Über das Ego hinaus in das Leben vertrauen

happy life

 

„Lass das Alte los, Martina. Lächle es an und lade das Neue ein. Halte nicht an der Vergangenheit fest, hörst du. Lass die Vergangenheit los und mach Platz für etwas, das dich mehr achtet“, rief mir  Brunhildchen plötzlich zu. „Gib deinen Stolz und dein Wissen auf, und du schaffst Raum in deinem Leben für den Plan jener Höheren Intelligenz.“
„Aber…“, sagte  ich.
Meine 82-jährige Freundin drückte auf das Gaspedal ihres regenwasserabpralllackierten Wagens und feuerte einen missbilligenden Blick in meine Richtung.

„Also willst du`s hören oder nicht?  Willst du die Glasur, den Zuckerguss, den Kuchen. Dann gib den Versuch auf, alles hinzubekommen. Du bist nicht der Grund, dass dein Leben funktioniert. Also versuche es gar nicht, es zu sein. Sei einfach da und tue, was der Moment von dir verlangt“, computerfreiertag3„Aber…ich …kann..doch…nicht…“, platzte es aus mir heraus. Ich war verwirrt. Dabei hatte ich mich nur einmal beschwert, dass ich keine Zeit dazu habe, ein Buch zu schreiben.  Was so viel hieß wie: Solange ich dem Schreiben keine Priorität einräume, würde ich nie die Zeit  dazu finden. ….. Und lag es wirklich daran?

„Solltest du jetzt verwirrt sein, ist das in Ordnung. Es wird dir zufliegen. Ich wollte immer um die Welt segeln, aber ich kam nie dazu.“ Brunhilde holte Luft, schluckte –  kindheitsgefuehle

Ich warf einen flüchtigen Blick auf das, was ich wirklich wollte. Ich wollte mich mit meiner inneren Magie verbinden. Ich wollte für mich arbeiten und nicht gegen mich. Ich wollte mich mit dem Natürlichen verbinden. Ich wollte mich mit meinen imaginären Verbündeten verabreden. Die sollen mich mögen, wie ich bin, damit ich keinen Gedanken daran verschwenden muss, wie ich es ihnen recht mache. Sie sollen mir kluge Ratschläge geben, weil sie so klug sind. Sie sollen mich zu meinem Traum ermutigen, auch wenn mir nach Aufgeben zumute ist. Sie sollen mir im Wesentlichen ähnlich sein, damit ich mir nicht fremd vorkomme. Sie sollen meine Lebensträume bejahen und von meinem Talent, sie zu verwirklichen, überzeugt sein. Hinter mir stehen, wann immer ich sie brauche. Klingt traumhaft, oder? Ich kann doch aufschreiben und wünschen, was ich will. Es sind doch imaginäre Verbündete.
Das könnte so ein Marco Polo sein, weil der gerne reist und Abenteuer erlebte.
Das könnte Golda Meir sein, weil sie so geerdet und weise und mitfühlend war.
Das könnte Yentl aus dem tollen gleichnamigen Film sein,w eil sie so wissensdurstig  und witzig war und Barbara Streisand sowieso zu meinen favorite Schauspielerinnen und Musikerinnen gehört. Das könnte eine Frau sein, deren Namen ich nicht mehr weiß, die mich aber vor vielen, vielen Jahren sehr beeindruckte, hatte so viel Erfahrung und konnte sie ihre Meinung dezdiert äußern. Ihr bedeuteten Wörter etwas. Sie  half, wo sie helfen konnte. Sie redete nicht nur so dahin. Aus ihr strömte Wärme und Herz.  Naja, man kann sich doch mit besten imaginären Verbündeten verabreden. Kann man doch! Ich glaube, dass gelobt und anerkannt zu werden uns mutig macht. Auch wenn wir tief im Innern unseren Wert kennen, ist es wichtig, dass uns Menschen von außen loben  und wir sie, sonst glauben wir doch nicht, dass wir Lob verdient haben.  Oder?

Brunhilde steuerte ihren Wagen mit 25 km/h in eine Kurve hinein. Ich machte große Augen. Es würde sich gleich heraustellen, wie geduldig, die  hinter ihr fahrenden Fahrzeughalter waren. Serienschicksal im echten Leben. Ich musste kichern.
Als hätte ich nur darauf gewartet, setzte sie mit extra Zuckerguss fort.

“ Kreativität kann man nicht durch regelmässiges Nachdenken erzwingen, sie hat ihre eigene Zeit. Respektiere deinen eigenen Rhythmus. Je tiefer dein Loslassen, desto mehr Ressourcen werden dir zur Verfügung gestellt.  Lass dir von niemandem einreden, dass an so viel Individualität etwas falsch sein könnte. Stülpe den Ereignissen und Umständen keine Erwartungen über. Und höre auf, zu urteilen.“  Ein Angeber mit Sonnenbrille und  grimmigen Mund zog mit seinem Auto an uns vorbei.  …Martina, gib deine Urteile auf….Ja..doch…

