Zaubertüren

perle auster

Eine Perle, die wir zunächst nicht sehen können.
Eine Verhärtung, die sich zwischen uns und der Welt bildet.

Die tiefsten Freundschaften beginnen, in dem wir einander in die Augen sehen und entdecken, dass der andere, das auch kennt. Wenn der andere sieht,was man selbst gerade gesehen hat. Wenn man tief atmen kann und die Luft und die Stille näher kommen. Wenn man sich gemeinsam von dem halten lässt, was ist.

Wenn wir – vor allem uns selber – zugeben können, dass wir Bedürfnisse haben. Wenn wir  in dem stillen Mut, unsere Verletzlichkeit offenbaren. Wenn sich das Weiche um das Weiche schmiegt. Wenn das Weiche sichtbar wird. Wenn alles, was lebt, heilt.

Wenn die Gedanken des anderen die Wolken in meinem Kopf befreit.
Wenn ich schulterzuckend dastehe und eingestehen kann, dass ich nicht weiß, was ich tun kann.
Wenn ich mich auf das Warten einlassen kann.
Wenn Milch und Himmel und Lachen und Staunen schmecken.

Dann wird ein tieferer Ort frei, in dem das demütige Werk der Liebe einer Freundschaft beginnt.

Bis nur der Berg bleibt

elefan meditation

 

 

Bin ich jetzt wach?
Habe ich viele Millionen Jahre geschlafen?

 

Waren Sie schon einmal auf einem Berg? Ich war schon einmal auf einem hohen Berg. Für ein paar Tage. Acht Stunden aufwärts unter Afrikas Sonne.  Niemand sonst dort.  Niemand.  Was ich dort erblickte, erwartete ich in meinen kühnsten Träumen nicht. Meine Liebererklärung an den Rausch lautete damals: Danke, lieber Gott, danke, niemals war ich dir näher. So fühlte ich mich. Ich sang Miten & Deva Premal`s Song: There is so much magnificene near the Ocean…“
Eine zweite Welt lag hoch oben auf diesem Berg. Bis dahin dachte ich alle Berge haben oben nur eine Spitze und man muss sehen, dass man nicht herunterfällt. Dem ist ganz und gar nicht so. Weite begegnete mir. Wolken zum Anfassen, wunderschöne Bergseen, Wasserfälle, uralte Bäume, deren Wurzeln vier Meter aus der Erde wachsen, Farne zwei bis drei Meter hoch, tiefe Schluchten und weite Wiesen, auf denen Südafrikas schönste und farbenreiche Botanik  zu Hause ist.  Zwei Mal blinzelte ich am frühen Morgen. Nach der ersten Nacht auf hartem Holzboden kroch ich aus dem Schlafsack heraus.  Ich blinzelte mit den Augen,   um zu klären, ob ich wirklich bin , wo ich bin und sehe, was ich sehe. Vor mir lag der  Indische Ozean. So weit mein Auge reichte –  alles voller Meer. Die ankommenden Wellen dort tief unter mir  spürte ich bis hinein in mein Herz. Der Wind fegte mir die Zahnpasta um die Ohren und ich lachte so über alles Glück hinaus. Diese wunderschönen türkis- und königsblauen Farbinseln des Indischen Ozeans, diese unglaubliche Stille dort hoch oben auf dem Berg. Und ich meine  Stille. Sie machte mir bewusst,  wie laut wir in unseren Städten leben.  Über mir die Sonne, Millionen von  Pflanzen in leuchtenden Farben, die weltweit nur dort wachsen, schwimmen im kristallklaren Bergsee und duschen unter einem Wasserfall. In weiter Ferne ein Luchs, der mich wohl erblickte, sich aber nicht an mir störte. Dieses völlig andere Körpergefühl ist mir noch in Erinnerung.

Nie zuvor und nie, nie wieder danach fühlte ich mich so verbunden mit der Natur wie dort oben und überhaupt in Südafrika. Wir Stadtmenschen haben uns weit  entfernt von der Natur.  Ich durfte für ein paar Jahre im Einklang mit der Natur leben. Ich habe es nie vergessen, wie ich mich damals fühlte.

Heute ist wieder so ein Tag. Ich fühle mich heute wie ein Berg.

Wie fühlt sich ein Berg an?

Im Herbst ist der Berg manchmal von einem Mantel leuchtender Feuerfarben überdeckt, im Sommer liegt auf ihm kein Schnee. Gelegentlich ist der Berg von Nebel und Wolken umhüllt, oder Regen prasselt auf ihn nieder. Bergwanderer sind vielleicht von ihm enttäuscht, aber das ist dem Berg gleichgültig. Es ist ihm egal, ob er gesehen wird oder nicht, ob er im Sonnenlicht liegt oder von Wolken verüllt wird, ob es glühendheiß oder eiskalt ist – er sitzt einfach nur da und ist er selbst. Von Winden unvorstellbarer Stärke wird er umtost und manchmal sind es Stürme, doch sitzt der Berg unerschütterlich da. Der Frühling kommt, auf den Bergwiesen und Hängen erblühen die Blumen, und in den Bergbächen schießen gewaltige Mengen von Schmelzwasser zu Tal. Während all dieses geschieht, hört der Berg nicht auf dazusitzen, ohne sich vom Wetter und von dem, was auf seiner Oberfläche geschieht, beeindrucken zu lassen.
Wir erleben Zeiten des Lichts und der Dunkelheit, lebhafte Farben und düstere Dumpfheit. Wir erleben Stürme und Gewalt, in der äußeren Welt ebenso wie in unserem eigenen Leben und in unserem Geist. Wir stehen Zeiten des Schmerzes ebenso durch, wie wir Augenblicke der Freude und Hochstimmung genießen. Selbst unsere äußere Erscheinung verändert sicht ständig, so wie die des Berges, während er dem Wetter und der Witterung ausgesetzt ist. Wir neigen dazu alles persönlich zu nehmen, obwohl es weitgehend unpersönlich ist.

