Am Anfang unserer Wahrnehmung steht der Reiz.

Am Anfang unserer Wahrnehmung steht der Reiz.

Es sind unsere im Unterbewusstsein eingeprägten Vorstellungen, Überzeugungen, und Ansichten, die wir nach außen projizieren und dann im Raum Gestalt annehmen.

Rezeptoren, Sinneszellen sind Zellen des Körpers. Vermittlungsprozesse treten hinzu.

Auf der wirklich sicheren Seite befinden wir diese Vermittlungsprozesse unserem Herzen überlassen! Wenn wir uns gewahr sind und aus dem Herzen heraus handeln.

Ein guter Grund doch lieber auf Ihre Herzstimme zu hören, könnte der folgende sein:

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Sprechen Sie  einmal die Farben laut aus, die sich hinter den jeweiligen Buchstaben befinden.Nur zu….ich bin gespannt! Seien Sie es doch bitte auch! Nicht lange überlegen….

Na, wie erging es Ihnen?  Unangenehm, was? Der Verstand brauchte vielleicht eine Weile? Ein Phänomen zwischen den beiden Gehirnhälften. Die stehen nicht selten in Konflikt miteinander.  Die rechte Hirnhälfte versucht die Farben zu sagen. Die linke beharrt darauf, die Wörter zu lesen. Der Effekt wird Stroop-Effekt genannt, nach J. Ridley Stroop, der 1935 Neigungen bei Farb-Wort-Interferenz messen wollte. (Quelle: Panoptikum.net)

Gut, noch etwas! Man kann Betrachtungen umspringen lassen. Häufig sehen wir mit unseren Augen 2-D, unser Gehirn macht daraus das räumliche Objekt.

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Spirale oder Tunnel?

Das war überhaupt nicht anstrengend, oder?

Wir nehmen aus bestimmten Zuständen heraus wahr. Aus dem Gefühl der Liebe, des Ärgers, der Angst, der Wut, hinter der sich zumeist viel Traurigkeit verbirgt. Die Wahrnehmung hängt vom sozialen Umfeld ab. Man gelangt zu Meinungen, Absichten, Einstellungen, Eigenschaften und zu seiner momentanen Stimmung. Wahrnehmung ist zu großen Teilen erlernt und können- wir uns allen bekannt, wenn auch nicht immer bewusst –  beeinflusst werden. So können zum Beispiel Kamerabilder mit viel Druck auf die Haut eines Blinden projiziert werden, und mit viel Übung zur räumlichen Wahrnehmung führen. Meditationstechniken führen zu einer Schärfung der Wahrnehmung.

Meditation ist nicht von einem dunklen Geheimnis umgeben Wir alle meditieren. Stehen Sie morgens auf und nehmen sofort die Zeitung zur Hand, lesen die Schlagzeilen?  Sind Sie sogleich in ihre Gegenargumente vertieft – nicht einmal die Stimme Ihres Partners hören Sie? Das ist das Paradebeispiel für eine Meditation mit negativen Resultaten. Verdauungsstörungen sind keine Folge der Zeitungsmeldungen, sondern eine Folge der aufgewühlten Gedanken in Ihrem Kopf. Brühen Sie sich jeden Morgen eine Tasse Kaffee auf und gehen ohne dieses tägliche Ritual nicht aus dem Haus? Ist diese morgendliche Tasse Kaffee Entspannung für Sie. Zen aus der Tasse.
Wahrnehmung ist eine selbst gemachte Erfahrung.

Der Politiker, der Wissenschaftler, die Hausfrau, selbst der Atheist, der materialistische Geschäftsmann. Jeder Mensch meditiert, wenn auch nicht immer in nutzbringender Weise. Allerdings meditieren nicht alle von einem spirituellen Standpunkt aus. Wir meditieren über alte Verletzungen, Ärgernisse, Ressentiments, Klagen, über verlorene Gerichtsverfahren, über eine Reifenpanne, über den dummen Nachbarn, über die finanziellen Einbußen infolge des Aktienmarktes, und all die Fehler, die wir machen, ohne zu wissen, dass wir sie dadurch nur vergrößern.
Unsere innere Rede verdichtet sich zum einem Klang – das heißt: Ihr stilles Selbstgespräch manifestiert sich immer in Ihrer Erfahrung. Sie sind das, worüber Sie den ganzen Tag nachsinnen. Benutzen Sie das Wort Frieden, wiederholen Sie es für 15 bis 20 Minuten lang, und Sie werden ganz entspannt und friedlich.

Wir nehmen Menschen in ihren Rollen wahr. Die Hausfrau, der Richter, der Trinker, die Rentnerin. Wir nehmen strenge Gesichtszüge wahr. Wenn jener Mensch humorvoll ist, sind wir überrascht. Einiges wirkt so stark auf uns, dass wir weitere Merkmale gar nicht wahrnehmen. Von unseren Augen werden wir manchmal getäuscht.

Kommen SIe doch bitte ein kleines Stück näher an Ihren Bildschirm und schauen Sie auf den schwarzen Punkt. Nein, nicht mit Ihren Augen an der Mattscheibe kleben. Zuuurückk, bitte!  …ein kleines Stück.  Nehmen Sie Ihr Gesicht vor und zurück. Und los geht`s!

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Grafik von Leonid Korzezkij, Quelle:Panoptikum.

Wie viele schwarze Punkte sehen Sie?

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Die Frage nach den schwarzen Punkten war nur eine rhetorische Frage. Es gibt keine schwarzen Punkte.
(Scintallation Grid. Diese Gitter ist eine Weiterentwicklung des Hermann-Gitters nach Ludimar Hermann (19.Jhdt.), Physik unserer Zeit. Quelle:Panoptikum.)

Und jetzt folgt der Knaller:  Ein Bild von Leonardo da Vinci

Keine Sinnestäuschung. Wohl eher eine Täuschung unser Kirchenväter.

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Quelle: PM Magazin Juni 2006, http://www.panoptikum.net/maria-magdalena/

Wir blicken hier auf das Abendmahl. Jesus mit seinen 12 Jüngern. Direkt neben Jesus sitzt aber noch eine Frau mit an seinem Tisch.
Es gibt zahlreiche Bilder aus dem 14. Jahrhundert und älter, in dem direkt neben Jesus eine Frau sitzt.

