Coba – Stadtstaat der Maya

 

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Stele von Cobà, Yucatan, Mexico

Die archäologischen Funde berichten von Kukulcan, der auf den Stelen  als Ah Kin Coba erwähnt wird.
Kukulcan war für die Maya der Gott der Auferstehung und der Reinkarnation. Die Tempelstadt Chichèn Itzà wurde ihm zu Ehren erbaut. Die Azteken nannten in Quetzalcoatl. Die Maya sagen, er kam aus dem Ozean und kehrte dorthin zurück. Sie sagen auch, er wird eines Tages wieder auf die Erde zurückkehren. In Yucatan wird er Kukulkan, in Guatemala wird er Gucumatz genannt.

Theorien über die Maya sind so alt wie Mayaforschung. Schon die spanischen Missionare vermuteten im 16. Jahrhundert über eine mögliche Abstammung „der Indianer“ von einem der verlorenen Stämme Israels. Sie werden ebenso mit Atlantis in Verbindung gebracht.

Sie erschufen eine blühende Kultur, die fünfmal länger bestand als das Römische Reich. Sie bauten Städte in architektonischer Perfektion. Pyramiden, Tempel, Paläste – ausgerichtet nach Planeten- und Sternenkonstellationen. Lange bevor in Europa überhaupt von Kultur zu sprechen war. Sie berechneten einen Kalender, der fast auf die Sekunde so exakt ist wie unser heutiger.  Sie erfanden das mathematische Konzept der Null, sie konnten Sonnen- und Mondfinsternisse voraussagen. Sie erschufen eine blühende Kultur, die fünfmal länger bestand als das Römische Reich. In Kunst und Architektur erreichten sie ein hohes Maß an Ausdruckskraft und Vollkommenheit. Fließendes Wasser in den Häusern, steinernde Toiletten mit  Wasserspülung, ein Kanalisationssystem in Palenque und mancher anderen Stadt – nicht in allen. Sie hinterließen in Stein gemeißelte Geschichten und Kristallschädel, die , laut Wissenschaft, mit heutiger Technik nicht nachgebaut werden könnten. Ihre Straßen waren mit einer wetterfesten Schicht überzogen.  Sie bauten Straßen in Perfektion, nutzten aber, so sagt die Forschung,  keine Last- und Zugtiere und keine Fahrzeuge mit Rädern.
Sie verliessen eine Stadt nach der anderen und bauten sie ein paar hundert Kilometer weiter erneut auf.
Sie gaben ihren Sternenbilder die gleichen Namen wie die Sumerer, die auf einem anderen Kontinent lebten.

Ihre Blütezeit erlebten sie in der sogenannten klassischen Periode, die zwischen 600 und 800 nach Christus ihren glanzvollen Höhepunkt erreichte.

 

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Links i. Bild:  unerforschter Dschungel. Rechts i. Bild: :  Forschungsgelder standen zur Verfügung. INAH Mexico leistet hier wertvolle Arbeit. Das Institut für Archäologie und Geschichte.

Auf mehr als tausend wird die Zahl der Maya-Städte in Mittelamerika geschätzt. Zumeist von dichtem Urwald überwuchert, schwer zugänglich und häufig genug noch nicht einmal in Ansätzen erforscht. Zu den erfreulichen Ausnahmen zählt Coba, von den Tourismuszentren Yucatáns ebenso schnell erreichbar wie Chichén Itzá.
Die Maya-Stadt Cobà

Erstmals entdeckt wurde die Stätte im Jahr 1891 vom Österreicher T. Maier. Erst 1929 begann man mit den ersten Ausgrabungen.
Trotz systematischer Forschung sollen noch die meisten Gebäude verborgen liegen. Man muss einige Wege zurücklegen, will man das Gebiet erkunden.

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Coba liegt nah der Riviera Maya, ein Küstenstreifen. Die schönsten Hotels finden sich dort.

Die Halbinsel Yucatan kennzeichnet sich durch einen steinigen und trockenen Norden und eine nassen Süden, wo zum Teil große Seen gewesen sein müssen. Im Norden siedelten sich die Maya mit ihren Städten nah der Cenoten an. Cenoten sind unterirdische Wasserquellen. Sie waren mehr als das. Für die Maya waren sie heilige Orte. In Größe und Form  zeigten sie sich sehr unterschiedlich. Fast alle Städte im Nordosten und im zentralen Norden wurde in der Nähe von Cenoten erbaut oder nah der Höhlen, in den Wasser gesammelt werden konnte.

Regen fällt im nördlichen Teil Yucatans im Juli und August.

In der Stadt Cobà  gab es drei Seen: den See Sacalpuc, den See Coba und der See Macanoxc. Auch heute noch liegt die Stadt zwischen zwei Seen, die aber wegen der Krokodile nicht so wirklich zum Baden geeignet sind.

 

Die Stadt liegt im Norden der Halbinsel Mexicos, keine 30 Kilometer vom Karibischen Meer entfernt. In alten Schriften wird Coba  auch mit den Namen Kabah erwähnt. Die Maya nennen sie auch Oxkinca.  Sie war nicht nur eines der wichtigsten Metropolen und Handelsstädte während der spätklassischen Epoche, sie war ebenso die größte Stadt Mesoamerikas. Während des 8. Jahrhunderts lebten in der Stadt etwa 55.000 Einwohner. Zur Ankunft der Spanier war die Stadt – wie viele andere Städte auch – bereits aufgegeben.

Im 9. Jahrhundert zogen  die Iztas nach Cobà. Itzas waren Chontal sprechende Mexikaner der Bundesstaaten Campeche und  Tabasco. Später, nach Ankunft der Itza im Maya-Land, migrierten ebenso ebenso Mexikaner aus den mexikanischen Hochebenen in die Stadt Cobà. Sie kamen als Krieger oder Händler auf die Halbinsel Yucatan.

 

 

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Auf einer Cobà- Stele abgebildet

 

Für zwei Jahrhunderte, vom13 bis 15. Jahrhundert, war Mayapan die Hauptstadt Yucatans. Als die Stadt im 15. Jahrhundert unterging zog sich der Herrscher der Stadt, Hunac Ceel Cauich, nach Cobà zurück. Erwähnt ist Ah Muzen Cab, der Honig produzierte und mit Coba assoziiert wird.  Honig war seit Urzeiten sehr bedeutsam für die Zeremonien der Maya.

Gott M, bekannt als Ek Chuah,  ist häufig auf Keramik-Gefäßen zu sehen und zwar in Form eines Reisenden, der eine Tasche mit Coba auf dem Rücken trägt. Gott M war der Gott für den Kakao. Der große Schöpfergott Itzamna wurde bei den Maya durch einen großen Lizzard repräsentiert.

Gehandelt wurde in Coba – weit über die Region hinaus – mit Kakao und Salz.
Die Stadt war ebenso Umschlagplatz für Tabak, Honig, Salz, Jade und Gold, bezahlt wurde mit Kaffeebohnen.

Mayapan wird auch  „kleines Chichen Itza“, das Prachtstück der Itzà, genannt. Mayapan liegt im Osten der Halbinsel Yucatans und  wird als die letzte große Mayahauptstadt angesehen. Die Nachfolgerin Chichen Itzàs wurde Mitte des 15.Jahrhunderts während eines Bürgerkriegs niedergebrannt,

 

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Observatorium Mayapan, Yucatan, Mexico

 

Man geht davon aus, dass  die Stadt Mayapan auf ihrem Höhepunkt um das Jahr 1300 n. Chr. etwa 12 000 Einwohner beherbergte. Es wurden über viertausend architektonische Strukturen endeckt, die denen in Chichen Itzà ähnlich sind.

 

 

Zurück zu Cobà:

Das Hauptmerkmal von Cobà ist die grosse Anzahl an Stelen mit Kalenderdaten, welche auf die Gründung im Jahre 600 n. Ch. und das Überleben bis in das 15. Jahrhundert hinweisen.

Über 40 interne sakbeo’ob (weiße Straßen) verbinden das Zentrum untereinander und die äußeren Gruppen mit diesem.  Nach Schätzungen dehnte sich Cobá auf mindestens 70 qkm aus.

Coba  war ein tzekel, eine steinige Region. Eine Menge Minen und Bergruben entdeckte man in den meisten Maya-Städten. Sascab, ein kalkhaltiger Sand, wurde gefördert. Allein in Coba bewegten etwa 4.500 Männer, die in Minen arbeiteten, über zweihundertausend Kubikmeter. Sascab wurde mit Lehm gemischt, um Mörtel daraus zu machen. Granulierten Sascab nutzten sie in der Region um Coba, um Straßen zu bauen.Man hat zwischen Yaxuna und Cobà eine 99 Kilometer lange Straße entdeckt, die in gerader Linie auch über natürlich Hindernisse,, ob Sümpfe oder Seen,  hinweg  in Richtung Chichen Itzà führt. Etwa 45 Wege haben Archäologen entdeckt.
Man entdeckte  ebenso eine Vier-Wege-Rampe in der Mitte mit einem Altar versehen. Man grub eine Straßenrampen frei, auf der zusätzlich noch eine  Plattform aufgebaut war. Die Richtungen führten in weitere Städte.

Daneben wurde viel Ton aus den Minen geholt, das für die Herstellung von Millionen von Keramiken benötigt wurde. Viel Ton kam  hierzu auch aus den benachbarten Keramik-Produktionsstätten.
Ebenso bedeutsam im Leben der Maya war Saklu-ùm, ein Kraut, das man zur Behandlung von Diarrhö verwendete. Schwangere Frauen aßen dieses schmerzbetäubende Kraut. Weit über die Region hinaus wurde mit dem Kraut gehandelt. Es würde  in unserer Region wohl heute als Droge bezeichnet werden.

Die Cobanèos maximierten ihre Wasser-Ressourcen bis zum äußersten. Seen durch Gruben, die sich während der Regenzeit mit Wasser füllten, Wasserhöhlen, Cenoten. Man baute Dämme und Kanäle, fing das Wasser in Bassins auf. Von Menschenhand angelegte Kanäle verbanden die Seen.

 

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Nochol-Mul-Pyramide. Ruine  mit 120 Stufen. Kleinste Stufen. Der Auf-und Abstieg erfordert vollste Konzentration. Vom Eingang der Maya-Stätte geht man 20 Minuten bis zur Pyramide.

 

Mit 42 Metern steht die höchste Pyramide in Cobà, die Nohoch-Mul-Pyramide. Sie hat 120 Stufen. Das Heiligtum auf der Pyramide ist noch erhalten. Der Name Nohoch-Mul bedeutet „Großer Hügel“.
Durch ein Labyrinth von weißen Kalksteinwegen gelangt man dorthin. Etwa 60 Meter entfernt, steht die Stele 20, die von einer Herrscherin berichtet.

Am Eingang des Ortes durchquert man den Juego de pelota, oder Tlachtli: den Platz des Ballspieles.

In nächster Nähe befindet sich das Bauwerk La Iglesias, ein 24 Meter hoher Tempel mit Stuck-Motiven versehen.
In den Mythologien der Maya wird der Tempel mit Chibirias assoziiert, in Maya Ix Chebel Yax. Sie ist eine Göttin der Regeneration. Chibirias spielt eine bedeutende Rolle in Coba. Sie ist die Patronin der Stadt. Bei wichtigen Entscheidungen suchte man sie auf. Wird sie nicht hinzugezogen und jemand zieht aus dem Ort aus, könnte er krank werden oder sterben.

 

Soziale Strukturen

Die Adligen waren die Almehen. Sie waren die Köpfe der Städte. Die Position wurde vom Vater auf den Sohn vererbt. Allerdings mussten die Götter den Sohn für geeignet befinden. Sie waren die Herrscher und sie waren auch Priester, die in Tempeln Service abhielten. Sie wurden respektiert und bei wichtigen Angelegenheiten von der Stadtbevölkerung aufgesucht. Sie ernannten Gouverneure, häufig ihre eigenen Söhne. Ihre Aufgabe war es, Arme freundlich zu behandeln und für Frieden zu sorgen.  Das „einfach Volk“ bewirtschaftete die Felder der Adligen, sie teilten ihre Erträge mit den Adligen.

Die mächtigste soziale Gruppe unter den Adligen waren die Ahau.  Sie waren die Herrscher von mehreren Bezirken einer Stadt oder Regionen des Landes. Halach Uinicob war ein weiterer Titel für Herrscher einer Provinz oder Stadt. Sie konnten auch als Priester agieren. Ihr Einkommen erhielten sich durch die Arbeit ihrer Sklaven. Kakao und andere Farmarbeit. Ihnen wurden darüber hinaus Erträge  von Antragstellern aus anderen Städten ihrer Provinz gereicht. Mais, Bohnen, getrockneter Fisch, Salz, Muscheln, Kleidung und auch Sklaven.

Die Batabob gehörten auch zu den Adelsleuten. Sie wurden durch die Halach uinic ernannt. Sie achteten darauf, dass die Häuser in Stand gesetzt waren, die Felder geschnitten, abgebrannt und in kalendarischen Zyklen gepflanzt wurde.

Der Ah Hol Pop war  Gouverneur einer kleinen Stadt. Durch sie regierten die halach uinic und die batabob. Sie waren für das Stadtzentrumshaus zuständig, das popolna. Dort wurde öffentlich diskutiert, dort lernte man Tanzen für die Feste. Der Ah Hol Pop war auch verantwortlich für die Musikinstrumente, die benötigt wurden für Hochzeiten und andere Anlässe.

Ah kin mai – der von der Sonne. Die Priester. Sie waren tätowiert. Sie trugen weiße lange Roben und mit Schlangen- und Muschelornamenten verzierte Shirts, manchmal waren sie zusätzlich mit Federn beschmückt. Priester nahmen an allen Zeremonien teil. Sie hatten sehr viel politische Macht und waren die Berater der Herrscher. Sie wurden von den Adligen unterstützt. Sie bildeten deren Söhne aus.
Sie unterrichteten Kalenderwissen, die Methoden der Prophezeiung, Behandlungsmethoden bei Krankheiten, Schreiben, Lesen, Malen, einschließlich der Hieroglyphen.

Unter ihnen gab es noch eine Gruppe, die sich chilamob nannten. Sie waren sehr bedeutsam, waren sie diejenigen, die Prophezeiungen aussprachen. Sie allein standen in Verbindung mit der Zukunft. Im Chilam Balam, einem der heiligen Bücher der Maya, wurde die Eroberung durch die Spanier beispielsweise vorausgesagt. Chilamob waren die „Rebellen“ unter den Maya.
Die Maya-Städtebau-Kunst ist eine Kunst der „noblen Gesellschaft“, ein Zeugnis der herrschenden Klasse. Vergessen werden darf nicht, dass das „gemeine Volk“ keinen Zutritt zu den Tempeln hatte. Sie lebten ausgegrenzt vom Zentrum.

 

 

 

 

 

 

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Sieben Phänomene: Teil 6, Kristalle und Cenoten im Land der Maya

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Ein Naturwunder tief unter der Wüste von Mexico. Der Anblick ist einzigartig im wahrsten Sinne des Wortes. Es gibt keinen anderen bekannten Ort auf diesem Planeten, an dem sich die ganze Schönheit der mineralischen Welt in solcher Pracht zeigt. Die Kristallhöhle “ Cueva de los Cristales“ im Norden Mexico`s im Bundesstaat Chihuahua  ist eines der schönsten Plätze auf dieser Welt. Die Durchschnittstemperatur liegt bei 50 Grad Celsius in 300 Meter Tiefe. Saunatemperaturen, Schwefelgeruch und 90 Prozent Luftfeuchtigkeit. Nicht unbedingt ein Ort zum längeren Aufenthalt, wären da nicht die weltweit  größten Kristalle, die etwa 600.000 Jahre alt sind. Vermutlich vor Millionen von Jahren entstanden im mineralreichen geothermalen heißen Wasser, das die Höhle füllte.

Sie sind mitunter 14 Meter hoch und wiegen 50 Tonnen. Hier zeigt die Natur, was möglich ist.