Wenn wir sitzen, können wir angesichts der Veränderungen in unserem Leben von Sekunde zu Sekunde, von Stunde zu Stunde die gleiche unerschütterliche Stille und Verwurzelung erfahren und aufrechterhalten.

In der Meditation werden wir selbst zum Berg.  Mit einem Höchstmaß an Gewahrsein begegnen wir unserer Stärke und Stabilität. Wenn wir uns unseres eigenen Berges bewusst sind, können wir zu einer tiefen Ruhe, Stille und Weisheit gelangen, und dies inmitten all der tosenden Stürme.

Wir sitzen zusammen, der Berg und ich.
Bis nur der Berg bleibt

 

 

 

 

 

Perspektivenwechsel

perspektive3

 

Sich selbst erreicht man nicht

durch nachdenken

Sich selbst erreicht man nicht so einfach

außer

halb sich,

sich selbst.

 

Heute betrachte ich mein Leben aus einer anderen Perspektive. Ich bin und ich sehe alles, wie perfekt, wie schön und voller Liebe es ist. Heute sehe ich mich als Teil jener anderen Menschen, dessen Teil wir sind. Heute sehe ich  meine eigene Lichtreflexion in der Welt. Möglichst demütig, ungeachtet der tausend Träume und Entschuldigungen,Hoffnungen und Wünsche, die mich vom Boden trennen, auf dem ich gehe – verwurzeln.

Erkennen, immer und immer wieder, was da ist. Es ist genug.
Und in diesem Licht finde ich meinen Frieden.
Und es ist kein Zufall, dass ich dann auch die Welt um mich herum besser fühlen und sehen kann.

 

weite strand

 

Wenn du nicht sehen kannst, wonach du suchst, sieh, was da ist.

Ich kann

ich kann

 

Sie müssen nicht denken, dass ich diese Beiträge nur für Sie schreibe.
Ich metaphere auch nicht einfach drauf los.
Hee.Hee.

Ich kann schreiben und fühlen, was ich will.
Ich kann hier jetzt auch einfach aus der Geschichte herausfallen.
So what.
Aber  wir sind nun einmal in der Sprache und so schnell fällt man  nicht aus ihr heraus.
Hee.Hee.

Lebe erst einmal, dann kannst du schreiben, sagte mir  jemand vor vielen Jahren.
Schreiben eine höhere Art der Beobachtung?
Wer sagt denn, dass Lebenserfahrung Literatur sättigt?
Keine Geschichte haben und darüber schreiben – das wäre doch mal etwas.
Hee.Hee.

Ich kann.
Die Entscheidung für ein Leben aus vollem Herzen.

Ich kann die Dinge so sein lassen, wie sie sind, ohne sie zu beurteilen, und auf diese Weise ganz von selbst zu lernen, zu leben.
Ich kann unmittelbar mit dem Leben umgehen und so den gegenwärtigen Moment wirklich erfahren.
Ich kann mit dem Herzen glauben.
Ich kann mich in Achtsamkeit üben.
Ich kann den wilden Sprüngen des Lebens mit mehr Akzeptanz begegnen.
Ich kann anderen mitfühlende Aufmerksamkeit schenken.
Ich kann lernen mit dem Fühlen, mit der Energie, die den Gefühlen zugrunde liegt,wirklich in Kontakt zu sein.
Ich kann die Welt hereinlassen und zu m e i n e m Leben erwachen. Zu jedem einzelnen Augenblick, so wie er ist.
Ich kann und darf mich schwach fühlen. Ich kann und darf mich stark fühlen.

 

Auf den Punkt gebracht

punkt

 

 

 

 

 

Unser Leben ist das Ganze.
Das Leben unterliegt Gesetzmäßigkeiten, deren Auswirkungen wir täglich erfahren.
Zwei erzeugt  drei.
Die Wechselwirkung von Ying und Yang erzeugt Qi. (Lebensenergie)
Harmonieren die beiden, fühlen wir uns stabil in unserer Mitte.
Sage dir jeden Tag du bist stark, dann wirst du auch jeden Tag stärker.

It`s all about harmony, sagte mir jene Maya-Dame in Mexico.
Aus der Mitte heraus leben.

Freude ist die Kraft des Herzens.
Lachen, Tanzen, Lebenslust, Mut und Liebe
sind die Sprache des Herzens.
Die Liebe und das Mitgefühl sind der Schlüssel zum Leben.

Meditieren

meditieren2

 

Zerstreuung ist verbunden mit Unzufriedenheit.
Überprüfen Sie es an Ihrer eigenen Wahrheit.