Nun möchte man fragen, was hat die Künstler jener Jahrhunderte dazu bewogen, eine Frau neben Jesus zu malen? Im Jahr 2012 entdeckte Professor Karen King in Harvard auf einem koptischen Papyrus-Fragment aus dem 4. Jahrhundert, gefunden in Ägypten, den Textteil Jesus sagte zu ihnen: »Meine Frau…«
Danit ist nicht wissenschaftlich belegt, dass Jesus verheiratet war, sondern dass jene Schreiber dachten, Jesus war verheiratet. Erst 100 bis 150 Jahre später wurde in den Chroniken von Schreibern aus Jesus ein unverheirateter Mann. Nun kann man fragen, was die Gründe dafür waren?

Geräusche, Farben, Berührungen – unsere Antennen sind immer auf Empfang. In Berlin  undMünchen gibt es bereits eine Discothek für Hochsensible. Die Lautstärke ist dort nur auf Zimmerlautstärke und man darf nur barfuß tanzen.  Eine Fahrt in der S-Bahn für hochsensible Menschen kommt eine Explosion gleich. Ein Feuerwehr entzündet sich in ihren Gehirnen. Fragen um Fragen. Die Festplatte ist nach kürzester Zeit ausgelastet. Hochsensiblen fehlt ein Filter, der einen vor Unwichtigem schützt. Sie nehmen nahezu alles auf.

Die Frage bleibt: Wie wirklich ist die Wirklichkeit? ….Wenn wir Teil aus dem  Ganzen sind und die Welt zugleich in uns ist.

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Paul Watzlawick (1921-2007), Buchautor: Vom Unsinn des Sinns.Anleitung zum Unglücksein.Wie wirklich ist die Wirklichkeit. Seine Büchen sind hochspannend zu lesen.

 

 

 

Paul Watzlawick sagt: Wahrnehmung ist niemals die Abbildung von Realität, sondern Konstruktion aus Sinnesreizen und Gedächtnisleistung. Jede Wahrnehmung ist subjektiv. (radikaler Konstruktivismus)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Quelle:www.slideshare.net

In diesem Versuch  verliefen 2 Durchläufe normal. Danach wurden die Teilnehmer  bis auf einen Probanden instruiert, eine falsche Antwort zu geben.

Entweder  widerspricht der Proband.  er fühlt sich gestört in seiner Wahrnehmung. Oder er stimmt der falschen Wahrnehmung zu, weil er glaubt, sich zu irren. Er wird unsicher, oder weil er in Harmonie zur Gruppe stehen will.

36,8 Prozent stimmten der Gruppe zu.

 

 

Die Landkarte ist nicht das Gebiet

Wie kommt es, dass einige Menschen Angst vor Gruppe haben und andere  können ganz entspannt vor einer Gruppe reden? Die eine Person sieht schon die fletschenden Zähne eines Hundes, die andere den treuen Hundeblick.  Nicht der Hund ist der Grund der Angst, sondern die Wahrnehmung. Unser Unterbewusstsein ist je anders konditioniert. Der eine braust auf, der ander schweigt. Unsere unbewussten Überzeugungen diktieren unsere bewussten Handlungen. Wir leben nicht mit Menschen, sondern mit unseren Ansichten.

Unsere gewöhnliches Wahrnehmung funktioniert aus buddhistischer Sicht wie folgt: Der buddhistische Meister Rangjung Dorje formulierte dies im 14 Jh. zusammenfassend folgendermaßen: „Zwar nimmt das Bewusstsein ein Objekt wahr, seine Besonderheiten werden jedoch von den geistigen Faktoren konstruiert.“3 Der historische Buddha soll pointiert gesagt haben: „Es ist unser Geist der die Welt erschafft.“ Nach dieser Sichtweise existiert also nichts unabhängig von unserer subjektiven Wahrnehmung, aus sich selber heraus

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Aus diesem Wahrnehmungsprozeß ergibt sich dann unsere subjektive, interne Repräsentation – dass was wir für die Wirklichkeit halten – auf die wir dann mit Gefühlen und Handlungen reagieren.
Was dies bedeutet, hat schon vor sehr langer Zeit schon Marc Aurel sehr treffend formuliert „Das Glück Deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab.“

Und Paul Watzlawick schreibt dazu „Aus der Idee des Konstruktivismus ergeben sich zwei Konsequenzen:
Erstens die Toleranz für die Wirklichkeit anderer – denn dann haben die Wirklichkeiten anderer genauso viel Berechtigung als meine eigene.
Zweitens ein Gefühl der absoluten Verantwortlichkeit. Denn wenn ich glaube, daß ich meine eigene Wirklichkeit herstelle, bin ich für diese Wirklichkeit verantwortlich.“

Wir nehmen nicht nur b l o ß  Sinneseindrücke auf. Unsere Wahrnehmungssysteme sind in hohem Maße ein aktiver interpretativer Prozess.  Und sie sind kontextabhängig.

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Manchmal sehen wir auch Objekte, die gar nicht da sind. Wie die Scheiben an den Schnittstellen der Linien.

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Die wundersamen Wirkungen unseres Geistes….

Ein anderes interessantes Wahrnehmungsphänomen ist die sogenannte „Change Blindness“, also Veränderungsblindheit. In realen Alltagsszenen übersehen Menschen oft selbst sehr deutliche Veränderungen. Ein eindrucksvolles experimentelles Beispiel: Ein Mann fragt einen Passanten nach dem Weg. Während der Passant ihm den Weg erklärt, wird zwischen den beiden eine große Tür vorbei getragen. Der Mann, ein „Komplize“ des Versuchsleiters, versteckt sich währenddessen hinter der Tür und wird gegen einen anderen Mann ausgetauscht – ohne dass der Passant etwas davon merkt – ihm entgeht der Wechsel vollkommen. (Quelle: Dr. Maren Franz. 2006 Personentausch-Video von Daniel Simons http://viscog.beckman.uiuc.edu/grafs/demos/12.html Versuche der University of Illinois http://viscog.beckman.uiuc.edu/djs_lab/demos.html)

 So wählt euch heute, wem ihr dienen wollt. (Josua).  Sie haben die Wahl das Glück zu wählen. Klingt einfach – ist es auch!