Im Jahr 2000 wurde die Höhle von zwei Brüdern entdeckt, als man das Wasser aus der Höhle pumpte. Sie ist Teil eines Bergwerkes. Diese Kammer wurde angebohrt. Wenn aus bergbautechnischen Gründen nicht mehr nötig ist, das Grundwasser auf dem niedrigen Level zu halten, wird die Höhle wieder mit Wasser gefüllt und dem natürlichen Verlauf überlassen, heißt es. Die Mine liegt direkt über eine Magmablase.

Schon vor 2000 Jahren entdeckten die Maya die Mine von Naica. Im 1. Jahrhundert unserer Zeit hatte der römische Schreiber Plinius der Ältere seine Naturgeschichte verfasst. 37 Bände über alles, was man damals wusste. In den Büchern beschreibt er die Minen in Segòbriga, in der heutigen spanischen Provinz Cuenca. Dort förderte man Lapis spcualaris-Kristalle. Frei übersetzt: Steine, durch die man hindurchsehen kann. Chemisch ist es nichts anderes als eine Form von Gips. Selenit – durchscheinender Gips.  Das war in der Höhle  der Schwerter. Sie ist Teil der Naica-Mine in Mexico.  Gearbeitet wurde in der Mine seit Ende des 18. Jahrhunderts. Der Bergbau wird dort seit hundert Jahren von der Wissenschaft begleitet.

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Kristalle so groß wie Baumstämme

Den Boden des Hohlraums bilden riesige farblose, flächenreiche Kristallitblöcke. Weitere Kristalle ragen aus den Wänden und aus der Decke heraus, entlang feiner Risse, in denen – wie in größeren Brüchen und Verwerfungen – das Wasser im Gestein zirkulieren konnte.

Am fantastischsten aber sind die riesigen Kristalle, die aus den durchscheinenden Blöcken direkt aus dem Höhlenboden herauswachsen wie Strahlen aus verfestigtem Licht. Sie sind fast einen Meter dick und kreuzen die ganze Breite der Höhle über eine Länge von mehr als zehn Metern.

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Es gibt noch weitere interessante Höhlen in Mexico. Die Golondrinas-Höhle beispielsweise erinnert an einen überdimensionalen Brunnen. Die Schwalbenhöhle ist die zweittiefste im Regenwald Mexico`s. Die zweite Ebene ist 512 m tief. Hier nisten Schwalben und Grünsittiche. Die Höhle liegt in der Nähe des Örtchens Aquismon, im Osten des Bundesstaates San Luis Potosi.  Den lokal ansässigen Huaxteken ist die Höhle seit langem bekannt.

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Die faszinierende Cepillos-Höhle befindet sich ebenso in der Region Aquismon im Osten Mexico`s.

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Man muss kein Maya sein, um an solchen Plätzen ehrfürchtig zu werden

 

Und auch die Cenote in Sotuta de Peon, Yucatan, Mexico beeindruckt durch ihre Schönheit und Größe.
An den Cenoten waren die Maya nicht beteiligt, aber die natürlichen Höhlenseen waren ihnen heilig.
Sie galten als die Tore zur Unterwelt.

 

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In den  Cenoten, den Karsthöhlen unterhalb der Halbinsel Yucatán lebte in der Glaubenswelt der Maya ihr Regengott Chac.

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Regengott Chac, Chichen Itzà, Yucatan, Mexico

 

Die Cenoten galten als die Münder des Regengottes. Chac ist einer und ist viele zugleich.  Jeder Donnerschlag ist von einem anderen Chac verursacht. Jeder Gott bewohnt eine eigene Ebene der Realität, dazu kommen Dutzende Götter, die in den 13 Himmeln über der Weltebene und auf den neun Ebenen der Unterwelt leben. Sie bestimmten den Alltag der Maya mit ihren Träumen und Visionen, sie prägten die Kalender der Maya. Chac hat sich bewegt. Also wird die Aussaat bald beginnen. Noch heute hat dieser Glaube Gültigkeit bei den Maya.Noch immer sind viele Menschen vom Ertrag ihrer milpaFelder abhängig.

 

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Anrufung Regengott. Der Priester kniet vor dem Altar. Die vier Ecken des Altars symbolisieren den Kosmos. Speisen als Opfergaben. Foto: Sh. Schwarz

Regen war  überlebenswichtig. Mais mit Kürbis und Bohnen wurden angebaut: eine wichtige Eiweißquelle. Der Boden des Regenwaldes ist eher locker und besteht aus kärglichen Bäumen, deren Wurzeln sich ins Gestein krallen. Mais zieht große Mengen Nährstoffe aus dem Boden. Deshalb brandrodeten die Bauern jedes Jahr ein Stück. Entwaldung sicherte ihr Überleben. Ebenso bedeutsam war der richtige Regen.  Kein Regen im Winter, damit die Felder im Frühjahr so trocken sind, dass sie ausgebrannt werden können. Ein wenig Regen Anfang mai, damit der Boden für die Aussaat locker genug ist. Sanfte Regenfällte, damit die Saat gut aufgeht. Regen in großer Menge, damit die Kolben kräftig zulegen. Fällt der Regen nicht wie gewohnt, wird die Nahrung knapp.

 

 

Die Heilige Cenote von Chichèn Itzà liegt im Norden der Pyramide, zwei andere Höhlen befinden sich im Süden und Südosten. Die Cenote Holtùn genau im Nordwesten der Pyramide. Möglicherweise die Vollendung einer Rautengeometrie, die wichtigsten Koordinaten des Gesamtentwurfs von Chichèn itzà.

 

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Cenote Holtùn. Der Archäologe Guillermo de Anda wird an einem 19. Juli in die Cenote Holtún hinabgelassen. An diesem Tag und dem 23. Mai steht die Sonne hier im Zenit, und ihr Licht fällt genau senkrecht auf das Wasser. De Anda zufolge könnte an der Oberfläche einst ein Gebäude der Maya gestanden haben, das die Sonnenstrahlen in ähnlicher Weise einfing. Foto: p. nicklen

Die Cenoten waren wichtig in der Astronomie ihrer Kultur. Sie dientenden Maya  in Chichèn Itzà  als heilige Sonnenuhr und Zeitmesser, wenn die Sonne am 23. Mai und am 19. Juli exakt am Zenit stand, fanden jüngst Forscher heraus  Die rechteckige Öffnung wurde wohl so bearbeitet, dass sie die vier Ecken des Maya­Kosmos widerspiegelte. Sie bündelt die Sonnenstrahlen, deren Reflexionen wie Flammen über das Relief der Stalaktiten tanzen. Auch das Wasser scheint aufzulodern, wenn das Licht darauf fällt. Seine Farbe wechselt dann von einem dunklen Ton in ein transparentes Türkisblau. Die Sonnenstrahlen dringen nahezu senkrecht ein. Es ist eine Lichtsäule, die genau von oben ins Wasser eintaucht. Nicht nur die Sonne, sondern auch die Cenoten spielten eine Rolle für den Standort und bei der Ausrichtung ihrer Pyramiden.

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Cenote Holtùn. Das Sonnelicht lässt die Höhle wie eine Kathedrale wirken. Foto :P. Nicklen

Kleine Bezirke verdienen am Maya-Tourismus bis zu 10 Milliarden Dollar.  Die kleinen Maya-Gemeinden werden an dem Gewinn allerdings kaum beteiligt. Auf die Frage, woran man einen Maya erkennt, antwort mancher Maya: Wir sind kleinwüchsig und arm.

Die Maya kennen vierzig verschiedene Pflanzenarten und mehr, mit denen sie Krankheiten, Brüche und Schlangenbisse heilen können. In bedrohlichen Situationen vermögen sie schützende Feuerringe um jemanden zu legen. In Träumen lernen sie, was und an welchem Wochentag sie die Götter fragen müssen. Sie wissen, wo die heiligen Höhlen zu finden sind. Sie glauben an das „Sprechende Kreuz“, das während des Kastenkrieges 1847 bis 1901 eine wichtige Rolle spielte. Es habe das Wort Gottes an die Indigenen weitergegeben. Bis heute wird es bewacht und kein Weißer darf  sich dem Kreuz nähern. In ihrer Umgebung gibt es keine Fabriken, keine Maschinen, keinen Qualm. Nachts ist es friedlich und still. Sie arbeiten nicht für andere. Als Maya ist man sein eigener Herr. Priester, Heiler und Zauberer vermitteln zwischen den Welten der Götter und Gläubigen vermitteln. Ihre Berufung entdecken sie im Traum.

 

 

 

 

 

 

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Heilwissen der Maya

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Was ist Krebs?

„Eine Entartung körpereigener Zellen», sagen westliche Mediziner.
„Ein Ungleichgewicht des ganzen Systems, des Menschen mit sich selbst, mit seinem Umfeld, mit der Natur und mit dem Schöpfer“, sagen die Maya.

Ein Schweizer Mediziner sagt:

„Wir geben Chemotherapie, wir machen alle drei Monate ein Bild, und hoffen, dass die Therapie anschlägt. Überspitzt gesagt: Es geht weiterhin darum, Tumorzellen zu vergiften, zu verstrahlen, herauszuschneiden. Und mit diesem technischen Ansatz stosse man an Grenzen.“

 

Unterschiedliche Definitionen, unterschiedliche Behandlungen.

 

Die Maya sagen:

Ajajpul Ajal Q’ana  würde das bezeichnen, was in der westlichen Medizin als Krebs bezeichnet wird. Zumindest in einigen Maya-Sprachen.

Krankheit sei eine Verletzung der Balance von Energie, des Gleichgewichts oder der Harmonie einer Person.
Krankheit sei das Resultat eines Verhaltens, das nicht mit den Regeln der Gemeinschaft zu vereinbaren ist. Die Seele löse sich vom Körper, sie entferne sich, und oftmals verliert sie sich an den heiligen Orten. In dieser unsichtbaren Welt bewohnt von Lebewesen, die sich von den Menschen sehr unterscheiden; an diesen Orten wird sie gefangen genommen, sagen die Maya.

Eine Vielfalt an Pflanzen stehen den Maya  – neben spirituellen Zeremonien – zur Verfügung, um zu heilen. Sie behandeln erkrankte Hautpartien mit einer Heilpflanze und setzen sie anschliessend dem Sonnenlicht aus. Dabei nutzen sie unterschiedliche Tageszeiten, also unterschiedliche Wellenlängen des Lichts, beispielswiese das langwellige, rote Sonnenlicht am Morgen oder am Abend.

Das westliche Prinzip  der Photodynamischen Therapie ist, Tumorzellen mit bestimmten Wirkstoffen empfindlich auf Licht zu machen.

Das energetische Potential –  die Lebensenergie eines Menschen – wird durch den Zeitpunkt der Geburt bestimmt, sagen die Maya. Der Mensch steht mit einem Nahual, einem Geist in Verbindung, der sein energetische Potential bestimmt.
Krankheiten entstehen aus der Verletzung und dem mangelnden Respekt vor der Natur, sowie aus Verletzungen von Grundprinzipien der sozialen Ordnung oder religiöser Prinzipien. Einige Krankheiten werden in Verbindung mit einer Besitzergreifung durch Geister interpretiert. Auch Epidemien werden in ähnlichen Kontexten interpretiert.

Ihr Konzept ist ein ganzheitliches, in dem religiös-spirituelle Kräfte von hoher Bedeutung sind. Im Popol Vuh, ihrem Heiligen Buch, finden sich einige Hinweise zur Medizin und Pflanzenheilkunde. Geist, Körper, Lebensenergie stellen für die Maya eine Einheit dar.

 

Ein Schweizer Mediziner sagt:  Krankheit und Mensch werden getrennt betrachtet.

Für die Maya (betrifft alle ganzheitlich behandelnden Heiler)  ist es völlig unverständlich, wie westliche Mediziner überhaupt jemanden heilen können, wenn sie nicht das Ganze – die Erkrankung, die Persönlichkeit des Patienten, seine Lebensumstände und sein Umfeld – betrachten. Die Maya-Heiler bauen ein enges Verhältnis zu den Erkrankten auf und glauben, dass diese Verbindung den Heilungsprozess maßgeblich beeinflusst.

Der wichtigste Faktor für Ärzte ist die Körpertemperatur. Bei den Maya ist es der Pulsschlag. Heiler können mindestens 18 bis zu 42 Pulstypen unterscheiden.

Aus wissenschaftlicher Sicht ist Krebs ein Sammelbegriff, in dem Zellen unkontrolliert wachsen und gesundes Gewebe verdrängen oder zerstören. Sie besitzen eine überlange Lebenszeit und benötigen hohe Ressourcen. Sie verbreiten sich über Blut- und Lymphgefäße. Unsere Medizin teilt sie in gut- und bösartige Krebszellen ein.

Die Maya kennen keine chirurgischen Eingriffe.
Zum Tragen kommen ihr spirituelles Weltbild und ihre Annahmen über das Wirkungsgefüge der Entstehung von Krankheiten. Disharmonie mit der natürlichen und sozialen Umwelt. Die Ursachen der Disharmonie müssen gesucht werden, um das gestörte Gleichgewicht wieder herzustellen. Dies geschieht durch einen spirituellen Prozess.  Das zentrale Nervensystem wird beeinflusst, und damit andere für das Immunsystem relevante Hormone. Zellinternes ebenso wie Zellexternes spielen eine Rolle bei der erfolgreichen Behandlung von Krebs.

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Es existiert ein differenziertes Heilungs- und Geburtshilfewissen bei den Maya.
Bei Brechreiz kann es die Zwiebel sein. Bei Lähmung der Käse. Krankheiten wie auch Heilpflanzen können kalt oder heiß an Wirkung sein. (wie im Ayurvedischen und in der chinesischen Medizin)

Zu den kalten Pflanzen zählen beispielsweise Kürbis, Melone oder Aloe Vera, da sie kühlend und entzündungshemmend wirken. Warme Pflanzen wie Chili oder Cayennepfeffer regen die Durchblutung an und wirken wärmend.
Bei einem Sonnenstich wird zunächst eine wärmende Brühe aus Rosmarin und Chilischoten verabreicht, um für kurze Zeit die Temperatur zu erhöhen. Danach werden wasserhaltige kalte Pflanzen wie Kürbis, Melone oder Gurke gegeben, um das Fieber langsam zu senken.

 

Behandlungen erfolgen durch eine Kombination von Pflanzen und Mineralien sowie spiritueller Rituale. Pflanzen spielen in Heilprozessen bei allen Maya Gruppen eine Rolle, aber es existieren große regionale Unterschiede, in der Art und Intensität der Nutzung von Pflanzen. Es gibt Heiler, die mehr als 500 Pflanzen kennen und ihre Einsatzmöglichkeiten schriftlich notiert haben. Immer aber geht es um die Balance-Prinzipien.
All is about Harmony.  Familienmitglieder nehmen in aller Regel an den Heilprozeduren mit teil. Sie „fiebern“ sozusagen mit.
Das „Heilige Feuer“ hat eine große Bedeutung. Es schafft eine Allianz zwischen Patient, Heiler und den Heilmitteln.

Pflanzen werden völlig anders genutzt als bei der uns bekannten Krebstherapie. Sowohl die Herstellung als auch die Anwendung unterscheiden sich. Pflanzen sind für die Maya Teil des Universums, so wie es der Patient ist. Viele Heiler sprechen mit den Pflanzen und fragen den Maya Gott um Erlaubnis, bevor sie auf diese Zugriff nehmen. Sie werden nur zu bestimmten Zeitpunkten eingesetzt. Die Aufbereitung erfolgt durch Rituale, ebenso die Anwendung, die häufig mit Tieropfern verbunden sind. Zeitgleich findet ein intensiver Dialog mit dem Universum und den Göttern statt.

Spezielle Massagen, Schröpfen (Ventosa), Pinchar (vergleichbar mit Akupunktur in Verbindung mit Aderlass) sind weitere Behandlungsmethoden der Heiler. Für die geistige Heilung setzen sie wie die Medizinmänner ihrer nordischen Verwandten Gebete, Seelenrückführungen, Traumreisen, Geistführer, Amulette, Räucherwerk und Mano (Handauflegen) ein.

