The road not taken

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Heute male ich in Gelb für Arabella. Es ist  ihre Lieblingsfarbe.

Heute trage ich das Lächeln, das mir Arabella gestern geschenkt hat.

 

Die liebe Blumenrettungs-Aktion dieser wundervollen Menschin  – alles wegen aufkommenden Frostes –  führte mich geradewegs  in meinem Denken zu einem Gedicht von Robert Frost.  „The road not taken“ ist  für mich eines der schönsten Gedichte des vierfach ausgezeichneten Pullitzer Preisträgers.

Es handelt vom Weg, den wir nicht gegangen sind.

Wege, die wir begehen. Spuren, denen wir folgen. Manchmal folgen wir den Spuren eines Freundes. Manchmal  gehen wir sie  alleine. Manchmal sind es  noch unbetretene Wege. Häufig sind es bereits abgetretene Wege.  Manchmal suchen wir Abkürzungen. Manchmal scheinen sie uns in die Irre zu führen und  erst viel später erkennen wir, dass genau diese Umwege zu uns gehörten, brachten sie uns das in unser Leben, was zu uns gehören sollte. Sie erweiterten unseren Horizont.

 

path of life
Manchmal lassen wir alles zurück. Manchmal wandeln wir auf längst vergangenen Schritten. Manchmal auf verhassten Wegen, manchmal auf kurzen.  Manchmal sind es Wege der Erkenntnis. Manchmal sind es Wege der Flucht. Manche Wege sind nicht leicht zu begehen. Manche Wege sind voller Unwägbarkeiten. Manche Wege sind feste Pfade, auf denen wir zielsicher am Ende des Pfades ankommen. Auf manchen Wegen reden wir uns ein, Wege erzählten uns, wer wir sind. Dabei sollen wir auf ihnen nur lernen.  Auf manchen Wegen erfahren wir Missgeschick, weil wir zu hohe Erwartungen in bezug auf die verkehrten Dinge haben. Sie lehren uns Genügsamkeit und innere Zufriedenheit. Andere Wege wollen wir mit Wut angehen, und scheitern kläglich. Wut lässt sich nicht mit Wut auflösen. Wut sammelt immer wieder neues Potential. Und wir  lernen, es ist die liebevolle Zuneigung, die neue Wege enstehen lässt .

Kein Weg ist so wertvoll wie der Weg der Geduld. Und wenn ich überall Steinen und Dornen auf dem Weg begegne und ihn mit nackten Füßen begehen muss, werde ich mich überall verletzen. Wenn ich meine Füße aber mit weichem Leder überziehe, dann kann ich überall hingehen. Genauso ist das mit der Geduld.

 

Wir suchen nach freien Wegen. Wir suchen nach erfüllten Wegen. Wir suchen im Außen, obwohl alles im Innern ist.  Wir versuchen aus dem Weg zu räumen und kämpfen gegen einen Schatten, der gar nicht existiert. Was wir denken, sind wir nicht. Was andere in uns sehen, sind wir nicht.

 

Sind wir bereit, diesen Weg zu verlassen? 
Sind wir bereit, unsere Wege in Frage zu stellen?
Haben wir den Mut, Allem zu begegnen?

Nur die Wahl zwischen Angst und Liebe…

Wir haben sie, die Wahl zwischen Angst und Liebe.

 

 

 

Robert Lee Frost (1874 – 1963) war Amerikaner mit Ehrendoktorwürden. Bekannt ist er vor allem durch seine Gedichte über das ländliche Neuengland. Er studierte zwei Jahre an der Harvard-Universität. Arbeitete neun Jahre als Farmer. Viele seiner Gedichte verfasste er vor Beginn der Arbeit. Er fing dann aber wegen mangelnden Erfolges wieder an als Englisch-Lehrer zu arbeiten. Später wanderte er mit seiner Familie nach England aus. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges zog er wieder nach Amerika zurück. Viele seine Gedichte sind Naturgedichte. Metaphern spielen eine zentrale Rolle in seinen Gedichten. Er zählt zu den bedeutendsten Poeten des 20. Jahrhunderts.

 

Der nicht gegangene Weg

Zwei Wege trennten sich im fahlen Wald
und, weil ich nicht auf beiden konnte gehn
und einer bleiben, macht‘ ich lange Halt
und schaute auf des einen Wegs Gestalt,
soweit ich durch die Büsche konnte sehn.

