Täglich etwas fallen lassen

mann meditierend

Vielspurig sind wir unterwegs.
Manches zerrt. Manches  macht sehr betroffen in unserem Leben. Manches läuft schief. Anderes braucht Disziplin. Manchmal erleben wir Freude und Leichtigkeit. In wieder anderen Momenten fühlen wir uns klein und ausgeliefert, verärgert oder gar wütend.
Manchmal  sind wir frustriert, hätten wir mehr Zeit im Gespräch gebraucht. Aber längst nicht alle nehmen sich einfach so die Zeit. Nur allzu gern verstricken wir uns in  Konditionierungen, in Bewertungen und Urteilen.
Eng und ideenlos wird man in solchen Momenten. Das Leben lässt grüssen.
Leben ist Schwingung, manchmal schwingt es sanft, manchmal freudig ausgelassen, manchmal düster und traurig. Mitunter ist es ein starkes Aufbäumen und ein Befreiungsakt. „Lieber ein Jahr wie ein Tiger leben, als tausend Jahre wie ein Schaf“ , sagen uns die Tibeter.

Abstand ist heilsam. Über sich lachen zu können übrigens auch.
Lösen.
Loslassen.
An einem Tag X blickte ich auf jenen Mann. Und dieser Moment wurde das Schönste des Tages.
Im höchsten Maß hingebungsvoll. Diese Hinwendung zog mich in den Bann.
Wege gehen, die jenseits der Sprunghaftigkeit zu finden sind.
Alles wird gleich gültig. Es ist. Und ich kann erfahren.
Ich will nicht das eine haben und das andere weg haben.
Heraus aus dieser Ich-Welt.Und plötzlich fügt sich alles ein.

Meditation ist ein gutes „Werkzeug“, um sich zu erweitern,
um von innen heraus zu lassen, was wir häufig so angestrengt im Außen tun.

Der Mensch bringt sein Haar täglich in Ordnung.
Warum nicht auch sein Herz?

In diesem Sinne…

Wenn sich Leben regt

 perspektive 4

 

Ich bin nicht verrückt. Ich habe nur eine andere Perspektive eingenommen – also mich ein wenig ver-rückt.

Jedes Verhalten ist in irgendeinem Zusammenhang wertvoll und nützlich. Und da ich zwei geniale Trainer in mir habe, kann mir gar nichts weiter als das Leben geschehen. Sie halten mich fit und wach. Ich nenne sie „Angst“ und „Freude“.

Mein Freund Angst sagt mir immerzu: Um mich oben zu halten – genauer gesagt: um mein Bild meiner selbst oben zu halten – soll ich in mir das Bedürfnis wecken, andere  nach unten zu drücken. Es ist schon fast unheimlich:  Wie eine verschlossene Rosenknospe, die sich nicht mehr öffnen kann, sitze ich dann als Kugel, die sich daran gewöhnt hat, verschlossen zu sein. Unerreichbar sein, ruft mein Freund Angst.  Und dann drücke ich nach unten  und stolpere  so in dieser Kugel umher,  manchmal treffe ich dabei auf einen gemütlichen Bullerofen und lasse mich an ihm nieder. Ich tauche meine Lippen in einen aromatischen Minztee mit Zimtstange, der öffnet alle Poren und saugt die Vorlieben und Abneigungen, das Anhaften, die Gewohnheit, die  Ängstlichkeit vor Verletzung, Zurückweisung die Traurigkeit, den Tropfen der Melancholie oder der Rastlosigkeit und was noch so alles blüht  unter der Lawine von Ausreden und Erklärungen auf. Irgendwann  finde ich mich einen ganzen Berg weit entfernt von meinen anderen Gefühlen. Dort stecke ich dann.  Erst  jüngst blickte ich währenddessen – irgendwo entlang des Weges – auf Ameisen und ihre winzigen Antennen und dachte: „Die lassen doch mit ihren winzigen Antennen unsere komplexen Verständigungsschwierigkeiten glatt hinter sich.  Bestimmte Arten des Verstehens erfordern bestimmte Arten des Verstandenwerdens. So sieht`s aus!

Und dann rückt mein genialer Trainer Freude auf den Plan.

Die Freude sagt: „Papperlapapp, Martina, willst du hier verdunsten wie ein Wassertropfen in der flachen Hand? Was sinnierst denn da schon wieder zamm.  Atme tief ein, ohne Luft wächst nichts. Mach dir die Welt untertan. Spring und hüpfe. Lache, tanze im Kreis und singe wie die Meerjungfrau. Weg mit deiner Traurigkeit. Fliege zum Mond und wieder zurück. Da wartet schon eine Extrawurst auf dich. Die Freude will mir ihren Garten Eden schmackhaft machen. Und ich denke: „O man o man, seit Tausenden von Jahren ist der Mond der Gefährte der Liebenden. Daneben beginnt schon Traumland.“ Es pochert an meiner Stirn. „Soll ich mich jetzt als ein wiedergeborenes Kind einer Zirkusfamilie sehen? Alles ist bunt. Davonlaufen. Verwirrt- verwirrter!  Bonjour Tristesse!

Eine Rose symbolisiert für mich den Großwunsch meines Herzens

rose nur ein großerwunsch im herzen

 

Zum Glück gibt es noch einen genialen Trainer in mir: die Liebe

Und die sagt mir: „Alles fühlen, Martina.“

Wenn du wegläufst, läufst du vor einer ungeheuren Möglichkeit davon. Gehe langsam zurück, öffne in deinem eigenen Haus die Tür. Lass neuen Wind herein. Betrete dein eigenes Unbewusstes. Warte ab. Die Liebe sagt: Ich werde tun. Und sie sagt: Ich werde nichts tun. Erst wenn sich etwas beruhigt hat, kann etwas geschehen.

Wir bemühen uns nicht traurig zu sein, ruhig zu sein und nicht ängstlich, klar zu sein und nicht verwirrt, verständnisvoll und nicht verärgert. Trotz aller Anstrengungen, unsere Reaktionen auf das Leben zu formen und sie nacheinander abzuspielen, trotz unserer Angst vor bestimmten Gefühlen, ist es doch vor allem das Durchfühlen von alldem.

Wir müssen manchmal aufschrecken. Wir brauchen das stille Sitzen. Die Trauer kommt, die Trauer geht. Wir verletzen einander und manchmal geht der Schmerz so tief, dass wir uns nicht mehr trauen. Wunden leckend ziehen wir weiter. An manchen Tagen haben wir einfach Angst und an anderen lebt das Glück und die Freude in uns auf. Manchmal müssen wir die Schmerzen der Ent-Täuschung durchmachen. Manchmal muss einer den Täuscher  für uns spielen, damit wir den Täuscher in uns erkennen. Manchmal müssen wir zurückgeworfen werden.

Wahrheit ist nie verschleiert.
Wenn wir sie nicht sehen, dann liegt es daran, dass wir die Augen geschlossen halten.

