Maya: Im Land es Kautschuks

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Bis 2020 sollen unsere Tankfüllungen zu zehn Prozent aus erneuerbaren Energien
stammen. Die EU will das Klima retten. Der günstige Rohstoff Palmöl wird dafür aus Indonesien
herangeholt. Das ist die Heimat der letzten Orang-Utans.

Übrigens: Biodiesel aus Pflanzenöl erzeugt genauso viel Treibhausgas wie herkömmlicher Diesel.
Weltweit werden 35 Fußballfelder pro Minute  an Regenwald vernichtet unwiederbringlich.

Die FAO hat berechnet, dass in ganz Amazonien im Zeitraum von 1990 bis 2010 insgesamt 600.000 Quadratkilometer tropische Regenwälder vernichtet wurden. Zum Vergleich: Deutschland hat eine Fläche von knapp 360.000 Quadratkilometer.
Regenwälder sind die grüne Lunge der Welt. Aber: Nur junge wachsende Regenwälder setzen Sauerstoff in die Atmosphäre frei.

Der tropische Regenwald ist die Lebensgrundlage vieler indigener Völker in Südamerika, Afrika und Asien.

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Ein ähnlicher Becher der Maya, aus dem Kakao getrunken wurde.

Gestern stand ich vor einem Becher, einem Keramikbecher. Nicht irgendeinem Becher. Er stand in einer verschlossenen Glasvitrine.  Fotografieren verboten, las ich. Also kein Foto. Ich stand vor einem archäologischen Fundstück aus der Welt der Maya. Auf dem Becher waren ein Affe und eine Kakaoschote zu sehen. Was für ein seltsames Motiv werden Sie jetzt vielleicht denken? Vielleicht aber auch nicht. Ich jedenfalls dachte es.
Was haben Affen mit Kakaoschoten zu tun? Für einen kurzen Moment war ich verwundert.
Doch schnell erinnerte ich mich daran, dass die alten Maya sehr weise Menschen waren. Sie werden sich etwas dabei gedacht haben.
Kakao war ihnen immer schon heilig. Sie liebten das Getränk.
Affen knacken die Schoten auf. Sie sind es, die den Samen der Kakaoschote im Regenwald verteilen. Damit  sind Affen wichtige Lebenserhalter von Kakaobäumen.

Wir gefährden ihren Lebensraum, damit wir unsere  vielen Autos  „umweltfreundlich“ volltanken können.

 

Die Maya

 

Selva nennt man in Mittelamerika  – dort, wo die Maya leben – den Regenwald. Hart- und Edelhölzer wie Mahagoni, spanische Zeder, Ebenholz und Guancaste wachsen in ihm. Diese Bäume erreichen zum Teil gigantische Ausmaße.  Sie ragen bisweilen bis zu 50 Meter hoch.

Die Ceiba, von den Maya, Yaxchè (erster oder grüner Baum) genannt, symbolisiert für die Maya das Leben. An ihren Wurzeln klettert der Mensch bei seiner Geburt zur Erde, an ihren Ästen nach seinem Tode zum Himmel empor. Ein weiterer Baum ist der Chicozapote. Er liefert mit seinem weißen Saft „Chicle“ den natürlichen Rohstoff für Kaugummi.  Kautschuk wurde für das zeremonielle Ballspiel benötigt. Weitere Baumarten sind Copal, daraus gewannen die Maya Weihrauch. Balchè, dessen Rinde diente zur Herstellung eines berauschenden Getränkes, und Ramòn, dessen Früchte eine wichtige Nahrungsquelle bildeten. Aber auch Kiefern- und Eichenwälder gibt es. Kaffeepflanzen sowie Grasflächen für die Weidewirtschaft.

 

Mythologie: Die Erschaffung des Menschen

In den Mythen der Maya war die Erschaffung des Menschen, wie sie im Popol Vuh, dem heiligen Buch der  Maya-Quichès überliefert wird, das Werk der Götter. Der Mais ist für die Maya der Urstoff des Menschen. Erstmals tauchte Mais in Zentralmexico  im Tal von Tehuacàn auf, datiert mit Hilfe von Radiokarbon-Messungen zwischen 5000 und 4000. v. Chr.. Man fand ebenso Reibsteine zum Zermahlen von Samen und Körnerfrüchten aus der Zeit von 7000 v. Chr. bis 1000 n. Chr..

Auszug aus dem Popol Vuh:
„Jetzt nun tauchte der Gedanke an Menschen auf und die Frage, was in das Fleisch des Menschen eingehen solle. Uns es sprachen die Gebärerin und der Söhneerzeuger, die Erbauerin und der Schöpfer, die Mächtige und Cucumatz, wie ihre Namen lauten:
Die Zeit des Hellwerdens ist herangerückt, der Weltbau ist gut gelungen, und des erschienen (vor unserem Geist) Die, die (uns) betreuen und bedienen sollen, Kinder des Lichts, Söhne des Lichts: angekündigt hat sich der Mensch, das Menschengeschlecht auf der Erde!“, sagten sie.

Pan-Paxil und Pan-Cayala sind die Namen, aus denen die gelben Maiskoben und die weißen Maiskoben herkamen. Diese Nahrung ging in das Fleisch des Menschen, den sie gestalteten, des Menschen, den sie schufen.  Die Maiskolben gingen ein in den Menschen nach dem Willen der Gebärerin und des Söhneerzeugers. Der erste Mensch war Balamquitze, der zweite Balamacab, der dritte Mahucutah, der vierte Iquibalam. Sie wurden Gebautes oder Geschöpf genannt. Sie nahmen menschliches Aussehen an. Sie bekamen Mund und Gesicht. Aber sie sahen zu weit. Sie konnten über Berge, Seen, Bäume sehen. Sie konnten sogleich von der Höhe zur Tiefe das Himmelsgewölbe und das Innere der Erde erblicken und überschauen. Sie brauchten nicht erst zu wandern, um die Welt zu betrachten. Dies gefiel der Meisterin des Erbauens und dem Meister des Erschaffens nicht.  Sie sollten nicht mehr so viel sehen. Ihre Sicht sollte nur noch in die Nähe reichen.
Das Herz des Himmels, Huracan, der Däumlingsblitz und der Grüne Blitz, die Mächtige und Cucumatz, die Gebärerin und der Söhnezeuger sprachen zueinander. Auf diese Art ging ihr Wissen verloren und mit ihm die Geisteskraft der vier Menschen, die Wurzel und Ursprung  sind. So wurden die ersten Menschen erbaut und erschaffen vom Herzen des Himmels, vom Herzen der Erde

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En und Ki= Enki erschufen alle Dinge.

Bei den Sumerern sind es En und Ki= Enki, das Götterpaar, das alle Dinge erschuf.

Die Besiedlung des Maya-Gebietes soll mindestens vor 20.000 Jahren begonnen haben. Die frühesten Spuren finden sich in San Rafel, ein kleiner Ort westlich von Guatemala-City. Man fand auch ein Skelett eines Menschen aus der Zeit 11.000 Jahr v. Chr..

 

 

 

 

 

Nicht die Maya waren die erste Hochkultur in Mittelamerika, sondern die Olmeken.
Olman heißt das „Land des Kautschuks“.

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Olmeken-Monumentalköpfe. Museum Antropologia. Mexico. Foto: Kunze

Im 5. Jahrtausend v. Chr. lösten sich die „Proto-Maya“ von den Penuti-Stämmen im Gebiet des heutigen Kaliforniens und Oregon und wanderten als Jäger und Sammler nach Südosten.

 

 

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Wanderungsbewegungen und Siedlungsräume Mittelamerika.

 

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Kultur der Huasteken 1200 bis 1521 v. Chr.  Museum Antropologia. Mexico. Foto Kunze

 

Sie ließen sich als Huasteken entlang der Golfküste nieder und dehnten sich bis nach El Salvador aus.  Splittergruppen wie die Mames kamen um 1500 v. Chr. in Chiapas und Guatemala an.

Mit den Olmeken (Olman= Land des Kautschuks), es ist das Gebiet der südlichen Golfküste, tauchen zum ersten Mal Pyramiden auf. Monumentale Steinplastiken, zahllose steinerne Denkmäler, gigantische Köpfe, die eine Höhe von 3 Metern erreichen, auffallend negroide Rassenmerkmale. Es waren die Olmeken, die jene rituellen Ballspiele einführten. Sie kannten sich aus mit der Deutung komsischer Vorgänge. Mit ihnen begann die Kalenderwissenschaft. Sie führten die Schrift ein, die soziale Schichtung, auch eine differenzierte Religion. Ihre Kultur stellte einen großen Sprung in der Entwicklung Mesoamerikas dar.  Gottheiten tauchten auf: der Regengott Chac, der Jaguar , der als Symbol des Regengottes galt. Später dann tauchte eine weitere Gottheit auf. Es ist die „Gefiederte Schlange“,  später „Queztacoatl“ bei den Azteken genannt und „Kulkucàn“ bei den Maya. Sie wurden als Gott der Weisheit und des Windes verehrt. Die Weisheit der Herrscher erlangten sie durch die Götter.
Impulse werden aus der „Alten Welt“ zurückgeführt. Dh., die Wissenschaft teilt sich in jene auf, die vergleichbare Kulturerscheinungen an verschiedenen Orten, auf die aus einer allen Menschen gemeinsamen psychischen Grundstruktur zurückführen und jenen die sagen, die Kulturen hätten sich ohne nennenswerten Einfluss von außen entwickelt.

Die Ägypter bauten zu Zeiten des Aufstiegs der Olmeken-Kultur seetüchtige Plankenschiffe, deren Holz sie aus den Zedernhainen des Libanon bezogen und die eine Länge von 60 Metern erreichen konnten. Es existiert die Darstellung eines Bootes auf einem Relief in La Venta. Es erinnert in auffallender Weise and ägyptische Schiffstypene. Es zeigt eine menschliche Gestalt, die halb sitzend, halb liegend auf dem aufgebäumten Körper einer Schlange ruht und von eine Gebilde beschirm twird, ein umgekehrter Kasten, eine umgekehrte Barke, ein Schiff, mit der der Sonnengott Re in der Vorstellung der Ägypter täglich über den Himmel fuhr. Denkbar ist auch, dass jenes Relief eine Szene aus dem Jenseitsglauben der Ägypter widergibt: der verstorbene Pharao in seine rInkarnation als Sonnengott, der seine Tagesfahrt im Westen beendet und nun in sein göttliches Gefährt auf dem Rücken der Schlange seine nächtliche Reise durch die Unterwelt antritt.

