Zaubertüren

perle auster

Eine Perle, die wir zunächst nicht sehen können.
Eine Verhärtung, die sich zwischen uns und der Welt bildet.

Die tiefsten Freundschaften beginnen, in dem wir einander in die Augen sehen und entdecken, dass der andere, das auch kennt. Wenn der andere sieht,was man selbst gerade gesehen hat. Wenn man tief atmen kann und die Luft und die Stille näher kommen. Wenn man sich gemeinsam von dem halten lässt, was ist.

Wenn wir – vor allem uns selber – zugeben können, dass wir Bedürfnisse haben. Wenn wir  in dem stillen Mut, unsere Verletzlichkeit offenbaren. Wenn sich das Weiche um das Weiche schmiegt. Wenn das Weiche sichtbar wird. Wenn alles, was lebt, heilt.

Wenn die Gedanken des anderen die Wolken in meinem Kopf befreit.
Wenn ich schulterzuckend dastehe und eingestehen kann, dass ich nicht weiß, was ich tun kann.
Wenn ich mich auf das Warten einlassen kann.
Wenn Milch und Himmel und Lachen und Staunen schmecken.

Dann wird ein tieferer Ort frei, in dem das demütige Werk der Liebe einer Freundschaft beginnt.

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Meditieren

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Zerstreuung ist verbunden mit Unzufriedenheit.
Überprüfen Sie es an Ihrer eigenen Wahrheit.

 

meditation comicAnne hat sich ihr ganzes Geld selbst verdient. Sie besitzt jetzt zwei Häuser. Die hat sogar `ne gekieste Ausfahrt. Ich bin viermal durch die Fahrprüfung gefallen. Jede Woche gibt sie Dinnerparties. Und sie hat auch noch einen echten Kaschmir im Flur liegen. Als ich darüber stolperte, verzog sie schadenfroh das Gesicht. Oh, ich wünsche ihr alles Pech der Welt. Vermutlich überlässt sie es heute ihrem Personal zu kochen. Vielleicht kommt sie aber auch gar nicht zum Essen,weil sie zum Golfen muss. Sie gibt allein für das Fensterputzen jeden Monat 250 Euro aus. Damit sie  auf ihre Stockrosen und Geißblätter schauen kann und noch so ein paar Sachen…die ich dir aber jetzt garantiert nicht erzähle“

“ Willst du es nicht mal mit dem Meditieren versuchen?“, fragte ich.

“ Wieso soll ich denn  meditieren? Du machst mich komplett fertig. Ich habe meine Turnschuhe nicht dabei! Meine Arme sind zu kurz für meinen Körper. Das kann ich dir versichern. Meine Hüften sind auch zu breit. Und ich habe keine Schaumgummimatratze“

„Ich sprach nicht vom Turnen, sondern vom Meditieren.Und du könntest es mit dem Meditieren probieren, weil es dir gut täte, wenn du Freundschaft mit dir selbst schließen würdest. Du könntest meditieren, weil du über die Meditation in die Entspannung gelangst. Weil Meditationen dein Herz öffen und deine Seele befeien und weil sie dich an den Ort der Kraft und des Friedens führen. Meditationen führen dich anderswohin. Es ist eine Reise in dein Herz. Das Thema lautet Entdeckung. Es könnte dich zu einem Leben aus vollem Herzen führen. Es wäre deine Reise. Eine Reise, von der dich niemand abhalten kann – und du müsstest auch niemand anderem Steine in den Weg legen, wenn du dich aufmachst“, antwortete ich.

“ Pff..Jetz komm`mir aber nicht mit einer Mitternachtszeremonie mit Heimtanz vor dem Altar über dem Samen gegessen werden und Gebetsfedern nach Osten für den weiblichen Anteil in mir und links für meinen männlichen Anteil eingesetzt werden und ich währenddessen Rasseln schütteln muß! “ Hannah schnaufte.

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„Jetzt fehlt nur noch, dass du darüber meckerst, weil du heute keine gute Tasse Kaffee bekommen hast. Dein Geist nimmt dich auf einen ganz schön verrückten Ritt mit. Unser Geist rast mit 150 Stundenkilometer dahin. Wir haben es mit Gewohnheiten zu tun. Sie sind so alt, wie du bist. Und wenn du an Reinkarnation glaubst, sind sie sogar noch  sehr viel älter. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, mit dem Geist zu arbeiten. Eine der wirksamsten Methoden ist, das Hilfsmittel Sitzmeditation anzuwenden. Meditation ist ein geduldiger Prozess des Erkennens.

Du kannst endlos meckern über Anne und dich über sie ärgen, dich auf deine äußeren Probleme stürzen, es wird nichts an deinem Leiden ändern. Wenn du deine Probleme lösen willst, wird du mit deinem Geist arbeiten müssen, und das geschieht in der Meditation. Das bedeutet nicht, dass du keinen Kummer mehr empfinden wirst oder keine blauen Flecken mehr bekommst, wenn du die Treppe hinunterfällst. Stimmungen wie Furcht oder Angst, gut, behaglich, unsicher, angenehm, schwierig gibt es, wie es das Klima des Wetters gibt. Es ist nur die Frage, wie du damit umgehst? Du kannst dich von ihnen herunterziehen oder mitreißen lassen. Bei der Meditation geht es nicht darum, dich immer die ganze Zeit wohlzufühlen, ebensowenig besteht der Zweck darin, dich schlecht zu fühlen.

