Lustig hüpfende Gefühle

gefühle und Emotionen

Quelle: scientist alert

Gelb weist auf die stärkste Aktivität hin, gefolgt von Rot, Schwarz, Dunkelblau und Hellblau für ein abschwächendes Fühlen.

Liebe gibt uns ein warmes Licht. Traurig macht uns blau. Angst fühlen wir im Kopf und im Brustbereich, während wir Empörung, Verärgerung, Abneigung (disgust) stärker im Mund oder im Bauch fühlen.

Glück (happiness) zeigt sich gelb und überall rot gefärbt, mit dem stärksten Fühlen im Kopf und im Brustbereich.
Liebe – wen wundert es – ist die stärkste aller Emotionen. Es sieht so aus, als fühlten wir Glück in den Beinen, aber die Liebe nicht.

Interessant,  Stolz (pride), Glück (happiness), Liebe (love) und Wut/Ärger/Zorn (anger), Angst (fear) zeigen sich ähnlich im gelben Licht von Kopf bis Brustbereich zeigen.

Scham (shame), Aufregung/Sorge/Unbehagen (anxiety) werden im gesamten Körper erfahren, in warmen Farben im Kopf,  im Brustbereich sowie in blauen Tönen in den Beinen.

Überraschung (surprise)zeigt sich nicht anders als Scham (shame) und Neid (envy), nämlich rot im Kopf und im Brustbereich, dunkelblau in den Beinen.

Verächtliche Gefühle (contempt) und Neid (envy) ähneln sich, obwohl Gefühle der Verachtung sehr stark im Kopf und sonst nur noch in der Leistengegend gefühlt werden.

Depression wird im gesamten Körper in verschiedenen Abstufungen von Blau erfahren.  Der Bauchbereich scheint davon nicht berührt zu werden.
Traurigkeit (sadness) hingegen zeigt sich in Armen und Beinen im dunklenBlau, Kopf und Brustbereich erscheinen im Rot.

Spurensuche nach Mechanismen zwischen subjektivem Fühlen und dem „geografischen Ort“ im menschlichen Körper. Finnische Wissenschaftler fertigten diese „Hitze-Mappe“ an, nachdem sie 773 Personen befragt hatten, wo sie  schwächer und stärker werdende Aktivitäten im Körper fühlten.  Mit emotionalen Wörtern, Filmen, Gesichtsausdrücken wurde diese mit sechs „basic“-Emotionen und sieben komplexeren Emotionen und neutralen Emotionen stimuliert.
Letztlich sagt diese Studie nichts, was nicht schon in anderen Studien zu lesen ist und vielen andern in Heilarbeit wirkenden ohne die Wissenschaft schon seit Jahrhunderten bekannt ist. Liebe leuchte hell. Traurigkeit macht unsere Körper „blau“. Emotionen bereiten uns auf die Herausforderung im Außen vor, in dem der Körper sich entsprechend anpasst. Der Körper reagiert auf Emotionen in einer bestimmten Weise und geht in Resonanz mit den Emotionen.

Interessant finde ich viel mehr, anhand der Grafik zu sehen, wie das, was uns von frühester Kindheit antrainiert wurde, nämlich Gefühl und Verstand zu trennen, wie der Körper auf seine Art und Weise die Verbindung wiederherstellt.

Der Körper reagiert also, beispielsweise auf ein „Ich bin ärgerlich“. Aus der körperlichen Reaktion entsteht ein Antrieb zu einer Handlung, die Aggression. Aggression muss nicht zwangsläufig in eine Tat umgesetzt werden – auch ein Gedanke kann schon Aggression beinhalten. Aggression ist nicht per se als negativ zu bewerten. Der Sympathikus, Teil des vegetativen Nervensystems, der die Bereitschaft zu Kampf und Flucht ermöglicht, läuft aber in jedem Fall auf Hochtouren. Die Frage ist letztlich, in welche Richtung man jene starke Energie zu lenken vermag. Konstruktiv- destuktriv.

happiness3Klarheit über unsere Gefühle und Emotionen

Spannend scheint mir auch dabei, die Verbindungslinie zwischen Körper und Geist im Kontext dessen zu schaffen.

