Gedankenschiffchen

einatmen

 

Ein neuer Tag beginnt.
Ich bin dankbar für jeden Sonnenstrahl.
Wäre kein Licht, wären Dinge nicht sichtbar.
Der Mensch sieht Gegenstände um sich herum nur, wenn diese von der Sonne beschienen werden.
In unsere Augen werden Sonnenstrahlen zurückgeworfen.
Alles, was wir darüber sehen, ist von vergänglichem Wert.
Unsere Erinnerungen werden wir anderswo hintragen.
Nur was man erlebt, ist von bleibendem Wert.
Und so holen wir aus den Dingen das Bleibende heraus.

…und der Gedanke an Licht, das in der Seele lebt, bleibt.

 

Ein neuer Tag beginnt.
Ich bin dankbar für meinen Atem.
Durch das rhythmische Atem wird das Atmen des Menschen individuell. Wir atmen auf charakteristische Weise in die Umwelt hinein. Auf diese Weise schaffen wir mit auf der Erde.
Wir können unrhythmisch durcheinanderfluten und die Luft verunreinigen. Wir können aber auch ein einfacheres, ein rhythmisches Leben in größerer Ruhe führen. Wir können lebensvoll und rhythmisch in Verbindung mit den großen Weltgesetzen leben. Dann wir auch die Luft, die wir ein-und ausatmen, rhythmischer, reiner und besser.

Ein neuer Tag beginnt.
Ich bin dankbar für das Wort Ruhe. Das Wort hat eine magische Kraft. Wenn es mir gelingt, es in mir wirken zu lassen, durchrieselt mich ein Gefühl der Ruhe. Im Innern dieser Ruhe, finde ich mich selbst.

Ich bin dankbar für dieses Universum.
Es schenkt uns die Sterne.
Es schenkt uns wärmende Sonnenstrahlen, die uns verwandeln. Diese Wärme gibt uns ein großes Gefühl der Seligkeit.
Es schenkt uns die Morgenröte, den Regen und den wallenden Nebel und den schönen Mond.
In einem demütigen Sinne können wir in diesem Universum voll aufblühen und mit jenen Kräften in Verbindung treten. Ja, das können wir! Es zirkulieren Kräfte durch den Kosmos, so wie sie in uns zirkulieren.

Sie schmunzeln?
Schmunzeln Sie bitte nicht.

Es gibt so viel, das wir Menschen mit unserem Verstand gar nicht erfassen können in dieser wunderbaren Wunderwelt.

Unser Herz transportiert 400 Liter Blut pro Stunde durch einhunderttausend Kilometer Blutgefäße. 200.000 Kilometer reichten unsere Neuronen des Gehirns, reihten wir sie aneinander. Das ist die halbe Wegstrecke von der Erde bis zum Mond. 400 Milliarden Informationseinheiten pro Sekunde verarbeiten wir.

Ich durfte während meines Aufenthaltes in Mexico – dank der NASA – Klängen von verschiedenen Planeten zuhören.
Es ist nicht so gar nicht still in unserem Universum. Jeder Planet gibt Töne ab. Ein besonderes Erlebnis war für mich, den Klang der Erde zu hören. Unsere Herzen stehen in Resonanz mit der Frequenz des Herzschlages der Erde. Und das war sehr deutlich zu spüren in jenem Moment. Jene Frequenz wird Schumann-Frequenz genannt. Sie schien über die Jahrtausende konstant. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts  hat sie sich nachweisbar erhöht.
In unserem Sonnensystem geht es gerade rund. Die Sonne ist aktiver. Auf dem Mars entdeckte man Eis, obwohl sehr heiß. Dazu misst man dort ein Magnetfeld, während das Magnetfeld der Erde abnimmt. Am Jupiter steigt die Helligkeit. Gammablitze nehmen zu.  Die Auswirkung auf uns, sind vor Jahrtausenden bereits von den Maya vorhergesagt: Es wird zu einem weitreichender Evolutionssprung im menschlichen Bewusstsein führen.

Wenigstens fünf Minuten am Tage sollten wir uns ganz realistisch betrachten: Wir sind lediglich für  eine gewisse Zeit ein paar Millionen Zellen – und dann sind wir (so ) nicht mehr. Keine Sorge. Bewusstsein stirbt nicht. Es existiert immer.

Die grundlegenden Atome, aus denen unsere Hände, Füße und Köpfe bestehen, dienen als Brennstoff für Sterne. Es sind nicht nur die Atome in unseren Körpern, die in die Weiten des Universums reichen: Moleküle, die unseren Körper stellen, befinden sich im Raum. Die Bausteine für die Proteine und größere Moleküle, die auf die Erde regnen – Aminosäuren und Nitrate – finden sich in Meteoriten und liegen auf den felsigen Krusten von Mars oder Monden des Jupiters.

spiralig ins WasserSpringen wir ins Wasser, entsteht eine Spirale.

hunab-ku-silverDas wichtigste und heiligste Symbol der Maya für Hunab Ku.
Jene große, allumfassende Energie im Universum, die uns mit einschließt. „The Only God“. Der Weltschöpfer, der Mann und die Frau der Zeit. Die Mitte von allem, was existiert.
Dargestellt von den Maya als ein Schmetterling.

Was hat das mit uns zu tun?
Alles.

Wir scheinen uns zu entpuppen wie ein Schmetterling. Das galaktische Zentrum, bei den Maya Hunab Ku genannt, ist nicht ohne Grund als ein galaktischer Schmetterling dargestellt.

Ihre innere Mitte und meine innere Mitte und die innere Mitte von jedem Menschen sind miteinander verbunden, sagen die Maya. Genauso sind wir verbunden mit der Mitte von jedem Tier, jeder Pflanze, darüber hinaus mit der Mitte des Planeten Erde, mit der Mitte unserer Sonne und mit der Mitte der Galaxie. All das ist Hunab Ku.

Im Wasser, in der Luft, im Tierreich, in Muscheln, in Schnecken und im Pflanzenreich, in der großartigen Drehung der Milchstrasse –  überall schwingt es spiralig. Schauen Sie sich den Haarwirbel auf dem Kopf von Babys an. Selbst Planeten rotieren spiralförmig um die Sonne,  Elektronen wirbeln spiralförmig um den Atomkern.

Kinder, dfibonacci mix spiralen in naturie noch mit dem Kosmos verbunden sind, tanzen gerne spiralförmig.

Überall im Universum finden wir ähnliche Proportionen und Konstrukte. Die ganze natürliche Welt , so vielschichtig und komplex sie uns erscheinen mag, scheint auf Zahlen und geometrischen Formen aufgebaut zu sein. Zahlen stehen in engem Zusammenhang mit Klängen und Schwingungen, daher findet man diese fundamentalen mathematischen Geometrien auch als Klangbilder und Kristallformen wieder.

Ich berichtete bereits vielfach über das Mysterium der Zahlenmystik in meinem Blog. Auch über die Solfeggio Frequenzen, jene Heilklänge, die auf  mathematischer Perfektion basieren und auf die Quersummen 3 – 6 – 9 reduziert werden können. Wasser kann durch elektromagnetische Schwingungen, Klänge, Symbole und anderes beeinflusst werden. Die Zahl 12 ist die große kosmische Zahl in China genauso wie sie es in Babylon war. Es gibt harmonische Prinzipien des Universums. Spiralförmige Energiefelder finden sich überall.

heilige geometrie daumenEs gibt da etwas, das unser Leben bestimmt. In der gesamten Natur finden sich die gleichen Muster. Ob in der Sonnenblume oder im Kaktus, ob im Wasserwirbel oder in einer Galaxie, überall treffen wir auf das gleiche System von Informationen. Jede einzelne Schwingung, jede einzelne Frequenz wirkt auf uns Menschen, auf unser Befinden, auf die Natur, den Kosmos.

Nada Brahma – Die Welt ist Klang.  Die 8 Hauptgruppen des Periodensystems korrespondieren mit den 8 Tönen der Tonleiter. Die Planetenbahnen des Sonnensystems lassen sich in musikalischen Harmonien ausdrücken. Goethe sagte: „Architektur ist gefrorene Musik“. Eigentlich ist jede Form in der Natur von harmonischen Proportionen durchsetzt. Alles klingt in der Stille.
Erst jüngst wurde im Fernsehen über einen blinden Mann berichtet, der die Welt hörend „sieht“. Die Wissenschaft brachte der junge Mann zum Staunen. Häuser, Treppen, Bäume  – alles wurde zeichnerisch korrekt von ihm dargestellt. Der Mann fährt Fahrrad.  Er sagt: „Ein dicker Baum klingt anders als ein dünner Baum. “

Und wir? Wir haben vor langer Zeit verlernt, von scheinbaren Seltsamkeiten zu lernen. Sie erschrecken uns, hinterfragen sie unsere Scheinsicherheiten.  Je tiefer sie uns berühren, desto stärker fühlen wir uns von ihnen bedroht. Deshalb fällt es uns ja so leicht Ersatzwelten zu schaffen. Wir sehen nur, was wir sehen wollen und den Rest ignorieren wir….

Um es mit Friedrich Nietzsche zu sagen: „Solange man die Sterne als etwas über einem betrachtet, fehlt einem immer noch ein Standpunkt des Wissens.“

Die Maya sagen uns nicht ohne Grund: „All is about Harmony.“

Unser stark ausgeprägtes Ich-Gefühl bringt diese Harmonie durcheinander. Beim einen mehr, beim anderen weniger. Durch diese extreme Ichheit entstand Missklang.

….Es kommt schon auf die kleinen scheinbar unbedeutenden Handlungen an.

 

Einatmend.
Hallo Moment.

Ausatmend.
Ich bin hier.

Ein neuer Tag beginnt.
Ich bin dankbar….

Mein persönliches Dankgebet

baden

 

Ich danke unserer Mutter, der Erde, die uns ernährt. Ich danke den Flüssen und Bächen, die uns ihr Wasser geben. Ich danke den Kräutern, die uns ihre heilende, Kräfte schenken. Ich danke den Kürbissen, der Bohne, der Kartoffel, den Salatköpfen, die uns am Leben erhalten. Ich danke den Hagebuttenbüschen, all den anderen Büschen und Bäumen, die uns Früchte spenden. Ich danke dem Wind, der die Luft bewegt und Krankheiten vertreibt. Ich danke dem Mond und den Sternen, die uns mit ihrem Licht leuchten, wenn die Sonne untergegangen ist. Ich danke den Engeln, die viele Kinder schützen und den Engeln, die uns Regen schenken. Ich danke der Sonne, die freundlich auf die Erde sieht. Ich danke für das Abenteuer Leben. Vor allem aber danke ich dem lieben Gott oder Wakan-Tanga oder Kulkucan, ich danke jener höheren Intelligenz, die alles lenkt.

 

Dankbarkeit ist der direkte Weg ins Herz.
Dankbarkeit schützt vor Hochmut und Stolz.
Danke. Danke.Danke, dass ich nicht alles bekomme, was ich mir wünsche.
Nicht alles, was ich mir wünsche, muss zu meinem Besten sein.
Danke für jeden Tag.
Danke, dass Sie meine Beiträge lesen mögen.
Danke, dass Du meine Beiträge lesen magst.
Danke für die Begegnungen mit lieben Menschen, die mir dieser Blog ermöglicht hat.
Danke den Menschen, die mich zum Lachen und Lächeln bringen.
Danke für Menschen, die mir wahrlich weise Sätze und Gedanken schenken mochten.
Danke für eine Frau, die ihren Keks brach und ihn mit mir teilen mochte.
Danke für eine Menschin, die mir auf einer Zugfahrt nach Köln von ihren Schülern erzählen mochte und dem,
was sie jenen Schulbeginnern immer wieder sagt:
„Ich lehre euch nicht das Alphabet. Ich lehre euch Buchstaben der Freude, der Freiheit, des Friedens und der Liebe.“
Danke für diesen wundervollen Moment in meinem Leben. Danke Nahid.

Danke, dass ich so nah an einem wunderschönen Fluss wohnen darf.
Danke für die Sonne, die heute so herrlich in den Tag scheint und uns Menschen, Tiere und Pflanzen wärmt.