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Lerne, sitzen zu bleiben

Das erste, was du tust in der Meditation, ist Standhaftigkeit zu entwickeln und zu pflegen. Du entwickelst eine Loyalität und Ausdauer gegenüber dir selbst. Du erlaubst dir in der Meditation genau das zu erfahren, was in diesem Augenblick geschieht. Es kann sein, dass es in deinem Kopf hämmert. Aber die Bereitschaft, für zehn Minuten, fünfzehn Minuten oder eben so lange wie du sitzen magst, einfach zu sitzen, ist eine mitfühlende Geste gegenüber dir selbst. Loyalität gegenüber dir selbst, bedeutet auch, dich vom Urteilen zu verabschieden. Du bleibst einfach bei deiner Erfahrung.

Du entwickelst in der Meditation ein klares Bewusstsein, ein klares unvoreingenommenes Sehen. Du konzentrierst dich auf den Atem. Es kommen Gedanken, es kommen Gefühle und du siehst glasklar – ohne Analyse. Du wirst erkennen, dass du stets dieselbe Schallplatte  in deinem Kopf abspielst. Du wirst deine Gewohnheitsmuster klar sehen, deine Meinungen und Urteile, deine Verteidigungsmechanismen. Du wirst  mit deinen emotionalen Nöten sitzen und du wirst denken, du machst gerade etwas falsch in deiner Meditation, aber das ist es nicht. Du entwickelst Mut, langsam, das geschieht nicht sogleich –  Mut dein Unbehagen und die Herausforderungen deines Lebens anzunehmen. Mut, dein gesamtes Spektrum an Gefühlen zuzulassen. Du lernst mit der Meditation, dich selbst aus dem Weg zu räumen, damit du Zugang zu deiner eigenen Weisheit erlangst. Du wirst in solchen Momenten erfahren, dass dir die mentale Energie ganz viel Trost und viel Sicherheit reicht.
Du sitzt einfach da und lässt los. Du wirst abschweifen. Du wirst Emotionen erneut durchleben  oder dich vielleicht lieber deinen mentalen Fantasien oder Plänen in der Meditation hingeben. Meditation lockert deine Konditionierung. Sie löst die Art und Weise, auf die du dein Leiden verlängerst.

Du entwickelst Aufmerksamkeit auf genau diesen Augenblick. Du lernst, einfach nur hier zu sein. Du wirst dich zu Anfang dagegen wehren. Du kannst aber lernen, dich in jenen Moment hineinzuentspannen. Meditation hilft dir, an deine Grenzen zu gehen. Du sitzt mitten in einem unbekannten Augenblick. Du lernst keine große Sache mehr aus den Dingen zu machen, die dir im Leben geschehen. Die tollen und die weniger tollen Erfahrungen  –  sie geschehen einfach. Nicht als zynische Aussage, sondern im Wissen darum, dass eine große Sache machen zu Überheblichkeit und Stolz führen kann und andererseits aus Problemen eine große Sache zu machen, dazu führt, dass du sich selbst abwertest und du eine schlechte Meinung von dir bekommst.

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Shamata – das ruhige Verweilen

Über das stille Sitzen mit Aufmerksamkeit auf den Atem verbindest du dich mit deinem Herzen. Fange mit zwanzig Minuten an. Auch fünf Minuten können dir helfen. Halte es so einfach wie möglich. Es braucht keine besondere Einrichtung. Du kannst selbst in einem Bus meditieren. Du kannst dich auch vor ein Bild setzen, das für dich eine Bedeutung hat. Sitze auf eine Weise, die dir das Gefühl gibt, getragen zu werden. Das kann auf einem Kissen oder einem Stuhl sein. Es gibt Zafu`s, runde Sitzkissen.

Meditation bedeutet zur Welt erwachen, wie sie gerade ist. Mit dem Atem beruhigst du deinen Geist. Zur Ruhe kommen bedeutet, den Ort betreten, wo man üben will. Du checkst bei dir selbst ein. Wenn du dich zur Meditation hinsetzt, bringst du immer etwas mit – deine Gedanken und Freuden oder Sorgen des Tages. Verdränge sie nicht. Bekomme eine Gefühl dafür, was gerade mit dir los ist. Sei wach und präsent für alles, was gerade abläuft. Spüre, was du gerade fühlst. Beim Einstieg kann es helfen, einmal deinen Körper abzuscannen und zu fühlen, wie sich deine Körperteile anfühlen. Fußsohlen, Füße, Rückseite der Fußgelenke, Knie, Hüfte, das Kreuz, den hinteren Teil der Taille, die Schulterblätter, die Schultern, die Arme, Unterarme, Handrücken, die Handflächen, die Rückseite der Finger, die Fingerspitzen, der Nacken, die Rückseite des Kopfes, der Ohren, die Stirn, Augen, Nase, Zunge, das Kinn, den Bauch, Solarplexus, die Oberseite der Füße, die Zehen.