Ich glaube, das Wichtige ist, dass wir in uns kein Gefängnis machen, sondern jedes Gefühl ganz und gar in  liebevoller Haltung in uns annehmen.  Jenseits aller Sprache ist die Berührung die alles verbindende Geste, die Energie, die alles Leben in uns mit allem Leben außerhalb von uns verbindet. Durch unsere Gefühle – und nicht um sie herum -finden wir einen Ort, den man im Zen die „Einfache Gegenwärtigkeit“ nennt. Sie ist die „Nahrung des Verstehens“.  Nicht die Weigerung des Fühlens, sondern das Annehmen aller Gefühle, die gefühlt werden wollen und sollen, ist der Weg der Erkenntnis. Das heißt nicht, dass man sich in die Sonne stellt und schmort. Oder sich auf ein Nagelbrett legt. Es geht darum, den Dingen in die Augen zu sehen – so wie sie sind.

Wir können in einer Scheuklappenwelt aus Träumen leben. Es ändert nichts daran. „Draußen“ wartet die Wahrheit.
Sich selbst gegenüber wahr sein.

Übergib dich der Ausatmung und lass dich mit dem Einatmen füllen.

Handeln in Liebe folgt dem Herzensimpuls.

 

PS.: Und vergessen Sie bitte nicht:

Was wir für das Leben halten, ist nur ein winziger Ausschnitt aus der Wirklichkeit. Das Leben selbst ist ganz anders.
Das Leben  ist eine Reise des Geistes durch Materie. Einzig das Gefühlte zählt. Das Gefühlte ist das Gelebte.
Ein Traum kann so ermüden wie Arbeit. Wenn ich einem rasenmähenden Menschen beim Mähen beobachte,  mähe ich den Rasen quasi mit. Wir können Abenteuer reglos durchleben. Alles ist letztendlich eine Wahrnehmung von uns.
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fühlend

 

„Wenn alles mit Gleichmut betrachtet wird, kehren wir zu unserer
Selbst-Natur zurück.“ (Zen-Weisheit)

Panta rhei.
Alles fließt.

Bis nur der Berg bleibt

elefan meditation

 

 

Bin ich jetzt wach?
Habe ich viele Millionen Jahre geschlafen?

 

Waren Sie schon einmal auf einem Berg? Ich war schon einmal auf einem hohen Berg. Für ein paar Tage. Acht Stunden aufwärts unter Afrikas Sonne.  Niemand sonst dort.  Niemand.  Was ich dort erblickte, erwartete ich in meinen kühnsten Träumen nicht. Meine Liebererklärung an den Rausch lautete damals: Danke, lieber Gott, danke, niemals war ich dir näher. So fühlte ich mich. Ich sang Miten & Deva Premal`s Song: There is so much magnificene near the Ocean…“
Eine zweite Welt lag hoch oben auf diesem Berg. Bis dahin dachte ich alle Berge haben oben nur eine Spitze und man muss sehen, dass man nicht herunterfällt. Dem ist ganz und gar nicht so. Weite begegnete mir. Wolken zum Anfassen, wunderschöne Bergseen, Wasserfälle, uralte Bäume, deren Wurzeln vier Meter aus der Erde wachsen, Farne zwei bis drei Meter hoch, tiefe Schluchten und weite Wiesen, auf denen Südafrikas schönste und farbenreiche Botanik  zu Hause ist.  Zwei Mal blinzelte ich am frühen Morgen. Nach der ersten Nacht auf hartem Holzboden kroch ich aus dem Schlafsack heraus.  Ich blinzelte mit den Augen,   um zu klären, ob ich wirklich bin , wo ich bin und sehe, was ich sehe. Vor mir lag der  Indische Ozean. So weit mein Auge reichte –  alles voller Meer. Die ankommenden Wellen dort tief unter mir  spürte ich bis hinein in mein Herz. Der Wind fegte mir die Zahnpasta um die Ohren und ich lachte so über alles Glück hinaus. Diese wunderschönen türkis- und königsblauen Farbinseln des Indischen Ozeans, diese unglaubliche Stille dort hoch oben auf dem Berg. Und ich meine  Stille. Sie machte mir bewusst,  wie laut wir in unseren Städten leben.  Über mir die Sonne, Millionen von  Pflanzen in leuchtenden Farben, die weltweit nur dort wachsen, schwimmen im kristallklaren Bergsee und duschen unter einem Wasserfall. In weiter Ferne ein Luchs, der mich wohl erblickte, sich aber nicht an mir störte. Dieses völlig andere Körpergefühl ist mir noch in Erinnerung.

Nie zuvor und nie, nie wieder danach fühlte ich mich so verbunden mit der Natur wie dort oben und überhaupt in Südafrika. Wir Stadtmenschen haben uns weit  entfernt von der Natur.  Ich durfte für ein paar Jahre im Einklang mit der Natur leben. Ich habe es nie vergessen, wie ich mich damals fühlte.

Heute ist wieder so ein Tag. Ich fühle mich heute wie ein Berg.

Wie fühlt sich ein Berg an?

Im Herbst ist der Berg manchmal von einem Mantel leuchtender Feuerfarben überdeckt, im Sommer liegt auf ihm kein Schnee. Gelegentlich ist der Berg von Nebel und Wolken umhüllt, oder Regen prasselt auf ihn nieder. Bergwanderer sind vielleicht von ihm enttäuscht, aber das ist dem Berg gleichgültig. Es ist ihm egal, ob er gesehen wird oder nicht, ob er im Sonnenlicht liegt oder von Wolken verüllt wird, ob es glühendheiß oder eiskalt ist – er sitzt einfach nur da und ist er selbst. Von Winden unvorstellbarer Stärke wird er umtost und manchmal sind es Stürme, doch sitzt der Berg unerschütterlich da. Der Frühling kommt, auf den Bergwiesen und Hängen erblühen die Blumen, und in den Bergbächen schießen gewaltige Mengen von Schmelzwasser zu Tal. Während all dieses geschieht, hört der Berg nicht auf dazusitzen, ohne sich vom Wetter und von dem, was auf seiner Oberfläche geschieht, beeindrucken zu lassen.
Wir erleben Zeiten des Lichts und der Dunkelheit, lebhafte Farben und düstere Dumpfheit. Wir erleben Stürme und Gewalt, in der äußeren Welt ebenso wie in unserem eigenen Leben und in unserem Geist. Wir stehen Zeiten des Schmerzes ebenso durch, wie wir Augenblicke der Freude und Hochstimmung genießen. Selbst unsere äußere Erscheinung verändert sicht ständig, so wie die des Berges, während er dem Wetter und der Witterung ausgesetzt ist. Wir neigen dazu alles persönlich zu nehmen, obwohl es weitgehend unpersönlich ist.

Wenn wir sitzen, können wir angesichts der Veränderungen in unserem Leben von Sekunde zu Sekunde, von Stunde zu Stunde die gleiche unerschütterliche Stille und Verwurzelung erfahren und aufrechterhalten.

In der Meditation werden wir selbst zum Berg.  Mit einem Höchstmaß an Gewahrsein begegnen wir unserer Stärke und Stabilität. Wenn wir uns unseres eigenen Berges bewusst sind, können wir zu einer tiefen Ruhe, Stille und Weisheit gelangen, und dies inmitten all der tosenden Stürme.