Danach war mir gerade.
Ein tiefer Atemzug der Freude.

 

 

 

Freundschaft mit der Erde

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Hören Sie es…? Hören Sie das Sägen der Holzfäller schon….?
Nein?
Bald werden Sie es hören. Spätestens, wenn Sie Ihren Urlaub in der französischen Stadt Marseille und Umgebung verbringen möchten.

Pro Jahr sollen in Südfrankreich eine Million Tonnen Holz verbrannt werden, so sehen es die Pläne von E.on vor, weil man ein altes Kohlekraftwerk in ein Biomassekraftwerk umbauen will. Das sind 13 Kilogramm Baum pro Einwohner in Deutschland. Übrigens: Selbige Menge,  1 Million Tonnen Altholz fallen jährlich in deutschen Privathaushalten pro Einwohner an. Das kann eine Holzverpackung sein, ein alter Schrank oder ein ausgedienter Gartenzaun.
Hier soll nun aber in Frankreich, in der Nähe von Marseille  ein Hälfte der Menge an Holz gefällt und verbrannt werden. Die andere Hälfte soll aus Kanada und den USA kommen.

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So sieht es wirklich dort aus. Dort war ich. Wenn ich an die Provence denke, nehme ich Duft wahr.

Waren Sie schon einmal in der Provence. Ich rieche den Waldduft noch heute. Rosmarin und Thymiandüfte am Straßenrand,  Lavendelfelder, Weinreben,  Olivenbäume, Granatäpfelsträucher- und bäume und Pinienwälder – für mich ist die Provence, besonders das Hinterland gar nicht weit entfernt von Marseille, eines der schönsten Landstriche auf dieser Welt.

Ist ja nur der Lebensraum Wald. Was soll`s! 

Holz speichert CO2 und ist damit ein Klimaschützer. Macht nur weiter die Klimanlage für Mensch, Tier und Pflanzen zum Rohstofflieferant.  In Deutschland gibt es 30 Milliarden Bäume. Wald ist ein Wunderwerk der Natur. Wie alle grünen Pflanzen, praktisch aus dem „Nichts“, nämlich vor allem aus Kohlendioxid, Wasser und Sonnenenergie, produziert ein Baum Holz. Tagsüber nehmen die Blätter das Kohlendioxid aus der Luft auf und produzieren daraus mit Hilfe des Chlorophylls Traubenzucker, der als Energiequelle und Baustoff für weitere chemische Prozesse benötigt wird. Durch Verkettung der Zuckermoleküle entsteht beispielsweise Zellulose, der Hauptbestandteil von Holz.  Wald ist unser überdimensionaler Staubsauger.  Die Wurzeln der  Eiche saugen jährlich etwa 40.000 Liter Wasser aus dem Boden, das die Blätter wieder „ausschwitzen“. Die dabei erzeugte Verdunstungskälte sorgt dafür, dass es im Wald selbst an heißen Sommertagen angenehm kühl ist. Außerdem filtert sie im Jahr etwa eine Tonne Staub und Schadstoffe aus der Luft.

Ach ja, fast hätte ich es vergessen: Als „Abfallprodukt“ schenkt der Wald uns Sauerstoff.

 

Das Ruhrgebiet ist durchlöchert wie ein Emmentaler Käse.

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Kohlendioxid formt die Löcher im Käse. Im Ruhrgebiet formt Großtechnologie die Löcher.
Wer weiß schon davon, dass mit dem Ausstieg  eine Großtechnologie noch lange nicht beendet ist.
Wer weiß schon davon, dass die Schächte des Steinkohlebergbaues mit einem jährlichen Millionaufwand leergepumpt werde müssen. sonst drohen Schäden an der Außenwand und die Kontamination des Grundwassers. Hinterlassenschaften bis in alle Ewigkeit. Ohne Pumpen würde das Ruhrgebiet zur Seenplatte werden.
Die RAG hat für die Kosten eigenes eine Stiftung eingerichtet. Milliarden sind zu erwarten. Bergbauländer wie Saarland und  Nordrhein-Westfalen sowie die Bundesrepublik Deutschland müssen mit Dauerlasten von etwa 220 Millionen Euro im Jahr einspringen – auf Ewigkeit.

Der Bergbau ist bereits seit den 60er Jahren mit hohen Summen subventioniert. Der Steinkohlbergbau endet im Jahr 2018. Wasser wird aus den Schächten gepumpt. Der Kontakt des salzigen Wassers mit dem Grundwasser muss verhindert werden und das dauerhaft.
Dämme werden gebaut, damit das Grubengas zurückgehalten wird.  Große Flächen an Gestein sinken an verschiedenen Stellen bis zu 25 Meter ab.  Flüsse und Bäche sind schon längst abgesunken. Seit mehr als einem Jahrhundert wird reichlich Wasser in die Unterläufe der Gewässer gepumpt, die nicht  abgesunken sind und so höher liegen. Auch diese Pumpen müssen weiterlaufen, wenn nicht große Teile des Ruhrgebietes absaufen sollen.

Der Rhein liegt heute auch obenauf.
Die Ufer um ihn haben sich um viele Meter gesenkt. Darum mussten Deiche gebaut werden.
Der gesamte Untergrund im Münsterland ist ebenfalls durchlöchert wie ein Emmentaler Käse. Dort sammelt sich sickerndes Grundwasser.  und Tiefenwasser.  50.000 bis 70.0000 Tausend Tonnen Beton für jeden Schacht werden benötigt.
Hoher Energieaufwand, gewaltiger Finanzaufwand.

 

War sie nicht wunderschön, diese unsere Weltmeisterschaft?

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Quelle: amerika.de

Wer weiß schon, dass 2008 eine Polizeinheit (UPP) in Brasilien eingerichtet wurde, um ganze Bezirke gewaltfrei zu befrieden. Nicht mit militärischen Maßnahmen wollte man vorgehen, um die Drogenkartelle zu besiegen.Bildung und Gesundheit sollte die Urbanisierung vorantreiben. Doch mit der jüngsten Weltmeisterschaft rückte die Sicherheit von Sportgroßveranstaltungen und Touristen, von Fußballstars und Journalisten in den Vordergrund.  Alle in jenen Bezirken wurden unter Generalverdacht gestellt. Die ursprünglich friedvolle Idee wurde ad absurdum geführt. Militär und Polizei rückten ein. Es kam zu unzähligen Menschenrechtsverletzungen, zu Übergriffen, Hausfriedensbrüchen durch Militär und Polizei. Eine militärische Struktur ist unvereinbar mit einer demokratischen Polizei.  Bildung und Gesundheit wurde nicht vorangetrieben. Das ist nicht geschehen. Und weil die Polizei mit ihrer speziellen Mentalität der einzige staatliche Repräsentant vor Ort ist, kommt es zu einer Militarisierung des Alltags. Zur Militärpolizei gehören die  UPPs. Sie sind für den Dienst auf der Straße in Uniform zuständig und die Zivilpolizei für die Ermittlungstätigkeit. Dabei ist die Militärpolizei formal eine Reserveeinheit der Armee. So gilt zum Beispiel immer noch ein eigenes Strafgesetzbuch für die Militärpolizei, und kleinste Vergehen können mit absurden Strafen belegt werden. Die Militärpolizisten dürfen keine eigenen Entscheidungen treffen. Wer das kritisiert, kann dafür monatelang inhaftiert werden, ohne sich verteidigen zu dürfen. Brasilien gilt als eine Demokratie.

Die WM für wen?
An den sozialen Umständen hat sich für die meisten Menschen nichts geändert.
Die brasilianische Regierung haftete für alle Schäden und Unwägbarkeiten, also etwa wenn ein Straßenhändler in seinem Revier in Stadionnähe ohne FIFA-Genehmigung Getränke verkauft, ein Schuhhändler mit dem Wort „Fußball-Weltmeisterschaft“ auf seinem Auto wirbt oder durch Streiks und Demonstrationen Verzögerungen in den Abläufen entstehen. In Südafrika 2010 lagen die Kosten bei vier Milliarden, und in Brasilien sind es offiziell etwa 8,5 Milliarden gewesen. Ganz anders als Präsident Lula seinerzeit ankündigte („das wird die WM der Privatwirtschaft“) bringt die öffentliche Hand davon mehr als 80 Prozent auf und macht dafür neue Schulden. Allein der Stadienbau hat knapp drei Milliarden Euro verschlungen.
Die Fifa nahm wohl  geschätzte 4 Milliarden Euro steuerfrei ein. Gewinner sind die FIFA und Bauunternehmer. Den Zwangsgeräumten brachte die Umwidmung der Städte durch WM und Olympische Spiele den Verlust ihres Heimes und zumeist auch ihrer wirtschaftlichen Lebensgrundlage. Ihre Häuser und Hütten mussten neuen Verkehrstrassen, Stadien oder Apartments und Shoppingcentern für Besserverdienende weichen. Und nur in wenigen Fällen hielten sich die Verantwortlichen an die internationalen Normen für Zwangsräumungen wie rechtzeitige Information und Beteiligung der Betroffenen, angemessene Entschädigung oder gleichwertigen Ersatz, wenn irgend möglich in der Nähe der alten Wohnung. Diese Normen finden sich auch in brasilianischen Gesetzen. Etwa 170.000 Menschen im Land, so schätzt der Dachverband der brasilianischen WM-Volkskomitees, wird dies nicht geholfen haben. Braucht man die teuren Sportstadien noch? Dass die Brasilianer feiern können, brauchten sie wohl niemandem mehr beweisen.
Da richtet ein Land die teuerste WM aller Zeiten aus, aber für die Zukunft der Gesellschaft ist nicht genug Geld da.

 

 

 

Lieber Herr Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder,  zum 70igsten Geburtstag auch von mir Herzlichen Glückwunsch!

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Feiern Sie schön in St. Petersburg.

Und flott kommt mir Ihre Reise im Jahr 2004 in den Sinn. Sie flogen nach Russland  und haben diese tollen Geschäfte abgewickelt. Sie wissen schon…ja diese im kalten Sibirien.

Mir schrieb jüngst ein Leser. Alle reden über den Regenwald, keiner spricht über Russland und Sibirien.
Das wird ab heute anders.

Und so beginnt die Geschichte über Sibirien:

Der Himmel ist in seichtes orangenes Licht getaucht, als sei gerade die Sonne untergegangen. Klingt romantisch- anmutend atmosphärisch, was! Ich habe mir Mühe gegeben. Hier endet sie aber auch gleich wieder – die Romantik.
Der Anblick täuscht: Es ist Mitternacht, bei 20 Grad minus in der kleinen westsibirischen Siedlung Trom-Agan. Das Dorf ist umgeben von vier Erdöllagerstätten. Meterhohe Fackeln, Begleitgase des geförderten Öls, lodern 24 Stunden und 365 Tage im Jahr gen Himmel.

Die Ureinwohner der Insel Sachalin sorgen sich seit vielen Jahren. Vor der Küste der Insel lagern die größten noch unangetasteten Öl- und Gasvorkommen der Welt. Insgesamt sechs Erdöl- und Erdgasfelder werden dort erschlossen.

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Quelle. Greenpeace

Gazprom, Herr Schröder, Gazprom, Ihr Goldesel, vertuscht Ölpest.
Deutsche Unternehmen verdienen an dem Geschäft mit sibirischem Öl und Gas kräftig mit. Die Verträge der Essener Ruhrgas AG, ein Tochterunternehmen von E.on, mit Gazprom laufen noch bis 2020. Vor allem im westsibirischen Tiefland erschließen beide Konzerne neue Gasvorkommen. Auch BASF-Tochter Wintershall konnte vor Jahren  durch einen Vertrag mit Gazprom einen Coup im Geschäft mit der Erschließung des Gasfeldes Yushno Russkoje in Westsibirien landen.
Rücksichtslose Fördermethoden.  71 Ölseen, verrostete Pipelines, Öllachen so groß wie manche Bundesländer in Deutschland.
Auch dort wird- wie in Kanada – nach Gold mit hohem Einsatz von Chemie gebuddelt. Die hochgiftigen Chemikalien sickern in das Grundwasser und in die Flüsse.