 

meditation comicAnne hat sich ihr ganzes Geld selbst verdient. Sie besitzt jetzt zwei Häuser. Die hat sogar `ne gekieste Ausfahrt. Ich bin viermal durch die Fahrprüfung gefallen. Jede Woche gibt sie Dinnerparties. Und sie hat auch noch einen echten Kaschmir im Flur liegen. Als ich darüber stolperte, verzog sie schadenfroh das Gesicht. Oh, ich wünsche ihr alles Pech der Welt. Vermutlich überlässt sie es heute ihrem Personal zu kochen. Vielleicht kommt sie aber auch gar nicht zum Essen,weil sie zum Golfen muss. Sie gibt allein für das Fensterputzen jeden Monat 250 Euro aus. Damit sie  auf ihre Stockrosen und Geißblätter schauen kann und noch so ein paar Sachen…die ich dir aber jetzt garantiert nicht erzähle“

“ Willst du es nicht mal mit dem Meditieren versuchen?“, fragte ich.

“ Wieso soll ich denn  meditieren? Du machst mich komplett fertig. Ich habe meine Turnschuhe nicht dabei! Meine Arme sind zu kurz für meinen Körper. Das kann ich dir versichern. Meine Hüften sind auch zu breit. Und ich habe keine Schaumgummimatratze“

„Ich sprach nicht vom Turnen, sondern vom Meditieren.Und du könntest es mit dem Meditieren probieren, weil es dir gut täte, wenn du Freundschaft mit dir selbst schließen würdest. Du könntest meditieren, weil du über die Meditation in die Entspannung gelangst. Weil Meditationen dein Herz öffen und deine Seele befeien und weil sie dich an den Ort der Kraft und des Friedens führen. Meditationen führen dich anderswohin. Es ist eine Reise in dein Herz. Das Thema lautet Entdeckung. Es könnte dich zu einem Leben aus vollem Herzen führen. Es wäre deine Reise. Eine Reise, von der dich niemand abhalten kann – und du müsstest auch niemand anderem Steine in den Weg legen, wenn du dich aufmachst“, antwortete ich.

“ Pff..Jetz komm`mir aber nicht mit einer Mitternachtszeremonie mit Heimtanz vor dem Altar über dem Samen gegessen werden und Gebetsfedern nach Osten für den weiblichen Anteil in mir und links für meinen männlichen Anteil eingesetzt werden und ich währenddessen Rasseln schütteln muß! “ Hannah schnaufte.

maedchenstehend

„Jetzt fehlt nur noch, dass du darüber meckerst, weil du heute keine gute Tasse Kaffee bekommen hast. Dein Geist nimmt dich auf einen ganz schön verrückten Ritt mit. Unser Geist rast mit 150 Stundenkilometer dahin. Wir haben es mit Gewohnheiten zu tun. Sie sind so alt, wie du bist. Und wenn du an Reinkarnation glaubst, sind sie sogar noch  sehr viel älter. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, mit dem Geist zu arbeiten. Eine der wirksamsten Methoden ist, das Hilfsmittel Sitzmeditation anzuwenden. Meditation ist ein geduldiger Prozess des Erkennens.

Du kannst endlos meckern über Anne und dich über sie ärgen, dich auf deine äußeren Probleme stürzen, es wird nichts an deinem Leiden ändern. Wenn du deine Probleme lösen willst, wird du mit deinem Geist arbeiten müssen, und das geschieht in der Meditation. Das bedeutet nicht, dass du keinen Kummer mehr empfinden wirst oder keine blauen Flecken mehr bekommst, wenn du die Treppe hinunterfällst. Stimmungen wie Furcht oder Angst, gut, behaglich, unsicher, angenehm, schwierig gibt es, wie es das Klima des Wetters gibt. Es ist nur die Frage, wie du damit umgehst? Du kannst dich von ihnen herunterziehen oder mitreißen lassen. Bei der Meditation geht es nicht darum, dich immer die ganze Zeit wohlzufühlen, ebensowenig besteht der Zweck darin, dich schlecht zu fühlen.

butterflyo

 

Lerne, sitzen zu bleiben

Das erste, was du tust in der Meditation, ist Standhaftigkeit zu entwickeln und zu pflegen. Du entwickelst eine Loyalität und Ausdauer gegenüber dir selbst. Du erlaubst dir in der Meditation genau das zu erfahren, was in diesem Augenblick geschieht. Es kann sein, dass es in deinem Kopf hämmert. Aber die Bereitschaft, für zehn Minuten, fünfzehn Minuten oder eben so lange wie du sitzen magst, einfach zu sitzen, ist eine mitfühlende Geste gegenüber dir selbst. Loyalität gegenüber dir selbst, bedeutet auch, dich vom Urteilen zu verabschieden. Du bleibst einfach bei deiner Erfahrung.