Der Atmen übt dich darin loszulassen. Der Atem gibt dir vor allem das Gefühl, etwas zu fühlen und weniger, dass du dich konzentrierst. Lenkt dich etwas ab, kehre zurück zum Atem.  Du kannst dich auf den Raum konzentrieren, der am Ende des Ausatmens liegt, bevor du wieder einatmest.  Achte vor allem auf das Ausatmen. Es betont das Loslassen und öffnet den Raum um dich.

 

Es gibt eine Menge Ratschläge zum Thema Meditation. Das kann helfen, aber letztlich bist du die Einzige, die weiß, was sich in deiner Übung abspielt. Sei nicht streng mit dir selbst. Übe keine Selbstkritik, sei freundlich zu dir. Es gibt so viele, die über Jahre schon meditieren, dabei aber vergessen haben, sich selbst mit liebender Güte zu begegnen. Lerne, wer du bist, wenn du weise bist und lerne, wer du bist, wenn du ein Tollhaus bist. Manchmal sind wir offenherzig, manchmal total vernünftig, zu anderen Zeit verunsichert und auch völlig daneben. Vorwürfe gegen dich selbst, sind auch eine Form von Aggression dir selbst gegenüber.  Lass dich nicht täuschen. Es sieht zumeist bei Meditierenden so aus, als säßen sie in vollkommener innerer Ruhe. Doch wären Sprechblasen über ihren Köpfen zu sehen, würde man fühlen, was in ihnen abläuft und wäre  man wahrscheinlich schockiert. Sie sitzen da in einer Haltung wie ein Buddha und  man meint, alles, was sie erlebten sei Offenheit und Stille. Dem ist nicht so. Alles mögliche kann einen in einer Meditation bedrängen. Das sind nicht die total Coolen, die nicht von allen Gefühlen begleitet sind. Man lernt durch Meditation aber gerade seine eigene Energie kennen. Man lernt mit ihr  vertraut zu werden und in Frieden zu sein.

Den sanften Umgang mit einem selbst in der Meditation nennt man Maitri. Das ist ein Sanskrit-Wort und meint „liebende Güte“.  Dabei geht es nicht um Selbstverwöhnung. Du kannst auch ein Schaumbad nehmen, um Gefühle zu vermeiden. Was immer dir begegnet, sei es Langeweile, Schmerzen, Beschämendes, Verdauungsbeschwerden, alle möglichen verstörenden Erinnerungen, nervöse Energie, friedliche Meditation oder Schläfrigkeit – erfordert Standhaftigkeit. Eine Eigenschaft von Maitri ist Standhaftigkeit und die lernt man in der Meditation.  Du kannst es Gleichmut nennen. Die Dinge sind dann weder richtig noch falsch, gut oder schlecht. Du verrennst dich nicht in felsenfeste Ansichten.

Bedingungslose Freundlichkeit bedeutet, sich mit sich selbst anzufreunden. Lass dich nicht mehr von deinen Gedanken und Gefühlen umhauen. Das Leben ist eine ununterbrochene Abfolge von Erfahrungen. Es ist  großartig, miserabel, angenehm, unangenehm, glückselig und dann wieder traurig. Um damit präsent zu sein, um mit offenen Herzen bei diesen Erfahrungen zu bleiben – darum sitzt du in Meditation.
Es geht um Bewusstheit. Es geht um ein volles Herz.

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Weite Landschaft. Tibet

 

Geduld bringt Entspannung in deine Meditation, in dein Leben. Du kannst gar nicht hoch genug schätzen, wie hilfreich es ist, geduldig mit sich selbst zu sein. Es mag Momente geben, in denen dein Geist Achterbahn fährt. Zwanghaft kaut sich etwas aus deiner Vergangenheit wieder. An einem anderen Tag mag dich überhaupt nichts ablenken. An einem weiteren Tag hebst du ab in die höchsten Reiche der Fantasie. Unser Geist ist ein Tollhaus, ein kreischendes. Nichts Solides steckt dahinter. Die Natur der Wirklichkeit ist nicht so fest, wie wir glauben!
Was für Geschichten entwickeln wir  so häufig aus unseren Gedanken, wie viel unglaublichen Schmerz bescheren sie uns am Ende. Es sind Illusionen, die wir Denken nennen. Starke Kraft haben sie allerdings. Sie können uns zum Weinen und zum Lachen und Lächeln bringen. Sie sorgen dafür, dass Menschen sich verbinden oder auch gegenseitig zerstören.  Sie können wie ein Hammer zerschmettern. Sie können uns farbenfrohe Dinge bescheren. Sie können uns aber auch durch ein enges Loch in ein tiefes Labyrinth führen, obwohl es eine Menge Raum gibt. Unser Geist ist grenzenlos. Lass sie ziehen, wie den Wind.“

 

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„Ich soll mich also zum Ober-Titan aller Mega-Deppen machen in dieser Welt der Wölfe?

„Richtig!. Ja. Es ist völlig egal, wie andere dich dabei wahrnehmen.
Werde mit deinen Gefühlen vertraut.