Wir sitzen zusammen, der Berg und ich.
Bis nur der Berg bleibt

 

 

 

 

 

Auch das geht vorüber

frau wasser

 

Möglich ist das. Du triffst auf einen Menschen und siehst  in sein unschuldiges Gesicht. Aber in seinen Augen liegt der Ausdruck uralten Wissens. Du blickst in die Augen eines Menschens, der viele Leben hinter sich hat und viel erfahren. Er bringt sein ganzes Wissen seiner alten Erfahrungen mit. Und doch fragen sie dich als Schüler und nicht als Kaiser.  Mir begegneteten solche Menschen. Victor in Mexico ist so ein Mensch. Mein Freund im Gaza ist auch so ein Mensch.  Das Leben ist wie eine Kreuzung- allesamt gingen wir in verschiedene Richtungen davon.
Man sieht. Man sieht nicht mehr. Aber man hat gesehen. Die Herz-Verbindung bleibt, auch wenn uns räumlich viele tausend Kilometer trennen.

Hand in Hand –  solange es dauert. Das ist die Wahrheit des Lebens.
Sie schenkten mir Inspiration und Erkenntnis.

„Weisheit ist wie Wasser. Sie fließt abwärts. Man sollte ihr nicht von oben begegnen“, sagte mir der eine. Der andere sagte mir einst: „Auch das geht vorüber. Dies und  das – es geht vorüber. Es kommt und geht wieder fort. Lass es werden wie dein Atem. Wie eine Wolke, die kommt und geht. Dann gewinnst du Abstand.“

Die Geschichten fallen lassen und das Gefühl finden.
Tiefer atmen.
Der Geist kommt dann zur Ruhe. Vor allem, wenn wir den Fokus auf die Ausatmung legen und auf die Stille, die ihr folgt. Den Atem fühlen. Das ist wohl die grundlegendste Form der Meditation.  An jenem Ort sind Geräusche nur das, was sie sind – alles ist einfach das, was es ist.  Wir fügen keine Geschichten hinzu.
Sie sind es nämlich, die uns überrumpeln. Sie sorgen für unsere Gefühle. Etwas macht uns ärgerlich oder wütend. Etwas stört uns uns. Und wir glauben, in jenem Etwas den Ursprung unseres Gefühlszustandes zu finden. Kommt es wirklich aufgrund äußerer Umstände zu diesen Gefühlen? Oder sind es nicht viel mehr unsere Gewohnheitsmuster? Ist es nicht viel mehr unsere Art der Konditionierung, unser Wollen und Wünschen?
Passiert es tatsächlich da draußen oder ist es in mir, was ich da draußen sehe und beurteile? Klar, es ist ganz deutlich der Fehler des anderen. Hätte er, hätte sie nicht….Wenn die Leute ihre Sachen im Büro nur auf die Reihe brächten, dann hätte ich dieses Problem nicht. Wir erwarten viel von uns, aber noch mehr von anderen. Machen Sie sich heute schon Sorgen, was Sie morgen im Büro erwarten wird? Sie wissen schon, all die Meinungen und Überzeugungen, all die Sorgen und Ängste, die Sackgassen, in denen wir mitunter landen, all jene emotionalen Konditionierungen, die im Unterbewusstsein gespeichert werden.

Gehen wir nicht täglich solchen Situationen auf den Leim?

Der Weg durch das Leid führt zu mir selbst. Klingt banal und aufregend zugleich. Nein, es geht nicht um Selbstkritik.
Es geht darum, liebende Güte für sich selbst zu entwickeln. Oder einfach Liebe.
Ja, ja „Liebe deinen Nächsten…wie dich selbst..“. Daran ist nichts ungehörig. Sie können sich  selbst lieben, wertschätzen, wohlfühlen, würdigen.
Nicht  bestrafen, keine Selbstverleugnung. Manchmal scheint es mir, als bestrafen sich manche Menschen, beispielsweise mit dem Joggen. So ein gequältes Ausdruck liegt auf ihren Gesichtern.  hee.hee.
Es geht darum, sich in allen möglichen Aspekten kennenzulernen.
Es geht um ein Hinwachsen zu sich selbst.
Es geht darum, die Welt in einem Körnchen Sand zu entdecken.

Anfänglich schrieb mir eine weise Menschin immer und immer wieder diesen wundersamen Kommentar in meinen Blog: „ICH bin, das Ich bin.“
Denke nicht so viel.“ Ich wuschelte in meinen Haaren. Sie kräuselten sich vor lauter Verstehen wollen. Mit ihrem ständigen Ich bin, das Ich bin, brachte sie mich zum Lachen. Nein, es war kein überhebliches Lachen. Es war ein höchst amüsiertes und so auch ein entsapnnendenes Lachen. Ich ahnte darin steckt eine große Wahrheit, verstand sie aber noch nicht so recht. Oh, dieses kleine kurze menschliche Leben. Was will mir diese Göttin jetzt sagen?
Ich saß lange an diesem Satz. Ich betrachtete ihn von allen Seiten. Der Satz gab mir sehr viel zu tun in den letzten zwei Jahren.

Was uns wachsen lässt, fühlt sich gut an. Meine Haare liegen jetzt wellig auf meinem Kopf.
Es meint dieses und noch viel mehr:

Es gibt keinen Platz der Welt, an dem mein Blick nicht auf mich fällt.

Ich höre den Klang von meiner Stimme.
Alles, was lebt, lebt auch in mir. ALLES.
Ich bin die Musik. Ich schreib den Satz, der von mir spricht.
Ich setz den Samen, aus dem ich wachse.
Ich bin die Kraft in aller Schöpfung.
Ich bin das Ich bin.

Lachen Sie bitte nicht darüber. Ich sage es aus tiefstem Herzen: Wir kommen nicht sehr weit, wenn wir nicht an das Unsichtbare glauben.
An das ursprüngliche Prinzip der Harmonie hinter allen Dingen. Liebe kann man nicht sehen. Sie glauben doch an Liebe, oder?
Ich schrieb es an anderer Stelle schon einmal:
Ein Schüler fragte seinen Lehrer: Was ist Geist?
Der Lehrer antwortete: Woher kommt deine Frage?

Das erste Ich bin meint das Individuum.
Das zweite Ich bin – erklärt, dass es das zweite größere göttliche Ich bin ist.
Denken Sie sich dieses wie die Farbe Weiß, die auch alle Farben des Regenbogens vereint.
Und denken Sie es sich nun als ein Hologramm. Sie sind eine Farbe des Regenbogens und sie sind Weiß zugleich.
In jeder Ihrer Millionen von Zellen.

Jeder einzelne Herzschlag, jeder einzelne Atemzug trägt in sich schon alles Glück.

Ich bin das Ich bin.
Überspringen Sie bitte nicht einfach diesen Satz. Es ist nicht nur ein Satz. Er ist Ihr Leben.
Aus uns entspringt Schöpfung.

Der englische Dichter William Blake dichtete ganz in diesem Sinne:

„…Das Paradies in einer Wiesenblume seh`n.
Unendlichkeit in meiner Hand.
Und Ewigkeit in einer Stunde“.

