Palästina: Eine Welt, die wir nicht wirklich kennen

Palästinenser Libanon

70.000 Palästinenser warten im Libanon seit mehr als vierzig Jahren auf die Rückkehr in ihre Heimat.
Der größte Feind sei nicht Israel, sondern Resignation, schreibt Anne Thomè.

„Ain el-Helweh ist besser als Disneyland!“ Jahr für Jahr kommt der palästinensisch-dänischen Regisseur  Mahdi Fleifel zurück in das palästinensische Flüchtlingscamp seiner Kindheit, um Urlaub zu machen. 70.000 Menschen warten hier im Süden Libanons auf die Rückkehr nach Palästina. Während Fleifel jederzeit gehen kann, ist sein Freund Abu Eiad an Ain el-Helweh gebunden. Ohne Arbeitserlaubnis vertreibt er sich die Zeit mit Fluchtplänen. Aber wohin gehen in einer Welt, die uns nicht gehört? Zum Soundtrack eines Woody-Allen-Films erzählt Fleifel aus dem Ghetto. Ganz nebenbei schlägt der Film eine neue Sicht auf den Konflikt im Nahen Osten vor. Der größte Feind heißt nicht Israel, sondern Resignation. Anne Thomé“

 

Am 20.09.2014 um 17.00 Uhr ist der Film  im Cafè Palestine in Köln zu sehen.
Eintritt frei.
www.cafepalestine-colonia.de

 

Vergessen von der Welt!

Seit 1948 leben viele palästinensische Bürger in Flüchtlingslagern.

palestine libanon

Weltweit gibt zwischen 10-12 Millionen Palästinenser. Knapp die Hälfte der heutigen Palästinenser (41 %) sind  Flüchtlinge.

Sie leben seit 1947/1948 als Flüchtlinge in Jordanien, in Kuweit, im Libanon, in Syrien, Saudi-Arabien, Ägypten,  Oman, in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Libyen und Qatar. Selbst im kleinen Gaza-Streifen und im Westjordanland gibt es ein Flüchtlingscamp.

Vor 1948 lebten 500.000 Palästinenser etwa 1300 Jahre im Westjordanland. Nach dem ersten Krieg von 1948 flüchteten  400.000 Menschen oder sie wurden vertrieben.

 

frieden herz

 

Im Beitrag vom 15. August Lebenswirklichkeiten von Palästinensern, Teil 1 berichtete ich vom Schicksal einer Frau:

Eine Frau, 1940 geboren. 1948 muss sie mit ihrer Familie fliehen. Nah Gaza wird sie an der Front gestoppt und lebt  danach für viele Jahre getrennt von ihrer Familie, alleine bei Nomaden in der Wüste Negev. Ein acht Jahre altes Mädchen!  Dann zieht sie allein ins Westjordanland und heiratet dort irgendwann. 1967 marschieren dort die Israelis ein. Sie flüchtet mit ihren vier Kindern und ihrem Mann in den Südlibanon. Dort lebt sie zum ersten Mal in einem Steinhaus. Ihr Mann gehört inzwischen zur PLO. 1978 fallen die Israelis in das Land ein. Sie flüchtet nach Beirut. 1982 kamen die Israelis auch dorthin. Kein Wasser, kein Strom, nichts mehr zu essen. Die Kinder durften nicht mehr mit libanesischen Kindern spielen. Ihr Mann war weit weggeschafft. PLO Kämpfer wurden damals auf Schiffe verfrachtet mit trotzigem Victory-Sieg-Zeichen und Salven verabschiedet, in Siegerpose.

Auf dem Vortrag von Professor Abed Schokry in Bonn traf ich auf zwei Frauen, die von ähnlichen Erfahrungen berichteten.

 

 

In den Gefängnissen Israels sind seit Jahren palästinensische Kinder inhaftiert.
Wie geht es den Kindern im Gefängnis? Wie geht es den Familien dieser Kinder?

 

Freiheit ist ein kostbares Gut.
Sie ist die Voraussetzung für Frieden

mandela3

Dieser Mann und mit ihm viele andere kämpften einst für die Rechte von Menschen in Südafrika. Er war für die Welt ein Freiheitskämpfer. Die weiße südafrikanische Apartheids- Regierung erklärte  jene  zu „Terroristen“. Nelson Mandela

 

Die Biografie eines  palästinensischen Freiheitskämpfers liest sich in aller Kürze so:
Der Namen bleibt unerwähnt.
Er schilderte mir:

Von Nazareth flüchtete die Familie in den Libanon.
Der Mannwar damals ein Kind von 5 Jahren.
Vom Südlibanon musste die Familie wegen weiterer Kämpfe in den Nordlbanon fliehen.
Das Lager im Südlibanon wurde geschlossen.
Es kam zu Kämpfen zwischen Libanesen und Tunesiern.
Die 6. Brigade der Syrer marschierte ein.
Später marschierten auch die Israelis ein.
Es wurde gegen die Hisbollah gekämpft.

Ihr Haus nahm man ihnen weg.
Nicht einmal ein Viertel des eigentlichen Hauswertes bekamen sie erstattet.
Das Geld erhielten sie von der UN und den arabischen Golfländern
Im Nordlibanon ist es sehr kalt in den Bergen.
Das Wasser war verseucht. Man bekam Durchfall, wenn man es trank.
Sein 1. Bruder starb im Alter von 3 Jahren an Unterkühlung und Lungenentzündung.
Seine Schwester starb mit 1,5 Jahren an Unterkühlung.
Ein weiterer Bruder starb mit 3 Jahren.
Ein anderer Bruder starb mit 34 Jahren an einem Herzinfarkt.
Sein Vater arbeitete in Beirut.
Seine Eltern starben sehr früh.
Seine Großmutter wurde von einem Israeli im Alter von 75 Jahren  am Meer erschossen.
Das Militär landete dort. Mehrmals wurden sie bombardiert.
Seine Frau wurde von Splittern verletzt.

5 Jahre studierte er an der Fachhochschule in Beirut Funk und Elektronik.
2 Stipendien von der damaligen Sowjetunion und der  DDR wurden ihm angeboten.
Er lehnte ab.
Radio-und Fernsehtechnik und das Bauen von Elektronikzündern für Bomben fanden sein Interesse .
Für die „Westabteilung“ der PLO war er zuständig. Das Gebiet umfasste die Region Gaza und Westbank.
Seine Aufgabe: Er fütterte den CIA und den israelischen Geheimdienst Mossat mit falschen Informationen.
Und damit endet seine Geschichte nicht…

 

Befreit Euch

südafrikaner

 Südafrikaner erklären sich solidarisch mit der palästinensischen Bevölkerung

(Foto by AP,  Haaretz, Israel. www haaretz.com, thank you)

 

 

If I were…..

Vor vielen Jahren durfte ich einigen außergewöhnlichen und charismatischen Menschen wie Nelson Mandela,  Neville Alexander und weiteren in Südafrika begegnen. Neville gehörte zu der Gruppe von Männern, die mit  Nelson Mandela im selben Zellentrakt auf der Insel Robben Islands vor der Küste Südafrikas inhaftiert waren. Ich saß mit der sozialistischen Garde Kubas und deren Botschafter an einem Tisch und hörte ihnen mit staunenden Augen und einem offenen  und lächelndem Herzen zu. Heute denke ich manchmal, wir sollten Marx noch einmal lesen, dann wüssten wir, was es mit den „Herrschaftssystemen“ wirklich auf sich hat. Dann würden wir, jene Gewalt, die in allen Ecken dieser Welt eskaliert besser einordnen können und die Chance aus dem Ausstieg dieser Gewaltdynamiken wäre vielleicht größer?
Damals traf ich auch auf die  Lebenspartnerin von Steve Biko. Sie war damals die Direktorin der Universität von Kapstadt. Steve Biko war der Anführer der „schwarzen Befreiungsbewegung“.  Er wurde vom Regime getötet. Ich traf auf sehr viele Opfer der Apartheid, die in den Townships und Squattercamps lebten.
1982 wurde Mandala von der Insel in ein Gefängnis auf dem Festland verlegt und im Februaar 1990 entlassen. So weit mir bekannt, verbrachte er die letzen Jahre im Hausarrest und nicht im Gefängnis. Viele der damaligen politischen Aktiven wurden mit einem Hausarrest versehen. 1993 bekam Nelson Mandela den Friedensnobelpreis und im Jahr darauf wurde er Staatspräsident.  Das Land war damals eine noch junge Demokratie. Die große Befürchtung war, dass es zu Gewaltausbrüchen kommen könnte. Doch das Gegenteil geschah. Es waren seine charismatische Ausstrahlung, seine weisen Worte, seine Bemühungen um eine Politik, die alle Teile der Bevölkerung integrierte. Es waren seine großen Gesten der Vergebung, auf die er unermüdlich hinwies. Der Funken sprang über. Wenn ich heute an jene Jahre zurückdenken, dann denke ich vor allem an jene vergebende Haltung der Menschen, die allesamt Opfer der Apartheid waren. Unvergesslich sind mir diese Begegungen. Allen Grund hätten sie gehabt, „Weiße“ auf ewig zu hassen. Sie sagten: „Wir müssen einander vergeben. Für die Zukunft unserer Kinder müssen wir es tun. “
Nelson Mandela sprach von einer Vergebung, die ihn von den Tätern befreien wird. Mandela wusste, Vergebung ist der einzige Weg für jeden Menschen, sich seinen Selbstrespekt zurückzuholen.