Nimm wahr, wann etwas deine Knöpfe drückt oder dich aufregt. Lass die Geschichte hinter dem Gefühl danach fallen und sieh dir die Sache näher an. Emotionen sind der Bereich, wo wir alle ausrasten.  Sie reißen uns mit. Sie können uns überwältigen. Nicht die Geschichte, sondern das Gefühl, die Emotion. Wir können eine enorme Abneigung empfinden. In der Meditation übst du, den Stein, also die Emotionen, eintauchen zu lassen, ohne dass Wellen geschlagen werden. Bleib bei dem Gefühl, nicht bei der Reaktion, die dir schon zur Gewohnheit geworden ist und immer und immer wieder zu Kettenreaktionen führt.

Das kommt einer Revolution gleich, wenn du dieses in der ganzen Tiefe verstehst. Wut unterstützt dich darin, dich zu stabilisieren. Emotionen unterstützen dich darin, völlig wach und präsent zu sein,wenn du dich nicht einfach von ihnen mitreißen lässt. Das ist eine völlige andere Art zu leben, eine völlig andere Weise, mit demselben alten Kram umzugehen.
Öffne dein Herz für deine Gefühle. Nimm sie an und erlaube dir Mitgefühl.  Lerne, wie dich deine Emotionen behindern, wenn sie zu Eis gefrieren, weil du sie wegstoßen oder sie eskalieren lässt, und sie deswegen nicht die flüssige Qualität von Wasser haben. Emotionen sind Energie. Energie will fließen. Die Energien von Gefühlen sind nicht das Problem. Wir assoziieren sie immer mit Gedanken. Wir haben Angst vor etwas. Wir sind verärgert über etwas. Wir fühlen uns einsam, beschämt oder lustvoll in Beziehung auf uns selbst oder zu jemand anderen. Wir sehen in ein missmutiges Gesicht, da ist ein bestimmter Tonfall in der Stimme und schon erinnert es uns jemand – und aus heiterem Himmel haben wir das Gefühl von Ärger, Zorn, Traurigkeit, Hilflosigkeit oder was auch immer – wir reagieren einfach wie immer.  Da geht eine Frau eiskalt auf dem Gang zu deinem Büro an dir vorbei – und schon kocht etwas in dir hoch, das sich nach Jahrhunderten von Konditionierung und  empfundenen Verletzungen anfühlt. Du willst ja eigentlich von ihr gemocht werden. Das ist der emotionale Riesenkracher. Das Ego juchzt währenddessen. Da beginnt man Geschichten zu spinnen und wir sind schneller versklavt, als uns lieb ist. Dafür ziehen wir Tag um Tag in den Krieg. Das werden dann die Geschichten über „die“ oder „dies“ oder „ich“ oder „wenn doch nur“. Wir zerstören und suchen nach Schuld oder nach Annehmlichkeit. Wir planen für die Zukunft oder wir setzen uns vor den Fernseher oder Essen oder suchen anderes, was uns abhängig macht.  In der Meditation fühlst du diese Gefühle. Du erfährst, warum du  tust, was du tust. Das ist befreiend für dein Herz.

Atme mit der Emotion.

Atme sie nicht weg. Tauche ein. Atme sie in dein Herz, in dein großes Herz. Millionen von Menschen fühlen Zorn. Das ist ein universale Erfahrung. Auch wenn deine persönliche Geschichte dahintersteht, es bleibt eine universale Erfahrung. Wir dürfen alles an Gefühlen erfahren, was an Gefühlen in uns auftaucht. Verdränge sie nicht und agiere sie nicht durch Reden oder Taten aus. Fühle sie.
Mache deine Gefühle nicht an den Geschichten fest. Musik kann dich zum Weinen bringen. Genauso funktioniert das mit unseren Geschichten. Weißt du noch, welches Gefühl du vor fünf Minuten hattest? Gefühl  – nicht welchen Gedanken!
Angenehm oder unangenehm? Schmerzlich oder eng? Angespannt? Kribbelig im Bauch oder stumpf? Willst du tiefer atmen, wenn du an das Gefühl denkst? Zieht sich dein Magen zusammen? Runzelt sich deine Stirn? Rumort es unwohl in dir? Verkrampft dein Kiefer? Gib ihnen Raum in der Meditation, damit du im Leben gelassener bleiben kannst, sobald sie auftauchen.

Was für ein Mensch willst du sein? Einer, der immer starrer wird an seinen Gewohnheiten oder einer, der flexibel und offen wird?

Etwas anderes zu tun, bedeutet in der Praxis, beim jeweiligen Augenblick zu bleiben. Worte und Gedanken gehen lassen, um zu fühlen.