Ist es eigentlich von deutschen Konzernen zu viel verlangt, die Umweltkriterien einzuhalten, die sie hier in Deutschland einzuhalten hätten?
Ist es zu viel verlangt, die Menschen an den Einnahmen zu beteiligen, deren Erwerbsmöglichkeiten durch die Förderung von Öl und Gas zerstört werden, damit sie sich Alternativen erschließen können?
Ist es zu viel verlangt, der Natur etwas mehr Respekt entgegenzubringen, wenn man schon Milliarden an Euro und Dollar an ihr verdient?

 

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Quelle: Greenpeace

Russland ist der größte Erdöl- und Erdgasproduzent der Welt. Der Export ist eine der wichtigsten Stützen der russischen Wirtschaft.
Sibirien ist das Land vieler indigener Völker. Leidtragende des Exportbooms sind die 200.000 in Sibirien ansässigen Ureinwohner, unter deren Land die Vorkommen liegen. Förderlizenzen werden vergeben ohne Rücksicht darauf, ob die Landrechte der Ureinwohner geklärt sind.Schutzrechte sind im Konjunktiv formuliert – und so auch in all den Jahren nicht umgesetzt. Fische sind nicht mehr genießbar. Öllachen auf Rentierweiden vergiften das Futter der Tiere. Etwa 10 Prozent des russischen Erdöls gehen durch Lecks in defekten Pipelines verloren. Nicht einmal von Arbeitsplätzen profitieren die ansässigen Bewohner, sind sie nicht qualifiziert. Die Arbeiter kommen aus anderen Ländern. In Westsibirien waren bereits 28 größere und 100 kleinere Gewässer 1989 biologisch tot.

Damit nicht genug:

Die riesigen Wälder der sibirischen Taiga sollen parzelliert und meistbietend versteigert werden – mit einem Nutzungsrecht von bis zu 99 Jahren. Die Ureinwohner, die auf den Wald als Quelle für Nahrung und das Holz als Baustoff und Heizmaterial angewiesen sind, haben kein Geld, um mit zu bieten. Bisher mussten sie für Selbstversorgung nichts zahlen. Doch die sibirischen Ureinwohner setzen sich gegen die Zerstörung ihrer Heimat zur Wehr. Der Dachverband der 40 Völker, die Russische Föderation der indigenen Völker des Nordens RAIPON, vertritt ihre Interessen in Moskau, aber auch bei den Menschenrechtskonferenzen der Vereinten Nationen in Genf

 

Und denken Sie nur nicht, es ginge  unseren Wäldern besser.  Gerade noch 5 Prozent des Waldes in Hessen soll gesund sein.

 

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Die Maya sagen:

Denkt darüber nach, euch gegenseitig zu helfen. Wir sind gleichwertige Menschen, egal, ob arm oder reich.
Sie sagen: Findet zurück zur Naturverbundheit.

 

Die Navajao (sprich: nawaho) sagen:

Wenn wir der Erde etwas wegnehmen, müssen wir ihr auch etwas zurückgeben. Wir und die Erde sollten gleichberechtigte Partner sein. Was wir der Erde zurückgeben, kann etwas so Einfaches – und zugleich so Schwieriges – wie Respekt sein.

Die Suche nach Öl, Kohle und Uran hat der Erde bereits großen Schaden zugefügt, aber noch kann dieser Schaden wiedergutgemacht werden – wenn wir es wollen. Beim Abbau von Bodenschätzen werden Pflanzen vernichtet. Es wäre recht und billig, der Erde Samen und Schößlinge anzubieten und dadurch wieder zu ersetzen, was wir zerstört haben. Eines müssen wir lernen: Wir können nicht immer nur nehmen, ohne selber etwas zu geben. Und wir müssen unserer Mutter, der Erde, immer so viel geben, wie wir ihr weggenommen haben. (Auszug aus dem Buch von Georg Bydlinski, Weißt du, dass die Bäume reden)

Die  Navajo,  die Maya, die Hopi, die Pueblas, die Inkas – alle indigenen Völker dieser Welt weisen darauf hin. Wann begreifen wir es endlich?

Die Erde sagt: Der Große Geist hat mich geschaffen. Der Große Geist gab mir den Auftrag, mich um die Indianer zu kümmern, für ihre Nahrung zu sorgen. Der Große Geist nannte die Wurzeln, von denen sich die Indianer ernähren. Auch das Wasser weiß zu erzählen: Der Große Geist lenkt mich und gab mir den Auftrag: Sorge für die Indianer! Und zum Gras sagte er dasselbe: Trag Sorge für die Indianer! Die Erde, das Wasser und das Gras sagen: Der Große Geist gab uns unsere Namen. Nun haben wir diese Namen und stehen auch dazu. Die Erde sagt: Der Große Geist gab mir diesen Platz hier, damit alles auf mir wachse – Bäume und Früchte. Und weiter spricht die Erde: : Und der Mensch selbst ist aus mir geformt. Der Große Geist setzte den Menschen auf die Erde und wollte, dass er die Erde bewahre und dass die Menschen einander kein Leid tun. (Young Chief in Der Gesang des Donnervogels)

 

Ich schrieb es an anderer Stelle schon einmal.
Ich mag es gern noch einmal schreiben:

Naturverbundenheit, einander helfen, einen guten und nützlichen Weg im Licht für jeden, Frieden für alle Völker – eine Botschaft nicht für irgend jemand, sondern für uns alle.  Eine Einladung an uns Menschen. Nichts Dogmatisches von oben herab, sondern die Einladung zur bedingungslosen Liebe, jenseits von allen Vorstellungen, die Menschen voneinander trennen, fern von Mächtigen und Privilegierten, fern von Angst und Schuld, fern von blindem Gehorsam, fern von Unterdrückung und Ausbeutung. Eine neue Zeit, die wir Wirklichkeit werden lassen könnten.

WIR, SIE UND ICH. JUNG UND ALT.

Vom “Baum der Erkenntnis” sollten wir genug gegessen haben. Wir könnten unseren Weg durch den Wald zu der Lichtung finden, wo die Sonne durch das Blätterdach scheint. Auf das es hell werde…für ALLE MENSCHEN und Tiere und Pflanzen und Mutter Erde.

 

 

 

 

 

Maya: Die Lakandonen

maya kalender erde

 

Heute lesen Sie etwas über die auffälligen Parallelen zwischen der Kultur der Maya und der hindustisch-buddhistischen Welt Indiens.
Sie lernen die Lakandonen kennen und erfahren einiges über die politische Realität jenes mexikanischen Kulturvolkes.

 

 

Die Maya errichteten nicht nur Pyramiden und Tempel, sie schufen auch Observatorien, Staudämme und Prozessionstraßen, künstliche Wasserbecken, Drainagen und Kunst. Der Lauf der Zeit bewegte sich für sie nicht von einem einmaligen Anfang zu einem Ende, sondern wurde, gleich dem Umlauf der Planeten, als eine ständige Wiederkehr von Geburt und Tod, Werden und Vergehen, Schöpfung und Zerstörung gesehen. Das letzte Zeitalter begann mit dem 4 Ahau 8 Cumbu,  was nach unserer Zeit das Jahr 3.113 v. Chr.  ist.

Zyklische Zeitbegriffe finden sich auch in Indien. Auch bei ihnen begann jenes Zeitalter in einem Jahr, das dem Nulldatum der Maya auffallend nahe kommt. Es ist das Jahr 3102 v. Chr..
3000. v. Chr. war die städtische Kultur der Sumerer bereits auf ihrem Höhepunkt angelangt.

Und auch die viel gerühmte Entdeckung der Null als mathematisches Prinzip durch die Maya, gelang ebenso den Indern. Es könnte durchaus sein, dass die Maya die Null von den Indern übernommen haben.

Vor dem gegenwärtigen Zeitalter hat es für die Maya bereits drei vorausgegangene Welten gegeben. Und überhaupt ruhte für sie die Welt auf dem Rücken eines Krokodils, das in einem großen Teich schwamm. Das Krokodil brauchte sich nur bewegen, dann gab es Erdbeben, Vulkanausbrüche oder Überschwemmungen.
13 Himmel wölben sich in der Welt der Maya über der Erde, die für die Götter und Auserwählten vorgesehen waren. Und in die 9 Unterwelten kehrte man nach dem Tode zurück.

Auch im hinduistisch-buddhistischen Indien existiert die Vorstellung von vier Weltzeitaltern, die Millionen von Jahren umfassen.
Ebenso zeigt der Aufbau der Welt Parallelen. Der Kontinent des Rosenapfelbaumes – so nannten Inder in alten Zeiten ihr Land – schwimmt auf einem Ringmeer und über der Erde erstrecken sich mehrere Himmel und Höllen. Sie wurden in 8 kalte und 8 heiße Höllen unterteilt.
Bei den Lakandonen, einem indigenen Volk in Chiapas im Osten Mexicos, findet sich die Vorstellung von der Unterwelt, die unterteilt wird in  Feuer und Eiswasser. Also auch hier gibt es Parallelen mit dem hindustisch-buddhistischen Indien.

 

Die früheste Kalender- und Textinschrift der Maya findet sich auf der Stele 10 in der ältesten Maya-Stadt Kaminaljuyù in Guatemala (300v. Chr.). Der Name dieser Stadt ist wie bei den meisten Ruinenstädten der Maya nicht die Bezeichnung ihrer ursprünglichen Bewohner.  Kaminaljuyù bedeutet „Tal der Toten“. Sie verdankt ihren Namen den Gräbern, die man in zahlreichen Pyramiden-Mounds fand. Mounds sind aufgeworfene Erdhügel mit Lehmverkleidung. Sie sollen als Plattformen für die Residenz lokaler Würdenträger gedient haben. Die Maya pflegten in präfrühklassischer Zeit ihre Toten unter der Wohnstätte zu begraben.  (1500 – 1000 v. Chr.) In späteren Jahren (1000-300 v. Chr.) erreichten diese Pyramiden-Mounds kaum eine Höhe von 2 Metern. Einige erfüllten aber bereits eine Tempelbasis. Im späten Präklassikum war die Stadt  Kaminaljuyù auf eine Bevölkerung von 25.000 bis 50.000 angewachsen, verteilt auf mehrere dörfliche Siedlungen. Zu dieser Zeit gab es  dort 200 Tempelpyramiden.

Jene Stele  10 ist stark beschädigt, so dass sie nicht datiert werden kann. Auf den Fragmenten sind noch drei figürliche Darstellungen zu erkennen. Ein Jaguar, eine federgeschmückte menschliche Gestalt, vermutlich Götter und  einen Fürsten oder Priester, der jenen Göttern ein Opfer überreicht. Ebenso sieht man eine Maske, auf der ein Drachen zu erkennen ist. Schon bei den Olmeken fanden sich furchterregende Schlangen.
Schlangen und Drachen sind in  indischen Mythologie  mit mehren großen Göttern verbunden. Schlangenverehrungen gehen zurück bis in die vorhinduistische Zeit.

 

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Palenque

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Blattkreuz-Tempel in Palenque

Copàn und Tikal waren die größten Städte in der klassischen Zeit der Maya. Palenque war damals nur ein Zentrum zweiter Kategorie. Diese Stadt blieb aber bislang  in ihrer architektonischen und künstlerischen Ausstattung  ohne Beispiel in der Maya-Welt.

 

 

 

 

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Himmelsbaum abbgeildet auf einem Sarkophag in der Maya-Stadt Palenque.

 

Tikal, Copàn und Palenque weisen besondere und individuelle Stilformen in der Kunst auf. Man findet Merkmale,  später finden man sie auch auf der Halbinsel Yucatan, die auffallende Paralellen zur buddhistisch-hindustischen Kunst Indiens aufweisen. Drachenartige Wesen, lotusartige Pflanzen. Auf Stelenreliefs sieht man Wesen, die an indische Mahouts erinnern, die auf dem rüsselbewehrten Kopf eines Elefanten hocken.

Selbst auf einem Sarkophag in der Krypta des Inschriftentempels von Palenque sieht man den für Südasien typischen Himmelsbaum. Das Kreuz endet an den Seiten in jeweils eines jener aufgesperrten Drachenmäuler mit den Menschenköpfen.
Andere  interepretieren die Darstellung eher als Symbol der nahrungsspendenden Maispflanze.