 

Der heilige Trank Essiac
1922 machte die kanadische Krankenschwester Rene Caisse eine interessante Entdeckung. Sie lernte eine alte Dame kennen, die ihr erzählte, sie habe vor 20 Jahren eine Krebserkrankung besiegen können. Dazu hätte sie 12 Monate lang zweimal täglich eine spezielle Kräutermischung der Ojibwa zu sich genommen, die ihr ein alter Medizinmann empfohlen hatte. Rene Caisse erfuhr, dass diese Essenz aus vier Kräutern angesetzt wurde: Klettenwurzel, kleinem Wintersauerampfer, Rhabarberwurzel und nordamerikanischer Rotulme. 50 Jahre lang setzte sie das Elixier mit guten Erfolgen bei aussichtlosen Fällen ein, die von der Schulmedizin nicht mehr behandelt werden konnten. (am Ende des Artikels erfahren Sie mehr dazu)

 

 

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Carmen del Playa, Yucatan Mexico, Foto Kunze

 

Onkologie trifft auf die Maya

Krebs soll es schon vor 150 Millionen Jahren gegeben haben, sagt die Forschung. Vor knapp 100 Jahren wurde an fossilen Funden von Saurierskeletten Veränderungen entdeckt, die in ihrer Beschaffenheit einem Knochenkrebs entsprechen.
So. So. –  Na, dann sind es wohl die Gene?

Erkrankte damals auch jeder dritte Saurier im Gebiet des heutigen Österreichs an Krebs?  Nahmen die Brustkrebserkrankungen bei Saurierweibchen  auch stetig zu? Lag die Zahl der  an Krebs Erkrankten im damaligen Gebiet Deutschlands  bei 2 Millionen Saurier?  Und gab es damals auch schon Saurier, die ein politisches und finanzielles Interesse an dem Verkauf von Medikamenten hatten und Saurier, die es nicht ganz so ernst nehmen mochten mit dem Eid des Hippokrates?

Schon vor über 2000 Jahren beschäftigte die Menschen Brust- und Gebärmutterkrebs, sagt die Forschung ebenso.
Ein evolutionäres Erbe, das wir vermutlich mit unserer Chemie in Nahrungsmitteln und weiteren Umweltbelastungen verschlimmert haben?

Galen (129-200) erklärt Krebs als das Ungleichgewicht der vier Körperflüssigkeiten.

 

Nun wollen die Schweizer westliche Medizin mit dem Wissen der Maya in Beziehung setzen.

Es scheint als sei altes Wissen wieder gefragt und aktueller denn je. Jahrtausendaltes Wissen erfährt eine Renaissance.
Die Sehnsucht danach, seine Gedanken zur Ruhe zu bringen, sein wahres Ich zu erkennen, das Yoga-System der Inder,  die chinesiche Medizin, die Heilkunst der Essener oder auch das Wissen der Maya erhalten Zulauf.

 

Das MACOCC – Projekt
(ETH Zürich, Universität Zürich)

In der Schweiz bemüht man sich um einen integrativen Ansatz zur Krebsforschung und will nun altes Maya-Wissen mit einbeziehen.

 

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Don Alejandro, Maya-Quiche Ältester. Der Ältestenrat der Maya Guatemala ist mit in das Forschungsprojekt einbezogen.

Acht Maya Heiler aus Guatemala besuchten im letzten Jahre eine Klinik in der Schweiz. High-Tech begegnet  Gebeten, Feueritualen, Zeremonien und Pflanzen. Erstmals untersuchen Wissenschaftler nach westlichen Forschungsstandards, wie die Maya Krebserkrankungen diagnostizieren und behandeln. Fünf Maya-Ältestenräte wirkten zuvor bei den in Guatemala abgehaltenen Zeremonien hierfür mit.

Das ist auch neu für die Maya, die nach Jahrhunderten der Verfolgung und Diskriminierung grosses Misstrauen gegenüber Aussenstehenden haben und ihr Wissen lange geheim hielten. Sie leben noch heute sehr zurückgezogen in den Wäldern der traditionellen Maya-Regionen.  In ihrem eigenen Land begegnen ihnen viele Vorurteile, umso mehr freut es sie, dass sie in der Schweiz Medizinern auf Augenhöhe begegnen können.

„Anfangs habe ich wie alle meine Kollegen die Maya-Medizin nicht ernst genommen. Inzwischen denke ich, dass wir einander nicht länger ignorieren dürfen. Die Lebensumstände und Psyche eines Patienten miteinzubeziehen und seinen Kampfgeist zu wecken, wie es die Maya-Heiler tun, sollte ebenso zur Therapie gehören wie Medikamente zu verabreichen. In dem Bereich können wir viel von den Maya lernen“, sagt Eduardo Gharzouzi, Onkologe am Guatemala National Cancer Institute (INCAN)

Die Maya sind sich der Gefahr durchaus bewusst, dass sie Wissen verlieren könnten. Sie sehen darüber hinaus aber  eine Chance, dass Maya-Wissen dokumentiert wird und erhalten bleibt. Zudem verweist man auf den Maya Kalender und den Beginn einer neuen Epoche. Damit verbindet sich für die Maya die Absicht, „der Welt etwas zu geben“ , sagt Don Alejandro, und zum anderen, wolle man eine „Brücke zwischen den Maya und der westlichen Welt bauen.“ Zudem würde es die Zusammenarbeit einzelner Maya-Councils stärken. Und es diene zur Stärkung der Position der Maya in ihrem eigenen Land, denn dort seien sie nicht sehr geschätzt. Sie bekommen keine Unterstützung vom Staat. Im Zuge dieses Projekts wird über den Bau eines Maya-Krankenhauses und eine Maya- Universität nachgedacht, um das Wissen zu pflegen und zu stärken.

 

Historisches Misstrauen, sprachliche Probleme, Priester-Heiler, die ihr Wissen nur an Personen reichen, die auf der gleichen Stufe sind, der enge Rahmen von Wissenschaftlern, medizinisch-wissenschaftliche Fragestellungen, die umschrieben werden müssen, da es beispielsweise bei den Maya keine Worte für Organismus oder Metastasen gibt – gibt es überhaupt Metastasen ? Kann aus einer Hautzelle ein Leberzelle werden? Es wird Gründe geben, warum die Maya so ein Wort überhaupt nicht kennen. Wie dem auch sei, es gibt eine Reihe von Hindernissen, die überwunden werden wollen.

Fünf verschiedene Maya-Sprachen müssen per Tonband erfasst und von Sprachkundigen  ins Spanische und ins Englische übersetzt werden – medizinische Begriffe, spezifische Bedeutungen. Zudem müssen Prieser oder Leiter der Maya- Councils hinzugezogen werden. Einige der Begriffe sind den Linguisten nicht bekannt, weil sie nur auf der höchsten Hierarchiestufe der Priester-Maya verwendet werden. Das Krebsverständnis der Maya muss in Prozessen beschrieben und in Bezug zu Krebstherapien gesetzt werden. Die Erarbeitung von Interviewfragen waren verbunden mit großen Zeremonien.

Das zentrale Element der Zeremonien ist das Heilige Feuer. Es gab im Jahr 2012 13 Interviews mit Heilern. Die  herausragende Bedeutung der Zahl kam auch  bei der Anzahl von Interviews zum Tragen.  Kosmologische Repräsentation auf allen Ebenen. 13 Himmelschichten, 13 Himmelsgötter, 13 Opfergaben, die Betonung der Ostseite der Altare, der Altar selbst als  Zentrum innerhalb der vier Ecken (kan tu`uk- il) nicht nur auf dem Altartisch, sondern in seiner Ausdehnung auf Zermonialplätzen insgesamt

Es treffen fundamental unterschiedliche Kosmologien aufeinander, die sich im innersten Kern vermutlich nicht mit Sprache fassen lassen.

Ein integrativer Ansatz soll der Onkologie mehr Klärung in der Forschung bringen. Dazu gehören auch diese Fragen:  Unter welchen Bedingungen erkennt das Immunsystem Krebstumorzellen? Welche Signale rufen Aktivitäten hervor?

 

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Herz und Mund in Einklang bringen

Lernen können Ärzte sicherlich von den Maya, wenn es um den Kontakt zum Patienten geht.
Ein Heiler kann allein durch den intensiven Kontakt mit einem Patienten – also durch das, was in der westlichen Medizin nahezu überhaupt nicht mehr stattfindet – schon überaus genaue Diagnosen stellen. Es konnte wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass schon bei der ersten Ritualbehandlung, bei der zwischen Heiler und Patient kein Wort gewechselt wird, die Behandlung in eine positive Richtung gelenkt wird, sich Blutdruck und Urinwerte beispielsweise senken oder normalisieren. Die Medizinmänner führen das allgemein darauf zurück, dass Heiler schon von Natur aus ein anderes – offeneres – Verhältnis zu Körper und Seele hätten. Deshalb seien sie sich ihrer seelischen Potenz bewusster, als es die Weißen seien.

Die Patienten brauchen keinen Wissenschaftler, der Anweisungen aus dem Laborhandbuch ausführt. Sie wollen an ihrer Gesundheit und an ihrem Tod teilhaben. Deshalb sei die Verbindung und Kommunikation zwischen Heiler und Patient die Voraussetzung für eine Genesung.

 

Träume

Träume sind Kräfte, die man nicht ignorieren dürfe, sagen die Maya. Beil Albträumen und Selbstzweifeln, die sie als Dunkelheit ansehen, die vergleichbar sei mit einer Geleemasse, würde man innerlich verhärten, wenn man sie nicht erobere und vertreibe.  Man müsse ihnen gegenüber treten, beispielsweise mit einem Salbei-Dampfbad und anderen reinigenden Kräutern. Salbei wird aufgrund seines geraden hohen Wuchses mit dem männlichen Prinzip assoziiert, während das biegsame Süßgras für das Weibliche steht. Beide Kräuter werden bei Reinigungszeremonien eingesetzt.

Man müsse die Botschaften der Träume nutzen, um den dunklen Einflüssen zu begegnen.

„Verhärtendes Gelee“, die beste Definition, die ich bislang für eine Neurose gehört habe.

 

Abgelöste Seelen

Heiler arbeiten mit Gebeten und Gesängen, sie räuchern und trommeln. Sie sind die Pflanzenkundige. Sie nutzen die Schwitzhütten. Wenn es jedoch um die Seele geht, dann konsultieren sie gern einen Schamanen, als Mittler zwischen den Welten. Nicht jeder Medizinmann ist ein Schamane, auch wenn es  diese Kombination gibt. Der Schamane arbeitet mit Träumen, Geistführern wie Krafttieren und Visionsreisen.
Eine der wichtigsten Aufgaben eines Schamanen ist die so genannte Seelenrückholung. Die Maya wissen, dass sich ein Teil der Seele abspalten kann, um sich etwa vor einem Trauma zu schützen. Sozusagen als Überlebensreflex nach einem schweren Unfall, einem Missbrauch oder nach einer Operation.

 

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Hunbatz Men mit Schamanen, Palenque. Yucatan, Mexico Foto: Kunze

Die Curanderas oder Curanderos Mexicos

Heiler werden bei den Maya curanderas oder curanderos genannt und  auch H`men, gesprochen Hemän, was so viel wie Wissender bedeutet. Sie sind Priester und Heiler.

Sie haben das Wissen von ihren Vorfahren weitergegeben bekommen.
Die alten Mayapriester-Heiler wünschen nicht, dass ihr Wissen verloren geht. Sie lehrten ihnen in ihren Träumen, die Fähigkeit des Heilens.

Ihre Ausbildung dauert etwas 10 Jahre. Schon als Kinder werden sie von erfahrenen Heilern angeleitet.

Dennoch soll an dieser Stelle erwähnt werden, das Durchschnittsalter der Mayapriester liegt bei weit über 60 Jahren. Meist fehlen Nachfolger für diesen speziellen Beruf, der außerdem noch eine Berufung voraussetzt. Die Bonner Altamerikanisten leiden ein wenig an Zeitdruck, weil sie Sorge haben, ihnen könnten die „Daten  und Analysen ausgehen.“

 

In den 80er Jahren schlossen sich einige der Heiler Mexicos in verschiedenen Organisationen zusammen. Fehlende Unterstützung, bisweilen mussten sie sich darüber hinaus als „Hexen“ oder „Hexer“ diffamieren lassen. Ihre Medizin wurde in ihrem eigenen Land verunglimpft.

Es ist traditionelles Heilwissen der indigenen Völker dieser Länder. In Träumen bekommen sie vieles gesagt. Immer geht es um die Harmonie von Körper und Geist, um den Fluss der Lebenskraft, um das Ausgleichen von Ungleichgewichten in Körpern. Diese Lebenskraft nennen die Maya Ch`uel.
Die traditonelle Medizin der Maya arbeitet mit Pflanzenheilkunde, Pulsdiagnostik, Schwitzhütten und schamanischen Ritualen, wobei das Wesentliche dabei Gebete sind.

Ihre Medizin ist  eng mit der traditionellen chinesischen Medizin verwandt, bei der es ebenfalls um die Ausrichtung der Lebensenergie (Qi) geht. Die Maya hielten das Ch’ulel für ein Zeichen der Wechselwirkung von Körper und Geist.

Dieses Ungleichgewicht wird mit Pflanzen und Kräutern, einer eigenen Form von Massage und Akupunktur, Hydrotherapie, mit Feuerritualen und Gebeten behandelt.

I`lol  ist eine Heilerin, die den Puls fühlt.
K`oponej witz ist eine Heilerin, die in den Bergen betet.
Tzak`bak ist eine Heilerin, die die Knochen kennt.
Jve`tome ist eine Hebamme.
AC vom ol  ist eine Heilerin, die die Pflanzen kennt.
(gilt alles auch für Heiler)

 

In der Kultur der Maya hatten die HeilerInnen eine wichtige Rolle in der Gemeinschaft inne, vor allem in den Kulturen von Yucatán und Campeche. Sie nutzten ihr umfangreiches Wissen über Heilmittel, um kranke Menschen wieder in einen Gleichgewichtszustand zu versetzen. Diese Heilpraktiken wurden viele Generationen lang mündlich überliefert, und einige Nachfahren der Maya-Heiler praktizieren sie auch heute noch.

Der Heiler ist in vielen Fällen eine traditionelle Autoritätsperson oder ein Führer der Gemeinschaft und wird meist als Diener der Allgemeinheit angesehen“, schreiben Hernán García, Antonio Sierra und Gilberto Balam in ihrem Buch „Wind In The Blood: Mayan Healing And Chinese Medicine“. „Diese Heiler sind immer noch von entscheidender Bedeutung für die Gemeinschaften. Allen gesellschaftlichen Änderungen zum Trotz stehen sie auch heute noch in so hohem Ansehen, dass sie auch weiterhin ihre Heilkunst ausüben können.“

 

 

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Weinraute – Zauberpflanze. Mönche, die ihr Keuschheitsgebot halten wollten, pflanzten Weinraute. Sie mäßigt die Lust bei Männern. Achtung! Zur Stärkung  der Augen  ist sie aber sehr gut.

Verhütung mit Weinraute und Schokolade

Frauen gehen in die Dörfer und vermitteln ihr Wissen über Körper, den Zyklus, die Empfängnis, Wissen über Pflanzen. Die Weinraute (Ruta graveolens) war den Maya schon seit mindestens 1000 Jahren bekannt. Hildegard von Bingen beschrieb das Heilkraut ebenso im Mittelalter. Heute ist bekannt, dass die Weinraute eine östrogene Wirkung hat.
Sie kochen einen Liter starken Weinrauten-Tee, wenn die Blutung schwächer geworden ist. Darin wird noch eine Kugel traditionell hergestellte Schokolade aufgelöst. Schokolade nimmt eine wichtige Rolle in der Maya-Medizin ein. Der Trunk wird auf einmal getrunken. Die Frau wiederholt das jeden Monat. Dieses Verhütungsmittel ist der Pille sicherlich unterlegen, aber die Frauen achten so mehr auf die Signale ihres Körpers, auf die Zeichen der Fruchtbarkeit. Sie sind von Kindesbeinen an eigenverantwortlicher als die „westlichen“ Frauen, die  von Beginn an eine Bevormundungsmedizin gewöhnt werden.

 

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Kakaotasse der Maya

Die Maya aßen Schokolade in rauen Mengen.