„Was, so ein Schmerz soll eine wunderbare Gelegenheit sein?“
„JA! Du kannst weich werden und etwas anderes daraus machen.“
„Ich soll nicht verbittert herumlaufen, kein Verlangen mehr nach Rache verspüren?“
„Genau! Du kannst den Augenblick des Schmerzes wertschätzen und Mitgefühl hervorbringen, statt zu verhärten. Du kannst statt Rache zu schwören oder Zorn zu empfinden, Tränen fließen lassen und in Richtung Liebe und Freundlichkeit gehen. Liebe finden wir in uns, die ist nicht da draußen. Liebe findet sich nicht in der „richtigen“ Beziehung. Wenn du Freundlichkeit von anderen wünschst und du findest keine freundlichen Menschen um dich herum, dann sei du es. Dann hast du einen freundlichen Menschen ganz in deiner Nähe. Du kannst dein gutes Herz nähren. Es gibt keinen anderen Ort für die Übung.“
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Öffne dein Herz, damit es alles empfangen kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Du, wer weiß..in 20 Jahren

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Gestern traf ich auf eine Bekannte. Sie hätte mich an einem winzigen Punkt dieser Erde fast über den Haufen gerannt. Ich hätte ja im Traum nicht daran gedacht, dass man sich wiedersieht.  Das kann ich deshalb mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, weil ich sie nicht, naja ähm…nicht so besonders leiden kann.
„Ella, so eine Freude!“, sagte ich.
Sie tupfte mit einem Taschentuch auf ihrer Stirn umher.
„Ja…Wahnsinn…echt toll! Stell dir vor!“, sagte sie aufgeregt.
Ich sagte: „Ja…“ Ich konnte es noch immer nicht fassen. Die Wahrscheinlichkeit geht doch fast gegen Null, sich an einem winzigen Punkt zu begegnen, wenn man die Millionen von Qudratmetern an Fläche der Erde vor Augen hat. Aber eben nur fast!
Sie sagte noch mal: „Stell dir vor!

frau1 Der Tag fing schon mal gut an.
Mein Bademantel hing nicht an der richtigen Stelle. Total unnormal.
Wehe einer lacht!

Freitagmittag.
Ich freue mich auf Risotto.
Kaum Zuhause stelle ich fest, die Töpfe sind gähnend leer.
Auf dem Tisch liegt ein Magazin „Schlank in den Sommer“
Wo ist mein Risotto?“, frage ich.
Mach dir ein Müsli“, sagte er mir ungerührt.
Na toll! Die Diskussion war ja so was von beendet danach.

Dann – pass auf: Ich steige wütend in meinen roten VW Golf ein: orgel- orgel- orgel – eiern  70.000 Menschen mit einem knallroten VW Golf vom Parkplatz. Ich bin so irritiert und fahre direkt in einen von ihnen hinein. Super-mega-peinlich. Ich meine, stell dir das doch mal vor! Du kannst überhaupt nicht mehr sehen, ob der da hinter dem Steuer Geld hat und deswegen ganz logisch hinter einem Lenkrad eines mächtigen Touareg sitzt oder nicht. Alle fahren sie das gleiche Auto. Na super, oder?
Dann komme ich mit meinen Kollegen in den letzten Wochen nicht mehr klar. Sie sind nie da, wenn ich sie brauche. Sie sind fordernd, helfen mir überhaupt nicht. Sie sind dauernd genervt.  Die lassen mich ja so was von doof stehen, dass mir dafür echt die Worte ausgehen, um dir zu beschreiben, wie doof! Bei denen könntest du eine Stecknadel  fallen hören, wenn denn jemand mal auf die Idee käme, eine fallen zu lassen. Ich bekomme einfach nicht das, was ich will. Also alles in allem: Ein ödes Beziehungs- und Arbeitsleben, ein echter Mist-Tag und der morgige wird garantiert nicht viel besser werden. Wie verhext. Auf mir lastet ein Fluch!“
Ella schien sehr unentspannt.

„Wow! Naja, …also…hmm..“, säuselte ich. Jetzt werde ich es tun –  nur die Sonne ist mein Zeuge! Perfekt, dachte ich.
„Also Ella, es gibt Gutes und Schlechtes im Leben, aber es gibt auch den größeren Plan, der hinter diesem Prozess steckt.Und es gibt jede Menge Ego, Anhaftung, Angst, Verunsicherung und Begierde in uns Menschen. Und so sammeln wir Erfahrungen. Ich denke, entscheidend ist nicht das Erlebnis an sich, sondern was sich daraus lernen lässt.“

Ich guckte in das entnervte Gesicht von Ella.

Und dann machte ich weiter: „Wir sind so `ne Art Entwurf, Fragmentarisches, Unfertiges. Auf der grundlegendsten Ebene ist der Vertrag für alle Menschen gleich: Nimm alle unharmonischen -lieblosen- Energien und verwandle sie. Wir sind hier um unser Herz zu öffnen und uns als Seele größer zu machen, um dort hinzuwachsen, was wir in Wirklichkeit sind.“
„Was sind wir denn in Wirklichkeit?“, fragte sie und machte dabei ein Gesicht, als würde sie einen Apfelkuchen in 13 485 Teile zerlegen.
„Liebe“, antwortete ich auf Anhieb. „Wir sind hier um uns in einer Ganzheit zu integrieren. Du bist nicht auf die Welt gekommen, um Risotto zu essen, sondern um deine Widerstände gegen irgendeinen Aspekt des Lebens aufzulösen, um Energien aus allen früheren physischen Leben zu heilen, um die Wege dorthin zu eröffnen, die noch blockiert sind, um alte Muster aufzubrechen, um Vorurteile, Ressentiments, Groll oder Schuldgefühle aufzugeben. Alles in deinem und meinem Leben – jeder Augenblick, jeder Kampf – ist der Pfad. Darum gibt es Karma.“
Woraufhin Ella fragte: „Ist das Physik?“
„Boah! Ella!“
„Hmm. Was denn?“