 

blumeWir haben ein Bewusstsein und ein Unterbewusstsein. Diese beiden können getrennt oder auch zusammen arbeiten. Die Wissenschaft weiß heute, Zellen verfügen über eine Art Gruppenintelligenz, durch welche sie zusammenwirken. Sie wirken gemäß der Suggestion des leitenden Bewusstseins. Kinesiologen gibt es überhaupt nur, weil sie diese Zusammenhänge verstanden haben und mit diesem Wissen arbeiten und heilen. In Mexico war ich an einer Stelle meines Körper heftig von Moskitos zerstochen. Der Regenwald hinterließ seine Spuren an meinem Fußgelenk. Wie schön, dass ich dort auf so liebe Menschen traf, auch auf eine Kinesiologin. Keine zwei Stunden nach ihrer Behandlung waren die entzündeten Stiche weg. Nicht besser – weg waren sie! Ich traf in Heidelberg auch auf eine Kinesiologin, die einem Raucher die Zigarette aus dem Mund nahm und sie ‚positiv umlenkte‘. Wir alle sahen mit staunenden Augen zu. „So jetzt kann sie keinem anderen mehr schaden.“ Unser Tiefenbewusstsein verfügt über unendliche Intelligenz. Darum funktionieren Affirmationen. Die positiven wie die negativen. Darum wird auf die Kraft des positiven Denkens hingewiesen.
Nicht „Wird schon“ oder „Ich hoffe“.  Das Unterbewusstsein ist klug. Es akzeptiert nur beherrschende Überzeugungen und unerschütterliche, nicht bloße Worte oder Formeln. Bejahung und Glauben. Nicht durch Anstrengung, nicht ohne Vertrauen.

Zweifel?

Das Wort Zweifel geht auf mittelhochdeutsch zwi = zwei und falten zurück. Wer zweifelt, ist gespalten, zweigefaltet.
Das Wort Einfältig wird von uns gerne in beschränkender Weise über einen Menschen gelegt, der nicht über den Tellerrand hinweg schauen mag. Aber es trifft den Kern der Bedeutung des Wortes nicht.
Einfältig ist in Wahrheit ein höchst heiliger Zustand. Wer vertraut, ist in eins gefaltet, in Eins, in das Wirken einer höheren Intelligenz! – Er ist ein-fältig!

Ein Tibetischer Abt sagte einst: Ich sprechen jeden Tag in dieses Feld des Bewusstseins. Was sagt ihr ihm?

Beanspruchen Sie Gesundheit für sich. Nicht den Fokus auf das Problem legen, sondern auf ein Gefühl für die glückliche Lösung als Jetziges Ereignis. Energie folgt immer der Aufmerksamkeit. Immer! Das ist ein physikalisches Gesetz und keine leere Phrase.
Gestern sah ich einem mir fremden Menschen über die gewöhnliche Zeit hinaus in sein ernstes Gesicht. Mit einem Lächeln tat ich dieses. Es brauchte etwa drei Sekunden, da wurde aus dem anderen ernsten Gesicht ein lächelndes Gesicht.

Alle Dinge entstehen im Geist.
Sie können es glauben oder auch nicht.
Sie haben die Wahl.
Überprüfen Sie es selbst an ihrer eigenen Erfahrung.

Wie gelangt man in die Haltung des „Auch das geht vorüber“?

Es ist ein Zustand der Bewusstheit unseres Selbst. Bewusst- sein. Es ist ein hier SEIN, nicht ein HIER sein. (noch ein weiser Mensch, der mir diese Erkenntnis schenkte)

Ich glaube, dass Dankbarkeit ein Weg ist, wie wir zu uns selbst gelangen. Dankbarkeit ist eine heilige Stätte, die uns noch tiefer lieben lässt.

Ich glaube an die Geduld. Geduld bringt Entspannung in unser Leben.

Ich glaube, Humor ist ein weiterer Weg dorthin. Ich bin nicht verrückter, als ich es gestern war. Ich war es schon immer, mir ist es nur  nicht aufgefallen. Hee.hee.

Ich habe es lange selbst nicht verstanden, heute glaube ich, Meditation ist ein Weg. Weil dort nämlich Unterbewusstsein und Bewusstsein zusammenarbeiten. In uns wohnt eine unerschöpfliche innere Schatzkammer. Meditation führt uns mitten in sie hinein.
Wir finden zu u n s e r e m Atem.
Wir werden mit unseren Gefühlen vertraut.
Darüber öffnet sich Raum.
Alles mögliche kann in jenem Raum auftauchen.
Wir lernen den gegenwärtigen Augenblick mit dem Herzen anzunehmen.
Die Meditation akzeptiert uns genauso, wie wir sind.
Dort können wir Gedanken loslassen, an denen wir uns so gern festhalten mögen. Gedanken ziehen wie das Wetter durch uns durch.
In der Meditation ist man präsent und wach und zugleich entspannt.
Wir können dort unser links-hirnig Geschultes überwinden.
Unser Bewusst-sein erweitern.
Das ist wie mit der Zahnpasta in der Tube. Die Zahnpasta geht auch nicht  zurück in die Tube.

Wir können uns so sehr glücklich machen, dass die Leute glückklich werden, wenn sie dich nur ansehen.
Schöpferkraft. Diese Kraft haben wir in uns. Davon hören wir nichts im Fernsehen. Davon lesen wir auch nichts in der Zeitung.

Wir arbeiten an so vielen Dingen nur selten an uns und dem Erstellen eines größeren Bildes von uns selbst.
Je weiter wir unser Bewusstsein entwickeln, desto weiter wächst das Gefühl unserer Verbundenheit und unserer Gemeinsamkeit mit anderen.

Man sitzt mit offenem Geist und offenem Herzen und macht eine Abfolge von Erfahrungen in der Meditation.

Ich erweitere mein Bewusstsein – darum sitze ich.
Ich kann erforschen, wie wundervoll es ist „Alles in Einem zu sein.“

…kein Ende des Lernens und Staunens in Sicht…

Deine Haltung ist deine Welt

auge leben zulassen

 

Ich schaue mich nur mal so um. Im Herzen. Es ist ja niemand da sonst. Hier heißt es sterben und wieder neugeboren werden. Herzensmensch zu sein, nun ja?… Die Gesellschaft braucht Köpfe. Menschen, die mit dem Kopf arbeiten stehen über denen, die mit den Händen arbeiten. Mit der Hände Arbeit verdiene ich meinen Lohn. Aber das Herz fehlt – niemand wird Herz genannt. Und dann sind wir unterwegs, nirgendwo angekommen Wir sagen häufiger zu allem Nein als je zuvor. Nein zur Liebe. Nein zum Glauben. Nein zum Jenseits. Nein zum Mitgefühl. Nein zur Zufriedenheit. Nein zur Hingabe. Lauter Nein-Steine. Und so verschwinden wir allmählich. Es wird so eng. Wir leben aus Angst, nicht aus Liebe. Und es kommt noch dicker: Wir schaffen es nicht einmal neue Fehler zu erfinden. Wir machen die gleiche Art von Fehlern, immer wieder.
Darum werden die Philosophen bei uns keine Mystiker. Und die Sufis tanzen und erzählen schöne Geschichten voller Bedeutung.
Falling in Love. Für den Kopf ist es wie ein Verrat. Da beginnt man ins Herz zu fallen. Das Herz hat allergrößte Bedeutung. Es ist das Tor zum Sein.