 

 

Sumerer waren die geistigen Väter der Olmeken

Es gibt auffällige Parallelen zwischen der olmekischen und ägyptischen Kultur. Sie reichen von der Ausrichtung der Pyramiden nach den Kardinalpunkten bis zu einer Tendenz geometrischer Abstraktionen in der darstellenden Kunst. Die Skulptur eines Mannes im Schneidersitz, der eine Schreibrolle in der Art hält, die an  die klassische Pose eines Schreibers in Ägypten  erinnert.

Die Olmeken trennten ihr zeremonielles Zentrum vom administrativen. Die  Siedlungsstruktur war gekennzeichnet von Monumentalbauten einerseite und umliegenden Handwerkerquartieren und Bauerngemeinden andererseits. Dies ist eine auffallende Parallele zur Shang-Dynastie in China. Dort vollzog sich der Wandel nur ein halbes Jahrtausend früher. Die Ausrichtung der Zeremonialzentren nach einer Nord-Süd-Achse. Die Verehrung des Tigers als eine Hauptgottheit, seine Darstellung in geometrischer Form, die Bevorzugung von Jade und Ähnlichkeiten in gewissen Schriftzeichen.
Der Übergang zur Zivilsation setzte im Vorderen Orient bereits 4000 v. Chr. ein.
Einfluss aus China und aus Ägypten würde bedeuten, dass die olmekische Kultur ihren Ursprung im Gebiet Mesopotamien hat.
Die Diffusionisten sagen: Nicht Ägypter, auch keine Chinesen: Sumerer waren die geistigen Väter der Olmeken

Ihr Handelsnetz zoge sich über das gesamte Gebiet Mesoamerikas. Im Norden trafen sie auf sprachverwandte Völker – die Maya. Deren ursprüngliche Einwanderung kam aus dem Stammsitz der Huasteken mitte des 2. vorchristlichen Jahrtausends. Sie dehnten sich nach Guatemala aus. Kaminaljuyù, das Tal der Toten,  ist die erste Stadt der Maya. Die Städtenamen der Maya sind nicht die ursprünglichen. Sie stammen aus neuerer Zeit. Man fand Gräber in den zahlreichen Pyramiden- Mounds.  Mounds waren Hügel.

 

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Irgendwann  spalten sich die Yukateken vom husastekischen Urstamm ab.  Die Eigenständigkeit der Yukateken-Maya fällt mit dem Aufstieg der Olmeken-Kultur zusammen. Auch die Maya stellten gigantische Monumentalköpfe her. In Monte Alto fand man etliche dieser Skulpturen.  Ihre gigantischen Köpfe unterscheiden sich von denen der Olmeken darin, dass die Augen bei ihnen geschlossen sind und mit leichter Schrägstellung gezeigt werden.  Die Köpfe sind kahlgeschoren.  Sie erinnern eher an einen meditierenden Buddha beziehungsweise eines Mönches. Es können auch schlafende oder gestorbenen Würdenträger sein. Manche der Monumentalplastiken zeigen keinerlei Geschlechtsmerkmale. Sie können sich sowohl um einen Mann oder um eine Frau handeln.

Es gibt auffallende Gemeinsamkeiten zwischen der Maya-Kultur und der buddhistischen-hinduistischen Tradition Indiens.

 

Darüber berichte ich in einem neuen Beitrag…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Olmeken und Maya waren Nachbarn

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Ein Stück Schöpfungsmythos der Maya in Stein geschlagen. Fries aus Kalkstein mit Stuck versehen.
Popol Vuh Relief in El Mirador, Peten, Guatemala. (Quelle: M.B. Project). Der Popol Vuh ist das
Heilige Buch der Quichè-Maya.
„It was like finding the Mona Lisa in the sewage system,“ sagte Robert Hansen 2009.
Hunaphu und Xbalanque, die beiden Helden-Zwillinge, die in die Unterwelt gehen, um ihren Vater, One Hunaphu
oder Hun Hunaphu, zu retten.
  In der Mythenwelt der Maya stellen sie Sonne und Mond dar.

 

 

Rund 8000 Hieroglyphentexte hat die Maya-Kultur hinterlassen, sagt die Wissenschaft. Sie reichen von kurzen Namensangaben bis zum in Stein gemeißelten 2000-Zeichen-Geschichtsbuch auf der großen Tempeltreppe von Copán und zu den geheimnisvollen „Codizes“, Büchern aus Baumrinde, von denen nur drei den Scheiterhaufen der spanischen Eroberer entgingen. Insgesamt gibt es etwa acht- bis neunhundert verschiedene Schriftzeichen. Gesichert lesen können die Forscher nach konservativer Schätzung etwa 500.
Bis heute kann kein Forscher genau sagen, wie viele Glyphen tatsächlich verwendet wurden. Und längst ist auch  noch nicht alles entdeckt und ausgegraben. Da wird sicherlich einiges Wissen hinzukommen, anderes wird möglicherweise umgeschrieben werden müssen.

Wie reich die Sprache der Maya einst war, wird vielleicht deutlich, wenn  man sich veranschaulicht, dass wir mit unserem Alphabet  auf  gerade mal 26 Buchstaben zugreifen.

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Skizze. Inschrift auf einer Stele

Ein Überbleibsel aus den „dunklen Zeiten des Kulturverlustes“: Bis in die 60er Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts war in vielen Städten und Regionen Mexicos die Sprache der Maya, unter Androhung von hohen Strafen, noch verboten.

 

Bonner Altamerikanisten wollen nun eine Maya- Sprachen -Online-Datenbank anlegen.  Die Bonner gelten innerhalb der Wissenschaft als das „Entzifferungslabor“.  Der Leiter des Instituts, Professor Nikolai Grube, ist ein international anerkannter Wissenschaftler. Der Epigrafiker meint dazu:  „Für viele noch nicht entschlüsselte Zeichen gibt es Deutungshypothesen – die lassen sich leichter überprüfen, wenn man alle Texte kennt, in denen das jeweilige Zeichen vorkommt.“

Viele Zeichen, die jetzt noch nicht lesbar sind, sollen mit Hilfe der Online-Datenbank lesbar werden.  Die digitale Welt der Buchstaben soll sozusagen eine „Rasterfandung“ nach unbekannten Zeichen ermöglichen. Auf der Basis der bislang bekannten Schriftzeichen ist  ein Wörterbuch des Klassischen Maya geplant. Dazu erfasst das Team der Uni Bonn Abbildungen aller Schrifttafeln, Stelen und sonstiger Texte – mit allen Hieroglyphen, mit Umschrift der Aussprache und mit englischer Übersetzung. Hinzu kommen auch Kommentare zur Grammatik, Stichworte zum Inhalt und Hinweise auf noch offene Übersetzungsfragen.  Es ist ein Langzeitförderprojekt mit einer voraussichtlichen Laufzeit von rund 15 Jahren, dem das Land Nordrhein-Westfalen 10, 7 Millionen zur Verfügung  stellen mochte.

Zehntausend erschlossene bislang bekannte Schriftträger werden auf der Basis epigrafischer und linguistischer Analysen zu einem Wörterbuch der Klassischen Maya-Sprache , das zugleich als Online-Datenbank den gesamten Sprachschatz und dessen Verwendung in Schrift abbildet. All das klingt nach einem Mammut-Projekt.
Die Maya versahen ihre Texte mit Datum, die Entwicklung ihrer Sprache lässt daher genau verfolgen.

So weit mir bekannt, gibt es 30 verschiedene Maya-Dialekte.  Noch heute hört man in ihrer gesprochenen Sprache das typische Knacken der Kehlkopf-Verschlußlaute, die sich nicht wesentlich von der Sprache der alten Maya unterscheiden.

Dass wir „heute endlich die Maya-Schrift fast so gut lesen können wie die Schriftsysteme des Alten Orients, ist eine archäologische Sensation, die sich fast unbemerkt von der Öffentlichkeit in den letzten zehn Jahren zugetragen hat“, sagt der heute 47-jährige Wissenschaftler und Geschäftsführer der Abteilung Altamerikanistik und Ethnologie an der Universität Bonn.

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Professor Nicolai Grube. Foto: Planet Wissen

Als Student tourte er zu Fuß, per Boot, auf Maultierrücken oder wie heute mit Allrad-Fahrzeug durch Mexico, Guatemala oder Honduras, immer auf der Suche nach neuen Maya-Inschriften. Weit über die Wissenschaft hinaus engagiert Grube sich in Mittelamerika. In Guatemala gründete der Bonner eine Maya-Schule, sammelt Geld für ein Behindertenheim in Belize. Grube beherrscht längst mehrere Maya-Dialekte.

„Die Wiederentdeckung der Maya-Kultur liegt gerade mal 150 Jahre zurück. Wissenschaftliche Forschung hat erst Anfang des 20. Jahrhunderts begonnen. Es ist noch eine junge Wissenschaft.“

Nikolai Grube ist kein Indiana Jones. „Die großen Aufgaben beginnen immer am Schreibtisch“, stellt der Wissenschaftler nüchtern in einem Interview fest. Viele Maya-Forscher früherer Generationen arbeiteten schließlich nur dort, am Schreibtisch, in der Bibliothek. Eugen Förstemann erwähnt Grube, der vor dem Krieg anhand des Dresdener Maya-Kodex fast den gesamten Kalender entschlüsselte, und ein Genie wie den Leningrader Ägyptologen Jurij Knorosow. Sie setzten nie einen Fuß ins Gelobte Land.

