Ein kleiner Landstrich im Nahen Osten

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Die Lage in Jerusalem ist angespannt. Vor den Stadttoren und oberhalb des Tempelbergs und an allen weiteren wichtigen strategischen Positionen stehen die Soldaten Pontius Pilatus. Der Jerusalemer Tempel, hebräisch Bet HaMikdasch, ist noch unvollendet.  Um ihn herum erstrecken sich über Hügel und Täler zumeist zweigeschössige Häuser mit flachen Dächern. Dazwischen ein Gewirr aus Gassen, Plätzen und schmalsten Durchgängen. Das jüdische Volk leidet unter dem römischen Joch. Religiöse erregte Gruppierungen, verhasste Besatzungstruppen in einer unübersichtlichen Stadt. Einem Mann namens Jeshua rufen viele Menschen „Hosanna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn“ voraus. Vor rund 2000 Jahren hat Jesus an einem Randgebiet des Römischen Imperiums Weltgeschichte verändert.

Durch welche Welt wanderte Jesus?  Hat Jesus jemals das Mittelmeer gesehen? In welcher Welt predigte der Mann, der mit Essenern in engem Kontakt stand?

 

essener schuheJesus war Jude und stand in einer eintausendjährigen Tradition. Diese jüdische Tradition war durch Roms Eroberungspolitik und dessen kulturelle Nähe zur hellenestisch geprägten Nachbarwelt des Nahen Ostens bedroht. Jesus Umgebung war eine abgelegene, eine ständig unruhige Region.

Jahrhunderte der Kriege herrschten in der antiken Welt.

Die Geschichte Palästina-Israels ist eine Geschichte von Demütigungen, Traumata und Landraub. Es ist auch eine Geschichte über Israels Knechtschaft in Ägypten, dem Exil in Babylon,  dem Überfall der Assyrer im 8. Jahrhundert vorchristlicher Zeit, die zehn der zwölf Stämme des Volkes Israel vernichten und vertreiben. Es ist auch eine Geschichte von Unterwerfung durch das hellenistische Seleukidenreich und anschließender Eroberung der Region durch Rom.

Unterschiedlichste Völker leben in dem schmalen Scharnier zwischen großen Kulturräumen wie Ägypten und Mesopotamien. Das Reich der Ägypter ist zu jener Zeit – auch nach 2000 Jahren – noch immer eine Macht, wenn auch eine, die im Untergang begriffen ist. In Kleinasien kämpfen die Lyder, Perser oder das Seefahrervolk der Phönizier um die Vorherrschaft. Ihre Nachbarn sind die Griechen. Ihre Kolonien sind über die Welt verstreut. Nordafrika, Süditalien, Südfrankreich und Spanien. Im westlichen Mittelmeerraum stoßen die Griechen auf das Reich der Handelsmetropole Karthago in Nordafrika, auf die Kelten in Frankreich, auf die Etrusker in Mittelitalien und auf die Iberer in Spanien – und auf Rom. Die Menschen sprechen unterschiedliche Sprachen und verehren unterschiedliche Götter. Roms Bauern dienen als Soldaten in der Legion. Mächtige Adelsfamilien bestimmten die Politik.

146 v. Chr. machen sie Karthago dem Erdboden gleich. Griechenland, der Balkan, Syrien unterwerfen sich Rom im ersten vorchristlichen Jahrhundert. 30 v. Chr. ist Ägypten bereits römische Provinz. An Spaniens Atlantikküste und in der judäischen Wüste, am Rhein und am ersten Nilkatarakt – überall stehen römische Legionen, überall gelten dieselben Gesetze, überall bezahlt man mit der gleichen Münze. Ob spätere Städte wie Köln oder London, antike Städte wie Athen oder Alexandria –  alles ist auf Rom eingestimmt. Die Kultur, die Mode, Roms Reichtum, Roms Werte sind Maßstab für die Menschen eines ganzen Weltreiches. Staatskult und die Götter Isis, Kybele, Dionysos, Mithras sind die neuen Unsterblichen. Es existiert einTempel für Jupiter und Minerva, für Neptun und die Venus.

Eines gibt es aber in Rom nicht. Religion. Es gibt keine Antworten auf Moral, auf ein Weiterleben nach dem Tod, auf Mystisches oder gar Übersinnliches.

Der geistige Horizont der Juden ist ganz anders. Sie verehren nicht einen Gott, sondern den Gott. Ins Judentum wird man hineingeboren, in die anderen Religionen wird man aufgenommen. Die Juden sind ein Volk,  ein stolzes, denn ihr Volk ist das von „Gott auserwählte Volk“. Die anderen bilden Gemeinden.Viele Juden glauben, sie sind Gott im Tempel besonders nah. Sie verbinden mit dem Tempel auch wirtschaftliche Interessen wie Geldhandel. Der „Priesteradel“ sichert sich durch Spenden und Steuern seine Einnahmen.

Die Essener und später Jesu stehen dem Tempelkult sehr kritisch gegenüber.

 

Mesàd Chasidin – die Festung der Essener
Glaubt man dem Geschichtsschreiber Flavius Josephus, sind die Essener die größte Gruppe im Land.

Moreh ha -sedek, der Lehrer der Gerechtigkeit  oder auch der einzig gemäß der Thora „wahre Recht Lehrende“  ist etwa 159 v. Chr. Hohepriester am Tempel. Sieben Jahre später wird dieser „Lehrer der Gerechtigkeit“ verdrängt. Er flieht nach Syrien ins Exil, kehrt aber um 150 v. Chr. nach Judäa zurück und gründet die Gemeinschaft der Essener. Die Gebote der Thora und die Religion der Juden unverfälscht zu erhalten, war sein Ziel. Die Essener sahen sich als „Auserwählte“ des auserwählten Volkes Israels, als die einzigen, die rein im Glauben waren. (Essener im Hebräischen: Chasidim, die Frommen). Sie sind Außenseiter, aber sehr geachtete Außenseiter. In der Stadtmauer Jerusalems gibt es sogar einen Durchlass, der „Essenertor“ genannt wird (sh. letzte Abbildung unten).

Die traditionelle Elite sind in jener Zeit die Sadduzäer. Aus ihren Familien stammen die Hohepriester der Tempel. Apokalyptische Spekulationen lehnen sie ab. Mit Rom haben sie sich arrangiert. Im Volk sind sie verhasst, erscheinen sie gierig wegen der Tempelsteuer und käuflich wegen der Nähe zu Rom. Die Pharisäer studieren die Regeln der Thora penibel. Herodes stärkte ihre Macht als Gegengewicht, waren sie mit den Essenern und Sadduzäern verfeindet. Auch sie glaubten-  wie die Essener – an einen Erlöser, der erscheinen wird. Auf den Maschiah hoffen viele Juden im ersten nachchristlichen Jahrhundert.

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Mesàd Chasidin – die Festung der Frommen in Qumran

Die Essener leben in Jerusalem mit ihren Familien, in kleinen oder größeren Gemeinden. Einige von ihnen, etwa 100 vielleicht auch 200 Menschen leben ständig in Qumran. In der Tat ist es eine Glaubensfestung, dazu eine  „Akademie“ und „Schriftfabrik“ der Essener, die 15 Kilometer von Jericho am Nordwestufer vom Toten Meer liegt.  Gleich dahinter liegt die Wüste Judäas. Zu Zeiten der Essener nennt das Volk die Ansiedlung „mesàd chasidin“ – die Festung der Frommen. Erst viele Jahrhunderte später wird der Ort von den Beduinen  „Chirbet Qumran“, der „Mondhügel“ genannt.

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Die antike Ruine einer Mikwe in Qumran. Ritualbäder waren Teil aller jüdischen Siedlungen,  nicht nur Teil der essenischen Siedlungen.

 

Über fünfhundert verschiedene Handschriften wurden anhand der gefundenen Schriftrollen von der Wissenschaft ausgemacht. Es wurde sehr viel in Qumran geschrieben. Die Essener sind davon überzeugt, mit Hilfe Gottes und seiner vier Erzengel werden die Auserwählten über alle Mächte des Bösen triumphieren. Eine Schriftrolle, die  lange vor ihrer Zeit existiert, aber immer detaillierter von ihnen ausgestaltet wird, ist die „Die Kriegsregel- Schriftrolle“. In ihr  ist in Einzelheiten der „finale Kampf des Guten gegen das Böse“ beschrieben. Ein Kampf, der vom Messias geleitet wird. Die Essener beziehen sich dabei auf die Prophezeiungen von Jesaja.

qumran karte2Jesus spricht- wie Johannes der Täufer, wie die Essener, wie viele andere Juden jener Epoche, vom baldigen apokalyptischen Ringen zwischen Gut und Böse, das zur Herrschaft Gottes führen wird. Jesus sagt, sie sei schon da. Johannes spricht davon, dass sie nah sei und die Essener berechneten die Jahre, erwarten ihn in nächster Zukunft.

Arm sind sie nicht und sie leben auch nicht- wie manchmal vermutet – als eine mönchische Gemeinschaft in Qumran.
Dutzende Schmuckstücke findet man während der Ausgrabungen in Qumran. Glas aus Rom, aus Stein geschnittene Kästchen, Ziegenleder als Schreibmaterial, Krüge, Tintenfässer und vieles andere. Persönliche Vermögen werden der Gemeinschaft geweiht.  Sie sind im ganzen Land, und weit über das Land hinaus bekannt.
Sie leben auch in Damaskus und anderen Städten Syriens und Ägyptens

Die Essener waren als Heiler,  in Ägpyten als Therapeuten bekannt.

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Höhlen von Qumran, in denen die Schriftrollen versteckt waren

 

Im Jahr 68 n. Chr. tobt der jüdische Aufstand gegen Rom. Qumran wird dem Erdboden gleichgemacht, die Essener umgebracht oder als Sklaven verkauft. Hunderte von Brandpfeilen fand man in den Ruinen. Einzig ihre „Bibiliothek“ überlebte zwei Jahrtausende: Tausende von Schriftrollen in Tonkrügen gelagert, schnell noch versteckt in Höhlen nah Qumrans. Die Jesaja-Rolle blieb vollständig erhalten.

Im Jahr 70 n. Chr. wird Nazareth verwüstet. Ob die noch heute verehrte Grotte je von Mutter Maria (aramäisch: Mirjam) betreten wurde, weiß niemand.

Im Jahr 81 n. Chr. kommt der Christenverfolger Kaiser Domitian auf den Thron. Der frühchristliche Chronist Eusebios überliefert, Verwandte von Jesu seien dem Kaiser vorgeführt worden.

 

Das uralte Kulturland Palästina

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Und heute noch einmal. Weil es so deutlich zeigt, was hier allein in der jüngsten Geschichte, in den letzten 66 Jahren geschehen ist. Das Grün zeigt Palästina. Zeitraum  1947 bis 2014. 66 Jahre Landraub.

 

Palästina ist ein uraltes Kulturland. Schon 10.000 Jahre vorher werden Menschen dort sesshaft in einer Landschaft, die winzige, autonome Siedlungen in Tälern oder kleinen fruchtbaren Ebenen an natürlichen Häfen oder Oasen begünstigt. Ein schmaler Streifen fruchtbares Land, eingeklemmt zwischen dem Mittelmeer und den Wüsten Sinai und Negev, zerteilt vom Grabenbruch des Jordan, der im Toten Meer vierhundert Meter unter dem Meeresspiegel abfällt.

 

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Rot umkreist: Herrschaftsgebiete Herodes Antipas. Grün umkreist: Philipper. Judäa mit Jersualem  war bereits Teil des Imperiums von Rom unter Pontius Pilatus als Jesus im Land wirkte.

Um 2000 v. Chr. leben Dutzende Völker in diesem engen Land. Keniter, Kenissiter, Kadmoniter, Hethiter, Pheresiter, Rephaiter, Amoriter, Kannaaniter und andere. Neben alteingesessenen leben irgendwann aus Nordafrika und Asien eingewanderte Stämme.
Man weiß wenig um sie. Sicher ist, Palästina war beständig ideales Aufmarschgebiet für die Truppen benachbarter Großreiche. Und sesshafte Bauern waren immer auch durch die Nomaden aus der Wüste bedroht. Sinai und Negev waren damals die fruchtbaren Regionen. Sie drängten immer wieder in die bewässerten Gebiete ein.

Reisen ist in diesem unruhigen Landstrich der Welt unsicher. Eine Reise von Galiläa nach Judäa gilt als weit. Die meisten Menschen sterben vor ihrem vierzigsten Lebensjahr. Mit 50 oder 60 ist man außerordentlich alt. Die Essene hingegen wurden 80 bis über 100 Jahre alt.

 

Die Hebräer

Aramäisch sprechende Stämme waren ursprünglich in Mesopotamien angesiedelt.  Sie wanderten über die Wüste bis nach Palästina.

Um 1500 v. Chr. ist es in Palästina sehr unruhig und unübersichtlich. Alteingesessene Stämme sind ständig  neuen Herrschern unterworfen. Aus allen Himmelsrichtungen strömen sie in das Land ein. Ab etwa 1500 v. Chr. ziehen aramäisch sprechende Stämme ein. Dazu gehören Abraham, Isaak und Jakob, die damals Nomaden sind.  „Ein umherirrender Aramäer war mein Vater“, so heißt es im Deuteronomium, dem fünften Buch Mose.

Aus kleinen Gruppen werden Großfamilien, aus Großfamilien gründen sich Verbände über die Generationen – die zwölf Stämme Israels. Josua soll der Gründer der zwölf Stämme gewesen sein.  Er selbst kam aus dem Stamm Ephraim. Um 1200 v. Chr. unterwerfen sie sich das Land, in das sie eingewandert sind. Ein Machtvakuum nutzen die Erben Abrahahms aus.
Die zwölf Stämme Israels erobern langsam größere Gebiete zwischen 1200 und 1000 v. Chr. auf  Kosten der älteren kanaanitischen Bevölkerung, der Philister an der Küste und der gelegentlich aus den Wüsten einfallenden Nomaden. Sie werden sesshaft und vereinen sich zu einem politischen Gebilde und einem religiösen Bund. Erstmals bekennt sich eine Kulturgruppe zu einem unsichtbaren Gott, der sich am Berg Sinai offenbart hat. Die „Bundeslade“ wird zum sichtbaren Zeichen des gegenwärtigen Jahve. Moses verkündet Gottes Gebote. Die Stadt Sichem ist zunächst ihr „Heiliges Zelt“. Mächtig sind die Priester dort. In einer Art Rat befinden die Stammesältesten über gemeinsame Angelegenheiten.
(Die Fünf Bücher Moses sind erst im 5. vorchristlichen Jahrhundert verfasst worden, also fast ein Jahrtausend nach den Ereignissen, die in den Büchern beschrieben werden)

Einige Jahrzehnte zuvor hat Pharao Echnaton in Ägypten ebenfalls kurzzeitig den Monotheismus eingeführt in Gestalt der alleinigen Verehrung des Gottes Aton.

Hapiru ist ein ägyptischer Begriff, aus dem sich das Wort Hebräer ableitet. Damit bezeichnen Ägypter eine soziale Klasse, Heimatlose, die sich freiwillig in der Fremde in Dienst begeben. Moses leitet sich aus dem Ägyptischen her. Die Wortwurzel bedeutet Kind oder Schöpfer. Moses hat die Stämme aus Ägypten geführt.
Sicher ist,  der Name „Israel“ als Volk in den Gegenden Kanaan, Aschkalon und Geser wird ein einziges Mal in der viertausendjährigen Geschichte Ägyptens auf einer Stele des Pharao Merenptahs (1213-1203 v.Chr.) erwähnt.

Saul wird – dem Alten Testament nach – um 1000 v. Chr. zum König der Juden gewählt.  David (“ Geliebter“) wird um 1000 v. Chr. in Bethlehem geboren. Nach Sauls Tod wird er zum König von Israel.

 

 

Der Tempelkult

David ist zunächst Söldnerführer, dann König. 40 Jahre regierte er und führte etliche Eroberungskriege gegen Nachbarvölker. Seine Soldaten unterwarfen die Mittelmeerküste, die auch heute zum Staat Israel gehört. Der Gaza-Streifen, heute Palästinensergebiet, war zu Davids Zeit der einzig noch nicht von den Juden eroberte Rest des einst mächtigen Philisterreiches. David machte Jerusalem zu seiner neuen Residenzstadt. Doch erst sein Nachfolger Salomon gab um 965 v. Chr. den Auftrag zum Bau des ersten Tempels in Jerusalem. Die Stadt hatte damals etwas 2000 Einwohner. Sie wurde mit dem Bau des Tempels endgültig zum neuen Mittelpunkt der jüdischen Kultur.

Etwa 300 Jahre später wurde das ganze Land von den Babyloniern besetzt. Es begann die Zeit des Exils für die Juden. Sie wurden ins Zweistromland verschleppt. Erst 539 v. Chr. durften sie wieder zurückkehren. Ruhe kehrte für sie nicht ein. Die Perser, Alexander der Große und auch die Ägypter beanspruchten den Nahen Osten. Im Jahr 167 v. Chr. erhoben sich die Juden im Makkabäer-Aufstand gegen das hellenistische Seleukidenreich. Judäa entsteht. Der König ist ein Priester. Die Priester fördern den Tempelkult. Mit der Thora werden die Gesetze festgelegt.

In jenen Jahren entstehen im Volk neue religiöse Bewegungen, wie die der Essener und Pharisäer. Ein Jahrhundert später kommen Roms Legionen. Die Römer vernichten 63 v. Chr. das Seleukidenreich und auch das Judäareich. Pompeius betritt am Versöhnungsfest (Jom Kippur) der Juden des Jahres 63.v. Chr. den Tempel in Jerusalem.

 

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Sechs bis sieben Millionen Juden leben im  Weltreich, im „Imperium Romanus“. Rund eine Million Juden in ihrer „Heimat“, verteilt auf zwei Regionen: Judäa und Galiläa,  der Landstrich westlich des Sees Genezareth. Galiläa ist die griechische Umschreibung  des hebräischen galil hagoijm, was „Heidengau“ meint und auf die nicht-jüdische Bevölkerung hinweist, die in jener Region  mehrheitlich lebt.

Herodes wird als Handlanger der Römer zum Herrscher des Landes. Seine Mutter ist Jüdin, sein Vater Heide. Er baut eine  künstliche Hafenstadt aus dem Nichts: Caesara. Die  prachtvolle Residenz zwischen den Städten Haifa und Jaffa ist eine Kopie Roms. Imperial, römisch, zutiefst weltlich. Kolossalstatuen, marmorverkleidete Bauten, ein Amphittheater mit Platz für 8000 Menschen,  ein Palast,  kein Scheren um jüdische Gesetze. Römische  Rechtssprechung und  Lebensart halten Einzug,  damit eine Prunksucht, die dazu führt, dass 25 bis 40 Prozent aller Ernte- und Handwerkerlöhne eingezogen werden –  eine durch und durch heidnische Stadt – das Gegenstück zu Jerusalem, das religiöse Zentrum der Juden. Auch in Jerusalem baut Herodes. 18000 Steinmetze und andere Handwerker heuert der Regent an, um den Jerusalemer Tempel in ein Monument umzugestalten. Zwei Generationen bauen an ihm.

 

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Topographie Jerusalems

Außerhalb der Stadtmauern der Altstadt Jerusalems befindet sich die Davidstadt. Es ist der Teil der Stadt, der die längste Besiedlungsgeschichte aufweist und den Hiskija-Tunnel beherbergt. Mit diesem Tunnel, den König Hiskija im Jahr 701 v. Chr. erbauen ließ, sicherte der König die Versorgung der Bewohner Jerusalems mit Trinkwasser in Zeiten der Belagerung. Noch heute ist es möglich, einen Teil dieses Tunnels zu durchschreiten. Mit einer kleinen Lampe watet man 450 Meter durch kniehohes Quellwasser bis man den Shiloah-Teich erreicht, jener Teich zu dem Jesus einen Blindgeborenen zum Waschen schickte, woraufhin dieser von seiner Blindheit geheilt wurde.

Verlässt man die Davidstadt und überquert das Kidrontal, so gelangt man zum Ölberg, an dessen Fuß der Garten Gethsemane liegt. Das Wort „Gethsemane“ ist griechisch und bedeutet „Olivenpresse“. Tatsächlich stehen hier sehr alte Olivenbäume, deren Stämme nicht höher als fünf oder sechs Meter sind und deren Alter auf mehr als tausend Jahre geschätzt wird. In diesen Garten soll Jesus im Anschluß an das letzte Abendmahl gewesen sein, um mit seinen Jüngern zu beten. Dort soll er verhaftet worden sein.

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Jerusalemer Tempel, Quelle A. Pichlmeier

Um 965 v. Chr. gab Salomon, der Nachfolger David, den Auftrag zum Bau des ersten Tempels in Jerusalem.

167 v. Chr. mit dem Aufstand gegen den damaligen Oberherrn entsteht Judäa. Es ist ein Reich von Priesterkönigen. Der Monarch ist zugleich Oberpriester. Die Priesterkönige fördern den Kult im Tempel. Sie stärken die uralten Sabbatgebote. Mit der Thora werden auch Gesetze festgelegt, die das Leben in allen Aspekten genau regelt.