Ging dann den andern – der, genauso schön,
den grösser’n Anspruch hatte auf Gebrauch,
denn Gras wuchs drauf und brauchte Drübergehn –
obgleich die Wand’rer, muss ich schon gestehn,
gebrauchten einen wie den andern auch.

Sie lagen vor mir, beide gleich, zuhauf
mit Blättern, die kein Tritt noch aufgestört.
Ich hob mir einen Weg für später auf!
Doch Wege führ’n zu and’rer Wege Lauf:
Ich wußte wohl, dass keiner wiederkehrt.

Und seufzend werd‘ ich einmal sicherlich
es dort erzählen, wo die Zeit verweht:
Zwei Waldeswege trennten sich und ich –
ich ging und wählt‘ den stilleren für mich –
und das hat all mein Leben umgedreht.

(Übersetzung von Walter A. Aue)


The Road Not Taken

Two roads diverged in a yellow wood,
And sorry I could not travel both
And be one traveler, long I stood
And looked down one as far as I could
To where it bent in the undergrowth;

Then took the other, as just as fair,
And having perhaps the better claim,
Because it was grassy and wanted wear;
Though as for that the passing there
Had worn them really about the same,

And both that morning equally lay
In leaves no step had trodden black.
Oh, I kept the first for another day!
Yet knowing how way leads on to way,
I doubted if I should ever come back.

I shall be telling this with a sigh
Somewhere ages and ages hence:
Two roads diverged in a wood, and I –
I took the one less traveled by,
And that has made all the difference.

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Sehen braucht Zeit

Bruecken

Liebe, Liebe, Liebe. Ich höre mich mit leisem Vibrieren in der Stimme diesen kleinen Refrain singen. 528 Hz. Gesund. Ich  singe ihn noch einmal, ganz sanft. Es ist fast wie ein Tanzen.  Der richtige Zeitpunkt im Leben eines Menschen ist sehr wichtig.
Ich landete im Abstand zwischen zwei Gedanken und versuchte meine innere Person zu erreichen.  Blaues Licht (Intellekt), grünes Licht (Fühlen) – sei glücklich. Harmonisiere dich. Verheirate diese beiden Seelenanteile.

Befreiung aus der Welt der Maya, der Wünsche, der Illusion. Meine  Wünsche sind die Ursachen all meiner Probleme. Sie entspringen nicht meinem wahren Selbst. Sie sind mit meinen körperlichen und persönlichen Bedürfnissen gekoppelt, las ich erst jüngst.

Oh, glauben Sie  besser nicht, das sei nur mein Problem.  Die Augen sehen alles, aber sich selbst können sie nicht sehen.
Und wie könnte es auch anders sein? Dass wir da manchmal durcheinander kommen – nun, mich wundert`s nicht.
Wer sind wir denn  in Wirklichkeit? Wir sind drei Personen.  Die, für die wir uns halten. Die für die die anderen uns halten und die, die wir wirklich sind.  Dann noch der starke Eigen-Sinn. Wie häufig wollen wir selbst den Zeitpunkt bestimmen, statt auf unsere innere Uhr zu hören?

Alle drei eins werden, das ist die eigentliche Arbeit. Dann wird es Frieden und Segen geben.

Heute ist  ein guter Tag dafür. Ich spüre es.

Meine Mutter sagte immer:  Wenn jemand hungrig ist, sollte man ihm zunächst nur wenig zu essen geben. Wenn er sofort alles auf einmal bekommt, wird die Gesundheit darunter leiden. Manchmal ist es  besser nur einen Schluck  auf einmal zu bekommen. Glauben und Vertrauen soll ich.  Alles, was ich brauche, werde ich bekommen.  Wenn nicht morgen, dann eines Tages irgendwann einmal.  Alles zu seiner Zeit,  zur rechten Zeit. Du hast Kraft. Vertraue auf dein inneres Gefühl. Darauf kommt es im Leben an.

In jedem Leben jeden Menschens gibt es einen natürlichen Rhythmus und Zeiten, in denen er für gewisse Lektionen empfänglicher ist. Wir können uns anstrengen wie wir wollen, wenn es nicht an der Zeit für uns ist. Die Lektion heißt Geduld.

Betrachteten wir uns als Glühbirnen mit unterschiedlichen Leistungen, leuchteten einige mit 20, die anderen mit 40 oder mit 60 Watt- je nach unserer individuellen Entwicklung.  Nur vergessen wir nicht, dass die Energie,  die uns leuchten lässt, immer die gleiche ist, ungeachtet der individuellen Leistung.  Mit anderen Worte: das Licht, das in uns leuchtet ist Gott, ist die Schöpferkraft, ist das Licht einer höheren Intelligenz, eines höheren Bewusstseins,  aber wir geben das Licht mit unterschiedlicher Intensität wieder.