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„Karma ist ein Entwurf unserer Seele. Wir sind mehr als nur Körper und Verstand. Es gibt da so etwas wie eine vorgeburtliche Lebensplanung. Darum hat alles, was geschieht in unserem Leben, einen tieferen Sinn. Du nimmst doch gerade wahr, dass vieles in deinem Leben nicht nach Plan läuft. Jedenfalls nicht nach deinem Plan. Wir meinen es gut, geben uns Mühe und landen doch daneben.
Karma ist nicht Bestrafung. Vielmehr zahlen wir in diesem Leben energetisch etwas für unsere Zukunft ein. Karma ist nicht unabänderliches Schicksal. Karma ist wandelbar.Verändert sich dein Bewusstsein, verändert sich auch dein Karma. Karma ist Lektionen lernen.  Der Schlüssel dazu sind unsere Gedanken. Arbeitest du daran, Ausgewogenheit, Frieden und Harmonie in das Leben anderer Menschen zu bringen, so bringst du all diese Dinge auch in dein eigenes Leben. Das damit zusammenhängende Karma löst sich dann auf. Aus diesem und anderen Leben. Manchmal liegt die Absicht in einer Reaktion auf Erfahrungen aus früheren Leben begründet. “

„Du meinst Theo könnte mir mein Risotto nicht gegönnt haben, weil er sich in einem früheren Leben abrackern musste und ich sein Spiegel bin, damit er sein Muster der Vergeltung erkennt?“, fragte Ella.
Ihre Fragezeichen hörte ich förmlich in ihrem Kopf würfeln.

„Ich glaube, dabei geht es eher um dich und um dein Ego! Es geht nicht nur um die kleinen irdischen Freuden. Es geht nicht um die Autos am Fließband, die uns mit 280 PS gegen eine Betonwand brettern lassen. Wir haben voneinander zu lernen. Es geht um Heilung, um Verbindung, um Wachsen und um Ankommen. Es geht um unseren verletzten Teil in uns, den wir annehmen lernen müssen. Wir sollen in unsere Wahrheiten hineinwachsen. In die Wahrheiten, die schon längst in unseren Herzen bereit stehen. Wir reifen in all unseren Irrtümern. Fragend, erklärend, zielend, verfehlend, wieder fragend. Der einzige Weg die Wahrheit zu erkennen, ist ihre vielen Hüllen zu durchleben.

Es gibt angenehme und unangenehme Geräusche im Leben.
Es gibt Gedanken wie schlecht, gut, sollte, sollte nicht, ich, du……
Es gibt Überzeugungen, Schreckensvorstellungen, Dinge, die nicht nach unserem Willen laufen.

Wir kommen durch sie „zur Sache“….in eine ernsthafte Diskussion mit uns selbst.

In solchen Momenten deines Lebens können sich dramatische Welt öffnen – eine nach der anderen. Wir sind nicht hier um des Leidens willen, sondern um an ihnen zu wachsen.
Wir sind mehr als nur Körper und Verstand. Es gibt da etwas Fließendes, etwas Schwingendes um uns herum. Das Universum ist mehr, als du bisher gedacht hast. Acht auf deine Gedanken und deine Wünsche, sie könnten wahr werden…. Vielleicht nicht unbedingt in diesem Leben und auch nicht auf die Weise, die wir uns vorgestellt haben…Wer weiß, …in 20 Jahren wird vielleicht jeder auf Anhieb wissen, dass es hier auf Erden nicht nur um unsere persönliche Ego-Reise geht und es etwas Größeres gibt als uns selbst. Dass man der Welt dienen kann und dass das,was anderen geschieht, nicht zu trennen ist, von dem, was uns geschieht. Es gibt auf dieser Erde viel zu lernen, es gibt viele Facetten
Ich glaube, die meisten Erfahrungen, die wir zur lernen haben, drehen sich um „Ich genüge mir nicht selbst“.  Die Seele weiß, dass sie sich immer selbst genügt- selbst in den schwierigsten Leben.