„Aller Ereignisse sind in in einer höheren Ordnung verbunden, deren Bedeutung allerdings nur denen zu dämmern beginnt, die ihr Herz und ihren Geist für ihre Erfahrungen öffnen. Kein Ereignis, egal wie unglücklich, ist sinnlos. Wir lassen uns nur allzu gerne von äußeren Erscheinungen täuschen. Wir denken viel zu linear. Du bist nicht schlecht, weil du nicht das Wunder bekommst, um das du gebeten hast. Das ist doch viel zu oberflächlich gedacht. Das wahre Wunder liegt nicht in äußeren Ereignissen, nicht im offensichtlichen Glück oder Pech. Es mag daran liegen, dass dein Körper gestärkt wird, damit du besser dienen kannst. Es mag dein Körper geschwächt werden, damit du seine Begrenzungen hinter dir liegen lassen kannst. Manches geschieht so wie es geschieht, damit wir unsere geistigen Schranken durchbrechen. Scheinbare Tragödien können auch Segen sein. Ohne dieses oder jenes hätte ich mein Leben nicht geändert. Durch die Erfahrung ist mir der Sinn des Lebens klar geworden. Manche Erfahrung holt dich aus deinem Schneckenhaus heraus und führt dich zu deiner Lebensaufgabe.

„Meine Lebensaufgabe.

Die Welt wird mir zu Füßen liegen. Ich werde mir jeden Tag kleine Törtchen backen.
Ich seufzte leise
inuk frosch

Brunhilde blies ihre Wangen auf und legte ein breites Grinsen nach. Ich sah es aus dem Augenwinkel. Als ahnte sie meine Gedanken.

„Lass die Schuhe los, Prinzessin. Es kommt nicht darauf an, wie die Dinge laufen, sondern was sie bedeuten. Wie du deine Erfahrungen interpretierst.  Hast du dich schon einmal gefragt, warum Jesus seine Kreuzigung nicht verhindert hat? Hätte er doch, wenn er der Gott war, zu dem ihn der Paulus und der Rest der Kirchenväter im späteren Verlauf machten. Er hat die Wahrheit dessen, was geschah, erkannt. Er hat sein Herz nicht verschlossen. Er hat sich Gottes Willen übergeben. Glaube hilft Schicksal zu durchleiden, ohne die anderen dafür zu verdammen. Du weisst nicht, was Gott von dir verlangt, bis er es verlangt. Und dann hast du die Wahl, dich entweder zu widersetzen oder loszuslassen.
So ist es in jedem Moment deines Lebens. In jeder Situation. Du weisst nicht, was sie bedeutet.  Du musst zulassen und dich hingeben. Ich rede hier nicht davon, dass du dich auf die Bahngleise stellen sollst, wenn der Zug heranrast und du visualisierst, dass er verschwindet. Du tust gut daran, nicht mit den physikalischen Gesetzen zu experimentieren. Das ist Ego.  Wunder auf Abruf zu produzieren, hat nichts mit einem spirituellen Menschen zu tun. brunhildecleopatraOffen für die Wunder des Lebens zu sein, heißt, voll in der physischen Realität präsent zu sein, deinen Ängsten, Anhaftungen auf liebevolle und mitfühlende Art zu begegnen, Urteile fallen zu lassen, sich mit der höheren Ordnung zu verbinden. Heil werden, in seine Kraft kommen und seine Bestimmung erfüllen können und dafür seinen Erfahrungen mit offenem Herzen und Geist zu begegnen. Es heißt, zu begreifen, dass du nicht nur von dir selbst abhängig bist. Es heißt, dass du  über die unmittelbaren Bedürfnisse des Egos hinausdenkst und handelst.  Jedes Mal, wenn du einen anderen angreifst, gibt es etwas, was du verteidigen musst. Das ist keine besonders befriedigende oder würdevolle Art zu leben. Deine angsterfüllenden Gedanken und Handlungen rufen die angsterfüllenden Gedanken und Handlungen anderer auf den Plan. Das Prinzip Auge um Auge ist im Heilungsplan der Erde nicht vorgesehen. Das Spirituelle brauchen wir, damit wir uns aus dem Teufelskreis von Angriff und Verteidigung herausholen. Damit wir den größeren Zusammenhang sehen.
Ein offenes Herz lädt ein. Ein offenes Herz ist ein Zufluchtsort. Dort ist der Sitz deiner Kirche. Wir kreuzigen jeden Tag andere, indem wir unsere Herzen verschließen und uns nicht für ihr Wohl interessieren. Wir kreuzigen uns, wenn wir unser Herz  schließen, weil wir versuchen uns noch mehr zu schützen. Auferstehung geschieht, wenn du jemandem gegenüber dein Herz öffnest und aufhörst, ihm für deine Probleme die Schuld zu geben, wenn du ihn nicht länger für seine Fehler bestrafst, wenn du lernst, ihn so zu lieben, wie dich selbst. Nur das wird dich aus dem Gefängnis der Angst befreien. Nur das!
Die Liebe sagt: Ich akzeptiere dich so, wie du bist. Ich werde an dein Wohl denken, wie ich an mein eigenes denke. Ist dir klar, wie machtvoll diese Aussage ist?“ Brunhilde lächelte geheimnisvoll.maedchenstifte

„Ähm….ja…“stotterte ich. „Alles klar, Brunhilde…“  In ihrem Kopf ging es spannend zu.  Wir zuckelten an einer baumreichen Straße entlang. Und eine Kurve weiter parkten wir und trödelten ein paar Schritte zum Cafè. Dort bestellten wir leckersten Kuchen.“Die Liebe ist das einzige Wunder. Schau unter all die Wunder und du wirst eine Bewegung von der Angst zur Liebe hin erkennen, von Selbstschutz zur Öffnung, von der Verurteilung anderer zu ihrer Akzeptanz.