 

 

 

 

 

 

Wer sind die Lakandonen?

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Lakandon- Gebiet im 17. Jahrhundert. Quelle: wikipedia

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Sie leben im Bundesstaat Chiapas nah der guatemalekischen Grenze, siehe unten rechts. Quelle Wikipedia

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Lakandonen sind eine Splittergruppe aus der Sprachfamilie der Maya. Genauer gesagt, gehören sie zur Maya-Yuichè-Zoque-Sprachfamilie.  Etwa 700 Angehörige leben im äußeren Südosten Mexicos,  an der Grenze zu Guatemala im Bundesstaat Chiapas am Rio Usumacinta.
Heute leben sie  in einem Reservat im Regenwald. Der wird mehr und mehr abgeholzt. Holzfäller und Touristen bedrohen ihre Unberührtheit. In dem weiten Gebiet liegen ihre Dörfer (caribals) oftmals einige Tagesmärsche voneinander entfernt. Diese sind versteckt in kleinen künstlichen Lichtungen angelegt und häufig nur auf dem Wasserweg oder auf verschlungenen Pfaden, die kein Fremder kennt, zu erreichen.

 

lakaSie tragen lange Haare und bekleiden sich nur mit weißen Kitteln. Am Morgen deuten sie die Träume der vergangenen Nacht. Vierzig Zaubersprüche gibt es bei ihnen. Gesund gilt bei ihnen nur jemand, der auch glücklich ist.

 

Bauern gründeten die ersten Städte

Sie selbst gaben sich den Namen „massewal = untere Klasse, ein Wort, das aus der  Nahuatl-Sprache stammt. Die Grundlage des Gesellschaftssystems der Maya in klassischer Zeit bildeten die Bauern. Sie schufen erst die Voraussetzungen für die Entstehung urbaner Zentren und Eliten. Tempel- und Palastbauten wurden mit ihrer Hilfe errichtet.
Das Hochland von Guatemala, der Lebensraum der Maya in der klassischen Zeit war vielen Invasionen aus dem Raum Zentralmexiko ausgesetzt. Tropische Vegetationen im Tiefland schützte sie vor Fremdeinflüssen. So erklärt man überhaupt, das den Tiefland- Maya das Aufkommen der Geburt von Städten gelang, wenn auch mit ungünstigeren Startbedingungen. Tikal zum Beispiel, die spätere Metropole, wurde von bäuerlichen Einwanderern um die Mitte des 1. vorchristlichen Jahrtausends im nördlichen Peten gegründet. In einer Bauzeit, die über 1000 Jahre dauerte, wurde sie zu einem Zeremonialzentrum ausgebaut.Sie war die größte aller Maya-Städte. Im Kernbezirk gab es nicht weniger als 1000 Bauwerke – Tempel, Paläste, Ballspielplätze, Prozessionsstraßen und Plazas, 200 Stelen, Altäre. Im Osten und Westen zwei hohe Pyramiden, um 700 n.Chr. errichtet. Im Norden und Süden von je einer Akropolis begrenzt. Die  wasserarme Stadt im Dschungel des Petèn war ein einziger Götterberg mit unzähligen Haupt-und Nebentempeln. Strahlenförmige Straßen führten zu jenen Tempeln- und Palastanlagen.

 

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Traditionelle Lebensweisen

Keine anderer Stamm als die Lakandonen, die mit den Yukateken-Maya verwandt sind, kommt der traditionellen Lebensweise der Maya-Bauern in klassischer Zeit am nächsten. Ihre Hauptbeschäftigung ist der Feldbau. Sie wirtschaften nach dem Milpa-System, einem periodischen Felder- und Fruchtwechsel.

Noch heute spielt der zur Feigenfamilie gehörende Ramon-Baum eine wichtige Rolle zur Nahrungsversorgung. Er tritt besonders häufig in der Nähe der Maya-Ruinenstädte auf. Jene eßbaren Samen ähneln im Geschmack der Kastanie, haben einen hohen Nährwert und werden noch heute wie Mais zu Mehl verarbeitet. Aus ihnen werden ein Getränk und Tortillas, Brotfladen, hergestellt. Rodung, Aussaat und Ernte werden von religiösen Zeremonien begleitet. Gewöhnlich finden sie in einer Tempelhütte statt, die am Ostrand jeder Lakandon-Siedlung steht. Schon zu klassischer Zeit lassen sich Tempelhütten der Maya-Bauern ebenfalls am Ostrand nachweisen.

Die Lakandonen sind es nicht gewohnt, Befehle auszuteilen oder Befehle zu befolgen. Es gibt nicht einmal ein Wort für „Befehl“. Im Lakandon gibt es auch kein Wort für „Häuptling“. Der alte Chan K’in wird von den Dorfbewohnern respektvoll als T’o’ohil bezeichnet. T’o’ohil bedeutet so etwas wie „der Große“. Meist wird damit ein Sohn, der hochgewachsen ist, benannt. Der T’o’ohil einer Siedlung ist so etwas wie derjenige, der die Traditionen des Volkes am besten kennt, der die Rituale am genauesten auszuführen weiß, der die meisten Zaubersprüchen im Repertoire hat und der dem Weg der Urahnen folgt. Vom T’o’ohil holt man sich Rat, wenn eine merkwürdige Krankheit aufgetaucht ist, wenn ein besonderer Zauberspruch vonnöten ist, oder wenn man nicht genau weiß, wie der Balche‘-Trank zubereitet wird. Aber Entscheidungen für den Stamm kann ein T’o’ohil nicht fällen. Er will es auch gar nicht. Denn er ist nicht für die anderen Familien des Stammes verantwortlich. Er ist nur für sich selbst und seine Familie verantwortlich. Wenn man im Regenwald überleben will, muß man für sich selbst voll verantwortlich sein, man kann die Verantwortung nicht delegieren, man kann nur partnerschaftlich leben. Es ist ein soziales Gefüge, dass nicht hierarchisch  organisiert ist und durch die Unterdrückung Untergebener funktioniert, sondern partnerschaftlich organisiert ist. Da gibt es Partnerschaft statt Herrschaft in der Ehe. Die Partner sind auf sich angewiesen, ergänzen sich in ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten und bilden die grundlegende überlebensfähige Einheit. In der Partnerschaft gibt es weder Patriachat noch Matriachat. Die Familien bilden die nächst größere Einheit. Aber jede Familie entscheidet für sich selbst. Geht es darum etwas für die Gemeinschaft zu tun, so schließt man sich wie selbstverständlich zusammen. Jeder übernimmt für sich selbst die Verantwortung. Auch mit der natürlichen Umwelt, mit der Erde, mit Pflanzen und Tieren wird partnerschaftlich umgegangen, nicht herrschaftlich. Man kann sich die Erde nicht untertan machen, wenn man im Regenwald lebt. Wer die Erde beherrschen will, versündigt sich an der Natur.

Die partnerschaftlichen Völker sind von der hierarchischen Kriegsmaschinerie expandierender Völker gefressen worden. Die Lakandonen sind eines der letzten uramerikanischen Völker, die ihr partnerschaftliches Leben bis in unsere Zeit hinein retten konnten. Als die Spanier die Halbinsel Yucatán verwüsteten, sind die Urahnen der Lakandonen in die Tiefen des Regenwaldes geflohen. Dort lebten sie unbehelligt in lockeren Verbünden. Erst Ende des 19. Jahrhunderts sind sie der westlichen Welt bekannt geworden. Heute tragen sie Armbanduhren, besitzen Radios oder Nähmaschinen. Manche besitzen  ein Auto, andere verfügen über eine Satellitenschüssel. Doch der Schein trügt. Das Götterhaus und jene archaischen Rituale existieren noch.  Der Balchè-Trank wird noch immer den Götter geopfert. Der Chan K`ìn ist noch immer der Bewahrer einer großen Tradition.
Das Götterhaus ist der rituelle Ort für die Männer. Frauen dürfen ihn betreten, doch sie fürchten ihn – zu viel männliche Energie. Da aber eine Zeremonie im Regenwald nach beiden Geschlechtern verlangt, gibt es eine Zeremonieküche. Ist ein Geschlecht ausgegrenzt, kommen die Götter zu kurz, sagen sie.

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Die Zeremonie des Räucherns

 

Im rituellen Singsang bittet ein Chan K`in die Götter um Gesundheit, gutes Maiswachstum und um den Erhalt des Regenwaldes. „Wenn ihr den Regenwald erhaltet, kann ich euch auch in Zukunft diesen köstlichen Trank opfern.“ Aber es kommen immer mehr Fremde in den Wald und zerstören ihn. Wenn es keinen Wald mehr gibt, kommt das Ende der Welt, heißt es in einer alten Prophezeiung, die in den Hieroglyphentafeln von Yaxchilan eingeritzt ist. Die Welt der Lakandonen ist der Wald. Ist der Wald erst verschwunden, gibt es auch keine Möglichkeit mehr, den Weg der Urahnen zu gehen.

Balche‘ ist  kein Betäubungsmittel wie Bier. Es wird aus einer Baumrinde gewonnen. Diese enthält Substanzen, die eine eigentümliche Wirkung auf das Gemüt ausübt. Das Herz geht auf, Aggressionen verschwinden, dunkle Gedanken erhellen sich, tiefe Gefühle von Freundschaft, Zuneigung und Liebe breiten sich im Herzen aus. Alles gepaart mit einer sorglosen Heiterkeit und einer gehörigen Portion Humor. Allzu ernste Rituale sind nicht nur langweilig, sie beleidigen auch die Götter, sagen die Lakandonen.
Sie verehren als Gottheit die Sonne, den Mond und den Planeten Venus, einen Windgott, einen Regengott, eine Erdgottheit, einen Maisgott, die gefiederte Schlange, die die Erde mit dem Himmel verbindet – neben anderen unzähligen Gottheiten.

 

 

Spannungen zwischen Indigenas

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Indigene Bevölkerungsgruppen, die mexikanische Regierung und Naturschützer streiten um das Urwaldgebiet „Selva Lacandona“ in Mexico. Seit mehr als 30 Jahren geht es um Erdöl-, Wasser- und Holzvorkommen und jene biologische Vielfalt. Die Lakandonen lebten seit Jahrhunderten dort. Knapp 70 Lakandon-Familien wurden im Jahre 1972  614.321 Hektar des Regenwaldes, der heute „Selva Lacandona“ heißt, per Dekret von der mexikanischen Regierung zugesprochen.  Seit 1978 ist die Region Naturschutzgebiet. Übersehen wurde, auch andere Indigena lebten dort  und leben nun mit weniger sicheren Besitzverhältnissen. Auf Einladung der Regierung kamen sie seit den 50er Jahren in die Region. Sie flohen von den sklavenähnlichen Verhältnissen der Großgrundbesitzer.  Sie kommen wegen Landmangel oder weil sievor Militärs oder Paramilitärs flüchteten. Sie gelten als Illegale. Es kam verstärkt zu Spannungen.  Die Lakandonen sollen die  Menschen in den zapatistischen Gemeinden vertreiben. Die Regierung forciert Umsiedlungsprogramme. Die Lakandonen lehnen die Anerkennung der Rechte der Zapatistas ab.