 

Der Dresdner Codex
Für die Maya-Forschung liegen Tausende von Dokumenten vor, meist in Stein gehauen, oft auf Keramik, Jade, ja sogar in Muscheln geritzt oder wie bei den vier Codices in Dresden, Paris, Mexico und Madrid,  in Form eines Faltbuches. Zur Zeit der Codices-Abfassung schrieb man nicht mehr in Stein wie in der Klassik, sondern auf Papier. Und das brannte rasch. Deshalb sind die vier geretteten Codices mehr als nur Papier. Jedes Jahr reisen etwa 20 Gruppen der Maya nach Dresden und halten dort Zeremonien ab. Ich traf in Cancun auf einen mexikanishen Journalisten. Er wollte sich aufmachen nach Dresden, um die Menschen davon  zu überzeugen, dass jenes Dokument ein wichtigste Erbe ihrer Ahnen ist, dass in die „Hände“ der Maya zurückgegeben werden sollte.

 

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Dresdner Codex. Die Dresdner Kostbarkeit hatte der kurfürstliche Hofkaplan und Bibliothekar Johann Christian Götze 1739 während einer Einkaufstour „bey einer Privat-Person in Wien gefunden, und als eine sonst unbekannte Sache gar leicht umsonst erhalten“. Weiter lässt es sich nicht zurückverfolgen.

Der Codex, so resümiert Maya-Forscher Grube, „war ein Wahrsager-Handbuch für intellektuelle Maya-Schreiber, ein hoch esoterisches Buch, das sich nur an eine kleine Gruppe von Spezialisten wandte.“ Es belegt jedoch – und das ist auch für die Experten neu –, dass mit dem „Kollaps“ am Ende der Klassik nicht alles komplett zusammenbrach und „Dunkle Jahrhunderte“ des Kulturverlustes über das Maya-Land hereinbrachen.

Heute weiß man, der Codex wurde nicht in einem Arbeitsgang, sondern über mehrere Jahre hinweg von verschiedenen Autoren geschrieben. Manche Seiten wurden begonnen, aber nicht fertiggestellt.

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Maya- Götter. Tulum Mexico. Foto: Kunze

Nikolai Grube erklärt:

Kapitel 1 stellt die zwanzig Götter der Maya vor. Sie werden angerufen, damit sie im weiteren Buch präsent sind.

Im Kapitel 2 stellt der gleiche Schreiber in immer neuen Abwandlungen die Mondgöttin vor. Vermutlich war dieser Abschnitt ein „Handbuch“ über Krankheit, Heilung, Gefahren bei Geburt und Abwendung von Kindstod. In einigen Szenen werden die Götter als Kinder beschrieben, denn die Mondgöttin war für die Geburt der Götter ebenso zuständig wie für die der Irdischen.

Mit Kapitel 3 taucht ein neuer Schreiber auf. (Grube: „Der große Intellektuelle“) ist hauptsächlich an esoterischen Dingen interessiert, insbesondere an astrologischen Fragen. Er stellt die Auswirkungen des Planeten Venus vor, der die Maya sehr faszinierte. Venus hatte nichts mit Liebe zu tun, sondern galt als aggressiv. Mit dem Venuskalender wurde der Erfolg von Kriegszügen berechnet.

Kapitel 4: Der große Intellektuelle befasst sich ausgiebig mit Finsternissen. Die Maya kannten den Zusammenhang zwischen Sonnen- und Mondfinsternissen und wussten, wann eine Finsternis auftreten kann. Doch ob sie im Maya-Gebiet auch zu sehen war, konnten sie nicht voraussagen.

Kapitel 5: Vom gleichen Schreiber stammen Multiplikationstafeln für die Zahl 78. Grube: „Die Bedeutung der Zahl kennen wir nicht. Aber es war sicher eine wichtige magische Zahl, die auch anderen Kalenderberechnungen zugrunde lag.“

Da im Dresdner Codex nur eine einzige Periode aufgeführt wird und nicht alle 13, „gehen wir heute davon aus, dass der Codex ursprünglich länger war und einige Seiten fehlen“, interpretiert Grube. Inschriften der Klassischen Zeit deuten darauf hin, dass die gegenwärtige Welt 33 mal 400 Jahre dauern wird. Demnach würde das Ende im Jahr 8077 n.Chr. nahen.

Speiseopfern für den Regengott in Kapitel 10. Der sitzt an wechselnden Orten und bekommt unterschiedliche Gaben: Fleisch, Fisch, Maisfladen. Nikolai Grube: „Das sind exakt die Zeremonien, die die Maya-Schamanen auch heute auf den Maisfeldern durchführen.“

Auf den Restseiten des Codex haben verschiedene Schreiber kurze Kapitel aufgetragen über die Reisen des Regengottes und den Mars und seine zyklischen Bewegungen. Welche Bedeutung der Mars für die Maya hatte, ist noch völlig unklar. Auf dem letzten Papierrest steht eine Multiplikationstafel für die Zahl 91 – was auch immer sie zu bedeuten hatte.

 

Die Archäologie der Maya-Kultur erfährt eine ungeahnte Beschleunigung.

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Aus frühester Frühzeit: Popol Vuh Relief. Spuren zur Entwicklungsgeschichte der Maya im Regenwald von Peten, in der Stadt El Mirador in Guatemala. Datiert auf 200 v. Chr. Entdeckung durch das Team von Richard Hansen, Idaho State University. Foto: Archäologisches Institut Amerika.

 

 Sensationelle Funde von Schriftzeichen verblüffen die Wissenschaftler immer wieder, so auch die Ausgrabungen in El Mirador, Guatemala.

Es ist ein Glücksfall, wenn weitere Schriftnachrichten auf Stuck oder Putz an einer Wand oder im Fries gefunden werden. Denn das Medium für Schrift war in der Präklassik nicht die Steinstele wie in der Klassik, sondern Papier.

Die ältesten charakteristischen Papierklopfer, mit denen die Rinde des Feigenbaums nach einem Wasserbad zu Papierstreifen gehämmert wurde, stammen von 900 bis 700 v.Chr.

Während Richard Hansen und sein Team  im Jahr 2009 Wassersammelstellen der Maya untersuchten, fanden sie ein Relief (li. i.Bild) an einem Haus. Es zierte die Wand eines Wasserkanals. Jedes Haus der Maya in El Mirador war mit einem Regenwasserleitungssystem versehen. Das Wasser wurde darüber in einem Reservoir im Zentrum der Stadt gesammelt.  Für die Wissenschaft ein großartiger Fund, der in seiner Bedeutung erhebliche Auswirkungen für die bisherige Einteilung der Epochen Präklassik und Klassik hatte und ihrer Annahmen über erste Schriften.

Mit der Ausgrabung der abgelegenen Stadt El Mirador in Guatemala nah der mexikanischen Grenze und der Pyramide von Nakbe stürzten Lehrmeinungen zusammen.

 

 Olmeken und Maya sind Nachbarn

Der Beginn der Maya-Hochkultur musste um ein halbes Jahrtausend zurück in die Frühzeit gelegt werden. Die  klassische Epochengliederung wurde zur Makulatur. Und damit könnten die Olmeken nicht mehr alleine die (Vor)-Väter der mesoamerikanischen Hochkultur sein. So werden sie auch im Anthropologischen Museum in Xalapa, Veracruz, Mexico, präsentiert.  Die Maya werden mit den neuen Erkenntnissen zu ihren geschichtlichen Nachbarn.

Noch vor wenigen Jahren galt unter Altamerikanisten die Meinung, Schrift habe sich in Mesoamerika erst in der Zeit nach der olmekischen Kultur entwickelt. Als früheste Schriftzeichen galten Funde aus Oaxaca, die man in die Zeit von 300 v.Chr. datiert hatte. 1998 begann ein Team von Archäologen unter der Leitung von Mary Pohl, Kevin Pope und Christopher von Nagy in San Andres mit Ausgrabungen. San Andres war vor gut 3000 Jahren eine Art Vorort von La Venta gewesen und gehörte damit in die zweite Phase der Olmekenkultur ab ca. 900 v.Chr.

Die Olmeken gelten als eine Art Mutterkultur des Kontinents. In der epi-olmekischen Inschrift auf der La-Moharra-Stele wird bereits das verwendet, womit die Maya berühmt wurden: die „Lange Zählung“ –  ein Kalendersystem.  Eine Kombination aus piktographischen und glyphischen Elementen sowie der Gebrauch des 260-Tages-Kalender und die Verbindung von Schrift und Kalender waren bereits vorhanden.

Auch in Kaminaljuyu im Hochland von Guatemala, einem Maya-Ort mit olmekischen Einflüssen, tauchte komplexe Schrift auf.

 

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San Lorenzo und Umgebung,  Zona del Olmeca Foto: Kunze

Die älteste olmekische Siedlung ist San Lorenzo. San Lorenzo war die erste Stadt, die die Olmeken direkt nach ihrem unerklärlichen und plötzlichen Kultursprung – vom Steinzeitbauern zur Hochkultur – um 1200 v.Chr erbauten. In der Nähe im Ort Cascajal fanden Wissenschaftler  im Süden von Veracruz in einem Steinbruch im Jahr 2006 Schriftzeichen auf dem Cascajal-Stein, die sie  auf 900 v. Chr. datierten.

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Skizze Cascajal-Stein. Cultura Olmeca

 

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„Das ist geschriebene Sprache.“ Der Stein ist der erste wirkliche Beweis dafür, dass die Olmeken auch die geschriebene Sprache kannten. Hier hat man es mit einer völlig neuen Schrift zu tun, die nicht verwandt ist mit anderen bekannten Schriften Mittelamerikas. Sie soll nur und ausschließlich während der San Lorenzo-Zeit der Olmeken angewandt worden sein. Weder gibt es irgendwelche Anzeichen darauf, wo sich diese Schrift entwickelt haben kann,  noch habe sich diese Schrift ausgebreitet und weiterentwickelt.