Die Grafik oben zeigt deutlich, Körperteile gehen mit unseren Gefühlen in Resonanz. Unser Körper reagiert auf alles, was wir wahrnehmen und erleben.
Er reagiert entweder mit Anspannung (Anziehung) oder mit Entspannung (Abstoßung) oder aber neutral. Diese unmittelbare körperliche Reaktion nennen wir Gefühl.
Emotion ist dagegen die Idee, die wir mit diesem Körpergefühl verbinden.
Ein „ich bin traurig“, ich bin „fröhlich“.  Emotion ist das geistige Konzept, das sich im Zusammenhang mit dem Körpergefühl bildet.
Blockaden

Die Bedeutung des Körpers wird gerne unterschätzt, wenn es um geistige Entwicklung geht. Aber die Wichtigkeit wird schnell klar, wenn man sich ansieht, wie sehr wir von unserem Körper abhängig sind, um uns wohl zu fühlen. Wir können beobachten, wie bestimmte Körperteile sich immer wieder zusammenziehen. Wir spüren die Verspannungen. Wir können fühlen, wo sich Blockaden aufgebaut haben. Diese bauen sich auf, weil unsere körperlichen Empfindungen, ausgelöst durch Emotionen, unterdrückt oder ausgeblendet werden.
So wie mit unserer Nase. Wir würden sie eigentlich jeden Tag sehen, wenn sich das Gehirn nicht dazu entschieden hätte, sie zu ignorieren.

Blockaden entstehen, weil durch die Unterdrückung der Gefühle Energien an jene Körperteile angelagert werden, die mit diesen Gefühlen in Resonanz gehen. In der Folge kommt es zur Überlagerung unterschiedlicher Energien, die mit hoher Frequenz schwingen.

Es ist sicherlich kein Zufall, dass  gerade hier bei uns im „Westen“ psychosomatische Beschwerden, Migräne, Verspannungen (insbesondere im Lendenbereich), Asthma und Nervosität bis hin zu Depression weit verbreitet sind. Unterdrückte Gefühle lassen unseren Körper rebellieren. Er versucht, sich bemerkbar zu machen und uns zu zeigen, dass er existiert. Warnzeichen werden leider nur allzu gern mit Medikamenten zugedeckt.

Wir lehnen unseren Körper und unsere Gefühle dauerhaft mit aller Gewalt ab.  Das tun wir  immer dann, wenn wir Gefühle unterdrücken. Das tun wir immer dann, wenn wir Krankheitssymptome mit Chemie zuschütten.

Dies ist ein Gesetz des Lebens: innen wie außen.
Durch die Gewalt, mit der wir uns selbst behandeln, entsteht in der Folge Gewalt, die nun unser Körper uns antut. In der Regel merken wir das erst, wenn eine schwere Krankheit auftritt.

Dies ist auch ein Naturgesetz: Im Körper fließen Ströme und Energien, sobald diese blockiert sind, sammeln sie sich wie das Wasser in einem Stausee an. Ist nun der Wille nicht stark genug, diese Energien zu unterdrücken, bricht der Damm.

Aggressionen, Wutanfälle und Black-outs bilden die Vorstufe eines solchen „Dammbruchs.“ Werden die Anzeichen überhört, so gräbt sich das Gefühl und die damit verbundene Energie tief in die Organe unseres Körpers ein. Gleichgültig um welche Organmatrix es sich handelt, eine übermäßige Ansammlung von Energien führt zu starken Schwingungen, die unsere Zellen schneller verfallen lassen. In der Folge wird das Immunsystem geschwächt, die Organe können ihren Funktionen nicht mehr ausreichend nachgehen und Krankheiten entstehen.

Die Maya sagen, in den nächsten Jahren werden wir erkennen, dass die Welt ein Spiegel ist.
Dann müssen wir Klarheit über die Zusammenhänge von unseren unterdrückten Gefühlen und der Welt im „Außen“ gewinnen.
Jedes einzelne, unterdrückte Fühlen hat immer mit einem Persönlichkeitsanteil zu tun, der nicht leben durfte. All der Hass in der Welt, die Wut und die Gewaltspirale, in der sich viele Menschen befinden, ist NICHT die Ursache von Kriegen – sie sind es erst zweitrangig, es sind die von allen Menschen unterdrückten Gefühle, instinktiven Kräfte und ihre angesammelten Verletzungen der diversen Persönlichkeitsanteile.
Das sind Kräfte, die zum Beispiel in Verbindung mit Alkohol außer Rand und Band geraten können.