Du entwickelst in der Meditation ein klares Bewusstsein, ein klares unvoreingenommenes Sehen. Du konzentrierst dich auf den Atem. Es kommen Gedanken, es kommen Gefühle und du siehst glasklar – ohne Analyse. Du wirst erkennen, dass du stets dieselbe Schallplatte  in deinem Kopf abspielst. Du wirst deine Gewohnheitsmuster klar sehen, deine Meinungen und Urteile, deine Verteidigungsmechanismen. Du wirst  mit deinen emotionalen Nöten sitzen und du wirst denken, du machst gerade etwas falsch in deiner Meditation, aber das ist es nicht. Du entwickelst Mut, langsam, das geschieht nicht sogleich –  Mut dein Unbehagen und die Herausforderungen deines Lebens anzunehmen. Mut, dein gesamtes Spektrum an Gefühlen zuzulassen. Du lernst mit der Meditation, dich selbst aus dem Weg zu räumen, damit du Zugang zu deiner eigenen Weisheit erlangst. Du wirst in solchen Momenten erfahren, dass dir die mentale Energie ganz viel Trost und viel Sicherheit reicht.
Du sitzt einfach da und lässt los. Du wirst abschweifen. Du wirst Emotionen erneut durchleben  oder dich vielleicht lieber deinen mentalen Fantasien oder Plänen in der Meditation hingeben. Meditation lockert deine Konditionierung. Sie löst die Art und Weise, auf die du dein Leiden verlängerst.

Du entwickelst Aufmerksamkeit auf genau diesen Augenblick. Du lernst, einfach nur hier zu sein. Du wirst dich zu Anfang dagegen wehren. Du kannst aber lernen, dich in jenen Moment hineinzuentspannen. Meditation hilft dir, an deine Grenzen zu gehen. Du sitzt mitten in einem unbekannten Augenblick. Du lernst keine große Sache mehr aus den Dingen zu machen, die dir im Leben geschehen. Die tollen und die weniger tollen Erfahrungen  –  sie geschehen einfach. Nicht als zynische Aussage, sondern im Wissen darum, dass eine große Sache machen zu Überheblichkeit und Stolz führen kann und andererseits aus Problemen eine große Sache zu machen, dazu führt, dass du sich selbst abwertest und du eine schlechte Meinung von dir bekommst.

luftmatratze

Shamata – das ruhige Verweilen

Über das stille Sitzen mit Aufmerksamkeit auf den Atem verbindest du dich mit deinem Herzen. Fange mit zwanzig Minuten an. Auch fünf Minuten können dir helfen. Halte es so einfach wie möglich. Es braucht keine besondere Einrichtung. Du kannst selbst in einem Bus meditieren. Du kannst dich auch vor ein Bild setzen, das für dich eine Bedeutung hat. Sitze auf eine Weise, die dir das Gefühl gibt, getragen zu werden. Das kann auf einem Kissen oder einem Stuhl sein. Es gibt Zafu`s, runde Sitzkissen.

Meditation bedeutet zur Welt erwachen, wie sie gerade ist. Mit dem Atem beruhigst du deinen Geist. Zur Ruhe kommen bedeutet, den Ort betreten, wo man üben will. Du checkst bei dir selbst ein. Wenn du dich zur Meditation hinsetzt, bringst du immer etwas mit – deine Gedanken und Freuden oder Sorgen des Tages. Verdränge sie nicht. Bekomme eine Gefühl dafür, was gerade mit dir los ist. Sei wach und präsent für alles, was gerade abläuft. Spüre, was du gerade fühlst. Beim Einstieg kann es helfen, einmal deinen Körper abzuscannen und zu fühlen, wie sich deine Körperteile anfühlen. Fußsohlen, Füße, Rückseite der Fußgelenke, Knie, Hüfte, das Kreuz, den hinteren Teil der Taille, die Schulterblätter, die Schultern, die Arme, Unterarme, Handrücken, die Handflächen, die Rückseite der Finger, die Fingerspitzen, der Nacken, die Rückseite des Kopfes, der Ohren, die Stirn, Augen, Nase, Zunge, das Kinn, den Bauch, Solarplexus, die Oberseite der Füße, die Zehen.

Der Atmen übt dich darin loszulassen. Der Atem gibt dir vor allem das Gefühl, etwas zu fühlen und weniger, dass du dich konzentrierst. Lenkt dich etwas ab, kehre zurück zum Atem.  Du kannst dich auf den Raum konzentrieren, der am Ende des Ausatmens liegt, bevor du wieder einatmest.  Achte vor allem auf das Ausatmen. Es betont das Loslassen und öffnet den Raum um dich.

 

Es gibt eine Menge Ratschläge zum Thema Meditation. Das kann helfen, aber letztlich bist du die Einzige, die weiß, was sich in deiner Übung abspielt. Sei nicht streng mit dir selbst. Übe keine Selbstkritik, sei freundlich zu dir. Es gibt so viele, die über Jahre schon meditieren, dabei aber vergessen haben, sich selbst mit liebender Güte zu begegnen. Lerne, wer du bist, wenn du weise bist und lerne, wer du bist, wenn du ein Tollhaus bist. Manchmal sind wir offenherzig, manchmal total vernünftig, zu anderen Zeit verunsichert und auch völlig daneben. Vorwürfe gegen dich selbst, sind auch eine Form von Aggression dir selbst gegenüber.  Lass dich nicht täuschen. Es sieht zumeist bei Meditierenden so aus, als säßen sie in vollkommener innerer Ruhe. Doch wären Sprechblasen über ihren Köpfen zu sehen, würde man fühlen, was in ihnen abläuft und wäre  man wahrscheinlich schockiert. Sie sitzen da in einer Haltung wie ein Buddha und  man meint, alles, was sie erlebten sei Offenheit und Stille. Dem ist nicht so. Alles mögliche kann einen in einer Meditation bedrängen. Das sind nicht die total Coolen, die nicht von allen Gefühlen begleitet sind. Man lernt durch Meditation aber gerade seine eigene Energie kennen. Man lernt mit ihr  vertraut zu werden und in Frieden zu sein.