 

antwort16Ich riskiere jetzt mal ein bisschen mehr und lass mich ins Sein gleiten.  Ich frage nicht nach dem Wie. Wenn ich nach dem Wie frage, kann ich auch gleich einpacken. Ich muss nicht erst viel üben. Ich tue es einfach. Ich lasse mich fallen. Ich werfe mich als stillen Stein in den See und erzeuge sanfte Kreise. Aaahhhmmm… Ommmm ….geht doch….fühlt sich wundervoll an. Be-ruuu–hi–gend.  Total allein hier. Der See ist vollkommen still. Es ist plötzlich soooo weit.  Sei still. Irgendwann kräuselt kein Gedanke mehr den glatten See. Nicht die leiseste Welle….. Hier gibt es keine Seifenblasen mit allen Mitteln: mit Geld, mit Ansehen, mit Macht, mit Wissen. Hier hat nur das Ganze einen Mittelpunkt. ICH verschwinde. Dass Außen erscheint wie ein Traum. Organisch mit etwas verwoben, das wohl unaussprechlich bleibt. Hier kann sich alles auflösen, was der Liebe nicht entspricht.

Hmm….Es leuchtet hier innen drin. Alle Bewertungen lösen sich darin auf.

 

Ich könnte mich auf diese Reise in mein Innenleben mitten in New York auf dem Hollywood-Boulevard begeben, auf einem einfachen Stuhl, unter einem Baum, in der Stille meines Zuhauses, im Flugzeug oder im Zug. Es braucht kein Ashram oder ein Bergkloster  –  ich muss auch keine 1000 Euro bezahlen, um meditieren zu lernen, denn niemand kann einem so etwas beibringen. Alles ist in uns zu finden. Durch mühelose „Bemühung“. Niemand lenkt den Tanz. Kein Mittel, kein Zweck. Es steigt auf und verliert sich.

Kraft, innere Ruhe, Erkenntnis und Seelenstärke warten dort auf uns. Irgendwann begibt man sich wieder an Land und ist wachsamer, aufmerksamer und umsichtiger.

Solange wir innen alles beim Alten lassen, wird sich im Außen nichts ändern. Wir tragen den Himmel in uns. Übrigens: Die Hölle auch.
Sie existieren, aber nicht da draußen in geographischen Räumen, oben und unten. Wir tragen sie immer mit uns. Die Upanishaden, jene uralten indischen Schriften,  schenkten uns hierfür eines der innigsten Symbole: „Jeder Mensch trägt wie die Spinne sein eigenes Netz mit sich. Und wo wir uns aufhalten, breiten wir das Netz aus und schaffen um uns unser alte Muster.“

Sind wie liebvoll, zeigen uns andere das eine Gesicht. Sind wir ihnen gegenüber gleichgültig, zeigen sie uns ein anderes Gesicht. Und wenn wir darauf aus sind, ihnen zu schaden, zeigen sie uns erst recht ein anderes. Ganz einfach schon dadurch, dass wir jenen Menschen beobachten. Schon dadurch verändern wir das Verhalten eines anderen. Die Physiker der Quantenwelt haben es uns doch schon erklärt. Allein durch die Beobachtung verändert sich ein Elektron. Nichts ist tot – auch nicht ein Stein. Alles lebt im grenzenlosen Meer von Leben und Bewusstsein.
Und es zeigt, in der bloßen Beobachtung muss schon eine gewaltige Energie stecken, wenn sich dadurch Elektrone verändern.

Hmm! Warum dann nicht sich selbst beobachten? Mit Bewusstsein hören Gewohnheiten auf.

Im Höhenrausch des Ichs haben wir diesen Weg vergessen. Erinnern.  Nach Innen gehen – wieder mit dem Innern in Berührung kommen. Zurück in die Quelle, die in uns liegt-  und nirgendwo anders.

…das Leben liebt uns.

 

 

 

 

 

 

Meditieren

meditieren2

 

Zerstreuung ist verbunden mit Unzufriedenheit.
Überprüfen Sie es an Ihrer eigenen Wahrheit.

 

meditation comicAnne hat sich ihr ganzes Geld selbst verdient. Sie besitzt jetzt zwei Häuser. Die hat sogar `ne gekieste Ausfahrt. Ich bin viermal durch die Fahrprüfung gefallen. Jede Woche gibt sie Dinnerparties. Und sie hat auch noch einen echten Kaschmir im Flur liegen. Als ich darüber stolperte, verzog sie schadenfroh das Gesicht. Oh, ich wünsche ihr alles Pech der Welt. Vermutlich überlässt sie es heute ihrem Personal zu kochen. Vielleicht kommt sie aber auch gar nicht zum Essen,weil sie zum Golfen muss. Sie gibt allein für das Fensterputzen jeden Monat 250 Euro aus. Damit sie  auf ihre Stockrosen und Geißblätter schauen kann und noch so ein paar Sachen…die ich dir aber jetzt garantiert nicht erzähle“

“ Willst du es nicht mal mit dem Meditieren versuchen?“, fragte ich.

“ Wieso soll ich denn  meditieren? Du machst mich komplett fertig. Ich habe meine Turnschuhe nicht dabei! Meine Arme sind zu kurz für meinen Körper. Das kann ich dir versichern. Meine Hüften sind auch zu breit. Und ich habe keine Schaumgummimatratze“

„Ich sprach nicht vom Turnen, sondern vom Meditieren.Und du könntest es mit dem Meditieren probieren, weil es dir gut täte, wenn du Freundschaft mit dir selbst schließen würdest. Du könntest meditieren, weil du über die Meditation in die Entspannung gelangst. Weil Meditationen dein Herz öffen und deine Seele befeien und weil sie dich an den Ort der Kraft und des Friedens führen. Meditationen führen dich anderswohin. Es ist eine Reise in dein Herz. Das Thema lautet Entdeckung. Es könnte dich zu einem Leben aus vollem Herzen führen. Es wäre deine Reise. Eine Reise, von der dich niemand abhalten kann – und du müsstest auch niemand anderem Steine in den Weg legen, wenn du dich aufmachst“, antwortete ich.

“ Pff..Jetz komm`mir aber nicht mit einer Mitternachtszeremonie mit Heimtanz vor dem Altar über dem Samen gegessen werden und Gebetsfedern nach Osten für den weiblichen Anteil in mir und links für meinen männlichen Anteil eingesetzt werden und ich währenddessen Rasseln schütteln muß! “ Hannah schnaufte.

maedchenstehend

„Jetzt fehlt nur noch, dass du darüber meckerst, weil du heute keine gute Tasse Kaffee bekommen hast. Dein Geist nimmt dich auf einen ganz schön verrückten Ritt mit. Unser Geist rast mit 150 Stundenkilometer dahin. Wir haben es mit Gewohnheiten zu tun. Sie sind so alt, wie du bist. Und wenn du an Reinkarnation glaubst, sind sie sogar noch  sehr viel älter. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, mit dem Geist zu arbeiten. Eine der wirksamsten Methoden ist, das Hilfsmittel Sitzmeditation anzuwenden. Meditation ist ein geduldiger Prozess des Erkennens.

Du kannst endlos meckern über Anne und dich über sie ärgen, dich auf deine äußeren Probleme stürzen, es wird nichts an deinem Leiden ändern. Wenn du deine Probleme lösen willst, wird du mit deinem Geist arbeiten müssen, und das geschieht in der Meditation. Das bedeutet nicht, dass du keinen Kummer mehr empfinden wirst oder keine blauen Flecken mehr bekommst, wenn du die Treppe hinunterfällst. Stimmungen wie Furcht oder Angst, gut, behaglich, unsicher, angenehm, schwierig gibt es, wie es das Klima des Wetters gibt. Es ist nur die Frage, wie du damit umgehst? Du kannst dich von ihnen herunterziehen oder mitreißen lassen. Bei der Meditation geht es nicht darum, dich immer die ganze Zeit wohlzufühlen, ebensowenig besteht der Zweck darin, dich schlecht zu fühlen.