Es existieren Traditionen im Umgang mit der Natur und wie sie andere ethnischen Gruppen sich gegenüber wahrnehmen. Für die Lakandonen spielen Gräser beispielsweise keine Rolle, weil sie keine Rinder halten, wie es die Tzetal-Siedler tun. Gräser (su`uk) behindern ihr Milpa-System, sagen sie.  Gräser seien Zeiger-Pflanzen für eine schlechte Bodenqualität. Tzetzal- Siedler sähen Gräser sogar ein, um Viehweiden zu erhalten. Aus Sicht der Lakandonen liegt der Nutzen der Zedernwälde  (k`uche) für die Tzetal-Siedler nur im Verkauf, was dem Regenwald schade.  Die Zeder und Mahagoni wird bei den Lakandonen nur für den Eigenbedarf ihrer Häuser geschlagen. Der Ficus-Baum Amate ist für sie sehr bedeutsam, ist die Rinde der Rohstoff aus dem traditionell immer Kleidung gemacht und Farbstoff zur Färbung der Haare für Zeremonien gewonnen wird. Für die Tzeltal-Siedler hat der Baum keine Bedeutung. Das Milpa-System schützt beim Anlegen bestimmte Bäume, was bedeuten kann, dass keine Milpa angelegt wird.  Sie sehen sich als einen integrativen Teil des Waldes sehen. Auch in ihren Mythen findet dieses Erwähnung. Sie  empfinden die Tzetzal-Siedler als einen Fremdkörper, der dem Wald auf lange Sicht schadet und die urspünglich in den Kiefernwälder gelebt haben. Ihre Wirtschaftsweise ist auf Selbstversorgung ausgerichtet und nicht auf Bargeldeinkommen durch den Verkauf von Bäumen oder dem Anbau von Chili als Monokultur. (Ergebnis einer Studie von N. Roß)

 

Westliches Objektdenken

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Die Weltsicht der Maya betont  das Einssein und das Beseelte der Natur. Wasserfälle, Regenwälder sind für uns touristische Attraktionen. Für die Maya sind sie Lebenswelt und  Spiritualität. Mais wächst in den vier Farben der Menschheit und den Himmelrichtungen: gelb, weiß, rot und schwarz. 

Rote Farbe war das Symbol des Sonnenaufgangs und der Wiedergeburt.

Was bieten wir ihnen?
Natur als Objekt.

Kanadische Minenunternehmen, die unter Einsatz hochgiftiger Chemikalien Gold in Guatemala abbauen.

86 Prozent des Gewinns aus jenen Goldminen gehen an das kanadische Mutterunternehmen Goldcorp.  Beim Ankauf des Geländes wurden massiv Gesetze umgangen. Landtitel der indigenen Völker blieben völlig missachtet. Stromleitungen des Unternehmens wurden illegal auf die Maisfelder der Anwohner gesetzt. Wer,weil er so etwas nicht auf seinen Feldern stehen sehen möchte,  für Kurzschluß sorgt, wird einfach von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten.

Die unmittelbaren Risiken für Umwelt und Gesundheit tragen die Indigenas Die Raten an Krebs-und Herzerkrankungen steigen an. Kinder kommen mit Missbildungen auf die Welt oder leiden an Hautkrankheiten.

Entdecktes Ölvorkommen in der Region der Lakandonen sorgen für Abholzung und Verschmutzung.  Pharma-Konzerne, die windige Rechtsanwälte zum Einsatz kommen lassen,  um sich die Rechte uralte Kultur- und Heilpflanzen jener Völker anzueignen. Biotech-Konzerne wie Monsanto, die dazu gezwungen werden, von Monsanto Saatgut zu kaufen. Über Jahrtausende haben Mexikaner tausende von Maissorten entwickelt, nun sollen sie sich auf genmanipulierte Sorten einlassen. Die massenhafte Einfuhr von Mais aus den USA- 40 bis 60 Prozent sind genmanipuliert.
In Guatemala wurde an den Maya ein Genozid verübt. Von 1978 bis 1984  fand ein unvorstellbarer Massenmord statt, der sogar den Conquista vor 500 Jahren übertraf. Im Kampf gegen die Guerilla brachten Militärs und Paramilitärs 200.000 Menschen um. 400 indigene Dörfer wurden niedergebrannt, ganze Landstriche umgesiedelt. 150.000 Menschen flüchteten zumeist nach Mexico, etwa 25.000 überlebten in den Bergen und Wäldern des Departements El Quiché. Jahrelang versteckten sie sich in Höhlen und Erdlöchern. Maya-Zeremonien waren verboten, etliche heilige Stätte wurden zerstört. Es kam zu Zwangsrekrutierungen unter der damaligen Militärdiktatur.  Im Run auf den 21.12.2012, der überall in der Welt stattfand, nur nicht in den Maya-Ländern. Die verstanden unsere Aufregung damals überhaupt nicht. Nichtsdestotrotz resultierte daraus  mindestens ein  sehr gutes Filmprojekt . Frauke Sandig und Erick Black  ermöglichten  mit ihrem Film  „Herz des Himmels, Herz der Erde“ einen wirklich interessanten Einblick in die Kultur der Maya und ihre politischen Realitäten.

Eine Kultur, die etwas zur Zukunft dieses Planeten beizutragen hat. Und nicht zu seiner Vernichtung.

Maya: Im Land es Kautschuks

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Bis 2020 sollen unsere Tankfüllungen zu zehn Prozent aus erneuerbaren Energien
stammen. Die EU will das Klima retten. Der günstige Rohstoff Palmöl wird dafür aus Indonesien
herangeholt. Das ist die Heimat der letzten Orang-Utans.

Übrigens: Biodiesel aus Pflanzenöl erzeugt genauso viel Treibhausgas wie herkömmlicher Diesel.
Weltweit werden 35 Fußballfelder pro Minute  an Regenwald vernichtet unwiederbringlich.

Die FAO hat berechnet, dass in ganz Amazonien im Zeitraum von 1990 bis 2010 insgesamt 600.000 Quadratkilometer tropische Regenwälder vernichtet wurden. Zum Vergleich: Deutschland hat eine Fläche von knapp 360.000 Quadratkilometer.
Regenwälder sind die grüne Lunge der Welt. Aber: Nur junge wachsende Regenwälder setzen Sauerstoff in die Atmosphäre frei.

Der tropische Regenwald ist die Lebensgrundlage vieler indigener Völker in Südamerika, Afrika und Asien.

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Ein ähnlicher Becher der Maya, aus dem Kakao getrunken wurde.

Gestern stand ich vor einem Becher, einem Keramikbecher. Nicht irgendeinem Becher. Er stand in einer verschlossenen Glasvitrine.  Fotografieren verboten, las ich. Also kein Foto. Ich stand vor einem archäologischen Fundstück aus der Welt der Maya. Auf dem Becher waren ein Affe und eine Kakaoschote zu sehen. Was für ein seltsames Motiv werden Sie jetzt vielleicht denken? Vielleicht aber auch nicht. Ich jedenfalls dachte es.
Was haben Affen mit Kakaoschoten zu tun? Für einen kurzen Moment war ich verwundert.
Doch schnell erinnerte ich mich daran, dass die alten Maya sehr weise Menschen waren. Sie werden sich etwas dabei gedacht haben.
Kakao war ihnen immer schon heilig. Sie liebten das Getränk.
Affen knacken die Schoten auf. Sie sind es, die den Samen der Kakaoschote im Regenwald verteilen. Damit  sind Affen wichtige Lebenserhalter von Kakaobäumen.

Wir gefährden ihren Lebensraum, damit wir unsere  vielen Autos  „umweltfreundlich“ volltanken können.

 

Die Maya

 

Selva nennt man in Mittelamerika  – dort, wo die Maya leben – den Regenwald. Hart- und Edelhölzer wie Mahagoni, spanische Zeder, Ebenholz und Guancaste wachsen in ihm. Diese Bäume erreichen zum Teil gigantische Ausmaße.  Sie ragen bisweilen bis zu 50 Meter hoch.

Die Ceiba, von den Maya, Yaxchè (erster oder grüner Baum) genannt, symbolisiert für die Maya das Leben. An ihren Wurzeln klettert der Mensch bei seiner Geburt zur Erde, an ihren Ästen nach seinem Tode zum Himmel empor. Ein weiterer Baum ist der Chicozapote. Er liefert mit seinem weißen Saft „Chicle“ den natürlichen Rohstoff für Kaugummi.  Kautschuk wurde für das zeremonielle Ballspiel benötigt. Weitere Baumarten sind Copal, daraus gewannen die Maya Weihrauch. Balchè, dessen Rinde diente zur Herstellung eines berauschenden Getränkes, und Ramòn, dessen Früchte eine wichtige Nahrungsquelle bildeten. Aber auch Kiefern- und Eichenwälder gibt es. Kaffeepflanzen sowie Grasflächen für die Weidewirtschaft.

 

Mythologie: Die Erschaffung des Menschen

In den Mythen der Maya war die Erschaffung des Menschen, wie sie im Popol Vuh, dem heiligen Buch der  Maya-Quichès überliefert wird, das Werk der Götter. Der Mais ist für die Maya der Urstoff des Menschen. Erstmals tauchte Mais in Zentralmexico  im Tal von Tehuacàn auf, datiert mit Hilfe von Radiokarbon-Messungen zwischen 5000 und 4000. v. Chr.. Man fand ebenso Reibsteine zum Zermahlen von Samen und Körnerfrüchten aus der Zeit von 7000 v. Chr. bis 1000 n. Chr..

Auszug aus dem Popol Vuh:
„Jetzt nun tauchte der Gedanke an Menschen auf und die Frage, was in das Fleisch des Menschen eingehen solle. Uns es sprachen die Gebärerin und der Söhneerzeuger, die Erbauerin und der Schöpfer, die Mächtige und Cucumatz, wie ihre Namen lauten:
Die Zeit des Hellwerdens ist herangerückt, der Weltbau ist gut gelungen, und des erschienen (vor unserem Geist) Die, die (uns) betreuen und bedienen sollen, Kinder des Lichts, Söhne des Lichts: angekündigt hat sich der Mensch, das Menschengeschlecht auf der Erde!“, sagten sie.

Pan-Paxil und Pan-Cayala sind die Namen, aus denen die gelben Maiskoben und die weißen Maiskoben herkamen. Diese Nahrung ging in das Fleisch des Menschen, den sie gestalteten, des Menschen, den sie schufen.  Die Maiskolben gingen ein in den Menschen nach dem Willen der Gebärerin und des Söhneerzeugers. Der erste Mensch war Balamquitze, der zweite Balamacab, der dritte Mahucutah, der vierte Iquibalam. Sie wurden Gebautes oder Geschöpf genannt. Sie nahmen menschliches Aussehen an. Sie bekamen Mund und Gesicht. Aber sie sahen zu weit. Sie konnten über Berge, Seen, Bäume sehen. Sie konnten sogleich von der Höhe zur Tiefe das Himmelsgewölbe und das Innere der Erde erblicken und überschauen. Sie brauchten nicht erst zu wandern, um die Welt zu betrachten. Dies gefiel der Meisterin des Erbauens und dem Meister des Erschaffens nicht.  Sie sollten nicht mehr so viel sehen. Ihre Sicht sollte nur noch in die Nähe reichen.
Das Herz des Himmels, Huracan, der Däumlingsblitz und der Grüne Blitz, die Mächtige und Cucumatz, die Gebärerin und der Söhnezeuger sprachen zueinander. Auf diese Art ging ihr Wissen verloren und mit ihm die Geisteskraft der vier Menschen, die Wurzel und Ursprung  sind. So wurden die ersten Menschen erbaut und erschaffen vom Herzen des Himmels, vom Herzen der Erde

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En und Ki= Enki erschufen alle Dinge.

Bei den Sumerern sind es En und Ki= Enki, das Götterpaar, das alle Dinge erschuf.

Die Besiedlung des Maya-Gebietes soll mindestens vor 20.000 Jahren begonnen haben. Die frühesten Spuren finden sich in San Rafel, ein kleiner Ort westlich von Guatemala-City. Man fand auch ein Skelett eines Menschen aus der Zeit 11.000 Jahr v. Chr..

 

 

 

 

 

Nicht die Maya waren die erste Hochkultur in Mittelamerika, sondern die Olmeken.
Olman heißt das „Land des Kautschuks“.

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Olmeken-Monumentalköpfe. Museum Antropologia. Mexico. Foto: Kunze

Im 5. Jahrtausend v. Chr. lösten sich die „Proto-Maya“ von den Penuti-Stämmen im Gebiet des heutigen Kaliforniens und Oregon und wanderten als Jäger und Sammler nach Südosten.

 

 

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Wanderungsbewegungen und Siedlungsräume Mittelamerika.

 

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Kultur der Huasteken 1200 bis 1521 v. Chr.  Museum Antropologia. Mexico. Foto Kunze

 

Sie ließen sich als Huasteken entlang der Golfküste nieder und dehnten sich bis nach El Salvador aus.  Splittergruppen wie die Mames kamen um 1500 v. Chr. in Chiapas und Guatemala an.