Den sanften Umgang mit einem selbst in der Meditation nennt man Maitri. Das ist ein Sanskrit-Wort und meint „liebende Güte“.  Dabei geht es nicht um Selbstverwöhnung. Du kannst auch ein Schaumbad nehmen, um Gefühle zu vermeiden. Was immer dir begegnet, sei es Langeweile, Schmerzen, Beschämendes, Verdauungsbeschwerden, alle möglichen verstörenden Erinnerungen, nervöse Energie, friedliche Meditation oder Schläfrigkeit – erfordert Standhaftigkeit. Eine Eigenschaft von Maitri ist Standhaftigkeit und die lernt man in der Meditation.  Du kannst es Gleichmut nennen. Die Dinge sind dann weder richtig noch falsch, gut oder schlecht. Du verrennst dich nicht in felsenfeste Ansichten.

Bedingungslose Freundlichkeit bedeutet, sich mit sich selbst anzufreunden. Lass dich nicht mehr von deinen Gedanken und Gefühlen umhauen. Das Leben ist eine ununterbrochene Abfolge von Erfahrungen. Es ist  großartig, miserabel, angenehm, unangenehm, glückselig und dann wieder traurig. Um damit präsent zu sein, um mit offenen Herzen bei diesen Erfahrungen zu bleiben – darum sitzt du in Meditation.
Es geht um Bewusstheit. Es geht um ein volles Herz.

tibet5

Weite Landschaft. Tibet

 

Geduld bringt Entspannung in deine Meditation, in dein Leben. Du kannst gar nicht hoch genug schätzen, wie hilfreich es ist, geduldig mit sich selbst zu sein. Es mag Momente geben, in denen dein Geist Achterbahn fährt. Zwanghaft kaut sich etwas aus deiner Vergangenheit wieder. An einem anderen Tag mag dich überhaupt nichts ablenken. An einem weiteren Tag hebst du ab in die höchsten Reiche der Fantasie. Unser Geist ist ein Tollhaus, ein kreischendes. Nichts Solides steckt dahinter. Die Natur der Wirklichkeit ist nicht so fest, wie wir glauben!
Was für Geschichten entwickeln wir  so häufig aus unseren Gedanken, wie viel unglaublichen Schmerz bescheren sie uns am Ende. Es sind Illusionen, die wir Denken nennen. Starke Kraft haben sie allerdings. Sie können uns zum Weinen und zum Lachen und Lächeln bringen. Sie sorgen dafür, dass Menschen sich verbinden oder auch gegenseitig zerstören.  Sie können wie ein Hammer zerschmettern. Sie können uns farbenfrohe Dinge bescheren. Sie können uns aber auch durch ein enges Loch in ein tiefes Labyrinth führen, obwohl es eine Menge Raum gibt. Unser Geist ist grenzenlos. Lass sie ziehen, wie den Wind.“

 

frau gelb

„Ich soll mich also zum Ober-Titan aller Mega-Deppen machen in dieser Welt der Wölfe?

„Richtig!. Ja. Es ist völlig egal, wie andere dich dabei wahrnehmen.
Werde mit deinen Gefühlen vertraut.

Nimm wahr, wann etwas deine Knöpfe drückt oder dich aufregt. Lass die Geschichte hinter dem Gefühl danach fallen und sieh dir die Sache näher an. Emotionen sind der Bereich, wo wir alle ausrasten.  Sie reißen uns mit. Sie können uns überwältigen. Nicht die Geschichte, sondern das Gefühl, die Emotion. Wir können eine enorme Abneigung empfinden. In der Meditation übst du, den Stein, also die Emotionen, eintauchen zu lassen, ohne dass Wellen geschlagen werden. Bleib bei dem Gefühl, nicht bei der Reaktion, die dir schon zur Gewohnheit geworden ist und immer und immer wieder zu Kettenreaktionen führt.