Der Jerusalemer Tempel ist das religiöse und nationale Heiligtum Israels um die Zeitenwende. Herodes der Große lässt
ihn ab 20 v. Chr. grundlegend umgestalten. Der Herodianische Tempel wirkt in seiner Pracht auf zeitgenössische
Betrachter wie ein Weltwunder. Die Plattform des Tempelberges wird aufgeschüttet und damit künstlich vergrößert.
Die Grundflächen von Heiligem und Allerheiligstem werden zwar beibehalten, doch wird das Gebäude deutlich höher
errichtet. Im Verlauf des Jüdischen Krieges 66-70 n. Chr. wurde der Tempel von den Römern zerstört.
(Herzlichen Dank an die Wissenschaftlerin A. Pichlmeier für die Informationen zum Tempel.)

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Vor dem Tempel war der Priestervorhof mit dem Altar, davor der Hof für die Israeliten, noch davor
der Hof für die Frauen. Nichtjuden durften nur den Bereich eines äußeren Vorhofes betreten. Verbotsschilder, von denen einige erhalten sind, drohten bei Zuwiderhandlung die Todesstrafe an.
Herodes setzt seine Politik, seine Steuern und Bauvorhaben mit Gewalt durch. Sieben eigene Söhne lässt er sogar ermorden, weil er sie für Verschwörer hält. Ende März oder Anfang April des Jahres 4. v. Chr. stirbt er.  (es soll auch das tatsächliche Geburtsjahr Jesu sein). 33 Jahre Herrschaft enden.  Einer seiner Söhne,, Herodes Antipas, regiert danach Galiläa und eine Nachbarregion. Judäa wird von einem Präfekten, einem römischen Magistraten regiert, der nur dem Kaiser und Gouveneur der Nachbarprovinz Syria untersteht.Es ist eine Zeit der Unruhen und Unzufriedenen, der Überfälle und Aufstände. Der Kaiser muss seine Truppen entsenden. Roms Macht wird im Alltag noch spürbarer. Die Römer behandeln Judäa und Galliäa gleich hart. Nach dem Tod von Herodes ziehen Legionäre im Jahr 4 v. Chr. durch Galiläa. 2000 Aufständische lässt der Kommandant kreuzigen. Dreizehn Jahre später zieht dieser Kommandant auch durch Germaniens Wälder.
Jeder Römer kann fortan jeden „Juden“ zum Weggeleit zwingen, was bedeutet, jeder Legionär kann jeden beliebigen Passanten anhalten, damit er für ihn eine Meile Gepäck trägt – ohne Lohn. Später wird Jesus Demut predigen:
„Und so dich jemand nötigt eine Meile, so gehe mit ihm zwei.“

 

 

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 Es gab in Jerusalem sogar ein Tor, das nach den Essenern benannt wurde.

 

Unter dem römischen Präfekten Pontius Pilatus leben etwa 40.000 Menschen in Jerusalem. Eine Stadt, die schwer zu kontrollieren ist. Sie ist ein Gewirr aus Gassen, Plätzen und schmalen Durchlässen. An einem Passahfest, eines der wichtigsten Feste, drängen sich viermal so viele Menschen durch die engen Straßen. Pilgerer kommen aus Kapernaum, Nazareth in Galiläa, aus Jodefat und Gamla auf dem Golan, aus Jericho, aus Alexandria, aus Griechenland und Rom. Manche der Juden, die in der Diaspora leben – etwa die Gemeinde von Rhodos -beziehen Herbergen. Das Passahfest wird zum Gedenken an die Befreiung des Volkes Israel aus der ägyptischen Knechtschaft begangen. Ein heiliger Tag in einer unübersichtlichen Stadt unter der Knechtschaft Roms- und dann kommt auch noch Jesus mit einer großen Anhängerschar auf den Ölberg –  Pontius Pilatus dürfte alarmiert sein. Es ist der 9. Nisan des jüdischen Kalenders, das 17. Jahr der Herrschaft des römischen Kaisers Tiberius – Sonntag, der 2. April des  Jahres 30.
Jesus hat noch 120 Stunden zu leben.

Wer jetzt zu rechnen beginnt, dem sei gesagt: Mönch  Dionysius Exiguus verrechnete sich im Jahr 553 bei der Berechnung des Geburtsjahres von Jesu. Althistoriker sind sich  – dank einiger antiker Quellen –  einig: Jesu kam kurz vor dem  Frühling  im  vierten Jahr „v. Chr.“ zur Welt.  Jesus Geburtstag ist auch nicht der 25. Dezember. Der Tag passt ebenso nicht in die Berechnungen zum „Stern von Bethlehem.“

 

Es bleibt rätselhaft.  Alles was wir haben, sind Bruchstücke, Puzzleteile, Spuren, hier und da – zweifelsohne – spektakuläre und bedeutsame Funde, allen voran sicherlich die Schriftrollen der Essener, das Haus, in dem Jesus für eine Zeit am See von Genezareth gelebt haben soll und weiteres. Es gibt Widersprüche,  Fehlinterpretationen und ein großes Stück Legendenbildung von Seiten der antiken Schreiber und christlichen Theologen. Die Änderungen im Sinne einer christlichen Geschichte sind zahlreich, manchmal grob, manchmal subtil.

Von einem Stall ist bei  Lukas die Rede, bei Matthäus nicht. Kein Chronist aus damaliger Zeit überliefert den von Herodes befohlenen Massenmord an Kindern. Selbst manche Theologen sprechen heute von einer Legende. Vermutlich hätte das zu einem Volksaufstand geführt. Der wichtigste antike Geschichtsschreiber Flavius Josephus nennt 45  Orte in jenem Land – Nazareth aber nicht. Jesus muss als leiblicher Sohn Josephs angesehen worden sein, denn sonst wäre er nicht im Matthäus-Evangelium (evangelios: frohe Botschaft) mit  Hinweis auf all seine Vorväter erwähnt. „Dies ist das Buch von der Geburt Christi, der da ist ein Sohn Davids, des Sohnes Abrahams…bis hin zu Joseph. Warum Judas seinen Meister verraten hat, wenn er es denn auch tatsächlich war, darüber verlieren die Evangelisten kein Wort.

Die Hohenpriester, Schriftgelehrten und Ältesten des jüdischen Hohen Rates können auch ohne Mitwirkung der Römer Verhaftungen vornehmen. Das tun sie in der Nacht des 14. Nisan, der 7. April des Jahres 30 wird Jesus verhaftet. Gerade noch soll er mit seinen Jüngern  im Garten Gethsemane im Kidrontal östlich des Tempels gebetet haben. Er wird verhaftet. Die Jünger werden nicht verhaftet. Auf Jesus wartet der Hohepriester Kaiphas und ein Teil der 71 Köpfe des jüdischen Hohen Rates aus Priestern, Adeligen und Gelehrten –  die in allen Belangen die höchste Autorität im Land nach Pilatus sind, beherrscht von den Sadduzäern und ganz wenigen Pharisäern. Sie bringen Jesus mit samt der Klageschrift zu Pontius Pilatus. Es eilt, der heilige Sabbat und das heilige Passahfest nahen.
Es sind vor allem die Frauen, Maria, Maria Magdalena, Salome und weitere, die unter seinem Kreuz stehen, nicht seine Jünger. Einzig Johannes und Jakobus sollen anwesend gewesen sein.

 

Um noch eine noch offene Frage zu beantworten: Jesus soll die Mittelmeerküste nicht gesehen haben. Das kann man glauben oder auch nicht.  Die Geschichte über diesen Mann ist und bleibt ein Puzzlestück. Fest steht, er hat uns den schönsten Satz  hinterlassen, den je ein Mensch auf dieser Erde ausgesprochen hat:

„…und was nicht entstanden ist im Herzen des Menschen.
Das werde ich euch geben“

„Ich werde euch geben, was das Auge nicht gesehen hat… – aber werde erst ein Einsamer.“ Erkenne, dass du alleine bist, und fühl dich in dieser Alleinheit daheim. Ich werde euch geben, was nicht einmal im Herzen entstanden ist, etwas, dass keine Theologie erreichen kann. Er sagt: Wirf alle Orientierung fort, wir alles, was außen ist, fort, und komm zum innersten Kern, wo nur du bist, wo nur Sein pulsiert. Dies „sei einfach nur“ ist Meditation. Wenn du vor deiner eigenen inneren Leere nicht fliehst, wenn  weder Gefühl noch Gedanke keine Wolke um dich herum, wolkenlos, kein Rauch um die Flamme  existiert- dann bist du eingetreten.

Das ist Mystik, nicht Religion.
Keine Religion, keine Theologen, keine Lehrer –  alles ist in dir. Komm zu dir.

jesus laechelnd

Jawohl. Jesu, so wie er ausgesehen haben könnte – lächelnd. Ich verabschiede mich von dem Leidenden , blutig am Kreuz Hängenden, der für meine Schuld  gekreuzigt wurde.

Jesus Verkündigungen sind mitunter nicht weniger rätselhaft. Er hat zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Orten zu verschiedenen Anlässen gepredigt  Was hat er tatsächlich gesagt? Was ist  ihm zugedichtet?

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Ein Blatt aus dem Thomas-Evangelium. Vor dem Jahre 100 verfasst.

Das Thomas Evangelium, geschrieben vor dem Jahr 100. Es enthält 144 Lehrsätze Jesu – viele von ihnen sind anders überliefert als im Neuen Testament.

Liest man die aramäischen Schriften, gelangt man noch zu ganz anderen Erkenntnissen.

Die Welt durch die Jesus wanderte, war mehr als „nur“ ein kleiner Landstrich. Ich schrieb, Jesu war Jude. Seine Tradition war zweifelsohne ein jüdische. Seine späteren Reden hingegen waren  reine Vedanta. Jesu war in diesem Sinne  wohl auch Hindu. Jesus wurde ausgebildet, bei den Essenern, bei großen Weisheitslehrern Indiens. Er studierte die Schriften Gaudamas. Das Thomas-Evangelium zeugt davon.

Er redete zu Prostituierten, Bauern, Fischern und Kranken – er blieb in der Welt. Er war kein Weltflüchtling.
Er selbst hat sich weder als Christ  noch als Messias bezeichnet. Die ersten Christen waren Juden.  DIe Christen wollten sich von den Juden absetzen. Sie machen Jesus, den Juden zum Christen ihre Evangelien.

 

Flavius Josephus, wichtigster Autor und Jude schrieb in den Jahren 93/94 das Werk „Jüdische Altertümer“. So weiß man heute:  Der Name Jesus war ein häufig genutzter Beiname. „Jesus der Justus nannte“ oder „Jesus, der Christus genannte“ wurde verwendet, um Eindeutigkeit zu gewährleisten.

 

 

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Heilige Geometrie der Natur. Blume in Mexico

 

Johannes der Täufer ebenso wie Jesus und seine Familie gehörten zu den Essenern.
Jesus verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Qumran und stand auch später noch mit den Essenern in Verbindung. Die Kreuzigung überlebte Jesus. Monate nach seiner Genesung machte er sich nach Damaskus auf. Das ist kein Zufall – auch dort lebten Essener. Darüber berichtete ich bereits in anderen Beiträgen.

Amerikanische Wissenschaftler (!) eines ein DNA-Projekts , schließen heute nicht mehr aus, dass Jesu die Kreuzigung überlebt haben könnte. Es gäbe  Hinweise,  dass Jesu in Kaschmir am Himalaya  im Alter von etwa 80 Jahren gestorben sei. Dazu gehöre die Existenz eines Grabes, an dessen Seite auf einer Tafel Fußabdrücke mit jenen Wundmalen einer Kreuzigung zu sehen sind. Es soll  das Grab eines „Propheten“ mit den Namen Yuz Asaf sein. Yuz Asaf (Asaph) ist ein Weg, um ‚Sohn des Josef (Joseph)‘ zu sagen. Diese Anwendung war in dieser Region zu der Zeit von Jesus üblich.

Es wurde zudem Buch geführt: Dokumentationen über den Besuch von vielen Königen, die über  Jahrhunderte das Grab besucht haben. Irgendwann wird es plötzlich still um dieses Grab.  Die Dokumente seien in den Händen der indischen Regierung. Es gibt darüber hinaus  eine Familie, die noch heute behauptet, sie stamme von Jesu ab. Jesu soll zwei Kinder gehabt haben.  Man habe das Schweißtuch von Golgota, man habe das Turiner  Grabtuch, so könne  man eine DNA-Probe von der Familie in Kaschmir durchführen, die den Anspruch erhebt von Jesu abzustammen. Es könne durchaus bedeuten, dass sich einige Überzeugungen, die einigen sehr heilig sind, ändern könnten. Es  gäbe eine Gruppe von Muslimen, die sich Ahmadis nennen, die davon überzeugt sind, der wirkliche Jesus liegt im Roza Bal Grab. Noch fehlen wohl die Gelder für das Forschungsprojekt.

 

 

weitere Beiträge zu den Essenern:

Zeit ist`s.

Die Zeitrechnung der Essener

Es fühlt sich wie ein Senfkorn an

Eine Reise von siebzehn Jahren

Eine Reise von mehr als siebzehn Jahren

Die Essene: Bräuche und Sitten

Die Essener: Eine Reise zu den Ursprüngen

Der Lehrer der Gerechtigkeit

Die Heilkräfte der Essener

Setzt Gott keine Grenzen

Die verlorenen Schafe

Maya, Kabbalah, Essener: kein Wort hat nichts zu sagen

Der Stein der Weisen

Meine erste Rückführung

 

Es gibt noch einige mehr im Blog….

 

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Die Zeitrechnung der Essener

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Brunhildchen knuffte mich. Ich lächelte zurück.
„Na, was haste denn?“, fragte ich.
„Schlag mal auf!“, sagte sie.
„Was soll ich aufschlagen?“, fragte ich.
„Na, die Bibelstelle in 3. Mose 23“, flötete meine 82-jährige Freundin.
Ich zuckte mit den Achseln.
„Wieso ausgerechnet ich?!“, presste ich hervor.
Für eine Millisekunde muffelte ich. Aber Brunhildes Gedanken wehten mich in direkter Luftlinie an.
„Keine Sorge, du sollst keinen unangekündigten Test schreiben!“ , entgegnete sie.
„Das sagt du jetzt auch nicht nur so?“

brunhilde2Sie schüttelte den Kopf.
Ich schnappte mir das Buch der Bücher und beugte mich ein paar Zentimeter vor, um die kleine Schrift lesen zu können.
„Eine heilige Versammlung für den ersten Tag des siebten Monats, des „Posaunentags“ ist verordnet……Ähm, ich komm da echt nicht mit, Brunhilde?“
„Sie sollen ein Fest Gottes feiern, das im Herbst stattfindet, genau. Aber wann wird dieser Tag sein?“
„Ich dachte, das wirst du mir jetzt sagen?“, gab ich zurück.
„Ich weiß es nicht. Entscheide selbst.“
Gut gelaunt biss sie in ein Stück Zitronenkuchen.
„Ist ja schon seltsam. Moses wird bis ins kleinste Detail  mitgeteilt, wie er die Stiftshütte bauen soll, aber Details zum Kalender gibt es nicht.“
„Gott hat den Abend und den Tag bestimmt. Er hat die Woche bestimmt. Er hat den Ruhetag bestimmt.  Er hat bestimmt, dass der Abend hell sein wird bei der Rückkehr Jesus Christus. Es wird der Mondzyklus für die Bestimmung von Monaten genutzt. Die Festtage orientieren sich an den Erntezeiten im Mittleren Osten. Anderes, was man für einen Kalender benötigt, hat er nicht so eindeutig bestimmt. Ja. Und es ist festgelegt, dass der Versöhnungstag vor dem Sabbat ist.“
“ Wann  wurde der Kalender überhaupt eingeführt?“, fragte ich.
„Als Gott den Israeliten in Ägypten, circa 1446 v. Chr., sagte: Dieser Monat soll bei euch der erste Monat sein. Gott sagte aber nicht Monat oder Mond. Er benutzte das hebräische Wort für Neumond. Man nutzte den Neumond statt den Vollmond als Ausgangspunkt. Die Bibel sagt nicht genau, was ein Neumond ist. Man weiß, dass Abraham und seine Nachkommen aus Mesopotamien stammten. Ihnen war ein Jahreskalender mit zwölf Monaten bekannt, der gelegentlich justiert wurde. Die Bibel sagt nichts darüber, wann Frühling ist, das erfährt man über die Traditionen der Menschen. Den einzigen Hinweis, den die Bibel uns gibt, finden wir in 2. Mose 13, Verse 3-4: „Da sprach Mose zum Volk: Gedenket an diesen Tag, an dem ihr aus Ägypten, aus der Knechtschaft, gezogen seid, denn der Herr hat euch mit mächtiger Hand von dort herausgeführt; darum sollst du nicht gesäuertes Brot essen. Heute zieht ihr aus, im Monat Abib.
Das jüdische Passafest ist das Fest der ungesäuerten Brote. “

Abib bedeutet „grüne Ähren“, und andere Bibelstellen weisen auf Gerste hin, also ziehen wir daraus den Schluss, dass der Monat Abib der Monat im Jahr ist, wenn es grüne Gerstenähren auf dem Felde gibt – im Frühling.“
“ Hm, grün kann die Gerste  doch im April oder Mai sein. Das hilft mir auch nicht weiter. Und wie sieht es mit der Länge des Monats aus?“
Mein Fragezeichen klang ziemlich bedeutungsvoll.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie fragen Menschen, wann der Tag eines besonderen Festes sein wird und als Antwort erhalten Sie: Wir wissen es nicht. Entscheiden Sie selbst. Oder man nennt Ihnen verschiedene Termine, alle im Herbst gelegen, und überlässt Ihnen die Entscheidung, welchen Termin Sie nun für sich als Posaunentag halten werden.

Neujahr, Heilige Drei Könige, Karfreitag, Ostern, Pfingsten, Maifeiertag, Muttertag, Chrisi Himmelfahrt, Fronleichnam, Allerheiligen, Reformationstag, Erntedankfest, Maria Himmelfahrt,Laubhüttenfest und wie sie alle heißen.

Erinnern Sie sich noch? Ostergedanken

In jenem Beitrag wies ich darauf hin, dass Kalender Lebensführung bedeuten. Zeitrechnungssystem und Kalender waren immer schon ideologisch ausgerichtet. Unser Weltkalender ist ein päpstliches Reformwerk. Zehn Tage übersprang man, weil der julianische Kalender zu lang war und die Abweichung im 14. Jahrhundert schon mehr als sieben Tage betrug. Das Osterfest sollte auf keinen Fall mit dem Pessach zusammenfallen. Die Konkurrenzsituation mit dem Judentum war damals ernst.
Heute sagen Forscher, zöge man insbesondere die astronomischen Daten im Zusammenhang mit dem „Stern von Bethlehem“ in Betracht , könne die Geburt Jesu auch in der Zeit zwischen 7 und 4 vor Christus stattgefunden haben.

Es gibt eine lange Geschichte im Judaismus. Splittergruppen waren darum bemüht, eine eigene Legitimation zu etablieren. Dabei ging es auch um die Frage, wann Gottes Feste zu feiern wären.

Fünf Jahre nach König Salomos Tod spaltete sich das Volk Israel in zwei getrennte Nationen, das Haus Israel – die zehn Stämme – im Norden, und das Haus Juda im Süden. Der König vom Haus Israel, Jerobeam, hatte Angst, sein Volk würde ihm abtrünnig, wenn es wie gewohnt jedes Jahr zu den großen Festen nach Jerusalem reisen würde. Deshalb verlegte er den Termin für das Herbstfest. Er schuf sozusagen seinen eigenen Kalender: „Und er machte ein Fest am fünfzehnten Tag des achten Monats wie das Fest in Juda und opferte auf dem Altar.“

 

 

qumran hauptgebaeude

Rekonstruktion Qumran, Südost. UCLA VirtualQumran.com

Sonnen- oder Mondkalender?

Auch die Essener hatten ihre eigene Vorstellung zum Kalender. Die Einhaltung der Festtage war für sie von immenser  Bedeutung.
Sie wollten zu „dem Kalender zurückkehren, den Gott Mose gab“. Die seriöse Forschung auf diesem Gebiet ist sich einig, dass der Kalender, der von den Juden zu Jesu Lebzeiten benutzt wurde, nicht genau derselbe Kalender war, den die Israeliten unter Mose benutzt haben. (1)

Ausgrabungen in Qumran weisen auf einen eigenen Kalender der Essener hin, der im Gegensatz zum jüdischen Kalender eine volle Anzahl von Wochen im Jahr enthalten mußte. So gesehen hielten die Essener andere Termine für die Festtage als die Juden in Jerusalem. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Essener in Qumran im Kreuzigungsjahr Jesu das Passa am gleichen Termin hielten wie die übrigen Juden, ähnelt deshalb der Wahrscheinlichkeit eines Volltreffers im Mittwochslotto.
Man fand in Qumran ein recht hohe Zahl von Schriftrollen, die sich mit dem Zeitrhythmus beschäftigen. Die besten Beschreibungen  zu ihren Tagen der Feste finden sich im „Buch der Feste“ und im „Buch Henoch“.  (2)  Beide Bücher, auch wenn sie nicht in der späteren Bibel aufgenommen wurden, waren  für die Essener  bedeutsame und heilige Bücher.

Auch die sogenannte  „Zwei-Prinzipien-Schriftrolle„, datiert zwischen 50 und 25 vor unserer Zeit, verweist auf  Festtage, die im Vergleich zu allen anderen Hinweisen auf Zeitrechnungen am ehesten mit unserem Kalender korrelieren sollen.

