Herzliche Liebe ist sehende Liebe

dna upgrade

 

Ist es nicht so, dass das, was wir für dieses wunderbare Abenteuer Leben brauchen, in keinem Lehrbuch der Welt steht? Und doch führt ES uns, Stufe um Stufe, auch wenn wir mitunter diese Wirklichkeit auf den Kopf stellen
Wir  dürfen wachsen. Wir dürfen Eigenschaften ablegen.
So manche Antwort des Lebens  überrascht uns vielleicht. Und so manches Mal kämpfen wir mit dem „richtigen“ Verhalten, wenn uns etwas in die Quere kommt. Wir schnell werden wir misstrauisch oder lassen uns aus der Ruhe bringen und reagieren emotional. Vorwürfe, Grollen,wei wir uns wieder einmal verlaufen haben, weil wir uns geirrt haben,  falsch entschieden, geschwiegen, zur Unzeit gesprochen oder uns von unguten Gefühlen hinreißen lassen, mal wieder auf der Überholspur die Freiheit genossen. Wie oft bleibt die Liebe dabei auf der Strecke? Wie oft tut uns im Nachhinein so manches Verhalten leid?  Wir wissen, jeder negative Gedanke blockiert vor allem uns selbst. Oder haben Sie nach einem Gespräch der heftigsten Kritik Frieden oder Harmonie? Was bringt jede Kritik an uns und an den anderen?
Was am Ende bleibt: Leere im Herzen, die Sehnsucht nach Liebe, nach Geborgenheit, nach Glück – nach allem, was ein Mensch haben darf.

Würden wir in der Liebe nicht viel eher zu jenen werden, die wir sind?  Wenn wir uns von unserem Herzen führen lassen, werden wir mit der Liebe geführt. Wir brauchen nur unser Herz und unsere Hände zu öffnen. So reifen wir zu etwas hin, was im Innersten unseres Herzens von Anbeginn auf uns wartet: Die Liebe.
Oh ja, wir können sie zurückweisen, wir können sie leugnen oder unter verdeckter Schuld und Opferdasein vergraben. SIE verschwindet dennoch nicht. Es gibt sie – auch in der tiefsten Dunkelheit.
Wann immer der Wunsch in uns erwacht, finden wir sie.
Tief im Herzen wissen wir, dass, wenn wir uns daran erinnern, dass wir geliebt sind, nur liebevoll handeln können. Das Gefühl sagt es uns. Was wir an Gutem aussenden, kommt im Guten zurück.

Wer sich für den Weg der Liebe entscheidet, muss Gutes tun, er muss sein, gut zu seinen Mitmenschen, in Worten und in Taten (aber bitte kein Helfersyndrom: über das Helfen-Wollen dem eigenen Weg ausweichen wollen).

In der Liebe gehen wir zur Tat über. Es beginnt mit dem rechten Hinsehen. Herzliche Liebe ist sehende Liebe. Man beginnt seine Umgebung anders zu sehen, erkennt, erfühlt Verhältnisse, Zusammenhänge, die man vorher übersehen oder verkannt hat. Man lernt die Menschen zu sehen. Wir sollten uns darin üben. Wer nur sich selbst sieht, erstarrt innerlich.
Man lernt Mitgefühl. Mitgefühl lässt uns sofort Herz und Hände öffnen. Da ist dann kein Platz mehr für Selbstmitleid, für all die selbstinszenierten Dramen, keine Einsamkeit, keine Illusion, keine Langweile. Mitgefühl taut vereiste Herzen auf und wärmte das eigene.

Diesen Weg dürfen wir alle beschreiten  – wenn wir wollen.
Es ist der gemeinsame Weg, der ins Licht führt.
Es ist der Weg, der uns wirklich zum Guten führt.

dream big

Demut, ganz in reiner Liebe.
Dankbarkeit in reiner Freude.
Dienen aus der Liebe heraus.
Tief atmen, um so viel Güte wie nötig in sich aufzunehmen, um
für alle unsere Nächsten, so viel aufzunehmen, wie der Nächste sie wirklich nötig hat.

Wenn sich Leben regt

 perspektive 4

 

Ich bin nicht verrückt. Ich habe nur eine andere Perspektive eingenommen – also mich ein wenig ver-rückt.