Mit den Olmeken (Olman= Land des Kautschuks), es ist das Gebiet der südlichen Golfküste, tauchen zum ersten Mal Pyramiden auf. Monumentale Steinplastiken, zahllose steinerne Denkmäler, gigantische Köpfe, die eine Höhe von 3 Metern erreichen, auffallend negroide Rassenmerkmale. Es waren die Olmeken, die jene rituellen Ballspiele einführten. Sie kannten sich aus mit der Deutung komsischer Vorgänge. Mit ihnen begann die Kalenderwissenschaft. Sie führten die Schrift ein, die soziale Schichtung, auch eine differenzierte Religion. Ihre Kultur stellte einen großen Sprung in der Entwicklung Mesoamerikas dar.  Gottheiten tauchten auf: der Regengott Chac, der Jaguar , der als Symbol des Regengottes galt. Später dann tauchte eine weitere Gottheit auf. Es ist die „Gefiederte Schlange“,  später „Queztacoatl“ bei den Azteken genannt und „Kulkucàn“ bei den Maya. Sie wurden als Gott der Weisheit und des Windes verehrt. Die Weisheit der Herrscher erlangten sie durch die Götter.
Impulse werden aus der „Alten Welt“ zurückgeführt. Dh., die Wissenschaft teilt sich in jene auf, die vergleichbare Kulturerscheinungen an verschiedenen Orten, auf die aus einer allen Menschen gemeinsamen psychischen Grundstruktur zurückführen und jenen die sagen, die Kulturen hätten sich ohne nennenswerten Einfluss von außen entwickelt.

Die Ägypter bauten zu Zeiten des Aufstiegs der Olmeken-Kultur seetüchtige Plankenschiffe, deren Holz sie aus den Zedernhainen des Libanon bezogen und die eine Länge von 60 Metern erreichen konnten. Es existiert die Darstellung eines Bootes auf einem Relief in La Venta. Es erinnert in auffallender Weise and ägyptische Schiffstypene. Es zeigt eine menschliche Gestalt, die halb sitzend, halb liegend auf dem aufgebäumten Körper einer Schlange ruht und von eine Gebilde beschirm twird, ein umgekehrter Kasten, eine umgekehrte Barke, ein Schiff, mit der der Sonnengott Re in der Vorstellung der Ägypter täglich über den Himmel fuhr. Denkbar ist auch, dass jenes Relief eine Szene aus dem Jenseitsglauben der Ägypter widergibt: der verstorbene Pharao in seine rInkarnation als Sonnengott, der seine Tagesfahrt im Westen beendet und nun in sein göttliches Gefährt auf dem Rücken der Schlange seine nächtliche Reise durch die Unterwelt antritt.

 

 

Sumerer waren die geistigen Väter der Olmeken

Es gibt auffällige Parallelen zwischen der olmekischen und ägyptischen Kultur. Sie reichen von der Ausrichtung der Pyramiden nach den Kardinalpunkten bis zu einer Tendenz geometrischer Abstraktionen in der darstellenden Kunst. Die Skulptur eines Mannes im Schneidersitz, der eine Schreibrolle in der Art hält, die an  die klassische Pose eines Schreibers in Ägypten  erinnert.

Die Olmeken trennten ihr zeremonielles Zentrum vom administrativen. Die  Siedlungsstruktur war gekennzeichnet von Monumentalbauten einerseite und umliegenden Handwerkerquartieren und Bauerngemeinden andererseits. Dies ist eine auffallende Parallele zur Shang-Dynastie in China. Dort vollzog sich der Wandel nur ein halbes Jahrtausend früher. Die Ausrichtung der Zeremonialzentren nach einer Nord-Süd-Achse. Die Verehrung des Tigers als eine Hauptgottheit, seine Darstellung in geometrischer Form, die Bevorzugung von Jade und Ähnlichkeiten in gewissen Schriftzeichen.
Der Übergang zur Zivilsation setzte im Vorderen Orient bereits 4000 v. Chr. ein.
Einfluss aus China und aus Ägypten würde bedeuten, dass die olmekische Kultur ihren Ursprung im Gebiet Mesopotamien hat.
Die Diffusionisten sagen: Nicht Ägypter, auch keine Chinesen: Sumerer waren die geistigen Väter der Olmeken

Ihr Handelsnetz zoge sich über das gesamte Gebiet Mesoamerikas. Im Norden trafen sie auf sprachverwandte Völker – die Maya. Deren ursprüngliche Einwanderung kam aus dem Stammsitz der Huasteken mitte des 2. vorchristlichen Jahrtausends. Sie dehnten sich nach Guatemala aus. Kaminaljuyù, das Tal der Toten,  ist die erste Stadt der Maya. Die Städtenamen der Maya sind nicht die ursprünglichen. Sie stammen aus neuerer Zeit. Man fand Gräber in den zahlreichen Pyramiden- Mounds.  Mounds waren Hügel.

 

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Irgendwann  spalten sich die Yukateken vom husastekischen Urstamm ab.  Die Eigenständigkeit der Yukateken-Maya fällt mit dem Aufstieg der Olmeken-Kultur zusammen. Auch die Maya stellten gigantische Monumentalköpfe her. In Monte Alto fand man etliche dieser Skulpturen.  Ihre gigantischen Köpfe unterscheiden sich von denen der Olmeken darin, dass die Augen bei ihnen geschlossen sind und mit leichter Schrägstellung gezeigt werden.  Die Köpfe sind kahlgeschoren.  Sie erinnern eher an einen meditierenden Buddha beziehungsweise eines Mönches. Es können auch schlafende oder gestorbenen Würdenträger sein. Manche der Monumentalplastiken zeigen keinerlei Geschlechtsmerkmale. Sie können sich sowohl um einen Mann oder um eine Frau handeln.

Es gibt auffallende Gemeinsamkeiten zwischen der Maya-Kultur und der buddhistischen-hinduistischen Tradition Indiens.

 

Darüber berichte ich in einem neuen Beitrag…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Reise durch die Welt der Maya

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Die Maya haben als erste den Begriff „Null“ eingeführt. Das erlaubte ihnen mit Zahlen in der Größenordnung von mehr als einer Million umzugehen. Dagegen kannten sie keine Gewichte und Maße. Sie errechneten das Sonnenjahr genauer als unser Kalender. Sie errechneten den Umlauf der Venus und sagten deren Finsternisse mit exakter Genauigkeit voraus. Sternenbewegungen berechneten sie.  Sterne, die man nicht mit dem bloßen Auge  nicht sehen kann. Woher sollen sie etwas vom Asteroidengürtel oder vom fernen Pluto gewusst haben? Dass sie es wussten, zeigt die gigantische Pyramidenstadt Teotihuacan in Mexico – sie erwies sich als perfektes Modell unseres Sonnensystems. Sie besaßen keine Instrumente, um Stunden, Minuten oder Sekunden genau zu messen, nicht einmal eine Sanduhr. Dabei war ihnen das Glas unbekannt. Beständige Beobachtung führten zu Sonnen-Mond- und Venuskalendern.  Die kosmischen Urväter sollen wichtige Botschaften und Codes in den 13 Kristallschädeln hinterlassen haben. Die Maya sagen, diese Kristalle kamen nicht von der Erde, sie kamen mit den Ahnen und den Propheten der Plejaden. Ihre Kinder schielten. Im zartesten Alter band man ihnen eine Harzkugel an eine Haarsträhne und ließ sie zwischen den Augenbrauen herunterbaumeln oder klebte ihnen eine mit roten Federn verzierte Wachsperle auf die Stirn. Wissenschaftler sagen, dies sei ein Schönheitsideal der Maya gewesen. Deutungen. Möglich.Vielleicht vereinfachte dies aber auch „das Sehen“ über das „Dritte Auge“?  Man presste ihre Stirn zwischen zwei Täfelchen, was zur seitlichen Verflachung der Schädel führte.

Das Wort „Maya“ wurde zum Namen ihrer gesamten Kultur. Zuvor bezeichnete es einen großen Teil der Indios in Yucatan. Im Lauf ihrer Geschichte hatten sie die sogenannte „Liga von Mayapàn“ gegründet. Mayapán war für eine Zeit Hauptstadt von Yucatan, jene Halbinsel Mexicos am Karibischen Meer.

Sie kannten keine Gesetze des Städtebaus, bauten aber riesige Städte. Sie legten Straßen an, aber das Rad war ihnen unbekannt. Sie waren großartige Bildhauer, arbeiteten aber mit Steingeräten, die der Zeit des Neolithikums entsprachen. Wir verdanken ihnen die Maiskultur. Und doch  fällten sie mit Steinäxten die Bäume und mit langen Grabstöcken zogen sie Furchen in steinge Böden, um Mais auszusäen. In Tikal, im undurchdringlichen Urwald,  ragen Tempel fünfzig Meter über dem Boden. In einer für den Ackerbau denkbar ungünstigen Umgebung, ohne Fluss, bauen sie eine glanzvolle Stadt wie Tikal. Sie sammelten die Säfte der Bäume: Kautschuk, Chiclè, Kopal und den Gummi des palo mulato. Die Region Péten bietet einen unerschöpflichen Vorrat an Essenzen.Weihrauch für die Götter, duftende Harze für sich und auch für andere Regionen. Andere Städte waren Hauptzentren der Astronomie. Nicht die Fruchtbarkeit des Bodens, sondern der klare Himmel entschied  für den Standort so mancher Stadt.

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Tikal in Pèten ist so eine herausragende Stadt. Sie ist die älteste  Maya-Stadt (bislang! Längst sind noch nicht alle vermuteten Maya-Städte freigelegt). Auf einer Fläche von 16 Quadratkilometer weisen rund dreitausend Bauten alle charakteristischen Merkmale der Maya-Architektur auf. Pyramiden mit Treppen, die zu Tempeln führen, Flachreliefs, Kraggewölbe, Ballspielplätze, Schwitzbäder, Bauten mit fensterlosen engen Räumen, Gräber mit herrlicher Keramik, Stelen und Altäre, in deren Monolithe Hieroglypheninschriften umgebene Gestalten eingemeißelt sind. Ihre Treppen sind mit dem Jaguar und der Schlange gekrönt. Symbole, die die Sonne oder die Venus darstellen. Priester-Könige oder Priester-Krieger sind dargestellt. Tikal war schon 600 vorchristlicher Zeit bewohnt. Es ist nicht so, wie von einigen Wissenschaftlern behauptet, die ersten Maya-Städte seien spontane Gründungen des vierten nachchristlichen Jahrhunderts.

Die Tolteken, die Azteken und die Maya folgten denselben religiösen Vorschriften. Sie zerstörten nach 52 Jahren ihre Tempel oder setzten Pyramide über Pyramide, als neues Zeichen des Lebens. Nach 52 Jahren begann für sie eine neue Ära. Es war der Beginn einer neuen Kalenderrunde.

Sie errichteten Monumente und manchmal zerstörten sie diese wieder, um auf derselben Stelle neue zu errichten. Mitunter wurde der Bau eines neuen Monumentes über dem alten errichtet. In Tikal ruhen die heutigen Ruinen auf den Überresten von etwas zwölf älteren Bauten. Auch der Große Platz liegt auf vier einander folgenden Bauschichten, von denen die älteste aus dem Jahr 150 v. Chr. und die jüngste aus dem Jahr 700 n. Chr. stammt. Es gibt auch Bauten, die niemals angerührt worden sind.
Die Azteken zerstörten im 13. und 14. Jahrhundert ihre Tempel alle 52 Jahre um neue zu setzen. Zwischen den Azteken und den Maya liegen Tausende von Kilometer Entfernung und ein Jahrtausend zwischen den frühesten Bauten beider Kulturen.

Alle zwanzig Jahre errichteten die Maya Stelen.

 

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Brustschmuck aus Jade. Zwischen 300 und 650 n.Chr. entstandende Relief.