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Lerne, sitzen zu bleiben

Das erste, was du tust in der Meditation, ist Standhaftigkeit zu entwickeln und zu pflegen. Du entwickelst eine Loyalität und Ausdauer gegenüber dir selbst. Du erlaubst dir in der Meditation genau das zu erfahren, was in diesem Augenblick geschieht. Es kann sein, dass es in deinem Kopf hämmert. Aber die Bereitschaft, für zehn Minuten, fünfzehn Minuten oder eben so lange wie du sitzen magst, einfach zu sitzen, ist eine mitfühlende Geste gegenüber dir selbst. Loyalität gegenüber dir selbst, bedeutet auch, dich vom Urteilen zu verabschieden. Du bleibst einfach bei deiner Erfahrung.

Du entwickelst in der Meditation ein klares Bewusstsein, ein klares unvoreingenommenes Sehen. Du konzentrierst dich auf den Atem. Es kommen Gedanken, es kommen Gefühle und du siehst glasklar – ohne Analyse. Du wirst erkennen, dass du stets dieselbe Schallplatte  in deinem Kopf abspielst. Du wirst deine Gewohnheitsmuster klar sehen, deine Meinungen und Urteile, deine Verteidigungsmechanismen. Du wirst  mit deinen emotionalen Nöten sitzen und du wirst denken, du machst gerade etwas falsch in deiner Meditation, aber das ist es nicht. Du entwickelst Mut, langsam, das geschieht nicht sogleich –  Mut dein Unbehagen und die Herausforderungen deines Lebens anzunehmen. Mut, dein gesamtes Spektrum an Gefühlen zuzulassen. Du lernst mit der Meditation, dich selbst aus dem Weg zu räumen, damit du Zugang zu deiner eigenen Weisheit erlangst. Du wirst in solchen Momenten erfahren, dass dir die mentale Energie ganz viel Trost und viel Sicherheit reicht.
Du sitzt einfach da und lässt los. Du wirst abschweifen. Du wirst Emotionen erneut durchleben  oder dich vielleicht lieber deinen mentalen Fantasien oder Plänen in der Meditation hingeben. Meditation lockert deine Konditionierung. Sie löst die Art und Weise, auf die du dein Leiden verlängerst.

Du entwickelst Aufmerksamkeit auf genau diesen Augenblick. Du lernst, einfach nur hier zu sein. Du wirst dich zu Anfang dagegen wehren. Du kannst aber lernen, dich in jenen Moment hineinzuentspannen. Meditation hilft dir, an deine Grenzen zu gehen. Du sitzt mitten in einem unbekannten Augenblick. Du lernst keine große Sache mehr aus den Dingen zu machen, die dir im Leben geschehen. Die tollen und die weniger tollen Erfahrungen  –  sie geschehen einfach. Nicht als zynische Aussage, sondern im Wissen darum, dass eine große Sache machen zu Überheblichkeit und Stolz führen kann und andererseits aus Problemen eine große Sache zu machen, dazu führt, dass du sich selbst abwertest und du eine schlechte Meinung von dir bekommst.

luftmatratze

Shamata – das ruhige Verweilen

Über das stille Sitzen mit Aufmerksamkeit auf den Atem verbindest du dich mit deinem Herzen. Fange mit zwanzig Minuten an. Auch fünf Minuten können dir helfen. Halte es so einfach wie möglich. Es braucht keine besondere Einrichtung. Du kannst selbst in einem Bus meditieren. Du kannst dich auch vor ein Bild setzen, das für dich eine Bedeutung hat. Sitze auf eine Weise, die dir das Gefühl gibt, getragen zu werden. Das kann auf einem Kissen oder einem Stuhl sein. Es gibt Zafu`s, runde Sitzkissen.

Meditation bedeutet zur Welt erwachen, wie sie gerade ist. Mit dem Atem beruhigst du deinen Geist. Zur Ruhe kommen bedeutet, den Ort betreten, wo man üben will. Du checkst bei dir selbst ein. Wenn du dich zur Meditation hinsetzt, bringst du immer etwas mit – deine Gedanken und Freuden oder Sorgen des Tages. Verdränge sie nicht. Bekomme eine Gefühl dafür, was gerade mit dir los ist. Sei wach und präsent für alles, was gerade abläuft. Spüre, was du gerade fühlst. Beim Einstieg kann es helfen, einmal deinen Körper abzuscannen und zu fühlen, wie sich deine Körperteile anfühlen. Fußsohlen, Füße, Rückseite der Fußgelenke, Knie, Hüfte, das Kreuz, den hinteren Teil der Taille, die Schulterblätter, die Schultern, die Arme, Unterarme, Handrücken, die Handflächen, die Rückseite der Finger, die Fingerspitzen, der Nacken, die Rückseite des Kopfes, der Ohren, die Stirn, Augen, Nase, Zunge, das Kinn, den Bauch, Solarplexus, die Oberseite der Füße, die Zehen.

Der Atmen übt dich darin loszulassen. Der Atem gibt dir vor allem das Gefühl, etwas zu fühlen und weniger, dass du dich konzentrierst. Lenkt dich etwas ab, kehre zurück zum Atem.  Du kannst dich auf den Raum konzentrieren, der am Ende des Ausatmens liegt, bevor du wieder einatmest.  Achte vor allem auf das Ausatmen. Es betont das Loslassen und öffnet den Raum um dich.

 

Es gibt eine Menge Ratschläge zum Thema Meditation. Das kann helfen, aber letztlich bist du die Einzige, die weiß, was sich in deiner Übung abspielt. Sei nicht streng mit dir selbst. Übe keine Selbstkritik, sei freundlich zu dir. Es gibt so viele, die über Jahre schon meditieren, dabei aber vergessen haben, sich selbst mit liebender Güte zu begegnen. Lerne, wer du bist, wenn du weise bist und lerne, wer du bist, wenn du ein Tollhaus bist. Manchmal sind wir offenherzig, manchmal total vernünftig, zu anderen Zeit verunsichert und auch völlig daneben. Vorwürfe gegen dich selbst, sind auch eine Form von Aggression dir selbst gegenüber.  Lass dich nicht täuschen. Es sieht zumeist bei Meditierenden so aus, als säßen sie in vollkommener innerer Ruhe. Doch wären Sprechblasen über ihren Köpfen zu sehen, würde man fühlen, was in ihnen abläuft und wäre  man wahrscheinlich schockiert. Sie sitzen da in einer Haltung wie ein Buddha und  man meint, alles, was sie erlebten sei Offenheit und Stille. Dem ist nicht so. Alles mögliche kann einen in einer Meditation bedrängen. Das sind nicht die total Coolen, die nicht von allen Gefühlen begleitet sind. Man lernt durch Meditation aber gerade seine eigene Energie kennen. Man lernt mit ihr  vertraut zu werden und in Frieden zu sein.