Was du suchst, wirst du finden. Was du gibst, wirst du empfangen. Dieses Gesetz gilt noch immer.“

Ich dachte an Babaji, über dessen Erscheinung und Foto ich  erstmals nach Rückkehr aus Mexico  bei einer Schamanin hier in Bonn  stolperte, deren Weg meinen auf ebenso wundersame Weise kreuzte.  Und  ich dachte an Victor, den jungen Mexikaner, der mir  auf der  mexikanischen Halbinsel Yucatan zum ersten Mal in meinem Leben begegnete und der mir sagte, er kenne mich aus einem anderen Leben. Victor, der dem Babaji zum Verwechseln ähnlich sieht.  Nein, mein Temperament ging nicht mit mir durc.h Alles geschah so, wie ich es in meinem Blog berichtete. Und es war so, wie Brunhilde mir gerade jetzt erklärte. Es geschah einfach. Ich verstand nicht sogleich, aber ich liess zu. Mir war klar, etwas Wundersames geschieht in meinem Leben.  Und ein Ende ist noch nicht in Sicht.
Ich mag, wasBabaji zu sagen hat:

babaji7

Babaji

The best way to share the Teachings is to Live them and be a Beacon of Light to those who are looking for a helping hand through the Darkness. „– (Babaji)
babaji3Observe the flow of emotions. Up and down. There is constant movement, change. Don’t attach to the emotions of the moment. Attach to the real behind the movement. Observe the movement, watch the emotion disappear. A new one takes its place. This is maya. That which is temporary, changes frequently, is maya. Don’t attach to maya. This is all temporary. The body, emotions, relationships, wealth, power, knowledge … always changing, temporary. Understand?

 

 

Herz und Weg.
Und dann frage dich: Hat dieser Weg ein Herz?
Wenn ja, ist es ein guter Weg.
Wenn nicht, ist er unnütz.
(C.C)

Urwissen der Schöpfung

ammonite opalized
Foto: R. Weller

Ammonite sind Fossilien. Benannt wurden sie nach dem griechischen Gott namens Ammon.Vor 415 Millionen lebten sie als Muschel-Kreaturen im Meer. Sie sind aus den Bactrites hervorgegangen, sagt die Evolutionsbiologie. Es gab dann drei Katastrophen. Während der Permian Periode vor 250 Millionen Jahren, nur zehn Prozent überlebten, während der Triassic Periode vor 206 Millionen Jahren, es überlebte nur eine Spezie von ihnen. In der Zeit der Jurassic Periode bis zum Ende der „Cretaceous“ Periode starb  der letzte Rest an Ammoniten aus. Man findet Ammoniten auf jedem Kontinent. Sie  sind nicht nur wunderschön, sondern auch von hohem wissenschaftlichen Wert. Geologen können  -dank ihres Vorkommens – Gesteine recht genau datieren.

 

Die harmonischen Prinzipien des Universums

 

ammonite fossil

Unsere Herzen stehen in Resonanz mit der Frequenz des Herzschlages der Erde. Zahlen stehen in engem Kontakt mit Klängen. Jede einzelne Schwingung, jede einzelne Frequenz wirkt auf uns Menschen, auf unser Befinden, auf die Natur, den Kosmos. Nada Brahma – Die Welt ist Klang.  Die 8 Hauptgruppen des Periodensystems korrespondieren mit den 8 Tönen der Tonleiter. Die Töne der Planeten unseres Sonnensystems ergeben eine Harmonie. Die Solfeggio Frequenzen, jene Heilklänge, basieren auf mathematischer Perfektion und können auf die Quersummen 3 – 6 – 9 reduziert werden. Bei den Maya sind es 9 Unterwelten und 13 Himmel. In der Kabbalah wird ebenfalls auf die Bedeutung der Quersummen 3 – 6 – 9 hingewiesen.

Bei den Kelten steckt in der 9 das ganze Universum. Die 5 erfasste Zeit und Raum. Auch bei den Essenern ist die Anwendung der Heiligen Geometrie gebräuchlich. Zahlen sind keine gewöhnlichen Gesetze des Wortes. In der Tradition der Maya, der tibetischen Bön-Tradition, bei Schamanen und weiterer indigenen Kulturen oder auch im Sufismus ist dieses bekannt.
Sie wurden nicht willkürlich geschaffen. Sie sind wesentlich Harmonie, von aller Ewigkeit an. Es sind die harmonischen Prinzipien des Universums.

Für die Essener und Kabbalisten ist alles, was existiert – und zwar ohne Ausnahme  – von einem Lichtfeld umgeben. Dieses Lichtfeld folgt den geometrischen Ordnungs-Prinzipien des Geistes. Der Geist ist primärer Schöpfer- seiner Natur nach im wesentlichen Gedanke und Licht – durch seine Bewegung im leeren Raum des Bewusstseins wurden  alle Dinge erschaffen. Alles spiegelt sich in geometrischer Organisation wieder: Atom, Mineral, Kristall, Pflanze, Tier, Mensch, Planet, Sonnensystem, Galaxie und Universum.

Die Dreiheit ist immer das Vollkommene. Immer dann ist eine Ganzheit errreicht. Drei mal drei ist die göttliche Zahl.

Wunderwerke der Natur.

Wunderschön anzusehen. Überbleibsel aus einer Zeit, die wir uns wohl nur schwerlich vorstellen können.