Die Essener hielten nicht viel von der Zeitrechnung nach dem Mondkalender.  Sie wollten die Feste Gottes nach den Gesetzen Moses feiern.  Sie wollten den Kalender Gottes bewahren. Der Mondkalender schien das unmöglich zu machen. Auch das soll ein Grund gewesen, warum sie sich von Jerusalem distanzierten. Sie wollten Gottes Feste an den „richtigen“ Tagen feiern.  Ohne jegliche Justierung würden die Feste die Jahreszeiten ,durchwandern‘ und das ,Frühlingsfest‘ , zum Beispiel Passa würde allmählich im Winter und später im Sommer gefeiert.

Der Zyklus des Mondes

Im Durchschnitt beträgt die Länge des Mondzyklus 29,553 Tage, und ein Jahr aus zwölf Mond-Monaten ist im Durchschnitt 354,36 Tage lang. Die tatsächliche Dauer des Mondzyklus ist Schwankungen unterlegen. Es kann zum Beispiel in seltenen Fällen vorkommen, dass der Mondzyklus fünfmal hintereinander 30 Tage dauert. Für ihre Reise um die Sonne braucht die Erde im Durchschnitt 365,24 Tage – ein Sonnenjahr. Zwölf Mond-Monate sind also im Durchschnitt insgesamt mehr als elf Tage kürzer als ein Sonnenjahr.

Wenn wir unseren Kalender zur Bestimmung der Festtage nur nach dem Mond ausrichteten, würden wir, gegenüber dem Sonnenjahr, die Festtage jedes Jahr elf Tage früher halten. Nach einigen Jahren würden wir das Passa im Herbst und nicht mehr im Frühling halten, dann im Sommer und dann wieder im Frühling.

Diese Methode von Beobachtung und Schaltjahren wurde in der ganzen Zeit der Existenz des zweiten Tempels (516 v. Chr. bis 70 n. Chr.) und circa drei Jahrhunderte nach dessen Vernichtung angewandt.

 

 

qumran kalender

Mit der  Sonnenuhr  konnten die Essener die Tag-und Nachtgleiche berechnen. Quelle: j. pratt

Der Kalender der Essener

Ihr Kalender hatte 364 Tage in einem Jahr. An einem Mittwoch jeden Frühlings begann ihr Jahr. Das Jahr aufgeteilt  in Viertel mit exakt 13 Wochen, zu je drei Monaten, von denen die ersten beiden Monate 30 Tage aufwiesen. So begann jedes Vierteljahr an einem Mittwoch.
Die Monate waren durchnumeriert von Eins bis Zwölf.  So fanden ihre heiligen Feste, die Tage  fest verankert in einer Woche,  immer zur selben Zeit eines jeden Jahres statt.

Der Sonnenkalender der Essener

Heilige Tage Qumran Kalender Hebräischer Kalender
Neujahrstag Mittw, 1.Tag 1.Monat 1 Nisan (1. Monat)
Passah Mittw., 15.Tag, 1 Monat 15 Nisan
Waving of Sheaf of Barley Sonntag, 26.Tag, 1.Monat 16 Nisan
Erntedank – Pentecost Sonntag, 15.Tag, 3.Monat 6 Sivan (3.Monat)
Posaunentag Mittw. 1.Tag, 7. Monat 1 Tishri (7.Monat)
Bußtag Freitag, 10.Tag, 7.Monat 10 Tishri
Tabernacles- heilige Sakramente Mittw. 15-22 Tag, 7. Monat 15-22 Tishri
 

„Gott gebot seine jährlichen sieben Festtage “ (Mose, Hesekiel).  Hebräisch: moadim= verordnete Festzeiten

Den Rechengenies unter Ihnen sei gesagt:  Ja, natürlich mussten sie auch diesen Kalender immer wieder anpassen. Ihr Jahr war um 1.24 Tage kürzer als das eigentliche Sonnenjahr (365.24 Tage). Sie mussten wohl immer mal wieder eine Extrawoche einschieben,   um die Genauigkeit  ihrer Festtage gewährleisten zu können. Darüber wird in den  Schriftrollen nicht berichtet.

Der Priester-Zykus

Um das Datieren des Kalenders der Essener zu verstehen, muss man wissen, dass die priesterlichen Pflichten im Tempel von Solomon unter vierundzwanzig Familien aufgeteilt waren. Sie stammten von Aaron, dem Bruder von Moses ab. Ein Priester jeder Familie predigte für eine Woche. Der Wochenbeginn war jeden Samstag, mittags. Es brauchte 24 Wochen bis der Zyklus vollendet war.
Wenn also der Erzengel Gabriel dem Priester Zacharias im Tempel erschien, war er gerade im Amt und repräsentierte die Familie Abijah.

Der Priester-Zyklus
  1. Jehoiarib
  2. Jedaiah
  3. Harim
  4. Seorim
  5. Malchijah
  6. Mijamin
  7. Hakkoz
  8. Abijah
  1. Jeshua
  2. Shecaniah
  3. Eliashib
  4. Jakim
  5. Huppah
  6. Jeshebeab
  7. Bilgah
  8. Immer
  1. Hezir
  2. Aphses
  3. Pethahiah
  4. Jehezekel
  5. Jachin
  6. Gamul
  7. Delaiah
  8. Maaziah

 

Was hat der Priester-Zyklus mit den Schriftrollen in Qumran zu tun?
Die Schriftrollen sind der Schlüssel zum Verständnis dieses Zyklus. Sie verweisen auf die Namen für jede Woche. Hierüber wurde es möglich, Datierungen doppelt zu überprüfen.   Lautete ein Hinweis in den Schriftrollen  zum Beispiel Mittwoch, 4 Gamul,  wuste  man den Tag, die Woche und den Monat.
Sonntag war der erste Tag der Woche, Samstag der Ruhetag, das ist der Tag, an dem der neue Priester mit seiner Predigt-Woche begann. Damit wurde sehr präzise in den Schriftrollen gearbeitet. Es gibt nur eine Handvoll von Fehlern in ihnen.

 

qumran hoehle 4

Höhle Nummer 4. In ihr fand man auch die Kalender-Schriftrollen in hebräischer Schrift.

 

Der Sieben-Jahres-Zyklus

Die wichtigsten und detailliertesten Kalenderschriftrollen werden als 4Q Kalender-Dokument A und B oder 4Q320 und 4Q321 genannt, weil man sie in der Höhle Nummer 4 fand.
Sie geben Auskunft über die Mondphasen, über den Vollmond, über die „letzten Tagen eines Mondmonats“.  Und sie geben Auskunft über einen 7-Jahres-Zyklus ebenso wie über eine 6-Jahres-Liste.

Es ist eine 7-Jahres-Liste von Ereignissen: ein Jahr von Daten, aufgrund von Mondbeobachtungen gefolgt von einer 6-Jahres-Liste von Daten von Mondereignissen und Festtagen und  Hinweisen darauf, wie jeder Monat sich mit der Woche und am „Priester-Zyklen“ ausrichtet.

 

 

Qumran Dokument B

Fragmente Dokument B- 4Q321 aus Höhle Nummer 4

Warum sieben Jahren?

Weil Moses dieses von Gott gesagt bekam. Er solle die Jahre im Siebener-Rhythmus  zählen. (Lev 25:4)

Und es ist  interessant, dass die Essener diese Spuren hinterließen.
Ihre Kalendernotizen weisen auch darauf hin, dass sie offensichtlich erkannten, dass sechs Jahre  einen  kompletten Zyklus eines Priesters umfassen, der am Neujahrstag wieder beginnt.  6 Jahre x 52 Wochen führt zu 13 Priester-Zyklen  a 24 Wochen. 6 x 52= 13×24= 312 Wochen.

Weiter ist auffällig, dass die Essener dem ersten Tag dieser 6 Jahre  in den Schriftrollen sehr viel Aufmerksamkeit widmeten.

Die Sonne geht im Osten auf und scheint im Zentrum des Himmels, am Äquator  in der die Nacht zum Morgen am Mittwoch, 4 Gamul im ersten Monat des ersten Jahres.

Das ist der Hinweis auf die Tag-und Nachtgleiche (3) des Frühlings. So steht es im übertragenen Sinn in einer Schriftrolle.
Wir haben den ersten Tag des Frühlings am 20.oder 21. März, wenn die Sonne den Äquator von der südlichen Hälfte die nördliche Hälfte kreuzt.

Für die Essener war es die ideale Zeit, am ersten Mittwoch an oder nach der Tag-und Nachtgleiche im Frühling mit einem 7-Jahres-Zyklus zu beginnen.  Diese Methode der Zeitrechnung  für den Beginn des Jahres unterschied sich damals von der Zeitrechnung  in Jerusalem.

 

Die Maya hatten ihre Pyramiden exakt darauf ausgerichtet und an jenen Tagen kann man noch heute eine Lichtschlange über die Stufen schleichen sehen. Stonehenge , Newgrange hatte eine kleine Öffnung über dem Eingang für diese zwei besonderen Tage. Die Essener hatten eine Sonnenuhr aus Lehmstein.  Damit konnten sie die Sonne während des Jahres bestimmen und ihren Kalender an den Sternen, der Sonne und dem Mond ausrichten. Mit Hilfe dieser Sonnenuhr war es ihnen möglich, die  wesentlichen Koordinaten zu bestimmen.
Man nimmt an,  dass die Methode „Messen, wenn die Sonne im Osten aufgeht“ , wie sie im Buch Henochs erwähnt ist, Grundlage für den Qumraner Kalender war.

 

qumran schreibraum

So könnte der Schreibsaal vielleicht ausgesehen haben. Rekonstruktion.

 

Zusammenfassend:

Ein Jahr der Essener umfasste 364 Tage, beginnend an einem Mittwoch mit 12 Monaten von  30 oder 31 Tagen sowie  heiligen Tagen, die jedes Jahr wieder am selben Tag gefeiert wurden.  Der  Qumran-Kalender durchlief eine Spanne von 7 Jahren. Ein  Priester-Zyklus dauerte 7 Jahre. Wissenschaftliche Berechnungen lassen den Schluss zu, dass der Priester-Zyklus in den Jahren von mindestens 41 vor unserer Zeit bis 70 n. Chr. ohne Unterbrechnung angewandt wurde.  Nach Ablauf von 6 Jahrem im 7-Jahres- Zyklus  fügte  man dem Jahr eine Woche hinzu. Es muss zusätzlich noch eine Woche alle 28 Jahre dazu gerechnet worden sein, damit die Jahre  immer wieder am Mittwoch  an oder nach der Tag-und Nachtgleiche im Frühling  beginnen konnten.
Die Essener hatten ein Interesse daran, die Tag-und Nachtgleiche bestimmen zu können, um die Diskrepanz zwischen den 365,25 Tagen und ihrem Kalender von 364 Tagen errechnen und ausgleichen zu können. Sie folgten in ihrer Methode den  Hinweisen wie sie im Buch Henoch zu lesen sind. Die Sonnenuhr wurde genutzt, um zu wissen, wann jene Extrawoche hinzugefügt werden musste.

Das in den Schriftrollen erwähnte „erste Jahr“ bezieht sich auf das erste Jahr jenes 7-Jahre Zyklus.
Die Daten zum Mondkalender und zu Berechnungen der Mondtage lassen den Schluss zu, dass der „erste Tag des ersten Jahres“ des Sabbat-Zyklus , auf den in beiden Schriftrollen, Dokument A und B,  hingewiesen wird, Mittwoch, 25. März 42 vor unserer Zeit ist. Der Tag fällt in die Zeit von Priester Gamul. Es ist das einzige Datum von allen anderen Zeitangaben, die in den Schriftrollen erwähnt wurden, das  mit der Zerstörung des Tempels in Jerusalem am Sonntag, 3 August 70 n. Chr. korreliert und in die Priesterzeit des ersten Priesters Jehoiraib fällt, so wie es in den Schriftrollen erwähnt ist.  Hinweise hierzu soll auch der Geschichtschreiber Josephus geben.  70 n.Chr. führte Titus seine Armee nach Jerusalem und zerstörte den Tempel. Er verwies auf den zehnten Tag des Monats Ab. Weitere  Quellen geben selbiges Datum an. Der erste und zweite Tempel wurde danach an einem Tag nach dem Sabbath, während des Sabbath-Jahres  in der Priesterwoche von Jehoirarib, am 9. Tag des Ab zerstört. Das ist der 5. August im Jahr 70 n. Chr. Hier bezieht man sich auf den Julianischen Kalender, darum der 5. und nicht der 3. August. Die Tage sind aber identisch.

 

 

Ergänzend:

Der jüdische Kalender, dessen Grundlage von Hillel II 385 n.Chr. bekanntgegeben wurde ist seit mehr als 1600 Jahren von den Juden benutzt worden und wird  heute von der überwiegenden Mehrheit der Juden der unterschiedlichen Richtungen benutzt. Etwa 70 n. Chr. wurde das Christentum immer bedeutsamer, der Einfluss der Rabbi schwand.  Römische Kaiser beschränkten deren Macht. Hille II war der führende Rabbiner im 4. Jahrhundert.

Es gab immer wieder Gruppierungen, die den jüdischen Kalender ablehnten – bis in die heutige Zeit hinein. Es kann Ihnen heute noch passieren, dass Sie auf eine Anfrage, wann die Feste gefeiert werden, dieses erhalten:

„Jashuas Gedenktag und Jahwes Passa und Fest der Ungesäuerten Brote sind jetzt vorläufig festgelegt auf den 26. März bei Sonnenuntergang bis einschließlich den 3. April. Wir können Jahwes Fest nicht definitiv festlegen, bis wir Jahwes ersten Neumond, ,Abib‘ (voraussichtlich am 14. März bzw. am 13. März bei Sonnenuntergang) und die neuen GerGerstenähren gesehen haben. Wenn der erwartete Neumond nicht gesehen wird, kann es eine Verschiebung von Jahwes Fest um einen Tag geben, und wenn die Gerstenähren auf dem Berg Zion von unseren Ältesten zu dieser Zeit nicht gesehen werden, wird Jahwes Fest um einen Monat verschoben. Wir werden Ihnen einen Brief mit den ,neuen‘ Terminen zusenden, sollten sich die vorläufigen Termine für Jahwes Fest ändern. Bitte berücksichtigen Sie diese Möglichkeit bei Ihrer Planung!“

Ich denke gerade an die Urlaubsplanung vieler Deutscher. Ich kann dir meinen Urlaubswunsch nicht sagen, bevor ich nicht den Neumond sehe. Es gibt Menschen, die die Meinung vertreten, Gott erwarte das von mir.

Ich erwarte das nicht von mir.

 

 

 

 

 

 

(1) Aus The Calendar of the Book of Jubilees, Its Origin and Character: Astronomy in the Old Testament von Julian Morgenstern (Seite 35): „Israel benutzte mindestens drei und möglicherweise vier verschiedene Kalender während seiner langen Geschichte.“ (Eigentlich ist der heutige jüdische Kalender von Hillel II. der am längsten benutzte Kalender in der israelitischen Geschichte.)

 

2) Das Buch Henoch wurde im jahr 1883 aus dem Äthiopischen ins Englische von Richard Laurence in London übersetzt

 

(3) Tag-und Nachtgleiche

Nur die Frühjahrs- und die Herbsttagundnachtgleiche (tekufot) werden in der hebräischen Bibel erwähnt (vgl. 2. Chronik 24,23; 2. Mose 34,22).
Tagundnachtgleich war eine Zeit, wenn Tag und Nacht gleich lang waren und das Jahr einen vollständigen Kreislauf vollendet hatte (von Frühling zu Frühling oder von Herbst zu Herbst). Psalm 19, Vers 7 beinhaltet eine weitere Erklärung des Wortes tekufah: „Sie geht auf an einem Ende des Himmels und läuft um [tekufah] bis wieder an sein Ende“

hebräisch tekufot=  vier Jahreszeiten, wörtlich: Bahn, umkreisen…

 

Das Laubhüttenfest

Das Fest der Lese [sollst du halten], wenn das Jahr um ist“ (2. Mose 34,22). In der jüdischen Übersetzung heißt es: „Und du sollst halten … das Fest der Lese zur Jahreswende [tekufah, die Herbsttagundnachtgleiche].“ Wann war „das Jahr um“? Was war die Jahreswende? Dieses hebräische Wort (tekufah oder tekufot in der Mehrzahl) bedeutet „eine Umdrehung, also die Bahn [der Sonne], das Vergehen [der Zeit]“

 

 

 

Leben im bewussten Atem

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Die Seligpreisungen

Nein, nicht sieben, sondern acht Seligpreisungen verkündete Jesus. „Sieben, die zur Vollkommenheit führen. Die achte klärt und erhellt, was vollkommen ist“,  sagte Augustinus de Sermo vor vielen Jahrhunderten.
Es sind Redezeugnisse aus Palästina.  Sie spiegeln in stilisierter Form Jesu  Wort und Botschaft. Jesu wird als Lehrer gezeichnet, der praktiziert, was er fordert und verwirklicht, was er verheißt: radikale Barmherzigkeit und vollendete Gerechtigkeit. Er spricht als Prophet und verheißt die kommende Erlösung. Von der Liebe lebt sein Heilsdienst, vom Dienst an den Armen zur Rettung der ganzen Völker. „Selig, sind die Armen…“ Arme sind für ihn seine Jünger, aber auch Reiche,  die satt sind und lachen, die aber arm sind im Geiste. Die Seligpreisungen bezeugen ein Ethos, dass da lautet, sich in Demut den Armen zu widmen.

Selig kann zu Beginn einer jeder Preisung auch mit reif übersetzt werden.

Im äthiopischen Henochbuch 58,2 : „Selig seid ihr Gerechten und Erwählten, herrlich wird euer Los sein.“

Henoch begleitet mich in meinen Beiträgen, seit ich mich mit der Quantenphysik- und philosophie, den  Maya, Kabbalisten und Essenern beschäftige. Er ist so eine Art kosmischer Urvater. An ihm scheine ich nicht vorbeizukommen.  Bei den Maya taucht er auf, bei den Kabbalisten sowieso. Er ist das wandelbarste  Wesen, das man sich  denken kann. Mal ist er Thot, mal ist er  Enoch. Für die Griechen ist er Hermes Trismegistos und es heißt, er  habe die Pyramiden von Gizeh in sechs Tagen erbaut. Henoch oder Enoch  bedeutet übersetzt Gefolgsmann Gottes. Chanoch auf Hebräisch. Er ist der siebente Nachkomme Adams.
Man findet  Hinweise auf ihn im Tibet. Tibeter nennen ihr Land nicht Tibet, sondern Bod Yul, nach dem Boten aus dem Jul im All – der „lahme Bote“.
Henoch ist auch Metatron. Metatron ist der König der Engel. Sieben heilige “Fürsten des Himmels” waren die Engel des “Königs”.  Sie hielten die Struktur der Schöpfung zusammen.

Der Prophet Henoch gründete laut einer Legende die Gemeinschaft der “Söhne des Lichts”.  Damit wären wir bei den Essenern angekommen.  Henoch soll  etwa 3.400 Jahre vor unserer Zeit geboren sein.  Das Buch des Henoch galt Gnostikern, Essenern und Kabbalisten gleichermaßen als Offenbarung.  Henoch durchwanderte die sieben Himmel (Bewährungen) und landete vor den Toren Gott. “Henoch wandelte mit Gott und auf einmal war er nicht mehr da, denn Gott hatte ihn hinweg genommen.” (Genesis).
Drei  Henoch-Bücher existieren. In ihnen malte man sich aus, was er wohl auf seinen Himmelsreisen gesehen haben mag. Fragmente des 1. Henoch wurden in Quram gefunden. Schriften, die einer kirchlichen Zensur entgangen sind, weil man sie in Höhlen versteckte. Man kann daher davon ausgehen, dass die Essener im 1. Jahrhundert v. Chr. das Werk zu einem großen Teil kannten. Vollständig überliefert ist das Buch nur in der äthiopischen Fassung. Die äthiopische Übersetzung beruht auf griechischen und aramäischen Henoch-Schriften. Das Henochbuch ist  die älteste bekannte apokalyptische Schrift. Im neutestamentlichen Judasbrief wird das Henochbuch zitiert.

 

Die Bergpredigt im Matthäus-Evangelium beginnt mit den Seligpreisungen. In Qumran fand man einen solchen Text. Er enthält eine Sammlung von fünf Seligpreisungen. Der Text ist allerdings lückenhaft, sodass man nicht sagen kann, wie viele Seligpreisungen es ursprünglich gab. „Selig die Armen im Geist“ findet sogar eine wörtliche Parallele. Anhand der gefundenen Schriften fand man etliche Parallelen zu Jesus Aussprüchen. Die Betonung von Licht und Dunkelheit, von Wahrheit und Lüge bei Johannes, die brüderliche Zurechtweisung bei Matthäus und weitere Parallelen stellte man fest.  Die Abneigung gegen das Schwören – Eure Rede sei ja, ja oder nein, nein – gemeinsame Mahlzeiten, rituelle Reinigungen, die Ethik der Nächstenliebe. Die Essener trugen weiße Kleidung – auch Jesus trug sie.

Viele Berührungen zwischen Jesu Worten und den Rollen vom Toten Meer gibt es auf dem Gebiet der Sittenlehre. Die Parallelen in der Bergpredigt, der Inbegriff christlichen Trostes, sind nicht zu übersehen. In ihr ist  nichts enthalten, was nicht schon von den Essenern genannt worden wäre.  Der Hunger und Durst nach Gerechtigkeit erinnern an den „Lehrer der Gerechtigkeit“.

