Herzliche Liebe ist sehende Liebe

dna upgrade

 

Ist es nicht so, dass das, was wir für dieses wunderbare Abenteuer Leben brauchen, in keinem Lehrbuch der Welt steht? Und doch führt ES uns, Stufe um Stufe, auch wenn wir mitunter diese Wirklichkeit auf den Kopf stellen
Wir  dürfen wachsen. Wir dürfen Eigenschaften ablegen.
So manche Antwort des Lebens  überrascht uns vielleicht. Und so manches Mal kämpfen wir mit dem „richtigen“ Verhalten, wenn uns etwas in die Quere kommt. Wir schnell werden wir misstrauisch oder lassen uns aus der Ruhe bringen und reagieren emotional. Vorwürfe, Grollen,wei wir uns wieder einmal verlaufen haben, weil wir uns geirrt haben,  falsch entschieden, geschwiegen, zur Unzeit gesprochen oder uns von unguten Gefühlen hinreißen lassen, mal wieder auf der Überholspur die Freiheit genossen. Wie oft bleibt die Liebe dabei auf der Strecke? Wie oft tut uns im Nachhinein so manches Verhalten leid?  Wir wissen, jeder negative Gedanke blockiert vor allem uns selbst. Oder haben Sie nach einem Gespräch der heftigsten Kritik Frieden oder Harmonie? Was bringt jede Kritik an uns und an den anderen?
Was am Ende bleibt: Leere im Herzen, die Sehnsucht nach Liebe, nach Geborgenheit, nach Glück – nach allem, was ein Mensch haben darf.

Würden wir in der Liebe nicht viel eher zu jenen werden, die wir sind?  Wenn wir uns von unserem Herzen führen lassen, werden wir mit der Liebe geführt. Wir brauchen nur unser Herz und unsere Hände zu öffnen. So reifen wir zu etwas hin, was im Innersten unseres Herzens von Anbeginn auf uns wartet: Die Liebe.
Oh ja, wir können sie zurückweisen, wir können sie leugnen oder unter verdeckter Schuld und Opferdasein vergraben. SIE verschwindet dennoch nicht. Es gibt sie – auch in der tiefsten Dunkelheit.
Wann immer der Wunsch in uns erwacht, finden wir sie.
Tief im Herzen wissen wir, dass, wenn wir uns daran erinnern, dass wir geliebt sind, nur liebevoll handeln können. Das Gefühl sagt es uns. Was wir an Gutem aussenden, kommt im Guten zurück.

Wer sich für den Weg der Liebe entscheidet, muss Gutes tun, er muss sein, gut zu seinen Mitmenschen, in Worten und in Taten (aber bitte kein Helfersyndrom: über das Helfen-Wollen dem eigenen Weg ausweichen wollen).

In der Liebe gehen wir zur Tat über. Es beginnt mit dem rechten Hinsehen. Herzliche Liebe ist sehende Liebe. Man beginnt seine Umgebung anders zu sehen, erkennt, erfühlt Verhältnisse, Zusammenhänge, die man vorher übersehen oder verkannt hat. Man lernt die Menschen zu sehen. Wir sollten uns darin üben. Wer nur sich selbst sieht, erstarrt innerlich.
Man lernt Mitgefühl. Mitgefühl lässt uns sofort Herz und Hände öffnen. Da ist dann kein Platz mehr für Selbstmitleid, für all die selbstinszenierten Dramen, keine Einsamkeit, keine Illusion, keine Langweile. Mitgefühl taut vereiste Herzen auf und wärmte das eigene.

Diesen Weg dürfen wir alle beschreiten  – wenn wir wollen.
Es ist der gemeinsame Weg, der ins Licht führt.
Es ist der Weg, der uns wirklich zum Guten führt.

dream big

Demut, ganz in reiner Liebe.
Dankbarkeit in reiner Freude.
Dienen aus der Liebe heraus.
Tief atmen, um so viel Güte wie nötig in sich aufzunehmen, um
für alle unsere Nächsten, so viel aufzunehmen, wie der Nächste sie wirklich nötig hat.

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Tausend Gesichter

dear self

Ich stellte die Musik ab. Nat King Cole, der unbedingt zum Mond geflogen werden wollte, Peggy Lee, die predigt, dass man erst jemand ist, wenn man von jemanden geliebt wurde.
Am besten gleich morgens um sieben Uhr, dann ist die Luft nicht so stickig. Hast du Lust zum Joggen? Morgen. Gleich in der Früh?  Klar doch, hörte ich mich antworten. Ich hab Ja gesagt. Mist.
So viele Dinge tut man. Ich schaue in den Spiegel , jeden Morgen, jeden Abend. Jetzt ist Abend. Ich sehe eine Mischung aus höchster Vertrautheit und beunruhigender Fremdheit. Stets erscheint mir eine andere Facette in meinem Gesicht.  „Na, na“, sage ich mir besänftigend. Glücklicherweise habe ich genug Taktgefühl, Ich lächele mich so fröhlich an, wie ich nur kann.
badezimmerVielleicht sollte ich eine innenarchitektonische Veränderung vornehmen?
Was braucht die Welt einen Spiegel?