Die Pyramiden sind niemals ein Grabmal gewesen, wie es bei den Ägyptern der Fall war. Vielmehr haben die mehrgeschossigen Tempel der Sumerer mit einem Heiligtum auf der obersten Plattform, das ebenfalls der Beobachtung der Sterne diente, mehr Ähnlichkeit mit der Maya-Pyramide. Aber auch hier, glaubt man der Zeitrechnung der Wissenschaftler, liegen 4000 Jahre liegen zwischen den Bauten der Sumerer und der Maya.

 

Die Hieroglyphen ihrer Kalender sind von der Wissenschaft vollständig entziffert. Ein Teil der Baudenkmäler sind erforscht. Die berühmten Bücher des Chilam Balam (Chilam=Wahrsager; Balam=Jaguar, im 16. bis 18. Jahrhundert verfasst), des Popol Vuh und anderer in der Maya-Sprache haben ihre Deutung gefunden. Manchmal mit ausgesprochen hypothetischem Charakter.
Unbestritten ist, die Maya-Kultur ist eine der glanzvollsten des präcolumbianischen Amerikas.

Gegen Ende des 9. Jahrhunderts bricht in den Maya-Städten alles architektonische Schaffen ab.Im 10./11. Jahrhundert verschwinden die Maya auf geheimnisvolle Weise.

 

 

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Maya-Stadt Copan, Honduras. Die Stadt der Astronomen. Kolossalkopf, der große Gott Izamna, der Erfinder der Schrift und der Kalender. Sohn des Weltenschöpfers Hunab Ku.

Der große Gott Itzamnà

Itzamna ist den Menschen freundlich gesinnt. Seine Frau Ixchel ist die Göttin der Überschwemmungen, der Schwangeren und der Weberei. Es folgt Yum Kax, der Maisgott, Ah Puch, der Gott des Todes, Ek, der Gott des Polarsterns und Kukulcan, die Gefiederte Schlange. Kukulcan ist die wörtliche Übersetzung von Quetzacòatl. Bei den Azteken hieß Kukulcan Quetzacòatl.
Überall wo Quetzacóatl vorüberkam, waren plötzlich Handabdrücke auf Felsen zu sehen, berichten die Legenden.
Quetzal= kostbare Feder
Còatl= Schlange

Bei den Azteken war er der Windgott, der Regenmacher. Sie übernahmen diesen obersten Gott von den Tolteken. Ursprünglich hat er Ce-Acatl (Eins-Rohr) , wie das Jahr seiner Geburt, geheißen.

Quetzaòatl galt als sehr häßlich, denn er trug einen Bart. Aber er war fromm, gerecht und wohlwollend. Da er Großes leistete, begann  mit ihm das goldene Zeitalter der Tolteken. Er wollte die Menschenopfer abschaffen, Weihegaben aus Blumen, Weihrauch ersetzen und machte sich damit viele Feinde. Die setzten alles dran, ihn Irrtümer und Sünden begehen zu lassen. Er wurde zweiundfünfzig Jahre alt und lebte so genau eine Kalenderrunde lang. Er starb in einem Jahr, das den Namen Eins-Rohr trug. Sein Herz flog zur Venus, dem Morgenstern, die von nun an den Namen Ce-Acatl erhielt, so liest es sich in den aztekischen Chroniken. Die präcolumbianischen Berichte sagen, Quetzacòatl werde von Osten über das Meer zurückkehren.

Nach den Maya-Erzählungen kam Kukulcan zwischen 967 und 987 nach Chichèn Itzà, nach den aztekischen Quellen bestieg er 977 den Thron von Tollan, verließ dann das Land, wendet sich nach Osten und stirbt 999. Zwei verschiedene Quellen mesoamerikanischer Geschichte stimmen in ihrer Chronologie überein. In den Chroniken erscheint Tollan als ein legendäres Land des „Goldenen Zeitalters“. Es gilt als nachgewiesen, dass die Städte Tollan und Chichèn Itzà tatsächlich von demselben großen Tolteken-König Quetzacoàtl „gegründet“ wurden, der in Yucatan den Namen Kukulcan erhielt. Die Städte liegen 1200 Kilometer voneinander entfernt.

Was nicht heißt, dass diese Stadt nicht schon zuvor bewohnt war. Lange vor Ankunft der Tolteken sollen die Maya in Chichèn Itzà  gelebt haben. So steht es im „Chilam Balam“, dem heiligen Buch der Maya. Zehn Provinzstädte gründeten die damals aus dem Pèten kommenden Maya in Yucatan, darunter auch Chichèn Itzà.  In der ersten Chronik des „Buches von Chumayel“ heißt es: Während des katun 6 Ahau (zwischen 435 und 455) wurde Chichèn Itzà entdeckt. Weitere Chroniken datieren exakt das Jahr 455.

 

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Chichèn Itzá, Yucatan, Mexico. Mit typischen Motiven der toltekischen Kunst. Am Kriegertempel der Kopf einer Gefiederten Schlange. Rechts der Tausendsäulenkomplex. Die Säulen trugen ursprünglich die Dachkonstruktion einer großen Halle.

 

Kulkulcan…Quetzacòatl, die Erzählungen hierzu erinnern nicht wenig an Jesus und seine Kritik an den Herrschenden und dem Tempelkult- die erwartete Rückkehr, das Goldene Zeitalter…Quetzacoatl war Gott und hat gleichzeitig als König gelebt
Die hochbedeutende heilige Stadt Chichèn Itzà auf der Halbinsel Yucatan ist eine Stadt zu Ehren Kukulcan. Die Stadt wurde während des katun 4 Ahau (968-987) gegründet. Die Stadt der  Heiligen Cenoten (natürliche Brunnen) und der tausend Säulen. Es gab ein Nonnenkloster, ein Ballspielplatz, den Jaguartempel, einen Kriegstempel, ein Observatorium, Marktplatz, den Tempel des Tanzes, Tempel der Wandtafeln und anderes. Es wurde eine zweite Pyramide über die erste gesetzt.

 

 

Hunab Ku ist der große Weltenschöpfer und Vater der Gottheiten, die die drei Welten der Maya-Welt durch Sintfluten vernichteten. Die vier Bacab, Götterbrüder, überlebten die Sintfluten. Ihre Aufgabe war es, die vier Zipfel des Himmels zu tragen. Diese vier Himmelsrichtungen haben jede ihre eigene Farbe mit magischer Ausstrahlung.

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Hunab ku. Das mächtigste Symbol der Maya

 

Regengott Chac wurde zu Chac Xib Chac, dem roten Chac des Ostens, zu Sac Xib Chac, dem weißen Chac des Nordens, zu Ek Xib Chac, dem schwarzen Chac des Westens, oder zu Kan Xib Chac, dem gelben Chac des Südens.  Chac scheint den Himmelsgott Itzamna, Sohn des Hunab Ku, vom Thron verdrängt zu haben.

Die Göttin Ixchel wurde in der  yukatekischen Küstenstadt Tulùm verehrt. Zahlreiche Pilger kamen in den Wallfahrtsort am Karibischen Meer. Tulùms ursprünglicher Name war Zama – Stadt der Morgenröte. Die Stadt war der erste Schauplatz der Europäer mit den Maya.

 

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Feenhaus, Tulum, Yucatan, Mexico. Traumhafte Landschaft. Wunderschön zu erleben.

 

 

 

kabahDie Mayastadt Kabah,

auch Kabaah, Kaba oder Kahbah geschrieben, befindet sich auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán. Von westlichen Forschern erstmalig im Jahr 1843 näher beschrieben, zählt Kabah zu den beeindruckendsten historischen Städten, die das Volk der Maya der Nachwelt hinterlassen hat.

Die Stadt  war mit ihrer Tempelanlage zwischen dem 9.und 11. Jahrhundert  – neben Uxmal – die zweitwichtigste Stadt. Im 11. Jahrhundert wurde sie – wie viele andere Maya-Städte – aufgegeben. Aus den „Büchern des Chilam Balam“ weiß man, dass sich  ein Teil der Nachkommen in Chakumputun, dem heutigen Champotòn, in Tabasco ansiedelten.
Scheinbar folgten diese Stämme den Tolteken und kehrten damit in das Land ihrer Väter zurück?

Das Wort  Kabah bedeutet “Herr der starken Hand”. Einst hieß die Stadt  Kabbala.  Mayatexte sprechen auch von cabalah, cabal, gabal .

Die Mayastätte Kabah stand in enger Verbindung zur Stadt Uxmal.  Uxmal gehörte zu einer von drei Städten, die noch zu Zeiten der Spanier im 16. Jahrhundert existierten. Uxmal bedeutet die „dreimal Erbaute“. Das Schildkrötenhaus in Uxmal ist eines der schönsten Bauten der yukatekischen Maya.

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Hohe Baukunst. Maskenpalast in Kabah, Yucatan, Mexico

 

Das berühmteste Gebäude in der Stadt Kabah ist der ‚Maskentempel‘ – ein Tempel, dessen Fassade komplett mit Masken des Regengottes Chaac (auch Chac) verkleidet ist. Der Palast wird Codz Poop („aufgerollte Matte“) genannt  Das 45 Meter lange Gebäude ist auf einer quadratischen Esplanade mit ungefähr 80 Meter Seitenlänge erbaut. Die Fassade und die Seiten des Gebäudes werden von 260 Chac-Masken (die Anzahl der Tage eines heiligen Jahres) vollständig überdeckt.

 

Der magische Maya-Kalender besteht aus 13 Monaten von zwanzig Tagen. Das Jahr hat also 260 Tage in endloser Wiederkehr. Die Zahl Zwanzig heißt in der Maya-Sprache uinic/uinal, wird also mit demselben Wort wie der Mensch bezeichnet. Die Zahl Dreizehn ist in der Welt der Maya der Angelpunkt ihres gesamten Zahlensystems. Für die Maya gab es dreizehn wichtige Gestirne. Die Dreizehn und Zwanzig könnten die Verbindung von Mensch und Himmel symbolisieren. Zahlen und Namen haben für die Maya verborgene Kräfte des Universums.

 

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Puuc- Baustil

 

Auf 1000 Hektar Fläche finden sich in Kabah weiträumig Pyramiden, Paläste, Triumphbögen und sacbé, jener Verbindungsweg von Kabah Richtung Uxmal.

Das Gebiet von Kabah wurde vermutlich im dritten Jahrhundert vor Christus erstmalig besiedelt. Der Großteil der Bauwerke der Mayastadt entstand zwischen dem siebten und elften Jahrhundert. Die heilige Stätte ist über eine „weiße Straße“ mit der Stadt Uxmal verbunden gewesen. Die beiden Städte liegen 20 Kilometer auseinander.

 

Archäologen haben auf dem Gelände von Kabah auch die Überreste einer ehemaligen Großküche entdeckt, die vor etwa tausend Jahren in Betrieb war. Die Ausmaße des Gebäudes sind für eine Küche gewaltig: Vierzig Meter lang und vierzehn Meter breit soll sie gewesen sein. Es soll sich dabei um die Küche einer Königsfamilie handeln. Bei den Ausgrabungen wurden 30.000 Fundstücke entdeckt.