Den sanften Umgang mit einem selbst in der Meditation nennt man Maitri. Das ist ein Sanskrit-Wort und meint „liebende Güte“.  Dabei geht es nicht um Selbstverwöhnung. Du kannst auch ein Schaumbad nehmen, um Gefühle zu vermeiden. Was immer dir begegnet, sei es Langeweile, Schmerzen, Beschämendes, Verdauungsbeschwerden, alle möglichen verstörenden Erinnerungen, nervöse Energie, friedliche Meditation oder Schläfrigkeit – erfordert Standhaftigkeit. Eine Eigenschaft von Maitri ist Standhaftigkeit und die lernt man in der Meditation.  Du kannst es Gleichmut nennen. Die Dinge sind dann weder richtig noch falsch, gut oder schlecht. Du verrennst dich nicht in felsenfeste Ansichten.

Bedingungslose Freundlichkeit bedeutet, sich mit sich selbst anzufreunden. Lass dich nicht mehr von deinen Gedanken und Gefühlen umhauen. Das Leben ist eine ununterbrochene Abfolge von Erfahrungen. Es ist  großartig, miserabel, angenehm, unangenehm, glückselig und dann wieder traurig. Um damit präsent zu sein, um mit offenen Herzen bei diesen Erfahrungen zu bleiben – darum sitzt du in Meditation.
Es geht um Bewusstheit. Es geht um ein volles Herz.

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Weite Landschaft. Tibet

 

Geduld bringt Entspannung in deine Meditation, in dein Leben. Du kannst gar nicht hoch genug schätzen, wie hilfreich es ist, geduldig mit sich selbst zu sein. Es mag Momente geben, in denen dein Geist Achterbahn fährt. Zwanghaft kaut sich etwas aus deiner Vergangenheit wieder. An einem anderen Tag mag dich überhaupt nichts ablenken. An einem weiteren Tag hebst du ab in die höchsten Reiche der Fantasie. Unser Geist ist ein Tollhaus, ein kreischendes. Nichts Solides steckt dahinter. Die Natur der Wirklichkeit ist nicht so fest, wie wir glauben!
Was für Geschichten entwickeln wir  so häufig aus unseren Gedanken, wie viel unglaublichen Schmerz bescheren sie uns am Ende. Es sind Illusionen, die wir Denken nennen. Starke Kraft haben sie allerdings. Sie können uns zum Weinen und zum Lachen und Lächeln bringen. Sie sorgen dafür, dass Menschen sich verbinden oder auch gegenseitig zerstören.  Sie können wie ein Hammer zerschmettern. Sie können uns farbenfrohe Dinge bescheren. Sie können uns aber auch durch ein enges Loch in ein tiefes Labyrinth führen, obwohl es eine Menge Raum gibt. Unser Geist ist grenzenlos. Lass sie ziehen, wie den Wind.“

 

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„Ich soll mich also zum Ober-Titan aller Mega-Deppen machen in dieser Welt der Wölfe?

„Richtig!. Ja. Es ist völlig egal, wie andere dich dabei wahrnehmen.
Werde mit deinen Gefühlen vertraut.

Nimm wahr, wann etwas deine Knöpfe drückt oder dich aufregt. Lass die Geschichte hinter dem Gefühl danach fallen und sieh dir die Sache näher an. Emotionen sind der Bereich, wo wir alle ausrasten.  Sie reißen uns mit. Sie können uns überwältigen. Nicht die Geschichte, sondern das Gefühl, die Emotion. Wir können eine enorme Abneigung empfinden. In der Meditation übst du, den Stein, also die Emotionen, eintauchen zu lassen, ohne dass Wellen geschlagen werden. Bleib bei dem Gefühl, nicht bei der Reaktion, die dir schon zur Gewohnheit geworden ist und immer und immer wieder zu Kettenreaktionen führt.

Das kommt einer Revolution gleich, wenn du dieses in der ganzen Tiefe verstehst. Wut unterstützt dich darin, dich zu stabilisieren. Emotionen unterstützen dich darin, völlig wach und präsent zu sein,wenn du dich nicht einfach von ihnen mitreißen lässt. Das ist eine völlige andere Art zu leben, eine völlig andere Weise, mit demselben alten Kram umzugehen.
Öffne dein Herz für deine Gefühle. Nimm sie an und erlaube dir Mitgefühl.  Lerne, wie dich deine Emotionen behindern, wenn sie zu Eis gefrieren, weil du sie wegstoßen oder sie eskalieren lässt, und sie deswegen nicht die flüssige Qualität von Wasser haben. Emotionen sind Energie. Energie will fließen. Die Energien von Gefühlen sind nicht das Problem. Wir assoziieren sie immer mit Gedanken. Wir haben Angst vor etwas. Wir sind verärgert über etwas. Wir fühlen uns einsam, beschämt oder lustvoll in Beziehung auf uns selbst oder zu jemand anderen. Wir sehen in ein missmutiges Gesicht, da ist ein bestimmter Tonfall in der Stimme und schon erinnert es uns jemand – und aus heiterem Himmel haben wir das Gefühl von Ärger, Zorn, Traurigkeit, Hilflosigkeit oder was auch immer – wir reagieren einfach wie immer.  Da geht eine Frau eiskalt auf dem Gang zu deinem Büro an dir vorbei – und schon kocht etwas in dir hoch, das sich nach Jahrhunderten von Konditionierung und  empfundenen Verletzungen anfühlt. Du willst ja eigentlich von ihr gemocht werden. Das ist der emotionale Riesenkracher. Das Ego juchzt währenddessen. Da beginnt man Geschichten zu spinnen und wir sind schneller versklavt, als uns lieb ist. Dafür ziehen wir Tag um Tag in den Krieg. Das werden dann die Geschichten über „die“ oder „dies“ oder „ich“ oder „wenn doch nur“. Wir zerstören und suchen nach Schuld oder nach Annehmlichkeit. Wir planen für die Zukunft oder wir setzen uns vor den Fernseher oder Essen oder suchen anderes, was uns abhängig macht.  In der Meditation fühlst du diese Gefühle. Du erfährst, warum du  tust, was du tust. Das ist befreiend für dein Herz.

Atme mit der Emotion.

Atme sie nicht weg. Tauche ein. Atme sie in dein Herz, in dein großes Herz. Millionen von Menschen fühlen Zorn. Das ist ein universale Erfahrung. Auch wenn deine persönliche Geschichte dahintersteht, es bleibt eine universale Erfahrung. Wir dürfen alles an Gefühlen erfahren, was an Gefühlen in uns auftaucht. Verdränge sie nicht und agiere sie nicht durch Reden oder Taten aus. Fühle sie.
Mache deine Gefühle nicht an den Geschichten fest. Musik kann dich zum Weinen bringen. Genauso funktioniert das mit unseren Geschichten. Weißt du noch, welches Gefühl du vor fünf Minuten hattest? Gefühl  – nicht welchen Gedanken!
Angenehm oder unangenehm? Schmerzlich oder eng? Angespannt? Kribbelig im Bauch oder stumpf? Willst du tiefer atmen, wenn du an das Gefühl denkst? Zieht sich dein Magen zusammen? Runzelt sich deine Stirn? Rumort es unwohl in dir? Verkrampft dein Kiefer? Gib ihnen Raum in der Meditation, damit du im Leben gelassener bleiben kannst, sobald sie auftauchen.