In der gesamten Natur finden sich die gleichen Muster. Ob in der Sonnenblume oder im Kaktus, ob im Wasserwirbel oder in einer Galaxie, überall treffen wir auf das gleiche System von Informationen.

ammonite shell

 

 

ammonite kleinsten 1,5, cm

kleinste Ammonit, 1.5 Zentimeter

 

 

Die Drei: Zahl des ganzen Menschen aus Körper, Seele und Geist. Zahl der menschlichen Befindlichkeit aus Über-Ich, Es und Ich.  Zahl der Zeit aus Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Die erste männliche (ungerade) Zahl. Zahl der Verbindung von Himmel und Erde durch Luft und Symbol für ein geschlossenes System mit Anfang – Mitte – Ende. Es gibt 3 Erzengel: Michael, Gabriel und Raphael.

 

Die Fibonacchi -Zahlenreihe

heilige geometrie fibonacci2
Leonardo von Pisa, auch unter dem Namen Fibonacci bekannt, reiste nach Ägypten, Indien und nach Syrien. Er hat die Welt der Zahlen und der Kultur entscheidend geprägt. Zu den bekanntesten harmonikalen Strukturen gehört neben dem Goldenen Schnitt auch die Fibonacci-Reihe. Sie fangen mit 0 und 1 an, und dann ist jede Fibonacci-Zahl gleich der Summe der beiden vorhergehenden Fibonacci-Zahlen. Übrigens: Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist die Wiege unseres Zahlensystems  Nordindien und nicht Arabien. Hier entwickelten Gelehrte im dritten Jahrhundert v. Chr. ein Zehnersystem, bei dem man für die Ziffern 1 bis 9 abstrakte, graphische Zeichen schuf. In denen waren bereits unsere modernen Ziffern zu erkennen.

„Die Geometrie ist vor der Erschaffung der Dinge, gleich ewig wie der Geist Gottes selbst und hat
in ihm die Urbilder für die Erschaffung der Welt geliefert“, sagte der Astronom und Philosoph Johannes Kepler im 17. Jahrhundert.

Die Heilige Geometrie ist das Urwissen der Schöpfung. 
Heilig auch im Sinne von heilsam, denn sie wirken zutiefst harmonisierend und erinnern den Menschen an seine ursprünglichen Ordnungsprinzipien. Heil zu sein bedeutet ausgeglichen und im Lot zu sein, verbunden mit dem Weltganzen, auch Urgrund oder Urmatrix genannt. Insofern kann beispielsweise ganzheitliche Architektur auch die Heilwerdung fördern, indem sie durch harmonische Formgebung zum Wohlbefinden ihrer Benutzer beiträgt. Stichwort: Feng Shui, Geomantie.

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Hunab-ku. Dieses Zeichen ist das kraftvollste Zeichen der Maya. Es ist das Symbol für Gottes Welt. Der Kreis, die Einheit,  der Raum, die Spirale, das Zentrum der Galaxie, der Ursprung allen Seins.
Zeit geschieht spiralig für die Maya.

 

 

 

 

Kabbalah oder Kabbala: Für all jene, denen der Begriff Kabbala, auch Kabbalah geschrieben, erst einmal gar nichts sagt:
Es ist sozusagen die geistige Lampe des Abendlandes, über die Mysterienschulen Ägyptens und Israel nach Europa und Amerika gelangt. Sie ist eine mystische Tradition des Judentums, die den Sinn des Gottesnamens, die sternenbestimmte Organisation der Welt, die Naturelemente und die makro-kosmischen Geheimnisse des menschlichen Organismus einschließt. Nach kabbalistischer Ansicht hat Gott alles, was er im Universum geschaffen hat, auch am Menschen geschaffen. Hieraus ergibt sich ein Weltbild der wechselseitigen Entsprechungen von Oben und Unten, Innen und Außen. Der Mensch steht unter dem ganzheitlichen Einfluss universaler Kräfte, kann diese aber seinerseits beeinflussen. Beispielhaft hierfür ist die kabbalistische Wortmagie, in welcher das Aussprechen von Worten eine unmittelbare Einflussnahme auf das damit Bezeichnete nach sich ziehen soll. Jedem Buchstaben des Alphabets entspricht eine bestimmte Zahl und jeder Zahl eine Deutung.  Und noch vieles mehr…
Wir sind umgeben von einem sich gegenläufig drehenden Pyramiden-ähnlichem Lichtfeld, das den feinstofflichen Körper mit der Seele verbindet (Merkabah).

ammonite fossil2

Wenn man die Geheimnisse  der Natur begreift, kann man sich nur vor ihr verneigen. Vor uns liegt Vollendung.
Es ist das leichte Brennen des Daseins, des Wissens um die Wunder dieser Welt. Staunen, erwachen vor der Sonne, spüren, wie die Erde spürt, die sich knirschend um das unsichtbare zentrale Feuer dreht. Es ist dieser Pulsschlag nah an meinen Knochen, der sich im Pulsschlag der Erde wiederfindet – Lebendigsein. Erfahrungen rauschen durch den Raum zwischen  der Haut meiner Seele und der Haut der Welt.  Mein Atem ist es, der mich mit dem Weltganzen verbindet.  Wind, den wir erzeugen, wenn wir laufen, ist die Energie des Werdens. Wind, der zu uns kommt, wenn wir stillhalten, ist die Energie des Seins.  Alles geht nahtlos ineinander über. Wir waren gestern und sind heute. Die Biene umkreist die Blume. Alles, was mit unseren Gefühlen spielt, will unsere Herzen öffnen, um das Licht einzulassen.  Eine Träne und ein Lächeln. Diese Welt, die mit uns unterwegs ist, ist unser Herz.