An seiner Seite stand damals Archbishop Desmond Tutu. Als ich den Archbishop das erste Mal in einer großen Halle erlebte, musste ich lachen, weil er so gar nicht in mein Bild eines hohen kirchlichen Würdenträgers passte. Er ist ein sehr kleiner Mann, voller Energie, quirlig und mit einer sehr hohen Stimme beschenkt. Ich erinnere mich, Jonathan Butler, ein großartige Soul-Sänger, und der Herzspezialist Barnard saßen mit in der Runde. Wir alle lachten, weil Tutu so ganz unkonventiell auf der Bühne hin- und hersprang – ganz beseelt von seiner Message, die er den Bürgern Kapstadts und der Welt reichte. Der Archbishop wurde damals Ehrenbürger von Kapstadt. Er war längst schon Erzbischof von Kapstadt, aber den Ehrenbürger hatten sie ihm viele Jahre verweigert. Und er machte sich seinen Spaß daraus, dass er nun doch noch Ehrenbürger werden durfte. Ein Kämpfer der Freiheit mit besonderen Qualitäten.
Ihm und Nelson Mandela verdankte Südafrika die Einrichtung der Truth and Reconciliation Commission. Desmond Tutu wurde als Vorsitzender eingesetzt. Es ging damals darum, der Wahrheit und nicht der Bestrafung  Raum zu geben. Man wollte aufdecken, was geschehen war. Jeder der Täter, die bereit waren vor dieser Kommission auszusagen, gingen straffrei aus. Diese Sitzungen fanden in verschiedenen Städten  Südafrikas statt und wurden im südafrikanischen Fernsehen ausgestrahlt.
Desmond Tutu war es,  der vor laufender Kamera weinte und Winnie Mandela damals bat : “ Please, please, at least say I am sorry. Please, I beg you.“ Es geschahen auch in ihrem Haus schlimme Dinge. Kinder wurden zu Spionen ausgebildet. Wenn sie nicht mehr wollten, wurden sie umgebracht. Ein Fußballverein soll darin verwickelt gewesen sein. Sie entschuldigte vor laufender Kamera nicht, sondern sagte: „Es waren diese Zeiten.“  Tutu ist auch der Patenonkel ihrer Kinder gewesen. Sie standen einander nah.

Mich erreichte heute eine Email von einer Organisation, die Kampagnen  für die unterschiedlichsten politisch-gesellschaftlichen Anliegen ins Leben rufen. Sie bitten eigentlich um  die Unterzeichnung  jeweiliger Petitionen.
Heute sandten sie  etwas anderes.  Es ist ein Brief von Archbishop Desmond Tutu, der sich die Menschen in Israel wendet.
Der Brief wurde exklusiv in einer israelischen Zeitung veröffentlicht. Die Organisation befindet, er sollte auch vom Rest der Welt gelesen werden und veröffentlichten ihn darum.
Ich tue es an dieser Stelle auch. Sehr gern tue ich es:

Befreit Euch.

„My plea to the people of Israel“

tutu

Quelle: AP

 

 

„Mein Appell an das Volk Israels: Befreit euch, indem ihr Palästina befreit

Erzbischof Emeritus Desmond Tutu ruft in einem exklusiven Artikel für Haaretz zu einem globalen Boykott Israels auf und drängt Israelis und Palästinenser, jenseits ihrer Staatsführer nach einer nachhaltigen Lösung der Krise im Heiligen Land zu suchen.

Von Desmond Tutu

14. August 2014 | 21:56 Uhr
Ursprünglich auf http://www.haaretz.com/opinion/1.610687 erschienen. Übersetzung erfolgte durch die Avaaz-Gemeinschaft.

In den vergangenen Wochen erlebten wir beispiellose Handlungen durch Mitglieder der Zivilgesellschaft rund um den Globus gegen die Ungerechtigkeit von Israels unverhältnismäßig brutaler Reaktion auf die Raketenabschüsse aus Palästina.

Zählt man alle Menschen zusammen, die sich am vergangenen Wochenende versammelt haben, um Gerechtigkeit in Israel und Palästina zu fordern – in Kapstadt, Washington D.C., New York, Neu-Delhi, London, Dublin und Sydney, und all den anderen Städten – so war dies sicherlich der größte öffentliche Aufschrei für ein einzelnes Anliegen in der Geschichte der Menschheit.

Vor einem Vierteljahrhundert nahm ich an einigen gut besuchten Demonstrationen gegen die Apartheid teil. Ich hätte mir nie vorstellen können, wieder Demonstrationen dieser Größe zu sehen. Aber die Teilnehmerzahl am letzten Samstag in Kapstadt war genauso groß, wenn nicht größer als damals. Unter den Teilnehmern waren Junge und Alte, Muslime, Christen, Juden, Hindus, Buddhisten, Agnostiker, Atheisten, Schwarze, Weiße, Rote und Grüne vertreten … wie man es von einer dynamischen, toleranten, multikulturellen Nation erwarten würde .

Ich bat die Menge, mit mir zu skandieren: “Wir sind gegen die Ungerechtigkeit der illegalen Besetzung von Palästina. Wir sind gegen das willkürliche Morden im Gazastreifen. Wir sind gegen die Erniedrigung von Palästinensern an Kontrollpunkten und Straßensperren. Wir sind gegen die von allen Beteiligten begangenen Gewalttaten. Aber wir sind nicht gegen Juden.”

Anfang der Woche forderte ich den Ausschluss Israels aus der Internationalen Architektenvereinigung, die in Südafrika tagte.

Ich bat die israelischen Schwestern und Brüder, die auf dieser Konferenz anwesend waren, darum, sich persönlich und auch in ihren beruflichen Aktivitäten, aktiv von dem Entwurf und der Konstruktion der Infrastruktur zu distanzieren, durch die das Unrecht aufrechterhalten wird. Dazu zählen sowohl die Trennmauer, die Sicherheitsstationen und die Kontrollpunkte, als auch die Siedlungen, die auf besetzten Gebieten der Palästinenser errichtet wurden.

“Ich bitte Sie, diese Botschaft mit auf den Weg zu nehmen: Bitte wenden Sie das Blatt gegen Gewalt und Hass, indem Sie sich der gewaltlosen Bewegung für Gerechtigkeit für alle Menschen in der Region anschließen” sagte ich.

In den vergangenen Wochen sind mehr als 1,6 Millionen Menschen weltweit dieser Bewegung beigetreten, indem sie eine Avaaz-Kampagne unterzeichnet haben, die Firmen, die von der israelischen Besetzung profitieren und/oder an der Misshandlung und Unterdrückung von Palästinensern beteiligt sind, auffordert, sich zurückzuziehen. Die Kampagne richtet sich insbesondere gegen den niederländischen Rentenfonds ABP, Barclays Bank, den Anbieter von Sicherheitssystemen G4S, das französische Transportunternehmen Veolia, den Computerhersteller Hewlett-Packard und den Bulldozerhersteller Caterpillar.

Letzten Monat haben 17 EU-Regierungen ihre Bürger gedrängt, keine Geschäfte mit oder Investitionen in illegale israelische Siedlungen zu tätigen.

Wir wurden kürzlich auch Zeugen des Abzugs zweistelliger Millionenbeträge aus israelischen Banken durch den niederländischen Rentenfonds PGGM, des Kapitalabzugs aus G4S durch die Bill and Melinda Gates Foundation und des Abzugs geschätzter 21 Millionen Dollar aus HP, Motorola Solutions und Caterpillar durch die presbyterianische Kirche der USA.

Es ist eine Bewegung, die an Fahrt gewinnt.

Gewalt erzeugt Gegengewalt und Hass, was wiederum mehr Gewalt und Hass erzeugt.

Uns Südafrikanern sind Gewalt und Hass nicht fremd. Wir kennen den Schmerz, die Außenseiter der Welt zu sein; wenn es scheint, als verstünde niemand unsere Perspektive oder wäre auch nur willens, zuzuhören. Das sind unsere Wurzeln.

Wir wissen auch um die Vorteile, die uns der Dialog zwischen unseren Staatsführern schließlich gebracht hat; als das Verbot angeblich “terroristischer” Organisationen aufgehoben und ihre Anführer, darunter Nelson Mandela, aus Haft, Verbannung und Exil entlassen wurden.

Wir wissen, dass sich die Beweggründe für die Gewalt, die unsere Gesellschaft zerstört hatte, auflösten und verschwanden, als unsere politischen Führungskräfte miteinander zu sprechen begannen. Terrorakte, die nach Beginn der Gespräche begangen wurden – wie zum Beispiel Angriffe auf eine Kirche und eine Kneipe – wurden fast einhellig verurteilt und der Partei, die man dafür verantwortlich machte, wurde an der Wahlurne die kalte Schulter gezeigt.

Das Hochgefühl, das unserer ersten gemeinsamen Wahl folgte, war nicht allein den schwarzen Südafrikanern vorbehalten. Der wahre Triumph unserer friedlichen Einigung war, dass sich alle einbezogen fühlten. Und später, als wir eine Verfassung vorstellten, die so tolerant, mitfühlend und integrativ ist, dass sie Gott stolz machen würde, fühlten wir uns alle befreit.

Natürlich war es hilfreich, dass wir einen Kader herausragender Führungspersönlichkeiten hatten.

Was diese Führungspersönlichkeiten jedoch letztlich zusammen an den Verhandlungstisch zwang, war die Mischung aus überzeugenden, gewaltfreien Mitteln, die damals eingesetzt worden waren, um Südafrika wirtschaftlich, akademisch, kulturell und psychologisch zu isolieren.

