Mut haben, zu springen

kaffeesprung

Der Sprung in die Wahrheit.
Die Wahrheit aussprechen oder nicht. Der Moment, der Mut im Leben verlangt. Ich schreibe von dem Mut, wo die Betreffenden hinterher überrascht sind. Ich schreibe von Momenten, in denen wir gar nicht anders können, sonst hätte es uns das Leben gekostet. Ungeachtet aller Konsequenzen können wir gar nicht anders, als das zu ehren, was für uns wahr ist. Ich schreibe von dieser  tiefen Stimme, die man in sich rufen hört und die es einem unmöglich macht, ihr nicht zu folgen. Ja zu sagen zu diesem. Nein zu sagen zu jenem. Wie eine Meeresschildkröte, die in die Tiefe will. Andere nennen es gerne egoistisch, wenn man seine Wahrheit sucht und authentisch sein möchte.
Wie oft ringen wir mit Entscheidungen, wägen ab, was andere dazu sagen könnten, statt auf das zu hören, was in uns an Wahrheit aufsteigt, ohne uns um die möglichen Konsequenzen zu sorgen.

Einfach springen. Sich erfüllen lassen, von dem, was wahr ist, auch wenn man es manchmal selbst nicht ganz versteht.

 

 

 

Advertisements

Einfach…keine große Sache

ernten1

Ich suchte das ganz besondere Gefühl. Gestern. Heute.
Mein Leben in die Schwingung versetzen, die zu mir passt. Ja, das wollte ich.
Mein Hirn begann fieberhaft zu arbeiten.
Was ich fühle, danach sehne ich mich.

Und dann traf ich in meiner Lieblingsbuchhandlung auf eine alte Freundin, die sich immer seitwärts positioniert, damit jeder sehen kann, wie dünn sie ist. Ohne Kleider wiegt sie vielleicht 45 Kilo. Sie betrachtete mich ganz eingehend, studierte mich.  Und sie war mit einem so tödlichen Ernst bei der Sache, dass ich mich nach einer Weile dick fühlte. Schier zum wahnsinnig werden.

Mein Geist und meine guten Gefühle rasten mit Lichtgesschwindigkeit dahin. Um Leib und Leben versuchte ich mein Bäuchlein einzuziehen, positionierte mich in einer  Körperhaltung, die mir vorteilhafter schien. „Bleib einfach bei der Erfahrung, Martina“, sagte ich mir. Bleib standhaft. Zeige dir gegenüber Loyalität. Nimm Abstand vom Urteilen dir gegenüber. Schweife jetzt nur  nicht ab von der Freude, die du in deiner Lieblingsbuchhandlung erfahren wolltest.

Ich halte es für dringend nötig, an dieser Stelle zu betonen, ich bin nicht dick. Kann man eine Figur  mit einem Wort charakterisieren? Dünn? Dick?  Wenn ich mich für ein Wort entscheiden müsste, würde ich sagen: Ich habe so meine Akzente.
An dem Punkt, an dem nun aber  Gefühle sehr stark werden, kommt man in Kontakt mit ihnen. Man glaubt keine Sekunde daran. Menschenskind, irgend etwas wog tausend Tonnen an mir und ich hielt noch kein einziges Buch in den Händen.  Ich konnte kaum Blickkontakt mit ihr herstellen.

Die Angst eines Menschen kann ja leicht Angst bei einem anderen auslösen. Und die Angst  – Sie werden es wissen – macht blind.
Wo sitzen wir mit unseren emotionalen Nöten? Trauen wir uns, sie zu erfahren? Nun, Erfahrungen sind überhaupt nur in einer Umgebung möglich, in der es Gegensätze gibt, sagte ich mir.  ‚Dort‘ muss es ja nicht  goldener sein als „hier‘.

maedchen schreiben Ja- a–a- a,  ich hatte den Mut, das ganze Spektrum meiner Gefühle zuzulassen. Und blitzartig stellte sich Einsicht ein. Mit der Welt und mir stimmte etwas nicht.  Also stand ich nur noch da. Nach einer Weile versah ich mein Bäuchlein mit Energie und streckte ihn so weit es ging nach vorne. So etwas wirkt erst wirklich überzeugend, wenn man sich wie eine Königin fühlt. Also bewegte ich mich dazu noch ein wenig entschlossen, als hätte ich lange Zeit als Soldat gedient. Eine gute Figur muss ja nicht zwangsläufig groß in Bewegung sein. Also verlangsamte  ich meine Antworten. Dieser langen Primadünna sah ich ihre Erschütterung an.
Sie mögen sagen: Ach, wissen Sie, wir sind das, was wir mental und physisch üben!
Wir bestärken Schaltkreise in unserem Gehirn, sowohl chemisch als auch neurologisch. Darum ist es gar nicht so gut, sich mit Negativbotschaften zu

beschäftigen. Schönere und neue Gefühle müssen wir denken.