 

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Berg der Seligpreisungen mit Blick auf See Genezareth

 

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Jesus wählte auf dieser Anhöhe auch seine zwölf Jünger aus. Nachzulesen im Evangelium Lukas, Kapitel 6, Verse 12-13.

Der “siebenfältige Frieden” der Essener ist Jesus Bergpredigt.
“Wahrlich ich sage Euch, sieben Pfade führen in den unendlichen Garten und jeder muss in der Einheit von Körper, Herz und Geist gegangen werden, sonst werdet Ihr stolpern und in den Abgrund des Nichts fallen.”
Jesus sprach vom Frieden der Erdenmutter und des Himmelsvaters, vom Frieden für den Körper, für die Herzen, den Geist und er sprach von der Kraft der Liebe und der Weisheit.

 

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Acht Seligpreisungen- acht Fenster. Auf der Höhe des Berges steht diese Kirche mit angegliedertem Franziskaner-Kloster.

 

Matthäus erwähnt nach den Seligpreisungen das Gleichnis vom Licht. In den Schriften der Essener tauchen immer die „Söhne des Lichts“ auf.  „Dein Reich komme, dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel“ – die Erwartung eines baldigen Endes.
Die strenggläubige  Gemeinde von Qumran war zu keinerlei Kompromissen mit der Besatzungsmacht und dem Zeitgeist bereit. Dafür wurden sie im jüdischen Krieg (66-70) vernichtet oder zerstreut. Auch die Siedlung von Qumran wurde damals zerstört. Die in letzter Not versteckten heiliggehaltenen Schriften konnten später nicht mehr geborgen werden, da von den Geheimnisträgern kaum einer überlebt hat, heißt es.

Mit diesen urchristlichen Gemeinschaften gingen auch die ursprünglichen, von Jesus gepredigten Lehren verloren, die sich von der „paulinischen Religion“ deutlich abheben. Kirchenvater Hieronymus, der Letztverfasser der katholisch verbindlichen Bibel, der lateinischen Vulgata, wies damals schon auf einen „geheimen Urtext“ des Matthäus-Evangeliums hin, das sich von dem biblischen unterscheide.

 

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Das Friedensevangelium der Essener

„Frieden ist das Geschenk des Stroms des Lebens an die Söhne des Lichts. Deswegen sollt ihr euch immer begrüßen mit ‚Frieden sei mit dir‘, so wie das Gras euren Körper mit dem Kuss des Friedens begrüßt.“

Das Friedensevangelium der Essener beginnt mit einer Szene, die als Bild für die klassische Ausgangssituation des spirituellen Weges steht: Der Mensch, geplagt von Krankheiten, Sorgen, Ängsten und vielen anderen Nöten, sucht nach anhaltender Befreiung von den Problemen, mit denen das Leben ihn immer wieder konfrontiert.

Die Engel der Mutter Erde
Der verlorene Sohn
Du sollst nicht töten.
Weitere Richtlinien für Essen und
zum Leben und anderes mehr finden sich im Friedensevangelium der Essener.
Viele Kranke begegnen dem Weisheitslehrer Jesus, und sie fragen ihn:
„Wenn du alle Dinge weißt, sag uns, warum leiden wir dann unter diesen schweren Plagen […] Meister heile uns, so dass auch wir stark werden und nicht länger unter diesem Elend leben müssen!“
Und Jesus sagt ihnen: „Selig seid ihr[…]
Selig seid ihr, dass ihr nach Wahrheit hungert; denn ich werde auch sättigen mit dem Brote der Weisheit.
Selig seid ihr, dass ihr anklopfet; denn ich werde euch das Tor des Lebens öffnen.“

Die kurze Szene aus der Schrift der Essener steht symbolisch für den Ausgangspunkt und das Ziel jedes spirituellen Weges, für den Wunsch, den Schmerz des Lebens endgültig zu überwinden.

Jesus wendet viele Gleichnisse an. Das Wort Gleichnis kommt im Aramäischen von Ausstrecken, Ausdehnen. Sie illustrieren, wie dieser innere Wandlungsprozess unter der Schirmherrschaft der Heiligen Weisheit geschieht.

 

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Straße von Jerusalem nach Jericho . Good Samatitan’s Inn,Khan e-Hatrur. Qumran ist 15 Kilometer von Jericho und 2 Kilometer vom Toten Meer entfernt.

 

„Eure Mutter ist in euch, und ihr seid in ihr“.

Das Tor zum Leben führt nach innen, zur „Mutter“, wie  Jesus in diesem Text sagt. Er könnte auch Kosmos oder Vater sagen, denn auf Aramäisch wird alles das in nur einem einzigen Wort ausgedrückt: Abwun.  Die befreiende Wahrheit ist in uns selbst, in jedem Einzelnen.

Jesus sagt: „Wo dein Schatz ist, dort ist dein Herz.“ (Matthäus)
Wir können mit solcher Schatzsuche anfangen, in dem wir Zeit darauf verwenden, die einzigartigen Gaben unserer eigenen Atmung zu finden. Darin sind wir einzigartig. Wir alle haben unseren eigenen Rhythmus, unsere eigene Art, die Welle unseres Atems zu spüren, wie sie sich hebt und senkt.

 

 

 

idee63Ich las kürzlich in der Einheitsübersetzung der Bibel bei Matthäus:
„Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben, aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben.“

Ich saß vor diesem Text und dachte: „Na komm, spuck`s aus. Was willst du mir damit sagen? “
Ich stemmte mich am Tisch hoch und guckte in die Wolken. Vielleicht war ja meine Fähigkeit, Gedanken zu lesen, über Nacht einfach verschwunden.
Aufgeregt knetete ich meine Hände. Vögel zwitscherten dazwischen. Ein Flugzeug brummte am Himmel.
Es gibt eine Sünde gegen den Heiligen Geist?  Wann lästere ich denn gegen den Geist?  Wenn ich egozentrisch atme? Sie wissen ja,  im Aramäischen  kann Heiliger Geist auch Heiliger Atem bedeuten. Aber das macht doch hier überhaupt keinen Sinn.

Sortiere Martina! Das Wort Sünde kann im Aramäischen Fehler oder Irrtum bedeuten. Es verweist in seiner Wortwurzel auf frustrierte Hoffnungen und auf Fäden, die ineinander verwirrt sind. Leicht verändert kann die gleiche Wurzel auch einen Brunnen flicken, etwas reparieren bedeuten. Die Wiederherstellung liegt also in dem Zerbrochenen schon beschlossen.
Lästerung kann im Aramäischen eine Unterbrechung ein Abschneiden bedeuten. Lästern würde bedeuten, sich selbst vom Objekt des Lästerns abzuschneiden.
Vergeben kann auch freisetzen, loslassen, lösen, auslassen oder von der Wortwurzel her zurückversetzen bedeuten.

Gibt man diese Nuancen des Aramäischen in das, was die Menschen gehört haben mögen, als Jesu dieses sagte, könnte es so geklungen haben:

Alle Arten des verhedderten Verhaltens, das Versäumen und das Fallen, die Risse und Tränen, alle Arten, sich selbst abzuschneiden, die unsere Verbindung unterbrechen oder das Muster stören, können und werden wiederhergestellt werden. Früher oder später werdet ihr vom Irrtum befreit werden, eure Fehler von Leere umfangen, eure unrhythmischen Handlungen zum ursprünglichen Takt zurückgeführt.
Aber euer Zustand kann nicht wiederhergestellt oder repariert werden, wenn ihr euch von der Quelle allen Rhythmus abschneidet, vom Einatmen, vom Ausatmen, von aller Luft, dem Wind und der Atmosphäre, dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren: dem heiligen Atem.

Das schwingt schon ein ganz schönes Stück weniger nach Lästern, finden Sie nicht?

elefantkommunion

Im Rhythmus mit zwei Elefanten. Hier sehen Sie echte Elefanten aus der Luftperspektive aufgenommen

 

Natürlich können wir nicht tatsächlich vergessen zu atmen. Aber wir können versäumen, mit einem Gefühl der Verbindung zu anderen Menschen und zu unserer Umgebung zu atmen.

 

Der Atem bei den Essenern

Die „atmende Kommunion“ mit unserer Umgebung – das ist tiefstes essenisches Wissen. Intuitives Wissen im Herzen eines jeden Menschen wurde damit wiedererweckt. Es ist altes Wissen, aber es ist nicht veraltet. Es ist hochaktuell.

Von dieser Weisheit sprach bereits Zarathustra, davon sprachen die Veden und die Upanishaden. Davon sprachen und sprechen die Maya. Davon sprachen und sprechen die Kabbalisten.

Als Hauptreinigungs- und Heilmittel galt  bei den Essenern der Atem, der in Gesängen und Gebeten gepflegt wurde. Er diente der Vorbeugung und zum Heilen. Mäßigkeit war das oberste Gesetz. Die Verfeinerung des Nervensystems und die Reinigung des Blutes galt als Wiedergeburtspflege. Dafür waren der Atem und die Ernährung von entscheidender Bedeutung. Gebetszeremonien ebenso wie Feuerrituale waren wohl durchdacht. Sie galten als  Heilübungen.

Jeder Einzelne soll jeden Moment dazu verwenden, in seiner Entwicklung fortzuschreiten.  Die Essener wussten, dies ist eine Arbeit, die niemand für ihn tun kann. Er soll seine eigenen Möglichkeiten erkennen und verstehen und den direkten Weg finden, sie zu entwickeln und nutzen, um der Menschheit zu dienen.
Gesundheit hängt von der harmonischen Beziehung des Menschen mit allen Kräften der Erde ab, mit der Sonne, dem Wasser, der Luft, der Nahrung, dem Menschen, der Erde und der Freude. Der Einzelne sollte sich die Bedeutung von guter Gesundheit für sein eigenes Wohl und das Wohl anderer vor Augen halten. Er soll alle Möglichkeiten üben, seine Gesundheit in Denken, Fühlen und Handeln zu verbessern.

Die Beweglichkeit des Atems im Körper weist nicht nur auf die innere seelische oder emotionale Gesundheit hin, sondern auch auf den Grad der Gesundheit in der Verbindung zu anderen.

In diesem Sinne ist das Versäumnis nicht angemessen zu atmen, als „Sünde gegen den heiligen Atem“ zu verstehen.

qumran ueberblick

Westseite Qumrans. Vorne zu sehen Höhle Nummer 4. Sie ist Qumran am Nächsten. Einer der wertvollsten Funde ist das komplette Buch des Propheten Jesaja  mit 66 Kapiteln.  Die Höhlen 5,7,8,9 u. 10 sollen in keinem guten Zustand mehr sein.

 

qumaran essener

In dieser Höhle wurden Schriftrollen der Essener gefunden. Insgesamt fand man über 4000 Schrift-Fragmente, 1250 Schriftrollen. Die längste ist 8,75 Meter, das Prunkstück im Museum „Schrein des Buches“ in Israel-Palästina Foto: crystallinks.com

 

„Mit den Augen und den Ohren des Geistes seht und hört ihr die Zeichen und die Töne des Reichs der Erdenmutter: der blaue Himmel, wo der Engel der Luft zuhause ist, der schäumende Fluß, auf dem der Engel des Wassers gleitet, das goldene Licht, das von dem Engel der Sonne ausstrahlt. Und ich sage euch wahrlich, all dies ist in euch wie auch außerhalb von euch; denn euer Atem, euer Blut, das Feuer des Lebens in euch sind eins mit der Erdenmutter.

Und ich sage euch wahrlich, alle Geheimnisse sind in dem bescheidenen Gras enthalten, wenn ihr es sanft berührt und eure Herzen dem Engel des Lebens darin öffnet.“  Das soll Jesus gesagt haben.

 

Die Essener programmierten ihr Bewusstsein auf positive Gedanken. Darum gab es ihre  täglichen “Kommunionen” mit Engeln der Erde und des Himmels. Auf diese Weise waren sie  jeden Augenblick mit ihrem ganzen Wesen in ständigem Kontakt mit allen Kräften des Lebens,  mit den sichtbaren und unsichtbaren Kräften des Universums.

Die Mutter Erde und ich sind eins. Sie gibt die Nahrung des Lebens meinem ganzen Körper.
Engel der Sonne ströme in mein Sonnenzentrum. Gib das Feuer des Lebens in meinen Körper
Engel des Lebens ströme in meine Glieder. Gib Kraft meinem ganzen Körper
Die irdischen und kosmischen Kräfte wurden von ihnen auf eine Art und Weise betrachtet, die am deutlichsten ihren Wert und Nutzen für das menschliche Leben sichtbar machte.

Die irdischen Kräfte waren: Sonne, Wasser, Luft, Nahrung, Mensch, Erde, Gesundheit, Freude.

Die kosmischen Kräfte waren:  Kraft, Liebe, Weisheit, Erhaltung, Schöpfung, Ewiges Leben, Arbeit und Friede.
Alles Leben war für die Essener ein Tempel des Himmlischen Vaters.  Die Erde und die Natur waren für sie die Lebendige Mutter, Helferin und Heilerin seines Leibes. Es  hatte für sie Bedeutung, zu wissen, warum und wozu sie auf der Erde waren.

Alles Negative und Kranke entstand für sie aus der Disharmonie. Sie lernten die verschiedenen Schwingungen der Materie erkennen und vermochten, sie in Gleichklang zu bringen. Sie lebten mit der Natur. Und sie lebten mit ihren Gebeten.
Die eigenen Gedanken zu beherrschen und lenken zu können, war ihnen sehr wichtig.  Für die Essener war dieses noch bedeutsamer als das Lernen der heiligen Texte. Und sie wussten darum, welche Kraft darin steckt, sich mit guten Gedanken zu nähren.

Essener gingen mit diesen Kräften in die Meditation und betrachteten sie aus drei Aspekten heraus:
Verstehen  – verstehe ich die Kraft oder Energie? (Wissen),
Fühlen- fühle ich die Energie tief? (Harmonie),
Nutzen- nutze ich die Kraft beständig und auf die bestmögliche Weise? (Energie)

Alles, was  Tausende von Jahren später  in der Psychologie und Psychosomatik an Techniken auftauchte,  worüber eine Louise Hay und die vielen anderen Bestseller-Autoren heute schreiben, kannten die Essener schon längst. Affirmationen, Suggestion, Hypnose., positive Gedanken, Alpha-Zustand.  Denken, Fühlen, Handeln zusammenarbeiten lassen. Die Macht der Gedanken. Körperliche Empfindungen wachrütteltn, um dem neuen Gedanken zur Wirklichkeit werden zu lassen.

Seit etwa 100 Jahren gelingt es unserer westlichen Wissenschaft zu beweisen, was Menschen bereits vor 5000 Jahren wussten und anwandten: Alles ist Geist. Wir sind Mitschöpfer. Wir sind Teil eines Ganzen. Die Welt ist Geometrie. Energie kann zeitgleich an völlig unterschiedlichen Plätzen sein, also auch Gedanken oder Heilenergie. Das Bewusstsein schafft die Realitäten. Das Herz und positive Gefühle spielen eine immens wichtige Rolle. Die DNA ist veränderbar. Hinter allem steckt eine Höhere Intelligenz. Ich scheue mich nicht, sie Gott zu nennen. Sie mögen ihr vielleicht einen anderen Namen geben wollen?

Die Essener richteten ihe  Gebete  an den jeweiligen  Engel. Engel des Wassers, gib uns das Wasser des Lebens. Wir wollen im Wasser des Lebens baden.
Engel der Sonne, gib uns das Feuer. Wir wollen das Feuer des Lebens verewigen. Auf diese Weise kommunizierten sie mit den unterschiedlichsten Engel.

Das sind keine Spinnereien jener Menschen gewesen. Es sind dieselben Lehren, die auf Moses  ersten Paar Steintafeln geschrieben standen, als er vor etwa 3.500 Jahren auf dem Berg Sinai  die Worte Gottes empfang. Er zerstörte sie, erkannte er damals, das sein Volk noch nicht reif dafür war. Er wählte eine kleine Gruppe von Menschen aus, denen er dieses Wissen (Geheimwissen) vermittelte. Moses lehrte Wenigen die Kommunion mit den Engeln. Die Nachfolger dieser Menschen sollen die Essener sein. Moses soll die Gesetze der kosmischen Ordnung zusammengefasst haben. Wollte der Mensch Gott erreichen, müsste er erst diese Kräfte verstehen. Das Zusammenwirken von Energie (Schwingung), Wissen (Gedanken) und Harmonie (Gefühle).
Die Essener kannten diese Kräfte und lebten mit ihnen.  Dieses Wissen ist über die Jahrhunderte ihrer Generationen bewahrt wurden.

 

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Sonnenkalender der Essener. Da fallen mir aber sofort die Maya und ihr kraftvollste Zeichen für hunab ku ein. Das Zentrum der Galaxie. Von dort kommen die Maya, sagen sie. Zeit spiralig denkend.

Sucht man nach Informationen über die Essener, stößt man sofort auf Qumran. Es ist immer die Rede davon, dass die Essener in der Zeit zwischen 200 v. Chr. und etwa 100 n. Chr. lebten. Das taten sie  nachweislich.  Fakt ist aber, es gab sie auch andernorts. Und es gab sie schon viele Jahrhunderte vorher und noch heute leben Essener mit ihren außergewöhnlichen Heilkräften unter uns. Fakt ist ebenso, sie wurden  aufgrund ihres Heilwissens und ihres Lebenstils bis zu 120 Jahre alt.  Das durchschnittliche Alter lag bis ins Mittelalter hinein zwischen 30 und 40 Jahren.

In Palästina und Syrien waren sie als Essener und in Ägypten als Thereutae oder Heiler bekannt. Grundlegende Ideen wurden im alten Persien, Ägypten, Indien, Tibet, China, Palästina, Griechenland und vielen anderen Ländern gelehrt. Sie erscheinen als Fragmente in der Bibel der Christen und in der jüdischen Kabbalah . Die Spuren tauchen in fast jedem Land auf, bei den Tolteken, den Maya Lateinamerikas, im indischen Yoga-System, in den Lehren Buddhas, im indischen Yoga-System, bei den Frühchristen.

Fakt ist auch, Teil ihrer Lehren sind schon in den Zeugnissen der Keilschrift der Sumerer -4000 Jahre v.Chr. –  zu finden.  Ebenso gibt es Symbole ihrer verehrten Naturkräfte, die  bereits auf 8000 Jahre alten Stein- und Tonziegeln –  Hieroglyphen  aus vorsintflutlicher Zeit  – vorhanden sind. Sie studierten die Lehren der Zend Avesta Zarathustras. Der Baum war für die Essener das Urbild allen Lebens. Er umfasst alles, vom kleinsten Atom bis zur höchsten Kraft. Das ist Teil der Lehre Zarathustras. Sie enthält die grundsätzlichen Vorstellungen des Brahmanismus, der Veden und der Upanischaden. Und auch das indische Yoga-System entsprang derselben Quelle. Für Tausende von Jahren wurde diese Lehre befolgt.

Der Unterschied zwischen Zarathustras Lehre , der Tolteken in Mexico und der Engelslehre mit ihren vierzehn Engelskräften der Essener ist , dass  die Essener nur von den positiven Kräften ausgingen und dass durch ihre Stärkung dieser Kräfte die negativen automatisch von unserer Welt verschwinden. Zarathustra und die Tolteken sahen die guten Kräfte im ständigen Kampf mit den negativen.

Schreiber wie Plinius, Philo, Josephus und Solanius beschrieben die Essener als „Menschen mit beständiger und unveränderlicher Heiligkeit“, „…bemerkenswerter als jede andere (Rasse) auf der Welt“, als die „ältesten Eingeweihten der Welt“.  Sie bewunderten ihre Lebensweise, die Ernährung, die Kaltwasserwaschungen, die Sonnenbäder und Atemübungen.

Sich selbst in Einklang bringen mit den Kräften des Himmelsvaters und der Erdenmutter, war das Wesentliche in ihrem täglichen Leben.

 

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Plan gemäß der Ausgrabungen 1949.1956. Das Blaue weist auf komplexe Wassersysteme: Kanäle, Zisterne, Ritualbäder oder miqwaot hin.

                             1. Wasserspeicher
2. Zisterne
3. andere Bäder
4. Turm
5. Schreibsaal
6. Küche
7. Versammlungssaal
8.  Höhle
9.  Töpferei
10. Stallungen
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Vom Turm Richtung Schreibraum (Scriptorium). In der Halle  fand man Sitzbänke, die sie für Schreibarbeiten genutzt wurden.

 

 

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Miqweh – Ritualbad in Qumran.. Das tägliche Bad im kalten Wasser war ein wichtiges Ritual. Die bekanntesten Siedlungen der Essener sind Qumran und die am Mareotis-See in Ägypten. Man fand ihre Spuren bis hoch nach Gallien und mit Jesus, der  laut dem Perser Mir Kawand bei den Essener gelebt und ausgebildet wurde, bis nach Indien.

 

 

jesus auf aramäisch

Jesus auf Aramäisch geschrieben (v.re.n. li.)

 

Verbunden mit dem Leben der Welt

Jesus gibt  in der Fassung der Seligpreisungen bei Matthäus verschiedene Bedingungen an, unter denen man sich wiederfinden kann, und zeigt, wie diese zu einem Zustand der Harmonie mit dem Universum führen können.