Ab einem gewissen Zeitpunkt – dem Wendepunkt – realisierte die damalige Regierung, dass die Kosten für die Aufrechterhaltung der Apartheid den Nutzen eindeutig überstiegen.

Der Rückzug verantwortungsbewusster multinationaler Konzerne aus dem Handel mit Südafrika in den 1980ern war schließlich einer der entscheidenden Hebel, der den Apartheidstaat – ohne Blutvergießen – in die Knie zwang. Diese Unternehmen sahen ein, dass sie zur Aufrechterhaltung eines ungerechten Status Quo beitrugen, indem sie zur Wirtschaft Südafrikas beitrugen.

Diejenigen, die weiter mit Israel Handel treiben, die zu einem Gefühl der “Normalität” in der israelischen Gesellschaft beitragen, tun den Menschen in Israel und Palästina damit keinen Gefallen. Sie tragen damit nur zum Fortbestehen eines zutiefst ungerechten Status quo bei.

Diejenigen aber, die dazu beitragen, Israel für eine gewisse Zeit zu isolieren, sagen damit, dass Israelis und Palästinenser ein gleichwertiges Recht auf Würde und Frieden haben.

Letztlich werden die Ereignisse der vergangenen Monate im Gazastreifen testen, wer an den Wert der Menschen glaubt.

Es wird immer deutlicher, dass Politiker und Diplomaten einfach keine Anworten finden und dass die Verantwortung, eine nachhaltige Lösung für die Krise im Heiligen Land zu erarbeiten, bei der Zivilgesellschaft und den Bewohnern Israels und Palästinas selber liegt.

Abgesehen von der jüngsten Verwüstung im Gazastreifen sind anständige Menschen überall – darunter auch viele in Israel – zutiefst verstört von der Tatsache, dass täglich die Menschenwürde und die Bewegungsfreiheit der Palästinenser an Kontrollpunkten und Straßensperren verletzt wird. Und die Tatsache, dass Israel die illegale Besetzung und die Errichtung von Pufferzonen-Siedlungen auf besetztem Land vorantreibt, verschärft die Problematik, eine zukünftige Einigung zu erarbeiten, die für alle akzeptabel ist.

Der Staat Israel verhält sich, als gäbe es kein Morgen. Seine Bewohner werden nicht das friedliche und sichere Leben leben, nach dem sie sich sehnen – und auf das sie Anrecht haben – so lange seine Führung Bedingungen aufrechterhält, die den Konflikt am Leben erhalten.

Ich habe diejenigen verurteilt, die in Palästina für das Abfeuern von Geschossen und Raketen auf Israel verantwortlich waren. Sie schüren die Flammen des Hasses. Ich bin gegen alle Manifestationen der Gewalt.

Aber wir müssen uns absolut darüber im Klaren sein, dass die Palästinenser jedes Recht haben, für ihre Würde und Freiheit zu kämpfen. Es ist ein Kampf, der von vielen Menschen auf der Welt unterstützt wird.

Kein von Menschen geschaffenes Problem ist unlösbar, wenn die Menschen sich mit der ernsthaften Absicht zusammensetzen, es zu überwinden. Frieden ist immer möglich, wenn die Menschen entschlossen sind, ihn zu erreichen.

Frieden erfordert von den Menschen in Israel und Palästina, sich selbst und den anderen als menschliche Wesen anzuerkennen, um ihre wechselseitige Abhängigkeit zu verstehen.

Raketen, Bomben und ungehobelte Schmähungen sind nicht Teil der Lösung. Es gibt keine militärische Lösung.

Die Lösung könnte wohl eher in dem gewaltlosen Instrumentarium liegen, das wir in den 1980ern in Südafrika entwickelt haben, um die Regierung von der Notwendigkeit zu überzeugen, ihre Politik zu ändern.

Der Grund dafür, dass dieses Instrumentarium – Boykott, Sanktionen und Kapitalabzug – sich letztendlich als effektiv erwiesen hat, war, dass es eine kritische Masse an Unterstützung erhielt, sowohl innerhalb als auch außerhalb des Landes. Die Art von Unterstützung, die wir in den vergangenen Wochen auf der ganzen Welt in Bezug auf Palästina beobachtet haben.

Mein Appell an die Menschen in Israel ist es, über den Augenblick hinauszuschauen, über die Wut der andauernden Belagerung hinauszuschauen, und vielmehr eine Welt zu sehen, in der Israel und Palästina koexistieren können – eine Welt, in der gegenseitige Würde und Respekt herrschen.

Es erfordert ein Umdenken. Ein Umdenken mit der Erkenntnis, dass jeder Versuch, den gegenwärtigen Status quo aufrechtzuerhalten, künftige Generationen zu Gewalt und Angst verdammt. Ein Umdenken, das damit bricht, legitime Kritik an der Politik eines Staates als Angriff auf das Judentum zu verstehen. Ein Umdenken, das zu Hause beginnt und sich über Gemeinschaften und Länder und Regionen ausbreitet – bis hin zur Diaspora, die über die Welt, die wir teilen, verstreut ist. Die einzige Welt, die wir teilen.

Menschen, die sich im Streben nach einem gerechten Anliegen zusammentun, sind nicht aufzuhalten. Gott mischt sich nicht in die Belange der Menschen ein. Er hofft, dass wir wachsen und lernen, indem wir unsere Schwierigkeiten und Differenzen selber lösen. Aber Gott schläft nicht. Die jüdischen Schriften sagen uns, dass Gott vorzüglich auf der Seite der Schwachen und der Vertriebenen steht, der Witwe, des Waisen und des Fremden, der Sklaven freiließ, damit sie auszogen in ein gelobtes Land. Es war der Prophet Amos, der sagte wir sollen Gerechtigkeit wie einen Strom fließen lassen.

Am Ende setzt sich das Gute durch. Das Streben danach, die Menschen in Palästina von der Demütigung und Verfolgung durch die Politik Israels zu befreien, ist ein gerechtes Anliegen. Die Menschen in Israel sollten dieses Anliegen unterstützen.

Von Nelson Mandela stammt der berühmte Ausspruch, die Südafrikaner würden sich nicht frei fühlen, bis auch die Palästinenser frei sind.

Er hätte ebenfalls hinzufügen können, dass die Befreiung Palästinas auch Israel befreien wird.“

 

 

Wenn ich es wäre…..

Was tun Sie in Ihrer Stadt?

 

Forderungen der Palästinenser:

 

  • Öffnung des Gazastreifens
  • Reiseerlaubnis für die Bewohner des Gazastreifens
  • Wiederaufbau des zerstörten Flughafens
  • Aufbau eines eigenen Hafens
  • Führen eines normalen Lebens in Koexistenz mit Israel
  • Internationale Garantie des Waffenstillstandes
  • Freier Zugang zur Al-Aksa-Moschee in Ostjerusalem

 

Der israelische Journalist Gideon Levy dazu: „Wer könnte diesen Forderungen nicht zustimmen?“

V.i.S.d.P.: Michael Kellner

 

 

Am Samstag findet in Köln  von 15 Uhr bis 17 Uhr eine Schweigemarsch statt, auch um unserer Regierung zu „sagen“:
Keine Waffenexporte mehr nach Israel! Keine Ausbildung deutscher Soldaten in Israel! Einflussnahme auf die israelische Regierung, damit die Blockade des Gazastreifens und die Besetzung des Westjordanlandes beendet wird.

Krieg löst keine Probleme – er vergrößert sie.“

 

 

Wegbeschreibung:
Wallrafplatz – An der Rechtschule – Richartzstraße – Minoritenstraße – Breitestraße – Richmodisstraße – Am Alten Posthof – Krebsgasse – Neue Langgasse – Neven-du-Mont-Straße – Burgmauer – Komödienstraße – Unter Fettenhennen – Wallrafplatz

Erlaubt sind Transparente, palästinensische Fahnen und Regenbogen-Friedensfahnen, Flugblätter, ein Megaphon der Veranstalter
Die Veranstalter sind:  Café Palestine Colonia, FrauenWegeNahost, Kölner Frauen in Schwarz, Kölner Friedensforum e.V., Nahostfriedenskreis, Palästinensische Gemeinde, Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Köln-Bethlehem, AG Völkerrecht und Menschenrechte in Palästina und Israel.

Ein kleiner Landstrich im Nahen Osten

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Die Lage in Jerusalem ist angespannt. Vor den Stadttoren und oberhalb des Tempelbergs und an allen weiteren wichtigen strategischen Positionen stehen die Soldaten Pontius Pilatus. Der Jerusalemer Tempel, hebräisch Bet HaMikdasch, ist noch unvollendet.  Um ihn herum erstrecken sich über Hügel und Täler zumeist zweigeschössige Häuser mit flachen Dächern. Dazwischen ein Gewirr aus Gassen, Plätzen und schmalsten Durchgängen. Das jüdische Volk leidet unter dem römischen Joch. Religiöse erregte Gruppierungen, verhasste Besatzungstruppen in einer unübersichtlichen Stadt. Einem Mann namens Jeshua rufen viele Menschen „Hosanna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn“ voraus. Vor rund 2000 Jahren hat Jesus an einem Randgebiet des Römischen Imperiums Weltgeschichte verändert.

Durch welche Welt wanderte Jesus?  Hat Jesus jemals das Mittelmeer gesehen? In welcher Welt predigte der Mann, der mit Essenern in engem Kontakt stand?