Schon vor 2600 Jahren nahmen die Maya regelmäßig Schokolade zu sich. Nachdem Archäologen Schokoladenreste in einer alten Teetasse fanden, vermuten sie, dass die Maya bereits 1000 Jahre früher als bisher angenommen Schokolade tranken. Somit war das uralte Superfood Kakao ein regelmäßiger Bestandteil ihrer Ernährung. Einige vermuten sogar, dass es zu jeder Mahlzeit Kakao gab.

„Kakao war das Getränk der einfachen Bevölkerung, aber auch die Speise der Herrscher und Götter“, berichtet Jonathan Haas, Kurator einer Ausstellung zum Thema Schokolade im Chicagoer Field Museum, in einem Gespräch mit National Geographic. „Und tatsächlich lautet der wissenschaftliche Name für den Kakaobaum Theobroma cacao, die Nahrung der Götter.“

Dank des hohen Flavanol-Gehalts von Kakao und Kakaoprodukten trug Schokolade aller Wahrscheinlichkeit nach erheblich zur Gesundheit der Maya bei. Flavanole sind Antioxidantien, die auch in Rotwein, Beeren und Tee enthalten sind und eine günstige Wirkung auf Herz und Gehirn haben. Kakao ist zudem reich an Magnesium, einem für viele Körperfunktionen wichtigen Mineral, und enthält neben hohen Mengen an Kalzium, Eisen, Kupfer, Zink und Kalium auch jede Menge Ballaststoffe.

 

 

Mit der Pulsdiagnostik können die Heilerinnen den seelischen Zustand der Schwangeren und des Kindes spüren. Mit einem Kerzenritual und Gebeten nimmt die curandera Kontakt mit der Seele der Schwangeren und ihres Kindes auf. Sie bittet um Schutz für Mutter und Kind. Liegt das Kind am Ende der Schwangerschaft nicht richtig, wird sie das Kind mittels Kräutertees, einer Drehung von außen und Bittgebeten im Geburtskanal richtig positionieren.

Sind Sie jetzt irritiert?  Die Seele dem göttlichen Schutz unterstellen? Ist das reiner Humbug? Es braucht doch Ultraschall. Kann Sicherheit geschaffen werden ohne Apparate und Technik? Die Curanderas können umgekehrt die Zweifel von „westlichen“ Frauen daran, ob es eine göttliche Macht gibt, die uns Menschen  beisteht, gar nicht verstehen. Und so staunen wir übereinander. Unterschiedliche Kulturen, unterschiedliche Behandlungsmethoden.

 

Die Psychoneuroimmunologie hat es herausgefunden, dass die Fähigkeit unseres Immunsystems ganz direkt mit dem Befinden unserer Seele zu tun hat. Verdrängte Traumata (eine verirrte Seele) könne krank machen – so krank, dass wir daran sterben können. Was für die Schulmedizin eine Neuerung scheint, ist uraltes Wissen der Maya und Kulturgut weiterer  indigener Völker.

 

Die zyklische Natur des Lebens

Das Gebet bei einer Behandlung oder auch Geburt ist  die Hauptsache. Es ist ganz wichtig, dass sich eine Seele nicht verirrt. Sie muss geschützt werden, sagen die Curanderas.
In Deutschland steigt die Zahl der Kaiserschnitte kontinuierlich. Existentielle Situationen werden versucht im Leben zu beherrschen.  Immer mehr Frauen wünschen sogar einen Kaiserschnitt.

HeilpraktikerInnen und andere Behandler mit alternativen Methoden wissen um die Zusammenhänge zwischen Körper, Geist und Seele.
Vielen werden ebenso um den Schock von Diagnosen wissen, auch den Traumata durch schulmedizinische Methoden, denen sie mitunter ohne Unterstützung ausgesetzt sind.

„Die Maya glaubten fest an die zyklische Natur des Lebens: nichts wird ‚geboren‘ und nichts ‚stirbt‘. Dieser Glaube spiegelt sich auch in ihrer Sichtweise der Götter und des Kosmos wider“, ist auf der Website „Ancient History Encyclopedia“ zu lesen.

Die zahlreichen Rituale und Zeremonien der Maya standen in engem Zusammenhang mit diesen Zyklen.

Ein derartiger spiritueller Glaube ist mit einer Vielzahl potenzieller gesundheitlicher Vorteile verbunden, darunter weniger Stress, eine Verbesserung der psychischen Gesundheit und vielleicht sogar ein längeres Leben.

 

Biopiraterie – Jenseits der Vorstellungswelt der Cuanderas

Kaum erkannt, schon ging es los.  Der Bundesstaat Mexicos gehört zu einem der artenreichsten der Welt. Das indigene Volk hat bis heute ungeheures Wissen über die Heilwirkung von Pflanzen und Tieren. Multinationale Konzerne haben dieses schon längst erkannt. Immer auf der Suche nach Profit, alles in Geld verwandeln, was dieser Planet bietet, sind Pharmakonzerne seit den 90er Jahren auf der Jagd nach dem indigenen Heilwissen und den natürlichen Ressourcen. Patentrechte machen es möglich, das sie in ihren Besitz gelangen. Kulturgut und Wissen anderer Völker – ihre heiligen Pflanzen werden zur Ware und zu Monokulturen, weil Pharmakonzerne sich damit  mehr Profit versprechen. Dabei gibt es auch hier vor Ort genügend Heilpflanzen. Kolonialherrendenken im 21. Jahrhundert. Statt ihre Arbeit zu schützen, werden sie erneut ausgebeutet. Das Armutsgefälle wird dabei gänzlich unberührt gelassen.

673 indianische Heilkräuter hat die Schulmedizin inzwischen anerkannt und erfolgreich eingesetzt.

 

Zeremonie Corazones

 

Ergänzend zum Kräuterheilgetränk Essiac

1959 wurde der Leibarzt John F. Kennedys, Dr. Charles Brusch, auf die „Essiac“ genannte Mischung aufmerksam. Selbst ein begeisterter Forscher der Kräuterheilkunde experimentierte  gemeinsam mit der inzwischen 70-jährigen Rene weiter und erweiterte die Mischung um nochmals vier Kräuter: Brunnenkresse, Rotklee, Braunalge und Kardobenediktenkraut. Diese Mischung konnte nun unter dem Namen „Flor Essence“ ausschließlich oral verabreicht werden. Vorher wurde der kleine Wiesensauerampfer injiziert.
Doch trotz nachweisbarer Heilwirkung u.a. bei Tumorerkrankungen, Rheuma und Diabetes lehnt die kanadische Regierung bis heute „Flor Essence“ als Medikament ab. 1992 brachte dann ein kanadisches Unternehmen die Kräutermischung als „Heiltee“ auf den Markt. Heute wird „Flor Essence“ in 55 Ländern vertrieben und kann sowohl zur Vorbeugung als auch zur Unterstützung von Heilbehandlungen eingenommen werden. Damit ist einmal mehr beweisen, dass sich ein Blick auf die indianische Heilkunde durchaus lohnen kann.

Es braucht etwas Geduld bei der Anwendung dieses Naturheilmittels. Es stärkt den Körper.  Es soll immer sehr nützen, bei jedem Zustand, der dem Körper zu schaffen macht.

Die Ojibwa Indianer sagten von ihrer Naturheilmedizin,  es  sei ein heiliges Getränk, das den Körper reinige und jeden wieder zurückbringe ins Gleichgewicht mit dem „Großen Geist“. Es baut das Blut auf, hilft der Verdauung, wirkt sehr günstig auf die Darmflora und verhindert Verstopfung. Die Essence regtdas Immunsystem stark an und entgiftet den Körper. Sie verleiht rundum ein Gefühl von Wohlbehagen.

 

Quellen:

Indianisches Heilwissen.

Paul Bakkius: Gesund durch Indianerheilwissen.

Schweizer Projekt : Onkologie & Maya-Wissen
ETH Life, Zürich.

Doris Braun, Heilpraktikerin in Stuttgart, engagiert sich für eine größere Vernetzung und einen direkten Austausch mit den Curanderas  Mexicos.

Informationen zu OMIECH, einer Organisation indigener Curanderas in Mexico finden Sie unter http://www.medidnamaya.org. OMIECH arbeitet daran, dass dieses Wissen nicht nur nicht verloren geht, sondern sich auch verbreiten kann.
Oder unter: FFGZ Stuttgart, http://www.ffgzstuttgart.de

 

mehr zu Biopiraterie: Verlorenes Wissen

 

 

Von Maya-Königen und Prinzen

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Kakaobecher. Kakao war das Getränk des Adels in der Maya-Gesellschaft.
Fotos: Archäologisches Projekt Uxul/Universität Bonn

 

Die Maya-Stadt Uxul wurde bereits 1934 von Archäologen im Dschungel Yucatans in Mexico entdeckt. Aufgrund seiner extremen Abgeschiedenheit blieb der Ort  fast 100 Jahre für die Forschung verschollen, bis er im Jahr 2005 von Forschern der slowenischen Akademie der Wissenschaften und der Universität Bonn und dem Nationalen Institut  für Anthropologie und Geschichte (INAH) Mexicos wiederentdeckt wurde.

Ein Trinkbecher gab den entscheidenden Hinweis. 2012 entdeckten Bonner Archäologen in Zusammenarbeit mit Mexico`s Nationalem Institut (INAH) ein reichhaltig ausgestattetes Prinzengrab. Die Inschriften weisen darauf hin, dass es sich um den Sohn eines Königs handelt. Zu lesen ist:  „[Dies ist] das Trinkgefäß vom Jüngling/Prinzen“ .

Ein Glücksfall für die Archäologen. Fundort ist ein Gebäude des königlichen Palastkomplexes der Maya-Stadt Uxul in Mexico, im Bundesstaat Campeche auf der Halbinsel Yucatan. Die archäologische Grabungsstätte Uxul liegt zwischen den großen Maya-Städten El Mirador im Süden und Chichen Itzà  im Nordosten.  Uxul bedeutet: am Ende. Und das ist es irgendwie auch, zumindest heutzutage. Drückende Hitze, 95% Luftfeuchtigkeit, Tausende Insekten. 120 Kilometer Fahrt durch den Regenwald, mehr oder weniger im Schritttempo. Wenn der Regen einsetzt, kommt niemand mehr für neun Monate in das Gebiet. Zwanzig Kilometer mussten vom Forschungsteam erst einmal freigeschlagen werden, um das Ziel überhaupt mit Ausrüstung erreichen zu können.

Am Ende lag Uxul jedenfalls nicht während der Blütezeit der Maya-Kultur, vielmehr mitten drin in einem Netz von Städten, Handels- und Herrschaftsbeziehungen. Möglicherweise nannte sich die Stadt damals „Naah-k’a-Naah“. Gesichert ist dies jedoch noch nicht. Der alte Name von Uxul ist für die Wissenschaftler noch immer ein Rätsel.

Sicher weiß man, dass sich die Maya in Uxal 300 vor Christi und 200 nach Christi auf den von Sümpfen umgebenen Hügeln niedergelassen haben. Aus einer kleinen Siedlung wurde Königssitz.

Man fand ebenso Überreste eines 20 bis 25 Jahre alten Mannes.In einer steinernen Sitzbank hatten die Forscher ein aufgefülltes Loch entdeckt. Etwa anderthalb Meter unter der Bank fanden sie einen Keramikteller, jedoch ohne jeglichen Dekor. Wissenschaftler der Universität Bonn wühlten sich weiter in die Tiefe.  Beharrlichkeit brachte den Durchbruch: Unter dem Teller entdeckte man einige Steinplatten, und als man sie auseinander schob, öffnete sich darunter ein Hohlraum – das Grab.

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Uxul liegt zwischen den großen Maya-Städten El Mirador im Süden und Calakmul im Nordosten. Beide Orte spielen eine zentrale Rolle in der gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung der Maya-Kultur: El Mirador gilt als das bedeutendste städtische Zentrum der Präklassik (600 v. Chr. bis 250 n. Chr.), und Calakmul war das bedeutendste politische Zentrum und Sitz der einflussreichen Kaan-Dynastie in der Klassik (250 n. Chr. bis 900 n. Chr.)

 

Yotoo Till ist der Name des Verstorbenen. Explizit sei er als  Ch’ok“ (Prinz) ausgewiesen. Woran der Prinz mit dem Namen „Haus des Tapirs“ zwischen 725 und 730 n.Chr. starb, wissen die Bonner Forscher nicht zu sagen.

Zahlreiche hochwertige Grabbeigaben deuten auf die hohe Herkunft des Verstorbenen hin. Ein Teller mit Bemalungen im “ Codex-Stil“ lag auf dem Schädel des Verstorbenen. Auch ein zweites modelliertes Gefäß soll  einen Prinzen erwähnen. Ein endgültiger Hinweis auf die Identität soll dies aber nicht sein, sagen die Bonner Wissenschaftler. Bislang weiß man, dass es sich  um einen Königssohn handelt, der nicht in direkter Thronfolge stand.  Die sonst übliche Jademaske fehle. Und auch die Inschrift auf einem der Becher lege dieses nahe.

Der Teller, den man auf seinem Körper fand, trägt die Weihinschrift: „Dies ist die Schrift auf dem Teller für Kakao des Yotoot Til.“ Der Teller ist im „Codex-Stil“ gehalten, benannt nach dem Stil der wenigen erhaltenen Maya-Bücher. Darin dominieren die Farben Schwarz und Rot auf cremefarbenem Untergrund.
Insgesamt fand man fünf Keramikbecher. Anhand eines Datums auf einem der Becher, das dem Jahr 711 n. Chr. entspricht, kann der Tod des jungen Prinzen und die Anlage seines Grabes auf die ersten Jahrzehnte des 8. Jahrhunderts nach Christi Geburt datiert werden.

Ein Jahr später stieß man auf weitere Überreste. So weiß man, Jade wurde in die Zähne eingesetzt. Jade war ein beliebter Körperschmuck und ein Zeichen für eine hohen sozialen Status.

Die Keramiken zeugen auch von Verbindungen zum mächtigen Nachbarn Calakmul.

 

 

867 Gebäude sind bislang  in Uxal vermessen, an rund einem Dutzend davon wird gegraben. Die Bonner Forscher sprechen von
„ Klein-Calakmul“. Die Maya-Architekten  haben in Uxul das Stadtbild von Calakmul fast eins zu eins kopiert – von der Anordnung der Pyramiden und der Gebäudeformen bis zur Lage des Ballspielplatzes und der Gestaltung des großen Königspalastes.

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Sanierungsarbeiten an der Pyramide in Uxul. Quelle: Bonner Archäologie.

 

Grabräuberschächte des 20. Jahrhunderts und Urwald setzen der Statik der Maya-Bauwerke in Uxal zu. So manches Gebäude muss heute gesichert werden.

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Uxul

 

Uxul soll das Zentrum einer unabhängigen politischen Einheit gewesen sein. Inschriften berichten aber auch von der Eingliederung Uxuls in den damaligen Regionalstaat von Calakmul in der Zeit der späten Klassik. Die letzten Inschriften von Uxul datieren 692 n. Chr. und deuten auf ein frühes Ende der Königsdynastie hin.

Irgendwann im 10. oder 11. Jahrhundert war die Stadt weitestgehend entvölkert, bis auf vereinzelte Bauern vielleicht.

 

 

 

 

CALAKMUL

 

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Mit 55 Meter Höhe eines der höchsten in der Maya-Welt.  Hier sieht man wie Pyramide mit einer anderenPyramide überbaut wurde. Seit 2002 Weltkulturerbe. Calakmul, Yucatan, Straßengebühren, Eintritt sind zu zahlen. Mexico. Fotos: Kunze

 

Der  Palast wurde auf den Stelen 101- 103 als   Ox Te’ Tuun,  der „Ort der drei Steine“ bezeichnet oder als „tip’il k’inil na= Sonnenuntergangshaus“.

Die Ur-Pyramide obere Spitze wurde nur von einer kleinen Elite von Priestern  und Adligen aufgesucht, während die Mehrzahl der Gläubigen ihre Rituale unten an der Basis vollzogen.

Die Region war seit 600 v Chr. besiedelt. Die erste Pyramide wurde keine 300 Jahr später erbaut und wies eine Höhe von 12 Metern auf. In späteren Jahren wurde aufgestockt.