Gesellschaftssysteme unterdrücken und unterbinden kollektiv diverse Instinktkräfte, die in unserem innersten Wesen angelegt sind. Da hätten wir etwa Sexualität und Sinnlichkeit, Aggression, Emotionalität, die grundlegend verleugnet und nur in schmaler Bandbreite gelebt werden dürfen. Sie zu unterdrücken kostet unglaublich viel Energie, es schwächt uns und je stärker und fortgesetzter die Unterdrückung, desto stärker werden sie und dann “dämonisch”, sie brechen unkontrollierbar irgendwann aus.

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 Gefühle der Kindheit

Schon früh wird uns analytisches Denken antrainiert. Es gilt als nicht zivilisiert, wenn man in der Öffentlichkeit seine Gefühle zum Ausdruck bringt. Körperliche Empfindungen, die durch Emotionen ausgelöst werden, sollen unterdrückt oder ausgeblendet werden.

Es gibt angenehme, unangenehme und neutrale Körperreaktionen. Auf diese projizieren wir die ganze Vielfalt möglicher Gefühle und verstricken uns darin. Schon während unserer Kindheit wird subjektiv erlebte Gefahr in den Körperzellen abgespeichert. Als Kind können wir nicht immer unterscheiden, was gefährlich ist und was eher unserem Lebenserhalt dient. Wir missdeuten Sanktionen und Kritik sehr oft als Lebensgefahr, Ablehnung oder Zurückweisung. Das sind die Andockstellen für heutige Gewohnheitsstrukturen und –muster in Bezug auf unsere Gefühle und Körperreaktionen.

Gefühle, die gegenwärtig in uns stecken, sind in allen Altersstufen präsent.

Kinder sind nicht in der Lage einzuordnen, ob Impulse der Eltern gegen die Person des Kindes gerichtet sind, oder aber lediglich den persönlichen Emotionen der Eltern zuzuordnen sind, die nichts mit dem Kind an sich zu tun haben. Gleichzeitig sind Kinder noch nicht mit den kommunikativen Fähigkeiten ausgestattet, nachzufragen oder um Aufklärung zu bitten. So werden Verhaltensweisen von den Eltern sehr oft durch die Kinder falsch dekodiert.

Wenn Eltern keine Aufmerksamkeit oder Liebe geben, dann tragen wir diese Unzufriedenheit fortan in uns und übertragen sie auf zukünftige Partner und andere Mitmenschen. Wir werden darüber hinaus Signale aus unserer Umgebung als beispielsweise Ablehnung missdeuten. Wir verstehen nicht, dass unsere Mitmenschen gar nicht wissen können, aus welchem Muster heraus wir agieren. Wir reagieren mit Aggression, weil wir die negativen Gefühle aus der Kindheit nicht mehr spüren möchten.

Werten wir nur schön weiter ab, was Kinder mit größter Anstrengung und Hingabe schaffen, und wir können uns sicher sein, das Kind fühlt sich nicht gut genug. Das Programm startet: Um geliebt zu werden, muss ich besser sein. In Folge versucht es, zu beweisen, dass es Dinge besser machen kann.
Daraus ergeben sich Gewohnheitsstrukturen.

Oh, wir können, unserer Seele beherbergt außer ihrem natürlichen Ausdruck, die Fähigkeit und das schöpferische Talent, einen endlosen Vorrat von Selbsten anlegen zu können. Schon als Kind lernen wir unschöne Gefühle zu vermeiden. Verhaltenskontrollmechanismen, die unsere Persönlichkeit werden.
Denn Verletzlichkeit wird nicht belohnt, Macht und Stärke aber schon.  Im “Kopf” zu leben wird als Schutz empfunden.

Oft verstehen wir selbst diese Gefühle falsch, aufgrund unserer verzerrten Wahrnehmung. In der Folge gehen wir  falsch damit um, da wir gar nicht wissen, aus welchem Grundgefühl heraus wir denken und handeln. Was unsere Gewohnheitsstrukturen wiederum bestärkt.

Und schon kommt es zu emotionalen Stauungen, die verdaut und geheilt werden müssen.

Wenn wir nicht den Mut aufbringen, uns diese Muster anzuschauen, werden wir immer wieder mit den gleichen Problemsituationen in uns und um uns herum konfrontiert werden.

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Loslassen. Thailand.