Wir sind umgeben von einem Mantel aus unsichtbaren Energien. Wenn wir das Materielle überschreiten würden, könnten wir es erkennen. Die Natur ist in Licht gebadet.  Leben ist von Angebinn im Geist. Unser Körper ist nicht so schnell. Unser Körper ist nicht alles, was wir sind. Es gibt keine andere Tiefe als die Tiefe der menschlichen Seele. Wir sind ein atmendes Puzzlestück in diesem Weltganzen.  Die Anleitung zum Leben kommt mit dem Leben. Und im Lauf der Zeit erahnen wir ein Bild und wir begreifen unseren Platz in der Welt. Die Dinge, zu denen wir uns hingezogen fühlen, sind einfach Teile, die jene Höhere Intelligenz, Höhere Macht, Gott,  wieder ungebrochen  für uns zusammenfügt. Es ist als laufen wir rückwärts, um wieder Ganz zu werden.

Und so ist es: Alles läuft letztlich immer wieder auf die Frage der Energie hinaus.

Du bist die Entdeckung von dem, was du hinter deinen Augen bist, was du bist und was deine Bedeutung und dein Sinn ist. Das ist das Mysterium. Du bist nicht die vielen Kleider in deinem Kleiderschrank. Man erkennt dich an deinem Licht und an deiner Energie. Man erkennt dich an deiner Schwingung. Du bist der gehauchte Atem von etwas ganz Großem. Das Licht um dich herum sind die verbliebenen Partikel deines Ursprungs. So`ne Art Transportmittel, durch das du hier auf Erden dieses Abenteuer Leben erfahren kannst. Umarme alle deine Möglichkeiten. Du bist hierher gekommen, um zu lernen zu manifestieren, um zu heilen, was meint, in Harmonie mit dem Weltganzen verbunden zu sein. Du wirst deine Macht niemals kennen und besitzen, bis du weißt, W e r  du bist, bis du weißt, dass du es We r t bist.

Wir könnten diesem Prozess vertrauen. Dem vertrauen, was wir im Herzen hören. Wir könnten weniger Tun und mehr Sein. Tun bringt nicht immer die erwünschten Ergebnisse. Wir könnten aufhören, Dinge zu erzwingen, zu manipulieren, zu bedrängen, voranzutreiben. Wir könnten aufhören, intensiv über Dinge zu grübeln, sich Sorgen zu machen. Geschehnisse herbeiführen wollen, heißt: Kontrolle ausüben. Kontrolle klappt nicht. Damit können wir sogar verhindern, dass es eintrifft. Etwas trifft nicht ein, es trifft nicht so ein, wie wir es wollten und uns erhofften. Wir können davon ausgehen, dass wir mit Kontrolle kein besseres Ergebnis erzielt hätten.
Oft bekommen wir das, was wir wirklich brauchen und häufig bekommen wir noch Besseres. Indem wir loslassen…. Herzenswünsche werden zu Seiner Zeit und auf Seine Weise erfüllt.

Sehen braucht Zeit

Bruecken

Liebe, Liebe, Liebe. Ich höre mich mit leisem Vibrieren in der Stimme diesen kleinen Refrain singen. 528 Hz. Gesund. Ich  singe ihn noch einmal, ganz sanft. Es ist fast wie ein Tanzen.  Der richtige Zeitpunkt im Leben eines Menschen ist sehr wichtig.
Ich landete im Abstand zwischen zwei Gedanken und versuchte meine innere Person zu erreichen.  Blaues Licht (Intellekt), grünes Licht (Fühlen) – sei glücklich. Harmonisiere dich. Verheirate diese beiden Seelenanteile.

Befreiung aus der Welt der Maya, der Wünsche, der Illusion. Meine  Wünsche sind die Ursachen all meiner Probleme. Sie entspringen nicht meinem wahren Selbst. Sie sind mit meinen körperlichen und persönlichen Bedürfnissen gekoppelt, las ich erst jüngst.

Oh, glauben Sie  besser nicht, das sei nur mein Problem.  Die Augen sehen alles, aber sich selbst können sie nicht sehen.
Und wie könnte es auch anders sein? Dass wir da manchmal durcheinander kommen – nun, mich wundert`s nicht.
Wer sind wir denn  in Wirklichkeit? Wir sind drei Personen.  Die, für die wir uns halten. Die für die die anderen uns halten und die, die wir wirklich sind.  Dann noch der starke Eigen-Sinn. Wie häufig wollen wir selbst den Zeitpunkt bestimmen, statt auf unsere innere Uhr zu hören?

Alle drei eins werden, das ist die eigentliche Arbeit. Dann wird es Frieden und Segen geben.

Heute ist  ein guter Tag dafür. Ich spüre es.

Meine Mutter sagte immer:  Wenn jemand hungrig ist, sollte man ihm zunächst nur wenig zu essen geben. Wenn er sofort alles auf einmal bekommt, wird die Gesundheit darunter leiden. Manchmal ist es  besser nur einen Schluck  auf einmal zu bekommen. Glauben und Vertrauen soll ich.  Alles, was ich brauche, werde ich bekommen.  Wenn nicht morgen, dann eines Tages irgendwann einmal.  Alles zu seiner Zeit,  zur rechten Zeit. Du hast Kraft. Vertraue auf dein inneres Gefühl. Darauf kommt es im Leben an.