 

essener schuheJesus war Jude und stand in einer eintausendjährigen Tradition. Diese jüdische Tradition war durch Roms Eroberungspolitik und dessen kulturelle Nähe zur hellenestisch geprägten Nachbarwelt des Nahen Ostens bedroht. Jesus Umgebung war eine abgelegene, eine ständig unruhige Region.

Jahrhunderte der Kriege herrschten in der antiken Welt.

Die Geschichte Palästina-Israels ist eine Geschichte von Demütigungen, Traumata und Landraub. Es ist auch eine Geschichte über Israels Knechtschaft in Ägypten, dem Exil in Babylon,  dem Überfall der Assyrer im 8. Jahrhundert vorchristlicher Zeit, die zehn der zwölf Stämme des Volkes Israel vernichten und vertreiben. Es ist auch eine Geschichte von Unterwerfung durch das hellenistische Seleukidenreich und anschließender Eroberung der Region durch Rom.

Unterschiedlichste Völker leben in dem schmalen Scharnier zwischen großen Kulturräumen wie Ägypten und Mesopotamien. Das Reich der Ägypter ist zu jener Zeit – auch nach 2000 Jahren – noch immer eine Macht, wenn auch eine, die im Untergang begriffen ist. In Kleinasien kämpfen die Lyder, Perser oder das Seefahrervolk der Phönizier um die Vorherrschaft. Ihre Nachbarn sind die Griechen. Ihre Kolonien sind über die Welt verstreut. Nordafrika, Süditalien, Südfrankreich und Spanien. Im westlichen Mittelmeerraum stoßen die Griechen auf das Reich der Handelsmetropole Karthago in Nordafrika, auf die Kelten in Frankreich, auf die Etrusker in Mittelitalien und auf die Iberer in Spanien – und auf Rom. Die Menschen sprechen unterschiedliche Sprachen und verehren unterschiedliche Götter. Roms Bauern dienen als Soldaten in der Legion. Mächtige Adelsfamilien bestimmten die Politik.

146 v. Chr. machen sie Karthago dem Erdboden gleich. Griechenland, der Balkan, Syrien unterwerfen sich Rom im ersten vorchristlichen Jahrhundert. 30 v. Chr. ist Ägypten bereits römische Provinz. An Spaniens Atlantikküste und in der judäischen Wüste, am Rhein und am ersten Nilkatarakt – überall stehen römische Legionen, überall gelten dieselben Gesetze, überall bezahlt man mit der gleichen Münze. Ob spätere Städte wie Köln oder London, antike Städte wie Athen oder Alexandria –  alles ist auf Rom eingestimmt. Die Kultur, die Mode, Roms Reichtum, Roms Werte sind Maßstab für die Menschen eines ganzen Weltreiches. Staatskult und die Götter Isis, Kybele, Dionysos, Mithras sind die neuen Unsterblichen. Es existiert einTempel für Jupiter und Minerva, für Neptun und die Venus.

Eines gibt es aber in Rom nicht. Religion. Es gibt keine Antworten auf Moral, auf ein Weiterleben nach dem Tod, auf Mystisches oder gar Übersinnliches.

Der geistige Horizont der Juden ist ganz anders. Sie verehren nicht einen Gott, sondern den Gott. Ins Judentum wird man hineingeboren, in die anderen Religionen wird man aufgenommen. Die Juden sind ein Volk,  ein stolzes, denn ihr Volk ist das von „Gott auserwählte Volk“. Die anderen bilden Gemeinden.Viele Juden glauben, sie sind Gott im Tempel besonders nah. Sie verbinden mit dem Tempel auch wirtschaftliche Interessen wie Geldhandel. Der „Priesteradel“ sichert sich durch Spenden und Steuern seine Einnahmen.

Die Essener und später Jesu stehen dem Tempelkult sehr kritisch gegenüber.

 

Mesàd Chasidin – die Festung der Essener
Glaubt man dem Geschichtsschreiber Flavius Josephus, sind die Essener die größte Gruppe im Land.

Moreh ha -sedek, der Lehrer der Gerechtigkeit  oder auch der einzig gemäß der Thora „wahre Recht Lehrende“  ist etwa 159 v. Chr. Hohepriester am Tempel. Sieben Jahre später wird dieser „Lehrer der Gerechtigkeit“ verdrängt. Er flieht nach Syrien ins Exil, kehrt aber um 150 v. Chr. nach Judäa zurück und gründet die Gemeinschaft der Essener. Die Gebote der Thora und die Religion der Juden unverfälscht zu erhalten, war sein Ziel. Die Essener sahen sich als „Auserwählte“ des auserwählten Volkes Israels, als die einzigen, die rein im Glauben waren. (Essener im Hebräischen: Chasidim, die Frommen). Sie sind Außenseiter, aber sehr geachtete Außenseiter. In der Stadtmauer Jerusalems gibt es sogar einen Durchlass, der „Essenertor“ genannt wird (sh. letzte Abbildung unten).

Die traditionelle Elite sind in jener Zeit die Sadduzäer. Aus ihren Familien stammen die Hohepriester der Tempel. Apokalyptische Spekulationen lehnen sie ab. Mit Rom haben sie sich arrangiert. Im Volk sind sie verhasst, erscheinen sie gierig wegen der Tempelsteuer und käuflich wegen der Nähe zu Rom. Die Pharisäer studieren die Regeln der Thora penibel. Herodes stärkte ihre Macht als Gegengewicht, waren sie mit den Essenern und Sadduzäern verfeindet. Auch sie glaubten-  wie die Essener – an einen Erlöser, der erscheinen wird. Auf den Maschiah hoffen viele Juden im ersten nachchristlichen Jahrhundert.

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Mesàd Chasidin – die Festung der Frommen in Qumran

Die Essener leben in Jerusalem mit ihren Familien, in kleinen oder größeren Gemeinden. Einige von ihnen, etwa 100 vielleicht auch 200 Menschen leben ständig in Qumran. In der Tat ist es eine Glaubensfestung, dazu eine  „Akademie“ und „Schriftfabrik“ der Essener, die 15 Kilometer von Jericho am Nordwestufer vom Toten Meer liegt.  Gleich dahinter liegt die Wüste Judäas. Zu Zeiten der Essener nennt das Volk die Ansiedlung „mesàd chasidin“ – die Festung der Frommen. Erst viele Jahrhunderte später wird der Ort von den Beduinen  „Chirbet Qumran“, der „Mondhügel“ genannt.

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Die antike Ruine einer Mikwe in Qumran. Ritualbäder waren Teil aller jüdischen Siedlungen,  nicht nur Teil der essenischen Siedlungen.

 

Über fünfhundert verschiedene Handschriften wurden anhand der gefundenen Schriftrollen von der Wissenschaft ausgemacht. Es wurde sehr viel in Qumran geschrieben. Die Essener sind davon überzeugt, mit Hilfe Gottes und seiner vier Erzengel werden die Auserwählten über alle Mächte des Bösen triumphieren. Eine Schriftrolle, die  lange vor ihrer Zeit existiert, aber immer detaillierter von ihnen ausgestaltet wird, ist die „Die Kriegsregel- Schriftrolle“. In ihr  ist in Einzelheiten der „finale Kampf des Guten gegen das Böse“ beschrieben. Ein Kampf, der vom Messias geleitet wird. Die Essener beziehen sich dabei auf die Prophezeiungen von Jesaja.

qumran karte2Jesus spricht- wie Johannes der Täufer, wie die Essener, wie viele andere Juden jener Epoche, vom baldigen apokalyptischen Ringen zwischen Gut und Böse, das zur Herrschaft Gottes führen wird. Jesus sagt, sie sei schon da. Johannes spricht davon, dass sie nah sei und die Essener berechneten die Jahre, erwarten ihn in nächster Zukunft.

Arm sind sie nicht und sie leben auch nicht- wie manchmal vermutet – als eine mönchische Gemeinschaft in Qumran.
Dutzende Schmuckstücke findet man während der Ausgrabungen in Qumran. Glas aus Rom, aus Stein geschnittene Kästchen, Ziegenleder als Schreibmaterial, Krüge, Tintenfässer und vieles andere. Persönliche Vermögen werden der Gemeinschaft geweiht.  Sie sind im ganzen Land, und weit über das Land hinaus bekannt.
Sie leben auch in Damaskus und anderen Städten Syriens und Ägyptens

Die Essener waren als Heiler,  in Ägpyten als Therapeuten bekannt.

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Höhlen von Qumran, in denen die Schriftrollen versteckt waren

 

Im Jahr 68 n. Chr. tobt der jüdische Aufstand gegen Rom. Qumran wird dem Erdboden gleichgemacht, die Essener umgebracht oder als Sklaven verkauft. Hunderte von Brandpfeilen fand man in den Ruinen. Einzig ihre „Bibiliothek“ überlebte zwei Jahrtausende: Tausende von Schriftrollen in Tonkrügen gelagert, schnell noch versteckt in Höhlen nah Qumrans. Die Jesaja-Rolle blieb vollständig erhalten.

Im Jahr 70 n. Chr. wird Nazareth verwüstet. Ob die noch heute verehrte Grotte je von Mutter Maria (aramäisch: Mirjam) betreten wurde, weiß niemand.

Im Jahr 81 n. Chr. kommt der Christenverfolger Kaiser Domitian auf den Thron. Der frühchristliche Chronist Eusebios überliefert, Verwandte von Jesu seien dem Kaiser vorgeführt worden.