Der Begriff „ka kalam“ taucht in diesem Kontext ebenso auf. Er bedeutet: „zwei Schlangen/Mächtige“ und soll auf zwei Dynastien hindeuten und nicht auf den Ort. Wasserwege, Zisternen, Vorratsspeicher, Arbeitsspezialisierung durch kleine Steinmetzviertel,  Mühlenviertel,  sak be: künstliche Wege, um alles besser transportieren zu können, Tempel, Zeremoniebauten, Paläste, Ahnentempel, U-förmig angelegte Räume, Empfangs- und Festplätze.  Für mehr als 1000 Jahre  war diese Tempelanlage das Zentrum  dieses mächtigen Stadtstaates  mit Ausmaßen – zumindest zeitweilig – eines Terretorialreiches mit einem zusammenhängenden Staatsgebiet.

 

Bereits im Jahr 2011 legte das Forscherteam verschiedene Tempel  des Königs Calakmul frei. Dabei entdeckte  man im größten Palastgebäude sechs Relieftafeln, auf denen vier Könige der Herrscherdynastie von Calakmul beim Ballspiel zu sehen sind.

 

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Inschriften.  Uxul, Quelle: INAH, Mexico

Rechts im Bild:

Inschrift in der südlichen Treppe vom Hauptgebäude des Palastes. Der Ballspieler ist Yukno’m Yich’Aak K’Ahk‘, Regierender von Calakmul zwischen den Jahren 686 und 695 n. Chr.. Das Datum ist  der 6. Februar  695 – sechs Monate vor seinem Tod.

Der am weitesten verbreiteste Titel war übrigens bei den Maya „ajaw“ , Herr oder Herrscher. Damit wurde das höchste Amt eines Zentrums bezeichnet. Gegen Ende des 4. Jahrhunderts wurde der Titel kùhul ajaw, göttlicher Herrscher, eingeführt.  Ein weiterer Titel, der aber nur den Herrschern der bedeutendsten Maya-Zentren vorbehalten war, war der des „kaloomte“.

Das Wort enthält die Silbe te und bedeutet Baum oder Stab.

 

 

 

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v. li.: 1. ajaw,                2. k’uhul ajaw,               3. kaloomtè,                     4. ochk’in kaloomte’,             5. sajal , Quelle: Martin und Grube, Bonn, 2000.

 ochk`i kaloomte =westliche Herrscher. Sajals sind Angehörige der Elite. Sie werden von der Wissenschaft als „Provinzgoverneure“ angesehen. Die Träger des Titels aj kùhuun waren dem ajaw untergeordnete Angehörige der Elite, die oftmals mit Herrscherhaus eng verwandt waren. Es ist der, der anbetet, verehrt.  Bakab wird auch immer wieder für den lokalen Herrscher verwendet.

Als Kùhul – göttlich, heilig –  wurden  ebenso dreizehn politische Einheiten bezeichnet. Auch hierzu fand man in den Glyphen Hinweise und verweist dabei auf die räumliche Aufteilung in vier Himmelsrichtungen plus ein Zentrum. Es gab natürlich mehr politische Einheiten. Jene dreizehn galten aber als die herausgehobenen im Maya-Land.

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Die Natur findet ihren Weg. Calakmul liegt nicht im Zentrum der Touristenströme, Yucatan, Mexico

In Calakmul befindet man sich bereits im sogenannten Petén auf Yucatan,  dem eigentlichen Ursprungsland der Maya in Mexico. Die Maya- Stätte liegt inmitten dichten Urwalds. Heute ist die Region Naturschutzgebiet,  mit 723. 000 ha das größte im Regenwald Mexicos. Im Reservat finden sich Jaguar, Puma, Ozelot, Ameisenbären, Klammeraffen und auch die Klapperschlange. Das Naturschutzgebiet ist Heimat von 200 Vögel- und 400 Schmetterlingsarten und unzähligen wilden Orchideen.

Calakmul liegt rund 90 Kilometer von Tikal im heutigen Guatemala entfernt. Der Ort gilt als größte Maya-Stätte der „klassischen“ Zeit (250 n. Chr. bis 900 n. Chr.) und zugleich als die bevölkerungsreichste Mayastadt.  Nach einer Schätzung soll die Zahl um rund 40 Prozent über Tikal gelegen haben. Wenn man in Begriffen von Supermächten denken möchte, dann war Calakmul  in der Blütezeit der Maya eine Großmacht. Jedenfalls lässt der Fortschritt der Entzifferung von Hieroglyphen diese Annahme zu.
Die Ruinen sind auf einer Fläche von 25 Quadratkilometern zu finden.

Im Jahre 1931 durch den Amerikaner Cyrus Lundell entdeckt, stellt Calakmul auf über 100 Quadratkilometern  fast 6.500 Strukturen, von denen man ausgeht, dass sie über eine Periode von über 1.000 Jahren erbaut wurden. Führend in seiner Rolle war Calakmul in den Jahren zwischen 250 und 690 n.Chr., bekannt als Königreich des Schlangenkopfes. König Garra de Jaguar verlor schließlich nach langen auch inneren Zwiespalten den Krieg gegen Tikal und der Abstieg Calakmuls war beschlossen.
Zwischen Tikal und Calakmul muss es immer mal wieder zu ordentlichen Streitereien gekommen sein, auf die ich hier nicht eingehen werde.  Von Kriegsgeschichten sindunsere Geschichtsbücher unserer männlichen Historiker bereits voll geschrieben. Man weiß heute, dass sich durchaus viele politische Einheiten der Maya Calakmul friedlich unterordneten – so sagen es jedenfalls die Wissenschaftler. Innerhalb der „Provinzen“ soll es ein friedliches und harmonisches Miteinander gegeben haben.

Hinweise über Tikal und Calakmul gibt es auch auf Stelen in den Maya-Stätten Copàn und Palenque. Ein vage Verbindung zwischen dem Einflußbereich Calakmuls und Coba findet sich auf der Coba Stele 1.

Naja, warum sollte es sie auch nicht gegeben haben?

Calakmul weist eine einmalige Anzahl an Stelen auf, die sich so in wohl keiner anderen Maya-Stätte wiederfinden lässt. Die Angaben über die Anzahl deroft schon stark erodierten Stelen schwanken zwischen 100 und 120. Auch in Calakmul wurde die Pyramide mehrfach überbaut. Der kleine Palast auf der Spitze der Pyramide wurde während der klassischen Periode erbaut. Er enthielt neun Räume, ein Dampfbad, einen Altar und Grabmäler.

Man fand eine Grabkammer, die auf das 5. Jhdt. nach Christus zurück datiert wird. Sie war durch einen kleinen Gang mit dem darüber gelegenen Palast verbunden. Man fand in der Grabkammmer einen etwa 30-jährigen Maya-Leichnam, der auf einer geflechteten Matte mit fünf keramischen Gefäßen lag. Er trug eine Jademaske aus Mosaik auf seinem Gesicht, eine heute weltbekannte Maske, die auf vielen Ausstellungen gezeigt wird.

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Jademaske, Ausstellung in Rosenheim,  2007 Foto:Zabe, Mexico-City

 

Eine weitere Maske wurde auf seiner Brust und seiner Hüfte gefunden. Man fand ferner unter den Schmuckstücken drei Ohrringe aus Jade, 32 Jadeperlen, 8.252 Muschelperlen, den Stachel eines Stachelrochens und verschiedene keramische Stücke. Es war einer der bedeutendsten Funde der Maya-Zeit. In einem weiteren Gebäude fand man mehrere Tausend Schmuckstücke aus Jade und anderen Materialien. Viele der Fundstücke befinden sich heute im Archäologischen Museum von Campeche.

 

 

 
Die Stele 52 von Calakmul

Erstmals  wurde die Stele  um 1930 fotografiert.  Die Glyphen weisen auf den Herrscher  Yuknoom Took’ K’awiil hin, der für einige Dekaden Calakmul  im frühen 8.Jahrhundert regiert haben soll. (Martin and Grube 2008; Martin 2005)

Ganz in der Nähe  von Stele 52 soll  Stele Nummer 54 gestanden haben, auf der eine Frau abgebildet war. Es gibt mehrere dieser männlich-weiblich Darstellungen in Form von Stelen.

Das  Manikin-Szepter als Herrschaftszeichen, besser als Zeichen für einen Erbsohn ist mit Stele 52 erstmals für Calakmul  dokumentiert. Dies erschien an anderen Orten schon früher.

Mir fallen die großen Bommeln an den Schuhen des Mannes auf.

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Museum Mexico City

 

Im Museo Dolores Olmedo in Mexico City können sie heute
bestaunt werden.

Direkt über dem  Porträt des Königs sieht man ein Band von fünf Glyphen  und einige an der rechten Seite.  Das Datum ist 4 Ahaw 13 Yax  oder 9.15.0.0.0 .

 

 

Maya-Stele

Stele 52 (Quelle D. Stuart)

 

 

 

 

 

 

 

 

Es gab Vorläufer. Stelen (Bildsäulen) findet man schon bei den Olmeken.

 

 

Wissenschaft teilt die gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung in Perioden der Klassik (250 bis 900 n. Chr.) und Präklassik (2000 v. Christi bis 900 v. Chr.) ein. Jene zeitlichen Einteilungen werden nicht die letzte Antwort sein können. Komplexe Symbolsprachen, Könige, Paläste, Begräbnisse, Ritualgegenstände, die bislang der klassischen Epoche zugewiesen wurden, lassen sich auch vor über 2000 Jahren feststellen. So entdeckte der Archäologe Francisco Estrada-Belli die Maya-Stätte Cival. Ihm zufolge nach eine der größten Städte in der Zeit der vorklassischen Maya gewesen ist.  Ihm zufolge, sei jene Symbolsprache bereits vor der klassischen Zeit weit verbreitet gewesen.

Maya- Grabstätte Uxul Yucatan Mexico

Grabkammer

All die grandiosen Pyramiden mit breiten Steintreppen, großzügigen Palästen, kunstvoll beschriebene Stelen und Tafeln, die Menschen mit prächtigem Schmuck zeigen, alle jene rätselhafte Ruinen liegen auf 324000 Quadratkilometer verteilt – ein Gebiet, kaum kleiner als Deutschland. Das Maya-Land reicht vom Tiefland der mexikanischen Halbinsel Yucatán über Chiapas, Belize, Guatemala und Honduras bis hin zum südlichen Hochland und der Pazifikküste.

Im Gegensatz zu den alten Ägyptern, Griechen oder Römern waren die Maya bis ins 19. Jahrhundert über ihre Grenzen hinaus unbekannt. Über sie gab es nur wenige vage Berichte aus den Zeiten der spanischen Eroberer. Lange wusste man über die Maya derart wenig, dass der Vorstellungskraft kaum Grenzen gesetzt waren.  Die spärlichen bekannten Details wurden bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts äußerst kreativ interpretiert. Zu schön, um so einfach wahr zu sein: Vor 3000 bis 4000 Jahren hätten die Maya aus dem Nichts heraus mit dem Aufbau ihrer Hochkultur begonnen. Bis heute ist vieles ungeklärt.

Und dann, ganz unvermittelt, noch vor dem Jahr 1000 – das Aus. Ende, Untergang. Irgendetwas war schiefgelaufen, und zwar gründlich. Sie waren wie vom Erdboden verschwunden.
So liest man immer wieder. Auch  Uxul soll von den Maya im 9. Jhdt. plötzlich verlassen worden sein.
Der sogenannte „Maya-Kollaps“  wird allerdings  inzwischen von der Forschung viel differenzierter als eine Zeit großer Veränderung betrachtet.

Etwa 1.000 nach Christus übernahm eine andere Bevölkerungsschicht die Führung, deren Bauten sich unter anderem an ihrer schlechten handwerklichen Qualität erkennen lassen. Schließlich wurde die Region für beinahe ein Jahrtausend verlassen. Über die Ursachen lassen sich bis heute nur Spekulationen anstellen.

 

 

 

 

 

 

 

Quellen:

Martin, Simon, and Nikolai Grube. 2008. The Chronicles of Maya Kings and Queens: Deciphering the Dynasties of the Ancient Maya. 2nd edition. London: Thames and Hudson.

Stuart: Maya Decipherment
Bonner Universität, Altamerikanistische Abteilung.

Nikolai Grube: Toponyms, Emblem Glyphs, and the Political Geography of Southern Campeche.2005

INAH, Mexico.
Archäologisches Museum, Mexico.

Wie sähe Ihre Welt aus?

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Schmetterlingswelt in Mexico

 

An Mexico  beeindruckt die kulturelle und biologische Vielfalt. Der Bundestaat mit 31 Einzelstaaten und einem Bundesdistrikt Stadt Mexico weist  eine der höchsten Biodiversitäten auf diesem Planeten auf. Anders formuliert, Mexico gehört  zu den Ländern mit der höchsten Artenvielfalt. Das Land verfügt über Subtropisches- und Hochgebirgsklima als auch über Wüstenklima. Die Temperaturen können in der Tierra Calida (heißes Land) im Sommer bis auf 48 Grad Celsius steigen und im Winter bis auf 13 Grad Celsius fallen. Der Pico Orizaba,  Berg der Sterne, ist mit 5.636 Metern der höchste Punkt Mexicos. Der tiefste Punkt ist mit 10 Metern unter dem Meeresspiegel Mexicali, die Hauptstadt des Bundesstaates Baja California. Die großen klimatischen Unterschiede im Land spiegeln sich auch im Baumbestand. Im Norden und in Zentralmexico dominieren Kiefer und Eiche. Im Südosten Mahagoni, Ebenhölzer, Nussbäume und Rosenhölzer.Über den Raubbau an Hölzern schreibe ich an dieser Stelle nicht.

Mexico ist der viertgrößte Produzent von Obst und Gemüse in der Welt. Das Land gehört zu den Top Ten weltweit in der Produktion von Avocados, Öpflanzen wie der Färberdistel, Kartoffeln, Limetten, Orangen, Bananen, Chili, weißer Mais, Mangos, Guajavas, Anis, Fenchel, Koriandersamen, Vanille, Bohnen, Rohrzucker, Blumenkohl, Broccoli, Walnüssen, Kürbis, Erdbeeren, Kaffee, Wassermelonen und Honig.

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Mini-Melonen Mexicos, fotos: gracias T.

 

 

Es gibt so viele kulturelle Territorien der indigenen Völker, die mit den vielfältigen Öko-Systemen des Landes übereinstimmen. Dies ist kein Zufall, sondern ein Zeichen intelligenter Anpassung der Menschen an ihre Umwelt.

Hinter Indien verfügt Mexico über die reichste kulturelle Vielfalt der Welt. Es ist ein Land, in dem tausend Welten existieren. Ob in der Sprache und den vielen Dialekten der Ureinwohner, der sogenannten Indigenos, ob in den prächtigen Bauwerken oder aber auch selbst in der abwechselungsreichen und schmackhaften, mexikanischen Küche – deutlich ist die geschichtsträchtige Vergangenheit dieses größten mittelamerikanischen Landes auch heute noch fast überall spürbar. Alte Sprachen sind bis heute erhalten. Von den 1 Million Indigenos aus Chiapas sprechen nur 25 Prozent die spanische Sprache. Die restlichen 750.000 verständigen sich noch immer noch in der alten Maya-Sprache Tzotzil. Auch die Nachfahren weiterer indigener Völker – Azteken, Tolteken, Mixteken und andere – bedienen sich noch ihrer teils uralten Dialekte.

Die Tempelanlagen der Maya dürfen als schlafende Universitäten bezeichnet werden, die noch viele unentdeckte Geheimnisse in sich tragen. Heute weiß man, sie lebten im Einklang mit der Natur. Alles schien in perfekter Harmonie zu einander zu stehen, ihre Kultur, ihre Religion, der Bezug zum Kosmos. Sie decodierten die Matrix des Universums und bauten sich – entsprechend jener Kenntnisse – ihren eigenen Mikrokosmos.

‚The Spirit‘ der Maya

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In làa kè ch = Ich bin.

In làa ke `ch = Ich bin
Ein Maya antwortet darauf: aà la ke `ch = Ich bin.

Im Spanischen bedeutet es: Ich bin du und du bist ich.

Aber im Mayab bedeutet es: Ich bin. Es gibt für die Maya  kein Ich und kein Du.
Wir sind nicht voneinander getrennt. Es gibt nur ein Ich.