Das kommt einer Revolution gleich, wenn du dieses in der ganzen Tiefe verstehst. Wut unterstützt dich darin, dich zu stabilisieren. Emotionen unterstützen dich darin, völlig wach und präsent zu sein,wenn du dich nicht einfach von ihnen mitreißen lässt. Das ist eine völlige andere Art zu leben, eine völlig andere Weise, mit demselben alten Kram umzugehen.
Öffne dein Herz für deine Gefühle. Nimm sie an und erlaube dir Mitgefühl.  Lerne, wie dich deine Emotionen behindern, wenn sie zu Eis gefrieren, weil du sie wegstoßen oder sie eskalieren lässt, und sie deswegen nicht die flüssige Qualität von Wasser haben. Emotionen sind Energie. Energie will fließen. Die Energien von Gefühlen sind nicht das Problem. Wir assoziieren sie immer mit Gedanken. Wir haben Angst vor etwas. Wir sind verärgert über etwas. Wir fühlen uns einsam, beschämt oder lustvoll in Beziehung auf uns selbst oder zu jemand anderen. Wir sehen in ein missmutiges Gesicht, da ist ein bestimmter Tonfall in der Stimme und schon erinnert es uns jemand – und aus heiterem Himmel haben wir das Gefühl von Ärger, Zorn, Traurigkeit, Hilflosigkeit oder was auch immer – wir reagieren einfach wie immer.  Da geht eine Frau eiskalt auf dem Gang zu deinem Büro an dir vorbei – und schon kocht etwas in dir hoch, das sich nach Jahrhunderten von Konditionierung und  empfundenen Verletzungen anfühlt. Du willst ja eigentlich von ihr gemocht werden. Das ist der emotionale Riesenkracher. Das Ego juchzt währenddessen. Da beginnt man Geschichten zu spinnen und wir sind schneller versklavt, als uns lieb ist. Dafür ziehen wir Tag um Tag in den Krieg. Das werden dann die Geschichten über „die“ oder „dies“ oder „ich“ oder „wenn doch nur“. Wir zerstören und suchen nach Schuld oder nach Annehmlichkeit. Wir planen für die Zukunft oder wir setzen uns vor den Fernseher oder Essen oder suchen anderes, was uns abhängig macht.  In der Meditation fühlst du diese Gefühle. Du erfährst, warum du  tust, was du tust. Das ist befreiend für dein Herz.

Atme mit der Emotion.

Atme sie nicht weg. Tauche ein. Atme sie in dein Herz, in dein großes Herz. Millionen von Menschen fühlen Zorn. Das ist ein universale Erfahrung. Auch wenn deine persönliche Geschichte dahintersteht, es bleibt eine universale Erfahrung. Wir dürfen alles an Gefühlen erfahren, was an Gefühlen in uns auftaucht. Verdränge sie nicht und agiere sie nicht durch Reden oder Taten aus. Fühle sie.
Mache deine Gefühle nicht an den Geschichten fest. Musik kann dich zum Weinen bringen. Genauso funktioniert das mit unseren Geschichten. Weißt du noch, welches Gefühl du vor fünf Minuten hattest? Gefühl  – nicht welchen Gedanken!
Angenehm oder unangenehm? Schmerzlich oder eng? Angespannt? Kribbelig im Bauch oder stumpf? Willst du tiefer atmen, wenn du an das Gefühl denkst? Zieht sich dein Magen zusammen? Runzelt sich deine Stirn? Rumort es unwohl in dir? Verkrampft dein Kiefer? Gib ihnen Raum in der Meditation, damit du im Leben gelassener bleiben kannst, sobald sie auftauchen.

Was für ein Mensch willst du sein? Einer, der immer starrer wird an seinen Gewohnheiten oder einer, der flexibel und offen wird?

Etwas anderes zu tun, bedeutet in der Praxis, beim jeweiligen Augenblick zu bleiben. Worte und Gedanken gehen lassen, um zu fühlen.

„Was, so ein Schmerz soll eine wunderbare Gelegenheit sein?“
„JA! Du kannst weich werden und etwas anderes daraus machen.“
„Ich soll nicht verbittert herumlaufen, kein Verlangen mehr nach Rache verspüren?“
„Genau! Du kannst den Augenblick des Schmerzes wertschätzen und Mitgefühl hervorbringen, statt zu verhärten. Du kannst statt Rache zu schwören oder Zorn zu empfinden, Tränen fließen lassen und in Richtung Liebe und Freundlichkeit gehen. Liebe finden wir in uns, die ist nicht da draußen. Liebe findet sich nicht in der „richtigen“ Beziehung. Wenn du Freundlichkeit von anderen wünschst und du findest keine freundlichen Menschen um dich herum, dann sei du es. Dann hast du einen freundlichen Menschen ganz in deiner Nähe. Du kannst dein gutes Herz nähren. Es gibt keinen anderen Ort für die Übung.“
herststaerkung

Öffne dein Herz, damit es alles empfangen kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dem Fluss der Ereignisse trauen

hundsitztaufhund

 

 

Menschen sind aus zwei Gründen ineffektiv. Entweder wissen sie nicht, was sie wollen, oder sie glauben, es nicht verdient zu haben.

Wir sind nie an eine Vergangenheit gebunden. Wir sind ein fortwährender Dialog zwischen Energie und Form.
Versuchen Sie gerade den Traum von jemand anderem zu leben anstatt Ihren eigenen?
Also ich denke, Sie können sich sicher sein, dass Ihr Traum nicht so aussieht wie der eines anderen Menschen. Ihr Traum ist nämlich einzigartig.
Dabei brauchen wir  nur klar darin sein, was wir wollen. Und dann brauchen wir uns nur mit ganzem Herzen dafür engagieren. Und dann akzeptieren, egal wie es sich entfaltet oder wie es aussieht.  Eine Schöpfungsformel ist Dankbarkeit. Eine weitere lautet: Glaube an das, was  du willst, und wisse, dass du es verdient hast. „Glauben ist Ergriffensein, von dem, was uns unbedingt angeht“, las ich an anderer Stelle.
Noch eine Schöpfungformelt ist Hingabe, nicht wanken, bis sich das, was du willst, im Leben manifestiert hat.
Eine weitere Schöpfungsformel ist das Loslassen von Erwartungen. Nimm es einfach so an, wie es ist. Arbeite damit. Lass deine Erwartungen los.  Liebe es und bleibe bei der Liebe. Dann bist du emotional offen und mental wach und aufmerksam. Dann kann Energie mühelos fließen.
Wende jede Strategie an, die sich gut anfühlt. Es ist nicht die Strategie, die dich ans Ziel bringt, sondern deine Sehnsucht, es zu erreichen, und deine Hingabe bei seiner Verwirklichung. Du musst nicht für Gelegenheit sorgen. Die kommen von selbst. Alles, du brauchst, ist Klarheit und Hingabe.