Jedes Verhalten ist in irgendeinem Zusammenhang wertvoll und nützlich. Und da ich zwei geniale Trainer in mir habe, kann mir gar nichts weiter als das Leben geschehen. Sie halten mich fit und wach. Ich nenne sie „Angst“ und „Freude“.

Mein Freund Angst sagt mir immerzu: Um mich oben zu halten – genauer gesagt: um mein Bild meiner selbst oben zu halten – soll ich in mir das Bedürfnis wecken, andere  nach unten zu drücken. Es ist schon fast unheimlich:  Wie eine verschlossene Rosenknospe, die sich nicht mehr öffnen kann, sitze ich dann als Kugel, die sich daran gewöhnt hat, verschlossen zu sein. Unerreichbar sein, ruft mein Freund Angst.  Und dann drücke ich nach unten  und stolpere  so in dieser Kugel umher,  manchmal treffe ich dabei auf einen gemütlichen Bullerofen und lasse mich an ihm nieder. Ich tauche meine Lippen in einen aromatischen Minztee mit Zimtstange, der öffnet alle Poren und saugt die Vorlieben und Abneigungen, das Anhaften, die Gewohnheit, die  Ängstlichkeit vor Verletzung, Zurückweisung die Traurigkeit, den Tropfen der Melancholie oder der Rastlosigkeit und was noch so alles blüht  unter der Lawine von Ausreden und Erklärungen auf. Irgendwann  finde ich mich einen ganzen Berg weit entfernt von meinen anderen Gefühlen. Dort stecke ich dann.  Erst  jüngst blickte ich währenddessen – irgendwo entlang des Weges – auf Ameisen und ihre winzigen Antennen und dachte: „Die lassen doch mit ihren winzigen Antennen unsere komplexen Verständigungsschwierigkeiten glatt hinter sich.  Bestimmte Arten des Verstehens erfordern bestimmte Arten des Verstandenwerdens. So sieht`s aus!

Und dann rückt mein genialer Trainer Freude auf den Plan.

Die Freude sagt: „Papperlapapp, Martina, willst du hier verdunsten wie ein Wassertropfen in der flachen Hand? Was sinnierst denn da schon wieder zamm.  Atme tief ein, ohne Luft wächst nichts. Mach dir die Welt untertan. Spring und hüpfe. Lache, tanze im Kreis und singe wie die Meerjungfrau. Weg mit deiner Traurigkeit. Fliege zum Mond und wieder zurück. Da wartet schon eine Extrawurst auf dich. Die Freude will mir ihren Garten Eden schmackhaft machen. Und ich denke: „O man o man, seit Tausenden von Jahren ist der Mond der Gefährte der Liebenden. Daneben beginnt schon Traumland.“ Es pochert an meiner Stirn. „Soll ich mich jetzt als ein wiedergeborenes Kind einer Zirkusfamilie sehen? Alles ist bunt. Davonlaufen. Verwirrt- verwirrter!  Bonjour Tristesse!

Eine Rose symbolisiert für mich den Großwunsch meines Herzens

rose nur ein großerwunsch im herzen

 

Zum Glück gibt es noch einen genialen Trainer in mir: die Liebe

Und die sagt mir: „Alles fühlen, Martina.“

Wenn du wegläufst, läufst du vor einer ungeheuren Möglichkeit davon. Gehe langsam zurück, öffne in deinem eigenen Haus die Tür. Lass neuen Wind herein. Betrete dein eigenes Unbewusstes. Warte ab. Die Liebe sagt: Ich werde tun. Und sie sagt: Ich werde nichts tun. Erst wenn sich etwas beruhigt hat, kann etwas geschehen.

Wir bemühen uns nicht traurig zu sein, ruhig zu sein und nicht ängstlich, klar zu sein und nicht verwirrt, verständnisvoll und nicht verärgert. Trotz aller Anstrengungen, unsere Reaktionen auf das Leben zu formen und sie nacheinander abzuspielen, trotz unserer Angst vor bestimmten Gefühlen, ist es doch vor allem das Durchfühlen von alldem.

Wir müssen manchmal aufschrecken. Wir brauchen das stille Sitzen. Die Trauer kommt, die Trauer geht. Wir verletzen einander und manchmal geht der Schmerz so tief, dass wir uns nicht mehr trauen. Wunden leckend ziehen wir weiter. An manchen Tagen haben wir einfach Angst und an anderen lebt das Glück und die Freude in uns auf. Manchmal müssen wir die Schmerzen der Ent-Täuschung durchmachen. Manchmal muss einer den Täuscher  für uns spielen, damit wir den Täuscher in uns erkennen. Manchmal müssen wir zurückgeworfen werden.