Nein, erlauben Sie sich heute keinen „schwarzen Alles-wird-Schiefgehen-Tag“. Streichen Sie den Gedanken aus Ihrem Kopf: Ich werde keinen Erfolg haben…Jeder ist gegen mich…“ Verbinden Sie sich mit dem Guten. Nehmen Sie Gutes wahr! Schauen Sie aus dem Fenster und bekräftigen Sie sich:

Das ist heute ein Tag für mich. Ich ziehe alles an, was mir wohltut. Jeder meiner Unternehmungen wird zum Erfolg führen. Wählen Sie das Glück. Seien Sie fröhllich und strahlen sie.  Die Art und Weise,wie wir denken und fühlen, über uns selbst, über andere und die Welt im Ganzen, bestimmt unsere Gemütsverfassung. Richten Sie Ihre Wahrnehmung immer wieder auf Glück und nicht auf Mangel und Begrenztheit. Die Welt ist so, wie wir sie sehen.
Gut!  Dann können wir unsere Welt selbst gestalten. Ihre Welt aus einer mentalen Sphäre, Gedanken, Gefühlen, Empfindungen und Überzeugungen, Ihre Auffassen über das Leben im Allgemeinen und dessen Umstände im Besonderen.  Wünschen Sie sich glücklich zu sein! Machen Sie sich frei von den Meinungen anderer Menschen. Nicht deren Wahrheiten machen uns glücklich, sondern die einfachen Wahrheiten des Lebens. Erwarten Sie jeden Morgen das Glück. Achten Sie auf Ihre inneren Selbstgespräche. Ersetzen Sie alte Reaktionen durch neue.

Meine liebe Maya-Frau, Senòra Mildred, in Mexico sagte mir: Alles ist Harmonie. Alles, worauf es ankommt, ist Harmonie.  Das ist die Wahrheit.

Sie will in Erscheinung treten durch Frieden, Gesundheit, Liebe, Freude und Glück.

Tief im Innern wissen wir, um wen es geht! Nicht andere Menschen, sondern Neid, Eifersucht, Verachtung, Groll und Wut rauben uns  Harmonie, Frieden, Freude, Gesundheit und Glück

Sieh im Nächsten dich, und alles ist gut.

In diesem Sinne.

Das Leben ist alles.

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Das Leben ist alles und es ist das Gegenteil von allem. Es ist fantastisch und grausam. Es ist Glück und Leid. Nun, Erfahrungen sind überhaupt nur in einer Umgebung möglich, in der es Gegensätze gibt. Ohne Dunkelheit kann man Licht nicht erfahren. Oben gibt nur einen Sinn, wenn Unten existiert. Wir brauchen ein Leben lang, um zu begreifen, was es zu begreifen gilt. Wir erfahren Begrenztheit, sind gefangen in Überheblichkeit und weben unsere Geschichten aus unseren Illusionen. Das tun wir mit großem, schrecklichem Ernst. Und immerfort wartet das unverstellte Leben geduldig auf uns.

Häufig erschaffen wir uns einen falschen Weg, um unsere ‚falsche Sicht‘ der Dinge aufrechterhalten zu können. Wir setzen unsere ganze Energie dafür ein, „dorthin“ zu kommen, weil wir meinen, das Leben spiele sich irgendwie ‚dort‘ ab.  ‚Dort‘ sei es goldener als das ‚Hier‘ Unsere Egos haben uns dabei fest im Griff. Wir sehen das Licht überall, außer, wo wir sind. Irgendwann dann stecken wir fest und erkennen – bestenfalls – dass das Leben sich immer dort abspielt, wo wir sind, egal, wie weh es tut. Uns wird nichts vorenthalten.

Unsinnige Konditionierungen, Eigennutz, destruktive Gedanken. Vorgefasste Ansichten. Schlagworte. Neid. Schützen, bewahren, besitzen, statt zu genießen. Die größte Form von Ignoranz überhaupt: urteilen über Menschen, die man überhaupt nicht kennt.
Vermutlich ist es Bestandteil des Menschseins, das wir das Leben verzerren mögen.  Unsere Sicherheitszonen, die wir weiträumig gezogen haben, weil wir auf keinen Fall unter der Ungewissheit, vom Leben ums uns herum möglicherweise verletzt zu werden, leiden wollen.

Selten sehen wir die Dinge, so wie sie sind. In alle ihrer Schönheit.
Den Vater, der 20 cm hohe Bäume gießt, die erst in einhundert Jahren ausgewachsen sein werden. Die Freundin, die zuhören kann wie ein See. Die alten Hände deiner Großmutter – vielleicht das älteste, was du in deinen Händen zu halten vermagst. Raum zu geben, damit jemand für sich selbst herausfinden kann, was es bedeutet, menschlich zu sein und Fehler zu vergeben. Sich ändernde Gesichtsausdrücke, die dich am Ende deines Bettes anblicken, während du dich von deiner Krankheit erholst. Eine Freundin, die sich zu einer inneren Musik dreht, lachend, die Arme weit geöffnet, in dem Versuch, die Welt zu umarmen. Augenblicke, nicht Worte.

Was sehen wir in anderen Menschen? Was nehmen wir von ihnen wahr? Womit fördern wir das Beste in einem anderen Menschen? Welche Lichtpunkte erkennen wir in ihnen?

Wie oft wird unser Gefühlsleben von der Fliegenklatsche oder von der Angst beherrscht? Wie oft töten wir Teile in uns, wie oft verjagen wir alles, was sich bewegt?  Wie oft tanzen wir mit uns Nahestehenden, aber auch mit Fremden, aus Angst einen wegscheuchenden Tanz und lassen die Dinge nicht an uns herankommen?

 

Manchmal ist Stille eine gute Antwort.

Was gesagt werden muss (Teil2)

Was gesagt werden muss (Teil2)