Ja, sicher. Doch dieser Punkt, an dem wir an unsere Grenze gelangen, an dem man den gegenwärtigen Augenblick akzeptieren muss, ist aber auch ein ganz wichtiger Punkt für alle jene, die zu einem offenen Herzen und Geiste erwachen wollen.  Dieser Moment, in dem man den Halt unter den Füßen verliert, ermöglicht uns das. Er ist das, was uns antreibt, uns zu wandeln. Dieser Punkt war so einer für mich. Er war der Treibstoff für meine Reise.  Meine Lungen zogen Luft ein und aus, wie ein Blasebalg. Zellenleben erfrischen. Meinen gesamten Energievorrat steckte ich in mein Bauch hinein. Meine Freundin nutzte den Schwung, um sich noch ein wenig seitlicher zu stellen.  Sollten Sie jetzt fragen, warum ich das tat, dann lautet meine Antwort: „Naja, so ist das Leben nun einmal. Kleine  kreative Mutproben stärken die Niere.“

schatten

Sie kennen ja die Redensart: Das geht mir an die Niere. Angst drückt uns nieder. Alles beginnt mit der Niere, heißt es in der chinesischen Medizin. Sie ist die Wurzel des Lebens. Nieren produzieren das Mark: Knochen, Knochenmark, Gehirn und Rückenmark. Sie füllen das Gehirn und die Knochen. Wenn das Gehirn über das Rückenmark nicht genügend versorgt wird, können schlechtes Erinnerungsvermögen, schwache Konzentration, Schwindelgefühl, stumpfes Denken und Schlechtes Sehen die Folge sein.

Es gibt aber auch die Angst der Leber. Sie ist oft nicht als solche zu erkennen. Sie äußert sich als emotionale und körperliche Anspannung. Der Betroffene wirkt gehetzt, empfindlich, übersensibel, oft sogar aggressiv. Entscheidungen fallen ihm schwer, er ist unsicher. Die Aufgabe des Funktionskreises Leber ist die Harmonisierung innerer wie äußerer Lebensprozesse. Übernimmt die Leber diese Funktion nicht, hat der Mensch Probleme, sich spontan und flexibel auf Lebensumstände einzustellen – Stress entsteht. Die Angst der Milz hingegen zeigt sich als übertriebene Sorge. Ständig grübelt er über die Zukunft, über Probleme, die aller Wahrscheinlichkeit gar nicht eintreten werden. Die Angst der Lunge ist die Angst vor Verlust. Verlust von materiellen Gütern, Gesundheit oder nahe stehenden Menschen.

Bestimmte Emotionen korrespondieren bekanntlich mit körperlichen Organen. Die Freude am Herzen, der Ärger oder Zorn der Leber, die Nachdenklichkeit der Milz, die Besorgtheit und Trauer der Lungen und die Angst und der Schrecken der Nieren.
Für diesen Tag hatte ich genug mit angesehen werden.

 

Es gibt Abschnitte in meinem Leben, die trage ich in meinem Herzen. Wenn ich sterbe, wird es wegen des Herzens sein. Wenn etwas Folgenschweres droht, lenke ich es woanders hin. In meine Lunge zum Beispiel. Die pumpe ich auf,  aber ich kann dann trotzdem noch atmen.  Kommt mir jemand mit den alltäglichen kleinen Erniedrigungen,  stecke ich solche Dinge mit der Leber weg. Andere Schläge gehen woanders hin.  Die Bauchspeichedrüse behalte ich all dem vor, was mich an Verlusten trifft. Davon gibt es reichlich, dabei ist das Organ so klein. Ein kurzer scharfer Schmerz schon ist es vorbei.  Enttäuschung über mich selbst, rechte Niere. Enttäuschungen anderer über mich, linke Niere. Persönliche Misserfolge. Ich nehme es, wie es kommt. Mir fallen nur bestimmte Muster auf.  Wenn es dunkel wird, spüre ich es in den Handgelenken. Leuchtender Atem, so klingt meine Kindheit.  Heute sah ich einen Mann einen Hund treten, das  traf mich hinter den Augen und im Herz. Der Schmerz des Vergessens, die Wirbelsäule. Der Schmerz des Erinnerns, die Wirbelsäule. Selbst heute noch überrascht es mich auf der Welt zu sein. Das spüre ich im Knie.