Die Chiffren sind waagerecht angeordnet, was für mesoamerikanische Verhältnisse ungewöhnlich ist, da hier normalerweise von oben nach unten geschrieben wurde. In die Platte sind 62 Zeichen geritzt, von denen 40 wiederholt vorkommen. Die Zeichen sind abstrakt und greifen nicht auf erkennbare Bilder zurück. Einige sind aus der olmekischen Ikonographie bekannt, was sie aber dort bedeuten, weiß man nicht. Der Cascajal-Stein, so Michael D. Coe, „ist eine Herausforderung für die Wissenschaftler – bis jetzt ist nur dieser Text der Olmeken bekannt“. Er folgert: „Es gibt keine Hinweise darauf, dass sich aus dieser Schrift eine andere entwickelt haben könnte.

Einfach da. Plötzlich da wie die Kenntnisse der Olmeken in  Architektur, Mathematik, Astronomie, Geometrie, Vermessungstechnik, Logistik und anderem? Mich würde es nicht wundern, wenn da irgendwo wieder Thot auftauchte.
Ach, es gibt noch so viel zu entdecken.

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Figura Atlihuayàn aus der Zeit der Olmeken, in San Lorenzo ausgegraben. Anthropologisches Museum , Xalapa, Veracruz, Mexico. Foto: Kunze

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Cultura Olmeca. Nachzeichnung. Zu den Werkzeugen von Archäologen, Epigrafern gehören immer auch Zeichenblock und Kohlestifte. Museum Mexico. Foto: Kunze

 

 

Die  Pyramiden der Klassik wie Chichen Itza, Tikal und Uxmal nötigen Hochachtung ab ob der architektonischen, logistischen und administrativen Leistung vor 1500 Jahren. Doch sie sind nur Abziehbilder der Maya-Bauten in der Präklassik: In der ersten Maya-Großstadt, Nakbe, entstanden schon ab 800 v.Chr. Pyramidenbauten von fast 50 Meter Höhe. Andere Siedlungen folgten: Lamanai, Cerros, Yaxha, Calakmul, Uaxactun, Tintal, Peru-Waka, San Bartolo und El Mirador. Der Peten, die Waldregion im Herzen der Yucatan-Halbinsel, entpuppt sich mehr und mehr als die Wiege der Maya-Kultur.

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Palast. Maya Stätte Nakbe

 

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El Mirador Foto:authenticmaya.

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El Mirador, Guatemala. Die zwei großen Pyramiden gehören  zu einem Komplex verschiedener auf Plattformen errichteter Gebäude.  2,8 Millionen Kubikmetern  Die höchste Pyramide der Welt. Foto: gizaforh.org

In El Mirador brach der Bau-Boom um etwa 300 v.Chr. aus und ließ die Siedlung bis zu ihrem rätselhaften Ende um 150 n.Chr. zur größten Stadt der Maya-Epoche werden. Die Stadt gilt als Wiege der Maya.  Sie hatte mit rund 4000 Komplexen deutlich mehr Bauten als Tikal und beherbergte mit der 72 Meter aufragenden Tapir-Pyramide das höchste Bauwerk der Maya-Welt. Eine entwickelte Gesellschaft mit Landwirtschaft, Arbeitsteilung, Kunst und zentraler Führung ist nicht wegzudiskutieren. El Mirador, das Machtzentrum der Maya-Präklassik im Tiefland, war mit einem weiten Ring von Satelliten-Siedlungen umgeben. 18 bis 24 Meter breite und 4 Meter hohe Dammwege durch das morastige Gelände verbanden die Metropole mit den Umlandsiedlungen und den über 20 Kilometer entfernten Nachbarstädten wie Nakbe und Tinta. Um 150 n. Chr. wurde El Mirador aufgegeben. Archäologen bezeichnen den frühen Niedergang der blühenden Kultur im Peten im zweiten nachchristlichen Jahrhundert als „kleinen Kollaps“. Der kann bislang noch weniger erklärt werden als der flächendeckende Zusammenbruch, der um 800 n.Chr. das finale Ende der Maya-Hochkultur brachte.

Heute weiß man:

Die Maya hatten eine fortgeschrittene Kultur entwickelt – und das deutlich früher als die Forscher bislang dachten.

Sie sind geschichtliche Nachbarn der Olmeken und nicht wie bislang dargestellt, die Nachfahren der Olmeken.

Ihre Schreiber konnten nicht nach Gutdünken etwas erfinden. Es gab Regeln und Traditionen. Begriffswörter wurden aneinandergereiht, grammatikalisch richtige und komplexe Sätze gebildet. Ganze Sätze mit Verb, Subjekt und Objekt lassen sich auf den Fundstücken durchlesen. Es gab eine standardisierte Schrift.

Ihr geheimes Wissen hielten die Maya in Büchern fest.

Die Maya haben die Olmeken in ihrer Kunst zitiert. Sie haben sie sehr verehrt.

Olmekischer Schmuck wurde über Generationen bei den Maya vererbt.

Olmekische Wörter wurden entlehnt. Teure olmekische Jadestücke landeten in Opferdepots der Maya. Olmekische Orte waren sakrale Stätten, in denen Maya gern siedelten.

Ihren berühmten Kalender der „Langen Zählung“ übernahmen die Maya von den Epi-Olmeken.

Man glaubte viele Jahre, dass Schriftsysteme auf der Welt nur einmal erfunden worden seien, nämlich im alten Orient.
Man glaubte,  alle Schriften auf der Welt  seien von den Schriften des alten Orients inspiriert worden
Man hat den amerikanischen Völkern eigentlich nie zugetraut, eine eigene Schrift zu besitzen.
Man sah die Bilder und glaubte, dass es eine Bilderschrift sei, wo jedes Zeichen für einen Begriff steht.
Man hat geglaubt, die Indianer können keine komplexen Schriften entwerfen.

Haben sie aber.

Man hat aus ihnen ja auch „Indians“ gemacht, obwohl sie nicht aus Indien kommen.

Sie verfügten über eine landwirtschaftliche Technologie, die viel weiter entwickelt war, als das, was wir in Europa kennen.
Sie waren in der Lage mit dem tropischen Ökosystem umzugehen und mit dem Urwald zusammenzuleben.

Städte wie Tikal oder Calakmul hatten 70 bis 80.000 Einwohner

Die Herrschaft der Gottkönige und die Paläste der Gottkönige gingen zuerst zugrunde. Und in einem zweiten Schritt, etwa 150 Jahre später, hat dann auch die Bevölkerung die Städte verlassen.

Heute ist es den Forschern möglich, festzustellen, wie damals der Pinsel angesetzt wurde, wie die Linien geschwungen sind und welche Ausprägung die einzelnen Hieroglyphen haben. Das ist weit mehr als Kunstgeschichte, das kommt schon kriminalistischen Arbeiten nahe.

Dennoch: Ob  unsere Wissenschaft mit all ihren Interpretationen  immer richtig liegt, sei dahingestellt. Manche Maya hätten dazu sicherlich noch einiges mehr und anderes zu sagen. Manche Funde werfen nicht mehr Licht auf die mesoamerikanische Kultur,  sondern mehr Fragen und machen sie noch rätselhafter. Die Geschichte hat bislang gezeigt, dass sie sich immer wieder geirrt haben und auch Bilder einer Zivilisation entworfen haben, die völlig unrealistisch waren.

Der Bonner Wissenschaftler Nicolai Grube mag – trotz aller neuer Erkenntnisse – daran festhalten, dass das „Erstgeburtsrecht für die Schrift bei den Maya liegt“.  Seltsam, wie ich finde. Vielleicht gab es die Maya ja schon vor 20.000 Jahren, dann allerdings wäre Grubes Festhalten nachvollziehbar.

Was man beispielsweise auch immer wieder liest: Die Maya waren plötzlich wie vom Erdboden verschwunden.
Die Maya sind nicht verschwunden, auch in der Zeit, als die Spanier kamen, hat es Königreiche gegeben. Sie waren nur nicht mehr so zu erkennen. Sie waren nicht mehr so prächtig, hatten keine großen Hauptstädte mehr und keine steinerne Architektur.

Und: ES GIBT SIE HEUTE NOCH.
Es sind etwa 10 Millionen Maya, die in Mexico und Guatemala und den angrenzenden Ländern Belize und Honduras leben. Und sie sprechen noch ihre Sprache und haben auch einen Großteil ihrer Kultur bewahrt.

Es bleibt in jedem Fall spannend.

 

Quellen:
Bild der Wissenschaft. Michael Zick.
Planet Wissen. Interview
Archälogisches Institut America, Zach Zorich.
Anthropologisches Museum Xalapa, Mexico
Kris Hirst, Archäologin

 

 

Symbole der Maya

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Der „esoterische“ Teil der Tempelanalge von Chichèn Itzà auf der Halbinsel Yucatan, Mexico. Vorne links direkt neben der Pyramide der Jaguar, Tempel des Nordens, rechts hinten die heilige Cenote (Wasserstelle), ganz rechts unten im Bild der Adler. Er hält ein Herz in seiner Kralle. Das Herz ist für die Maya wie ein Chakra. Auf das Herz sollten wir hören. Der Kosmos und das Herz sind die einzigen Führer, denen wir folgen sollen. Es gibt keine anderen, auch wenn sie manche Menschen dazu ernennen.  „Go for green“. Von den Bäumen, dem Wind und der Sonne zu lernen, erscheint den Maya viel besser. Angst ist  ihrer Meinung nach ein Teil der Erziehung, der nicht von Nutzen für die Menschlichkeit auf dieser Welt ist. Der Adler stellt den Vermittler zwischen Himmel und Erde dar. Der Adler war Überbringer von Hoffnung und Vertrauen auf den Flügeln des Geistes.

 

mexico tanz kultur

Kultur im heutigen  Mexico.  Adler müssen aufpassen, dass ihr Ehrgeiz nicht zu hoch fliegt oder zu hoch hinaus strebt, damit er nicht einen Fall aus den Höhen erleiden muss. Das Spirituelle gewinnt.