In jedem Leben jeden Menschens gibt es einen natürlichen Rhythmus und Zeiten, in denen er für gewisse Lektionen empfänglicher ist. Wir können uns anstrengen wie wir wollen, wenn es nicht an der Zeit für uns ist. Die Lektion heißt Geduld.

Betrachteten wir uns als Glühbirnen mit unterschiedlichen Leistungen, leuchteten einige mit 20, die anderen mit 40 oder mit 60 Watt- je nach unserer individuellen Entwicklung.  Nur vergessen wir nicht, dass die Energie,  die uns leuchten lässt, immer die gleiche ist, ungeachtet der individuellen Leistung.  Mit anderen Worte: das Licht, das in uns leuchtet ist Gott, ist die Schöpferkraft, ist das Licht einer höheren Intelligenz, eines höheren Bewusstseins,  aber wir geben das Licht mit unterschiedlicher Intensität wieder.

Unabhängig sein von Äußerlichkeiten ist die Freiheit.  Je weniger zahlreich die Wünsche, desto größer die Freiheit. Baut die Vorstellungen ab, die ihr voneinander habt. Löst euch von allen Sicherheitssymbolen. Wir Westler sind so zeitfixiert.  Wir hängen der Lustliebe nach. Sie ist kontraktiv oder zusammenziehend, eben schrumpfend, hörte ich in Mexico.

Zwischen Trägheit und Zwangshandlung – irgendwo dazwischen sollten wir uns einpendeln.
Bitte? Träge…. faul….. Zwangshandlungen? Dieser Gedanke traf mich wie ein Blitz aus heiterem Himmel und meine  Reaktionen darauf waren sehr gemischt. Von ein Ding der Unmöglichkeit bis unbehaglich,  arbeitete ich doch hart.  Naja, wohl doch nicht  so sehr gemischt- meine Reaktionen. Ach ja,…seufz….da war es wieder – das Ego mit seinen vielen Vorlieben und Abneigungen.
— Aber…es arbeitete in mir…. was ist denn die Kehrseite von hart arbeiten? Was steckt denn hinter so einer introvertierten Lebensweise? Schutzmechanismus –  mich dem Weltbild anderer nicht anpassen müssen, und darüber letztlich meine Identität wahren. Was ist das Ergebnis, wenn ich wenig Kontakt mit der Außenwelt pflege?  Und ist es nicht eine gewisse Form von Faulheit, wenn man Einzelheiten zu wenig Beachtung schenkt?
Ich bin weit davon entfernt, frei zu sein von den Problemen, die so mancher alles durchleuchtender Scheinwerfer bloß stellt.  Abschütteln Martina. Abschütteln.

singen

Liebe. Liebe.Liebe. Ich singe den Refrain noch einmal. Leise.  Wie soll man sich denn auch zwischen Extremen zurechtfinden?

Weder das eine noch das andere Extrem kann dem Idealbild einer ausgeglichenen Lebensweise entsprechen. Ich schwimme auf einer Welle des intuitiven Wissens. Bleib in Verbindung mit dir. Bleib gelassen, Martina. Praktiziere, was du predigst.

Ich kann mich doch jetzt  nicht einfach in das Problem hineinstürzen und es  mit einemmal rausziehen, wie Unkraut mit der Wurzel, nur weil ich weiß, dass etwas geschehen sollte?  Meine bisherigen Lebenserfahrungen sagen mir, dass ein Ändern von Gewohnheiten, Lebenseinstellungen oder negativen Gefühlen ein Prozess ist, der nur schrittweise vor sich gehen kann. Überhaupt können Wachstum, Heilung und jede grundlegende Veränderung sich nur dann ereignen, wenn das Bewusstsein der Notwendigkeit zu einer Veränderung vorhanden ist.

 atem3

Es gibt keinen Zauberstab, den wir – oder wer auch immer – benutzen könnten, um die Veränderung herbeizuführen. Wahrhaftig sein. Dann können wir auf das Ziel zugehen, der zu werden, der wir in Wahrheit schon sind. Die Hoffnung auf Erfolg ist natürlich immer berechtigt. Die Forderungen des Egos opfern. Es ist eine Frage von: Nicht mein, sondern dein Wille geschehe.

singen1Ich lächelte mir zu wie eine nachsichtige Mutter.
Und mit einem spitzbübischen Augenzwinkern rief ich mir dieses in Erinnerung: Es gibt viele Berge den Weg hinauf. Aus der unbewussten in die bewusste Seinsebene heraufholen. Genau, das ist es. Anschaubar werden lassen.  Richtig anschauen, dann kann man sie erst loslassen. Schonungslos klar und deutlich ansehen.  Reinigung einleiten. Auf emotionaler, auf mentaler, auf körperlicher Ebene.
Das Leben sendet uns Botschaften, die es zu entziffern gilt.

Wir laufen  alle auf so holprigen Straßen. Wir sind mal glücklich, dass wir so hoch springen. Dann geschieht etwas, was wir nicht mögen, und  schon fallen wir sehr tief. Nimm den schwarzven Vogel an und greife nicht nach dem weißen, sagen die Maya.