 

Das uralte Kulturland Palästina

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Und heute noch einmal. Weil es so deutlich zeigt, was hier allein in der jüngsten Geschichte, in den letzten 66 Jahren geschehen ist. Das Grün zeigt Palästina. Zeitraum  1947 bis 2014. 66 Jahre Landraub.

 

Palästina ist ein uraltes Kulturland. Schon 10.000 Jahre vorher werden Menschen dort sesshaft in einer Landschaft, die winzige, autonome Siedlungen in Tälern oder kleinen fruchtbaren Ebenen an natürlichen Häfen oder Oasen begünstigt. Ein schmaler Streifen fruchtbares Land, eingeklemmt zwischen dem Mittelmeer und den Wüsten Sinai und Negev, zerteilt vom Grabenbruch des Jordan, der im Toten Meer vierhundert Meter unter dem Meeresspiegel abfällt.

 

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Rot umkreist: Herrschaftsgebiete Herodes Antipas. Grün umkreist: Philipper. Judäa mit Jersualem  war bereits Teil des Imperiums von Rom unter Pontius Pilatus als Jesus im Land wirkte.

Um 2000 v. Chr. leben Dutzende Völker in diesem engen Land. Keniter, Kenissiter, Kadmoniter, Hethiter, Pheresiter, Rephaiter, Amoriter, Kannaaniter und andere. Neben alteingesessenen leben irgendwann aus Nordafrika und Asien eingewanderte Stämme.
Man weiß wenig um sie. Sicher ist, Palästina war beständig ideales Aufmarschgebiet für die Truppen benachbarter Großreiche. Und sesshafte Bauern waren immer auch durch die Nomaden aus der Wüste bedroht. Sinai und Negev waren damals die fruchtbaren Regionen. Sie drängten immer wieder in die bewässerten Gebiete ein.

Reisen ist in diesem unruhigen Landstrich der Welt unsicher. Eine Reise von Galiläa nach Judäa gilt als weit. Die meisten Menschen sterben vor ihrem vierzigsten Lebensjahr. Mit 50 oder 60 ist man außerordentlich alt. Die Essene hingegen wurden 80 bis über 100 Jahre alt.

 

Die Hebräer

Aramäisch sprechende Stämme waren ursprünglich in Mesopotamien angesiedelt.  Sie wanderten über die Wüste bis nach Palästina.

Um 1500 v. Chr. ist es in Palästina sehr unruhig und unübersichtlich. Alteingesessene Stämme sind ständig  neuen Herrschern unterworfen. Aus allen Himmelsrichtungen strömen sie in das Land ein. Ab etwa 1500 v. Chr. ziehen aramäisch sprechende Stämme ein. Dazu gehören Abraham, Isaak und Jakob, die damals Nomaden sind.  „Ein umherirrender Aramäer war mein Vater“, so heißt es im Deuteronomium, dem fünften Buch Mose.

Aus kleinen Gruppen werden Großfamilien, aus Großfamilien gründen sich Verbände über die Generationen – die zwölf Stämme Israels. Josua soll der Gründer der zwölf Stämme gewesen sein.  Er selbst kam aus dem Stamm Ephraim. Um 1200 v. Chr. unterwerfen sie sich das Land, in das sie eingewandert sind. Ein Machtvakuum nutzen die Erben Abrahahms aus.
Die zwölf Stämme Israels erobern langsam größere Gebiete zwischen 1200 und 1000 v. Chr. auf  Kosten der älteren kanaanitischen Bevölkerung, der Philister an der Küste und der gelegentlich aus den Wüsten einfallenden Nomaden. Sie werden sesshaft und vereinen sich zu einem politischen Gebilde und einem religiösen Bund. Erstmals bekennt sich eine Kulturgruppe zu einem unsichtbaren Gott, der sich am Berg Sinai offenbart hat. Die „Bundeslade“ wird zum sichtbaren Zeichen des gegenwärtigen Jahve. Moses verkündet Gottes Gebote. Die Stadt Sichem ist zunächst ihr „Heiliges Zelt“. Mächtig sind die Priester dort. In einer Art Rat befinden die Stammesältesten über gemeinsame Angelegenheiten.
(Die Fünf Bücher Moses sind erst im 5. vorchristlichen Jahrhundert verfasst worden, also fast ein Jahrtausend nach den Ereignissen, die in den Büchern beschrieben werden)

Einige Jahrzehnte zuvor hat Pharao Echnaton in Ägypten ebenfalls kurzzeitig den Monotheismus eingeführt in Gestalt der alleinigen Verehrung des Gottes Aton.

Hapiru ist ein ägyptischer Begriff, aus dem sich das Wort Hebräer ableitet. Damit bezeichnen Ägypter eine soziale Klasse, Heimatlose, die sich freiwillig in der Fremde in Dienst begeben. Moses leitet sich aus dem Ägyptischen her. Die Wortwurzel bedeutet Kind oder Schöpfer. Moses hat die Stämme aus Ägypten geführt.
Sicher ist,  der Name „Israel“ als Volk in den Gegenden Kanaan, Aschkalon und Geser wird ein einziges Mal in der viertausendjährigen Geschichte Ägyptens auf einer Stele des Pharao Merenptahs (1213-1203 v.Chr.) erwähnt.

Saul wird – dem Alten Testament nach – um 1000 v. Chr. zum König der Juden gewählt.  David (“ Geliebter“) wird um 1000 v. Chr. in Bethlehem geboren. Nach Sauls Tod wird er zum König von Israel.

 

 

Der Tempelkult

David ist zunächst Söldnerführer, dann König. 40 Jahre regierte er und führte etliche Eroberungskriege gegen Nachbarvölker. Seine Soldaten unterwarfen die Mittelmeerküste, die auch heute zum Staat Israel gehört. Der Gaza-Streifen, heute Palästinensergebiet, war zu Davids Zeit der einzig noch nicht von den Juden eroberte Rest des einst mächtigen Philisterreiches. David machte Jerusalem zu seiner neuen Residenzstadt. Doch erst sein Nachfolger Salomon gab um 965 v. Chr. den Auftrag zum Bau des ersten Tempels in Jerusalem. Die Stadt hatte damals etwas 2000 Einwohner. Sie wurde mit dem Bau des Tempels endgültig zum neuen Mittelpunkt der jüdischen Kultur.

Etwa 300 Jahre später wurde das ganze Land von den Babyloniern besetzt. Es begann die Zeit des Exils für die Juden. Sie wurden ins Zweistromland verschleppt. Erst 539 v. Chr. durften sie wieder zurückkehren. Ruhe kehrte für sie nicht ein. Die Perser, Alexander der Große und auch die Ägypter beanspruchten den Nahen Osten. Im Jahr 167 v. Chr. erhoben sich die Juden im Makkabäer-Aufstand gegen das hellenistische Seleukidenreich. Judäa entsteht. Der König ist ein Priester. Die Priester fördern den Tempelkult. Mit der Thora werden die Gesetze festgelegt.

In jenen Jahren entstehen im Volk neue religiöse Bewegungen, wie die der Essener und Pharisäer. Ein Jahrhundert später kommen Roms Legionen. Die Römer vernichten 63 v. Chr. das Seleukidenreich und auch das Judäareich. Pompeius betritt am Versöhnungsfest (Jom Kippur) der Juden des Jahres 63.v. Chr. den Tempel in Jerusalem.

 

qumran karte

Sechs bis sieben Millionen Juden leben im  Weltreich, im „Imperium Romanus“. Rund eine Million Juden in ihrer „Heimat“, verteilt auf zwei Regionen: Judäa und Galiläa,  der Landstrich westlich des Sees Genezareth. Galiläa ist die griechische Umschreibung  des hebräischen galil hagoijm, was „Heidengau“ meint und auf die nicht-jüdische Bevölkerung hinweist, die in jener Region  mehrheitlich lebt.

Herodes wird als Handlanger der Römer zum Herrscher des Landes. Seine Mutter ist Jüdin, sein Vater Heide. Er baut eine  künstliche Hafenstadt aus dem Nichts: Caesara. Die  prachtvolle Residenz zwischen den Städten Haifa und Jaffa ist eine Kopie Roms. Imperial, römisch, zutiefst weltlich. Kolossalstatuen, marmorverkleidete Bauten, ein Amphittheater mit Platz für 8000 Menschen,  ein Palast,  kein Scheren um jüdische Gesetze. Römische  Rechtssprechung und  Lebensart halten Einzug,  damit eine Prunksucht, die dazu führt, dass 25 bis 40 Prozent aller Ernte- und Handwerkerlöhne eingezogen werden –  eine durch und durch heidnische Stadt – das Gegenstück zu Jerusalem, das religiöse Zentrum der Juden. Auch in Jerusalem baut Herodes. 18000 Steinmetze und andere Handwerker heuert der Regent an, um den Jerusalemer Tempel in ein Monument umzugestalten. Zwei Generationen bauen an ihm.

 

israel topografie

Topographie Jerusalems

Außerhalb der Stadtmauern der Altstadt Jerusalems befindet sich die Davidstadt. Es ist der Teil der Stadt, der die längste Besiedlungsgeschichte aufweist und den Hiskija-Tunnel beherbergt. Mit diesem Tunnel, den König Hiskija im Jahr 701 v. Chr. erbauen ließ, sicherte der König die Versorgung der Bewohner Jerusalems mit Trinkwasser in Zeiten der Belagerung. Noch heute ist es möglich, einen Teil dieses Tunnels zu durchschreiten. Mit einer kleinen Lampe watet man 450 Meter durch kniehohes Quellwasser bis man den Shiloah-Teich erreicht, jener Teich zu dem Jesus einen Blindgeborenen zum Waschen schickte, woraufhin dieser von seiner Blindheit geheilt wurde.

