Meer – in den Jahren 1947 bis 1956 entdeckt, sollen Hinweise darauf geben. Es sind noch nicht alle Qumrantexte veröffentlicht. Kompetenzstreitigkeiten. Josephus, ein jüdischer Geschichtsschreiber sowie Plinius der Ältere erwähnten sie. Und es gibt wohl auch zwei Jesu-Romane, die im 18. Jahrhundert erschienen sein sollen.  In ihnen geht es auch um das Leben Jesu.
Essener, sie waren eine kleine Gruppe von Juden, die sich ab Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. in der Stadt Qumran, am Westufer des Toten Meeres, niedergelassen haben.
69 n. Chr. wurde sie von den Römern  im Jüdischen Krieg zerstört. 132-135 n. Chr. gab es den letzten Aufstand der Juden gegen die Römer. Sie lebten getrennt vom jüdischen Tempelkult. Sie sollen besonders Heilkundige gewesen sein. Die Gruppe war auch so eine Art philosophische Schule. Menschen wurden eingeteilt in Kinder des Lichts und der Finsternis. Ihnen wurde eine Lebensweise nachgesagt, die man sich für die Mehrheitsgesellschaft damals wünschte. Jesus soll bei ihnen aufgewachsen sein.  In elf Höhlen fand man später dann Handschriften. Sie werden auf das 2. und 1. Jahrhundert v. Chr. festgelegt.  Dabei waren wohl  – neben Abschriften des Alten Testaments – Originalschriften der Qumrangemeinde. Sie sollen auch Hinweise über das Verhältnis Jesus zu jener Gruppe geben. .

„Warum werden sie unter Verschluss gehalten? Bewegungen, Abspaltungen innerhalb einer Gruppe gab es doch immer mal wieder. Auch das Christentum ging aus dem Judentum hervor.“, sagte ich.

„2000 Jahre Christentum. Für die Christen ist das Alte Testament die Verheißung Jesu. Man ist all diese vielen Jahre darum bemüht gewesen,  Jesus als etwas nie Dagewesenes, als Einmaliges, als Wundermann darzustellen. Mit jenen Schriftrollen wird klar, es ist alles schon von anderen genauso gesagt. Man fand die Rollen von Qumran, und stellt fest, dass sie haargenau dieselben Worte des Alten Testaments für sich beanspruchen als Verheißung auf Qumran und ihren „Lehrer der Gerechtigkeit“.  Auch Jesus bezieht sich auf diesen Jesaja Prophetentext in der Synagoge von Nazareth. Beide Gruppierungen verstehen sich als Neuen Bund. Christus sei der Mittler des Neuen Bundes. Es herrscht auffallende Übereinstimmung in der Lehre.

Ich fühlte mich wie auf hoher See. Dabei stand ich nur neben einer Pfütze auf dem Bonner Wochenmarkt.

„Tja, wir sollten uns erweitern im Gedanken, damit wir begreifen, wo wir eigentlich stehen…Wir haben ein Lungengewebe und ein Herz in uns, die beiden sich gegenüberstehenden Mächte des Lebens, wie eins sich doch die beiden immer wieder ergänzen. Das sind gute Anhaltspunkte der Unendlichkeit.  Die Natur ist leider nicht mehr das, wozu sie sich erschaffen hat. Wir, all das hier um uns herum ist die Konzentration, Kristallisation der Unendlichkeit. Innen wie außen..Quantenphysik, erinnerst du dich, Martina? Die Schöpferkraft ist in uns“

Meinen Konzentrationspunkt richtete sich auf: „Na, dann können wir ja den Pfarrer, den Priester, den Kardinal, den Bischof, als die Vertreter Gottes, boykottieren und sie nur noch zum Holz sägen kommen lassen. Naja… wenn sie nicht das tun, wozu wir sie gemacht haben,  nämlich Frieden stiften und uns daran erinnern, dass wir die Ewigwirkenden sind, zu unserem H e i l wirken, und stattdessen lieber um Meinungshoheit ringen, uns vor den Richter ziehen, sei es im Diesseits oder Jenseits und uns Angst machen, dass wir nicht in den Himmel kommen, wenn wir böse sind. Wer uns Furcht einflößt, wird boykottiert.“

Ja und Amen.  Ich darf doch wohl darauf vertrauen, dass Gott mich nicht hinters Licht führt.