Wir haben kein Heim und keinen Besitz außer unseren Atem. Wir haben ihn allein, wenn wir auf die Welt kommen. Wir haben nur ihn, wenn wir abends schlafen gehen – und wir hauchen ihn aus, wenn wir unseren physischen Körper ablegen werden.
Allein der Atem verbindet uns mit dem Leben in der Welt.
Wenn uns etwas „unseren Atem nimmt“, dann erleben wir diesen Zustand. Tiefes Atmen kann uns Gefühle bewusst machen, die wir zuvor nicht hatten.  Wenn wir verwirrt sind, atmen wir uns durch diese Verwirrung hindurch. Auf diesen Zustand verweist Jesus in der ersten Seligpreisung.

„Selig sind diejenigen in Aufruhr und Verwirrung, sie werden im Innern vereint werden.“

Auf unserer Reise ist das Bestürzt-Sein Teil unserer geistigen Reise. Wir können diesen Momente als Gelegenheit nutzen, uns der Heiligen Einheit bewusster zu werden.

„Selig der Mensch, der gelitten hat; er hat das Leben gefunden“ (Ausspruch 58, Thomas-Evangelium)

Erst, wer etwas verloren hat, weiß den Wert der Sache zu schätzen.

Der Schmerz der Welt ist der Impuls, welcher den Wunsch nach Befreiung auslöst. Die Gnade liegt nicht im Leiden selbst, sondern darin, dass es die Macht hat, uns Menschen aufzuwecken.
Im Yoga ist es der zirkulär-verwirrende Sinn der Welt, der  purusha (Gewahrsein, was in uns wohnt) zeigen soll, dass er purusha ist. Im Yoga ist Raja, die beständige Aktivität und Energie der Veränderung, die dem Ego, das nichts mehr sucht als Stabilität und Sicherheit, so weh tut. Im Yoga ist es purusha, der in sich selbst ruht, der die schmerzhafte Erfahrung der Verstrickung mit der Welt macht, bis er es nicht mehr aushält. Der Schmerz zeigt, wie weit wir von zu Hause fortgegangen sind.

 

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Jordan-Tal. Wadi Quilt. Hier schritt Jesu von Jericho nach Jerusalem entlang. Lukas 19,28 und weiteres Biblisches geschahhier… Die „Ascient of Adummim ist die Hauptroute von Jericho nach Jerusalem. Foto: bibleplaces.com

 

Jesus nennt in seiner aramäischen Muttersprache den Bewusstseinszustand der Glückseligkeit, also das über sein kleines Selbst hinausgehende,  Malkutah, das Königreich. Diese Perle in uns, meint diese Losgelöstheit und Freiheit, unser inneres Licht, das wir finden, wenn wir die Welt loslassen und über sie hinausgehen. Es meint einen Bewusstseinszustand, anzunehmen, was wir nicht ändern können und falsche Vorstellungen loslassen. Erkennen, was wir sind.

Jesus sagt im Thomas Evangelium: „Diese Kinder, die gestillt werden, sind wie diejenigen, die ins Königreich eingehen.“
Eine nicht-konditionierte Wahrnehmung, so die Botschaft. Ein Schauen ohne Urteil, ohne es durch die Brille unseres Habenwollens und Nicht-Habenwollens wahrzunehmen, befreit von eingefahrenen Vorstellungen, frei von Erinnerung, richtigem und falschen Wissen, ganz und gar ohne Erwartungshaltung, das ist die Wahrnehmung, die seiner eigenen Wirklichkeit am nächsten kommt.
In der dritten Seligpreisung ist der aramäische Sinn der Worte gegenüber der Einheitsübersetzung erstaunlich:
Es heißt: „Selig sind die Sanftmütigen, sie werden die Erde erben.“

Die Erde erben bedeutet im Aramäischen nicht, ein Stück Eigentum zu erlangen. Das Wort erben bedeutet auch Kraft, Stärke, Nahrung zu empfangen. Das Wort für Erde (aràh)  kann sich auf die gesamte Natur beziehen  und auf die natürliche Kraft, die sich durch die Verschiedenheit im Universum manifestiert. Sanftmütige sind diejenige, die das Starre aufgeweicht haben. Innen wie außen.

Im Aramäischen liest es sich so:

Reif sind diejenigen, die das Starre weich machen, im Innern wie im Äußeren. Sie werden offen sein, Stärke und Kraft, ihr natürliches Erbe, von der Natur  empfangen.

Die Bewusstheit des Atmens und der Atemwelle kann in diesem Sinne einen sehr mächtigen Effekt haben.
„Selig, die Armen im Geist, ihnen gehört das Himmelreich“

Wo hier Geist steht, sagte Jesus rukha, Atem. Die Verbindung von Atem zum Geist bringt das Wort rukha zum Ausdruck.   Als Rukha D`Qudsha  wurde es im Aramäischen zum Heiligen Geist und meint den Lebensgeist, der uns durchflutet. Wenn Jesus von rukah sprach, ging es ihm um das sinnlich In-Verbindung-Treten mit dem eigenen Atem. Das ist eine Verbindung mit dem Leben selbst – und mit der Quelle aus der es kommt. Himmel und Erde werden eins. Atem verbindet uns mit dem Leben. Leben ist zugleich Geist, Bewusstsein. Es ist die Energie, die unseren Brustkorb hebt und senkt.

Der heilige Atem stellt die Verbindung unseres persönlichen Atmens zum kosmischen Atem her.

 

Möge er dich mit allem Guten segnen.
Möge er dich von allem Übel befreien
und dein Herz mit dem Wissen des Lebens erleuchten
und möge er den seinen siebenfältigen Segen geben
in ewigem Frieden.

(Ein Text aus dem „Handbuch der Disziplinen
der Schriftrollen von Qumran)

 

 

Im Beitrag  Heilkräfte der Essener   finden Sie auch Textauszüge aus verschiedenen Schriftrollen

 

 

 

Der Lehrer der Gerechtigkeit

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Seit man die Schriften in Qumran fand, ist bekannt, es gab schon hundert Jahre vor Jesus einen Wanderprediger, der  sich „Lehrer der Barmherzigkeit“  oder „Lehrer der Gerechten“ nannte und die Botschaft der Nächstenliebe und Barmherzigkeit verkündete. Er wurde um 62 vor Christi Geburt unter Fürst Aristobul II an das Kreuz geschlagen.

Vierzig Kilometer vor Jerusalem liegt Chirbet Qumran. Chirbet ist Arabisch und bedeutet kleine Schutthügel. Die Stadt der Essener, die sich als kleine Kuppe vor dem roten Gestein abhebt, war bis 1946 auch nur ein Schutthügel unter vielen. 1952 bis 1956 erfolgten die  ersten Ausgrabungen und die Untersuchung von 273 Höhlen. Man fand Tonkrüge, die man sonst nirgendwo fand. In ihnen lagerten die Schriften.  Man fand auch fünf  Tintenfässer. Im Vergleich zu den Funden in Jerusalem mit nur einem Tintenfaß sei das eine hohe Zahl. Es weise auf eine hohe Schreibtätigkeit hin, sagt die Wissenschaft. Nicht alles, was gefunden worden ist, kann einfach unbesehen für die Lebensweise der (Qumran-)Essener in Anspruch genommen werden.
Insgesamt fand man 80.000 bis 100.000 einzelne Fragmente von etwa 800 verschiedenen Schriften, vermutlich aus dem ersten oder zweiten Jahrhundert vor Christus. Genauer: Paläographischen Nachweisen zufolge sind die meisten der Urkunden in der Zeit zwischen etwa 200 v. Chr. und 68 n. Chr. entstanden. Letztere Datierung wird zusätzlich durch archäologische Forschungsergebnisse bestätigt, da Ausgrabungen an den Fundorten ergaben, dass diese 68 n. Chr. geplündert wurden. Es wird angenommen, dass die jüdische Gemeinschaft durch ein römisches Heer unter dem späteren Kaiser Vespasian ausgeraubt wurde, das eigentlich unterwegs war, um einen im Jahr 66 n. Chr. eingeleiteten jüdischen Aufstand zu unterdrücken. Die Urkunden wurden vermutlich zwischen 66 und 68 versteckt.

So fand sich zum Beispiel ein fast komplettes Altes Testament (ohne das Buch Esther) in hebräischer Sprache, das wahrscheinlich im ersten vorchristlichen Jahrhundert geschrieben wurde. Dieser Fund ist insofern interessant, als die bislang älteste bekannte Fassung des Alten Testamentes aus dem 10. Jahrhundert nach Christus stammt.
Die also ein Jahrtausend älteren Qumran-Rollen sollen buchstabengenau mit den bekannten Bibel-Texten übereinstimmen.

bibel 1500 jahre liegt im vatikan

1500 Jahre alte Bibel. Sie befindet im Vatikan.

 

Aus den gefundenen Schriften ergibt sich ebenso, dass der „Lehrer der Gerechtigkeit“ die Essener-Gemeinde leitete und er von jenen als einer ankannt wurde, den Gott mit einem besonderen Verständnis für die Schriften ausgestattet hatte. Manche Wissenschaftler glauben, dass er der erste gescheiterte Messias gewesen sein soll. Die Essener erwarteten keinen Messias aus Jerusalem, sondern von den „Söhnen des Lichts“, von jenen, die sich auf das Kommen des Herrn vorbereiteten.
Wer der Lehrer war, ist bis heute unklar. Er soll etwa 110 v. Chr. gestorben sein.

Es findet auch ein „Frevelpriester“ in ihren Schriften Erwähnung.

Im Jahr 152 v. Christus wurde der Makkabäer Jonatan mit syrischer Unterstützung Hohepriester, obwohl das Geschlecht der Hasmonäer nicht hohepriesterlicher Abstammung war, was als unabdingbare Voraussetzung für dieses priesterliche Amt galt. In der Folge bildete sich eine Opposition wider Jonatan.  Unter der Führung dieses „Lehrer der Gerechtigkeit“ trennen sich Teile der priesterlichen Opposition wegen der Entweihung des hohepriesterlichen Amtes vom Tempel und zogen sich in die Wüste Juda zurück. Der „Lehrer der Gerechtigkeit“ wird nie mit Eigennamen erwähnt. Sein Gegenspieler – der Frevelpriester – ist Jonatan. Aus den Qumrantexten erfahren wir, dass er anfangs den Anschein erweckte, er sei wahrhaft und gut. Bald aber enthüllte er sein wahres Wesen. Er wurde hochmütig, übertrat Gebote und ging auf „Greuelwegen“, wie es in den Texten heisst. Schließlich soll er von den Heiden – den Syrern – gequält und getötet worden sein. Tatsächlich wurde Jonatan von den Syrern 143 vor Christus gefangengenommen und nach längerer Gefangenschaft getötet.

 

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Rekonstruktion Nord-Ost-Blick auf Qumran. Quelle: UCLA Qumran Visualization Project

Der  „Lehrer der Gerechtigkeit“  soll als Hoher Priester abgesetzt worden sein. Jonatan  übernahm das Amt. In Folge gründete der Lehrer die strenggläubige Gruppierung der Essener.  Später dann forderte der „Lehrer der Gerechtigkeit“  den Makkabäer Jonatan in einem Brief auf, sein Amt als Hoher Priester niederzulegen und sich auf die politische Herrschaft zu beschränken. Der Brief an ihn listet über 20 Vorschriften der Tora auf, gegen die die im Tempel übliche Praxis nach Ansicht des Lehrers der Gerechtigkeit verstieß. Jonatan lehnte das ab. Er soll versucht haben, den Lehrer ermorden zu lassen- was misslang.  Jonatan war nicht nur Hoher Priester, sondern auch König.

Aus den Schriften der Essener, ein Kommentar zum Buch Habakuk, wird vom Frevelpriester berichtet, der den „Lehrer der Gerechtigkeit“ verfolgte und versuchte ihn in „furchtbarer Wut zu verschlingen am Ort seines Exils“ Er wollte ihn zu Fall bringen.

Der „Lehrer der Gerechtigkeit“ sah sich als der rechtmäßige Nachfolger von Moses und  von Gott eingesetztes religiöses Oberhaupt der Juden. Er glaubte an das baldige Kommen des jüngsten Gerichtes, das den Beginn, die Zeit der Herrschaft Gottes bringen würde. Er sah sich als derjenige, der das Kommen des Reiches Gottes in die Wege leiten sollte. Es gab Juden, die zu seinen Zeiten bereits in die Nachbarländer geflohen waren. Er soll sie aufgefordert haben zurückzukommen.

Es soll dem „Lehrer der Gerechtigkeit“ gelungen sein, sieben Exilgruppen zur Heimkehr zu bewegen und sie in einer Union zusammenzuschließen. Auch viele der im Lande gebliebenen schlossen sich ihm an. So entstand die Gemeinde der Essener.

 

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Südost. Töpferei. Rekonstruktion Qumran. Quelle: UCLA Qumran Visualization Project

 

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Qumran

 

Johannes der Täufer war Essener. Die Menschen pilgerten zu ihm und ließen sich von ihm taufen. Er trat in der judäischen Wüste und im Jordan auf.  Genauer, östlich des Jordans bei Betanien. Er rief zur „Umkehr“ auf.  Auch Jesus ließ sich von ihm taufen und erst als Johannes verhaftet wurde, begann Jesus zu lehren. Maria und Josef waren eng mit den Essenern verbunden. Jakobus der „Gerechte“, der Bruder Jesus, war von den vierziger bis in die sechziger Jahre des ersten Jahrhunderts das angesehene Oberhaupt der „Urkirche“ oder „Jerusalemer Versammlung“. Nach seiner Ermordung, etwa im Jahre 62, wurde vermutlich der später auch zum Märtyrer gewordene Simon bar Kleophas, ein Vetter von Jesus und Jakobus, sein Nachfolger. Nikodemus, der Ratsherr aus Jerusalem ebenso wie Joseph von Arimitäa, der Ratsherr, der Jesus nach der Kreuzigung „begrub“ (Jesus überlebte!), sympathisierte mit den Essenern.

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Taufstelle Jordan

 

Biblische Orte, an den sich Johannes und Jesus  laut dem Neuen Testament aufhielten, wie Betanien am Jordan, die Oase Jericho und die Berge nah Qumrans mit der Wasserstelle Ain Feschkha bilden ein gleichseitiges Dreieck. Ödes Flachland, dazwischen die Oase Jericho, die Taufstelle nicht weit von Qumran entfernt, das zu Zeiten Johannes in der zweiten Blüte stand.  Es gibt Ähnlichkeiten in der Lehre. Glaubt man dem Lukas-Evangelium dann gibt es jede Menge Lobgesang von Zacharias, dem Vater Johannes, in dem  auffallend häufig von Licht und Dunkelheit die Rede ist. Sein  Sohn Johannes wuchs in der Wüste heran, liest man dort. Die Essener waren bekannt dafür, dass sie fremde Kinder aufnahmen. Jesus aus dem fernen Galiläa trifft zufällig auf Johannes am Jordan nah Qumran und lässt sich zufällig von diesem Mann taufen?

Wer will denn angesichts dieser Sachlage  ernsthaft anzweifeln, dass es zwischen Johannes dem Täufer und den Essenern keinen Kontakt gegeben hat?

Ähnlich wie bei Jesus gab es bei den Essenern einen engeren Kreis von 12 Männern um den Leiter der Gemeinde, eben dem „Lehrer der Gerechtigkeit“. Und auch die Ethik wurde verschärft. Sie lebten nach dem Gebot „Bete und arbeite“ in Gütergemeinschaft und legten Wert darauf, ihre Sinne zu „disziplinieren“, um entsprechend diszipliniert und asketisch zu leben. Angesichts des erwarteten Messias und seines herbei gesehnten „Friedensreiches“ verkündeten sie eindringlich eine Umkehr, eine Notwendigkeit der Vergebung und Erneuerung des Lebens.

Qumran und Taufstelle liegen nicht an irgendeiner Stelle der Judäischen Wüste. Von Qumran aus kann man den Berg Nebo sehen, jenen Berg von dem Moses aus ins Gelobte Land sah – so steht es jedenfalls in der Bibel. Nah bei Jericho, der ältesten Stadt der Welt, die die „Kinder Israels“ erobert hatten, gründeten die Essener Qumran, um auf den „Neuen Bund“ mit Gott zu warten. Es ist der gleiche Neue Bund, den Jesus beim Abendmahl verkündete.  Dabei ging es nicht um eine neue Religion. Gott bekennt sich erneut und führt sein „auserwähltes Volk“  aus der Knechtschaft der Besatzungsmächte in die Selbstständigkeit. Das verstand man unter dem „Neuen Bund“.

Eine Verbindung von Johannes dem Täufer sowohl zu Jesus als auch zu Qumran gilt als sehr wahrscheinlich.

 

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Wüste nah Qumran

Der Essener Johannes der Täufer nimmt in allen Evangelien eine herausragende Stellung in der Biografie Jesu ein. Von diesem „Rufer in der Wüste“ hatte schon der Prophet Jesaja gesprochen: “  Stimme eines Rufers: In der Wüste bahnt dem Herrn einen Weg. Ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott.“ Diese Ankündigungen waren im Alten Testament üblich.

Um das Gottesreich herbeizuführen „sollen sie sich vom „Frevel“ absondern, in die Wüste gehen, dort den Weg des Herrn bahnen, wie es geschrieben steht, so steht es wörtlich in den Schriften der Essener. Nichts anderes tat  und sagte Johannes der Täufer. Von den „Kindern des Lichts“ sei der Messias zu erwarten, von denen, die dem Herrn in der Wüste dienten, von denen, die das wahre Gesetz des Moses befolgten. Nur die, die den Alten Bund hielten, konnte der erneuerte Bund und mit ihm der Messias kommen.

Das Studieren der Lehren Zarathustras war bei den Essenern obligatorisch. Zarathustras Idee eines „Weltbrandes“, der sich wie ein Strom über die Erde ergießt, spielte bei Johannes dem Täufer als auch bei den Essenern eine Rolle.

Ein Leben nach dem Sonnenkalender

Um das Jahr 950 schrieb Al Quirqisani, ein Jude, es gebe eine bestimmte „Sekte“, die ihre Bücher in Höhlen versteckt habe.  Zwei mohammedanische Autoren beziehen sich später auf ihn. Sie erwähnen, dass jene „Höhlenleute“, die vor den Christen lebten, einen sonderbaren Kalender gehabt hätten.  Sie pflegten eine seltsame Wochentagsrechnung. Diese wird ebenso  in den Damaskusrollen erwähnt,  gefunden in einer Synagoge in Altkairo, veröffentlicht 1910. In den Schriften der Damaskusrolle ist auch die Rede vom „Lehrer der Gerechtigkeit“. Sie gehört zur essenischen Bibliothek. (1)

Essener wollten keine Feste am falschen Tag feiern. Sie richteten sich nach dem Sonnenkalender aus und nicht nach dem Mondkalender. In einer Schrift wird die Anzahl der Gemeindevorsteher entsprechend der Anzahl der Wochen im Sonnenkalender mit 52 und die Zahl der Priesterwachen mit 26 angegeben. Der Jerusalemer Tempelkult kannte nur 24 Priesterwachen. Der Mondkalender ging Jahr um Jahr um zehn Tage vor. Die Korrekturen schienen kompliziert.

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Abendmahl

Das Datum des Abendmahls. Nach den synoptischen Evangelien war das letzte Mahl Jesus ein Passahmahl in der Nacht des 14. Nisan.
Nun steht aber im Johannes-Evangelium Jesu wurde am 14. Nisan gekreuzigt und man warf dem Schreiber darum auch vor, er habe keine Ahnung von jüdischen Festen gehabt. Man vermutete einen Griechen als Schreiber. Und auch die Chronologie bei Markus, Matthäus und Lukas kommt ins Gedränge mit dem jüdischen Brauchtum. Undenkbar, dass Jesus in so einer hochheiligen Nacht verhört wurde und am ersten Tag des Passah-Festes gekreuzigt worden sein soll.
Erst nach Qumran ist alles anders! Jesus nutzte den Qumran-Kalender, sein Abendmahl fand darum einen Tag früher statt. Jede andere Rechnung missachtet die strengen jüdischen Bräuche oder versucht den wahren Tatbestand zu verschleiern.
Es gilt als gesichert, dass es ebenso eine Urgemeinde der Essener in Jersualem gab.
Sie soll dafür sorgten haben, dass Jesu gesäuertes Brot und das entsprechende Geschirr für jenen Abend erhielt.
Eine Belanglosigkeit für uns abendländische Christen, für Juden ein immens wichtiges Ritual. Das Geschirr durfte während des Passahfestes zuvor nicht mit Gesäuertem in Berührung gekommen sein.
Wir finden es ganz normal, dass Jesus das Abendmahl mit zwölf Jüngern abhielt. Nach jüdischem Brauch nahmen an jenem „Sederfest“ auch Frauen und Familienmitglieder an dem Mahl teil. Jesus war immer auch in Begleitung von Frauen. Frauen standen unter seinem Kreuz. Frauen gingen als erste zum Grab. Glaubt man Leonardo da Vinci, dann saß Maria Magdalena neben ihm an jenem Abend. Saß sie nicht neben ihm, dann entspräche dieses den Mahlregeln der Essener.
Die Fußwaschung gehört  ebenso zu einem Reinigungsritual der Essener.
Das wirkliche Besonders des Abendmahls: die Abweichung des Termins, die Männerversammlung, den Streit um die Sitzordnung.