Unabhängig sein von Äußerlichkeiten ist die Freiheit.  Je weniger zahlreich die Wünsche, desto größer die Freiheit. Baut die Vorstellungen ab, die ihr voneinander habt. Löst euch von allen Sicherheitssymbolen. Wir Westler sind so zeitfixiert.  Wir hängen der Lustliebe nach. Sie ist kontraktiv oder zusammenziehend, eben schrumpfend, hörte ich in Mexico.

Zwischen Trägheit und Zwangshandlung – irgendwo dazwischen sollten wir uns einpendeln.
Bitte? Träge…. faul….. Zwangshandlungen? Dieser Gedanke traf mich wie ein Blitz aus heiterem Himmel und meine  Reaktionen darauf waren sehr gemischt. Von ein Ding der Unmöglichkeit bis unbehaglich,  arbeitete ich doch hart.  Naja, wohl doch nicht  so sehr gemischt- meine Reaktionen. Ach ja,…seufz….da war es wieder – das Ego mit seinen vielen Vorlieben und Abneigungen.
— Aber…es arbeitete in mir…. was ist denn die Kehrseite von hart arbeiten? Was steckt denn hinter so einer introvertierten Lebensweise? Schutzmechanismus –  mich dem Weltbild anderer nicht anpassen müssen, und darüber letztlich meine Identität wahren. Was ist das Ergebnis, wenn ich wenig Kontakt mit der Außenwelt pflege?  Und ist es nicht eine gewisse Form von Faulheit, wenn man Einzelheiten zu wenig Beachtung schenkt?
Ich bin weit davon entfernt, frei zu sein von den Problemen, die so mancher alles durchleuchtender Scheinwerfer bloß stellt.  Abschütteln Martina. Abschütteln.

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Liebe. Liebe.Liebe. Ich singe den Refrain noch einmal. Leise.  Wie soll man sich denn auch zwischen Extremen zurechtfinden?

Weder das eine noch das andere Extrem kann dem Idealbild einer ausgeglichenen Lebensweise entsprechen. Ich schwimme auf einer Welle des intuitiven Wissens. Bleib in Verbindung mit dir. Bleib gelassen, Martina. Praktiziere, was du predigst.

Ich kann mich doch jetzt  nicht einfach in das Problem hineinstürzen und es  mit einemmal rausziehen, wie Unkraut mit der Wurzel, nur weil ich weiß, dass etwas geschehen sollte?  Meine bisherigen Lebenserfahrungen sagen mir, dass ein Ändern von Gewohnheiten, Lebenseinstellungen oder negativen Gefühlen ein Prozess ist, der nur schrittweise vor sich gehen kann. Überhaupt können Wachstum, Heilung und jede grundlegende Veränderung sich nur dann ereignen, wenn das Bewusstsein der Notwendigkeit zu einer Veränderung vorhanden ist.

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Es gibt keinen Zauberstab, den wir – oder wer auch immer – benutzen könnten, um die Veränderung herbeizuführen. Wahrhaftig sein. Dann können wir auf das Ziel zugehen, der zu werden, der wir in Wahrheit schon sind. Die Hoffnung auf Erfolg ist natürlich immer berechtigt. Die Forderungen des Egos opfern. Es ist eine Frage von: Nicht mein, sondern dein Wille geschehe.

singen1Ich lächelte mir zu wie eine nachsichtige Mutter.
Und mit einem spitzbübischen Augenzwinkern rief ich mir dieses in Erinnerung: Es gibt viele Berge den Weg hinauf. Aus der unbewussten in die bewusste Seinsebene heraufholen. Genau, das ist es. Anschaubar werden lassen.  Richtig anschauen, dann kann man sie erst loslassen. Schonungslos klar und deutlich ansehen.  Reinigung einleiten. Auf emotionaler, auf mentaler, auf körperlicher Ebene.
Das Leben sendet uns Botschaften, die es zu entziffern gilt.

Wir laufen  alle auf so holprigen Straßen. Wir sind mal glücklich, dass wir so hoch springen. Dann geschieht etwas, was wir nicht mögen, und  schon fallen wir sehr tief. Nimm den schwarzven Vogel an und greife nicht nach dem weißen, sagen die Maya.