Wir sind alle Teil der Energie. Wir realisieren nur nicht, wie wir miteinander verbunden sind, sagen sie.

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Blume des Lebens Zeichnung Kunze

In einem meiner Beiträge über die Elefanten Thailands berichtete ich davon, wie Elefanten miteinander kommunizieren. Sie nehmen die Vibrationen über Hunderte von Kilometern mit ihren Füßen wahr.   Sie transformieren ihre Vibrationen auf die Erde. Die Maya sagen: Wir haben auch dieses System der Verstehens – nein, nicht durch Telefone. Wir senden durch unser Hirn. Wir verstehen durch unsere Gefühlsenergien. Durch Millionen von Neuronen verbunden mit chemischen Prozesse erfassen wir die Information. Wir sind ebenso wie ein Neuron. Durch Elektrizität erreicht die Erde unsere Informationen. Auch wir senden Vibrationen mit unseren Füßen aus.

Unsere Körper leben aber in Isolation, sagen die Maya. Wir sind blockierte Körper, denn die meisten Menschen leben  in Angst. Zum Glück, meint Ak Tah. Zum Glück gibt es ein „Lack of Connection. Hätten wir die Verbindung zur Erde, gäbe es in dieser speziellen Phase des  Umbruchs noch mehr Erdbeben. Die Rede ist hier von dem  Umbruch, der uns in einen neuen Zyklus hineinführt. Der Umbruch, der so  schnell nicht wieder passieren wird, erst wieder in 26.000 Jahren.

„Ich frage mich jeden Tag nach dem Aufstehen, wie kann ich Frieden auf diese Welt bringen?“ (Ak Tah)

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Wir Menschen senden auch Vibrationen an die Erde

Es gibt zunehmend mehr Menschen, die die Verbindung zur Erde aufbauen. All jene, die sich mit der Geometrie, mit Wasser, Kristallen, mit Spirituellem, mit Übersinnlichem befassen, sind die Menschen, die sich mit der Erde verbinden. Sie fühlen sich  mit allem verbunden

„Wir müssen uns mit Energie aufladen. Zieht die Schuhe aus. Nehmt Verbindung auf.  Singt. Meditiert.
Die Erde kann antworten. Wenn wir unsere Körper ausbalancieren, anworten wir auf die Energie der Erde.
Damit können wir auch andere Menschen beeinflussen, selbst wenn sie weit von uns entfernt sind. Sie erreicht die Vibrationen und damit verändern wir diese Welt.

Wir müssen die Energie verändern. Wir brauchen es.
Die Erde braucht es. Wir brauchen Unity, egal, von welcher Philosophie du kommst – das einzige, was zählt ist, dass du diese Welt ändern möchtest , damit wir als  one humanity leben können. „

Heilung. Harmonie. Alles ist Energie. One Humanity – wir sind mit allem verbunden. Es gibt kein Du. Im Einklang leben mit den universellen Gesetzen der Natur und dem Kosmos. Die Matrix des Universums verstehen. Synchronizität – das ist der Spirit der Maya.

Die biologische Wirkung ionisierter Luft

Die Maya bauten gesund. Ihre Pyramiden sind von heilender Energie umgeben. Seit Wilhelm Reich wissen wir darum. Der Wissenschaftler wies 1000 Mal mehr negativ geladene Ionen nah der Pyramiden nach.  Und wer jemals eine der Tempelanlagen mit Pyramiden aufgesucht hat, weiß, wie energetisch anders es sich dort anfühlt.

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Weltkulturerbe: Tempelanlage Palenque liegt im Urwald versteckt, Chiapas,  Mexico

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Palenque aus der Luft. Satellitenfoto. Quelle: Google

 

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Tempelanlage Tulum, li. i.Bild das Feenhaus, Yucatan, Mexico

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All diese Tempel waren früher sehr farbenfroh. Feenhaus Tulum. Vor der Küste befindet sich eines der größten Korallenriffe, das  rund 80 Kilometer  unterbrochen ist. Ein optimaler Zugang zum Land .  Man nimmt an, dass die Maya darum wussten und auch deshalb dort eine Tempelanlage bauten.

 

Negativ geladene Ionen? Was meint das?

Ionen sind Gasmoleküle durch die geladene Luftelektrizität entsteht. Auf der Suche nach Blitzableitern fanden Wissenschaftler dieses heraus.
Ein Ion ist ein Luftmolekül, das ein Elektron gewonnen oder verloren hat.  Ein negatives Ion hat ein Elektron gewonnen, ein positives Ion hingegen hat ein Elektron verloren.

Wie kann das geschehen?
In einem Molekül sitzen Protonen und Elektronen. Letztere sind 1800 Mal leichter als Protonen. Elektronen werden also gerne von Protonen verdrängt.

Unsere modern geprägte Umwelt ist überladen mit positiven Ionen, während lebenswichtige, anregende negative Ionen längst Mangelware sind. Dieser Zustand hält uns in ständigem Stress, sagen Experten.

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Ionen bilden nur einen kleinen Teil der Luft, die wir atmen, sind aber dennoch ihr wichtigster Bestandteil. Es gibt 27.000 Billionen stabile Moleküle in jedem Kubikzentimeter der Luft, aber die Anzahl der Ionen variiert den Umweltbedingungen entsprechend stark. In sauberer Landluft können wir mit etwa 1.000 bis 2.000 Ionen pro Kubikzentimeter rechnen. Diese Quote reduziert sich allerdings auf wenige hundert Ionen in einer verschmutzten Umgebung. Die negativen Ionen wirken stimulierend und energetisch auf unseren Organismus und sorgen für allgemeines Wohlbefinden. Negativ geladene Ionen zerstören außerdem Bakterien und Schimmelsporen in der Luft. Das liefert eine mögliche Erklärung für das Fehlen von Pilzen und Moosen in Kiefernwäldern. Die durch die Luft getragenen Sporen werden durch natürliche Ionisierung aufgrund der erhöhten Konzentration negativer Ionen in Kiefernwäldern zerstört.

Studien und Erfahrungen zeigten, dass sich eine Veränderung dieser Anteile zugunsten der positiven Ionen schädlich auswirkt, während eine Überdosis negativer Ionen heilende Eigenschaften hat.

Eine hohe Konzentration negativ geladener Ionen wird auch durch Blitze, UV-Licht und den natürlichen Prozess der Fotosynthese von Pflanzen erzeugt. Die Energie bewegten Wassers bringt ebenfalls riesige Mengen negativer Ionen hervor, was die euphorischen Gefühle nach einem Wolkenbruch, in der Nähe eines Wasserfalls oder an der Küste erklärt. Die Reibung zwischen Wasser und Luft bewirkt, dass Elektronen verdrängt werden. Sie fliegen frei umher und bilden negative Ionen, während die schwereren positiven Ladungen mit den Wassertröpfchen zur Erde fallen. Die negativen Ionen verteilen sich in der Luft und werden von uns eingeatmet.

Der italienische Physiker Giuseppe Toaldo beobachtete, dass Pflanzen, die neben einem Blitzableiter wachsen, das zehnfache der durchschnittlichen Höhe identischer Exemplare erreichen.
Ionen haben ebenfalls einen Effekt auf Gemüse. Wässerte der Physiker die Pflanzen mit einer elektrifizierten Gießkanne, wuchsen sie zu einer beachtlichen Größe heran.

Wir sind Energie.

Die Hindus nennen es Prana. Die Chinesen Qi. Für die Taoisten ist es die Lebenskraft, die allen Wesen innewohnt. Indigene Völker positionieren ihre Kranken nah eines Wasserfalls, um die heilenden Kräfte der negativ ionisierten Luft zu nutzen. Jahrtausendaltes Wissen – die wohltuende Wirkung der tiefen rhythmischen Atmung in der Natur. Alte Yoga-Schriften sagen nichts anderes. Wer seine Atmung perfektionieren will, soll in einer Höhle oder in einer Höhle unter einem Wasserfall atmen. Gesundheit und Lebensdauer kann durch die Kunst der tiefen Atmung positiv beeinflusst werden.
Es ist nicht nur das Atmen, es sind vor allem die negativ geladenen Ionen, die den Körper in die Balance bringen. Sie verhelfen zu einer optimalen Zellstruktur.

Wenn Wetterfronten aufeinander treffen, wenn Wind und Wolken aneinander geraten, entstehen zu viele positive Ionen.  Wetterfühlige Menschen spüren  die unausgewogene Elektrizität in der Luft zuerst und reagieren mit unerklärlichen Panikattacken, Depressionen, Reizbarkeit und erhöhter Krankheitsanfälligkeit. Bei einem Ionen-Ungleichgewicht können Menschen mit Wunden oder Narben, diese stärker fühlen. Jeder Mensch, der unter einer Krankheit leidet, würde eine symptomatische Verschlechterung seiner körperlichen Verfassung bemerken.

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Peru

Die Umwelt, in der wir heute leben, sorgt nicht ohne Grund für eine  defizitäre Gesundheit. Die höchsten Konzentrationen negativer Ionen finden wir in einer natürlichen Umgebung, deren natürliches Gleichgewicht nicht durch Menschenhand beeinflusst wurde. Die Ursache für Missempfindungen  wie Trägheit, Müdigkeit, Atembeschwerden, Heuschnupfen haben auch mit dem Ungleichgewicht der Ionen zu tun.
Es gibt Straßen, in denen Messungen während des Berufsverkehrs vorgenommen wurden, deren Wert lag bei null Ionen.

Es ist Zeit, unsere Einstellungen zu verändern. Spiegeln wir jene Welt, in der wir leben möchten. Kulturen wie die Q`ero  der Altiplano-Region schickten nicht ohne Grund ihre Vertreter ins Tal, um uns „westlichen“ Menschen mitzuteilen, dass wir den falschen Traum träumen. Alle indigenen Völker sagen uns dieses. Wann endlich hören wir hin? Die Schamanen sagen, wenn wir unsere verzerrten Träume – und damit auch die Welt, in der wir leben – verändern wollen, müssten wir lernen, die Kraft der Gedanken und der kreativen Vorstellung zu nutzen. Es wäre sinnvoll „Reisen“ zu den Eigenschaften zu unternehmen, die wir in der Welt sehen möchten – zu Eigenschaft, die Gleichgewicht und Harmonie erzeugen. Und wenn wir sie dann besitzen, können wir anfangen, mit unseren Sinnen zu arbeiten und diese Welt ins Dasein träumen.

Wie sähe Ihre Welt aus? Wir sähe die Natur aus?  Wie schmeckt das Wasser? Wie sähen die Gesichter der Menschen aus? Wie würden Sie sich in Ihrer Welt emotional fühlen?

Maya-Kalender: Nahuales

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Bakal, 70 Jahre.

Hablatun – eine Zeiteinheit bei den Maya.  Sie entspricht annähernd 1.3 Milliarden Jahre.  Wir unterteilen unsere Zeit in ein christlich-abendländisches Denken. Lass ich die Bibel im Zeitraffer an mir vorbeilaufen, lebte Jesus vor ungefähr 2000 Jahren. König David vor rund 3000 Jahren. Jakob vor etwa 4000 Jahren. Noah vor 5200 Jahren. Lamech vor 6000 Jahren und Adam vor 7000 Jahren.

 

Hippolyt von Rom, strenger Gegenbischof von Calixt I.  (etwa160 – 235 n. Chr.), interpretierte die Maße der Bundeslade prophetisch. Sie enthält die Steintafeln Moses. Der Kirchenvater setzte die Elle mit einem Jahrtausend gleich. Fünfeinhalb Ellen machen 5.500 Jahre.  Nach seinen Berechnungen schuf Gott die Welt also vor 5.500 Jahren vor Christi Geburt. Wann geht die Welt unter. Nach der Bibel entspricht ein Tag tausend Jahre. Nach Hippolyt sollte die Welt 500 Jahre nach Christi Geburt untergehen. Wie wir alle sehen, endete die Welt nicht, auch nicht am 21.12.2012.  Eine Apokalypse, wie sie in der Offenbarung der Bibel erscheint, gibt es bei den Maya nicht. Es gab sie auch nie für den 21.12.2012.  Es gibt heute sogar Wissenschaftler, die meinen, man sei von einem falschen Startpunkt des Maya-Kalenders der „Langen Zählung“ ausgegangen. Das Ende des großen Zyklus müsse um 208 Jahre nach hinten verschoben werden.

Jeder Kalender bezieht sich auf ein besonderes Ereignis: In der Nordkorea beginnt der Kalender im Geburtsjahr des Politikers Kim Il Sing (1912). Der islamische Kalender startet mit der Pilgerfahrt des Propheten Mohammed von Mekka nach Medina. Und unsere Jahreszählung beginnt mit der Geburt Christi. In Äthiopien fand das neue Jahrtausend sieben Jahre und sechse Monate nach unserer Feier statt.

Die Maya kennen 17 verschiedene Kalender, auch den Tzolk’in Cholq’ij. Einige der exakten Aufzeichnungen erstrecken sich über mehr als zehn Millionen Jahre.

Unsere Vorstellung von Zeit ist linear. Dieses Denken ist den Maya fremd. Sie denken Zeit zyklisch. Wenn sich die Erde einmal um die eigene Achse gedreht hat, endet für die Maya ein Tag.  Der Zeitzyklus Uinal ist vergleichbar mit einem Monat. Ein Jahr bzeichnet eine Umrundung unseres Zentralgestirns durch die Sonne. Und auf den letzten Tag des Jahres folgt wieder ein neuer Tag des neuen Jahres. (Andereas Fuls, Doktorarbeit, Berlin). Er endete nicht 2012, sondern erst im Jahr 2220. Für die Maya folgt darauf kein Ende,  sondern ein neuer Zyklus. Für die Maya gibt es keinen Schlusspunkt. Ebenso ist für sie die Geschichte des Alls endlos.

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Die Kalenderschreiber, Contadores del tiempo, der Maya betrachteten den 21. Dezember 2012 als Tag der Wiedergeburt, als den Beginn der Welt der Fünften Sonne 8Bewusstsein). Die Wirkkraft an jenem Tag war die  4 Ajpuu. Der Nahual symbolisiert den Herzenskrieger und die menschlich-göttliche Herzenskraft.

Im Heiligen Mayakalender steht die Heilige 4 für die vier Tore der vier zentralen menschlichen Qualitäten. Diese Qualitäten und Tore werden den vier Himmelsrichtungen und den vier Farben des MAIS, in den Kosmovisionen der Indigenen Stämme  dem MAYAKREUZ zugeordnet, aus dem sich im Zentrum des Kreuzes das Fünfte Himmelstor öffnet.
TOR DES NORDENS: LUFT. Es symbolisiert die HERZENSKRAFT in Verbindung mit unserer MENTALENERGIE, mit unserem Intellekt und unserem Geist. So wird der Neue Zeitgeist KOPF und HERZ stärker miteinander verbinden. Kalte, egoistische und der Zerstörung dienende, rein mentale Strukturen und Systeme im Menschsein werden sich aus einem erwachenden Bewusstsein des Herzens verändern.

TOR DES SÜDENS: WASSER. Dieses Tor symbolisiert die Herzenskraft in Verbindung mit unserer Emotionalität

TOR DES OSTENS: FEUER. Dieses Tor symbolisiert die Herzenskraft in Verbindung mit unseren Absichten, mit dem menschlich-göttlichem Willen, unserem inneren Feuer, das aus dem Herzen heraus unsere Lebensabläufe bestimmen wird.

TOR DES WESTENS: ERDE. Dieses Tor symbolisiert die Herzenskraft in Verbindung mit unserem physischen, materiellen Leben. Es verbinden sich Materie und Geist aus der Liebe zu unserem Leben, zu unserem Planeten Erde, zu unserer Umwelt.

DAS FÜNFTE TOR: ÄTHER. Das Auftauchen der Fünften Sonne richtet die Aufmerksamkeit auf ein bis jetzt häufig übersehenes Element. Während in den verschiedenen Epochen der Vergangenheit die vier traditionellen Elemente Erde, Luft, Feuer und Wasser dominiert haben, öffnet sich in der Zeit der Fünften Sonne ein fünftes Element – der „ÄTHER“. Dieses Element der Fünften Sonne ist überirdisch. Das Zentrum des Mayakreuzes, in dem das Heilige Feuer entzündet wird, symbolisiert dieses fünfte Element als Raum- und Zeittor für die Verbindung des Menschen zum Kosmos.