Wieso machen wir uns selbst wütend in diesen paar leuchtenden Jahren unseres Lebens? Wieso ärgert uns das Verhalten eines anderen Menschens? Wieso macht es uns Angst, Menschen könnten uns ablehnen, verurteilen oder sich lustig über uns machen? Warum laufen wir vor Gefühlen der Zerrissenheit und Unzufriedenheit davon, indem wir diese über Wut zum Ausdruck bringen? Dabei wissend, es ist keine wirkliche Begegnung mit dem Wutgefühl. Manchmal geht man in die passive Wut hinein und unterdrückt sie einfach. Nun, sie wird sich garantiert an anderer Stelle wieder melden.

Die Schuld nun bei den Eltern zu suchen, ist nicht der Weg der Weisen. Immerhin haben wir uns unsere Eltern selbst ausgesucht, und zwar aufgrund karmischer Konstellationen.  Schuld generell auf andere zu schieben, führt nicht dazu, wirklich klar zu sehen, woher unsere Probleme kommen.

Karmische Lokomotiven sind es. Wir sind der Waggon, der an der Lokomotive angehängt ist. Wir werden von den Erwartungen und Ansprüchen anderer mitgezogen. Und diese Energie schleppen wir von einer Wiedergeburt zur nächsten mit.  Immer auf der Suche nach dem nächsten Lokomotivführer. Resonanzprinzip. Wir gestalten scheinbar heute schon unser Leben im nächsten Leben. Wir tun noch anderes. Wir tragen unbewusste Erwartungen in uns, die unser Denken und Handeln in bestimmte Richtungen lenken: die Eltern oder eine andere Bezugsperson sollen stolz auf uns sein. Wir bemühen uns wirklich so sehr darum, Anerkennung von den jeweiligen Personen zu bekommen.

Und unsere „Schwächen“ sind letztlich auch nur ein Schutzmechanismus für unser falsches Selbstbild. Jemand der Angst hat, sich zu artikulieren, auszusprechen, was er fühlt und denkt, für ihn ist es ein Schutzmechanismus, Zurückhaltung zu üben. Auf diese Weise erzeugt er für sich eine gewisse (vermeintliche) Sicherheit. Er vermeidet Konfrontationen, weil er keine Angriffsfläche für andere bietet, beispielsweise dadurch, dass er keine Gefühle zeigt, keine keine Meinung äußert.

Unser Kopf ist voll von Konzepten, von Ansichten, von Vorstellungen, wie ein gute Mutter zu sein hat, wie ein Freund oder wie sich unser Partner zu verhalten hat, unserem Selbstbild, alles geprägt durch unser Sozialisation in einem Familienverband, in einer Gesellschaft. Millionenfach führen wir innere Dialoge. Unsere inneren Stimme, die darin geschult sind, alles zu kommentieren, zumeist Negativbotschaften. Dies ist nicht richtig, hier ist es nicht genug. So viel existiert „nicht“ in uns. Damit verneinen wir unsere Lebendigkeit.
All diese geben uns innere Sicherheit, weil sie unsere Rahmenbedingungen festlegen. Es ist eine Illusion, aber wir halten nur allzu gerne daran fest. Wenn die anderen sagen, ich bin so und so, wird das schon stimmen.
Wenigstens weiß ich dann, wer ich bin. Um uns ein Gefühl der Sicherheit sowie die Illusion der Beständigkeit zu erschaffen, halten wir an unserem Selbstbild fest. Mühevoll erarbeitet, halten wir an einem Trugbild fest.

tigerIrgendwie filtern wir die Welt vermutlich als Fisch, dabei sind wir Tiger. Eingeschränkte Wahrnehmung und Handlungen. Die ganze Menschheit wächst in Kulturen und Familien auf, die auf eng definierten Regeln einer rational denkenden Gesellschaft.

Viele Fähigkeiten und spezifische, in uns allen angelegte Talente wurden von uns selbst unterdrückt und abgetrennt, um angepasst funktionieren zu können.

„Eines lässt sich nicht bestreiten, jede Sache hat zwei Seiten. Die der anderen, das ist eine, und die richtige Seite:deine.“ (Mascha Kalecko)

Wir sollten unsere Schwächen nicht verurteilen. Die Gefahr ist, dass man vor lauter Defiziten den eigenen, positiven Kern und das daraus resultierende Potential nicht mehr wahrnehmen kann. Aus Schwächen lassen sich immer auch Stärken machen. Man kann sie durchaus konstruktiv einsetzen.