 

qumran5Neben den Gemeinden in Qumran und Jerusalem, gab es  Essener  in Damaskus. Es gab sie in anderen Städten und Dörfern Judäas. Nach Angaben von Philo von Alexandrien waren sie ein „große und volksreiche Gemeinschaft“. Das bestätigt auch Josephus. Erstaunlich, dass sie keinerlei Erwähnung im Neuen Testament finden.
Zahlenmässig sollen sie gleich stark wie die Pharisäer gewesen sein. Der Römer Plinius der Ältere schreibt, dass eine große Gruppe der Essener in En Gedi am Toten Meer lebte. Und in En Gedi wurde 1998 auch tatsächlich eine Siedlung aus dem 1. Jahrhundert ausgegraben.

Philo und Plinius machten Angaben zu den Essenern. Sie wurden als Märchenerzähler abgetan, bis man die Texte in den Höhlen von Qumran entdeckte. Man fand auch ein „Regelbuch“. Alles, was dort zu lesen war, hatte  man bereits durch die Beschreibungen vom Geschichtsschreiber Josephus gekannt.

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En Gedi

Die urchristliche Gemeinde zu Jerusalem wanderte zum Teil schon vor dem jüdischen Krieg (66-70) und der Zerstörung Jerusalems (70) aus, vermutlich aufgrund einer warnenden Prophezeiung, die Jesus zugeschrieben wird. Eine neue Heimat fand diese Gemeinde in Pella (im heutigen Jordanien), bis sie nach einigen Jahrhunderten aus der Geschichte verschwand.

Die ersten Christen nannten sich noch keineswegs „Christen“, sondern verstanden sich als strenggläubige Juden.

 

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600 Kilometer von Jerusalem nach Antiochia. Zu Paulus Zeiten war sie eine römische Provinz. Lukas soll aus der Stadt stammen.

Paulus der erste Ideologe der Kirche

Das Christentum verlagerte seinen Schwerpunkt sehr bald nach Jesus „Tod“ (nein, nein!) nach Norden in das entfernte Antiochia in Syrien. Die Stadt wurde 1939 der Türkei zugesprochen. Sie liegt etwa 600 Kilometer nördlich von Jerusalem in der Nähe der Mittelmeerküste. Hier wurde das Evangelium gepredigt, von denen, die aus Jerusalem geflohen waren. Verfolgte Christen fanden in der Stadt Zuflucht. Hier wurden die Nachfolger Jesu auch zum ersten Mal Christen genannt. Paulus missionierte dort Heiden. Es gab führende Juden, die ihn sehr stark kritisierten und ihm sehr ablehnend gegenüber standen. Es gab die Absprache, dass sich Paulus nur an die „Heiden“ wenden durfte.

Es ist bekannt, dass Paulus von Anfang an ein gestörtes Verhältnis zur Jerusalemer Urgemeinde hatte. Er stritt mit Petrus. Jesus sah er überhaupt nur in einer Vision. 14 Jahre lang hatte er zusammen mit Barnabas auf eigene Faust im syrischen Antiochia „Heiden“ missioniert. Niemals hat er sich mit der Jerusalemer Gemeinde abgestimmt.  Er soll sich mit jedem überworfen haben.
Antiochia war damals als Wirtschaftszentrum die drittgrößte Stadt nach Rom und Alexandria.

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Höhlenwohnungen von Christen in Antiochia

 

Paulus ist als Saulus um das Jahr 10 n.Chr. als Sohn einer jüdischen Familie in Tarsus in der heutigen Türkei geboren.

Sein erster „Missionserfolg“ soll auf Zypern stattgefunden haben. Barnabas führte danach in die Gemeinde Antiochia ein. Antiochia mussten Paulus und Barnabas allerdings fluchtartig verlassen, so empört waren die Juden über ihn. Sie zogen weiter nach Ikonium ins zentralanatolische Reich. Dort drohte man ihnen mit der Steinigung. Auch von dort mussten sie fliehen.

Jesus wollte das Reich Gottes. Paulus seine Erlösung von Schuld, die Kirche wollte sich selbst. Jesus hat ohne „Christologie“ und ohne Kreuzesglauben die Menschen mit Gott versöhnt. Gott oder Mammon, ewiges oder irdisches Leben, Seele oder Leib, Demut oder Selbstgerechtigkeit. Liebe oder Selbstsucht. In dem Ring dieser Fragen ist  für Jesus alles beschlossen.
Paulus macht erst aus dem Menschensohn den Gottessohn der Kirche.
Paulus schreibt insgesamt neunmal über Jesus und  250 mal über den mythischen Christus.
Paulus musste sich gar nicht für den historischen Jesus interessieren. Der „Tod“  Jesu brachte ihm die Erlösungsmystik. (ich erwähne es gerne: Jesus überlebte!).  Paulus Theologie des Kreuzes zeigte Wirkung.  Wir tragen seither das Sterben Jesu mit uns herum. Gottes Handeln ist das Sterben Jesu für uns – wegen unserer Sünden. Christliche Leidensbereitschaft. Sein Kreuz auf sich nehmen, gehörte geradezu zum Erkennungszeichen eines Christen.  Dabei hatte der Pessismismus eines Paulus wenig mit Jesus Lehre zu tun.

In der Bergpredigt erwähnt Jesus nichts vom Opfertod und der Auferstehung. Da geht es um den vollkommenen Wandel.  Lieben sollten wir, von ganzem Herzen lieben, mit der ganzen Seele, mit allen Kräften, deinen Mitmenschen wie dich selbst. Mach es so, dann wirst du leben. Glauben sollte man an den Früchten erkennen.

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Reste der Basilika in Antiochia. Eine davon war Paulus gewidmet.

Was machten Paulus und die Kirche daraus: Leid im Gehorsam verstehen lernen. Aus einer Lehre, die im Tun und Handeln das Reich Gottes auf Erden bringen wollte, war in drei Jahrhunderten eine Religion der Gottergebenheit geworden, die auf den Himmel hoffte. Aus der Gemeinschaft der Erlösten wurde eine Gemeinschaft der Sünder.  Nächstenliebe wurde zum Mitleid und das Leid zur Gnade. Freies Wehen des Geistes ade – eine Kirche, ein Geist, ein Herz, einheitlicher Glauben, alles andere hätte außerhalb der Kontrolle der Kirche gelegen. Eine handliche Religion mit Buch und Glaubensbekenntnis, Dogma und Gebrauchsanweisung. Durch Kirche instutionalisiert und kanalisiert.
Eine vollkommene Verkehrung dessen, was Jesus Lehre war, was ursprünglich gemeint war. Und genau in diesem Augenblick wurde das Christentum zur Weltreligion. Die Kirche schuf sich ihre eigenen Maßstäbe. Deutete um, machte passend, ließ weg, verdrängte. Die Obrigkeit regierte von Gottes Gnaden und die Kirche behauptet bis heute für alle da zu sein. Man betete um Frieden und man segnete die Waffen derjenigen, die den Status Quo sicherten. Sie predigt Liebe und liebt die Herrschaft und ist vertraut mit Gewalt.

Jüngste Aufdeckung:
Unter dem  jetzigen Papst Franziskus  – also ganz aktuell – entdeckte ein italienischer Journalist Konten der vatikanischen Bank auf. Bis dahin gab es absolut keine Informationen zu dieser Bank der Kirche. Fünfhundert  Millionen Euro, die über  Decknamen von Stiftungen und Wohltätigkeits-Organisationen italienischen Politikern gereicht wurden. Mehrere Männer mit Mafia-Zugehörigkeit, die plötzlich irgendwo tot aufgefunden wurden. Der Journalist meinte, dies sei nur ein klitzkleines Puzzleteil eines großen Korruptionsfalles.

Was würde wohl Jesus zu dieser Kirche sagen?

 

Jesus hat – glaubt man der katholischen Kirche – keine Geschwister gehabt. Er hatte Geschwister!
Jesus hat – glaubt man der katholischen Kirche – auch keine Frau an seiner Seite gehabt.  Maria  Magdalena bezeichnete er als seine Frau.  Das ist wissenschaftlich belegt. Seine Mutter und seine Frau folgten ihm Jahre später nach Indien.
Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
Ohne Hilfe hat Mutter Maria einen Gott geboren, auch wenn sie lange mit Josef verheiratet war.  Schaut man sich den  hebräischen Text an, dann heißt es an entsprechender Stelle nicht Jungfrau, sondern „alma“, was junges Mädchen bedeutet.
Falsche Übersetzungen.  Denkschablonen. Die Mühe, sich die Urschriften anzusehen, machte man sich erst gar nicht.
Dogmen, Ideologien, an denen bis heute noch festgehalten wird.

 

Zurück zu den Essenern:

Die Chassidim
Schon zweihundert Jahre vor Johannes dem Täufer sahen  „Fromme Juden“ – Chassidim –  das Ende der Welt kommen und sagten, das Reich Gottes sei nahe. Fremdherrschaft, griechischer Kult in den Tempeln Jersusalems, es folgten die Herrschaftszeit der syrischen Seleukiden, gegen diese Sündhaftigkeit, gegen die griechisch beinflussten Kulte, gegen Fremdherrschaft protestierten die Chassidim. Sie beteten nicht einmal in Richtung zum Tempel Jerusalem. Sie wurden  unter dem syrischen Fürsten Antiochus verfolgt und verließen die Dörfer und Städte und zogen in die Wüste Juda. Sie sollen die Vorfahren der Essener sein. Aus ihnen gingen auch die Pharisäer hervor. Das Wort Pharisäer bedeutet „Getrennte“.  Sie glaubten- anders als die Essener – nicht an die endzeitliche Verkündigung. Die Essener hingegen glaubten an die Propheten der Hoffnung.  Eine Hoffnung im Diesseits, angekündigt durch das Kommens des Messias. „Denn das Himmelreich ist nahe“ – dazu dienten Gleichnisse, davon sprach Johannes der Täufer. Sie lebten nach den mosaischen Gesetzen.  Sie galten jüdischer als alle anderen Juden. Ihre Herkunft führten sie selbst aus Zadok, den Hohepriester zurück.  Die Essener bezeichneten sich als „Söhne des Lichts“, die gegen den „Frevelpriester“ und die „Söhne der Finsternis“ kämpften.

 

Der „Lehrer der Gerechtigkeit“ soll  etwa im Jahr 110 v. hr. gestorben sein. Seit 140 v. Chr. lebten die Essener zurückgezogen in der Erwartung der künftigen Herrschaft Gottes – die ausblieb. Sie erwarteten das „Jüngste Gericht für das Jahr 70 n. Chr..Diese Erwartung begründeten sie mit dem Buch Daniel. Als Johannes der Täufer seine Botschaft vom schon bald bevorstehenden Reich Gottes verkündete, waren die Essener davon überzeugt, dass Jesus nicht der Messias sein konnte, denn er kam ja zu früh.
Joshua oder Jeschua bedeutet: der Herr rettet.  Chesous ist die griechische Version von Joshua, aus der dann das lateinische Jesus wurde.

Johannes der Täufer war aus dem Hause Zadoks. Glaubt man dem Lukas-Evangelium,  hoffte Johannes in Jesus einen König aus dem Hause Davids gefunden zu haben. Warum war das von Bedeutung? Nun, das künftige „Endgericht Gottes“ sollte damit beginnen, dass Israel wieder einen König aus dem Hause David und einen Hohepriester aus dem Hause Zadoks hat.

Was stattdessen um die  Zeit  66/ 70 n.Chr. kam, war der Jüdische Krieg, die Römer eroberten Jerusalem und die Tempel wurden zerstört. Ein Teil der Juden wurden aus dem Land vertrieben.

 

Die Schriften der Essener sind älter als die Schriften des Neuen Testaments.

Seit 44 vor Christus war die jüdische Thora die unumstrittene Quelle religiöser Autorität für das gesamte jüdische Volk.
Zweihundert Jahre vor und nach der Zeitenwende waren die Pharisäer und die Priesterschaft des Jerusalemer Tempels, die Sadduzäer, die beiden herrschenden großen religiösen Strömungen im jüdischen Leben. Die Sadduzäer waren die Konservativen. Die Pharisäer gerieten in den Ruf der Heuchelei, weil sie immer noch eine andere Auslegung parat hatten. Für die Sadduzäer störten die Pharisäer die öffentliche Ordnung.
Alles, was man über die Essener weiß, erfährt man über die Quellen in Qumran. Nicht eine einzige Schrift ist im Neuen Testament überliefert. Dabei traten Johannes der Täufer und Jesus öffentlich auf. Josephus hat in antiken Zeiten bereits ausführlich über die Essener berichtet. Durchaus gab es Theologen durch die Jahrhunderte hinweg, die auf die Verbindung Jesu zu den Essenern hinwiesen.

 

 

qumran natuerliches amphithbergpredigt

Hier könnte Jesus seine Bergpredigt verkündet haben,sagen Wissenschaftler. Ein natürliches Amphittheater.

„Mit Vorliebe widmeten sich die Essener dem Studium von Schriften der Alten, besonders um zu ergründen, was für Leib und Seele heilsam ist“, schreibt Flavius Josephus vor mehr 1900 Jahren in seiner Geschichte des Jüdischen Krieges. Der Historiker erwähnt die drei Gruppen, gibt bei den Essenern aber an, dass sie untereinander noch mehr als bei den anderen durch Liebe verbunden seien.

Bergpredigt und Apokalyse, Buße und Taufe, Gütergemeinschaft und Armut, Abendmahl, die Lehre von der  Unsterblichkeit der Seele (kannte das Alte Testament nicht) und  der Neuer Bund – das ist alles nur in den Schriftrollen von Qumran wiederzufinden. Was wir fast zweitausend Jahre lang für die Lehre des Rabbi Jesu gehalten haben, war vor seiner Geburt schon niedergeschrieben.
Die Schriften sollen aus dem dritten und zweiten vorchristlichen Jahrhundert stammen, also aus der Anfangszeit der Essener. Es waren nicht wenige an Zahl, die man fand.

Licht und Finsternis als Begriffe für Wahrheit und Gottlosigkeit. Licht sahen die Essener als Quelle der Wahrheit.
Auch hier gibt es Parallelen im Johannes-Evangelium des Neuen Testaments.  „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort….und das Leben war das Licht des Menschen….“
In den Schriften der Essener heißt es: „…durch seine Erkenntnis wurde alles, und was ist, richtet er nach seinem Plan. Außer durch ihn geschieht nichts.“  Vorher wird das Licht als die Wahrheit beschrieben
Frank Moore Cross, einer der Kenner, der die Qumran-Schriftrollen entzifferte, stellt fest: “ Bei allen Vorkommnissen sind wir nun in der Lage, mit den entsprechenden Entdeckungen von Qumran die Tatsache zu unterstreichen, dass die Zeugnisse des Neuen Testaments in der Tat jüdisch-christliche Kombinationen sind aus zum Teil überarbeiteten Quellen der Essener.

Selbst bei dem fantasiereichen Lukas, bei dem jedes Jahr zu Weihnachten Engel verkünden „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen des Wohlgefallen“ – selbst da taucht im Hintergrund Qumran auf, die Essenersiedlung am Toten Meer.
In den Schriftrollen der Essener werden immer wieder – und nur dort – „die Söhne“ und die „Menschen des guten Willens“ erwähnt. Die Essener hielten den Tempeldienst in Jerusalem für verdorben. Nicht anders Jesus Haltung dazu. Jesus entlarvte die Heuchelei des Amtspriestertums, und deren Vertreter waren in keiner Weise einsichtig und sie sperrten sich gegen seine Botschaft und sahen in ihr zurecht eine Bedrohung ihrer Ego-Macht – so wie sich in den vergangenen Jahrhunderten die Priester immer gegen die Gottespropheten (Jesaja, Jeremia, Hosea, Amos, Ezechiel, Daniel und viele mehr) gestellt hatten.

 

Qumran-Siedlung-Ausgrabung m. Hinrichsen

Ausgrabungen Qumran Siedlung

 

Was ist aus Qumran geworden?  Über Qumran ist bekannt, dass der Ort von der 10. römischen Legion unter Vespasian im Jahre 68 n. Chr. „geschleift“ wurde. Die Qumraner wurden vermutlich niedergemacht oder in die Sklaverei verkauft. Qumran ist von nun an ein römischer Militärposten. Und im Jahr 70 wurde schließlich auch der Tempel in Jerusalem ganz kurz nach seiner Fertigstellung von den Truppen Roms zerstört.

In den Jahren 132-135 formiert sich ausgerechnet in Qumran, in Mesad Chasidin, wie der Ort jetzt heißt, der letzte jüdische Aufstand unter Simon Bar Kochba. Auch er wird von den Römern niedergeschlagen und mit ihm alle weltlich-militärischen Vorstellungen von einem „Friedensreich“, von dem man glaubte, dass es in Palästina seinen Anfang nehmen würde.

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har Meron im nördlichen Galiläa. Nach der Überlieferung ist hier das Grab des Rabbi Schimon bar Jochaj, der ein glühender Anhänger des Aufsatnds war

 

Simon Bar Kochba wurde nach der jüdischen Tradition „Sohn des Sterns“ genannt.  Er wurde von vielen Juden als „Inkarnation des Messias“ betrachtet. Die Gestalt des Messias trüge keine Zeichen des Übernatürlichen, noch wäre sie mit einer Revolution kosmischen Ausmaßes verbunden.

Simon ben Koseba, der identisch ist mit Schimeon ha-Nassi (Simon, Prinz von Israel), wie er auf Münzen, die während des Aufstands geprägt wurden, zu finden ist. Diese Münzen vermitteln auch wertvolle Informationen über die Gefühle, Hoffnungen und Ziele der Aufständischen. Sie zeigen Symbole, die mit den Tempelriten verbunden sind, Inschriften, die die „Erlösung Israels“ und die „Freiheit Jerusalems“ beschwören.

Was auch immer die Ursachen gewesen sein mögen, so steht fest, dass der Aufstand keine spontane Erhebung war. Schon vorher wurden Waffen zusammengetragen, unterirdische Verstecke waren angelegt worden, taktische und strategische Pläne lagen vor. Dio Cassius liefert eine knappe Beschreibung dieser Vorbereitungen, die durch archäologische Funde bestätigt worden sind. Der Aufstand begann 132 und dauerte dreieinhalb Jahre.

 

 

Das Ziel der Essener war ein Leben gemäß der Weisung (Tora) Gottes, deren Studium nach Auskunft der Gemeinderegel der Nächte gewidmet waren. Im Unterschied zu den Pharisäern legten sie die Tora aber äußerst rigoros aus. Die für die Priester am Tempel geltenden Regeln wurden zum Teil sogar noch verschärft, um die Heiligkeit der Endzeitgemeinde (das wahre Israel), die als einzige gerettet werden wird, zu erhalten (Tempelrolle)
Der jüdische Wissenschaftler Prof. Dr. Shemaryahu Talmon sagt,  in Qumran habe  es ein Kommen und Gehen  gegeben ebenso wie unterschiedliche Vorstellungen existierten. Die Qumran-Schriften seien so auch nicht als einheitlich anzusehen.

Die Menschen von Qumran wollten bewusst das „Volk David“ sein. Die Vision eines erneuerten Volkes war also bei ihnen zentral – wie zuvor schon bei den großen jüdischen Propheten und später in der Jesusbewegung. Liebe, asketischer Lebensstil, eher strenge Ethik, Gütergemeinschaft, Friedfertigkeit, gemeinsames Mahl und vieles mehr waren Vorboten für eine neue kommende Friedenszeit.

 

 

 
Einige Auszüge aus den Essener Schriftrollen mit Hinweisen auf den Lehrer der Gerechtigkeit :

(1) Damaskusschrift, Kol.XX: 14) Vom Tage des Heimgangs des einzigartigen Lehrers bis zum Ende aller Kriegsleute, 15) die sich mit dem Lügenmann abgewandt haben, sind es etwa vierzig Jahre. […] 28) Aber alle, die an diesen Satzungen festhalten, um dem Gesetz gemäß aus und ein zu gehen, hören auf die Stimme des Lehrers und bekennen vor Gott: 33) sie sollen auf die Stimme des Lehrers der Gerechtigkeit hören und nicht die rechten Gesetze zurückweisen.

CD, Kol.I, 11) Da merkte Gott auf ihre Taten, weil sie Ihn mit ganzem Herzen suchten und Er ließ ihnen den Lehrer der Gerechtigkeit erstehen, um sie auf dem Weg Seines Herzens zu führen 12) und kundzutun den letzten Geschlechtern, was Er tun wird mit dem letzten Geschlecht, mit der Gemeinde der Treulosen, 13) das sind die, welche abweichen vom Wege.
Kol.VI: 8) Der „Stab“, der ist der Gesetzeslehrer, wovon Jesaja sagt: „Der ein Gerät hervorbringt für sein Werk.“
11) Außer diesen (Vorschriften) sollen sie nichts annehmen, bis dann auftritt der Lehrer der Gerechtigkeit am Ende der Tage.
Kol.VII, 19) Der Stern, das ist der Gesetzeslehrer, der nach Damaskus (Qumran) kommt, so wie es geschrieben steht: 20) „Es geht ein Stern aus Jakob auf, ein Zepter erhebt sich aus Israel.“

 

 

Antike Berichte über die Essener:

Die Parallelen zwischen den antiken Berichten und denen aus den Schriftrollen gewonnenen Bild sind erstaunlich.