Ich gehe mal davon aus, dass unsere Seele sich jeden Gedankens, den wir denken,  jeden Gefühls, das wir fühlen, jeden Wortes, das wir sagen, und jeder Handlung, die wir ausführen, bewusst ist. Die Seele schaut uns quasi über die Schulter und sagt Ja, hier geht`s lang oder Nein, dies ist nicht der richtige Weg. Gewinnen Wünsche die Oberhand, die auf dem Ego, der Angst oder übermäßiger Anhaftung beruhen, kann das Karma eine ganz andere Richtung einnehmen. “

Ella machte ein paar internationale Handzeichen. Frei übersetzt: Jetzt mach mal `ne Pause.
„Ist ja alles schön und gut. Es geht also nicht darum, wer hat den schnellsten, den größten, den teuersten Wagen? Wer hat`s drauf? Wer ist der Loser? Oder- was-auch-immer. Es geht um energetische Resonanzfelder und Denkmuster, die wir aufheben sollen – selbst jene, die uns gar nicht bewusst sind. Wie können wir denn diese Denkmuster auflösen?“

„Indem wir alten Erinnerungen, die aufgeladen sind mit emotionalen, mentalen und physiologischen Informationen ihren Druck nehmen. Indem wir die Bedeutung des Erlebnisses von Angst und Schmerz und Einengung umwandeln in Selbstvertrauen und Freiheit. Indem wir uns von Schlussfolgerungen und ungesunden Gefühlen lösen. Wenn Gefühle zum Ausdruck kommen, tritt Heilung ein. Unterdrücken wir sie, verstärken sie sich. Indem wir nicht mehr durch die Mangelbrille schauen. Indem wir unsere Energie des Mangels zur Energie der Fülle schwenken und schauen, womit wir gesegnet sind. Ein Gefühl ist Energie und Energie will immer fließen. Liebe, Vergebung und Heilung sind die bestimmenden Themen. Indem wir verstehen lernen, warum uns manche Themen im Leben begegnen und darum wissen, dass so manches Problem aus vorherigen Leben im Wege steht. Indem wir auf unserer Tafel, das Wort „wertlos“ streichen und an die Stelle „geliebt“, „liebend“ und „liebevoll“ schreiben.  Indem wir unser Herz öffnen.“

 

 

 

 

 

 

 

Die tiefsten Augen öffnen

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Die  Hirnforschung  sagt: man entwickelt sich nicht aus der Enge und der Begrenztheit, sondern aus der Fülle, aus dem Überfluß. Deshalb sind wir Menschen am Anfang unseres Lebens mit viel zu viel Nervenzellen ausgestattet – noch vor unserer Geburt sind wir das. Vorgeburtlich haben wir sozusagen schon die größten Verluste zu beklagen, ohne es gemerkt zu haben.  Die genetischen Programme wissen nicht, wie viele Nervenzellen man braucht für ein gutes Hirn. Sie wissen auch nicht, wie viele Nervenzellen man vernetzen soll. Deshalb geben sie uns Potential mit.  Es werden sozusagen erst einmal Vernetzungsangebote gemacht. Ein riesiges Überangebot an Optionen werden uns bereit gestellt.  Dann fangen wir an unser Hirn zu nutzen, wie das dann in der Kleinfamilie, in der Kommune, in dem Land, in dem Kulturkreis möglich ist, in dem  Umfeld, in dem wir eben heranwachsen. Und am Ende hat man dann das Gehirn, das in die jeweilige Kultur passt.
Jetzt ahnst du wohl, wo das Problem steckt?
Jetzt hat man sozusagen eine Situation, in der man sich optimal an die herrschenden Verhältnisse angepasst hat. Dabei ist auch einiges passiert. Es ist übrigens nicht das auswendig Gelernte, das unser Hirn vernetzt. Es sind immer die Erfahrungen. Deshalb sind die Erfahrungen auch so wichtig. Deshalb  nutzen wir auch niemals unser Wissen, wenn es um entscheidende Dinge geht, sondern wir greifen auf unsere Erfahrungen zurück.
Am Anfang unseres Lebens sind unsere Erfahrungen alle authentisch. Wir krabbeln selbst. Wir haben nach den Dingen gegriffen. Es existierte eine unendlich enge Bindung an den eigenen Körper. Alles wurde aus uns selbst heraus entwickelt. Irgendwann schafft die Identifkation mit dem Verstand aber einen undurchdringlichen Schleier aus Konzepten, Worten, Urteilen und Definitionen, Vorlieben, Abneigungen, Interpretationen, die jede wahre Beziehung blockiert.  Wiederkehrende Denkmuster, Tonbänder nach denen wir greifen und die uns Sicherheit,Geborgenheit und Zugehörigkeit geben sollen. Hunderttausende von Augenblicken angefüllt mit Denken und Erfahrungen. Mit zwei Erfahrungen starten wir aus dem Mutterleib heraus, mit denen wir versuchen, sozusagen als Potentialentfalter unterwegs zu sein.
Die eine Erfahrung ist die, dass man am Anfang des Lebens auf`s Engste verbunden war mit anderen.
Und die zweite Erfahrung ist, dass man am Anfang des Lebens immer gewachsen ist und über sich hinausgewachsen ist, körperlich, später auch mental.