Ich gehe jetzt mal gleich ins Bett, damit ich gerüstet bin für den morgendlichen Marathonlauf. Deeeen Wecker habe ich auch schon gestellt. Verschlafen wäre mir peinlich.

So. Jetzt liege ich hellwach im Bett.

Pünktlich um 7 Uhr stehe ich in fast neuen Turnschuhen draußen vor dem Haus. Besser, als wenn er die Türe einschlägt. Quälende Momente meines Lebens. Was für eine bescheuerte Idee von mir.
In Muskel-Shirt kommt er um die Ecke gerannt. Turnhose im Glanzlook.

Das kann ja noch heiter werden. Laufschuhe mit Gel-Sohle, vom Feinsten. Dann kann`s ja losgehen.
Wo laufen wir denn lang? Er zeigt einmal im Quadrat bis hinter die Sonne. Es fühlt sich nach zwanzig Kilometer an.  Hätte doch mal Nein sagen sollen. Über Straßen, Brücken, links abbiegen, durch Wald und Unterholz. Langsam, erst einmal warm werden. Die Feuchtigkeit der Nacht zieht an meinen Beinen hoch. Jetzt bloß die Zähne zusammenbeißen. Hart und erbarmunglos fegt der Wind. Was bleibt er denn jetzt stehen und trabt wie ein Pferd auf der Stelle? Ich komme doch schon. Der will mich nicht zu Tode hetzen. „Geht es noch, Martina?“ Er lässt die Luft richtig profihaft aus seinen Lungen strömen. Ich beuge mich nach vorn und drücke meine Hände in die Taille. „Ich würde sagen, mehr oder weniger“, keuche ich mit zittrigen Händen. Meine Lunge will Luft. Mein Herz knallt wie wild. Der kann es einfach, schießt mir gerade durch den Kopf. Wird er wohl machen, j e d e n Tag, so einen kleinen Lauf jeden frühen Morgen. Luft bitte. Und schließlich bleibt die Wahrheit übrig.

snoopy morningIch hatte sowieso nichts Großartiges vor und  keine Lust. Lächeln nicht möglich. „Trostlose Gegend hier, was“, fällt mir noch so ein zu sagen. Sieht so deine Zukunft aus? frage ich mich. Alles nimmt seinen Lauf. Wenige Zeit später sitze ich an meinem Schreibtisch. Die Arme ausgespreizt. Mein Kinn ist darauf abgelegt. Turnschuhe abgeschmissen. Ist einfach bequemer. So sitze ich und starre aus dem Fenster. Ich gebe einen perfekten Seufzer von mir. Den einer ewigen Optimistin.  Durch so etwas verliere ich doch meine Kraft, sage ich mir.

Jetzt musst du nur noch innerlich zetern und mit dir schimpfen. Wenn ich mich jetzt über meine Entscheidung ärgere, komme ich ganz vom Weg ab. Das dahinter stehende Schaupiel – was ist das?

Im Zen sagen sie: Finde dein wahres Gesicht. Das Gesicht, das du hattest, bevor du geboren wurdest oder das Gesicht, das du haben wirst, wenn du gestorben bist. Alle anderen Gesichter gehören zum Verstand und nicht zum Herzen.

Wie viele Welten bewohnen wir? Wie viele Gesichter zeigen wir anderen so am Tag?
Wir haben gelernt ein bestimmtes Gesicht zu bestimmten Situationen zu machen. Auf Mutters Geburtstag ein anderes, als beim Geldabheben auf der Bank. Beim Vorstellungsgespräch ein anderes und gegenüber Freunden wieder ein anderes. Oder haben Sie ein Universalgesicht, das für alle Situationen taugt? Haben Sie nicht von verschiedenen Situationen verschiedene Vorstellungen? Sind Sie nicht unterschiedlich konditioniert? Beim Einkaufen schaut man anders als beim Zahnarzt. Unsere  Gedanken sorgen schon für das passende Gesicht.  Und ändert sich die Mimik immer nur  im Kontakt zu anderen?
Kennen Sie Ihr wahres Gesicht, frei von allen Beeinflussungen, innerer und äußerer Intentionen?