Kopfschmerzen bekommen wir, wenn wir uns selbst nicht achten. pow

Klares Sehen, Mut. Die Unberechenbarkeit und das Unbekannte lieben.
Das Unbekannte kann darin liegen, keine gute Tasse Kaffee zu erhalten.
Der Rand, über den hinaus, ich den Schritt in den Abgrund jenes
unbequemen, ungewissen Raumes mache.

Heb dich empor und stürz dich ins Meer!

fluegelweitweitLege deine Hand auf dein Herz und sage dir: Einfach…keine große Sache.

Ding, was willst du von mir?

billard tisch afrika fantasie

Kreativität, die Fähigkeit Neues zu erschaffen.
Kreativität ist die Intelligenz, die Spass hat.
Kreativität ist nichts Geheimnisvolles. Es sind Ideen, die in einem wachsen und irgendwann aus einem heraus explodieren, wenn das Denken jene Energie nicht behindert.

Sie ist keine Gabe einer guten Fee.  Sie schlummert in uns allen.
P-sst! Sie sitzt in unserer rechten Gehirnhälfte.

Als dieses Foto heute auf mich zurollte, erinnerte ich mich auch an Heinrich Jacoby.

Er war Begabungsforscher und gab allen, die meinten, es gäbe Menschen, die nicht „gut genug“ seien, etwas zu lernen,  eine Antwort.  Ein Bekannte besuchte vor vielen, vielen Jahren ein Seminar bei seiner „Treuhänderin“. Sie hütete sein Wissen und gab Seminare hierzu.  Jedenfalls erzählte mir meine liebe Bekannte davon.  Ich wurde neugierig. Sein Buch heißt  „Jenseits von Begabt und Unbegabt“. Ich schenkte es mir damals und tauchte tief  in seine Gedanken ein. Es machte meinen Innenraum damals weit und fühlend. Es klingt noch immer in mir nach.

Seine Ideen und Gedanken sind  weit mehr als nur graue Theorie. Es geht um ein anderes Bewusstsein, auch ein anderes Körperbewusstsein.Viel zu viel Energie reichten wir unseren alltäglichen Bewegungsabläufen. Das beginne schon damit, wie wir von unseren Stühlen aufstehen oder die Art und Weise, wie wir eine Flasche greifen  und ginge weiter bis hin zu unserem Unterkiefer, den wir stetig festhalten. Wer öfters im Zug sitzt, mag sich vielleicht an all die wilden Schreibenden auf ihren Laptops, erinnern, die  laut auf ihre Tastaturen einhauen, so dass man als Mitreisender beginnt, sich Sorgen um die Buchstaben, seine eigenen Ohren und seinen Herzrythmus zu machen.

Alles könnten wir mit viel weniger „Kraftaufwand“ erledigen, sagte Heinrich Jacoby.

Er sagte aber noch mehr.

Als Musiker gab er Improvisationskonzerte.
Und er gab jenen, die an der Begabung anderer Menschen zweifelten, dieses zur Antwort:

Es sei lediglich eine Frage der Verhaltensqualität und keine Frage der Begabung, ob jemand etwas lerne oder nicht. Egal, worum es sich dabei handelt. Es sei keine Sache der Vererbung. Alles sei erlernbar.

„Wer mit einer Aufgabe wirklich verbunden ist, hat als ganzer Mensch zu ihr Beziehung, und bei dem gibt es weder jene grosse Kluft zwischen Wissen und Sein, noch jene Kluft zwischen Berufsverhalten und Alltagsverhalten, zwischen Berufsleben und Privatleben.“ (Heinrich Jacoby)

Heinrich Jacoby widmete sich Zeit seines Lebens der Frage des Leistens und Lernens. Jedes „unbegabte Verhalten“ könne durch Nachentfaltung gewandelt werden. Dies geschehe bei „genügender Neugierde“ durch „zweckmässige Aufgaben“.