„Jeder Mensch ist in unserem Leben entweder ein Test, eine Herausforderung oder ein Geschenk. Du bist alles zusammen“,erkläre ich.  Das saß.
Ich sollte auf etwas hinweisen. Vor mir stand ein riesiges Stück Erdbeertorte. Der Schaum meines Cafè Latte klebte an meiner Oberlippe. Meinem Nokia war bereits die Energie ausgegangen. Wir saßen seit viereinhalb Stunden im Kaffeehaus.
„Das ist  soooo was von sexy“, meinte Önnemarie. Ihr Grinsen verschwand und wich  einem finsteren Stirnrunzeln. Sie warf  ihre rotblonden Haare über die Schulter. Offensichtlich hatte ich einen empfindlichen Nerv getroffen. Ehrlich gesagt, so anstrengend wie sie auch manchmal ist, und manchmal fehlt ihrem Haar kinetische Energie, aber wenn sie mir mit ihrem Shirley Temple Lächeln ins Gesicht blickt, möchte ich keine andere kluge Freundin an meiner Seite wissen.  Andere sind langweilig wie eine Salzstange. Sie nicht. Sie ist witzig, mit einem lieben Lächeln ausgestattet, ihre Geisteblitze inspirieren mich,  sie deutet nur allzu gerne E=mc² in E=mc³+² um und weckt mich jeden Samstag mit dem großen Diagramm einer Plasmakugel, ich noch mit  dem Geradebiegen meiner Arme aus der Schlafstellung heraus beschäftigt , sagt sie mir  mit einem Achselzucken: Gut. Dann soll es eben nicht sein. Wenn man mit jemandem nicht richtig reden kann, wie soll man dann.., dazu ist sie noch beschenkt  mit einer auffallenden Neigung, alle elektrischen Geräte kaputtzumachen. Ich find sie nett. Ja, echt nett.
Sie schenkte mir gerade kein Lächeln.
„Darum geht es doch überhaupt nicht!“, protestierte sie.
„So, worum geht es denn dann?“, fragte ich.
„Oh man“, seufzte sie. „Es geht ums das Leben.“
„Ja, klar ich bin ein Wirbel aus intergalaktischem Staub, ein Hauch dunkler Materie und unsere Begegnung ist garantiert kein Zufall. Ich brauche eigentlich gar kein Erinnerungsvermögen. Ich habe dich in meinem Leben.“
„Jesus. Du hast es endlich verstanden! Schiebe niemandem die Schuld in die Schuhe. Ich bin nicht zufällig in deinem Leben. Wir bekommen, was wir uns wünschen. Es mag ein wenig dauern, aber es kommt in dein Leben.  Morgen, nächste Woche, nächsten Monat, vielleicht erst nächstes Jahr oder erst im nächsten Leben. Dies ist eins von den gefährlichen Gesetzen.   Du wünschst dir Wissen? Dein Kopf wird zu einer großen Bibliothek werden. Nichts als Wörter und Wörter und Wörter, aber nichts Handfestes. Und dann leidest du. Du wünschst dir Unabhängigkeit. „Selig die Unabhängigen und Erwählten sagte Jesus.  Du wirst vermutlich ein Erdbeben auslösen. Oh, die Gesellschaft wird sich an deine Fersen heften. Sie gestattet niemandem, unabhängig zu werden. Du wirst ihnen ein ungutes Gefühl geben, wenn du zu einem Unabhängigen wirst, weil deine bloße Anwesenheit sie an ihrer Existenz zweifeln lässt.“ Nur weil deine Wünsche in Erfüllung gehen, wartet nicht per se das einfache und glückliche Leben auf dich.“

„Ich stehe also in einer Schlange von Wünschern?“ Die Frage blieb in der Luft hängen.  Ich schluckte krampfhaft eine Erdbeere hinunter.

„Alles, was wir begreifen müssen für dieses Leben wurde uns mitgegeben. Es ist da. Auch wenn wir es nicht sehen können. Alles, was wir je brauchen werden, tragen wir in unserem Inneren. Wir müssen uns nur darum kümmern, ständig, nicht nur sporadisch. “

„Ich soll mich um etwas kümmern, das ich weder sehe noch hören noch berühren kann? Und überhaupt, wenn alles eine Illusion ist. Kannst du mir sagen, wie ich in diesem falschen Theater und mit diesen falschen Gesichtern Erfolg haben soll?“ Ich klappet den Mund auf, doch plötzlich war weg, was ich noch sagen wollte. Mein Magen knotete sich zusammen.
Irgendwann wird einem sogar das Seltsame vertraut. „Wir müssen uns ja nicht für das eine oder das andere entscheiden, nicht wahr?“, fragte ich.

„ Du kannst es nicht greifen. Du kannst es nicht hören, nicht fühlen, nicht sehen. Es kommt vom Herzen her.  Werde kein Opfer der Logik, des Intellekts, noch werde Sklave deiner Gefühle. Geh darüber hinaus. Sei einfach. Und um deine Frage zu beantworten, wie du in der Welt der Illusion Erfolg haben sollst. Zunächst, es gibt keinen der Erfolg hat. Selbst die Großen scheiterten und scheitern noch immer. Napoleon scheiterte. Alexander der Große scheiterte.  Banker, die vorgaben vom Bankgeschäft etwas zu verstehen, liessen uns Banken in schlimmsten Zuständen zurück.  Sei einfach nur. Wenn dein Sein stimmt, dann wird alles, was du tust, automatisch stimmen. Wenn du nicht im Zentrum bist, nicht authentisch bist, dann kannst du tun, was du willst, es wird falsch sein. Es ist nicht entscheidend, was du tust, sondern wer du bist. Wenn du dich für eines entscheidest, schließt du zugleich alles andere aus. Wir müssen durch unsere Empfindsamkeit und Empfänglichkeit, selbst für die kleinsten Hinweise, aufmerksam sein. Achtsam sein und zulassen, was immer vor unseren Augen verwandelt wird. Bewegung und Ruhe. Du verstehst?
„Nein.“
„Bring Bewegung und Ruhe zusammen. Es gibt  dann keine Widersprüche mehr in dir.  Wir sind in der Menge, gehören ihr aber nicht an. Wir gehen, aber in unserer Mitte ist keine Bewegung. Mitten in der Welt und ihr dennoch entsagend. Wir haben keine Wünsche und arbeiten dennoch weiter. Ohne jedes Motiv atmen und leben wir dennoch. Bewegung im Dienste anderer. Es gibt keine Garantie, dass das Leben so weitergeht, wie du es gekannt hast. Aber du kannst dir sicher sein, was auch immer durch deine Sinne zu dir kommt, ist ein vertraulichen Zeichen für dich, ein Geschenk, dass dich aufwecken soll und zugleich ein Memento: Eine Erinnerung an die Arbeit, die du zu tun hast.

Alles, was die Quantenphysik und ihre Philosophie in den letzten hundert Jahren wissenschaftlich untermauert, das, worüber sogar große Magazine mittlerweilen berichten mögen, war bereits 500 Jahre vor Christi Geburt Bestandteil der Lehren von Philosophen wie Parmenides oder Empledokes  und anderen Gelehrten jener Zeiten. Es ist Wissen, dass immer schon existierte. Es ist uraltes Wissen.  Innen wie Außen. Unten wie oben. Alles ist in dir. Nichts existiert unabhängig von dir.  Ja, irgendwann musst auch du im 21. Jahrhundert ankommen“, meinte Önnemarie grinsend.
„Spielst du gerade Proteus? Was bedeutet, alles ist in mir?“, fragte ich.
Sie lachte. „Es ist der Senfkorn,  der auf gepflügte Erde fällt…Erinnere dich an deinen Religionsunterricht.  Wir tragen dasselbe Saatkorn in uns. Das gesamte Universum ist in dir.  Und um dich gänzlich um deinen Verstand zu bringen, nicht wir sind in die Welt geboren. Die Welt ist in uns geboren worden.“ Worüber sich meine kluge Freundin köstlich amüsierte.

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Thailand. Quelle:CBS

„Ich glaube, ich könnte Buddhistin werden“, unterbrach ich sie.