 

Der rote weibliche Jaguar auf obiger Zeichnung – gleich rechts neben dem Tiger – ist ein weiblicher. Es ist ein Altar, der im Original  in der Pyramide von Chichèn Itzà zu finden ist. Allerdings ist die Pyramide heute nicht mehr zugänglich für Besucher. Der weibliche Jaguar ist direkt verbunden mit den Quellen aller Erd-Energien. Die Jaguar Energie ist von Natur aus weiblich, fähig zu heilen. Der  Spirit des Jaguars bewohnt die Maya-Tempel und ist aufgerufen zur Unterstützung bei spirituellen wie auch materiellen Pfaden. Die außergewöhnliche Intelligenz des Jaguars ist oft gepaart mit Hellseherei. Dies ist das typische Tages-Siegel für Propheten und die Hüter der Maya: sie besitzen eine große geistige Macht, einen starken Charakter und die Fähigkeit „durch die Nacht zu sehen“.

Jene Maya-Glyphen- im obigen Bild – zeigen den Weg der „sieben Fehler“ auf, den Weg der sieben Körper, durch die wir Menschen gehen und  die wir unter Kontrolle bringen müssen, um ein „wahrer“ Mensch zu werden.

Die Darstellung von Tempeln, Pyramide und bedeutenden Symbolen wie dem Jaguar und dem Adler ist im Hotel Okaàn auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan zu sehen. Vom Hotel aus kann man – in weiter Ferne -auf die Tempelanlage Chichèn Itzà blicken.  www.hotelokaan.com

 Kinder der Sonne

Alles, was die Maya uns zurückliessen, basierte auf der Basis von Harmonie. Ihre Kosmologie, die Interaktionen der Maya-Priester und die Heilfähigkeiten der Schamanen, ihre Kultur, ihre Architektur, selbst ihre Chemie,  ihre Prinzipien, alles war in perfekter Harmonie aufeinander abgestimmt. Sie schufen ihren eigenen Kosmos und verstanden die Matrix des Universums zu dekodieren. Ihre Architektur kommt gefrorener Musik gleich. Erbaut wurde sie mit soliden Steinen.

Für die Maya ist es immer von höchster Bedeutung gewesen, welche Positionen die Himmelskörper zu welcher Zeit einnahmen. Die Positionen sind exakt definiert. Ihr ganzes Leben hat sich an der Bewegung des Himmels orientiert.
Sie sprachen mit der Erde, mit der Sonne, mit den sieben Planeten.Die Maya zogen die unsichtbaren Kraftlinien der Landschaft und des Kosmos in ihr tägliches Leben und in ihre Architektur mit ein. Sie berücksichtigen zugleich kosmische und irdische Gesetzmässigkeiten.  Sie sind Zeugnisse uralten Wissens. Die Maya bewahren dieses Wissen, das größtenteils sogar noch aus den Zeiten von Atlantis stammen soll.Und sie wissen es abzurufen. Sämtliche Vorhersagen, ob durch ihre Codices oder ihre Kalender trafen ein. Auch  Thot soll ein Teil des Wissens aus Ägypten und teils von Mesopotamien zu ihnen gebracht haben.

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König Pakal regierte 70 Jahre.  Mexico, Foto: Kunze


Frauen waren gleichberechtigt. Man weiß um Ix Sak Kùk, die Mutter des späteren
Gottkönigs Kìnich Janaab Pakal. Seine Mutter war zuvor die Regentin.
Von seinem Vater ist nichts bekannt. Sie war nicht einmal die Tochter eines Königs.
Mutter und Sohn befanden sich auf der Halbinsel Yucatan. Beiden wird nachgesagt, sie hätte eine „griechische Nase“. Die späteren Kinder von Kìnich Janaab Pakal wurden als Halbgötter verehrt.


Für die Maya sind wir Menschen die Kinder der Sonne. Die Sonne ist für sie mehr der Vater denn Gott.
Von ihr können wir lernen, sagte der Sprecher der Maya Hunbatz Men erst kürzlich in einem Interview.  Man solle sie jeden frühen Morgen beobachten. Die Maya stehen auch in Verbindung mit ihren Ahnen. Das Wissen ihrer Vorfahren lebt in ihnen weiter. Hunbatz Men verwies auf Pakal`s Spirit, der noch immer  in Palenque lebe. Pakal hat von 603 bis 685 n.Chr. gelebt. Die Stadt liegt im mexikanischen Bundesstaat Chiapas. Ebenso sei die Tempelanlage Coba mit der Tempelanlage Tikal in Guatemala energetisch verbunden.

Leben auf anderen Planeten?

Die  Maya zweifeln nicht daran, dass es weitere Intelligenzen auf anderen Planeten gibt.

 

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AcTah, Maya

„There are fields of energy. We have another frequency, which is very much dance. There is a different kind of being that have other frequency of thoughts. So in that way, we can have relationship which are more advanced. “
Schon als Kind hatte AcTah Kontakt zu anderen Wesen anderer Planeten. Er lernte von seinem Großvater ‚Shining Light‘, wie man in Verbindung tritt mit diesen Wesen. Zusammen mit ihm beobachtete AcTah Licht, das wie kleine vibrierende Sterne wirkten und sie beide materialisierten jene Energie bis sie eine Form in ihnen fanden.

„Interchanging information – this is part of my culture. The universe ist not like we perceive it. Our perception is very short. We try to humanize everything, but a body can have many forms. Human are surrounded by light.  We can react only with what is in our heart. Our body is very powerful but also limited

 


 

Ob  allerdings die Interpretation einiger westlicher Experten  hinsichtlich der Grabplatte von Palenque  zutrifft, sei dahingestellt.

maya pakal palenque

Grabplatte König Pakal

 

Von Befürwortern eines „raumfahrenden Pakals“   – dazu gehört nicht nur Erich von Däniken –  wird die Grabplatte so beschrieben: “Da sitzt ein menschliches Wesen, mit dem Oberkörper vorgeneigt, in Rennfahrerpose. Das Fahrzeug würde heute jedes Kind als Rakete identifizieren. Das Vehikel ist vorn spitz, geht über in merkwürdig gerillte Ausbuchtungen, die Ansauglöchern gleichen, wird dann breiter und endet am Rumpf in eine züngelnde Feuerflamme. Das Wesen selbst, vornübergeneigt, bedient mit den Händen eine Reihe undefinierbarer Kontrollgeräte und setzt die Ferse des linken Fußes auf eine Art von Pedal. Seine Kleidung ist zweckentsprechend: Eine kurze, karierte Hose mit einem breiten Gurt, eine Jacke mit modernem japanischem Halsausschnitt und dicht abschließende Arm- und Beinbänder. Erich von Däniken hatte sich Jahre nach dieser Erklärung noch einmal mehr oder weniger ausführlich mit der Grabplatte befasst. (Quelle: http://www.mysteria3000)

Zwischenzeitlich wusste  Däniken auch “was einzelne Glyphen bedeuten” und der bekannte Buchautor kommt trotz einer “Relativierung” seiner Raumschiff-These zu keinem anderen Schluß. Seine Begründung für die Aufrechterhaltung der These besteht in erster Linie darin, dass sich selbst die Ansichten der untersuchenden Archäologen so weit widersprechen, dass die gesamte archäologische Interpretation auf “wackligen Füßen” steht

 

Es gibt weitere Befürworter der Raumfahrtthese. Es gibt aber ebenso viele Fragezeichen von anderen. Und es existiert die folgende Zeichnung:

 

ancient

Seltsam, nicht wahr? Wie kommt man darauf, jemanden auf diese Weise zu zeichnen? Na, vielleicht hat nur  jemand von einer Art Rausmchiff und verdrehten Köpfen geträumt?…Alles Maya…

 

Die Gegner der „Raumfahrtthese“ sagen: Ja, es gibt eine Symbolik, sie sei sogar eindeutig. Die Grabplatte von Palenque  zeige wesentliche Kernpunkte auf, die die Kultur der Maya ausmachen. Es soll sich sich bei der Platte um eine Darstellung eines bestimmten Ausschnitts des sichtbaren Himmels handeln.

„[…]The great cosmic symbols of the ancient Maya are a map of the sky, but the sky itself is a great pageant that replays Creation in pattern of its yearly movements.”

Für Rainer Lorenz ist das zentrale Element der Grabplatte Pakals  der Wacah Chan, der Weltenbaum der Maya. Dargestellt wird die Schöpfung und damit schließe sich die „Raumfahrtthese“ aus, sagen die Gegner jener These. Das tzuk-Zeichen am Stamm des Baums symbolisiert das Zentrum der Welt. Es bedeutet Unterteilung und meint die Unterteilung der Welt. Das Zeichen für Spiegel ist das Symbol für die  andere Welt, die Spiegelwelt. Spiegel mit Schlangen umgeben, galten als Zeichen für die Ankunft der Ahnen aus der Unterwelt. Die Blüten sind die Blüten des Ceiba-Baums. Ein weiteres wichtiges Merkmal des Wacah Chan ist die Glyphe für “Gott C.

Gott C ist der Stamm des Wacah Chan. Er wurde 1904 von Paul Schellhas mit dem Polarstern in Verbindung gebracht. Das Wort für “Norden” wird manchmal mit der Glyphe dieses Gottes geschrieben.

 

maya sarkophag palenque

Dieser Sakrophag sieht schon ein wenig anders aus. Der Wacah Chan , der Weltenbaum, wird noch heute verehrt.

 

 

maya grabplatteQuelle Skizze: http://www.mysteria3000.de

 

 

Die wörtliche Übersetzung hierfür ist “Aufgerichteter Himmel”. Dass der Himmel aufgerichtet ist, ist eine unmittelbare Folge der Schöpfung, und damit schließen sich die Maya an alle großen Kulturen nach “kosmologischem” Prinzip an. Die Zahl Acht steht für vier Haupt- und vier Zwischenhimmelsrichtungen- auch „Haus des Nordens“ genannt.  Noch unmittelbar vor der Schöpfung der Welt erscheint der Gott Itzamna, der auf einem Jaguar-Thron sitzt, welcher in einem Haus namens “Liegender-Himmel-Ort” steht.Der Erste Vater Hunal Yeh führt den Akt der Schöpfung durch, indem er den Himmel emporhebt und mit dem Wacah Chan abstützt.  Der Wacah Chan verläuft nicht senkrecht vom Boden aus zum Zenit, sondern wie ein Dachbalken quer über den Himmel. Das wiederum soll eine Darstellung der Milchstraße sein. Für die Maya gab es mehrere Schöpfungsen. Die letzte begann am 13. August 3114 v. Chr.
In Yucatan war der Ceiba-Baum der erste Baum überhaupt. In Guatemala ist er heute Nationalwappen. Er blüht von Januar bis Februar. In jener Zeit wurde nach Auffassung  der Maya die Welt erschaffen. Die Spitze des Weltenbaums zeigt bei der Errichtung der Welt auf den  Polarstern.