FlaviusJosephus (Bell. 2,119-166; Ant. 13, 171-173; 15,371f.; 18, 11-25), Plinius d.Ältere (Naturalis historia 5,73) und Philo von Alexandrien (prob 72-91).

 

 

Studies in the Bible, Qumran, and the Ancient Near East, Winona Lake 1991; Hrsg. Shemaryahu Talmon

Urwissen der Schöpfung

ammonite opalized
Foto: R. Weller

Ammonite sind Fossilien. Benannt wurden sie nach dem griechischen Gott namens Ammon.Vor 415 Millionen lebten sie als Muschel-Kreaturen im Meer. Sie sind aus den Bactrites hervorgegangen, sagt die Evolutionsbiologie. Es gab dann drei Katastrophen. Während der Permian Periode vor 250 Millionen Jahren, nur zehn Prozent überlebten, während der Triassic Periode vor 206 Millionen Jahren, es überlebte nur eine Spezie von ihnen. In der Zeit der Jurassic Periode bis zum Ende der „Cretaceous“ Periode starb  der letzte Rest an Ammoniten aus. Man findet Ammoniten auf jedem Kontinent. Sie  sind nicht nur wunderschön, sondern auch von hohem wissenschaftlichen Wert. Geologen können  -dank ihres Vorkommens – Gesteine recht genau datieren.

 

Die harmonischen Prinzipien des Universums

 

ammonite fossil

Unsere Herzen stehen in Resonanz mit der Frequenz des Herzschlages der Erde. Zahlen stehen in engem Kontakt mit Klängen. Jede einzelne Schwingung, jede einzelne Frequenz wirkt auf uns Menschen, auf unser Befinden, auf die Natur, den Kosmos. Nada Brahma – Die Welt ist Klang.  Die 8 Hauptgruppen des Periodensystems korrespondieren mit den 8 Tönen der Tonleiter. Die Töne der Planeten unseres Sonnensystems ergeben eine Harmonie. Die Solfeggio Frequenzen, jene Heilklänge, basieren auf mathematischer Perfektion und können auf die Quersummen 3 – 6 – 9 reduziert werden. Bei den Maya sind es 9 Unterwelten und 13 Himmel. In der Kabbalah wird ebenfalls auf die Bedeutung der Quersummen 3 – 6 – 9 hingewiesen.

Bei den Kelten steckt in der 9 das ganze Universum. Die 5 erfasste Zeit und Raum. Auch bei den Essenern ist die Anwendung der Heiligen Geometrie gebräuchlich. Zahlen sind keine gewöhnlichen Gesetze des Wortes. In der Tradition der Maya, der tibetischen Bön-Tradition, bei Schamanen und weiterer indigenen Kulturen oder auch im Sufismus ist dieses bekannt.
Sie wurden nicht willkürlich geschaffen. Sie sind wesentlich Harmonie, von aller Ewigkeit an. Es sind die harmonischen Prinzipien des Universums.

Für die Essener und Kabbalisten ist alles, was existiert – und zwar ohne Ausnahme  – von einem Lichtfeld umgeben. Dieses Lichtfeld folgt den geometrischen Ordnungs-Prinzipien des Geistes. Der Geist ist primärer Schöpfer- seiner Natur nach im wesentlichen Gedanke und Licht – durch seine Bewegung im leeren Raum des Bewusstseins wurden  alle Dinge erschaffen. Alles spiegelt sich in geometrischer Organisation wieder: Atom, Mineral, Kristall, Pflanze, Tier, Mensch, Planet, Sonnensystem, Galaxie und Universum.

Die Dreiheit ist immer das Vollkommene. Immer dann ist eine Ganzheit errreicht. Drei mal drei ist die göttliche Zahl.

Wunderwerke der Natur.

Wunderschön anzusehen. Überbleibsel aus einer Zeit, die wir uns wohl nur schwerlich vorstellen können.

In der gesamten Natur finden sich die gleichen Muster. Ob in der Sonnenblume oder im Kaktus, ob im Wasserwirbel oder in einer Galaxie, überall treffen wir auf das gleiche System von Informationen.

ammonite shell

 

 

ammonite kleinsten 1,5, cm

kleinste Ammonit, 1.5 Zentimeter

 

 

Die Drei: Zahl des ganzen Menschen aus Körper, Seele und Geist. Zahl der menschlichen Befindlichkeit aus Über-Ich, Es und Ich.  Zahl der Zeit aus Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Die erste männliche (ungerade) Zahl. Zahl der Verbindung von Himmel und Erde durch Luft und Symbol für ein geschlossenes System mit Anfang – Mitte – Ende. Es gibt 3 Erzengel: Michael, Gabriel und Raphael.

 

Die Fibonacchi -Zahlenreihe

heilige geometrie fibonacci2
Leonardo von Pisa, auch unter dem Namen Fibonacci bekannt, reiste nach Ägypten, Indien und nach Syrien. Er hat die Welt der Zahlen und der Kultur entscheidend geprägt. Zu den bekanntesten harmonikalen Strukturen gehört neben dem Goldenen Schnitt auch die Fibonacci-Reihe. Sie fangen mit 0 und 1 an, und dann ist jede Fibonacci-Zahl gleich der Summe der beiden vorhergehenden Fibonacci-Zahlen. Übrigens: Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist die Wiege unseres Zahlensystems  Nordindien und nicht Arabien. Hier entwickelten Gelehrte im dritten Jahrhundert v. Chr. ein Zehnersystem, bei dem man für die Ziffern 1 bis 9 abstrakte, graphische Zeichen schuf. In denen waren bereits unsere modernen Ziffern zu erkennen.

„Die Geometrie ist vor der Erschaffung der Dinge, gleich ewig wie der Geist Gottes selbst und hat
in ihm die Urbilder für die Erschaffung der Welt geliefert“, sagte der Astronom und Philosoph Johannes Kepler im 17. Jahrhundert.

Die Heilige Geometrie ist das Urwissen der Schöpfung. 
Heilig auch im Sinne von heilsam, denn sie wirken zutiefst harmonisierend und erinnern den Menschen an seine ursprünglichen Ordnungsprinzipien. Heil zu sein bedeutet ausgeglichen und im Lot zu sein, verbunden mit dem Weltganzen, auch Urgrund oder Urmatrix genannt. Insofern kann beispielsweise ganzheitliche Architektur auch die Heilwerdung fördern, indem sie durch harmonische Formgebung zum Wohlbefinden ihrer Benutzer beiträgt. Stichwort: Feng Shui, Geomantie.

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Hunab-ku. Dieses Zeichen ist das kraftvollste Zeichen der Maya. Es ist das Symbol für Gottes Welt. Der Kreis, die Einheit,  der Raum, die Spirale, das Zentrum der Galaxie, der Ursprung allen Seins.
Zeit geschieht spiralig für die Maya.

 

 

 

 

Kabbalah oder Kabbala: Für all jene, denen der Begriff Kabbala, auch Kabbalah geschrieben, erst einmal gar nichts sagt:
Es ist sozusagen die geistige Lampe des Abendlandes, über die Mysterienschulen Ägyptens und Israel nach Europa und Amerika gelangt. Sie ist eine mystische Tradition des Judentums, die den Sinn des Gottesnamens, die sternenbestimmte Organisation der Welt, die Naturelemente und die makro-kosmischen Geheimnisse des menschlichen Organismus einschließt. Nach kabbalistischer Ansicht hat Gott alles, was er im Universum geschaffen hat, auch am Menschen geschaffen. Hieraus ergibt sich ein Weltbild der wechselseitigen Entsprechungen von Oben und Unten, Innen und Außen. Der Mensch steht unter dem ganzheitlichen Einfluss universaler Kräfte, kann diese aber seinerseits beeinflussen. Beispielhaft hierfür ist die kabbalistische Wortmagie, in welcher das Aussprechen von Worten eine unmittelbare Einflussnahme auf das damit Bezeichnete nach sich ziehen soll. Jedem Buchstaben des Alphabets entspricht eine bestimmte Zahl und jeder Zahl eine Deutung.  Und noch vieles mehr…
Wir sind umgeben von einem sich gegenläufig drehenden Pyramiden-ähnlichem Lichtfeld, das den feinstofflichen Körper mit der Seele verbindet (Merkabah).

ammonite fossil2

Wenn man die Geheimnisse  der Natur begreift, kann man sich nur vor ihr verneigen. Vor uns liegt Vollendung.
Es ist das leichte Brennen des Daseins, des Wissens um die Wunder dieser Welt. Staunen, erwachen vor der Sonne, spüren, wie die Erde spürt, die sich knirschend um das unsichtbare zentrale Feuer dreht. Es ist dieser Pulsschlag nah an meinen Knochen, der sich im Pulsschlag der Erde wiederfindet – Lebendigsein. Erfahrungen rauschen durch den Raum zwischen  der Haut meiner Seele und der Haut der Welt.  Mein Atem ist es, der mich mit dem Weltganzen verbindet.  Wind, den wir erzeugen, wenn wir laufen, ist die Energie des Werdens. Wind, der zu uns kommt, wenn wir stillhalten, ist die Energie des Seins.  Alles geht nahtlos ineinander über. Wir waren gestern und sind heute. Die Biene umkreist die Blume. Alles, was mit unseren Gefühlen spielt, will unsere Herzen öffnen, um das Licht einzulassen.  Eine Träne und ein Lächeln. Diese Welt, die mit uns unterwegs ist, ist unser Herz.

Wir sind umgeben von einem Mantel aus unsichtbaren Energien. Wenn wir das Materielle überschreiten würden, könnten wir es erkennen. Die Natur ist in Licht gebadet.  Leben ist von Angebinn im Geist. Unser Körper ist nicht so schnell. Unser Körper ist nicht alles, was wir sind. Es gibt keine andere Tiefe als die Tiefe der menschlichen Seele. Wir sind ein atmendes Puzzlestück in diesem Weltganzen.  Die Anleitung zum Leben kommt mit dem Leben. Und im Lauf der Zeit erahnen wir ein Bild und wir begreifen unseren Platz in der Welt. Die Dinge, zu denen wir uns hingezogen fühlen, sind einfach Teile, die jene Höhere Intelligenz, Höhere Macht, Gott,  wieder ungebrochen  für uns zusammenfügt. Es ist als laufen wir rückwärts, um wieder Ganz zu werden.

Und so ist es: Alles läuft letztlich immer wieder auf die Frage der Energie hinaus.

Du bist die Entdeckung von dem, was du hinter deinen Augen bist, was du bist und was deine Bedeutung und dein Sinn ist. Das ist das Mysterium. Du bist nicht die vielen Kleider in deinem Kleiderschrank. Man erkennt dich an deinem Licht und an deiner Energie. Man erkennt dich an deiner Schwingung. Du bist der gehauchte Atem von etwas ganz Großem. Das Licht um dich herum sind die verbliebenen Partikel deines Ursprungs. So`ne Art Transportmittel, durch das du hier auf Erden dieses Abenteuer Leben erfahren kannst. Umarme alle deine Möglichkeiten. Du bist hierher gekommen, um zu lernen zu manifestieren, um zu heilen, was meint, in Harmonie mit dem Weltganzen verbunden zu sein. Du wirst deine Macht niemals kennen und besitzen, bis du weißt, W e r  du bist, bis du weißt, dass du es We r t bist.

Wir könnten diesem Prozess vertrauen. Dem vertrauen, was wir im Herzen hören. Wir könnten weniger Tun und mehr Sein. Tun bringt nicht immer die erwünschten Ergebnisse. Wir könnten aufhören, Dinge zu erzwingen, zu manipulieren, zu bedrängen, voranzutreiben. Wir könnten aufhören, intensiv über Dinge zu grübeln, sich Sorgen zu machen. Geschehnisse herbeiführen wollen, heißt: Kontrolle ausüben. Kontrolle klappt nicht. Damit können wir sogar verhindern, dass es eintrifft. Etwas trifft nicht ein, es trifft nicht so ein, wie wir es wollten und uns erhofften. Wir können davon ausgehen, dass wir mit Kontrolle kein besseres Ergebnis erzielt hätten.
Oft bekommen wir das, was wir wirklich brauchen und häufig bekommen wir noch Besseres. Indem wir loslassen…. Herzenswünsche werden zu Seiner Zeit und auf Seine Weise erfüllt.

Ort der Kraft

essener teil 7

 

Gleichviel wissen.
Gleichviel haben.
Gleichviel sein und
an keinen „Laien“ das Geheimnis der hohen und dicken Mauern verraten, aus denen für keinen Menschen der Erde irgendein Unheil, sondern nur ein mögliches Heil hervorgehen soll.

Auch das waren die Grundsätze der Essener vor mehr als zweitausend Jahren. Sie waren auf die Hilfe für Mitmenschen eingeschworen. Sie glaubten an die Kräfte der Natur und Atmosphäre, die alles bestimmen und leiten.  Sie glaubten an die himmlischen Helfer ebenso wie an die Erdenmutter. Sie waren Heiler und beschäftigten sich sehr intensiv mit der Naturmedizin. Das Lesen des „Zend Avesta“, des größten Sammelwerkes aller Zeiten und aller Gebiete war obligatorisch für jeden Essener.

Durch die Kraft der Liebe auf den Äther zu wirken, durch jede winzige Idee, jeden Gedanken vermochten sie den Äther in Schwingungen zu versetzen. Die Energie des Kosmos war ihre Quelle. Liebe war für die Essener das höchste schöpferische Gefühl. In ihrer Welt gab es ein kosmisches Meer der Liebe. Leben selbst war ein Ausdruck der Liebe. Starke Liebesgefühle allen Menschen gegenüber auszudrücken, das war ihr Gebot.

Esseneer ausgrabung

 

qumran wasserzulauf

Ausgrabungen in Qumran. Wasserzulauf in die Häuser. Aufwendige Wasserzuleitungen vom Gebirgen legten die Essener an. (Quelle: privat Israel)

Und so wird man viele Gemeinsamkeiten zwischen Zarathustrier und Essenern feststellen können. Die schlichte, aber zweckmässige  Kleidung, die ihrem inneren Wesen Ausdruck gab. Großen Wert legten die Essener auf  religiöse Rituale. Das Interesse an einem gesunden Körper. Reinigungsrituale waren den Essenern ebenso wichtig. Zarathustra empfahl, sich mit Wasser reinzuwaschen. Die Ausgrabungen zeigen, es gab bei den Essenern Reinigungs- und Tauchbäder in und außerhalb der Wohnräume. Fliessendes Wasser war für die Essener „lebendiges Wasser“ und bedeutete zugleich Wasser des Lebens. Zarathustra war es, der Gedächtnisübungen ausarbeitete und vor der besonderen Schwingung von Worten überzeugt war .  Die Essener rezitierten Mantren, die Lichtwirkung entfalteten. Frühaufstehen galt in seiner Lehre als eine Tugend, nicht anders bei den Essenern. Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern innerhalb ihres Kreises. Mädchen und Jungen wurden auf gleiche Weise in den Gemeinderegeln und Ritualen unterwiesen. Die Essener waren die ersten, die Sklaverei verurteilten. Die Atem- und Wiedergeburtslehre ebenso wie die gemeinsamen Mahlzeiten, Heilmethoden und Feuerrituale. Das Feuer war für Zarathustra das Sinnbild der Reinheit.
Als Hauptreinigungs- und Heilmittel galt der Atem, der in Gesängen und Gebeten gepflegt wurde. Er diente der Vorbeugung zum Heilen.

Alles, was den Essenern an „Geheimwissen“ aus der Tradition zugekommen war, Apokalypsen, die Engelliturgie, die Zwei-Geister-Lehre, Weisheitsschriften betrachteten sie lediglich als Hilfsmittel, um tiefer in die Geheimnisse der Tora einzudringen.
Die Essener sollen jene gewesen sein, die die Lehre Zarathustras  in ihrer reinsten Form übermittelten. Nach ihrer Arbeit widmeten sich sich dem Studium und ihrer Kommunionen, den himmlischen Kräften sowie den Kräften der Erdenmutter.
Wie viele Tausende von Jahren die Lehre Zarathustras schon vorher bestand, ist unbekannt. Die Lehre enthält die Grundideen des Brahmanismus, der Upanishaden und der Veden, insofern darf on mehreren zehntausend Jahren ausgegangen werden..

Die Gemeinschaft lebte nach Wahrheit, Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit, in Demut, Mildtätigkeit, Herzensgüte und Bescheidenheit.

Moses, Maria und Josef, Jesus, Maria Magdalena, Johannes der Täufer, Franz von Assisi und Daskalos, der große Heiler, die Jünger Johannes, Philippus und Andreas, um nur einige zu nennen. Epikur wird als ein namhafter Begründer einer Essener-Gemeinschaft bezeichnet. Große Frauen und Männer Ägyptens, Arabiens und Israel-Palästinas sowie anderer Länder gingen aus der Essener-Gemeinschaft hervor.

Edmond Bordeaux Skèkely schreibt in seinem Buch „Friedensevangelium der Essener: „Er [Franz von Assisi] war nicht nur ein wiedergeborener Essener – er war die Erfüllung des Friedensevangeliums der Essener.“ Skèley erhielt als katholischer Theologe und Gelehrte Zugang zu den Geheimbibliotheken des Vatikans. Der Verfasser mehrer Bücher über die Essener übersetzte Texte aus dem Aramäischen.

Zu Zeiten der Gründung der Essener war das Volk Israel überall hin verstreut. Es lebte zum geringen Teil in Israel. Das Nordreich war längst untergegangen. Sie siedelten in das Zweistromland (Euphrat, Tigris – Mesopotamien) um. Das Heilige Land war für sie auch  niemals Eigentum des Volkes Israel, sondern Eigentum Gottes. Das in Knechtschaft lebende Volk sollte von Ägypten in das Land ziehen, wo Milch und Honig fliessen und es  als „nahala“, als Besitz und nicht als Eigentum ansehen.

 

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So könnte die Siedlung Qumran ausgesehen haben (Quelle: privat Israel)

Die Ausgrabungen in Qumran zeigen, dass die Siedlung umfassend dimensioniert gewesen sein muss. Fast alles war in Qumran vorhanden:  Zisternen, Wasserzuleitungen für die Rohlederherstellung und landwirtschaftliche Nutzflächen, Dattelpalmen wurden angepflanzt, kleinere Wohnräume ebenso wie größere zweistöckige Häuser muss es gegeben haben. Schusterwerkstatt. Man vermutet eine Wollweberei. Man lebte in Gütergemeinschaft. Anders als angenommen, waren die Essener nicht arm, sondern materiell reich. Das Prinzip der Binnenwirtschaft soll funktioniert haben. Der essenische Handwerke kaufte sein Brot beim essenischen Bäcker, der das Mehl aus der Ernte eines essenischen Bauerns erhielt. Diese Art der Gütergemeinschaft soll sie wirtschaftlich bessergestellt haben, als die übrige jüdische Gemeinschaft Palästinas..

Vier verschiedene Räume sollen alleine zum Zweck der Schriftrollenanfertigung gedient haben. Im Hauptgebäude habe es im Erdgeschoß eine Bibiliothek gegeben und einen großen Schreibraum im Obergeschoß, sagen Wissenschaftler.  Es wird davon ausgegangen, dass die Installierung der aufwendigen Schriftrollenmanufaktur nur zum geringen Teil dem lokalen Eigenbedarf gedient haben kann. Man nimmt an, dass sie  andere Essener-Gemeinden versorgten. Darum wurden Mehrfachexemplare erstellt. Das große Staubecken im Gebirge sicherte die ganzjährige Produktion von Schriftrollen, die  aus Schaf- oder Ziegenleder hergestellt wurde.

Eine Versammungshalle von etwas hundert Quadratmetern, die auch als Speisesaal genutzt wurde, Schlafräume  sowie Lagerräume und Stallungen – fast alles war in Qumran vorhanden.  Gegessen wurde nicht am Tisch, sondern im Schneidersitz auf dem Fußboden. Am Eingang der Versammlungshalle soll sich ein Tauchbecken befunden haben, durch das jeder eintauchen musste, bevor er den Saal betrat. Wasserleitungen führten sogar in den Versammlungssaal hinein.  Schon zu Zeiten Jesu betete man  in der jüdischen Tradition stehend. Im Tempelkult hingegen kniete man nieder, streckte die Arme weit nach vorn, bis die Stirn den Boden berührte. Dreimal täglich kam man zusammen: Morgengebet. Mittagsgebet. Abendgebet.
Eine „Disziplinarordnung“ wurde als Spätfassung um 100 v. Chr. erstellt, zeitgleich wurde die Siedlung erbaut. Historisch belegt ist die Gruppe seit etwa 150 v. Chr.. In anderen Quellen las ich, dass sie bereits siebentausend Jahre  existiert haben sollen.

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Blick auf die Stadt Jericho. Sie liegt 5 Kilometer von Qumran entfernt. (Quelle: privat Israel)

Orte der Kraft finden.