„Ach,  der verlorene Sohn, die verlorene Tochter mit Facebook-Profil?…..Wie dem auch sei…die Realität liegt jenseits unserer Existenz. Erkennen können wir nur aus unserer innersten Daseinsquelle.  Es gibt keinen anderen Weg. Alles andere sind Täuschungsmanöver. Techniken der Selbstverteidigung, Panzer, rings um dich. Aber auf welchen Punkt läuft dieses Leben hinaus? Was erreichen wir dadurch? Nichts wirklich Gutes.

Mit all jenen Erkenntnissen erhalten die Worte Jesu eine ganze andere Substanz für mich“, sagte sie.  Jesu gehörte zur Schule der Essener. Die Quantenphilosophie sagt: Der Geist schafft Materie. Nun, Jesu sagte nichts anderes:  Wenn das Fleisch um des Geistes willen ins Dasein gekommen ist, so ist es ein Wunder aller Wunder… Das Bewusstsein ist die Quelle, die Welt ein Nebenprodukt.
Geht hin und heilt Menschen –  Geht hin, und gebt ihnen ihr Zentrum. Wir sind  so sehr in Gedanken und in der Welt verstrickt, wir sollten im Sein wurzeln. Denkt an das, was aus euch herausgeht, kümmert euch nicht so viel darum, was hineingeht. Wie transformieren wir Beleidigungen? Kommt Liebe oder Hass?  Worauf es ankommt, ist, nie zu vergessen, dass du es in dir verwandeln musst. Wenn du nur ständig darüber grübelst, was hineingeht, entwickelst du nie Seinspotential.  Nur Lügen tun geheimnisvoll. Die Wahrheit ist immer wie eine offene Hand, sie ist niemals wie eine Faust. Und er sagt: Wirf alle Orientierungen fort, wirf alles, was außen ist, fort, und komm zum innersten Kern, wo nur du bist, wo nur das Sein pulsiert. Wenn an der Tür ziehen steht, darfst du allerdings nicht immer drücken. Und was nicht entstanden ist im Herzen des Menschen, das werde ich euch geben. Es gibt keine Zufallsbegegnungen. Es gibt – und wenn ich es nicht selbst erfahren hätte, würde ich es hier nicht benennen – es gibt andere Wirklichkeiten hinter dieser Welt der Illusion.“ Önnemarie hatte ihren Zweifel, ob sie darüber reden konnte. Ich weiß ja nicht, wie es bei dir ist, aber ich…ähm also,  es gibt da Licht, es gibt da so ne Art Meister, die im Geiste an Menschen weiterarbeiten.“

„Was? “ Ich machte Augen wie Papierschlitze.

„Na, Geistheiler eben“, sagte Önnemarie mit einer Geste für Verlassdichaufmich.  „Man könnte sie auch Wegweiser nennen. Schamaninnen beispielsweise.  Es gibt ja auch Kristalle. In fast allen Kulturen sind Kristalle seit Jahrhunderten dazu verwendet worden, Krankheiten zu heilen. Jedes Kristall hat seine eigene Schwingungsfrequenz. Es liegt nicht nur eine höhere Ebene der Wirklichkeit, jenseits all dieser Realitäten liegen viele höhere Ebenen der Wirklichkeit mit noch höheren Schwingungsfrequenzen. Und jede Daseinsebene gehorcht ihren eigenen Gesetzen und Prinzipien. Nicht zu vergessen, die Kristallschädel. Alle  indigenen Völker Lateinamerikas sind davon überzeugt, sie tragen kosmische Geheimnisse, Ideen und bedeutsame Mysterien aus längst vergangenen Zeiten in sich“, sagte sie.

Ich zeigte keine Reaktion. Die Spannung hielt noch eine ganze Weile an. Etwa eine gefühlte Stunde. „Ich möcht jetzt einfach nur die Augen schließen. Nicht mehr denken. Ich fühle mich zerknittert. Ich verkrafte  heute kein einziges scheinbar harmloses Wort mehr.“

Gleich am Ende deiner Fingerspitze findest du die große Welt

Gleich am Ende deiner Fingerspitze findest du die große Welt

Es fiel mir nicht leicht. Ich fragte meine kluge Freundin dennoch. „Kannst du mir mal sagen, wieso Gott ausgerechnet von Moses verlangte, er solle ein ga-a-nzes Volk in das Promised Land führen?  Was hat er sich nur dabei gedacht, einen stotternden Mann mit jener Aufgabe zu betrauen? Es galt die kleine Winzigkeit von immerhin sechshunderttausend Menschen zu überzeugen. Es heißt, einige waren halsstarrig und murrten.

Es dauerte ewig bis ich eine Antwort erhielt, und dann….
Önnemarie schluckte schwer. Fast eine Stunde saßen wir bereits im Cafè. Dann endlich: „Sprichst du von dem Mann mit dem weißen Bart, da oben im Himmel?“
„Nein, das ist Gott. Ich frage nach Moses, das ist natürlich der interessante grauhaarige Mann, den Gott auserwählt hatte, um zu den Kindern Israels zu sprechen. Das Meer teilte sich und die Reise begann.“ Ich klang, als sei es dringend.

Önnemarie bestellte noch eine Kanne Oolong-Tee. Sie kickte ihr Buch Mr Fix-it-Anleitung für Haus und Heim beiseite.

„Ja eben, das tat er  und dann verbrachten sie 40 Jahre in der Wüste und erreichten niemals das Promised Land. See you later, Aligator“, seufzte sie, trank ein Schluck Tee und dann erst meinte sie:  „Also ich würde sagen – Gott entschied sich für Moses wegen seiner überaus großen Menschlichkeit.

„Na, das wäre doch mal was, in Menschlichkeit eingewickelt zu werden“, sagte ich in hochromantischer Stimmung.