 

 

maya spitze wacah

Die Spitze des Weltenbaums. Quelle http://www.mysteria3000.de

Oben, an der Spitze des Wacah Chan, sitzt fast immer der sogenannte “Himmelsvogel”.

Aus dem Schnabel hängt ein langes geflochtenes Band. Um den Hals trägt er eine Kette und am Kopf einen Schmuck aus Muschelschale, der an einem Jadestirnband hängt. Die Muschelschale kennzeichnet den Vogel als den “animal spirit companion” von Itzamna, den Schöpfer dieser Welt und Aufrichter des Wacah Chan. Die Maya nannten ihn daher Itzam-Kah, Itzam-Ye oder Mut-Itzamna.  Der Himmelsvogel ist unter seiner postklassischen Bezeichnung wesentlich bekannter: Wuqub-Kaqix – “Sieben-Papagei”, der seine große Rolle in der Schöpfungsgeschichte des Popol Vuh spielt. Auf der Grabplatte kommt die Spitze dem Polarstern gleich.

Und deshalb ist auch unser Vogel bei den Quiché unter dem Namen “Sieben-Papagei” bekannt, er bezeichnet die sieben Sterne von Ursa Minor, des Kleinen Bären, die den Polarstern enthalten.

 

 

maya grabpl

Quelle: Online Magazin Mysteria3000. http://www.mysteria3000.de

 

Rainer Lorenz kommt zu dem Schluß, dass die ganze Szene auf de Grabplatte absolut untechnisch ist und sie durch und durch und ohne Ausnahme aus Symbolen besteht, die die Maya für ihre Astronomie gebraucht haben. Damit ist es zunächst absolut unmöglich, von einer Darstellung in “rein technischer Manier” überhaupt nur zu sprechen. Die Maya-Ikonographie auf der Grabplatte sei eindeutig, seit langem bekannt und sie wurde regelmässig verwendet.

Ausgehend von den Ergebnissen des Ethnographen John Sosa, schreibt Lorenz in Mysteria3000.  Sosa habe bei den heutigen Maya in Yucatan die Ekliptik als doppelköpfiges Tier vorgefunden. Das wurde von Linda Schele auf den Wacah Chan projiziert. Die Milchstraße wird von der Ekliptik ebenso gekreuzt wie der Wacah Chan von der doppelköpfigen Schlange. Die Ekliptik ist die Linie der Konstellationen, die scheinbare Jahresbahn, auf der sich Planeten, Mond und auch Sonne bewegen. Wir unterteilen dieses Band heute in 12 Tierkreiszeichen. Die Maya hatten dafür unterschiedliche Konstellationen.

Auch auf der Platte seien Sonne und Mond direkt neben den Enden der doppelköpfigen Schlange angebracht. Somit könne es sich bei diesem Symbol also nur um die Ekliptik handeln.

In den Tropen befinde sich die Ekliptik direkt im Zenit, und darum sei mit der doppelköpfigen Schlange unmittelbar der Punkt der Milchstraße bezeichnet, an dem direkt über den Köpfen Sonne, Mond und Planeten diesen Punkt kreuzten, so die Erklärung von Rainer Lorenz, aufgezeigt im Online-Magazin Mysteria3000. Lorenz verweist hierbei auf  weitere Experten wie Schele&Miller und  Milbrath.

 

Aber wie erklärt Rainer Lorenz die Zeichnung auf der Altarplatte des Kreuztempels von Palenque? Gar nicht.
Rechts im Bild  ist wieder Pakal abgebildet. Links könnte man meinen, ein Techniker stehe ihm zur Seite.

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Altarplatte Kr Palenque2

li.i.Bild: nochmals Grabplatte von Palenque. re. i.Bild: Die Zeichnung auf der Altarplatte  des Kreuztempels  zeigt  im Vergleich zur Grabplatte Pakals alles spiegelverkehrt. Sie zeigt König Pakal rechts stehend. Auf der linken Seite könnte man meinen, ein Techniker sei zugange. Warum fragen wir eigentlich nicht die Maya? Why don`t we ask the Mayan? Sie werden es uns doch erklären können, ob nur Wacah Chan oder startklar für die große Reise.  Quelle: http://www.egpelo.ch. – noch ein Befürworter der Raumfahrthese.

 

Menschen aus Olman – aus dem Land des Kautschuks

Bereits bei den Olmeken ist der Weltenbaum in genau derselben Weise wie bei den Maya zu finden.

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Kolossal-Kopf der Olmeken.  Häufig völlig außer Acht gelassen, dass vieles, was den Maya zugewiesen wird, bereits von den Olmeken kulturell geschaffen worden war.  Die Menschen aus dem Kautschukland waren eine Hochkultur. Museum Anthropology Xalapa, Veracruz, Mexico. Foto: Kunze

Sie haben den ersten Staat Amerikas geschaffen. Ihre Kalender gingen bereits von einem Jahr mit 260 Tagen aus. Ihre Städte wurden nicht nur mit Stelen, Steinköpfen und Altären geschmückt, sondern auch mit der ersten altmexikanischen Pyramide und mit anderen künstlerischen Werken. In den Staaten Tabasco und Veracruz wurden olmekische Zentren freigelegt. San Lorenzo wurde vor 3.300 Jahren gegründet. Auch dort wurden zahlreiche Statuen und mehrere Tonnen schwere olmekische Kolossalköpfe gefunden. Ebenso Spieler eines ritualen Ballspiels.

Im Osten Mexikos wurden in den heutigen Staaten Tabasco und Veracruz die Reste einiger olmekischer Zentren freigelegt. Sie konnten auf die zweite Hälfte des zweiten Jahrtausend v. u. Z. und die erste Hälfte des ersten Jahrtausend v. u. Z. datiert werden. Zwei weitere Zentren waren San Lorenzo Tenochtitlan und La Venta. San Lorenzo Tenochtitlan war das Zentrum des olmekischen Staates in einer älteren Periode, wo hingegen La Venta die Hauptstadt in einer späteren Zeit war. Beide Stätten wurden von den Olmeken verlassen. In der Chavin-Kultur, die älteste peruanische Hochkultur, finden sich auffällige Übereinstimmungen mit den Olmeken. Man geht davon aus, dass  die Olmeken im 9 Jhdt. v.Chr. auch Kolonien hatten.

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Orte, an dene die abgebildeten Fundstücke in Mexico freigelegt wurden. Museum Anthropology,, Xalapa, Veracruz. Foto: Kunze

 

 

 

 

Quellen: 

eigene Reise, Teilnahme Konferenz und weitere Recherche vor Ort.
Interviews mit Hunbatz Men, AcTah – Maya

Erich von Däniken: Erinnerungen an die Zukunft.1989

zur Grabplatte Palenque :  Rainer Lorenz, Online-Magazin Mysteria3000 – Magazin für alternative und interdisziplinäre Archäologie

Ausgabe 3 (3/2002), 1. September 2002

Mysteria3000 bietet viele  Fakten und wertvolle Hintergrundinformationen zu den verschiedensten archäologischen Themen

Pierluigi Peruzzi: http://www.egpelo.ch

 

Mexico in den Farben der Traditionen

flor de pina tuxtepec 2013

Die Oaxaqueños (Einwohner der Stadt Oaxaca, Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates, eine Flugstunde südlich der Hauptstadt Mexico City, feiern seit Urzeiten das Fest Los Lunes del Cerro, wörtlich die „Montage des Hügels“.

Guelaguetza, ein Spektakel mit Musik, Tanz und Gesang. Das Fest findet unter freiem Himmel im Amphitheater von Oaxaca auf dem Hügel Cerro del Fortin statt. Ein echtes Ereignis für die Stadt, die im Gebirge des mexikanischen Hochlandes liegt. Das Fest bildet eine Konstante im Leben der Bevölkerung, die für ihre Fröhlichkeit bekannt und stolz auf ihre Traditionen ist. Im Bundesstaat Oaxaca trifft man auf eine einmalige und interessante kulturelle Vielfalt. Dort leben etwa sechzehn ethnische Gruppen, die mehr als 22 Sprachen und mehrere Dialekte sprechen. Im Zusammenhang mit der kulturellen Vielfalt verwenden die Bewohner der Region oft das Wort „mezcla“ (Mischung).Nach der „Flor de Piña“ (Ananas), dem traditionellen Tanz der Delegation von San Juan B. Tuxtepec, führen die anderen Delegationen unter stürmischem Applaus des Publikums die fünfzehn anderen Tänze der Gemeinde vor, begleitet von Musik und traditionellen Liedern.

karte Mexico

Foto: kunze

Ananas

danza de la pluma tuxtepec

gracias Tete

Zeremonielle Zentren, die ursprünglich von den Zapotheken errichtet wurden, sind heute archäolgische Stätten. Zu Bolerorhythmen kleiner traditioneller Trommeln und Klarinettenklängen werde die Cascabel-Früchte geschüttelt. Die Pallacates, Schals, die mexikanische Bauern um den Hals tragen, wirbeln in den Tribünen. An den Anhöhen der Stadt Oxaca, im Amphittheater auf dem Cerro del Fortin singen und pfeien Zehntausende von Zuschauern. Wirbelnde, rote, grüne und orangefarbene Flecken allüberall.