Wahrheit ist nie verschleiert.
Wenn wir sie nicht sehen, dann liegt es daran, dass wir die Augen geschlossen halten.

Ich glaube, das Wichtige ist, dass wir in uns kein Gefängnis machen, sondern jedes Gefühl ganz und gar in  liebevoller Haltung in uns annehmen.  Jenseits aller Sprache ist die Berührung die alles verbindende Geste, die Energie, die alles Leben in uns mit allem Leben außerhalb von uns verbindet. Durch unsere Gefühle – und nicht um sie herum -finden wir einen Ort, den man im Zen die „Einfache Gegenwärtigkeit“ nennt. Sie ist die „Nahrung des Verstehens“.  Nicht die Weigerung des Fühlens, sondern das Annehmen aller Gefühle, die gefühlt werden wollen und sollen, ist der Weg der Erkenntnis. Das heißt nicht, dass man sich in die Sonne stellt und schmort. Oder sich auf ein Nagelbrett legt. Es geht darum, den Dingen in die Augen zu sehen – so wie sie sind.

Wir können in einer Scheuklappenwelt aus Träumen leben. Es ändert nichts daran. „Draußen“ wartet die Wahrheit.
Sich selbst gegenüber wahr sein.

Übergib dich der Ausatmung und lass dich mit dem Einatmen füllen.

Handeln in Liebe folgt dem Herzensimpuls.

 

PS.: Und vergessen Sie bitte nicht:

Was wir für das Leben halten, ist nur ein winziger Ausschnitt aus der Wirklichkeit. Das Leben selbst ist ganz anders.
Das Leben  ist eine Reise des Geistes durch Materie. Einzig das Gefühlte zählt. Das Gefühlte ist das Gelebte.
Ein Traum kann so ermüden wie Arbeit. Wenn ich einem rasenmähenden Menschen beim Mähen beobachte,  mähe ich den Rasen quasi mit. Wir können Abenteuer reglos durchleben. Alles ist letztendlich eine Wahrnehmung von uns.
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fühlend

 

„Wenn alles mit Gleichmut betrachtet wird, kehren wir zu unserer
Selbst-Natur zurück.“ (Zen-Weisheit)

Panta rhei.
Alles fließt.