„Wo? Hier zwischen all den großen  Egos dieser Welt wünschst du dir Menschlichkeit. Okay, okay, meine Liebe,du weißt aber schon, dass wir, also,ähm – dass jede unserer Seele aus dem Himmel gerissen wird.Iimmer und immer wieder.  Nach jedem Zyklus beginnt die Illusion aufs Neue. Sieh dich bitte  um, bemerkst  du hier auch nur einen Menschen, der seinem Gegenüber ins Gesicht sieht, ihm signalisiert Ich sehe dich. Twitter &Co lässt grüßen. Triffst du noch auf Menschen, die sich mit anderen Menschen verbinden wollen, dich wahrnehmen mögen? So`ne Art menschliche Menschen, die da sein wollen für jemand anderen, dich wärmen, wenn du dich  hilflos fühlst. Menschen, die  Dich auf deinem Weg -zum- Ganz-werden- wollen unterstützen mögen? Mit der Leidenschaft der Liebe? Compassion.  Heile mein Herz. Halleluja! Physische Kontakte? Wer hat die denn heute noch? Die meisten gehen mit ihrem Pad oder ihrem Handy ins Bett. Und wenn du vorsichtig darauf hinweist, heimst du dir noch Spielverderber-Rhetorik ein. Lovers of the EGO.  Es ist doch wohl eher  das Haus, es ist das Geld, es ist das MEIN, es ist das Ego, es ist die Angst vor dem Geben, vor dem Leben, es ist die Lüge. Hörst du sie? Hörst du sie nicht schon sagen: Das ist ja ein toller spiritueller Slogan. Wie können wir etwas geben, wenn wir selbst nichts haben? Geben? Einfach so, ohne selbst etwas zu erwarten?  Es ist die Nähe, nach der auch sie sich sehnen. Kommst du ihnen aber nah, laufen sie weg und rufen sogleich nach ihrer Freiheit. Es klebt an ihren Ohren: gekränkte Eitelkeiten. Alles ist  austauschbar in ihrem Leben:  Menschen werden zu Accecoires, gleich ihren Autos und Telefonen. Was du hast kein I Phone?“ kicherte sie hämisch. „Sie reden von Liebe und meinen: Liebe mich, damit ich mich lieben kann. Mach es mir mit deinem Verhalten auch ja nur recht angenehm, sonst bin ich weg. Tust du es nicht, verfrachten sie dich auf ein  emotionales Trockendock. Was auch immer du siehst, es ist eine Täuschung! “

Meine Gedanken liefen in alle Richtungen. „Ähm…ich weiß nicht, …“, stammelte ich. „..Also an den großen Gesetzen des Universums kommt niemand vorbei. Du weißt schon…Giving-Receiving.  Wann immer wir  anderen etwas geben, etwas teilen mögen, spürt es unser Körper zuerst! Wir geben immer auch uns selbst  etwas damit!  Vielleicht sollten wir mehr  in uns hineinhören. Ist es wirklich das Haus, das Geld, was wir wollen? Oder ist es  nicht eher jenes Gefühl, das wir mit dem Haus und dem Geld verbinden? Energien, die sich dann wohl verschieben würden…“, meinte ich.

„Oh ja, wir könnten  einen Unterschied machen! Wir könnten der Liebe dienen. Wir könnten uns selbst lieben. Wie könnten dem Geben dienen. Wir könnten der Schönheit dienen. Wir könnten dem Guten dienen. Wir könnten der Freude dienen. Wir könnten dem Frieden dienen. Wir könnten den Weg nach Innen antreten. Wir könnten einander tief uns selbst finden. Wir könnten Gottes Vehikel sein, in denen er sich zum Ausdruck bringen kann. Wir könnten jedem dienen, jedem, mit dem wir in Kontakt kommen, aber wir kümmern uns nur um uns selbst – Ego. Wir könnten Menschlichkeit geben, mitten hinein in die Tiefendimension des Lebens.  Könnten wir. Wir könnten das mit viel Liebe und Weisheit tun, und dabei selbst heilende Gedanken und  heilenden Frieden in unser Leben bringen. In diesem Sinne repräsentiert Moses dich und mich. Er durchlebte auf seiner Reise alle möglichen Schwierigkeiten. Er zweifelte und haderte. Moses glaubte nicht an seine Kräfte.  Ich reiche nicht. Ich bin nicht genug. Aber, was er letztlich tat, war JA zu sagen. Er hatte ein Ziel vor Augen und spürte eine große Sehnsucht darin, mit jenen Menschen in das Land von Milch und Honig zu ziehen.

Menschlichkeit? Die siehst du in unserer Ecke der Welt nur, wenn die Katastrophen ausbrechen, wenn das Chaos geschieht. Ground Zero oder die letzten Überschwemmungen. Für einen kurzen Moment konntest du dort spüren, fühlen, in welchen Farben diese Welt leuchten könnte, wenn das Ego verschwindet und die Menschen erkennen, wir sind alle miteinander verbunden.  Was in dir ist, ist auch in mir. Und was du nicht bist, bin auch ich nicht. Das Materielle ist  am Ende nicht mehr als Müll. Der erste gefundene Tote am Ground Zero war ein Feuerwehrmann, der sich schützend unter seinen Feuerwagen legte. Das Auto, das ihm sicher schien, zerdrückte ihn.
Alles ist miteinander verbunden im Feld der unendlichen Möglichkeiten. Wir wollen ein Auto, wir wollen einen Job, wir wollen Geld, wir wollen Sein, aber wir kennen unsere Seele nicht, ist das nicht verrückt mit uns Menschen… „

Seelchen

Önnemarie redete weiter. „Gott wählte Moses, weil er  auf Menschlichkeit setzte. Gott fragt nicht nach Qualifikationen. Gott qualifiziert die Gerufenen. Gott qualifiziert uns. Wir wachsen in die Sachen hinein, wenn wir JA sagen.

Gott, nenne ihn auch gerne Schöpfer oder das  Universum mit seinen unsichtbaren Energien – es  wird sich auf dein Ja ausrichten. Wenn du Ja sagst, entfaltest du dich.  Eine Person, die Ja sagt, ist nicht mehr die Person von gestern. Wir wachsen dauerhaft. Wir  entfalten  uns ständig.  All das basiert auf deinem Willen. Atme. Energize that. Das Einzige, woran wir persönlich scheitern, ist unser Intellekt, unser Bequemlichkeit, unser Ego, das Richtende,  die Kälte und Gleichgültigkeit anderer Menschen on top. Zum Glück haben wir aber immer noch einen anderen Teil in uns: die Sehnsucht, einen Unterschied machen zu wollen und  uns im unseren Sein erfahren zu wollen.   Warum sonst sollte unsere Seele sich in  physische Körper stecken. Immer und immer wieder? Weil sie  sich erfahren, entfalten, erleben will. Weil sie ihr Bewusstsein erweitern solll.

Wir brauchen inneren Frieden, Sinn, Liebe, kreativen Ausdruck und Bindung, die Verbindung mit unserer Seele, unserem Seelenauftrag – dann sind wi r glücklich. Dann fließt es. Dann müssen wir uns nicht sorgen, was könnte, was müsste geschehen..

Ich bin, was ich bin.
Ich bin.

Werde, was du bist. Was möchte ich mehr als alles andere? Denke über dein Ziel nach – von allen Seiten.  Denke nicht darüber nach, was du nicht kannst. Lege den Fokus auf das, was du kannst.  Du hast die Aussicht auf ein ganz großes Leben: DEIN LEBEN. Sage Ja. Habe Sehnsucht. Gib. Denn was du gibst, wird zu dir zurückkommen.  Lebe im Fluss der Energie.