Verlässt man die Davidstadt und überquert das Kidrontal, so gelangt man zum Ölberg, an dessen Fuß der Garten Gethsemane liegt. Das Wort „Gethsemane“ ist griechisch und bedeutet „Olivenpresse“. Tatsächlich stehen hier sehr alte Olivenbäume, deren Stämme nicht höher als fünf oder sechs Meter sind und deren Alter auf mehr als tausend Jahre geschätzt wird. In diesen Garten soll Jesus im Anschluß an das letzte Abendmahl gewesen sein, um mit seinen Jüngern zu beten. Dort soll er verhaftet worden sein.

jerusalem tempel

Jerusalemer Tempel, Quelle A. Pichlmeier

Um 965 v. Chr. gab Salomon, der Nachfolger David, den Auftrag zum Bau des ersten Tempels in Jerusalem.

167 v. Chr. mit dem Aufstand gegen den damaligen Oberherrn entsteht Judäa. Es ist ein Reich von Priesterkönigen. Der Monarch ist zugleich Oberpriester. Die Priesterkönige fördern den Kult im Tempel. Sie stärken die uralten Sabbatgebote. Mit der Thora werden auch Gesetze festgelegt, die das Leben in allen Aspekten genau regelt.

Der Jerusalemer Tempel ist das religiöse und nationale Heiligtum Israels um die Zeitenwende. Herodes der Große lässt
ihn ab 20 v. Chr. grundlegend umgestalten. Der Herodianische Tempel wirkt in seiner Pracht auf zeitgenössische
Betrachter wie ein Weltwunder. Die Plattform des Tempelberges wird aufgeschüttet und damit künstlich vergrößert.
Die Grundflächen von Heiligem und Allerheiligstem werden zwar beibehalten, doch wird das Gebäude deutlich höher
errichtet. Im Verlauf des Jüdischen Krieges 66-70 n. Chr. wurde der Tempel von den Römern zerstört.
(Herzlichen Dank an die Wissenschaftlerin A. Pichlmeier für die Informationen zum Tempel.)

essener tempel jerusalem

Vor dem Tempel war der Priestervorhof mit dem Altar, davor der Hof für die Israeliten, noch davor
der Hof für die Frauen. Nichtjuden durften nur den Bereich eines äußeren Vorhofes betreten. Verbotsschilder, von denen einige erhalten sind, drohten bei Zuwiderhandlung die Todesstrafe an.
Herodes setzt seine Politik, seine Steuern und Bauvorhaben mit Gewalt durch. Sieben eigene Söhne lässt er sogar ermorden, weil er sie für Verschwörer hält. Ende März oder Anfang April des Jahres 4. v. Chr. stirbt er.  (es soll auch das tatsächliche Geburtsjahr Jesu sein). 33 Jahre Herrschaft enden.  Einer seiner Söhne,, Herodes Antipas, regiert danach Galiläa und eine Nachbarregion. Judäa wird von einem Präfekten, einem römischen Magistraten regiert, der nur dem Kaiser und Gouveneur der Nachbarprovinz Syria untersteht.Es ist eine Zeit der Unruhen und Unzufriedenen, der Überfälle und Aufstände. Der Kaiser muss seine Truppen entsenden. Roms Macht wird im Alltag noch spürbarer. Die Römer behandeln Judäa und Galliäa gleich hart. Nach dem Tod von Herodes ziehen Legionäre im Jahr 4 v. Chr. durch Galiläa. 2000 Aufständische lässt der Kommandant kreuzigen. Dreizehn Jahre später zieht dieser Kommandant auch durch Germaniens Wälder.
Jeder Römer kann fortan jeden „Juden“ zum Weggeleit zwingen, was bedeutet, jeder Legionär kann jeden beliebigen Passanten anhalten, damit er für ihn eine Meile Gepäck trägt – ohne Lohn. Später wird Jesus Demut predigen:
„Und so dich jemand nötigt eine Meile, so gehe mit ihm zwei.“

 

 

essenertor

 Es gab in Jerusalem sogar ein Tor, das nach den Essenern benannt wurde.

 

Unter dem römischen Präfekten Pontius Pilatus leben etwa 40.000 Menschen in Jerusalem. Eine Stadt, die schwer zu kontrollieren ist. Sie ist ein Gewirr aus Gassen, Plätzen und schmalen Durchlässen. An einem Passahfest, eines der wichtigsten Feste, drängen sich viermal so viele Menschen durch die engen Straßen. Pilgerer kommen aus Kapernaum, Nazareth in Galiläa, aus Jodefat und Gamla auf dem Golan, aus Jericho, aus Alexandria, aus Griechenland und Rom. Manche der Juden, die in der Diaspora leben – etwa die Gemeinde von Rhodos -beziehen Herbergen. Das Passahfest wird zum Gedenken an die Befreiung des Volkes Israel aus der ägyptischen Knechtschaft begangen. Ein heiliger Tag in einer unübersichtlichen Stadt unter der Knechtschaft Roms- und dann kommt auch noch Jesus mit einer großen Anhängerschar auf den Ölberg –  Pontius Pilatus dürfte alarmiert sein. Es ist der 9. Nisan des jüdischen Kalenders, das 17. Jahr der Herrschaft des römischen Kaisers Tiberius – Sonntag, der 2. April des  Jahres 30.
Jesus hat noch 120 Stunden zu leben.

Wer jetzt zu rechnen beginnt, dem sei gesagt: Mönch  Dionysius Exiguus verrechnete sich im Jahr 553 bei der Berechnung des Geburtsjahres von Jesu. Althistoriker sind sich  – dank einiger antiker Quellen –  einig: Jesu kam kurz vor dem  Frühling  im  vierten Jahr „v. Chr.“ zur Welt.  Jesus Geburtstag ist auch nicht der 25. Dezember. Der Tag passt ebenso nicht in die Berechnungen zum „Stern von Bethlehem.“

 

Es bleibt rätselhaft.  Alles was wir haben, sind Bruchstücke, Puzzleteile, Spuren, hier und da – zweifelsohne – spektakuläre und bedeutsame Funde, allen voran sicherlich die Schriftrollen der Essener, das Haus, in dem Jesus für eine Zeit am See von Genezareth gelebt haben soll und weiteres. Es gibt Widersprüche,  Fehlinterpretationen und ein großes Stück Legendenbildung von Seiten der antiken Schreiber und christlichen Theologen. Die Änderungen im Sinne einer christlichen Geschichte sind zahlreich, manchmal grob, manchmal subtil.

Von einem Stall ist bei  Lukas die Rede, bei Matthäus nicht. Kein Chronist aus damaliger Zeit überliefert den von Herodes befohlenen Massenmord an Kindern. Selbst manche Theologen sprechen heute von einer Legende. Vermutlich hätte das zu einem Volksaufstand geführt. Der wichtigste antike Geschichtsschreiber Flavius Josephus nennt 45  Orte in jenem Land – Nazareth aber nicht. Jesus muss als leiblicher Sohn Josephs angesehen worden sein, denn sonst wäre er nicht im Matthäus-Evangelium (evangelios: frohe Botschaft) mit  Hinweis auf all seine Vorväter erwähnt. „Dies ist das Buch von der Geburt Christi, der da ist ein Sohn Davids, des Sohnes Abrahams…bis hin zu Joseph. Warum Judas seinen Meister verraten hat, wenn er es denn auch tatsächlich war, darüber verlieren die Evangelisten kein Wort.

Die Hohenpriester, Schriftgelehrten und Ältesten des jüdischen Hohen Rates können auch ohne Mitwirkung der Römer Verhaftungen vornehmen. Das tun sie in der Nacht des 14. Nisan, der 7. April des Jahres 30 wird Jesus verhaftet. Gerade noch soll er mit seinen Jüngern  im Garten Gethsemane im Kidrontal östlich des Tempels gebetet haben. Er wird verhaftet. Die Jünger werden nicht verhaftet. Auf Jesus wartet der Hohepriester Kaiphas und ein Teil der 71 Köpfe des jüdischen Hohen Rates aus Priestern, Adeligen und Gelehrten –  die in allen Belangen die höchste Autorität im Land nach Pilatus sind, beherrscht von den Sadduzäern und ganz wenigen Pharisäern. Sie bringen Jesus mit samt der Klageschrift zu Pontius Pilatus. Es eilt, der heilige Sabbat und das heilige Passahfest nahen.
Es sind vor allem die Frauen, Maria, Maria Magdalena, Salome und weitere, die unter seinem Kreuz stehen, nicht seine Jünger. Einzig Johannes und Jakobus sollen anwesend gewesen sein.

 

Um noch eine noch offene Frage zu beantworten: Jesus soll die Mittelmeerküste nicht gesehen haben. Das kann man glauben oder auch nicht.  Die Geschichte über diesen Mann ist und bleibt ein Puzzlestück. Fest steht, er hat uns den schönsten Satz  hinterlassen, den je ein Mensch auf dieser Erde ausgesprochen hat:

„…und was nicht entstanden ist im Herzen des Menschen.
Das werde ich euch geben“

„Ich werde euch geben, was das Auge nicht gesehen hat… – aber werde erst ein Einsamer.“ Erkenne, dass du alleine bist, und fühl dich in dieser Alleinheit daheim. Ich werde euch geben, was nicht einmal im Herzen entstanden ist, etwas, dass keine Theologie erreichen kann. Er sagt: Wirf alle Orientierung fort, wir alles, was außen ist, fort, und komm zum innersten Kern, wo nur du bist, wo nur Sein pulsiert. Dies „sei einfach nur“ ist Meditation. Wenn du vor deiner eigenen inneren Leere nicht fliehst, wenn  weder Gefühl noch Gedanke keine Wolke um dich herum, wolkenlos, kein Rauch um die Flamme  existiert- dann bist du eingetreten.