Gesichter-zum-Aussuchen

Trotz der vielen Gesichter öffnet sich immer nur ein Herz, wenn es sich öffnet…

Leo Tolstoj erinnert sich in seinen Memoiren an seine Mutter. Er sagt, sie sei eine sehr freundliche Frau gewesen, sehr gütig, aber nicht immer mitfühlend. Sie sei sehr emotional gewesen – so emotional, dass sie im Theater die ganze Zeit über weinte. Die Tolstojs waren reiche Leute. Sie zählten zum Adel. Wenn Tolstojs Mutter ins Theater ging, musste sie immer einen Diener mit zahllosen Taschentüchern begleiten.

Überrascht habe ihn aber immer, dass „sie selbst im russischen Winter, wenn es bitterkalt war, unter null Grad, und der Schnee draussen fiel, ins Theater gehen und ihren Kutscher einfach draussen sitzen lassen konnte, mitten im Schnee, wo er fror und vielleicht sogar krank wurde. Sie verschwendete niemals einen Gedanken an diesen Mann, der in der Kälte warten und leiden musste. Doch gleichzeitig vergoss sie Tränen über irgendeine Geschichte, die sie im Theater sah.“
Osho  sagt dazu:
„So verhalten sich sentimentale Menschen, emotionale Menschen – es kostet sie nichts, zu weinen, Gefühle zu haben. Doch es kostet sehr viel, mitfühlend zu sein. Es kostet das gesamte Leben. Ein mitfühlender Mensch ist ein sehr realistischer Mensch. Ein emotionaler Mensch lebt einfach nur in Träumen, in vagen Gefühlen, in Fantasien. Mitgefühl entsteht also nicht durch Fühlen.

Das bringt mich gleich zum Anlass meiner Gedanken, wie dem zur Frage, warum man sich mitunter selbst so wenig Mitgefühl entgegen bringt und warum man nicht einfach akzeptiert, dass man nicht perfekt ist, wissend, dass man es doch gar nicht zu sein hat. Ist es nicht so, dass wir nicht selten über unsere eigenen Entscheidungen  murren. Man bekommt so blöde Gefühle im Bauch. Es kommt Unzufriedenheit hoch. Doch bloß nicht zurückschauen. Man soll ja Vergangenheit Vergangenheit sein lassen. Vor uns liegt der Weg. Pflaster drüber.  Zudecken. Schwamm drüber. Das Ding ist, die Erinnerungen gehen davon nicht weg. Funktioniert garantiert nicht. Flieht man vor seinen eigenen „Fehlern“, sieht man die Fehler anderer umso stärker.  Herzensgüte, auch das noch!

lehrer

Wir machen Fehler. Wir machen sie manchmal aus Hilflosigkeit, manchmal aus Arroganz, manchmal aus Verzweiflung. Manchmal machen wir sie aus der Unwissenheit heraus.
Annehmen.  Ich sag ja nicht, dass es einfach ist, mit sich ins Reine zu kommen. Ich sage nur, dass es ein guter Weg sein kann – für sich und damit auch für die ganze Welt. Verstehen, was mich dazu getrieben hat. Ich mach`s beim nächsten Mal besser. Das nächste Mal gehe ich einen anderen Weg. Über mich lachen. Mich selbst lieben, als den Menschen, der ich gerade bin. Zu wissen, dass es gut und richtig ist, dass man so ist, wie man ist. Niemand etwas beweisen müssen. Ich bin, wie ich bin, nicht mehr und nicht weniger. Und das ist gut so. Wir dürfen Fehler machen, manchmal brauchen wir sie auch. Eine gehörige Portion Selbstliebe kann dabei helfen, sich kreativ durch den Prozess zu wuseln.

Worte und Konzepte öffnen nicht unsere Herzen. Das kann nur Liebe. Wenn wir in der Liebe leben, und sie auf andere freimütig ausdehnen, werden die Worte, die nötig sind, in den Sinn kommen. Und klar ist doch, Liebe hat mit Selbstliebe zu tun. Klar ist auch,  je mehr Selbstliebe wir haben, desto mehr Liebe bleibt übrig für jemanden, der einem gegenüber „Fehler“ begangen hat. Desto mehr kan ich ihn in seinem Sein lassen. Wenn man dann noch die Stärke hat, nicht auf sein besseres Wissen Stolz zu sein und auf den anderen herabschaut, gibt man dem anderen die Möglichkeit viel schneller sein Gleichgewicht wieder herzustellen und über sich und sein Verhalten zu schmunzeln.

Willkommen im Leben. Wir sind auf diesem Planeten, um zu wachsen. An Erfahrung.