Die großen Lehrer und Liebenden des Kosmos haben von Anfang an gesagt: Findet euer Herz und ihr werdet euren Weg finden

1 Kin = 1 Tag
1 Uinal = 20 Kin = 20 Tage
1 Tun = 18 Uinal = 360 Tage
1 Katun = 20 Tun = 7200 Tage
1 Baktun = 20 Katun = 144 000 Tage (oder 394,5 Jahre)
1 Pictun = 20 Baktun = 2 880 000 Tage (oder 7 885,2 Jahre)
1 Calabtun = 20 Pictun = 57 600 000 Tage (oder 157 704 Jahre)
1 Kinchiltun = 20 Calabtun = 1 152 000 000 Tage (oder 3 154 072 Jahre)
1 Alautun = 20 Kinchiltun = 23 040 000 000 Tage
(oder 63 081 431 Jahre)
1 Hablatun = 20 Alautun = 460 800 000 000 Tage (oder 1 261 628 620 Jahre)

 

 

Das Heilige MAYA-Jahr beinhaltet 260 Tage aus der Verbindung von kosmischer Schwingung (bezeichnet mit den Zahlen von 1 bis 13) und der Qualität des Tages im Ausdruck der 20 Nahuales. Die Nahuales sind Wesenheiten und Kräfte, die in Verbindung stehen mit den Kosmischen Kräften, mit Corazon del Cielo und Corazon de la Tierra und mit den Vier Elementen. Sie wirken auf allen Seinsebenen und in allen Dimensionen. Sie stehen auch in Verbindung mit dem Natur- und Tierreich und repräsentieren unterschiedliche Fähigkeiten und Eigenschaften mit ihren entsprechenden Stärken und Schwächen.  Sie verbinden den bewussten Menschen mit den unterschiedlichsten Qualitäten. Jeder Nahual hat seine besondere Aufgabe, seinen eigenen Wirkungsbereich und steht dennoch in der gemeinsamen Abstimmung und Verbindung mit allen Kräften.

 

 

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Sandkunstwerk, Kalender der Maya , Beach in  Mexico. Foto: Kunze

Die Nahuales, auch Tageszeichen genannt,  erzählen uns unsere Lebensaufgabe und unsere Lebensabsicht. Kennt man sein Nahuales, zeigt dieses uns unsere persönliche Absicht und Orientierung am göttlichen Plan und bietet so die Erkenntnis unserer Aufgabe in einem göttlichen Plan.
Der Tag, an dem man geboren ist, stattet einen mit den Geburtsenergien jenes Tages aus. Sie zeigen sich in deinem Lebensbaum. Es sind die Kräfte des Universums, die an jenem Tage im besonderen Maße am Wirken waren. Diese Energie haben Auswirkungen auf einen persönlich, auf die Umwelt und auf das gesamte Universum.

In der Mitte unseres Lebensbaumes ist unser Haupt-Nahuales. Es steht für unsere zentrale Lebensaufgabe und zeigt unsere stärksten und offensichtlichsten Persönlichkeitsmerkmale. Von der Mitte aus strahlt dieses Nahuales in die vier Himmelsrichtungen unserer Lebensausrichtung.

Die Kraft oder das Nahual, das aus dem Osten wirkt,  repräsentiert unsere früheren Inkarnationen.
Das Nahual des Südens wirkt aus unsere weibliche, intuitive Seite,
während das Nahual des Nordens die männliche Umsetzungskraft in sich trägt.
Im Westen schließt sich der Kreis, hier möchten sich die Lebensaufgaben vollenden.

Die Mayas beachten von Geburt an den Lebensbaum, also die Kräfte, die unser Leben aus den vier Himmelsrichtungen und den vier Elementen begleiten. Sie erkennen daraus die Seelenaufgabe des neuen Erdenbürgers und helfen ihm, seine Anlagen zu entfalten.

Es gibt Seelen, die  bewusst und in Abstimmung mit ihren Geistigen Führern ihre Erdenleben und die zu erfüllenden Aufgaben geplant haben. Sie wissen um die Kostbarkeit ihres Inkarnationstages und sie suchen sich ihren Tag des Eintritts in dieses Erdenleben ganu bewusst aus. Solche bewussten Menschen entfalten die ihrem Nahual entsprechenden Stärken und leben im Einklang mit ihrem Seelenplan. Sie kennen ihre Schwächen und sind wachsam auf ihrem Lebensweg.

Geht eine Seele aufgrund der karmischen Belastungen unbewusst ins Erdenleben, ergibt sich der Zeitpunkt der Geburt aus der Anziehung der Aufgaben, die diese Seele als Ballast in sich trägt.

maya-kalender2014

Jedes Nahual  erscheint immer in Verbindung mit einem der 13 Töne (Impulse/Wellen).

Ein Ton hat Einfluss auf das Nahual und dessen Interpretation. Es gibt Töne, die sanft sind, und es gibt Töne die stark sind. Von den ungeraden Tönen wird gesagt, sie seien eher chaotisch und kreativ, während die geraden eher ausgeglichen sein sollen. Der Ton der mit unserem Nahuales verbunden ist, kann die Energien abschwächen oder verstärken. Es können Herausforderungen stärker  oder schwächer auftreten.

 

Die Töne

1. Hun

Hun ist die Nummer Eins im Heiligen Maya Kalender. Es repräsentiert den Anfang aller Dinge, all das was als erstes ist und all das was initiiert/begonnen, ausgesät und konzipiert/erdacht wurde.

Menschen die an Tagen dieses Tones geboren sind, sind durchsetzungsfähig/bestimmend und selbst-bestimmt, und arbeiten am besten wenn sie zur Zusammenarbeit aufgerufen sind. Einser-Menschen geben eine starke Energie/Anstoß/Antrieb in Projekte die sie übernehmen, tendieren aber nicht dazu, sorgfältig auf Details zu achten oder letzte Hand an etwas zu legen.

Hun ist beherrscht von Xiuhtecuhtli, dem Azteken Gott des Feuers und der Zeit.

 

2. Ka

Ka ist die Nummer Zwei im Heiligen Maya Kalender. Es repräsentiert Dualität und Balance zwischen gegenüberliegenden noch immer komplementär/ergänzenden Elementen.

Menschen die an Tagen mit diesem Ton geboren sind, sind einfühlsam/empfindsam zu den Unterschieden zwischen Extremen oder Seiten und erkennen die Trennung des Selbst von allem was ist mit dem Wunsch es wieder zu vereinigen. Die Energie dieses Tones geht in einer feinen Balance durch gegenüberliegenden Dualität wie Licht/Dunkel, Mann/Frau, gut/schlecht, Ying/Yang, und so weiter.

Ka ist beherrscht durch Tialtecuhtli, dem Azteken Gott der Erde.

 

3. Ox

Ox ist die Nummer Drei im Heiligen Maya Kalender. Es repräsentiert Aktion, Bewegung und Kommunikation.

Menschen die an Tagen dieses Tones geboren sind, sind sehr redegewandt in jeder Art und Weise des Selbst-Ausdrucks. Hoch eingestimmt zu Rhythmus, Vibration und Melodie von Bewegung, sind sie oftmals ruhelos, ein Vorgang der ihre wahre Natur verkörpert.

Ox ist beherrscht von Chaichiuhtlicue, der Azteken Göttin des Wassers und der Geburt.

 

4. Kan

Kan ist die Nummer Vier im Heiligen Maya Kalender. Es repräsentiert Stabilität.

Menschen die an Tagen mit diesem Ton geboren sind tragen eine stabile/solide, geerdete Energie die hilft Richtlinien festzusetzen für jede Art und Weise von Verknüpfungen und Interaktionen/Zusammenspiel, egal ob bei persönlich, sozialen, ökonomischen oder anderen Ebenen. Vier ist ebenso die Nummer von Ausdehnung in welcher die meisten unserer Bewusstseins-Erfahrungen ihren Platz haben.

Kan ist beherrscht von Tonatiuh, dem Azteken Gott der Sonne und der Krieger

 

9. Bolon

Bolon ist die Nummer neun im heiligen Maya-Kalender. Es steht für Geduld, Ausdauer und Vollendung.

Menschen die an den Tagen mit diesem Ton geboren sind, legen große Betonung auf die größere-Bild-Sichtweise der Dinge, auf eine größere Perspektive von Vorhaben die sich vorwärts bewegen in Richtung Vollendung, so dass sie ihr Leben oder Schicksal wieder vollständig neu beginnen können. Vollendung ist wichtig für Menschen mit diesem Ton; wenn Vollendung nicht erreicht wird, kann dies Schmerzen und Leid verursachen.

Bolon wird bestimmt/beherrscht von Quetzalcoatl, dem Azteken-Gott des Lichts.

 

Die Schwingungen der Heiligen Zahlen entsprechen feindosierten Kräften, aus denen heraus verschiedene Schwingungsebenen der menschlichen Seele durch die Energiefelder von 1 bis 13 aktiviert werden.  Durch die tägliche Verbindung zu den Nahuales und zu den Kräften, die ihn umgeben,  kann der Mensch wachsen. In dieser Kombination der 20 Nahuales mit den 13 Tönen entfalten sich die 260 Tage mit ihren Geschenken und Herausforderungen. So hat jeder Tag durch die ihm eigene Konstellation eine ganz besondere Prägung.

Unter  http://www.kosmologie.net/die-13-tzolkin-toene.html sind sämtliche Töne nachzulesen.

Über Jahrtausende hinweg öffneten die Weisen der Maya die Kraftfelder der Nahuales in Verbindung mit den Sternengeschwistern, denn jeder Nahual steht verbunden mit kosmischen Konstellationen, Kraftfeldern und Wesen (Sternenboten), die miteinander ein Netzwerk bilden. In diesem Kommunikationsnetz ist der Mensch als kosmisches Erdenwesen mit seinem physischen Körper, aber vor allem mit seinem kosmischen Körper eingebunden.

Die Mayapriester übernahmen die Beobachtung der Gestirne. Sie  hatten auch die Aufgabe, die Menschen an dieses Kommunikationsnetz anzubinden. Die Kraftfelder der Nahuales wurden in NATUR-ALTÄRE, die wie Festplatten fungieren, eingebettet. Sie wurden mit den Kraftfeldern der NAHUALES programmiert. Diese Altäre beinhalten, obwohl oft Jahrtausende unter der Erde liegend, die Kraft- und Energiefelder, denen sie einst in Ritualen der ALTEN MAYA zugeordnet

 

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Maya-Altar aus Copán Copán in Honduras zählt zu den bedeutendsten Kultstätten der Maya. Neben religiösen Zeremonien fanden hier auch Veranstaltungen zu Ehren der Astronomie und Astrologie statt. Dieses Photo zeigt den Altar „Q“, auf dem ein Treffen von Priestern dargestellt wird. Insgesamt sind es 16Skulpturen – auf jeder Stirnseite jeweils vier.

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Der Archäologe Federico Fahsen mit der geretteten Maya-Altar- Steinplatte. Guatemala.  Grabräuber hätten das 300 Kilo schwere Stück wenig später vom Ausgrabungsort gestohlen und es im Urwald vergraben. Es zeigt Taj Chan Ahk Ah Kalomte, der Größte aus der alten Dynastie der Herrscher von Cancuèns,  das heilige Ballspiel spielend mit einem König des Nachbardorfes, Quelle: Rp a. National Graphic

Maestro Cirilo Perez Oxlaj meinte einst: „Die weiße Rasse nahm uns alles, sie veränderte unsere Haltung, nahm Einfluss auf unsere Lebensform, sie machte uns zu einem Volk von Indianern, ohne jeglichen Bezug zu Indien, und sie zwang uns ihre Lebenshaltung eines machterfüllten Christentums und das Bild eines strafenden Gottes und eines innerlich verarmten Menschen auf. Aber es gelang den Einwanderern bis heute nicht, unser inneres Wissen und unsere innere Verbindung zum HERZEN MAYA, zu unseren Nahuales und Altären, zu unseren Weisheits-Tempeln und Pyramiden und zu den Sternengeschwistern zu berühren.“

Die Nahuales waren und sind eines der großen Geheimnisse, verankert im Bewusstsein und in der Kosmovision MAYA als ehemalige Sternenkinder der Plejaden, wie sich die Weisen der Maya stets bezeichneten

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Plejaden.Chichen Itzà bei Nacht., Yucatan, Mexico. Foto: Kunze

Jeder Nahual ist ebenso verbunden mit unseren Herausforderungen.  Über die Kraftfelder der Nahuales eröfnet sich eine Möglichkeit die Lichtkörper der Menschen zur Entfaltung zu bringen.  Merkabah= Lichtkörper.

 

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Göttin Candelaria, Guatemala:

Diese große GÖTTIN DES ZENTRUMS hat eine ganz besondere Geschichte innerhalb der MAYA. DON JULIAN erzählte oft von den großen Heilern und Magiern seines Volksstammes. Sie ehrten besonders einen Altar der GÖTTIN CANDELARIA auf einem Felsvorsprung in den Bergen um PALIN, nahe der Stadt Guatemala. Die Priesterinnen und Priester der Maya besuchten dort diese Göttin über Jahrhunderte und sahen in ihr den christlichen Anteil ihrer PRINCESA ENCANTO MUNDO, einer MAYAGÖTTIN, die besonders für die spirituelle Reinhaltung tausender Mayaaltäre des Landes Guatemala wirkt.

Der vor der GÖTTIN CANDELARIA liegende ALTAR ISIS – MUJER MUNDO ist eine offene Feuerstelle in einem mit Blumen bemalten Herzen

Göttin Guadalupe, Mexico:

Seit der Christianisierung begannen die Mayas auch die besonderen Qualitäten der christlichen Gottheiten anzunehmen und in ihre spirituelle Arbeit mit einzubeziehen. In Mexico geschah dies durch die Erscheinung der GÖTTIN VON GUADALUPE. MARIA CANDELARIA begann in ähnlicher Weise, zusammen mit der PRINCESA ENCANTO MUNDO, ihre Wanderschaft im Kraftfeld Maya. Als Hüterinnen der Nahuales des Heiligen Mayakalenders tragen beide GÖTTINNEN einen gewichtigen Teil der Heilungsarbeit im heutigen Maya. Sie wirken durch ihr Wesen, durch ihre große Nähe zu den Menschen ganz besonders auf den Seinszustand des Menschen als Heilerinnen ein. Ihre Aufgabe ist es, den Menschen zu begleiten – ihn aus den unbewussten Tiefen seiner Schattenseite in das Licht des Bewusstseins zu führen.

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Große Zeremonie für Maria Guadelupe in Xalapa, Bundesstaat Veracruz, Mexico. Foto: Kunze

Die Maya sprechen von Gottesboten, die vor vielen Jahrtausenden auf der Erde gelebt haben und der Menschheit Einsichten und Bewusstsein brachten. Diese Boten kamen den Erfahrungen der großen Weisen der Maya nach aus dem Kosmos. Sie vermittelten ein Weltbild der Liebe und des Friedens und wanderten in der Zeit ihres Erdenlebens durch die Kulturen und Religionen. Sie sind Wesen der Plejaden, des Sieben-Gestirns, und verankerten die Kosmovision als globales Glaubensbild der Liebe auf der Erde. Diese großen Weisen kehrten nach Jahrhunderten in ihre kosmische Heimat zurück mit dem Versprechen, im Zeitenwandel – also in der jetzigen Zeit – wiederzukehren.

 

 
Nach den Prophezeiungen der Weisen der Maya erfolgt ihre Wiederkehr über unsere Kinder. Über deren Seelen wirken sie ein auf diesen neuen Zeitgeist, es entwickeln sich neue Formen des Zusammenlebens und der Gemeinschaft. Die Maya haben aus ihren kosmischen Verbindungen geschätzt und respektiert, dass es andere Farben, Rassen und spirituelle Systeme gibt, und sie wissen, dass auch das Schicksal der Maya mit dem Schicksal der gesamten Welt verbunden ist.