Welche Botschaften sind tatsächlich von uns, und welche Botschaften haben wir einfach nur übernommen?

Wir müssen unsere „Spiele“ durchschauen und die Spiele der Anderen können wir nach und nach getrost loslassen.

Verdrängungen haben mit Emotionen zu tun, die man nicht fühlen wollte. Wir brauchen den Verstand, das stimmt natürlich, aber er ist nur eine unserer Ressourcen. Gefühle und Emotionen sind mit unseren Herzen verbunden, dem organischen, sowie spirituellen (Chakra) und sind direkt mit unseren Zellen und deren Bewusstsein verknüpft.

Tief in uns sind unendliche Möglichkeiten verborgen. Sie werden durch unsere selbst geschneiderten und von anderen übernommenen Konzepte verdeckt.

Wir können bodenständig wie die Erde sein, flexibel wie Wasser,  Hingabe entwickeln, Kraft und Genussfähigkeit wie das Element Feuer in uns spüren, und über den Dingen schweben wie der Wind. Das sind die vier positiven Elemente, die jeder in sich trägt. Es kommt darauf an, sie auf konstruktive Weise zu entfalten.
Einheit mit uns selbst, um ein Gleichgewicht von Verletzlichkeit und Stärke, einschließlich aller spirituellen, mentalen, feinstofflichen und körperlichen Aspekte herzustellen.

Man kann sich natürlich auch einreden, man sei GANZ. Dream on…kein Engel, keine Quelle wird es für uns erledigen. Da heißt es, sich selbst begegnen.
Also volle Konzentration auf das Herz.

….und das Atmen nicht vergessen.

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Das Leben ist alles.

maedchenmilch

Das Leben ist alles und es ist das Gegenteil von allem. Es ist fantastisch und grausam. Es ist Glück und Leid. Nun, Erfahrungen sind überhaupt nur in einer Umgebung möglich, in der es Gegensätze gibt. Ohne Dunkelheit kann man Licht nicht erfahren. Oben gibt nur einen Sinn, wenn Unten existiert. Wir brauchen ein Leben lang, um zu begreifen, was es zu begreifen gilt. Wir erfahren Begrenztheit, sind gefangen in Überheblichkeit und weben unsere Geschichten aus unseren Illusionen. Das tun wir mit großem, schrecklichem Ernst. Und immerfort wartet das unverstellte Leben geduldig auf uns.

Häufig erschaffen wir uns einen falschen Weg, um unsere ‚falsche Sicht‘ der Dinge aufrechterhalten zu können. Wir setzen unsere ganze Energie dafür ein, „dorthin“ zu kommen, weil wir meinen, das Leben spiele sich irgendwie ‚dort‘ ab.  ‚Dort‘ sei es goldener als das ‚Hier‘ Unsere Egos haben uns dabei fest im Griff. Wir sehen das Licht überall, außer, wo wir sind. Irgendwann dann stecken wir fest und erkennen – bestenfalls – dass das Leben sich immer dort abspielt, wo wir sind, egal, wie weh es tut. Uns wird nichts vorenthalten.

Unsinnige Konditionierungen, Eigennutz, destruktive Gedanken. Vorgefasste Ansichten. Schlagworte. Neid. Schützen, bewahren, besitzen, statt zu genießen. Die größte Form von Ignoranz überhaupt: urteilen über Menschen, die man überhaupt nicht kennt.
Vermutlich ist es Bestandteil des Menschseins, das wir das Leben verzerren mögen.  Unsere Sicherheitszonen, die wir weiträumig gezogen haben, weil wir auf keinen Fall unter der Ungewissheit, vom Leben ums uns herum möglicherweise verletzt zu werden, leiden wollen.

Selten sehen wir die Dinge, so wie sie sind. In alle ihrer Schönheit.
Den Vater, der 20 cm hohe Bäume gießt, die erst in einhundert Jahren ausgewachsen sein werden. Die Freundin, die zuhören kann wie ein See. Die alten Hände deiner Großmutter – vielleicht das älteste, was du in deinen Händen zu halten vermagst. Raum zu geben, damit jemand für sich selbst herausfinden kann, was es bedeutet, menschlich zu sein und Fehler zu vergeben. Sich ändernde Gesichtsausdrücke, die dich am Ende deines Bettes anblicken, während du dich von deiner Krankheit erholst. Eine Freundin, die sich zu einer inneren Musik dreht, lachend, die Arme weit geöffnet, in dem Versuch, die Welt zu umarmen. Augenblicke, nicht Worte.