 fuehlen maedchen

Da marschiert jemand in Riesenschritten in dein Leben und wird zur Krone des eigenen Königreichs. Ein farbenfrohes Bild das tanzt, in grün und orange. Übersprudeln möchte man. Groß ist die Liebe, wenn sich unsere Härchen aufstellen.  Man spürt sich ein in einen anderen Menschen. So voller Leben ist man. Und voller Liebe.  Und voller Vernunft. Und dann kommt der Kirschenkompott auf den Tisch und man sucht danach sogleich das Weite.  Das ist man seiner Angst schuldig. Widerstand, Unsicherheit und alter Schmerz melden sich. Das ist normal.Galileo Galilei musste im 17. Jahrhundert seine Überzeugung, dass die Erde sich um die Sonne dreht, unter dem Druck der Kirche sogar widerrufen. Für die Kirche besaß das kopernikanische Weltbild, dass die Erde gar kein Mittelpunkt sei, einfach zu schmerzhafte Konsequenzen. So ist das eben, wenn Bewährtes losgelassen werden möchte. Erst einmal macht es Angst, wenn man die Basis verliert, die einen nährt. Änderungen werden zu einer Art Bedrohung. Die alte Wobinichdennangst. Ein Auf-der-Flucht-Sein. Und schon so viele Brücken hinter sich verbrannt.  Und kaum jemand weiß, wie man mit dem Fernfühlen umgeht. Wie soll man es integrieren?  Neues kann Angst auslösen, wenn man nicht vorausschauen kann, welche Folgen es hat. Und überhaupt: Die schlimmste Art des Liebesmords ist Schnupfen. Ich niese wieder wie noch nie.
Da kommen dann der große und der kleine Atem zusammen.
angst
So sagt die
Juwelenkette:
Selbst wenn wir dreimal täglich
aus dreihundert Kochtöpfen fürstliche Mahlzeiten verteilen würden,
käme dies nicht an die positive Kraft
eines einzigen klaren Augenblickes der Liebe heran.
Liebe erreicht alles. Aber genau darin liegt unsere größte Angst. Es ist die  Angst, fähig zu sein. Wir erschrecken fast, wenn wir bemerken, wie viel Kraft und Liebe in uns ist. Wir haben Angst, ein Licht zu sein. Unsere Abwehrhaltung kämpft  lieber  um eine Illusion: die Unabhängigkeit, die keine wirkliche ist.  Denn das Maß der Unabhängigkeit entspricht dem verborgenen Maß an Abhängigkeit, Schmerz, Bedürftigkeit, Angst, Schuld, Aufopferung und Opferhaltung, das man in sich trägt. Unsere Unabhängigkeit ist nur eine Kompensation für diese Dinge. Unsere Kammern sind mit unbewussten Ebenen gefüllt.   Empfangen & Genießen sind blockiert.
Wir können auf unsere Gefühle in Angst oder aber im Vertrauen blicken.
Wir zweifeln lieber. Ist das, was ich fühle meines oder gehört es zur „Rolle“? Was gehört zu mir, was zum anderen?  Im Spiegelsaal des eigenen Lebens wird nach Resonanz gesucht. Wir sind Resonanz. Wie die Saiten einer Geige besitzen wir Resonanzfrequenzen, bei denen wir bevorzugt schwingen – mit Mustern…und alles ist (in) Resonanz. Da das gesamte Universum aus reiner Energie besteht, betrifft dies auch unsere Gefühle. Entsprechend können wir Gefühle als eine energetische Resonanz verstehen. Wir deuten mit Hilfe unserer eigenen Realität, was wir da wahrnehmen.
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Was wir bekämpfen, werden wir nicht los.
Nur was wir lieben, lässt uns frei.
Alles, gegen was du dich wehrst, bleibt bestehen – und wird stärker.
Ich liege unameisig faul in der Sonne und denke an eine Ameise. Es kribbelt an meinem Bein. Ich öffne die Augen, um nachzusehen, entdecke aber nichts. War sie nun da oder nicht? Vermutlich ist sie heruntergefallen. Vielleicht war es aber auch eine Fliege. Optische Täuschungen bestimmen nicht selten unseren Alltag.
Wir ärgern uns über einen Menschen, der eine Be-haupt-ung aufstellt. Sofort spüren wir Widerstand in uns. Warum?
Weil sich sofort etwas im Kontakt zu jenem anderen Menschen ändert – die Rangfolge. Der Behauptende wird zum Wahrheitshalter und stellt sich damit an die erste Stelle. Wer behauptet, wird zum „Oberhaupt“. Die Ebenbürtigkeit mit dem anderen geht verloren. Hinter dem Wunsch von Widerstand steckt nicht selten der Wunsch von Ebenbürtigkeit, in der beide Personen wieder den gleichen Rang, die gleiche Wertigkeit einnehmen. Eine Ebenbürtigkeit, in der die Realitäten und Überzeugungen beider Personen gleichermaßen gültig sein dürfen.
Die Frage ist doch: Bin ich mir dessen bewusst, dass mein Widerstand  gerade durch meinen eigenen Wunsch nach Anerkennung oder Integration entstanden ist?

Das Lebensspiel und seine mentalen Regeln können sehr eindrucksvoll sein. Statt etwas aufzulösen, kämpfen wir häufig gegen etwas, was den Zustand eher aufrechterhält.Wir bekämpfen den Menschen, der in uns Widerstand ausgelöst hat, statt uns auf die Energieform in uns, auf das Widerstandsgefühl an sich zu konzentrieren.

Wir bekämpfen gemachte „Fehler“, unsere eigenen oder die der anderen. Wir bestrafen jenen, der ihn begangen haben soll, statt in Offenheit den Fehler erst einmal genau kennenzulernen, in zu integrieren. Auf diese Weise würden wir auch anderen  für ihre Lernprozesse optimal zur Verfügung stehen. Wäre nicht unser Ego dabei im Wege…