Stimme dich auf dein Herz ein.
Be happy, whatever happens.
Werde nicht stolz, wenn sich deine größten Träume erfüllen.
Rege dich nicht auf, wenn es nicht so läuft, wie du gern möchtest.
Reagiere nicht mit starken negativen Emotionen, auf Erfahrungen, die dir das Leben vermittelt,
auch wenn du sie nicht magst.
Reden und Klatsch sind nicht nur Verschwendung von Zeit, sondern unnötig verschwendete Energie
Gefühlsregungen wie Zorn, Gier, Neid, Eifersucht bedeuten ebenso einen riesigen Energieverlust.
Keiner ist Besonderer oder Liebenswerter. Keiner!
Machen wir uns keine Konkurrenz.
Entledige dich der vielen dicken Wunschschichten, die das innere Licht verdunkeln.

Ich beeile mich hinzuzuschreiben, dass es viel leichter ist, darüber zu schreiben.

Das Loslassen von Wünschen klingt natürlich sehr viel einfacher, als es in der Tat ist.
Wir alle klammern uns so fest, woran wir glauben, dass wir es brauchen und widersetzen uns stark den Dingen,
von den wir befürchten, dass sie uns einholen.

Ich habe nicht die geringste Ahnung, wie lange es dauern wird, aber ich arbeite weiter daran.
Wenn dies für mich gilt, wie wäre es mit Ihnen?
Ziehen Sie die äußeren Sicherheitsymbole vor?
Verspüren Sie auch Lust, die Verbindung mit
Ihrem Inneren aufzunehmen und an sich weiterzuarbeiten?

Alle Wege führen nach Rom, heißt es. Geben wir nur gut Acht darauf, diesen Weg nicht einzig
als römische Ferien zu genießen.
Ziehen wir lieber neue Anregungen aus dieser abenteuerlichen Reise,
um zu erkennen, was es bedeutet, Mensch zu sein.

Umgehen Sie Ihr Herz nicht.
Dort sitzt die natürliche Quelle der Liebe.
Dort sitzt IHR Goldklümpchen.
Wir habe da so zwei Blasebälge – unsere Lungen  – die können uns helfen,
das Goldklümpchen funkeln zu lassen.
Jeder Atemzug kann uns zu unserem Herz führen.

Reinen Tisch machen.

muchas, muchas gracias, c.
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muchas, muchas gracias, C.

 

Wer bin ich?

Wer du bist ist keine Frage. Wer du bist ist eine Erkenntnis.
Du kannst es lächeln, aber du kannst es nicht beantworten.

Und eines Tages, wenn du lang genug gelebt hast, wird die Frage verschwinden.

Ob wir Katholiken,  Hindu oder Muslim,  Buddhist oder Atheist  sind – es spielt keine Rolle, welcher Art von Ideologie wir angehören,  mit der Abfälligkeit,  die wir anderen immer mal wieder begegnen, mit dem Ur-teilen, mit dem sich über andere stellen wollen, mit dem Vollgestopft sein von Theorien, Dogmen,  die einen in den inneren Bürgerkrieg treiben, all jenes, das  mit Zorn auf jemanden anderen abgelassen wird,  mit all diesen Antreibern, die man uns  in den Kopf eingepflanzt hat,  kann nur einer jetzt damit aufhören, das bist Du.

Die Wahrheit geschieht Einzelnen, nicht der Masse.

Tief im Herzen weißt du, um wen es eigentlich geht.  Verantwortlich für die Gedanken über jemand anderen, bist du.
Du magst nett zu jemand anderen sein, aber die innere Einstellung gibt den Ausschlag.

Fang noch mal neu an , bei Adam und Eva.

Ein Jesu, ein Krishna, ein Mohammed – sie alle gaben Liebe, keine Regeln.  Sie gaben, was ihr Herz ihnen eingab.

Vielleicht sollten wir wieder mehr auf das Flüstern unseres Herzens hören.

 

Sei dir selbst ein Licht.
Freue dich, so wie du bist. Sage es dir immer wieder. Freue dich, so wie du bist.

Der Mensch – ein Instrument aus 1000 Seiten

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Mit einer Mein-Bauch-Gehört-Mir-Haltung legte ich mich auf eine satt-grüne Wiese. Ich hatte mir einen kuscheligen Platz gesucht. Früher Nachmittag. Es grünt so grün, wenn Bonns Wiesen glühn`. Hier herrscht Harmonie und Farbenklang. Zwitschernde Vögel und das Wehen des Windes. Carpe Diem. Immer wieder wird mir in solchen Momenten klar, es ist das Einfache im Leben, das Einfache in der Natur, der Welt, das Einfache in der Unendlichkeit, das es uns ermöglicht, zu erkennen, anzuerkennen und zu begreifen.