Bewegungsbereitschaft wecken.

Tastend probierend.
Erforschen.
Hören aufkommen lassen statt  nachzudenken.
Absichtsloses Sehen statt analysierendes Glotzen
Keine Leistung auf Vorrat ohne Beziehung zu einer Aufgabe.
Sich hören beim Sprechen
Affekte abklingen lassen.
Nicht Machen-wollen.

Derartige Versuche lassen sich in den Alltag einbinden.

Ändern müsse sich die Mentalität,  die Einstellung zu den Möglichkeiten des jungen Menschen. Über Bewusstwerdungsprozesse in die eigenen „unzweckmässigen“ Verhaltensweisen, meint, das Erkennen und Erfahren des noch nicht stimmenden und „störenden“ Verhaltens könne verändert werden.  Sein Konzept: Stolpern sei der erste Schritt zur Veränderung des Verhaltens.  Es wecke das Interesse , sich zu mobilisieren für eine bewusstere Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten.
Es sensiblisiere für das Stimmende in sich.

Wie sie Stolpern lernen,  wie sie unproduktives, routiniertes oder unzweckmässiges Verhalten bei sich selbst entdecken können, das sollte Menschen gelehrt werden. Das Ziel solchen Vorgehens sei eine Mobilisierung, eine Ermutigung zu Entdeckungsreisen. Die Folge sei ein Erwerb von Fähigkeiten, an die man zuvor nicht glaubte.

Gebt den Frauen ein Zimmer und 400 Pfund zum Leben, und ihr werdet sehen…, auf diese Weise formulierte es Virgina Woolf vor einigen Jahrhunderten.

Jene Menschen auf diesem Foto unternahmen eine sehr kreative Entdeckungsreise.
Schade, dass so viel kreatives Potential in  Menschen auf dieser Welt so gar keine Beachtung findet.
Ich bin davon überzeugt, diese Erde und wir Menschen als Gesamtheit könnten genau diese Kreativität gut gebrauchen.
Ideenreichtum unter erschwerten Bedingungen in Afrika.

Trotz massiver Morddrohungen Buch veröffentlicht

Trotz massiver Morddrohungen Buch veröffentlicht

Ihr Buch, „Sklaverei – Im Inneren des Milliarden-Geschäfts Menschenhandel“, wollte Lydia Cacho  eigentlich 2011 auf der Lit Cologne persönlich vorstellen. Damals musste sie der größten Buchmesse der Welt absagen, weil sie erkrankte. 2012 erschien das Buch.

Ich berichtete bereits im Artikel vom 13. Januar über ihre Flucht aus Cancun und ihrer Odysee, dank eines Gouveneurs aus dem Bundesstaat Pablo und eines Unternehmers. Von Mexico-City zieht sie  in die Stadt, in der sie eine Pädophilenring aufdecken wird und  in dem genau jene Männer massiv involviert sind. Eigentlich zieht sie wegen  größtmöglicher Aussicht auf Ruhe und Sicherheit auf die Halbinsel Yucatan, bis dann – trotz massiven Sicherheitsvorkehrungen – selbst die Telefonanlage nicht ausreichend Schutz bietet und sie Hals über Kopf, innerhalb weniger Stunden, das Land Mexico aus Sicherheitsgründen verlassen muss.

220px-Lydia-Cacho_by_Mari_Resendiz

Lydia Cacho, geboren 1963 in Mexiko-City, ihre Mutter ist Französin. Eine sehr beeindruckende Persönlichkeit.

„Noch nie war Sklaverei so weit verbreitet wie heute.“ Das beschreibt die mutige Enthüllungsjournalistin Lydia Cacho in ihrem Buch „Sklaverei“.  Die Menschenrechtlerin schreibt über Menschenhandel, Kinderraub und Prostitution in Mexico. Trotz  massiver Morddrohungen veröffentlicht sie, und läßt einen übermächtigen Pädophilen-Ring auffliegen.  Wie skrupellos diese Menschenhandelmafia ist, erlebt Cacho am eigenen Leib. Sie wird verhaftet und gefoltert. Doch sie gibt nicht auf. Undercover recheriert die Autorin weiter, reist in die Türkei, nach Israel, Palästina, Kambodscha, Birma und Argentinien.