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Diese zwei Erwartungen versucht man, also ähm ja, versucht man also  auch später im Leben umzusetzen. Das sind Erwartungshaltungen. Man erwartet also, weil sie beide so tief als Erfahrung verankert sind, also ja so ist das wohl, man erwartet bis ins hohe Alter, dass man diese zwei Grunderfahrungen oder Sehnsüchte auch erfüllt bekommt. Zugehörigkeit, Anerkennung, Wertschätzung, Geborgenheit. Das andere ist diese Sehnsucht, dass man doch irgendwie Aufgaben finden möge, die einem helfen, dass man wachsen kann. Das Bedürfnis nach Autonomie, nach Freiheit, dann nach, etwas leisten zu dürfen. Klar, dass genau dieses nicht so einfach ist, wenn man sich nach Freiheit sehnt und gleichzeitig gebunden sein will, befindet man sich in einem Dilemma. Solche Dilemma sind ja besonders interessant, weil sie  nicht lösbar sind. Man muss  die Lösung auf einer Metaebene finden, meint auf einer höheren Ebene. Von dort aus sind sie plötzlich lösbar.

 

Die Metaebene für die Lösung des Dilemmas zwischen dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Geborgenheit und gleichzeitig nach Autonomie und Freiheit, diese Metaebene ist eine besondere Form der Beziehung, die man  entwickeln muss. In der Führungsetage von Unternehmen nennt man diese Ebene ‘Supportive Leadership’. Das heißt, man müsste eine Beziehung finden, wie Menschen sich gegenseitig darin unterstützen, in ihre Potentiale zu kommen und gleichzeitig sich auch das Gefühl einander geben, dass sie dazu gehören.  In einer etwas  prosaischeren Weise nennt man das Liebe.  Sind wir wieder beim Pantoffeltierchen.

Dann macht man sich auf den Weg und es bildet sich das authentische Selbst heraus. Alles eigene Erfahrungen, nicht von außen aufgezwungen. Die Welt alleine entdeckt und dann lernt man irgendwann sprechen.
Spätestens dann  hört es mit dem Eigenen auf, dann wird man erzogen. Das authentische Selbst gerät in ein Dilemma. Eigentlich möchte es rebellieren. Aber das  Kind in einem  möchte gelobt und geliebt werden und will dazu gehören. Deshalb fangen wir an, Teile unseres authentischen Selbst zu bekämpfen. Ein schmerzvoller Prozess, etwas zu tun, was man gar nicht will, weil man etwas anderes tun will.
Das, was da entsteht ist ein Konstrukt: das Ich.  Das  Ich konstruiert man dann auf diese Weise. Teile dieses Ich`s sind einem…man hat sich verbogen…aus der eigenen Kraftleistung heraus gewachsen, deshalb identifiziert man sich auch noch mit dieser Leistung und hält, das, was konstruiert wurde für sein ICH und, hält es auch noch für vollkommen richtig.

Das Hirn ist eine Baustelle, sagen viele Hirnforscher.  Na dann, war wohl am Anfang meines Lebens  das Fundament noch ganz gerade und passte zu meinem Körper und zu meinen Erfahrungen. Dann wurde weiter gebaut. Da mein Baumeister immer drinnen war und  sich noch immer nur drinnen aufhält, merken weder er noch ich das Krumme an meinem Ich. Alles schief, aber mit Wohlfühleffekt. Baumeister meinen immer, alle müssen so ein Haus haben. Sie/Du also auch?  Dann wird das immer schräger bisweilen und manchmal eben so schräg, dass es anfängt zu wackeln. Also geht man nochmals zurück zum Fundament und sieht nach, wo man hergekommen ist. Wiederfinden, was man verloren hat. Potentialentfalter werden. Woran liegt das hirntechnisch, dass wir dazu neigen, in solche Entwicklungen hineinzugehen, die dann – gehen wir immer länger so – weniger Okay werden? Durch die Nichtbefriedigung der angesprochenen zwei Grundbedürfnisse bildet sich im Hirn Unruhe. Man hat ja eine Erwartungshaltung und das, was man sieht, ist anders als die Erwartung. Das kann man auch Stress nennen. Das kann man Leben vom Ego beherrscht nennen.  Das kann man  Angst nennen.  Angst vor Verlust, Angst vor Versagen, Angst vor Verletzung usw., Unbehagen, Sorge, Nervosität, Anspannung, Schrecken, Phobie – es gibt sie in vielfacher Ausformung.

Das Ego fühlt sich immer bedroht. Es fühlt sich sehr unsicher und verletzlich. Selbst so etwas Triviales wie das zwanghafte Bedürfnis, bei einem Streit Recht behalten zu wollen, ist durch die Angst vor dem Tod des Egos begründet. Als Ego kannst du dir es nicht leisten, Unrecht zu haben.

Wie finden wir die Richtung?

Die Hektik in unserer Umgebung ist eine gute Übung, die eigene Mitte zu stabilisieren. Gebt der Stille in euch Raum. Atmet Frieden.

Der Stille in uns Raum geben,  sodass wir in der Lage sind,  was wir erfahren, zu integrieren.

Dem Impuls unseres Herzens folgen.  Das Bild mit unserem tiefsten Atem umhüllen.
Wir können etwas in dem Maße fühlen,w ie wir bereit sind, uns auf etwas Tiefes einzulassen. So wir sehen und fühlen und unsere Schranken aufheben, können wir unser Herz öffnen und aus unserer eigenen Tiefe heraus leben.

Um tief zu sehen,  um tief zu fühlen, müssen wir uns tief öffnen.