Der Bundesstaat Oaxaca  am Ufer des Pazifik ist  eine grüne Region, in der die Berge bis zu 3 000 Meter hoch sind. Das Freilichttheater bietet einen außergewöhnlichen Blick direkt auf den Gebirgszug der Sierra Madre. Vor dieser einmaligen Naturkulisse findet die Guelaguetza statt, der Höhepunkt der acht Tage. In der Guelaguetza mischen sich die Traditionen der spanischen Karmeliter aus der Kolonialzeit mit den Riten und Religionen der Urvölker, die ein entferntes Erbe der Zapoteken sind. Als Polytheisten opferten sie jedes Jahr mehreren Gottheiten und baten um ergiebige Regenfälle und eine gute Maisernte. In der Eröffnungszeremonie entdeckt man – natürlich in abgewandelter Form – den Kult von Centéolt, der Göttin des zarten Mais  wieder. Anschließend wird aus den von jeder der sieben Region entsandten Kandidatinnen die Göttin des Mais gewählt. Die sieben Regionen sind: die zentralen Täler, die Sierra Juárez, Cañada, Tuxtepec, Mixteca, die Küste des Isthmus und Tehuantepec. Die Kandidatin, die nicht allein auf Grund ihrer Schönheit, sondern auch wegen ihrer Kenntnis der Geschichte, der Bräuche und der Traditionen ihrer Ortschaft gewählt wurde, übergibt in Galakleidung dem Gouverneur der Region die Kupfertrophäe. Danach folgen die Tänze, die von den 16 Delegationen der Region gezeigt werden.

festa mexico

Die Zapoteken gehören zur Urbevölkerung Mexicos.  Die Azekten bezeichneten sie als Leute aus dem Wolkenland.Der Name Zapoteca leitet sich aus der Aztekensprache, dem Nahuatl her. Es sind die Bewohner des Ortes, wo Sapote wächst.  In vorspanischer Zeit waren sie eine hochentwickelte Kultur.  Schon 1500 vor Christi tauchen Schrift- und Zahlzeichen auf. n der Reliefkunst und in der Keramik sind olmekische Einflüsse ablesbar. Der berühmteste Zapoteke ist der ehemalige Präsident von Mexico Benito Juàrez, der in den 1860er Jahren den Abwehrkampf gegen die Franzosen unter Napolèon III und gegen die Habsburger Maximilian I – der den Thron als Kaiser von Mexico beanspruchte – führte und erfolgreich beendete.  Es wird geschätzt, dass heute noch rund 800.000 Zapotheken in Mexico leben.

Über die Olmeken berichtete ich ja schon in meinem Blog.  Die sind bekannt für ihre großen Basaltköpfe und sahen so aus:

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Karte der Orte, an denen hier abgebildeten  archäologischen Schätze  entdeckt wurden. Museum Anthropologica, Xalapa Foto: Kunze, Mexico

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Stelen der Zapoteken. Museum Anthropologica, Xalapa, Mexico. Foto: Kunze

Cultura Olmeca

Cultura Olmeca

Museo Antropoligia – garantiert einen Besuch wert. 1.500 Exponate sind zu bestaunen.

Martina im Land der Mayas – auf Mayathan ‚Mayab‘

Martina K. hat`s geschafft! Gerade noch drei Plätze waren im Reisebus frei. Danke Universum! Gute Eingebung – gleich heute ein Ticket kaufen. 2500 Pesos reichte ich dem Herrn mit einem fröhlichen Lächeln. Das sind circa 150 Euro. Man stelle es sich vor, 1.000 Kilometer mit dem Bus von Deutschland aus – was würde es wohl kosten? Keine Nervereien mit den vielen Straßengebühren oder sonstigem Allerlei auf mexikanischen Straßen. Gute Aussichten auf schöne Landschaften.

Ich werde am 19.12.2012 nach Cancun reisen. Spätnachmittag geht es von Xalapa los. Am 20.12., Samstag Mittag komme ich in  an. Ich bin im Land der Maya am 21.12.2012. Ich schreibe es lieber nochmals, damit ich es auch selbst glauben kann: ich bin im Land der Maya am Tag der Tage!!!! Ihr Lieben, sollte die Welt tatsächlich untergehen, sitze ich an dem schönsten Platz, den ich mir dafür denken kann. Die Rückreise ist für den 28.12 vorgesehen, nachts um 1 Uhr bin ich wieder in Xalapa. Dann werde ich aller Voraussicht am nächsten Tag nach Veracruz übersiedeln und mir dort noch zwei Tage Hotel und Stadt gönnen und von dort direkt den Flughafen anpeilen. So ich ein Hotelzimmer bekomme – so einfach ist das nämlich nicht von hier. Mitunter einfacher von Deutschland aus zu buchen.

Ich werde morgen Senora Mildred besuchen  und sie herzlich umarmen, mich bedanken – letztlich hat sie dafür gesorgt, dass ihre Freundin Senora Dottore Marie Theresia, ich darf sie Tete nennen, auf mich zukam und mich mit in ihrem Hotelzimmer übernachten lässt. Diese gute alte Maya-Dame wohnt tatswahrhaftig gleich schräg gegenüber und Jürgen wußte nichts von ihr, außer dass sie ein wenig ‚esoterisch angehaucht‘ sei. Diese Frau beschert mir gerade die reinste Freude!  Ah dieser Mann, heute fahren wir am Theater vorbei, das ist ein moderner, sehr schöner Bau, da kommt nicht mal Bonn mit seinem Theater mit – und er erwähnt es nach drei Wochen Aufenthalt mal kurz im Vorbeifahren, voller stier-ischer Ungeduld am liebsten alle Autos vor sich wegschiebend.

Yucatan – du Zentrum der indigenen Maya-Kultur vom 4. bis 10. Jahrhundert  – ich darf dich kennenlernen!  Die gesamte Halbinsel ist überzogen von Cenoten. Das sind Kalksteinlöcher. Sie boten schon zu Zeiten der Maya Zugang zum Grundwasser. Es ist Süßwasser.

Also Konferenz in Cancun  vom 20 bis 23. Dezember einschließlich Stufenpyramide, 24. bis 27.12.  geht es nach Playa de Carmen, Weihnachten ohne Jürgen – ich atme tief ein und wieder aus, aber vor allem atme ich auf. Danke, danke, danke Universum! Dreieinhalb Tage Sonne, Sand und Meer, naja vielleicht ja auch während der Konferenztage. Ich nehme meinen Laptop mit nach Cancun – in dieser Weltstadt wird es doch sicherlich auch W-LAN geben, Direktschaltung nach Deutschland – ihr seid dann gleich mit dabei. Bienvenido!

Museo Antropoligia

Museum Antroplogia taverne 158

Wirklich beeindruckende Fundstücke aus der Zeit 1500-100 a.C., die sich über das Land verteilten und gefunden werden wollten.

Museum Antroplogia taverne 027

Man nimmt an, dies ist eine Frau- es fehlen aber endgültige Beweise. Ausgegraben in San Lorenzo. Flacher Hinterkopf, Haarschmuck soll aus Textil gewesen sein.

Ich war total begeistert von allem. Wirklich, es ist hochspannend in diesem Museum, dem Zweitgrößten von Mexiko auf diesem Gebiet. Leider alles in Spanisch und nur bei bestimmten Fundstücken besteht die Möglichkeit sich über Ton etwas zum jeweiligen Exponat in Amerikanisch anzuhören, vermengt mit Hintergrundgeräuschen macht es das Verstehen dieses typischen amerikanischen Slangs etwas schwer. Schade.

Überhaupt scheint man hier nur  auf Amerika fixiert zu sein. Nicht mal die größte Bank tauscht Euros in Pesos, nur Dollars bitteschön.

Ich fragte heute nach, warum nicht Veracruz die Hauptstadt vom Bundesstaat Veracruz ist? Nun, es gibt ein Gesetz, das besagt, dass keine Hafenstadt je Hauptstadt werden darf. Mit den Eroberungszügen fürchtete man wohl, dass eine Hafenstadt schnell erobert sei und dann beträfe es sofort die Hauptstadt. Das gelte es zu verhindern.

Ich fragte auch nach, wie es dazu kam, dass die 22jährige Schönheitskönigin im November erschossen wurde. Sie saß auf einem Pick Up von Leuten des Drogenkartells, warum auch immer – jedenfalls erschossen wurde sie von der Polizei. Unglückliche Umstände, dass sie mit hinten auf dem Wagen saß.

Ich hatte heute auch vor einer Toreinfahrt zu warten. Zwei schwerst bewaffnete Männer, sogar die Patronen hängen denen  sichtbar am Gürtel, Maschinengewehre in der Hand – jedenfalls sicherten sie ein Auto ab, während ein weiteres Auto aus dem Tor fuhr. Und vor dem Auto stand noch ein Panzerwagen Meine Güte.

Die Zeit wurde knapp im Museum. Es schließt um 17 Uhr. Schade, wäre gerne noch länger dort geblieben. Danach lief ich eine Stunde Richtung ‚Downtown‘, eine Stunde stinkender Autoverkehr, keine Straße, die nicht verstopft war mit Autos, schreckliche Fußwege, alle mit je eine Stufe versehen, hohe Stufen versteht sich. Ich fragte mich, wie die kleinen mexikanischen Frauen auf ihren 8cm hohen Schuhabsätzen diese aufgewellten und schief verlaufenden Gehsteige auch nur für zwei Minuten aushalten können. Glücklicherweise spazierte ich neben einer Mexikanerin, die eigentlich aus Mexiko-City kam und nur für ein Jahr in Xalapa lebt. So verging die Zeit. Ihr sei Xalapa zu klein, meinte sie. Aha, dachte ich, naja Mexico-City hat sicherlich andere Dimensionen. Dort fanden sich übrigens 20.000 Menschen zu den Feierlichkeiten der Nuestra de Guadelupe ein.