Zwangsprostitution –  meistens von Frauen – sei mit 79 Prozent die häufigste Form der modernen Sklaverei. Zwangsarbeit, Haussklaverei, Kinderhandel sowie Organhandel bildeten nicht minder grausame Formen von Missbrauch – auch darüber liest man in ihrem Buch. Sie deckt auf. Sie deckt auch die Machenschaften der korrupten Politiker und weltweit agierenden Menschenschänder auf. In allen diesen Ländern spricht Cacho mit Opfern, mit Frauen und Kindern,  die der Zwangsprostitution ausgesetzt sind, mit  Kunden, Pädophilen, Beamten der Einwanderungsbehörden und mit Flugkapitänen bestimmter Airlines. Am Ende zeichnet Cacho ein ziemlich genaues Bild über das Netzwerk des internationalen Menschenhandels.
Nach Angaben der UN leben heute 27 Millionen Menschen in sklavenähnlichen Verhältnissen. Um herauszufinden, wie diese Zahl zustande kommt und wie heutige Sklaven leben, hat Lydia Cacho fünf Jahre lang recherchiert. Zeitweise  verkleidete sie sich sogar als Prostituierte, erfuhr sie von  potenzielle Freier darum auch viel mehr als in ihrer eigentlichen Rolle als Journalistin.

Cacho bringt sich selbst durch ihre Recherchen in große Gefahr.  Die Mafia will die Veröffentlichung ihrer kriminellen Machenschaften unbedingt verhindern. Die Gier des Geldes und die Gier nach Macht, immerhin sorgen diese weltweitenVerbrechen für  jährlichen Einnahmen von 135 Milliarden Dollar.   Menschenhandel bringt der Mafia inzwischen mehr ein als das Drogengeschäft. Nur darum steht Lydia Cacho in ihrer Heimat längst auf  allen Todeslisten.

Ständiger Personenschutz . In den vergangenen zehn Jahren wurden  allein in Mexico mindestens 70 Journalisten  ermordet. Lydia Cacho berichtet in ihrem Buch davon, wie ihr einige versklavte Frauen die schlichte Frage stellten: „Wie fühlt es sich an, wenn man machen kann, was man will?“ Nun, sie wird es auch nicht mehr wirklich wissen.

Die Odysee einer mutigen Frau

2005 wird Cacho von sechs bewaffneten Männern entführt.Eine mehr als 24-stündige Horrorfahrt quer durch Mexico beginnt. Aus den Gesprächen der Männer erfährt sie, dass der als „Jeanskönig“ bekannte Unternehmer Kamel Nacif dahinter steckt. Seine Verbindung zu einem Kinderprostitutionsring hatte sie in ihrem gerade erschienen Buch „Los Demonios del Eden“ offen gelegt.Es gelingt ihr jedoch aus dem Auto heimlich eine SMS an ihren Lebensgefährten zu senden, der dafür sorgt, dass Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International mobil machen und sie gegen eine Kaution aus dem Gefängnis freikaufen. Nur so entgeht Lydia Cacho der eigentlich geplanten Folter im Gefängnis. Später erfährt sie, dass der Jeanskönig gut mit Mario Marín, dem Gouverneur des Bundesstaates Pueblo, befreundet ist und dieser Cachos Verhaftung organisiert hat. Folterung und eine Vergewaltigung waren von diesen beiden geplant. Sie sollte endgültig mundtot gemacht werden. Im anschließenden einjährigen Prozess wegen Rufmordes wird die Journalistin schikaniert – Nacif kauft ihren Anwalt, der daraufhin sehr nachlässig arbeitet. Doch Cacho wird  2007 freigesprochen. In Puebla gehen währenddessen Tausende gegen den Gouverneur auf die Straße, doch er behält sein Amt. Einige Zeit später isst Cacho mit Freunden in einem Restaurant, als ihr ein Fremder diskret anbietet, Marín und Nacif zu ermorden. Er ist ein Bewunderer ihrer Arbeit und außerdem der örtliche Chef der Zetas, dem brutalsten Drogenkartell Mexikos. Cacho lehnt das Angebot erschrocken ab.

Auch das ist Mexico immer noch.