Wenn wir lernen, Situationen anzunehmen, können wir aus ihr lernen und weitergehen. Wenn nicht, werden wir darin herumstochern und sie vermutlich schlimmer machen. Über das Annehmen erfahren wir inneren Frieden.  Sanft und im Mitgefühl. Anzunehmen ist, als ob man einen tiefen Atemzug macht und sich entspannt.  Dann muss nichts erzwungen werden. Dann verspannen wir nicht. Dann sind keine großen Anstrengungen und Manipulationen erforderlich. Dann müssen keine Schlachten im eigenen Kopf geführt werden. Dann sind keine Urteile und Intrpretationen mehr notwendig auf die Umstände des Lebens. Dann kann man sich besser entfalten, wenn nichts im Weg steht.

Wir haben genau das, was wir brauchen, wenn wir es brauchen.

Hier geht es nicht darum, Dichter oder Floristin, Arzt oder Jurist zu werden.
Es geht um die wahre Lebenskraft, die wir finden können, wenn wir annehmen, wenn wir finden, was wir lieben.

In die Offenheit hinein entspannen. Wenn wir den Mut dazu haben, verlangsamt sich das Tempo, in dem wir in der Geschwindigkeit denken, in der unser Herz fühlt.

 

 

 

Einfach…keine große Sache

ernten1

Ich suchte das ganz besondere Gefühl. Gestern. Heute.
Mein Leben in die Schwingung versetzen, die zu mir passt. Ja, das wollte ich.
Mein Hirn begann fieberhaft zu arbeiten.
Was ich fühle, danach sehne ich mich.

Und dann traf ich in meiner Lieblingsbuchhandlung auf eine alte Freundin, die sich immer seitwärts positioniert, damit jeder sehen kann, wie dünn sie ist. Ohne Kleider wiegt sie vielleicht 45 Kilo. Sie betrachtete mich ganz eingehend, studierte mich.  Und sie war mit einem so tödlichen Ernst bei der Sache, dass ich mich nach einer Weile dick fühlte. Schier zum wahnsinnig werden.

Mein Geist und meine guten Gefühle rasten mit Lichtgesschwindigkeit dahin. Um Leib und Leben versuchte ich mein Bäuchlein einzuziehen, positionierte mich in einer  Körperhaltung, die mir vorteilhafter schien. „Bleib einfach bei der Erfahrung, Martina“, sagte ich mir. Bleib standhaft. Zeige dir gegenüber Loyalität. Nimm Abstand vom Urteilen dir gegenüber. Schweife jetzt nur  nicht ab von der Freude, die du in deiner Lieblingsbuchhandlung erfahren wolltest.

Ich halte es für dringend nötig, an dieser Stelle zu betonen, ich bin nicht dick. Kann man eine Figur  mit einem Wort charakterisieren? Dünn? Dick?  Wenn ich mich für ein Wort entscheiden müsste, würde ich sagen: Ich habe so meine Akzente.
An dem Punkt, an dem nun aber  Gefühle sehr stark werden, kommt man in Kontakt mit ihnen. Man glaubt keine Sekunde daran. Menschenskind, irgend etwas wog tausend Tonnen an mir und ich hielt noch kein einziges Buch in den Händen.  Ich konnte kaum Blickkontakt mit ihr herstellen.

Die Angst eines Menschen kann ja leicht Angst bei einem anderen auslösen. Und die Angst  – Sie werden es wissen – macht blind.
Wo sitzen wir mit unseren emotionalen Nöten? Trauen wir uns, sie zu erfahren? Nun, Erfahrungen sind überhaupt nur in einer Umgebung möglich, in der es Gegensätze gibt, sagte ich mir.  ‚Dort‘ muss es ja nicht  goldener sein als „hier‘.

maedchen schreiben Ja- a–a- a,  ich hatte den Mut, das ganze Spektrum meiner Gefühle zuzulassen. Und blitzartig stellte sich Einsicht ein. Mit der Welt und mir stimmte etwas nicht.  Also stand ich nur noch da. Nach einer Weile versah ich mein Bäuchlein mit Energie und streckte ihn so weit es ging nach vorne. So etwas wirkt erst wirklich überzeugend, wenn man sich wie eine Königin fühlt. Also bewegte ich mich dazu noch ein wenig entschlossen, als hätte ich lange Zeit als Soldat gedient. Eine gute Figur muss ja nicht zwangsläufig groß in Bewegung sein. Also verlangsamte  ich meine Antworten. Dieser langen Primadünna sah ich ihre Erschütterung an.
Sie mögen sagen: Ach, wissen Sie, wir sind das, was wir mental und physisch üben!
Wir bestärken Schaltkreise in unserem Gehirn, sowohl chemisch als auch neurologisch. Darum ist es gar nicht so gut, sich mit Negativbotschaften zu

beschäftigen. Schönere und neue Gefühle müssen wir denken.