Was sehen wir in anderen Menschen? Was nehmen wir von ihnen wahr? Womit fördern wir das Beste in einem anderen Menschen? Welche Lichtpunkte erkennen wir in ihnen?

Wie oft wird unser Gefühlsleben von der Fliegenklatsche oder von der Angst beherrscht? Wie oft töten wir Teile in uns, wie oft verjagen wir alles, was sich bewegt?  Wie oft tanzen wir mit uns Nahestehenden, aber auch mit Fremden, aus Angst einen wegscheuchenden Tanz und lassen die Dinge nicht an uns herankommen?

 

Manchmal ist Stille eine gute Antwort.

Wie Du fühlst, hat Vorrang, vor dem, was Du weißt

karma

„Meine Gefühle sind der Ort, an dem ich l e b e. Mein Herz wusste immer schon, was gut oder wenig gut für mich war.  Verstehst du. Worauf reagierst Du zuerst: auf das, was du weißt, oder auf das, was du fühlst?“, fragte mich Önnemarie. Sie wischte sich die Zahnpasta aus dem Gesicht.
„Königin, was ist los? In welchem Melodram steckst du  heute drin? “ erwiderte ich.
„Es ist ein Krimi“, sagte sie. „Ich wollte dich fragen, ob ich dein Auto leihen kann.“

Ich spürte, wie mich eine gewisse Friedhofsruhe überkam. Act with love, Martina. Sei dankbar. Achte auf dein Verhalten. Check your motive. Ich lächelte, aber es war kein richtiges Lächeln. Das Garagentor… kam mir in den Sinn… „Meine Güte“, murmelte ich leise.  Mit 60 km/h kaum fähig, sich hinter einen LKW einzufädeln, völlig außer sich, wenn sie für eine ältere Dame am Zebrastreifen herunterschalten und stoppen soll, an ihnen mit einem Winken vorbeizischt. Ich schluckte unsicher.

Alles hat seine Zeit, dachte ich. Du kannst  auch nicht an einer grünen Knospe riechen und erwarten, dass sie duftet. Die beste Speise schmeckt ohne Salz fade. Handelst du gegen die Zeit, wirst du entweder scheitern oder sehr viel mehr Kraft aufwenden müssen, als wenn du auf den richtigen Augenblick wartest. Ungeduld ist die Wurzel aller Negativität.  Erfühle deinen Zustand, Martina.

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Das Objekt der Begierde. Foto: Kunze

Und dann war es ganz schrecklich, weil ich kein Wort sagte.
Önnemarie besitzt beträchtlichen Scharfsinn. Ihre Augen landeten schnell auf meinem Gesicht. Irgendwo zwischen meinen Augenbrauen blieb sie stecken.  „Komm schon Mädel, nur keine Panik“. Sie musterte mich.
Das musste ein Zeichen für irgendetwas sein. Sie hatte mich noch nie um mein Auto gebeten.

„Oh, ich bin völlig out of, begeistert von deiner Idee, mein Auto zu fahren. Ich schwebe in Glückseligkeit“, sagte ich.

Sie grinste ihr kleines Mädchen – großes Herz-Grinsen.  Das Jaulen eines vorbeifahrenden Krankenwagens zerriss den Moment.

Unter meinem Bett lag eine zerlesene Ausgabe von I Ging, das Buch der Wandlungen. Vielleicht finde ich dort eine noch passendere Antwort. Mein inneres Tao suchen, schnell. Warum bittet sie mich nicht um meine Schlittschuhe, warum ausgerechnet das Auto? Bleib in der Liebe, Martina. Es ist nur ein Auto.  Wenn ich den Samen des Scheiterns in ihre Fähigkeiten des Fahrens in meinem Unbewussten  bereits einpflanze, verschlimmert das ihren Fahrstil  . Letzeres wird dann den Rest erledigen.  Platon war ein weiser Mann. Er hatte auch einen vorzüglichen Lehrer in Sokrates.