Was für ein Mensch willst du sein? Einer, der immer starrer wird an seinen Gewohnheiten oder einer, der flexibel und offen wird?

Etwas anderes zu tun, bedeutet in der Praxis, beim jeweiligen Augenblick zu bleiben. Worte und Gedanken gehen lassen, um zu fühlen.

„Was, so ein Schmerz soll eine wunderbare Gelegenheit sein?“
„JA! Du kannst weich werden und etwas anderes daraus machen.“
„Ich soll nicht verbittert herumlaufen, kein Verlangen mehr nach Rache verspüren?“
„Genau! Du kannst den Augenblick des Schmerzes wertschätzen und Mitgefühl hervorbringen, statt zu verhärten. Du kannst statt Rache zu schwören oder Zorn zu empfinden, Tränen fließen lassen und in Richtung Liebe und Freundlichkeit gehen. Liebe finden wir in uns, die ist nicht da draußen. Liebe findet sich nicht in der „richtigen“ Beziehung. Wenn du Freundlichkeit von anderen wünschst und du findest keine freundlichen Menschen um dich herum, dann sei du es. Dann hast du einen freundlichen Menschen ganz in deiner Nähe. Du kannst dein gutes Herz nähren. Es gibt keinen anderen Ort für die Übung.“
herststaerkung

Öffne dein Herz, damit es alles empfangen kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Immer schön bewusst.

Wirre Gedanken

„Sieh dir mal den Zustand deines Gehirns an.

Alles wirr durcheinander?

Veraltete Idee, falsche Vorstellungen, Aberglaube.

Was nützt  dir dein Wissen? Was nützt es dir brillant in deinen Diskussionen zu sein?  Wozu brauchst du es? Oder welcher Teil von dir  braucht etwas von diesem so geheimnisvollen Wissen. Welcher Teil in dir braucht diese vielen  Etikettierungen richtig oder falsch? Handlungen haben diese Eigenschaften nicht. Wir Menschen geben sie ihnen.
Warum hörst du dort auf, wo die Grenzen des Menschens beginnen? Warum gehst du nicht über deine Grenzen hinaus und zeigst den Menschen, dass man jenseits der Grenzen leben kann? Um richtig denken zu können, braucht es ein großes Reinemachen“, höhnte sie wie eine Oberlehrerin, die es auf mein Herz abgesehen hatte.

madechenstuhl „ÖÖÖÖH…mmh…findste?! “ , war meine couragierte Antwort.  Ich ein schlaffer Sack, ein überfrachtetes Etwas,mit Logik  nicht nachvollziehbarer Eskapaden des täglichen Lebens? Brunhildchen,  also…ähm… Ich entsandte diabolische Morse-Botschaften mit meinen Blicken.

„Wir wählen aus. Hängen uns an das eine. Lassen in der Regel nur eine Bewegung zu. Wir unterdrücken, weil wir Gefühle wie Wut, Hass als negativ belegt haben. Sie sind nicht negativ.  Erst unsere Wahl und unser Unterdrücken schafft das Wirrwarr in unseren Köpfen, in unserem Körper.  Die natürliche Bewegung ist die, dass wir uns immer zwischen diesen Polen hin- und herbewegen. So sieht`s aus. Wer liebt, hasst auch. Wer Wut hat, schluckt seine Traurigkeit hinunter und legt sie an Plätzen in seinem Körper ab, die ihm nicht gut tun. Sie gehört in den Bauch. Von dort gehört sie ausgeatmet.  Vielen Menschen kribbelt es seit vielen Jahren heftigst in den Beinen. Sie sollten mal klären, ob das nicht ihre Wut ist, die nach unten gerutscht ist.“

„Menschenskind!“ Lächeln um Lächeln zauberte ich in mein Gesicht. “ Diese Töne legten mein Gehirn lahm.“

„Na endlich! Gut so. Genau darum geht es.  Sei dir deiner selbst bewusst. Iss bewusst. Trink bewusst. Geh bewusst. Lache bewusst. Was du auch tust, tu immer eins: Sei dir innen bewusst, dass du es tust. Wenn du zuhörst, wenn du sprichst, sei dir deiner selbst bewusst. Wenn du wütend bist, sei dir dessen bewusst. In dem Moment, in dem die Wut hochschießt, sei dir bewusst, dass du wütend bist. Dieses kontinuierliche Bewusstsein deiner selbst erzeugt eine bestimmte Energie, eine ganz feine Energie in dir. Du wirst zu einem kristallisierten Wesen. Sei ein Zentrum. Und nicht nur eine lose Kombination aus Vielem.  Sei eine Präsenz. Sei dir bewusst, dass DU BIST.
Ja, ja, ich weiß, es  steht im Widerspruch zu dem,was uns beigebracht wurde. Wir dürfen uns nicht groß fühlen, erscheint man sogleich überheblich bei anderen. Aber wir sind es. Wir sind nicht nur Teil dieser ewigwirkenden Intelligenz, wir sind Bestandteil ihrer.  Wir sollten täglich selig lächeln, angesichts dieses Wunders. Also… ,
wenn sich  etwas an deiner Situation ändert, geh nach innen. Das ist alles, was du tun kannst. Es ist passiv.

Geh raus aus den Verstrickungen aus den gewohnheitsmässigen Geschichten, Konflikten, Sorgen, Projekten.

Lass los. Werde weit, wie der Raum.
Höre in Ruhe.
Höre in Gelassenheit.
Spüre diese Weite.
Es gibt keine Grenzen.

Das Gefühl ist die Wahrheit!

Mach` ne Meditation zu deiner täglichen Erfahrung. Lass angenehme und unangenehme Gefühle entstehen und wieder gehen. Ohne Konflikte. Ohne Leid.

„Wie denn meditieren?“, fragte ich mit großen Augen aus violettfarbenen Amethysten. „Mir fehlen  der goldene Schwanz und die  silbernen Flossen, um zum Mond zu fliegen“, sagte ich und holte Brunhilde von ihrer hohen Gedankenwelt herunter.

Sie überhörte meinen Angriff.  Protzige Haribo-Gummibärchen müssen her. Ja, hui bui, genau.

„Versuche es einfach. Wenn du einfach weiter versuchst, geschieht vielleicht etwas. Wenn du erst gar nicht probierst, steckst du fest. Jeder Atemzug kann eine stille Freude sein“, sagte sie und legte mir einen Zettel auf den Tisch.

Ich las:

Alles kann Einladung zur Meditation sein…..
Ein Lächeln,
ein Gesicht in der U-Bahn,
eine kleine Blume, die aus einem Riss im Beton wächst,
der elegante Faltenwurf eines Stoffes im Schaufenster,
die Art, wie sich die Sonne im Wasser spiegelt.
Seien Sie wach gegenüber jedem Zeichen von Schönheit und Anmut.
So werden Sie langsam zum Meister Ihrer eigenen Glückseligkeit,
zum Alchemisten Ihrer Freude.

Sie haben alle Mittel und Rezepturen stets zur Hand, jeden Ihrer Atemzüge und jede Bewegung mit Heiterkeit, Licht und Inspiration zu tränken.

(Sogyal Rinpoche)

09-14 mk KigartenOberkassel

Foto: Kunze