Ja, sicher. Doch dieser Punkt, an dem wir an unsere Grenze gelangen, an dem man den gegenwärtigen Augenblick akzeptieren muss, ist aber auch ein ganz wichtiger Punkt für alle jene, die zu einem offenen Herzen und Geiste erwachen wollen.  Dieser Moment, in dem man den Halt unter den Füßen verliert, ermöglicht uns das. Er ist das, was uns antreibt, uns zu wandeln. Dieser Punkt war so einer für mich. Er war der Treibstoff für meine Reise.  Meine Lungen zogen Luft ein und aus, wie ein Blasebalg. Zellenleben erfrischen. Meinen gesamten Energievorrat steckte ich in mein Bauch hinein. Meine Freundin nutzte den Schwung, um sich noch ein wenig seitlicher zu stellen.  Sollten Sie jetzt fragen, warum ich das tat, dann lautet meine Antwort: „Naja, so ist das Leben nun einmal. Kleine  kreative Mutproben stärken die Niere.“

schatten

Sie kennen ja die Redensart: Das geht mir an die Niere. Angst drückt uns nieder. Alles beginnt mit der Niere, heißt es in der chinesischen Medizin. Sie ist die Wurzel des Lebens. Nieren produzieren das Mark: Knochen, Knochenmark, Gehirn und Rückenmark. Sie füllen das Gehirn und die Knochen. Wenn das Gehirn über das Rückenmark nicht genügend versorgt wird, können schlechtes Erinnerungsvermögen, schwache Konzentration, Schwindelgefühl, stumpfes Denken und Schlechtes Sehen die Folge sein.

Es gibt aber auch die Angst der Leber. Sie ist oft nicht als solche zu erkennen. Sie äußert sich als emotionale und körperliche Anspannung. Der Betroffene wirkt gehetzt, empfindlich, übersensibel, oft sogar aggressiv. Entscheidungen fallen ihm schwer, er ist unsicher. Die Aufgabe des Funktionskreises Leber ist die Harmonisierung innerer wie äußerer Lebensprozesse. Übernimmt die Leber diese Funktion nicht, hat der Mensch Probleme, sich spontan und flexibel auf Lebensumstände einzustellen – Stress entsteht. Die Angst der Milz hingegen zeigt sich als übertriebene Sorge. Ständig grübelt er über die Zukunft, über Probleme, die aller Wahrscheinlichkeit gar nicht eintreten werden. Die Angst der Lunge ist die Angst vor Verlust. Verlust von materiellen Gütern, Gesundheit oder nahe stehenden Menschen.

Bestimmte Emotionen korrespondieren bekanntlich mit körperlichen Organen. Die Freude am Herzen, der Ärger oder Zorn der Leber, die Nachdenklichkeit der Milz, die Besorgtheit und Trauer der Lungen und die Angst und der Schrecken der Nieren.
Für diesen Tag hatte ich genug mit angesehen werden.

 

Es gibt Abschnitte in meinem Leben, die trage ich in meinem Herzen. Wenn ich sterbe, wird es wegen des Herzens sein. Wenn etwas Folgenschweres droht, lenke ich es woanders hin. In meine Lunge zum Beispiel. Die pumpe ich auf,  aber ich kann dann trotzdem noch atmen.  Kommt mir jemand mit den alltäglichen kleinen Erniedrigungen,  stecke ich solche Dinge mit der Leber weg. Andere Schläge gehen woanders hin.  Die Bauchspeichedrüse behalte ich all dem vor, was mich an Verlusten trifft. Davon gibt es reichlich, dabei ist das Organ so klein. Ein kurzer scharfer Schmerz schon ist es vorbei.  Enttäuschung über mich selbst, rechte Niere. Enttäuschungen anderer über mich, linke Niere. Persönliche Misserfolge. Ich nehme es, wie es kommt. Mir fallen nur bestimmte Muster auf.  Wenn es dunkel wird, spüre ich es in den Handgelenken. Leuchtender Atem, so klingt meine Kindheit.  Heute sah ich einen Mann einen Hund treten, das  traf mich hinter den Augen und im Herz. Der Schmerz des Vergessens, die Wirbelsäule. Der Schmerz des Erinnerns, die Wirbelsäule. Selbst heute noch überrascht es mich auf der Welt zu sein. Das spüre ich im Knie.

Kopfschmerzen bekommen wir, wenn wir uns selbst nicht achten. pow

Klares Sehen, Mut. Die Unberechenbarkeit und das Unbekannte lieben.
Das Unbekannte kann darin liegen, keine gute Tasse Kaffee zu erhalten.
Der Rand, über den hinaus, ich den Schritt in den Abgrund jenes
unbequemen, ungewissen Raumes mache.

Heb dich empor und stürz dich ins Meer!

fluegelweitweitLege deine Hand auf dein Herz und sage dir: Einfach…keine große Sache.