Die Nahuales

1. IMOX/Imix (Krokodil)

Dies ist das 1. Siegel des Uinal. Es bedeutet „Alligator“ oder „Krokodil“. Es trägt eine strahlende östliche Energie.

Alligator ist das Anfangs-Tages-Siegel und oft in Menschen, die neue Ideen oder neue Projekte initiieren. Die östliche Energie fließt durch dieses Siegel und durchzieht es mit ursprünglich kreativen Instinkten; Kräfte, die die Geburt sind für neue Phänomene und brilliante neue Ideen aus dem tiefen Fluss des kollektiven Unterbewusstseins.

Alligatoren sind oft sehr einfühlsame Menschen mit einer starken sich kümmernden, schützenden Energie, besonders für ihre Kinder. Sie können hart arbeiten um ihren Familien und Freunden Sicherheit und Komfort zu bieten, aber sie sollten vorsichtig sein und nicht zu überfürsorglich, territorial/regional begrenzt oder zu dominant zu werden. Ansonsten können sie unsicher, unentschlossen und emotional unbeständig werden.

13. AAJ/Ben (Mais)

Dies ist das 13.Siegel des Uinal. Es bedeutet „Schilfrohr“, „Schilfgras“ oder „Stab“. Es trägt die Ehrfurchtgebietende östliche Energie.

Dieses Tages-Siegel verkörpert die spirituelle Essenz und führendes Licht von Familie und Haus. Es steht in einer besonderen Verbindung mit Quetzalcoatl, dem Gott des Lichts und der Dualität. Schilf übt große Autorität und Respekt aus, symbolisiert durch den Stab des Lebens. Den Mayas zufolge repräsentiert der Stab des Lebens die spirituele Autorität eines ältesten.

Schilf-Personen üben oftmals eine bedeutsame Autorität, Macht und Führungsrolle aus in ihren Familien oder der Gesellschaft. Sie sind kompetente Redner, die sich nicht fürchten hinter etwas zu stehen oder für etwas zu kämpfen, das sie für würdig erachten. Als Eltern sind sie verständig und gerecht. Zäh und analytisch sind Schilf-Menschen gesegnet mit großem Verhandlungsgeschick und immer bestrebt Frieden, Harmonie und Ordnung in all ihre Beziehungen zu bringen.

Obwohl sie eine Menge Anerkennung brauchen, haben Schilf-Menschen Schwierigkeiten mit anderen vertraut zu werden und haben oft ärger in ihrer Ehe oder im Geschäftsleben da sie oft unflexibel sind und hohe Erwartungen haben. Ihre Herausforderung im Leben besteht darin, flexibler und anpassungsfähiger zu werden …. mehr wie ein Gartenschlauch zu sein als eine Eisenstange.

 

 

20. AJPUU/Ahau (Sonne)

Dies ist das 20. Siegel des Uinal. Es bedeutet „Sonne“, „Licht“ oder „Herr“. Es trägt die visionäre Energie des Südens.

Licht ist das Tages-Siegel eines Abschlusses/Fertigstellung. Es bringt den letzten Zyklus der Evolution zum Ausdruck, mit dem höchsten Potential allen Lebens. Dies ist der Grund, warum es das letzte Tages-Siegel ist, und ebenso warum es Schwierigkeiten verursacht für diejenigen die in diesem Siegel geboren sind.

Licht-Menschen sind romantische Visionäre die oft als unrealistische Träumer wahrgenommen werden. Artisten, Athleten, hoch begabt in Musik und Tanz, haben sie gewaltige kreative Fähigkeiten, aber ebenso eine tiefgründige Weisheit und ein Gefühl für die Führung und Bewahrung von Gemeinschaften.

Ausgestattet mit einer brillianten Sichtweite für die Mängel der Anderen, erwarten sie die Welt für sich selbst, wie auch für diejenigen die um sie herum sind. Aber da sie so fortgeschritten/weit entwickelt sind, können sie es schwierig finden zu verstehen und zu akzeptieren dass die Welt in der sie leben sich noch nicht entwickelt hat auf ihre Ebene der Vollendung und der Ausgeglichenheit, sondern statt dessen eintauchen in die materialistischen oder Ego-bestimmten Motive. Dies führt sicherlich zu Enttäuschungen, und kann verursachen, dass Licht-Menschen Verantwortung ablehnen, Lösungen und Vorschläge für Verbesserungen/Neuerungen ausschlagen/nicht annehmen, oder auch sich verstecken hinter Verachtung/Geringschätzung oder Abneigung/Groll/Verbitterung gegenüber anderen. Das Licht ist herausgefordert im Leben sich der Wirklichkeit zu nähern ohne ihre höheren Träume zu gefährden.

Zum Schluss, wie auch immer, Licht-Menschen werden ihre natürliche tiefgründige Spiritualität bewahren, das ist das Geburtsrecht dieses letzten Siegels im Uinal.

 

mehr  Nahuales auf  http://www.kosmologie.net/die-20-tzolkin-nahuales.html

 

Mein Geburtsnahual: NOJ (Erde)
Dies ist das 17. Siegel des Uinal. Es bedeutet „Erde“. Es trägt eine beschauliche östliche Energie.
Tiefgründige synchrone Verbindung zu den natürlichen Zyklen der Erde und seinen Energien gibt diesem Siegel seine kraftvolle Kreativität und Einblick in die Weisheit der Ahnen.
Entgegen dem wie andere dieses Siegel interpretieren mögen, sind Erd-Menschen nicht sehr erdverbunden. Pedantisch, intelligent und beschaulich, legen Erd-Menschen Wert auf den Nutzen eines durchdachten Prozesses. Sie haben eine maskuline Seite in sich, durch welche sie die Welt mit ihrem Verstand kontrollieren möchten. Jedoch sind sie bestrebt einen natürlichen Fluss in alle Aspekte des Lebens zu bringen. Verbunden mit den dynamischen Kräften der Natur, brauchen Erd-Menschen eine große Menge Freiheit um ihre Gedanken und Ideen zu fördern/ermöglichen.
Erde kann helfen schlechte Ideen, Absichten und Gewohnheiten zu vertreiben, dies macht sie zu exzellenten Ratgebern und Beratern. Ihre Gedanken sind in vollständiger Resonanz mit Mutter Erde und können folglich dem Großen Ganzen dienen.
Wie auch immer, Erde ist sehr sensibel zu Zeiten die erschüttern, zu emotionalen Ausbrüchen führen oder Feuer speienden, aufbrausenden Stimmungen. Kein Wunder, dass dieses Siegel auch als „Erdbeben“ bezeichnet wird. Die Erde ist im Leben aufgerufen seinem Intellekt nicht zu erlauben, ihn davon abzuhalten in der Gegenwart zu leben.

Mein Geburtston: 12 – LA KA
La Ka ist die Nummer Zwölf im Heiligen Maya Kalender. Es repräsentiert Verstehen und Kommunikation.
Menschen die an Tagen dieses Tones geboren sind besitzen eine große Begabung für Rückblick/Erinnerung. Es ist diese Fähigkeit die es erlaubt getrennte Teile, Ideen oder Elemente wieder zu vereinigen/verschmelzen in ein neues funktionierendes Ganzes, oder neue Teile von Informationen zu verwenden oder Erfahrungen zu akkumulieren in bestehende Strukturen und Denkmuster.
La Ka ist beherrscht von Tlahuizcalpantecuhtli, dem Azteken Gott des Morgensterns welcher erscheint vor der Dämmerung.

 

Wer sein Geburtsnahual erfahren möchte, kann das unter
http://www.kosmologie.net/maya-tageszeichen-berechnen.html

Born to Run

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Salomè Maria Oxxo  in traditioneller Kleidung

Simone de Beauvoir sagte vor vielen Jahren etwas sehr Überzeugendes:

„Frauen sind nicht geboren, sie werden.“

Dieses Foto zeigt eine Frau, die alle Rekorde im Halbmarathon gewann. Ohne Unterstützung von Sponsoren oder Institutionen, ohne Laufkleidung und ohne Wasser für unterwegs, zog sie  an allen jenen Läufern mit gesponsorten Nike-T-Shirts und Neopren – Sportanzügen vorbei. Niemand wettete auf sie. Niemand glaubte an sie.

Im Herzen Salomès  gab es nur zwei Dinge: 

Es trotz aller Widrigkeiten schaffen wollen

und

ihrem Volk eine würdevolle Vertreterin sein.

Born to Run – was für eine beeindruckende Frau!

Salomè Maria Oxxo gehört zur Ethnie der Tarahumara.

Sie  laufen, um ihre Tradition zu wahren. Sie schützen den Wald. Sie laufen.

Im Herzen ihres Wesens sind sie Läufer.

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Canyon Sierra Madre im Norwesten von Mexico

Ein Volk im Abseits

Die Tarahumara, gesprochen Tara-u-mara,  sind mit etwa 106.000 Menschen die größte indigene Ethnie im Nordwesten Mexicos.
Sie leben an höchsten Bergen der Sierra Madre.
Sie sind der sagenumwobenste Stamm steinzeitlicher Powerläufer und
sie sind vermutlich das gelassenste Volk auf dieser Welt und die größten Läufer aller Zeiten.
Sie jagen die schnellsten Tiere, indem sie ihnen nachlaufen, so lange bis die Tiere erschöpft zusammenbrechen. Sie fangen Rehe mit bloßen Händen. Kein Pferd, kein Gepard besiegt sie.
Die Überquerung des Grand Canyons schafft ein Tarahumara in 90 Minuten, während man auf einem Maulesel 10 Stunden benötigt.

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Die spanischen Eroberer zwangen die Tarahumara, in den Silberminen zu arbeiten. Es folgten die Jesuiten und Franziskaner, die sie bekehren wollten. Sie unterwarfen sich nicht. Ausweichmanöver sicherten ihr Überleben. Sie zogen sich immer mehr in die Berge zurück. Dort leben sie seit Jahrhunderten, still und zurückgezogenen, weit voneinander entfernt in kleinen Ziegel- oder Holzhütten oder in Häusern, die unter Felsvorsprünge gebaut sind, höher als manch Falkennest. Ihre Welt ist so eine Art Land-Bermudadreieck.

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Kupferschlucht. Das Schluchtensystem ist um vielfaches größer und tiefer als der nordamerikanische Grand Canyon von Colorado in den Vereinigten Staaten

Arbeit ist für sie notwendig zum Überleben, hat aber keinen eigenen moralischen Wert und steht hinter spirituellen Verpflichtungen und seelischen Angelegenheiten zurück. Traditionell basiert ihre Wirtschaft auf Tauschhandel statt auf Geld. Sie verfügen über ein Wort, das „Teilen“ bedeutet, sich aber nur schwer ins Spanische oder Deutsche übersetzen lässt: „Kórima“, sagt ein Tarahumara, wenn er die Hand aufhält und erwartet, was ein chabochi wohl Almosen nennen würde. Für eine Münze ist jedoch kein Dankeschön zu erwarten: kórima ist eine naturgegebene Verpflichtung, Besitz zum Wohle aller zu teilen.

Einst lebte dieses Kulturvolk gemeinsam mit Apachen und weiteren neunzig Stämmen in der Region des heutigen Staates Chihuahua in den Llanos.

In den höchsten Bergregionen variiert das Wetter im Winter von −20 °C und 20 °C im Sommer. In den Tälern und Canyons beträgt die Temperatur im Winter milde 15 °C und im Sommer bis zu 40 °C.

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Laufen nimmt in ihrer Kultur einen hohen Stellenwert ein. Sie selbst bezeichnen sich als Raràmuri – „Die, die schnell rennen„.  Auch heute gibt es Tarahumara, die – ob nun zur Jagd oder auf Wettrennen – bis zu 170 km durch raue Schluchten laufen, ohne anzuhalten. . Der Rekord liegt bei 700 km in 48 Stunden.

Angebote gab es schon von Sponsoren, doch für die Tarahumara soll Laufen nichts kosten. Sie wollen nichts anderes, als laufen, essen, feiern,tanzen und zusammensein. Laufen soll nicht dafür da sein, andere etwas kaufen zu lassen.

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Ohne Probleme bewältigen sie Strecken über 300 km, barfuß oder höchstens mit Sandalen (Huaraches)

Kahlschlag ihrer Wälder

Ihre Wirklichkeit ist schwierig.

Auch wenn ihnen durch Rückzug in die Berge gelungen ist, Tradition und Kultur über Hunderte von Jahren zu wahren, ihre wirtschaftliche, soziale und kulturelle Existenzgrundlage ist heute akut bedroht. Die offene Landrechtsfrage, der Raubbau an den Wäldern und der Terror der Drogenmafia drohen zu einem Ökozid auszuwachsen. Sie werden dazu gezwungen auf ihrem Land Drogen anzubauen.
Ein großer Teil ihres Siedlungsgebietes wurde im Zuge der Revolution zum Nationalbesitz erklärte –  als ejidos forestales – von der Regierung den Anrainern zur Nutzung überlassen.

In den Urwäldern der Sierra Tarahumara sind etwa 200 Arten von Eichen und mehr Kiefernarten als irgendwo sonst auf der Welt heimisch. Auch die Tierwelt ist außergewöhnlich vielfältig. Jaguar, Ozelot, Wieselkatze, Schwarzbär und Mexikanischer Wolf leben in der Sierra.

Nach hundert Jahren Holzeinschlag sind aber nur noch etwa 120.000 Hektar, zwei Prozent dieses einzigartigen Waldbestandes übrig. Einige der Baumarten sind bereits ausgerottet. Mit den Bäumen verschwinden die Tiere.

Vom Holzgewinn profitieren einige Wenige. Mit der Verfassungsänderung im Jahr 1992 hat die Regierung die legale Möglichkeit zur Privatisierung von ejido-Land geschaffen, um den ländlichen Raum für in- und ausländisches Kapital zu öffnen. Kanadische Firmen bekundeten sogleich ihr Interesse an ejido-eigenen Waldflächen.

Der Ausverkauf der indigenen Territorien ist vorprogrammiert. Zahlreiche Pflanzen- und Tierarten sind vom Aussterben bedroht. Die indigenen Völker der Sierra Tarahumara, die sich gegen die Zerstörung ihres Lebensraums wehren, werden durch brutalen Terror eingeschüchtert oder vertrieben.

Das Ökosystem mit der größten Biodiversität hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem der größten Drogenanbaugebiete und Drogenumschlagsplätze der Welt entwickelt.
Drogenhändler bauen Marihuana und Mohn zur Opiumherstellung an und vertreiben die Tarahumara-Familien von ihren Mais-, Bohnen- und Sojafelder. Weder Justiz noch Polizei richten etwas dagegen aus.

Der Lago Bustillos, einer der größten Seen in Chihuahua, ist bereits biologisch tot.  Mittlerweile haben die Tarahumara angefangen, gegen den Kahlschlag ihrer Wälder Widerstand zu leisten, so etwa in der Siedlung Coloradas de la Virgen. Killerkommandos töten sie.

Die ökologischen und sozialen Folgen treffen jene Indigenen mit voller Härte.

Ich traf in Mexico auf ein Ehepaar, die im Norden Mexicos leben. Jeder Tag zeigt sich für sie als ein Abenteuer: man wisse nicht, wenn man morgens in sein Auto steigt, ob man am Abend wieder nach Hause kommt. Die Region sei Durchgangsstation für Kokain.

Hunderte von Pflanzenarten, die als Heil- und Nutzpflanzen in der Kultur der Tarahumara eine Rolle spielen, sind vom Aussterben bedroht. Noch schwerer wiegt, dass die Bodenerosion verheerende Ausmaße annimmt. Große Teile des landwirtschaftlich nutzbaren Bodens sind schon verlorengegangen. Hinzu kommt eine anhaltende Dürre, die durch die Vernichtung der Wälder mit bedingt ist, so dass die landwirtschaftlichen Erträge drastisch zurückgegangen sind. Bereits 1994 gab es in der Sierra die ersten Hungertoten.

Mexico erfüllt so eine Art  Brückenfunktion zwischen zwei bio-geographischen Großräumen, der tropischen und der gemäßigten Region. Es gehört zu den zwölf sogenannten Megadiversitäts-Ländern, die zusammengenommen den natürlichen Lebensraum für über 70 Prozent der bekannten Tier- und Pflanzenarten stellen.

Literaturempfehlung:

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