Alles kommt einmal für den, der  warten kann, Geduld Martina. Es ist zwecklos zu drängeln.

Ich nehme an, die Existenz von Kapuzenjacken ist für niemand ein Geheimnis. Ich meine diese Kapuze, die sich zusammenknautscht und im Kragen verstecken lässt, die, einer Schnecke gleich, aus ihrem Gehäuse kommt und wieder drin verschwinden kann. Einige von ihnen besitzen solche Jacken aus  mir unerfindlichen ästhetischen Gründen nicht. Es gibt doch nichts Schöneres, wenn herbstlicher Wolkenbruch-Regen auf den Kopf prasselt. Wer eine Kapuze trägt wird zum Regenschirm.  Das ist eine anerkannte Tatsache. Bitte glauben Sie mir nicht! Erfahren Sie es irgendwann selbst und Sie werden spüren, wovon ich hier gerade schreibe.

Ich bin gerade ein Regenschirm. Es schüttete Bindfäden auf mich hernieder. Leidenschaftliche Sinnsuche bei Wind und Wetter.

Ich bin ein Instrument aus 1000 Seiten, das schon sehr früh nach der einen, bald nach der anderen gezogen, gestimmt, abgestimmt wurde. So vieles läuft im Film des Alltags in uns zusammen. Wir sind bevölkert von Glaubenssätzen, die wir von uns selbst haben. Ja, ja – ein Leugnen ist zwecklos. Besser annehmen, denn ein Annehmen beendet den Zustand des Widerstandes. Familienmuster, Herzensbrüche, Alpträume, bewusste und unbewusste Wünsche, Entscheidungen, Haltungen der Vorsicht oder der Nachlässigkeit, die unsere Erwartungen auf gegenläufige Weise beeinflussen, die das Auftreten von Ereignissen beeinflussen. Ob tiefes Nachdenken oder Unbekümmertheit, die der Mensch in seiner Faulheit hegt, vorausgehen, immer erschafft unser Geist die Welt – unsere Welt, wie wir sie sehen.  Alles besteht in unserer Welt aus Selbstkonzepten. Und wissen Sie was, man braucht echt Talent, um solch erstaunliche Lebenssuppen zusammenzubrauen.

Wie es uns schmeckt, hängt von unserer Stimmung ab, von der Atmosphäre und Art, wie etwas serviert wird, von den Leuten, mit denen wir zusammen sind, von unserem Hunger auf Leben, von unserer Haltung zum Leben, von der Frage, wie wir Aufrüttelndes aushalten und wie es um unser Vertrauen bestellt ist, wenn die festen Grundlagen unter unseren Füßen und über uns zum Beben gebracht werden und die Welt um uns herum total auf den Kopf gestellt wird.
Wie weit vertrauen wir unseren energetischen Schwingungen? Sind wir gewillt der Wahrheit ins Auge zu sehen? Jeder Wahrheit, nicht nur die uns schmeichelnde, auch wenn die Wahrheit gegen alles verstößt, was dir, mir, Ihnen beigebracht wurde? Beigebracht in einer Gesellschaft, die an chronischer Verstopfung leidet, weil sie so engstirnig und egoistisch ist.

ich kann

Mit der Gewissheit eines Senklotes erklärte mir Brunhildchen erst gestern Abend, worauf es im Leben wirklich ankommt: „Erfolg ist sehr eng mit Karma verbunden, Martina. Du kannst der talentierteste Schauspieler oder Sportler überhaupt sein, aber du brauchst eine Gelegenheit, dein Können unter Beweis zu stellen. Du brauchst eine Startrampe. Außerdem benötigst du Unterstützung, denn man muss bekannt werden.  Wenn Erfolg nicht in unseren karmischen Bauplan für unser jetziges Leben vorgezeichnet ist, wird uns vermutlich sogar all das nicht helfen. Darauf läuft alles hinaus. Vergiss aber nicht, irgendwann wirst du Erfolg haben, wenn nicht in diesem Leben, dann in einem anderen Leben. Die Absicht zählt, die Anstrengung, die Liebe, die Opfer, die du dafür bringst. Wichtig ist die Absicht. Die wahren Absichten zählen. Braucht dein Ego eine hundertprozentige Erfolgsrate? Aus Angst vor Versagen? Um andere zu beeindrucken? Absichten und Anstrengungen sind am wichtigsten. Resultate sind auf Gottes Skala erst sehr weit unten angesiedelt. Ja, ja, mein Mädchen, das ist die Wahrheit, du kannst mir glauben, ich habe in diesem Leben schon 82 Jahre Erfahrung sammeln dürfen. Ich kenne das Leben. Schreite auf dem Weg ins Licht voran. Gelange Schritt für Schritt näher an die Quelle des Lichts. Alles andere ist zweitrangig. Setze deine Seele nicht aufs Spiel. Es ist völlig unerheblich, ob du ein Politiker, eine Journalistin oder eine Weltenwanderin bist. Die Seele ist von größter Bedeutung. Deine Absichten, die Liebe und die Anstrengungen, die du unternimmst, um sie umzusetzen. “