Das ist Mystik, nicht Religion.
Keine Religion, keine Theologen, keine Lehrer –  alles ist in dir. Komm zu dir.

jesus laechelnd

Jawohl. Jesu, so wie er ausgesehen haben könnte – lächelnd. Ich verabschiede mich von dem Leidenden , blutig am Kreuz Hängenden, der für meine Schuld  gekreuzigt wurde.

Jesus Verkündigungen sind mitunter nicht weniger rätselhaft. Er hat zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Orten zu verschiedenen Anlässen gepredigt  Was hat er tatsächlich gesagt? Was ist  ihm zugedichtet?

thomas evangelium

Ein Blatt aus dem Thomas-Evangelium. Vor dem Jahre 100 verfasst.

Das Thomas Evangelium, geschrieben vor dem Jahr 100. Es enthält 144 Lehrsätze Jesu – viele von ihnen sind anders überliefert als im Neuen Testament.

Liest man die aramäischen Schriften, gelangt man noch zu ganz anderen Erkenntnissen.

Die Welt durch die Jesus wanderte, war mehr als „nur“ ein kleiner Landstrich. Ich schrieb, Jesu war Jude. Seine Tradition war zweifelsohne ein jüdische. Seine späteren Reden hingegen waren  reine Vedanta. Jesu war in diesem Sinne  wohl auch Hindu. Jesus wurde ausgebildet, bei den Essenern, bei großen Weisheitslehrern Indiens. Er studierte die Schriften Gaudamas. Das Thomas-Evangelium zeugt davon.

Er redete zu Prostituierten, Bauern, Fischern und Kranken – er blieb in der Welt. Er war kein Weltflüchtling.
Er selbst hat sich weder als Christ  noch als Messias bezeichnet. Die ersten Christen waren Juden.  DIe Christen wollten sich von den Juden absetzen. Sie machen Jesus, den Juden zum Christen ihre Evangelien.

 

Flavius Josephus, wichtigster Autor und Jude schrieb in den Jahren 93/94 das Werk „Jüdische Altertümer“. So weiß man heute:  Der Name Jesus war ein häufig genutzter Beiname. „Jesus der Justus nannte“ oder „Jesus, der Christus genannte“ wurde verwendet, um Eindeutigkeit zu gewährleisten.

 

 

heilige geometrie naturblume

Heilige Geometrie der Natur. Blume in Mexico

 

Johannes der Täufer ebenso wie Jesus und seine Familie gehörten zu den Essenern.
Jesus verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Qumran und stand auch später noch mit den Essenern in Verbindung. Die Kreuzigung überlebte Jesus. Monate nach seiner Genesung machte er sich nach Damaskus auf. Das ist kein Zufall – auch dort lebten Essener. Darüber berichtete ich bereits in anderen Beiträgen.

Amerikanische Wissenschaftler (!) eines ein DNA-Projekts , schließen heute nicht mehr aus, dass Jesu die Kreuzigung überlebt haben könnte. Es gäbe  Hinweise,  dass Jesu in Kaschmir am Himalaya  im Alter von etwa 80 Jahren gestorben sei. Dazu gehöre die Existenz eines Grabes, an dessen Seite auf einer Tafel Fußabdrücke mit jenen Wundmalen einer Kreuzigung zu sehen sind. Es soll  das Grab eines „Propheten“ mit den Namen Yuz Asaf sein. Yuz Asaf (Asaph) ist ein Weg, um ‚Sohn des Josef (Joseph)‘ zu sagen. Diese Anwendung war in dieser Region zu der Zeit von Jesus üblich.

Es wurde zudem Buch geführt: Dokumentationen über den Besuch von vielen Königen, die über  Jahrhunderte das Grab besucht haben. Irgendwann wird es plötzlich still um dieses Grab.  Die Dokumente seien in den Händen der indischen Regierung. Es gibt darüber hinaus  eine Familie, die noch heute behauptet, sie stamme von Jesu ab. Jesu soll zwei Kinder gehabt haben.  Man habe das Schweißtuch von Golgota, man habe das Turiner  Grabtuch, so könne  man eine DNA-Probe von der Familie in Kaschmir durchführen, die den Anspruch erhebt von Jesu abzustammen. Es könne durchaus bedeuten, dass sich einige Überzeugungen, die einigen sehr heilig sind, ändern könnten. Es  gäbe eine Gruppe von Muslimen, die sich Ahmadis nennen, die davon überzeugt sind, der wirkliche Jesus liegt im Roza Bal Grab. Noch fehlen wohl die Gelder für das Forschungsprojekt.

 

 

weitere Beiträge zu den Essenern:

Zeit ist`s.

Die Zeitrechnung der Essener

Es fühlt sich wie ein Senfkorn an

Eine Reise von siebzehn Jahren

Eine Reise von mehr als siebzehn Jahren

Die Essene: Bräuche und Sitten

Die Essener: Eine Reise zu den Ursprüngen

Der Lehrer der Gerechtigkeit

Die Heilkräfte der Essener

Setzt Gott keine Grenzen

Die verlorenen Schafe

Maya, Kabbalah, Essener: kein Wort hat nichts zu sagen

Der Stein der Weisen

Meine erste Rückführung

 

Es gibt noch einige mehr im Blog….

 

Lebensräume

leben lieben
Vorgestern landete ich völlig ungeplant im  Zentrum der Stadt vor eine Gruppe von Friedensaktivisten, die sehr viel über Trennendes und Krieg und Probleme der Welt philosophierten und anprangerten. Einige engagierte Menschen, die laut aussprachen, was andere möglicherweise im Stillen denken. „Sie da, die hier gerade an uns mit ihren Plastik-Tragetaschen voll von 1-Euro-Artikelnvorbeiziehen, wissen es doch auch schon längst, dass dafür in einem anderen Land jemand unter menschenunwürdigen Verhältnissen zu leben und zu arbeiten hat. Sie und ich wissen es doch längst , dass der Zinseszins nur begrenzten Wachstum  für Wenige bereithält, für den viele Andere hart arbeiten müssen. Der endlose Wachstum ist eine Illusion. Wir wissen es doch ebenso alle, dass Israel in den vergangenen 66 Jahren Landraub betrieben hat. Wer es wagt, die Wahrheit zu benennen, wird nur leider sofort in die antisemitische Ecke gesteckt.  Aber was ist daran antisemitisch, wenn man seinem Freund sagt,  er sei längst nicht mehr das Opfer , sondern Täter? Eine „gute Freundschaft“ sollte doch klare Worte aushalten. Was ist daran antisemitisch, wenn man darauf hinweist: Hier kämpft „David gegen Goliath“.  Wie immer sind es nicht die eigentlichen Kriegstreiber, die sich der Gefahr des Getötetwerdens aussetzen – wieder sind es Zivilisten, allen voran Kinder, die traumatisiert, verletzt und getötet werden.“

Fünfzig israelische Soldaten sollen den Dienst an der Waffe verweigert haben. Sie wurden sofort eingesperrt.
„Respekt, ihr mutigen Männer!Respekt!“, schreibe ich hier und heute.

Ich habe Freunde im Gaza-Streifen und ich habe Freunde in Tel Aviv. Ich traf auf sie, auch hier in Bonn – gemeinsam, nicht ganz spannungsfrei, vorsichtig, aber miteinander wohlwollend kommunizierend. Salah erzählte von seiner Kindheit, von den vielen Demütigungen, wenn Soldaten ihnen, den arabischen Kindern auf die Nase schlugen, und sie als Kinder in Folge dessen mit Steinen nach ihnen warfen und dann wegliefen, um sich zu verstecken. Er erzählte von einem Schlüssel seines Großvaters, der ihm diesen in seine  Hand legte und meinte: „Das ist der Schlüssel unseres Hauses, das uns weggenommen wurde. Eines Tages wirst du wieder in unser Haus ziehen können. Bewahre ihn.“  Dieser Schlüssel seines Großvaters ist ihm heilig geworden. Vierzig Jahre sind mittlerweile vergangen. Salah ist Vater von zwei Mädchen. Alles, was er möchte, ist, seinen Kindern eine Zukunft bieten. Alles, was die Menschen im Gaza wollen, ist Menschenwürde, Freiheit, und allem voran, ihren Kindern eine Zukunft bieten können.

Reisefreiheit gibt es für diese Menschen nicht. Bildung – nun, was lehrt man diesen Kindern, die in Furcht und Angst groß werden, die sehen, wie ihre Eltern täglich gedemütigt werden und sich  existentiell sorgen. Ganz Generationen von Palästinenser im Gaza haben nichts anderes erleben dürfen, außer Demütigung.  Es gibt  keine Zukunftsperspektive für die Menschen in diesem kleinen Streifen am Mittelmeer. Die ist ihnen seit Jahrzehnten verwehrt.  Was glauben wir denn, was für Erwachsene aus diesen Kindern werden, die nichts anderes erleben, als Demütigung und Diskriminierung und ein Wegsehen der Internationalen Gemeinschaft?