Vorwurfsvolle Rollen lieben wir doch auch immer wieder sehr gern. Man selbst fühlt sich leichter und offener  – nicht mehr so streng – wenn man den anderen heruntergeputzt hat. Vorwürfe an andere bieten scheinbaren Schutz, damit man sich seinem eigenen Veränderungswunsch nicht so sehr bewusst werden muss.  Warum? Was steckt dahinter? Meist ein Schmerz….ein ungelöster Schmerz, der in der eigenen Vergangenheit begonnen hat. Zukunftspläne, die aufgegeben werden mussten, Abschiede, die wir nicht vollständig betrauert haben.  Abwehr, die wir schon als Kind lernten.
Manche Kinder kämpfen ihr ganzes Leben, dass sich ihre Eltern ihnen gegenüber (wieder) öffnen und Anerkennung und Liebe zeigen. Sie kämpfen im Außen. In Wirklichkeit kämpfen sie darum, ihren eigenen Abschiedsschmerz nicht fühlen und durchleben zu müssen.
Und so sind wir von Problemmustern gesteuert.
Und wenn man nach dem Toben ernsthaft in sich hineinfühlt, stellt man fest, eigentlich meinte man es auch gar nicht so. Eine weitere Bestätigung dafür, dass man eine Rolle gespielt hat. Man wundert sich allerdings, dass sich der andere  verletzt fühlt und stumm wird. Für eine Weile ist keine offene Kommunikation mehr möglich.
Übrigens: Gefühle, die niemals ausgelebt oder ausgedrückt werden, verbleiben im Energiekörper des Menschen – in den Randzonen seines Bewusstseins.

Und dann sind da noch  all die Farbfilter, die unsere Wahrnehmung beeinflussen.
Zwei Menschen können durch verschiedene Farbfilter sehen. Der eine liest durch eine rote Folie: Ich lebe in Liebe und Frieden. Der andere liest Selbiges durch eine grüne Folie: Ich lebe in Angst. Wir sind individuelle Menschen mit individuellen Erfahrungen.  Denkste. Wir sind noch mehr. Zwischenmenschliche Beziehungen wirken massiv in uns hinein. So sehr, dass wir oft nicht unterscheiden, ob beispielsweise die zu spürende Verlustangst meine oder die des Partners ist.  Unsere geistige Privatsphäre halten wir für eine uneinnehmbare Festung. Dies ist ein weitverbreiteter Irrtum.  Wir sind ein Teil dieser Welt – und die Welt ist ein Teil von uns.  Ich bin Teil des Alles und das All ist ein Teil von mir. Alles ist mit allem verbunden. Die „Realität“ ist im Grunde lediglich eine Funktion der Übereinstimmung.
Da  kommt Gleichmut auf…
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„Do not let the behavior of others destroy your inner peace.“

(Dalai Lama)
Gleichmut.

Was bedeutet Gleichmut überhaupt?

Bin ich dann mit einem besonderen Mitgefühl ausgestattet? Ist dieses Mitgefühl frei von Bezugspunkten? Stellen sich dann meine Härchen nicht mehr auf der Haut auf? Ist meine Liebe dann für alle Wesen auf der Welt gleichermaßen groß?

Die Wurzel aller Liebe ist Dankbarkeit zu entwickeln, indem wir über die Güte anderer Menschen und über ihre Fürsorge nachdenken.
Die Wurzel, aus der das Gewahrsein entsteht, ist das Mitgefühl.
Frieden liegt in der Sichtweise, dass das Unglück ein schmerzhafter Teil des absoluten – immer vorhandenen – Glücks ist.
Gleichmut  bedeutet dann wohl, ohne Anhaftung oder Abneigung zu sein, nichts in Kategorien wie „gut“ und „böse“ einzuteilen, und jedem immer alles Gute zu wünschen. Natürlich muss man nach wie vor handeln und wissen, was für einen selbst richtig oder falsch ist und was man will oder nicht, aber dies sollte alles ohne Zorn und ohne schlechte Gefühle den anderen gegenüber geschehen.
Dann wehrt man sich nicht mehr gegen seine Gefühle und stimmt dem so, dass man jetzt so fühl wie man fühlt.
Gleichmut ist, sämtliche Lebewesen, ohne Unterschied als gleichwertig und gleich wichtig zu betrachten. Dies beinhaltet, allen gegenüber dieselbe
Haltung zu haben und weder an einigen zu haften, noch andere abzulehnen, denn sämtliche Wesen sind uns gleich nah oder fern.
Wenn wir Liebe, Mitgefühl und Freude praktizieren, führt dies zu großer Liebe, die allen Wesen wohlwollend zugetan ist. Nun ist dieser liebevolle, anhaftende Geist selbst leer von einer Eigennatur – und die wahre Natur der Leerheit ist Abwesenheit von Haften. Sind Nichthaften und Nichthaftender untrennbar geworden, bleibt so der Geist unerschütterlich bei allem, was in ihm erscheint.
Verweilen direkt auf diesem leeren Urgrund. Dadurch kommt das Wohlwollen zur Ruhe, das zu fürsorglichen Gedanken des