Stimme dich auf dein Herz ein.
Be happy, whatever happens.
Werde nicht stolz, wenn sich deine größten Träume erfüllen.
Rege dich nicht auf, wenn es nicht so läuft, wie du gern möchtest.
Reagiere nicht mit starken negativen Emotionen, auf Erfahrungen, die dir das Leben vermittelt,
auch wenn du sie nicht magst.
Reden und Klatsch sind nicht nur Verschwendung von Zeit, sondern unnötig verschwendete Energie
Gefühlsregungen wie Zorn, Gier, Neid, Eifersucht bedeuten ebenso einen riesigen Energieverlust.
Keiner ist Besonderer oder Liebenswerter. Keiner!
Machen wir uns keine Konkurrenz.
Entledige dich der vielen dicken Wunschschichten, die das innere Licht verdunkeln.

Ich beeile mich hinzuzuschreiben, dass es viel leichter ist, darüber zu schreiben.

Das Loslassen von Wünschen klingt natürlich sehr viel einfacher, als es in der Tat ist.
Wir alle klammern uns so fest, woran wir glauben, dass wir es brauchen und widersetzen uns stark den Dingen,
von den wir befürchten, dass sie uns einholen.

Ich habe nicht die geringste Ahnung, wie lange es dauern wird, aber ich arbeite weiter daran.
Wenn dies für mich gilt, wie wäre es mit Ihnen?
Ziehen Sie die äußeren Sicherheitsymbole vor?
Verspüren Sie auch Lust, die Verbindung mit
Ihrem Inneren aufzunehmen und an sich weiterzuarbeiten?

Alle Wege führen nach Rom, heißt es. Geben wir nur gut Acht darauf, diesen Weg nicht einzig
als römische Ferien zu genießen.
Ziehen wir lieber neue Anregungen aus dieser abenteuerlichen Reise,
um zu erkennen, was es bedeutet, Mensch zu sein.

Umgehen Sie Ihr Herz nicht.
Dort sitzt die natürliche Quelle der Liebe.
Dort sitzt IHR Goldklümpchen.
Wir habe da so zwei Blasebälge – unsere Lungen  – die können uns helfen,
das Goldklümpchen funkeln zu lassen.
Jeder Atemzug kann uns zu unserem Herz führen.

Sei der Grund

Sei der Grund

Schottland. Foto: Kunze

Meine kluge Freundin reißt den Lenker herum, schießt auf dem bockenden Rad zwischen die Reihen der Sträucher, die zu ihrer Linken stehen. Sie rutscht vom Sattel, dreht sich zu mir und rührt sich nicht mehr, bis ich sie  ansehe und frage: „Alles klar bei dir?“  Ihre Beine heben und senken sich in schnellem Rhythmus. Es soll ihren Muskelaufbau fördern, aber auch um ruckartig reagieren zu können,  erklärt sie allen bei Nachfrage. „Nichts geschieht zufällig. Überall schlummert Ordnung.“  Ich schaue sie überrascht an. „Wer sagt das?“
„Ich habe darüber gelesen, meine Liebe.“
„ Gelesen!“
„Ja.“
„Hier draußen findet gerade ein Frühling statt. Es ist Vormittag, die Stunde des Muts, hier und da ein gelber Schmetterling, ein paar Gräser, die glitzern. Um mir das zu berichten, fährst du ZickZack?“ sage ich und wundere mich über meine Ruhe.
„Na höre mal. Ich bin gerade dabei die Ausbreitung von Unordnung einzudämmen. Ich gebe meinem  Karma eine positive Richtung. Alles soll doch in Harmonie mit meinem eigenen Dharma sein , ähm Dharma –  die Kraft, die das Universum regiert, kennst du ja“, sagt sie, unwillig über die Unterbrechung. „Du weißt doch, manchmal, wenn ich mich leer an die Arbeit begebe, bin ich mit einem Schlage voll: Ideen ergießen sich wie ein unsichtbarer Schauer über mich und dringen von oben in mich ein.“
„Stilistisch ganz außerordentlich, Ö-ö-nemarie, aber der Ausspruch ist bereits von Philo von Alexandrien überliefert“
„ Ach ja. Also weiter: Diese ordnende Kraft hat auch einen Namen. Global Scaling. Das Universum ist logarithmisch und skalenvariant aufgebaut. So etwas wurde früher nur an russischen Eliteuniversitäten gelehrt. Aber jetzt können wir alle darüber lesen. Die Mathematik hat im gesamten Universum Gültigkeit.
„Was heißt das? Wenn die Nacht vorbei ist, wird Tag sein? So neu ist das ja man nun nicht.“
„Es heißt, nicht nur die Bewegung von Planeten ist genau festgelegt, sondern beispielsweise auch die Form von Pflanzen und Blüten. Blüten sind nach demselben unsichtbaren Schema geformt wie bestimmte Wasserklangbilder – dabei wird Wasser mit bestimmten Frequenzen in Schwingung versetzt, es entstehen feste „Klangbilder“. Sie wachsen sozusagen in ihr vorgegebenes für uns unsichtbares Feld hinein.“
„Und kannst du mir auch erklären, warum die Planeten rund sind? “, frage ich.
„ Weil die Anziehungskraft damals vor vielen, vielen Millionen von Jahren in alle Richtungen gleichmäßig wirkte. Und die Gesteinsklumpen, später dann Brocken, die sich gegenseitig anzogen, gar nicht anders konnten, als sich rund zu formieren, meine Liebe. In der Nacht sind wir umgeben von einhundert Milliarden Sternen. Um uns herum existieren round about einhundert weitere Galaxien. 100 Milliarden Sterne x 100 Millarden Galaxien machen zusammen 10 Trilliarden Sterne im Universum. Das entspricht der Menge aller auf der Erde anzufindenden Sandkörner. Es würde viereinhalb Jahre dauern, wollten wir das nächst liegende Sternensystem besuchen.  Alles begann mit Staub. Vermutlich waren wir auch irgendwann einmal Sternenstaub. 100 Millionen Jahre nach dem Kollaps der unregelmäßigen Gas- und Staubwolke hat die ordnende Kraft der Gravitation das Sonnensystem geformt. Geblieben ist die regelmäßige Bewegung der Planeten um die Sonne. Auch sie diktiert durch die Schwerkraft.“