Jener Freund hatte das Glück unter Arafat studieren zu können. Er hatte auch das Glück für eine geraume Zeit für die UN arbeiten zu können. Heute sitzt er vor ein paar wenigen Olivenbäumen, die er hegt und pflegt, die aber sein Einkommen nicht sichern. Vor einigen Jahren versuchte er sich als Taxifahrer – dafür nahm er eigens einen Kredit auf.  Der Schritt war zum Scheitern verurteilt in einer Welt, seiner, die von den Israelis bestimmt wird. Die Perspektivlosigkeit sei das Schlimmste für ihn, schrieb er mir vor einigen Monaten. Immmerhin bewege sich bei mir etwas – er sei zum Stillstand verdammt. Ein gebildeter Mann, der nicht mehr weiß, wie er seine Kinder ernähren soll und wie er seinen Kindern erklären soll, wie deren Zukunft aussehen wird.

Wir sehen weg. Wir tun so, als hätten wir mit all dem nichts zu tun. Wir irren. Wir sind es, die diese Verhältnisse in Israel-Palästina geschaffen haben, und in Folge der Jahre nach 1947  zugelassen haben, dass Israel sich mehr und mehr Land aneignete.

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Grün:  Landbesitz der Palästinenser von 1947 bis heute.

 

Die Entscheidung der Staatengründung Israel durch die Internationale Gemeinschaft nach dem Genozid an den Juden und dem Größenwahn einer deutschen Nation unter Führung Hitlers ist ein einziger Konstruktionsfehler gewesen, weil er außer Acht ließ, dass in Palästina-Israel  immer schon Palästinenser in ihrem (!)Land  lebten. Noch bevor der Stamm Israel seine Eroberungszüge in vorchristlicher Zeit startete, lebten bereits nichtjüdische Stämme in Palästina. Der Gaza-Streifen ist gerade mal 45 Kilometer lang, wenige Meter breit. Zusammengefercht leben dort etwa 1 Million Menschen. Ihr Leben seit Jahrzehnten:  Ein Leben voller Demütigung und Diskriminierung. Hinzurechnen dürfen wir jene  Palästinenser, die seit Jahrzehnten in Flüchtling-Camps zu leben haben. Vergessen von der Weltgemeinschaft!  Gaza ist ein Ghetto. Es gibt dort keine Aussicht auf Jobs für Familien. Wasser muss von den Israelis in ihrem eigenen Land teuer erkauft werden. Stundenlanges Warten an den Grenzstationen – nicht immer ist sicher, dass man Gaza tatsächlich am selben Tag verlassen darf. Häufig wird man zurückgeschickt,  unter Angabe von  fadenscheinigen Gründen –  reine Schikane. Palästinenser konnten sich für Jahrzehnte im Gaza nicht besuchen, obwohl gerade mal 5 Minuten voneinander entfernt lebend, dank der Grenzen, die Israelis für sie aufbauten.
Ganz normale Wünsche haben seine Kinder, erzählte mir Salah. Wünsche, die alle Kinder dieser Welt haben,  könne er seinen Kindern nicht erfüllen.

Wer  Kinder hat weiß: Kinder haben offene Herzen und offene Ohren für alles – auch für das Bedrohliche. Sie geben ihrer Angst ein Gesicht. Aus Schatten werden wilde Tiere. Die schrecklichsten Ungeheuer sind vor allem die Unsichtbaren. Namenlose Geister leben gerne unter dem Bett von Kindern. Kinder erzählen ihren Eltern von Gespenstern und Geistern.
Für die Kinder im Gaza sind es sichtbare Ungeheuer, keine Geister, die im Traum auftauchen. Für sie ist die Bedrohung real.

Ein absolutes Versagen der  Politik auf allen Ebenen, der Arabischen Liga und der Gremien der Internationalen Gemeinschaft wie auch aller unserer deutschen Regierungen der vergangenen Jahre. Nur wenige Kilometer von Gaza  entfernt, feierte bis vor wenigen Tagen  die „Young Generation“ von Tel Aviv ihre Strandparties! Sonne, Freiheit, Luxus pur. Jede  einzelne Wohnung der israelischen Bevölkerung besitzt einen Raum, der angeblich „bombensicher“ sein soll.
Oh nein, ich behaupte hier nicht, dass es keine Gruppierungen in Israel gäbe, die nicht gegen die Politik ihrer Regierung wären – auch dort gibt es Friedensaktivisten. Israel ist in sich so zersplittert und uneinig, wie Menschen wohl kaum in einem anderen Land. Man weiß um die Taktiken von Regierungen, wenn es Innenpolitisch kränkelt, wird nur allzu gern abgelenkt, der Fokus ins Außen verlagert. Dort zeigt man eine scheinbare „Stärke“. Liebes Israel, es ist keine Stärke, bereits Geschwächte und unterdrückte Menschen mit einer Übermacht an Waffentechnik einfach abzuknallen und sich über Jahrzehnte eines Kompromisses zu verschließen, der den Palästinenser ihr „Gesicht“ und ein Teil ihres Landes wieder zurückgibt.

Keine Frage: Es ist schrecklich, dass es Selbstmord-Attentäter gab und gibt.
Jedes Leid ist ein Leid zuviel. Zweifelsohne! Es ist tragisch, wenn Furcht und Angst das Leben bestimmen. Das gilt auf beiden Seiten.

Nichtsdestotrotz sollte man nicht Ursache und Wirkung miteinander verwechseln. Es sind die Palästinenser, denen Menschenrechte in ihrem eigenen Land seit Jahrzehnten vorenthalten werden. Wer wundert sich, dass Palästinenser sich nicht mehr anders zu wehren wissen? Das sind keine geborenen „Krieger“. Das sind Menschen,  die aus der Verzweiflung  heraus, sich nicht mehr anders zu wehren wissen.
Wer hörte ihnen denn zu?  Was wussten denn die Medien zu berichten? „Terroristen“ seien sie. Man macht aus Menschen keine Friedensengel, indem man sie einsperrt und ihnen jegliches Bürgerrecht nimmt und bis zum heutigen Tag verwehrt.
Wer stoppt denn die Baupolitik der Israelis? Warum traut sich die  „Weltpolizei“ seit Jahrzehnten nicht, Israel Restriktionen aufzuerlegen? Zugesehen wurde in den letzten Jahrzehnten, wie  Häuser und Mauern einfach weiter gebaut wurden, um noch ein Stück mehr Land zum israelischen Land zu erklären. Die Palästinenser gehören und gehörten einst zu einem der friedliebendsten Völker dieser Welt. Davon zeugt die Geschichte.  Was muss wohl geschehen sein, bis sich eine Gruppe dieses palästinensischen Volkes  mit Mini-Raketen oder Selbstmord-Attentätern gegen Goliath zu wehren beginnt?

Zwei Sätze sind mir in der Begegnung mit Salah  tief im Gedächntis geblieben, wir spazierend in der Nacht in einem kleinen deutschen Ort, Salah gerade aus dem Gaza angekommen, geladen mit einer Mischung aus Energie von Anspannung, Wut, Verzweiflung, Schmerz, aber vor allem Angst um seine Kinder. Jeden Tag sorgte er sich um sie. Jeden Tag sorgte er sich darum, ob wieder eine Rakete im Gaza landet, die möglicherweise sein Haus treffen könne. Er reiste deswegen auch früher als geplant wieder zurück in den Gaza.
„Das Schlimmste, Martina, das Schlimmste ist, die Welt hat uns vergessen. Niemand berichtet über uns.  Wenn berichtet wird, dann immer pro Israel. Das überaus Schlimmste,  ich kann  meinen Kindern keine Zukunft bieten und sichern.“ Er weinte. Ein gestandener Mann und Vater von zwei Kindern weinte.

Das Leben der palästinensischen Zivilbevölkerung ist ein einziger Kampf um Überleben und täglicher Demütigung.  Die meisten der Palästinenser sind auch nicht einverstanden mit der Klientelpolitik ihrer politischen Gruppen, aber was sollen  jene Menschen gegen diese Gruppen ausrichten? Menschen, die sowieso schon um ihr tägliches Überleben zu kämpfen haben, die Jahre in Angst und Schrecken zu leben hatten, Angst davor, dass man nicht erschossen wird, dass man nicht verdurstet oder hungert. Sie sind bereits größtenteils geschwächt und traumatisiert.

 

 

Wir Mitglieder der Wohlstandgesellschaft haben ein kostbares und seltenes Geschenk bekommen: Wir dürfen unser Leben genießen. Wir können leicht darüber reden, was Recht und Unrecht ist. Wir laufen nicht Gefahr, eingesperrt zu werden oder zusammengeschlagen. Unser Haus wird vermutlich nicht so bald von einer Rakete getroffen werden.  Unser größte Angst ist wohl eher die Angst vor der Angst. Obwohl wir vermutlich in der sichersten aller denkbaren Welten leben.
Wir können uns am Dasein freuen. Wir könnten unser Leben feiern. Wir leben in einer Welt fast unbegrenzter Möglichkeiten.

Sich still hinsetzen zu können….das ist ein Privileg.
Nichts machen zu müssen…das ist ein Geschenk. Einfach nur sein.
Sein zu dürfen…das ist Luxus pur.

Freude am Da-Sein. Kein Kampf um Überleben.
Wir können entspannen, statt weiter zu kämpfen.
Wir können Mist in Dünger verwandeln.

Tun wir es?

 

 

God bless you, Salah. (Palästina)
God bless you, Gili and Lael.(Israel)