Ich bin das, was auch immer ich sehe.

Go for it. Geh in dein  versprochenes Land. Teile das Meer und lass deine Reise beginnen.

Mach`einen Unterschied.

Wenn du Ja sagst, findest du die große Welt gleich hinter deiner Fingerspitze.

In diesem Sinne:
Licht und Liebe

Das Leben und die Liebe

Herz

Und sie schlägt die Zeitschrift auf, und ich erhasche einen Blick auf ein „Mein Wunschtraummann“-Sonderteil.

„Ooh, super. Das wäre er doch. Bauch, Beine, Po, brasilianisches Supermodel, Stoppeln am Kinn sprießen. Wahrscheinlich hat er sieben Schwestern, elf Nichten und zwei Neffen. Stell dir die alle vor, wie sie durcheinanderschreien. „,  ruft Önnemarie. Sie verdreht die Augen.
Schlagartig befinde ich mich im freien Fall. Das Kopfkino setzt ein. Eine ganze Weile starre ich auf das Bild und quäle mich mit allen möglichen unschönen Gedanken. Mein Magen kramft sich zusammen.  Ich möchte am liebsten Tränen!  Von wegen die Liebe schafft es, das Unmögliche zu ermöglichen. Sag das mal einem Narzisten, der scheinbar Freude angesichts fremden Schmerzes empfindet.

…to be continued… Ich gehe jetzt Spazieren. Ausatmen. Einatmen.

Glück empfinden, Traurigkeit ausweinen. Der Kreis schließt sich.

„In den letzten zweitausend Jahren haben wir uns redlich Mühe gegeben, Liebe zu rationalisieren. Es muss neu sein, damit es uns interessiert. Immer dem Reiz nach, immer up to date, damit wir es beachten. Was bringt mir das? Was habe ich davon?  Lieblos strebt man um Vorteile. Wir werden unsere Gedanken, aber nicht wir selbst. Wir misstrauen den Gefühlen, aber zugleich sehnen wir uns danach. Warum muss ein Dichter sagen, was wir selbst empfinden sollten? Warum gehen wir nicht hinein in unsere eigene Poesie? Sich selbst zu nähern, heißt vor allem, sich der eigenen Emotionalität nähern. Emotionen können wir nur erkennen, indem wir sie ausfühlen. Wenn wir fühlen, dann geht es um das Fühlen und nicht um das analytische Verbalisieren. Verschüttetes wieder hervorholen.  Die Diamanten in der Seele warten auf den Lichttrahl, der sie wieder funkeln lässt. Lieben kann nur der, der über den Egoismus hinausgeht.  Dort beginnt eine neue Erlebnisebene.  Der Verstand ist ein Erfahrungsspeicher. Gleich, was man über andere Personen sagt, spricht da die eigene Erfahrung, sie spiegelt sich in jeder Behauptung wider, die man aufstellt.
Gegensätze ziehen einander an. Aber es wird schwer werden, weil sie/ er dein Gegenteil ist“, sagt Önnemarie.

„Das ist wie mit den guten Taten. Gute Werke zu vollbringen ist das Eine, aber gut zu sein, ist etwas völlig anderes!“, sage ich.

„Vermutlich. Empedokles beschreibt den Einfluss der Liebe als einen besänftigenden Drang, einen behutsamen unwiderstehlichen Strom der Illusion.  Zuerst werden wir zu Menschen gemacht, dann, als sei das nicht genug, lässt sie uns glauben, was wir denken, mache etwas aus.
„Die Schwierigkeiten beginnen also mit dem Denken?“ sagt sie.

„  Ja, genau. Wie schnell ist es dahin gesagt: Ich habe Sehnsucht nach dir. Was sind Sehnsüchte angesichts großer Beförderungen! Sieh dich um, überall bedrängtes Leben. Wir verwandeln uns in Sphinxe bis wir nicht mehr wissen, wer wir sind. Wer lässt uns etwas glauben?“ frage ich.

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Alles Maya.

„Na, Aphrodite! Sie macht uns denken, wir wüssten ganz viel. Vor allem, was Objektivität bedeute.  Dabei werden wir in Bahnen gelenkt und dies von Kräften, derer wir nicht einmal gewahr sind! “, sagt mein kluge Freundin.

„Wer sind diese Kräfte?“, frage ich.

„Na, es gibt ganz sicher weniger Zufälle und weniger willkürliche Ereignisse, als wir gemeinhin annehmen. Wieso entgehen uns all die Täuschungen, denen wir ausgesetzt sind? Wer ist der Definierer unserer Träume und unserer Gedanken?

 

Wir leben mit dem Mythos, die Wissenschaft mache stets Fortschritte. Macht sie das wirklich? Lies mal Feyerabend. Könnte es nicht sein, dass, was an echtem Fortschritt existiert, vor allem trotz der Wissenschaftler und nicht wegen ihnen entsteht?“, sagt sie.

„Arme krämerhafte Halbgötter, die mit Worten und edlen Absichten Imperien gewinnen und von hohen Dingen träumen und doch dringend Geld für ihr Zimmer und ihr Essen brauchen“, sage ich.“

„Soeben frage ich mich gerade, wer bin ich, wenn ich fühle? Was stirbt in mir, wenn ich  bin? Wir leben in einem Zwielicht des Bewusstseins, uns nie dessen sicher sein zu können, was wir sind, oder dessen, was wir zu sein glauben. Schau auf das Leben. Es gibt zwei Arten, das Leben zu leben:
den Aktionsmodus: du tust etwas
und den Empfangsmodus – du empfängst einfach nur.
Wir tun ständig. Stell dir vor, wie die Welt aussähe, wenn du verschwändest. Du bist weg, durchsichtig. Unabhängig von dir wüchse das Gras, und die Sonne leuchtete  auf die Wiese, und der Wind wehte auf die gleiche Weise. Die Welt drehte sich weiter. Warum unternehmen wir dann so viele Anstrengungen? Warum werden wir nicht zu einem Durchgang? Lassen uns treiben wie ein Stück Treibholz? Warum lassen wir uns nicht mitnehmen? Warum tun wir nicht nur, was uns Freude macht? Wieso leben wir an uns so sehr vorbei? Wieso haben sich die Beziehungen zwischen uns Menschen verschlechtert? Ehefrauen sind so eine Art Freundin. Freundschaft ist gut, aber bitte nicht zu tief, alles, was Spaß bringt, bloss keine tiefe Wurzeln, Sexualität an der Oberfläche, individualistisch, egoistisch.  Dabei können nur vertrauende Augen anfangen zu fühlen und sensibel werden. Wir leben mit all dem Lärm und reden uns ein, es ist Musik. Geh weg, verschwende nicht meine Zeit. Wir schuften für ein bisschen bequem, für ein wenig hübsch sicher. Heute erkennen wir bereits  deutlich, dass ausgerechnet das, was so vollkommen sicher wirkte, in Wirklichkeit die allergrößte Illusion ist.“

Waldgang

„Was für ein schonungsloses Universum. Es gibt größte Schönheit und absolut keine Garantie“, merke ich verblüfft  an.