Ich fragte: „Und was macht die Essenz der Seele aus?“

„Vertrauen, Martina! Vertrauen ist der Herzschlag der Seele. Liebe und Vertrauen.“

 

Und mit diesen gestrigen Abendgedanken liege ich jetzt auf der Wiese und schmecke den Regen. Schweigend.  Ja, die Essenz des Schweigens ist der Ursprung aller Dinge.  Viele von uns reden gerne. Doch besser wäre, vorbildlich zu leben – ohne großes Aufsehen. Tag für Tag. Wir können eine Botschaft deutlich vermitteln, ohne den Mund aufzumachen. Da ist beispielsweise die blinde Frau, die einzig über die laute Stimme einer rufenden Mutter auf der gegenüberliegenden Straßenseite wahrnimmt, dass das Kind jener Mutter nah dran ist, in ein Auto zu laufen und sie reagiert, nicht sehenden Auges und ohne Worte, und doch mit einem so überaus klaren Blick für die Situation, läuft sie  schneller als gewöhnlich über den Zebrastreifen, um dort auf der anderen Straßenseite dem Kind ein ‚STOP‘ zu reichen, dass sie damit  aus der Gefahrenzone bringt. Von Licht und Herzensenergie durchtränkt. Still, bescheiden und mit völliger Hingabe – ohne ein Wort.

Hilf einfach den Menschen. Das ist der beste Weg…

Davon erzähle ich morgen mehr…

Das Leben ist ein Knäuel, das jemand verwirrt hat

Das Leben ist ein Knäuel, das jemand verwirrt hat

 

Ein Zickzack-Tag. Wie leid ich mir tue! Wieso ist mein Leben nicht ordentlich aufgerollt. Millionen von Menschen rollen ihres der Länge nach auf. Mein Knäuel ist verwirrt.  Vom Himmel fällt hörbar melancholisch Wasser. „Präsent bleiben, Martina“, sage ich mir selbst. Atme tief.

„Niemand landet da, wo er hinwollte. Noch nicht einmal Gott“, liebes Herbstwittchen (in Anlehnung an Schneewittchen)“erklärt mir Brunhildchen. „Die Wahrheit ist doch, dass nichts nach Plan läuft, jedenfalls nicht nach unserem Plan.  Ja, mitunter verpassen wir das Ziel. Wir meinen es gut, geben uns Mühe und landen doch daneben oder davor oder dahinter. Wenn ich an mich und meine Überzeugungen denke, die gestürzt sind wie Bäume im Laufe meines Lebens, oder die Versprechen, die ich auf jeden Fall halten wollte und doch verleugnete wie Petrus einst Jesus, oder wie mein Stolz mein Knie nie beugen wollte und der Schmerz mich am Ende in die Knie zwang…“

„Ich soll mich von meinen Wahrheiten verabschieden?
„Bis auf den Kern. Jawohl! Entscheide dich, deine Überzeugungen zu ändern.  Unsere Gefühle, unsere Gedanken und Ziele ändern sich, wenn sie in der Welt landen. Du kannst gerne behaupten, die Erde sei flach. Aus voller Überzeugung deine eigenen Versionen verkünden, um irgendwann demütig zu erfahren, was schon immer wahr ist.  Du wirst irgendwann in die Wahrheiten hinein wachsen. In die Wahrheiten, die schon längst in deinem Herzen bereit stehen.  Du reifst in all deinen Irrtümern. Fragend, erklärend, zielend, verfehlend, wieder fragend. Der einzige Weg die Wahrheit zu erkennen, ist ihre vielen Hüllen zu durchleben. Betrachte dich als eine Frucht, die in ihrer Schale reift. Liebe die Frucht, die du bist, die in all diesen verschiedenen Schalen herangereift ist.  Alles ist gut, wie es ist.“