 

Kaba1Puuc ist ein Yucatek Wort und meint: Hügel, die auf der Westseite Yucatans zu finden sind. Das Wort verweist ebenso auf die Epoche eines Baustils.  Die  Blütezeit der Puuc-Kultur: Proto Puuc (A.D. 250-600), frühes Puuc (A.D. 670-770), klassisches Puuc  (A.D. 770-830), und klassische Puuc Mosaik (A.D. 830-950). Der Baustil umfasste  mehr als 200 Städte und weitere kleinere Gebiete. Die Stadt Kabah gehört dazu.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kabah , Quelle: google

 

 

Fresken im Nahua-Stil, Wandmalereien, Stelen, die genau gleich hoch stehen, Hieroglyphen, Zahlenmystik, Kenntnisse der Naturgesetze, Kunst, bei der astronomische Inschriften sternengleich in ihrer Herrlichkeit zu Jaguarend und Schmetterlingen verwandeln.  Ihre spezielle Art Zeit zu messen, vertrauend auf ihre Götter, auf ihre Riten aus Rauch und Traum, auf ihre Kalendersteine, auf die Musik ihrer Worte, auf ihre Weisheit, auf alles, was in 500 Jahren Eroberung bis heute nicht gänzlich vernichtet werden konnte. Kulturbringer, die Maisanbau lehrten, wie man ihn noch heute sät und erntet. Mit dem Mais wurde die übrige Nahrung gemacht: Bohnen, Kürbisse, Kakao, Tabak, Kikamwurzel, Weihrauch, Kautschuk, Pinie, Baumwolle. Tiere, die diese Märchenwelt bewohnen: Jaguare, Puma, Hirsche, Koyoten, Eidechsen, Schlangen, Adler.  Biblische Geschichten, die sich mit den alten amerikanischen Erzählungen vermischen, fast schon – dank ihrer poetischen Gestalten – bereichern, spanische Eroberer, die so viel Kulturgut zerstörten, ihr großes Interesse, Dokumente verschwinden zu lassen oder nach ihrem Geschmack zu ändern, weil ihnen die Religion der Maya nicht passte, sie durch den katholischen Glauben ersetzt werden sollte.
Architekten, Bildhauer, Ethnologen und Archäologen geraten bis heute ins Staunen und Rätseln. In diesem Sumpfland wurden tonnenweise Steine aufgetürmt. „Von der honigsüßen Hindu-Sexualität findet sich in der Maya-Kultur nicht die geringste Spur“, schreibt Aldous Huxley. Und weiter schreibt er: „Ihr Kopfschmuck ist reine geometrische Abstraktion, ähnlich den glatten Kegeln und Zylindern auf den Köpfen der Menschen von Piero della Francescas Fresken. Streng diszipliniert gehorchten sie einer intellektuellen Ordnung.“

Kostbares Wissen über Kultur,  Sprache und Schrift der Maya verdanken wir einigen Geistlichen des 16. Jahrhunderts. Der Dominikanerpater Bartolomè de Las Casas setzte sich für eine menschenwürdige Behandlung der Unterworfenen ein. Er behauptete, dass es sich bei den „Indios um einen der verschollenen Stämme Israels handele“. Es gab zu jener Zeit eine reiche Literatur. Der Engländer Thomas Gage publizierte 1648 seine Reiserfahrungen. 1688 erschien in Madrid die Geschichte über Yucatan von Diego Lopez de Cogolludo. Erste knappe Hinweise auf die Maya-Kultur findet man im 19. Jahrhundert bei Alexander von Humboldt.

Hier ein kleiner Auszug aus  verschiedensten Hypothesen über die Herkunft dieses Kulturvolkes:

Augustus Le Plongeon schreibt 1886: “ Ich will versuchen darzulegen, daß die alten heiligen Mysterien und infolgedessen die Freimaurerei auf eine sehr viel frühere Zeit zurückgehen, als sich die meisten Erforscher ihrer Geschichte je geträumt hätten. Ich werde keine Mühe scheuen, um ihren Ursprung auf diesem Kontinent, in Amerika, Schritt für Schritt nachzuzeichnen, von dem aus die Maya-Bauern vor nicht weniger als 11500 Jahren ihre alten Riten und religiösen Zeremonien  nicht nur an die Ufer des Nils, sondern auch an die des Euphrats und bis an die Küsten des Indischen Ozeans brachten.“

Guillaume Dupai schreibt 1805: „Was nun die Ansiedlung eines Teiles dieser Bevölkerung angeht, so wiederstrebt es dem gesunden Menschenverstand nicht anzunehmen, daß es sich hier um Auswanderer aus dem östlichen Teil der Welt handelt, um ein Volk, das von der Insel Atlantis stammte… Es fiele mir nicht schwer zu glauben, daß diese Übersiedlung vor oder während der Sintflut stattgefunden hat,weil diese einem Teil der Bevölkerung Zeit und Mittel gelassen hätte, vor der Gefahr zu fliehen;[…]“

Josè Calderòn 1784/1785 ist begleitet von „ortsansässigen Indianern und Mestizen“, als er sich zu den „Steinhäusern“ von Palenque begibt. Dichter Urwald. Er fand niemanden, der ihm sagen konnte, „was es mit dieser Stadt auf sich hat“.  Calderòn beschreibt:  „Die Figuren sind mit großer Geschicklichkeit  aus den Mauern der Paläste herausgehauen, die ganz aus Stein bestehen. Unter ihnen sind menschliche Figuren, die mit seltsamen Federgewänden bekleidet sind, Frauen mit ihren Kindern im Arm und von riesiger Größe; Inschriften oder Wappen, und dann der Turm, den man dort sieht, der unvollständig ist zu dem großen Palast gehört. Es heißt, Plutarch berichte, die Römer hätten Halbmonde auf ihrem Schuhwerk getragen, um damit auf die Unsterblichkeit der Seele hinzuweisen. Ob es Römer waren, die hier regierten? Oder Spanier, die zur Zeit der Maurenherrschaft bis zum Hafen Ctasaja kamen, wo sie an Land gingen, oder gar jene Karthager, von denen es heißt, sie seien nach Amerika gekommen? Ich weiß es nicht.“

 

Heute begehen die Maya nicht mehr ihre Tempel und Orte, die von Stelen und Opferplätzen umgeben sind,  sie feiern in den Vorhöfen von Kirchen und in den Kirchen selbst, wo sie in blutüberströmten Christusbildern den Maisgott zu sehen glauben, oder sie feiern auf Bergen oder in Höhlen. Die Monumente ihrer Zeremonialzentren, ihre Ballspielplätze, ihre Pyramiden, ihre Paläste und Tempel sind dennoch keine toten Reliquien. Wer sich über die Baukunst, die Höhe und Steilheit der Pyramiden ein eigenen Eindruck verschaffen will, der kann es noch heute tun.  Wer sich an jenen Maya-Stätten einmal aufgehalten hat, weiß um die besondere Energie, die dort zu spüren ist. Über die Ballspielplätze, auf denen sie leidenschaftlich spielten, kann man heute noch gehen. Dort kann man in die Hände klatschen und über den Ton staunen, der klingt, als sei es der Vogel Quetzal. Zufall? Nein. Die Maya setzten ihre Steine millimetergenau, damit dieses Echo entstehen kann. Wenn man dort steht, spürt man die religiöse Aura, die alles, was das Ballspiel anging, umgab. Die Nacht vor dem Spiel verbrachten alle Spieler im Gebet.

Ihre Wurzeln leben noch.

Flüssiges Gold der Maya

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Ein Bienenstock vertreibt 10 Ärzte, lautet ein Sprichwort. Was vertreibt Mücken?
Nelkenöl. Man riecht dann nur nicht mehr so angenehm.

Immer, wenn wir etwas Neues, etwas uns nicht Bekanntes hören, beginnen unsere Gehirnzellen zu vibrieren.

Wussten Sie, dass der Broadway ein alter Indianerpfad ist? Auf diesem Pfad holten die Ureinwohner von Manhattan ihr Wasser vom Hudson River. Jahrhundertelang. Aus dem Trampelpfad wurde ein Weg, aus dem Weg eine Straße. Manhattan ist in Quadrate aufgeteilt. Akkurat rechtwinklig. Nur der Broadway ist krumm. Nicht die mächtigsten Gebäude machen vergessen, dass der Broadway einst Indianerland und „die Weißen“ in ihre Gebiete eingedrungen sind.

 

Apropro Honig.  Naturreiner Honig ist gesund, macht schön und obendrein glücklich. Er wirkt von innen und außen, schmeckt und sieht toll aus.  Nicht, dass dieses schon längst bekannt wäre. Er hat antibiotische Wirkung, er stärkt das Immunsystem, sein Acetylcholin senkt den Blutdruck, weil es die Herzkranzgefäße weitet und den Herzschlag senkt.  Samtweiche, entspannte Haut und glänzende Haare – Honig ist ein Geschenk der Natur. Bereits in der Steinzeit soll Honig als Nahrungsmittel sowie als Heil- und Schönheitsmittel gefragt gewesen sein.

Der goldgelbe Sirup ist bei den Maya ein Heiligtum.

Loj Kaajtal (nimm zurück, rette) ist eine Zeremonie, die noch heute von den Maya durchgeführt wird. Einmal alle  fünf bis zehn Jahre wird etwas gereinigt oder zurückgeholt. Das kann ein Stück Land sein, eine gesamte Stadt oder ein Kornfeld. Energien halt. Steht eine ganze Gemeinschaft unter schlechtem spirituellem Einfluss soll diese Zeremonie entgegenwirken. Sie dauert zwei Tage.
Drei Altare werden dafür vorbereitet. Der größte steht in Richtung Osten.

Baalchè nennen die Maya den Honig. Er wird eigens dafür vorbereitet. Ein Holzkreuz  und Kerzen gehören dazu.  9 Schalen, 13 Blätter eines bestimmten Baumes. Der Schamane des Ortes steht vor dem Altar und betet. Mit einem Blatt wird weißer Korn (saka `) in alle Himmelsrichtungen versprüht. Auf dem kleineren Altar stehen fünf Tassen und pùulti – das ist etwas zum Räuchern, zubereitet aus Stücken von Bananenbäumen. Feucht, damit es den heißen Kohlen des Feuers während der Gebetszeremonie standhält.

Die Zeremonie ist zu Ehren der Baalamo`ob, santo wiinko`ob, yeteh santo chaako òb und kan tut k`u.  Übersetzt:  für die Heiligen, die vier heiligen Götter. Die vier heiligen Götter wässern die Erde.

Von drei weiteren Schalen sind zwei nach Osten gerichtet, die dritte nach Süden. Darin befinden sich die Gaben für die Jungfrau Maria (Osten) und Jesus (Süden).  Die Tassen werden mit weißem Korn(saka`) gefüllt. Saka` wird in alle Himmelsrichtungen versprüht. Chaal  einem Naturprodukt, das wilde Bienen produzieren, wird mit Kohlen vermischt. Der Rauch in den Schalen vermischt sich mit Saka.
Dies geschieht exakt fünf Minuten nach Mitternacht. Mitternacht ist für die Maya die Stunde der Stille.  Sogar die Vögel sind dann still. In dieser Zeit gehen Betende direkt zu Gott. Es ist eine heilige Stunde.

Am nächsten Tag geht es weiter mit Gebeten und die Luft wird mit Rauchwerk gefüllt. Schalen mit baalchè werden gereicht. Es wird getrunken. Baalchè ist für die Maya ein heiliges Getränk. Es ist fermentierter Honig. Der goldgelbe Sirup wird auch in Form eines Kreuzes auf 13 Fladenbrote gegossen. Wird eine gesamte Stadt gereinigt, tragen die Maya Schalen mit dem Honig zu zehn „Eingängen“ der Stadt und fünf Schalen an die Wasserstellen. Es sind die Gaben für die spirituellen Beschützer der Wege, die zur Stadt führen und die Wächter der Wasserstellen. Für die Maya sind es noch heute die Eingänge zu ihrer „Unterwelt“. Das Ganze ist mit Gebeten begleitet. Der Schamane zieht sich immer wieder zwischendurch zum Altar zurück. Eine Kristallkugel wird vor die Kerze gehalten. Es kann geschehen, dass der Schamane vorhersagt, dass es in drei Tagen regnen wird. Junge Männer marschieren mit Musikbegleitung durch die Stadt, später kommen sie zum Altar. Dort wird ihnen auch jenes Honiggetränk gereicht.  Kinder nehmen eine spezielle Rolle dabei ein. Sie tragen Schnüre um ihre Taille.  Teilnehmende teilen sich  in zwei Gruppen auf und gehen in den umliegenden Dschungel. Die Kinder fangen Lizzards, kleine Schlangen, Würmer. Es sieht aus wie ein Spiel, aber sie jagen das  „das kleine Böse“.  Die Gruppen treffen sich auf der Haupstraße wieder. Von dort gehen sie ins Zentrum der Stadt zu einem Ceiba Baum. Ceiba Bäume sind für die Maya heilige Bäume.

Irgendwann wird zurückgegangen zum Altar. Schalen, gefüllt mit heiligen Zutaten, werden neunmal gereicht.  Gelebte Zahlenmystik.
Frauen bleiben zum Schutz während der Zeremonie in ihren Häusern, während die Männer mit ihrer Trommel-und Blasmusik  „das Böse“,  die schlechte Energien vertreiben.

 

Honig wirkt.