„Wir lassen uns nicht einfach treiben, weil, na weil, wir auf dem Unterbau von Philosophischem, Theologischem und Religiösem die falsche Persönlichkeit am Leben erhalten. Arbeit, Mühe, Kämpfen, Anstrengung und Leistung regieren die Menschheit der westlichen Zivilisationen. Ein Worcaholic hat doch noch das Gefühl, er tue das Richtige. Ausbeuter haben so schöne Wörter wie Disziplin, Arbeit, Gehorsam in Verruf gebracht“, sage ich.

„Eben, wir sind verrückt nach Disziplin. Wir sind in Liebe mit unseren Ideen, aber nicht mit unseren Mitmenschen und was sagt uns das? . Wir müssen wissen, wer wir sind, nicht was von uns erwartet wird, was wir sein sollen!“, sagt Önnemarie.

„Erschaffe dich neu! Das Leben ist nicht unsere Produktion. Wir sind lediglich ins Leben hineingeboren. Leben ist ein Mysterium. Es ist keine Philosophie wie auch Leben kein Problem ist. Wir haben es auch nicht nach einem speziellen Muster zu leben. Der Verstand will jeden Aspekt des Lebens klären, aber das Leben zu definieren, ist schier unmöglich. Unser Verhalten funktioniert wie Barrieren. Es muss immer zu unserer Philosophie, zu unserer Vorstellung, unserer Idee passen. Und dabei stirbt etwas. Darum erreicht uns Leben nie, wie es ist! Es wird aussehen wie Leben. Aber es ist nicht Leben.

Die Welt um uns herum kann so vertraut, solide, real wirken. Doch dieses Gefühl der Vertrautheit ist rein illusorisch. Denn die beängstigende Tatsache ist, dass die Dinge nur deshalb so sind, wie sie sind, weil wir sie so wahrnehmen.

“ Streit ist also unvermeidbar. Er hat seine Vorzüge und seine Wichtigkeit, wenn auch einen zwielichtigen Ruf. Und was lauert nun hinter all dem Glanz und Glitzer der Liebe?“, frage ich.

„Streit gehört in den Schatten. Liebe gehört in das Rampenlicht, so behauptet Empedokles.  Doch Achtung, bei der Liebe ist nichts so, wie es scheint“ sagt meine kluge Freundin. „Die Liebe bindet die Seele im Körper fest. Streit hingegen befreie sie, so dass sie – jenseits der Einschränkungen – ihre wahre Bestimmung leben könne“, erklärt meine kluge Freundin.

„Liebe lockt unsere Seele in die Falle, während Streit sie befreit? Was ist das denn für eine Botschaft.  Wir sollen auf Streit vertrauen? In einer Welt der Spiegelung:  wo man die Menschen sehen und hören lässt, was sie sehen und hören wollen, er schafft, sie in ihrer Täuschung zu täuschen, indem man auf ganz langsame Weise etwas anderes durch die Ritzen krabbeln lässt. Wo das Leben, wie wir es kennen, ins Unbekannte hinein verschwindet? Der setzt sein Vertrauen auf wahnsinnigen Streit?  Ich dachte Liebe könne alles erreichen? Undenkbar möchte man meinen“, frage ich höchst verwundert.

„Du bist Romantikerin!  Ja, Streit. Dieser befreie aus der  beängstigenden Lage, in die er hineingeworfen wurde.  Er (Streit) kann gut sein. Er kann schlecht sein.  Nichst ist schlechter oder besser. Recht genutzt, kann er zum Besten dienen. Er kann uns vernichten oder retten. Ja, dies läuft unseren Erwartungen zuwider,  wollen wir auch gar nicht hören, aber so sah er es nun einmal. Davonlaufen vor dem Streit, sei ein Davonlaufen vor sich selber. Er ist Magier und ein Magier verliert seine Macht, wenn er wegläuft“, sagt Önnemarie.

„Aber der Mensch möchte immer wissen, was gut ist, was falsch ist, was richtig oder schlecht ist.“
„Naja, bei Empedokles gibt es die scheinbare Sicherheit, dass die Liebe gut ist. Doch wenn ihre erste Haut geschält ist, entdecken wir, dass dies falsch ist. Danach kommt das gesicherte Wissen, dass Liebe nicht gut ist,. weil wir uns von der Illusion vereinnehmen lassen.  Was wir leichtfertig als Liebe bezeichnen, sei keine Liebe, ebensowenig wie das, was wir Leben nennen, wirklich das Leben sei. Das würden die meisten Menschen vom Tag ihrer Geburt nur nicht erkennen „, erklärt sie.

“ Das ist doch ein Trick in einem Trick in einem Trick. Der Mann ist dem Wahnsinn nahe? Streit ist rundheraus vertrauensunwürdig, aber man soll ihm vertrauen?“, sage ich verwundert.
“ Rasiermesserscharf  korrekt. Es gilt,  jeden Augenblick wieder neu zu entdecken,was gut und böse ist. Keine Selbstgefälligkeit. Höchste Achtsamkeit und Aufmerksamkeit für den gegenwärtigen Augenblick ist gefordert.  Alles im richtigen Moment eingesetzt. Streit und Liebe.  Wir müssen ja Lachen und Ernst auch gut meistern können.  Das zu können, bedeutet, frei zu sein – ich entscheide, etwas ernst zu nehmen oder auch nicht ernst zu nehmen. Warum nicht auch Streit und Liebe? Die Zeit, jemanden zu finden, auf den man sein Vertrauen setzen kann, ist dann gekommen, wenn man zuverlässige Hilfe braucht. Er sagte, wenn du noch nicht bereit bis zu entdecken, was hinter deiner Menschlichkeit steckt, dann ist das Zweitbeste, das Allerwichtigste, ein guter Mensch zu werden „, antwortet Önnemarie.

„Na, mein ruheloser Verstand hat jetzt aber seinen Spaß gehabt. Meine Lernkurve ist platt. Den nächsten Tanz bitte in aller Stille“, sage ich.