Haftens an Lebewesen führt, und die dualistischen Regungen werden eins mit der Natur der Dinge (dharmata).
Dies ist Gleichmut.
Ein Geschmack in der Dimension großer Leerheit – dann wird dies Großer Gleichmut
frei von Anhaften und Ablehnen genannt. Die Bedeutung von all dem tief zu verstehen und in solcher Erkenntnis zu verweilen ist
unermesslicher Gleichmut.


Man sollte sich lassen

erde als schmetterling

 

 

frieden ma

…das sagte schon der Dominikaner Johannes Tauler um 1300, im tiefsten Mittelalter. Er wollte Spiritualität verbreiten, die sich im Leben bewährt.
Anders formuliert: „Das Ego sagt: Wenn alles passt, werde ich Frieden finden. Der Geist sagt: Finde Frieden, dann passt alles.“

frieden

 

 

 

 

 

 

maedchenklein

Ich sage: „Ach diesen Weg will niemand gehen.“
Er sagt: „Welchen?“
Ich sage: „Diesen Ich bin nichts-Weg.“

Antwortet er: „Du sprichst in Rätseln…“
Antworte ich: „Na, sieh dich doch um. Wo immer du auch hinsiehst, wir sind und wollen und wollen immer etwas sein, immer einer über dem anderen. Immer scheinen. Heute war es eine Abteilungsleiterin, deren A und O es war, mir zu sagen, sie sei Abteilungsleiterin! Dafür hat sie fast ihr Seele riskiert. Darin sind alle Menschen so gebunden und gefangen. Niemand will sich lassen. Alle sind sie groß oder reich, hoch und mächtig. Alle sind sie etwas.  An dieses Ich bin nichts will doch niemand daran, weder jung noch alt, weder arm noch reich.

Sagt er: „Na, ich bin doch auch was!“
Sage ich: „So, bist du? Eine dünne Hülle, wenn du mich fragst. Sie ist der Anfang deiner Einsamkeit. Ein großer Teil unserer Schmerzen, des Kämpfens, des Ringens, des Leidens hat mit der Idee zu tun, dass wir meinen, etwas zu sein. Etwas zu sein, trennt und schafft Unterschiede. Die anderen sind dann mehr was oder weniger was. Und dann? Dann beginnt das eigenwillige Wirken, Wollen und Begehren. Dann erheben wir die Gegensätze, die Bilder, alles Beschränkte, alle Vergleiche, Bejahung und Verneinung. Dann beginnen bestimmte Lebensweisen und Vorhaben. Dann bist du was und du bildest dir darauf etwas ein und andere verlassen sich auf das, was du bist, und dann passiert, was du vielleicht nie vermutet hättest: Du wächst und veränderst dich, um lebendig zu bleiben, aber die anderen wollen dich gar nicht anders, die haben sich so an dein Muster gewöhnt. Und dann hörst du sie sagen: „Das sieht dir aber gar nicht ähnlich.“ Und wie schnell ist man dann dabei, zurückzuhalten, wer man wirklich ist, nur um es andern recht zu machen. Und am Ende geht dein Licht ganz aus. Oder du  hast dir gar Bilder im Kopf eingerichtet, die dir sagen, es gibt Menschen, die sind geringer als du. Dann bist du ganz weit entrückt von deinem inneren Grund. „Was weißt du denn von deinem Nächsten?“, fragte Tauler einmal. Was wissen wir denn wirklich, wie es um unsere Mitmenschen steht? Was weißt du denn von seinem äußeren und inneren Lebensweg?

Die Zugehörigkeit zu einer spirituellen, zu einer kirchlichen „Familie“ oder zu einer Berufskaste macht nicht heilig. Johannes Tauler befand, der Eigenwille  ist wie ein Säule, an der sich alle Unordnung hält. Könnten wir die fällen, so fielen die Mauern alle nieder.

Es reicht, wenn wir lieben.

Man sollte sich lassen.

In Wahrheit sind wir alle nichts.
Das alles wird geboren aus Demut.
Da geht der Eigenwille verloren.