Ich jedenfalls ließ mich unten in Downtown angekommen in meiner kleinen Taverne verwöhnen, spürte meine Millionen von Zehen und ließ es mir darum auch mit scharfem Essen und Ananassaft gutgehen. Die lachen immer so schön, die Patronatin, eine alte Mexikanerin, bedient mich immer und versteht mich so gut wie nicht und bringt dennoch, etwas, was ich mag – heute durfte ich erst einmal direkt aus dem Topf naschen. Mui picante. Mein Spanisch versteht hier ni-i-icht jeder. Selbst wenn ich es korrekt aus meinem Spanisch-Buch ablese. Ich habe keine Erklärung dafür! *lach. Ich glaube, viele können gar nicht lesen, denn selbst das funktionierte nicht. Ach, irgendwie geht es immer. Heute traf ich auf einen Taxifahrer, der tatsächlich nur 100 Pesos für die Fahrt zur Rancho haben wollte. Vor dem Fluß musste ich ihm allerdings gut zureden. Er traute dem Wasser nicht. Doch, doch, sie können durch den Fluß fahren. Vamos.

…morgen erzähle ich mehr zur Kultur der Olmeken und dem Museum…ich bin jetzt so müde….

hasta luego (bis bald)

Lagunenstadt Cancun und viel historisch Interessantes

mexiko

einst ein kleines Fischerdorf, heute gibt es dort leider auch den ‚Ballermann‘ für junge Amerikaner, weißpulvrige Sandstrände, türkisfarbenes Meer

Wann hörte ich den Namen dieser Stadt schon einmal?

In den deutschen Nachrichten. Na klar. UN-Klimakonferenz, vor wenigen Jahren, genau, die fand dort statt. Das berühmte Kyoto-Protokoll. Man wollte ein rechtliches Nachfolgeprogramm dessen und kam doch nur wieder bis zu einer Verlängerung des Kyoto-Protokolls. Und ein Koreaner hat sich während der Weltkonferenz aus Protest selbst getötet.  Im Jahr 2005 wurde die Stadt vom Hurrican Wilma fast völlig zerstört. Hurrican-Gefahr besteht ab dem Monat September, heißt es. Seit den 60er Jahren ist die Lagunenstadt als Urlaubsreiseziel entdeckt.

imagesKrystal Hotel

Sie liegt im Nordosten der Insel und war einst ein kleines Fischerdorf. Dort beginnt die Rivera Maya.  Ich hoffe nicht, dass ich im ‚Ballermann’ amerikanischer Schüler lande. Die Stadt Playa de Carmen gehört zum Gebiet Tulum – dort wird es wohl  nur so von Touristen wimmeln.

Allein mit dem Leihwagen würde ich diese Fahrt von Xalapa Richtung Cancun nicht machen. Jede Menge Militärkontrollen auf den Straßen, die Beschilderungen sind dazu denkbar schlecht in Mexiko – als Ausländer wirklich schwierig mitunter, GPS funktioniert in vielen Gegenden erst gar nicht. Im November wurde erst die mexikanische Schönheitskönigin erschossen, gerade mal 22 Jahre alt – das Drogenkartell schlug zu.

…tz tz tz…und jetzt ist schon 16 Uhr bei Euch und ich geniesse den Morgen. Dieser Artikel wurde von meiner nächtlichen Müdigkeit unterbrochen, aber jetzt geht es weiter

Xalapa und Indianerwelten

Gegen 12 Uhr fahre ich in die Stadt, Bustour ins Land der Maya klären, danach geht es ins anthropologische Museum. Bin gespannt, was sich dort alles entdecken lässt.  Es ist das zweitgrößte Mexikos. Schwerpunkt: Olmekenkultur. Es hat die umfangreichste Sammlung archäologischer Fundstücke des Landes. Der Besucher folgt dem Ariadnefaden durch die verschiedenen Kulturen des Golf von Mexiko.  Von den Olmeken bis zu den Huaxteken.  Ich begebe mich also mitten in die Indianerwelt hinein.  Olmeken gelten als die älteste amerikanische Hochkultur.  Mitten im Urwald entstand eine Hochkultur.

Es ist  hochspannend hier. Ich werde mich noch mehr einlesen. Das ist alles so, so unglaublich interessant.

Man vermutet, daß die Olmeken die Schöpfer der Haupterfindungen des vorkolumbianischen Mesoamerikas waren. Sie hatten beispielsweise eine Schrift, die viel Ähnlichkeit mit der späteren Hieroglyphenschrift der Maya und Azteken hat. Olmekische Figuren repräsentieren möglicherweise Gottheiten, die noch bei der Ankunft der Spanier verehrt wurden, wie Xipe Totec (der Gott des Frühlings) oder der Totengott Quetzalcoatl -der begegnete mir in einem Buch bereits auf der Ranch Good Vibration. Der Name „Olmeken“ stammt aus dem Nahuatl, der Sprache der Azteken. Das hieß „Bewohner von Olmán“ oder „das Volk des Kautschuklandes“.

                                                                      Mexikos älteste Zivilisation

olmeken

Historische Karte ausgeliehen aus dem Weltatlas. Danke Weltatlas.

Also ich befinde mich im Zentrum der Indianerwelt. Dem Land der Olmeken, der ältesten amerikanischen Hochkultur!

 

Gestern traf ich in Xalapa erstmalig auf einen jungen Mexikaner, der prima Englisch bzw. Amerikanisch spricht. Er lebte ein Jahr in Chicago, erzählte er mir, darum spreche er sie gut. Nicht mal Senora Dottore spricht Englisch. Paco ebenfalls an der Uni gewesen, und zwar an der renommiertesten des Landes Mexiko, der Universität Veracruz hier in Xalapaga, spricht kein Wort, auch wenn sie behaupten, sie sprechen.  Ich saß also zur Lunch-Zeit, die beginnt hier um 14 Uhr,  in einer kleinen Taverne am Mercado de Sauces und löffelte cremige Broccolisuppe als Vorspeise, aß Fisch mit Reis und Salat, trank Melonenwasser und gönnte mir anschließend noch einen fantastischen Kaffee. Der Kaffee schmeckt hier wirklich exzellent. Ja, ihr Lieben, ich weiß, Kaffee ist immer auch eine Hardrock für die Leber, mi non interesse, er schmeckt und heizt meine Gedanken an! Wann trinkt man schon mal Kaffee aus 1000 Meter Höhe in good old Germany.

Im dichten, wirklich dichten Nebel, fuhr ich Richtung Le Pitaya zurück. Der Berg des Nebels wurde seinem Namen gerecht. Die Autos drängten sich dicht bei dicht durch die Straßen. Das tun sie zu allen Tageszeiten. Mir scheint hier explodiert der Verkehr bald.  Xalapa scheint ebenso ein Epizentrum der Gastronomie zu sein. In den kleinen unscheinbaren Tavernen kann man ganz wunderbar essen. Zumeist spielt vor dem Lokal ein von Armut gezeichneter Mexikaner auf seiner Gitarre und singt wunderbare Lieder.  Die Menschen sind überaus hilfsbereit und allemal nett.
Xalapa war  einst wichtiger Handelspunkt während der Kolonialzeit und Bindeglied zwischen Karibik, Neu-Spanien und Europa.  Es liegt im mittleren Hochland.  Nach Mexiko sind es von hier 350 Kilometer. Nach Veracruz mit dem Bus zwei Stunden, mit dem Auto gut eine Stunde. Fährt man auf der Autobahn muss man Straßengebühren bezahlen. Der Bundesstaat Veracruz zieht sich an der 1000 Kilometer an der Golfküste Mexikos entlang bis hinein in die Sierra Nevada.

Mehr als 7 Millionen Menschen leben in diesem Bundesstaat Veracruz. Der Pico de Orizaba (Foto von der Farm ‚Good Vibration‘ aus) ist übrigens der höchste Berg Mexikos. Nicht die Stadt Veracruz, sondern Xalapa Enriquez (vollständige Name der Stadt) ist die Hauptstadt dieses Bundesstaates! An die 600.000 Menschen leben in ihr. Regiert durch den Gouverneur, dessen Haus 24 Stunden von der Polizei bewacht wird, darum durchfährt man von der Rancho Alemania  Richtung Coatepec immer eine Sperre auf der Hauptstraße. Sandsäcke sind aufgebaut, halbe Reifen liegen mitten auf der Straße, alle Polizisten sind bis auf die Augen vermummt und schwerst bewaffnet. Nur zur Lunch-Zeit siehst du mal ein Gesicht der Herren, sie essen selbst dort. Die kennen mich schon und wir winken uns immer zu.

Xalapa – ja, mein Eindruck bleibt. Diese Stadt wird in den Reiseberichten schöner  und interessanter beschrieben, als sie es ist oder anders gesagt, als sie mir  zumindest erscheint. Man findet sicher Erinnerungen aus alten Tagen der Kolonialzeit, hier und da wunderschönes Holzmöbel, interessante Balkone, auf denen man mexikanische Männer mit Cowboyhüten sitzen sieht, während sie ihr Essen geniessen. Es gibt sehr viele kleine Gassen, die man auf 3 Meter hohen Fußwegen abspazieren kann.  Man schaut als Fußgänger in den Viertel der zweiten Reihe immer über die Dächer parkender Autos,  mein Eindruck ist aber auch,  viele, wirklich sehr viele Häuser sind wahrlich in keinem guten Zustand, da kann auch die bunte Farbe nicht drüber hinwegtäuschen. Es gibt eine ganz schmale Gasse, in der befinden sich an die zehn kunsthandwerkliche Stände und viel Gastronomie. Dort sollte man allerdings auch gut auf seine Sachen aufpassen. Wenn ich da an Thailand denke, ist das ein Mini-Angebot an Markt. Ansonsten stolpert man sicherlich über Geschäfte, die Schals, Brillen, Handy`s, Uhren etc. anbieten – Billigware. Kulturell bietet Xalapa ganz sicher ein wunderbares Potpourri an Konzerten, Theateraufführungen, und nicht vergessen, das Sinfonieorchester. Und ganz sicher ist der Besuch im anthropologischen Museum ein Highlight.

Museum

Anthropologische Museum in Xalapa. Auf diesen Besuch freue ich mich schon.

Ich werde Euch später erzählen, was mir dort so alles begegnete. Aktuelle Zeit in Xalapa: 10.36 Uhr