„Wir hingegen sind vor allem durch unser EGO geformt.“, sage ich. “ Es ruft ständig: Zeige mich. Lass mich wer sein. Ich habe, also bin ich. Bewundert mich, mein Auto, mein Haus, meine Frau, meinen Mann. Wir bilden uns ein, wir beschreiten den Königsweg und rennen dabei in Sackgassen.“

Was Menschen bewegt

Wäre es nicht schön, wenn jemand sich seinem Weg ganz anvertrauen könnte? Wie ein Fluss in seinem Bett. Laotse , der halb legendäre Philosoph, der von 604 bis um 520 v. Chr. gelebt haben soll, beobachtete die Natur und brachte so auch einiges an Lebensweisheit in seinem Tao Te ching, dem Buch des großen Weges, unter. Weisheiten, die heute aktueller denn je erscheinen.  Der Name Laotse , ausgesprochen Lautzu, bedeutet ‚alter Mann‘.  Es lohnt sich, diesem weisen Mann zuzuhören.

laotzi

Zum Beispiel die Angelegenheit mit dem Wasser, Vers 66: „ Why is the sea king of the hundred streams? Because it lies below them.”

Ströme und Meere sind die Könige aller Bäche. Dass kommt daher, dass sie sich gut unter ihnen halten können.  Ein sanfter Gedanke. Das Meer lässt alles Wasser auf sich zukommen.  Das Meer erlaubt dem Bach, dem Fluss, dem Strom, sich in ihm zu leeren. Möglich wird es dadurch, dass es – das Meer- sich unten hält.

 

                                                                                                                                                           Low and slow

Lass das Leben auf dich zukommen. Etwas weniger einmischen, etwas weniger ehrgeizig, etwas weniger Ego, etwas weniger im Laufrad. Dafür etwas mehr ‚Erzähle mir mehr von dir‘, etwas mehr Gelassenheit, etwas mehr Vertrauen in den Fluss des Lebens. Etwas mehr Vertrauen in dich selbst und in das, was du tust.  Etwas mehrVertrauen in den Alltag hineintragen  Die Dinge kommen zu dir. Wie das Wasser, das in seinem unbeirrten Anschmiegen an den Weg fasziniert.  Es ist der friedvollste Ort, an dem man sich aufzuhalten vermag.

Sind Sie schon einmal einem Menschen begegnet, der Ihnen das Gefühl gab, es gibt in diesem Leben nichts zu fürchten. Einem Menschen, der diese Überzeugung durch seine ganze Haltung, sein ganzes Sein ausstrahlt? Diese innere Freiheit, anmutig und gelassen, mit einer inneren Weite?  Weckt es in Ihnen eine ziehende Sehnsucht? So frei werden zu können? Das wäre Gelassenheit.

Kein Stein, kein Brückenpfeiler, nicht einmal ein Damm ist ein Hindernis. Wasser weicht aus, verliert aber keinen Blick lang seine ganze Kraft nach vorne. Und wenn es sich eindreht in eine Bucht oder einen Strudel, scheint das eine selbstverständliche Pause, eine willkommene Rast zu sein. Das Wasser gibt sich seinen Weg vollkommen hin.

Ich weiß, dass dieses vollkommene Vertrauen vollkommenes Glück bedeuten würde.  Manchmal gelingt es mir. Und manchmal gelingt es mir nicht. Dann will ich steuern, mehr tun, die Dinge erzwingen, Einfluss geltend machen, manipulieren – und plötzlich finde ich mich wieder in diesem seltsamen Laufrad. Mein Körper und  meine innere Stimme versuchen es mir zu sagen, aber ich höre nicht immer auf beide.

Wer vertrauen kann, muss dem Himmel ganz nahe sein.

Es muss feste Bräuche geben, sagt der Fuchs zum kleinen Prinzen bei Saint-Exupèry, denn ohne Rituale „kann ich nie wissen, wann mein Herz da sein soll“.

Wir sind auf die verlässliche Bezogenheit des anderen angewiesen. Auf den versprochenen Anruf, der sehnlich erwartet wird. Auf die Anteilnahme, auf das Zuhören und Mitfühlen,  auf die Spaziergänge, auf die wir uns doch freuen.

Sei der Grund, auf dem ich gehe.

der mich trägt,

auf dem ich mich ausstrecke ab und zu,

um zu spüren, dass ich da bin

und dass du Geduld hast.

Geduld – so tief und fruchtbar,

so dunkel und duftend

wie Ackerboden vor der Aussaat.

(Thomas Weiß)