Orte der Kraft zu finden, ist eine Erfahrungswissenschaft, die so alt ist wie die Menschheit. Jeder Ort, jeder Baum, jede Pflanze, jeder Raum, jedes Symbol hat seine eigenen Schwingungen. Bäume wachsen nicht überall gleich. Mitunter haben sie spezielle Ausformungen und dafür gibt es Gründe. Diese Wuchsformen geben Auskunft über das Psychogramm einer Landschaft. Jeder Ort ist umgeben von einem Energiefeld. Wir sind umgeben von aufbauenden Atmosphären, wenn wir in harmonischen Einklang mit den Naturkräften kommen.
Ihre Rituale, Gebete und Regeln, ja auch die Ausrichtung von Häusern in einem bestimmte Himmelsrichtung, in der Gestaltung von Häusern und Orten, eine bestimmte Form des Ackerbaus sollten die Menschen rückbinden und in der Einheit halten. Auf diese Weise entstanden „heilige Räume“ und die Achtung vor dem Leben wie auch das Bewusstsein, dass die Erde verletzt werden kann.

Die Essener nutzen in ihrer Heiltradition genau dieses Wissen. Vor allem aus der Kraft des Herzens  nahmen und nehmen sie noch heute Kontakt zu Körperzellen auf, um die Balance wieder herzustellen.

Über die Heiltraditionen werde ich in Kürze einen Beitrag veröffentlichen.

 

 

maedchenmilch2Auf Spurensuche

Waren die Katharer die „Nachfahren“ der Essener? Die Katharer, die  überzeugt ohne die Bevormundung Roms leben wollten.  Sie leiten sich von den Urchristen ab, las ich.

Ihre Hochblüte war im 13. Jahrhundert im Süden Frankreichs, im Languedoc. Ihre Maxime stand diametral zur Kirche in Rom, die  streng hierarchisch aufgebaut war, (ist) und nach weltlicher Macht strebt (e).“Ihre Lebensweise war der Versuch, den Lehren Jesu zu folgen“, schreiben  die beiden Forscher Picknett und Price. Sie legten großen Wert auf die Gleichstellung von Mann und Frau, und sie glaubten an Reinkarnation, Vegetarismus, und sie töteten auch keine Tiere, und lebten gewaltfrei. Diese Leute stellten für niemanden eine Gefahr dar- außer für die Amtskirche.
Oder waren es die Assyrer, die sich neben den Chaldäern und Aramäern als die Nachkommen der ursprünglichen Bewohner des Zweistromlandes zwischen Euphrat und Tigris sehen? Als älteste Christengemeinde des Nahen Ostens ist ihre Muttersprache noch heute Aramäisch (die Sprache Jesu Christi) – in einer modernen Form.

 

 

 

Anatolien

historische Karte

 

Sie leben im Irak, in Syrien und im Iran, aber auch im Exil in Westeuropa, Nordamerika sowie Australien. Bis in die 60er Jahre hinein lebten in Anatolien rund 200.000 Assyrer-Aramäer. Heute sind es nicht einmal mehr 2000 Menschen.

Sie lasen die Urquellen in ihrer Schrift, standen sie ihnen offen zur Verfügung. Während den Menschen in unserem Kulturraum mit der Todesstrafe auf das Lesen von griechischen Übersetzungen der Evangelien gedroht wurde, las man zur selben Zeit im Nahen Osten die aramäischen Schriften, die sogenannte Peschitta .  Sie reichen bis ins 4. Jahrhundert christlicher Zeit zurück. Aramäisch sprechende Christen lasen die jüdistische aller früheren Versionen des Neuen Testaments, während bei uns Schriften nur den Priestern vorbehalten waren. Erschwerend hinzu kam der Umstand, dass für den „Westen“ viele der Varianten von Evangelien und Schriften verbannt, versteckt oder zerstört wurden.

Die Spurensuche geht weiter…

 

 

 

 

 

Alles Maya?

produktiv sein heute

 

Ich hab`s gleich heute früh gespürt. Und auch später konnte ich es noch denken. Heute bin ich keine aufgebrochene Vanille-Schote in der Sonne, die endlich ihren ganz Duft verströmt. Diese Eile geht doch nur auf das Konto der christlichen Religion. Sie hat uns erzählt, es gibt nur dieses eine Leben. Wenn du also meditieren willst, wenn du dieses oder jenes sein willst, tun willst,  dann tue es Jetzt. Das ist sicherlich ein gut gemeinter Hinweis darauf gewesen, wie sich Leben am Sinnvollsten gestalten lässt.
Jesus wollte uns vermutlich nur sagen, es gibt nur dieses Leben, erinnert euch an Gott. Seid im Hier. Seid bewusst. Sorgt Euch nicht.  Er wollte die Menschen wach und bewusst machen. Klar, wusste Jesus sehr wohl Bescheid über das Leben, das ewig ist und die Reinkarnation, auch wenn er nicht so geradeheraus darüber redete. Wieso sagt aber jemand so etwas zu Menschen, der um das ewige Leben weiß? Er hatte während seines Aufenthaltes in Indien erkannt, dass die andere Strategie, es gibt mehrere Leben, also die Hoffnung auf ein Wenn nicht in diesem Leben, dann eben im nächsten“,  zu Ausflüchten besonderer Art führte, las ich. Die Menschen wurden lethargisch. Andere wurden Sannyasins und wollten von der weltlichen Welt gar nichts mehr wissen. Im Ergebnis war dies also nicht so zufriedenstellend. Das Suchen und Streben nach Gott, nach einer Höheren Intelligenz, das war der Wunsch, der seiner „Strategie“ zugrunde lag.

 

Diese „Strategie“  bei uns im Westen hat allerdings völlig versagt. Die ganze Idee, die dahinter steckte wurde zunichtegemacht.
Was haben wir daraus gemacht?
Bei uns entstand die weltlichste Kultur.  Die weltlichste, die die Welt je gesehen hat. Langeweile zu empfinden, dafür haben wir keine Zeit. Den ganzen Tag müssen wir arbeiten. Und wenn wir nach Hause kommen, sind wir müde.  Ständig sind wir gehetzt, voller Sorge und Spannung. Es wird um alles gerangelt, alles, was es in diesem einen Leben zu erlangen gilt.  Schneller. Schneller. Das reinste Tempofieber. Wen kümmert`s, wo wir hinwollen. Hauptsache schneller!  Gebt ihnen Fernsehen, Autos, Computer, Internet für Zuhause und Unterwegs, Twitter & Co  und Ballspiele und ihr werdet weniger Kinder haben.
Wir sind weder wach noch bewusst geworden.

Moment mal! ..Ähm….Bitte? Jesus in Indien?

 

jesus6Sie wissen, mich beschäftigen diese auffallenden Verbindungslinien, die ich über die Begegnung mit den Maya zu sehen begann. Von dort ging es weiter zu den Kabbalisten und endete bei den Essenern.

Die Essener beteten die Sonne an. Die Maya taten es.  Die höhere Bedeutung von Worten, ihre Zahlenmythologie, ihr Wissen um die Naturgesetze und das Ausrichten nach ihnen, die Welt als ein Kosmos der Geometrie und Zahlen, das Ausrichten auf die Harmonien, der variierenden Töne der Natur.

Und mir ist durchaus bewusst, dass dem Glauben, den Jesus lehrte, heute  keine fünf Prozent mehr folgen. Die anderen fünfundneunzig Prozent nahmen das an, was jene Apostel und Theologen  und  in jenen priesterliche Konklaven daraus gemacht wurde. Sie liehen sich den Namen Christen für ihre Überschrift. Ihr Glauben beinhaltet noch heute einige Extravaganzen und Übersetzungsfehler.

Und ich  habe ja nun auch verstanden, dass es Pyramiden auf allen Kontinenten gibt. Gebaut in präziser Übereinstimmung mit den Sternen der Plejaden.  Pyramiden als kosmische Kalender. Im Tibet, Arabien, Mittel- und Südamerika, von Peru bis Russland, Mexico, Ägypten einschließlich dem heutigen Sudan, Indien und  bis auf dem Grund des Meeres. Auf der ganzen Erde findet man Reste von gewaltigen Pyramiden. Kulturen, die weit voneinander entfernt waren. Glaubt man der Wissenschaft, standen sie  nicht in Kontakt und weisen doch erstaunliche Gemeinsamkeiten auf.

Die Verehrung der Sonne –  der Sonnengott wurden bei den Maya, Inkas und in Ägypten verehrt. Bei den Chinesen war es der Himmelsgott. Die Kaiser herrschten als  dessen Vertreter.
Pyramiden, die zu astronomischen Zwecken benutzt wurden.
Pyramiden (manche), die als  Gräber für königliche Personen erbaut wurden.
Pyramiden als  symbolische Nachbildungen heiliger Urhügel, die es ermöglichten die Zukunft vorauszusagen? Dabei beruft man sich auf Geschichtsschreiber des Altertums.
Ich erkenne auch:
Immer und fast überall taucht Thot auf. Thoth baute den ersten Tempel in Saïs und Osiri in Ägyptenvor etwa 6.000 Jahren, heißt es.  Der ägyptische Sonnengott soll mit Thot um die Herrschaft gekämpft haben. Thot kam über das Meer und wurde zu Quetzaccoatls. Er wird im Heiligen Buch der Maya erwähnt. Er gehört zu den wichtigsten Gottheiten im mesoamerikanischen Raum. Der Schöpfergott. Der Morgenstern galt als sein Herz. Bei den Azteken war er der Gott des Windes und des Himmels, der Erde und der Schöpfergott. Bei den Maya unter Kul Ku Kaan, Kulcucan verehrt. Bei den Quichè-Maya in Guatemala Qùq`matz genannt. Thot der dreimal Große, die Griechen nannten ihn Hermes. Thot, der die sieben hermetischen Gesetze auf die Tafel schrieb.

 

Die Maya-Kultur in der Frühzeit bis Ägypten und Tibet – der Ausruf von Jesus am Kreuz gemäss der Maya-Sprache.  Parallelen zwischen der Maya-Sprache und der tibetischen Sprache Naga. Reinigungsrituale. Feuerzeremonien. Das heilige Feuer spielte in allen Kulturen eine bedeutsame Rolle. Vor 1800 Jahren war Eurasien ein Land, das erhellt war vom heiligen Feuer. Ewige Flammen brannten in den heiligen Hainen,Tempeln und Häusern jeder indoeuropäischen Kultur. Die heutige hinduistische Darstellung des Feuergottes Agni ist neueren Datums und geht vor allem zurück auf griechische Traditionen, die mit Alexander dem Großen nach Punjab kamen.

Von der Cheops-Pyramide sagen einige Experten: Ihre Aufzeichnungen sind sowohl in der Sprache der Mathematik, Geometrie und Astronomie  geschrieben als auch in der Art der verwendeten Steine mit ihrer Symbolik. Alle Veränderungen, die stattfanden und stattfinden werden, sind in den Gängen zwischen Basis und Spitze dargestellt. Sie sind bezeichnet durch die Lage der Steine, ihre Farbe und die Richtung, die die Krümmungen nehmen. Abmessungen, die dem Polardurchmesser und dem Erdradius entsprechen. Hallen, Galerien, Durchgänge, die in ihren Abmessungen umgerechnet in Zeiteinheiten, auf große Ereignisse verweisen, die der Menschheit auf Erden widerfuhren. Zu den wichtigsten Daten, auf die in der Pyramidengeometrie hingewiesen wird, zählen jene, die sich auf die Geburt, die Mission und die Kreuzigung des Jesus von Nazareth beziehen.  Sage nicht ich, darin ist sich die Wissenschaft erstaunlich einig.

pyramiden linked zu sternen

cheops pyramide foto von russe unerlaubt hoch

Von jemandem fotografiert, der dort oben gar nicht hätte sein dürfen.

 

Lange vor Archimedes verstanden sie die Größe Pi. Die Höhe der Pyramide multipliziert mit einer Million, ergibt die Entfernung von der Erde zur Sonne. Die Zahl 25.827 wiederholt sich in der Geometrie in ihr noch mindestens zweimal. Die Summe der Basisdiagnolen ergibt 25.827 Pyramiden zoll. Der Durchmesser auf der Höhe der Königskammer enthüllt dieselbe Zahl
Der Abstand zwischen dem Kreuzgang und der drei Hauptgänge der Pyramide bis zum Eingang betrug 2.170 Zoll.

Es gibt einige Theorien, danach soll sie nicht von den Ägyptern gebaut worden sein, sondern bereits zu ihren Zeiten ein Relikt gewesen sein. Einig sind sich die Wissenschaftler über die besondere zeitliche Bedeutung des Datums 2170 v. Chr..  Nicht als Entstehungszeitpunkt, sondern als ein Hinweis auf das 21. Jahrhundert. Die Durchgänge enden auf so eine Weise, dass sie auf einen Punkt hinzuweisen scheinen, der sich auf den Anfang des 21. Jahrhunderts bezieht.

Es ist, als berichtete ich gerade über die Maya, ihre Pyramiden und ihre kosmische Welt.

Ich weiß auch, dass Jesus der Nazarener war und nicht Jesus von Nazareth. Die Essener wurden auch Nazarener oder Nazoräer genannt. Das sich der Beiname nicht von dem Ort Nazareth herleitet, gilt heute als wissenschaftlich bewiesen. In der aramäischen Wurzel „nazar“leitet sich es sich von „schwören“, sich für den Dienst Gottes verpflichten.  Die Nazarener waren ein Zweig der Essener.

Und jetzt  – so lese ich – hat sich Jesus auch noch in Indien aufgehalten. Damit nicht genug, er soll dort sogar gestorben sein.
Archäologen, Theologen, Sanskrit-Gelehrte sagen, Jesus habe sich lange in Indien aufgehalten. Kaschmir erhebe den Anspruch, dass sowohl Moses als auch Jesus dort begraben seien.

Es soll Tempellegenden geben, erzählten alte Rishis. Danach habe Jesus während seines Aufenhaltes in einem Kloster im Himalaya „die Inhalte der Heiligen Inspirierten Schriften, die Sprache, die Schriften und die kosmischen Kräfte des Mutterlandes studiert.“ Er sei „ein Meister der kosmischen Kräfte, mit einem perfektem Wissen über die ursprüngliche Religion“ gewesen.

 

Und ich stolperte über dieses:

Don Antonio Batres Jaurequi, ein Maya-Gelehrter aus Guatemala sagt in seinem Buch „Die Geschichte Mittelamerikas“: Die letzten Worte Jesu wären in der Sprache der Maya gesagt worden.  „Hele, lamah sabac ta ni“
Hele= Ich werde schwach.
lamat zabac ta ni= Dunkelheit kommt über mein Gesicht.
Das ist eine Sprache aus dem Raum der Naga-Maya-Ostasiens.
Es gibt aber auch die moderne Maya-Sprache Mittelamerikas. Dort klingt und schreibt es sich so:
„Eli, Eli, lamah sabac tha ni“

Naga-Maya Ostasiens und  das  Maya- Land Mittelamerikas, zwei weit voneinander entfernte Teile der Erde und doch stimmt alles in wesentlichen Punkten überein.

Ich werde auch schwach: Jesus und Moses  in Indien. Maya in Ostasien.  Ein Maya, der uns sagt, welches Jesus letzte Worte waren. Martina eine Essenerin.

We are crossing the river….

Ich…ähm… Hören Sie bitte, ich will Sie nicht von Ihrem Stuhl hauen. All das erscheint mal wieder sehr kühn und doch…auch wieder nicht.
Wissen Sie die Forscher haben uns auch erzählt, dass wir uns evolutionsgeschichtlich erst 1,5 Millionen nach dem Tod einer Frau, deren Schädel-Fossil man 2005  in Georgien fand,  soziokulturell entwickelt hätten.  Man wies nach, sie war krank. Man wies auch nach sie starb in einem hohen Alter. Trotz vieler Gebrechen erreichte sie ein hohes Alter. Wer hat sich denn um sie gekümmert, dass sie so alt werden konnte? Und sind es nicht auch die  Alten Maya und die Inka, die  die Theorie von der „Entwicklung vom Primitiven zum Zivilisierten“ widerlegen?  Wir denken an Gesellschaften und Weltgeschichte als begrenzt auf Zeit und Raum. Wir teilen die Geschichte in Perioden ein und betrachten diese innerhalb dieses relativen Konzepts.
Jesus1

Ähm, also….und wenn man davon ausgeht, dass Afrika  kontinental irgendwann einmal zu Asien gehörte und sich erst allmählich Kontinente verschoben und einander entfernten, erklärte das vielleicht ja auch so manche Ähnlichkeit, die sich über die Welt verteilt zeigt?  Polverschiebungen.  Bei manchem Geologen liest es sich dann Kontinentalverschiebungen folgendermaßen: „Europa und Afrika wanderten gemeinsam nach Norden. Dann flieht Europa vor Afrika. Afrika holt es aber wieder ein und stößt es weiter nach Norden. Es soll Zeiten gegeben haben, da treibten die Böden des Ozeans zwischen Europa und Afrika als gewaltiges Gebirge über dasselbe hinaus.“
Aber auch durch die Verbindung der Seidenstraße waren Indien und Afrika schon in der Antike miteinander verbunden. Sie reichte bis nach Ägypten. Historiker vermuteten, dass es Siedlungen von Indern an der Ostküste Afrikas seit mehr als  zweitausend Jahren gibt. Bis vor 500 vor Christus reisten die Griechen ja auch  nach Indien, um zu lernen. (W. Robertson, „An Historical Disquisition of India,“ Pub. 1794, Seite 274.) Warum also nicht auch Jesus? Die Frage, warum davon nichts im Neuen Testament zu lesen ist, stellt sich nicht wirklich.

 

Wer sind die Naga- Maya?

30 Sprachen gehören zur Sprachfamilie der Maya. 6 Millionen Maya  leben in Mexico, Guatemala, Belize, Hondura und auf Yucatan.

maya-sprachen, england1994

Maya-Dialekte in den verschiedenen Regionen

Im Norden Mexicos sprechen die Maya auch den Huastec- Dialekt der Region Huastecan .
Huastec soll die Ursprache sein. Yucatec oder Yukatekkinisch spricht man auf der Halbinsel Yucatan.

Don Igncacio Magaloni Duarte, ein yukatekkischer Autor, erwähnte 1969 in seinem Buch „Educadores del Mundo“, dass Worte der Maya sich in anderen Sprachen sehr ähneln. Er schreibt,  die Maya Sprache  könne die Ursprache für andere Sprachen gewesen sein. Und tatsächlich (historisches Wissen, keine Legenden) lebten Maya vor tausenden von Jahren in Indien. Man nannte sie „Naga-Maya“ und später „Danavas“.
Ihre Hauptstadt war Nagapur. Im 4. Jahrhundert vor Christi schrieb der Historiker Valmiki, dass eine Gruppe von Menschen ankam und sich in der Region Tibet ansiedelte. Dieselbe Zivilisation zog weiter nach Babylonien, Acadia, Ägypten und Griechenland.

 

Viele Wörter der Maya und der Naga sind sozusagen dieselben, ebenso wie das Zahlensystem.

Duarte schreibt auch, die  mexikanischen kosmischen Sonnenzeichen (Glyphen) seien fast identisch  mit denen der Ägypter und das Entwicklungs-Ideogramm sei ebenso  nahezu identisch mit dem der Insel Kreta.

So, und das es ja keine Zufälle gibt, kann ich Ihnen auch bildhaft zeigen, wovon Duarte spricht. Ich habe nämlich sowieso vorgehabt über die Scheibe von Phaisto zu schreiben, weil sie ja auch zu den rätselhaften Funden gehört, die keiner entschlüsseln kann. Da ahnte ich aber noch nicht, dass ich auf diese Weise wieder bei den Maya lande. Obschon mir sehr wohl als „Schreibform“ die Spirale auf der Scheibe auffiel und ich dachte, es gab da wohl noch ein paar andere die die Welt spiralig denken mochten. Und ich sah zweimal hin, und mir fiel die Blume im Zentrum auf. Ich  erkannte aber nicht wirklich Maya-Zeichen, wie sie mir bislang begegnet sind..

Die Scheibe von Phaistos

Zeichengruppen sind durch Linien getrennt. Die längste Zeichengruppe beträgt sieben Zeichen, die kürzesten zwei.  Die Seite A verweist auf 123 Zeichen in 31 Gruppen, auf Seite B 119 Zeichen auf 30 Zeichengruppen.
Die Scheibe hat einen Durchmesser von 16 cm und ist 2 cm dick.

 

phaistos

1908 entdeckt.  Datiert auf 1700 – 1600 v. Chr.. Die Wissenschaft kommt der Entzifferung nicht näher, da es keine weiteren Stücke auf Kreta gäbe, habe man keine Vergleichsmöglichkeiten. Der Korpus an Text sei zu klein.  Auf beiden Seiten sind Zeichen „eingemeißelt“.

 

James Churchward bestätigt Duarte. Auch er stellt fest, dass sich Maya Worte in all anderen Sprachen finden. Vierzig Prozent des Japanischen habe mayanische Wurzeln. Ein  großer Teil der gesprochenen Sprachen Indiens kämen ohne Zweifel von den Maya. Und alle europäischen Sprachen sind verwandt mit der Maya-Sprache, besonders das Griechische. Das Alphabet sei aus dem Maya heraus entstanden. Ein Mexikaner und ein Japaner können sich miteinander ohne Dolmetscher verständigen. Es gäbe sehr viele  gemeinsame Wurzeln in beiden  Sprachen. Altäre der Maya, wie sie 300 n. Chr. verwendet wurden, sieht man ebenso in Tempel Indiens, Pakistan und Südost-Asien. Die Stele von Copan und Quiriguà sei ähnlich jener aus Indochina und Indonesien.

 

Ich mach` jetzt mal eine Atempause. Morgen geht es weiter.

Jesus in Indien.  Naga-Maya…