Agathon – das letzte Gute, den letzten Grund des Seins, das Prinzip, das alles bestimmt, nennt Platon nicht Gott, sondern Agathon. Den Begriff Gott verwendet er nur für die Ideen, die von diesem Agathon abhängen beziehungsweise begründet werden. Gefährlich, klingt sogleich die Skepsis gegenüber Gott mit.  Hochherzige Fehler, weiß man doch:  ein kleiner Fehler am Anfang macht einen riesigen am Schluß. „Wer den Anfang hat, hat die Hälfte.“ Griechisches Sprichwort.  Überdenke die  Konsequenzen, lass dich nicht gleich hinreissen.
Umgib diesen Gedanken mit reiner Liebe, spüre, welches Glück es ihr bringen wird, wenn du ihr den Wagen leihst. Was ist schon ein Auto? Eben, nicht das Wichtigste. Es verschmutzt die Umwelt, raubt Unzähligen die Gesundheit und das Leben.

Es gibt Situationen, wo Menschlichkeit entscheidend ist.  Vor allem beschließe ich, mich gut zu fühlen, egal, was die Verkehrstatistiken  und ihr zerbeultes Garagentor sagen.  Ich lasse mich davon leiten, wie ich fühle. Und die Wahrheit ist: Ich fühle mich gut, wenn ich Önnemarie mein Auto gebe.  Alles andere löst sich mit einer großen Dosis Liebe auf.

Önnemarie grinste immer noch. So wirkungsvoll wie ein süßer Honigtopf, der Bienen anlockt.
„Ich fahre auch ganz vorsichtig“, sagte sie.
„Ja, klar.“ Ich nickte. Das war das Allerschlimmste. Wenn Önnemarie ganz vorsichtig fährt, drängt es sie immer an die Leitplanken.  „Meine nächste Kolumne :  Die Frau, die eine Autofahrerin sein wollte“, sagte ich.
„Wenn unsere Freundschaft weitergehen soll, musst du an mich glauben! Deine spürbaren Bedenken an meiner Fahrkunst verletzen mich tief“, sagte sie mit kräftiger Stimme, setzte sich gerade hin und strich sie die Haare hinter die Schulter. „Ist das klar?“
Ich nickte.
„Mmmh“, machte sie.
Ich sagte mir: Ich bin ein großzügiger Mensch. Ich verschenke heute Großzügigkeit.  Ich bin, der ich bin. Ich bin Liebe. Ich bin Martina mit einem intakten Auto. So wird es  heute, morgen und in Zukunft sein.  Was nützen mir all diese Gedanken, wenn sie keine Auswirkungen auf mein Leben haben, dachte ich weiter.  Karma besagt, dass alles, was du tust, Konsequenzen hat. Tust du Gutes, sind die Folgen gut. Tust du Schlechtes, sind sie schlecht. Wie du handelst, wirst du leben. Das ist nichts Mysteriöses, Unheimliches, Unklares.  Das Gesetz von Ursache und Wirkung können wir in der gesamten Schöpfung beobachten. Kein Wunder also, dass es auch unser Handeln bestimmt.
NIchtsdestotrotz: Ich bin die Handelnde. Ich schreibe mein Buch. Ich kann deshalb auch alles wieder löschen.

Tue Gutes, denke Gutes, sprich Gutes, sieh Gutes. Sei gut, und alles Negative wird weggewischt.  Auch das aus früheren Leben…hihihi…Gute Taten helfen beim Wegwischen.

„Gut, Önnemarie, ich leihe dir mein Auto“,  sagte ich. In meinen Augen tanzten kleine Lichtfunken.
„Oh, biiitte“, rief sie fröhlich. „Ich meine, es ist möglich, dass du ewig nicht über dein posttraumatisches Stressyndrom hinweg kommst, wenn ich dir ne Beule fahre. Jahrelang. “  Ihre feuchten Augen wanderten zur Mitte des Tischs und hüpften um die Obstschale herum.  Glück schwappte überall hin. Ihre Zähne nagten auf der Unterlippe, und zwischen ihren Augenbrauen waren kleine Falten zu sehen.

„Ich habe hier ein Auto mit drei Fußpedalen. Du hast zwei Füße. Mit dem linken musst du das Kupplungspedal nach unten drücken, während das rechte leicht auf dem Gas steht. Dann musst du langsam – und ich meine langsam – das Kupplungspedal kommen lassen, während du gleichzeitig mit dem Fuß das Gaspedal nach unten drückst…“ Önnemarie unterbrach mich und meinte:
“ Ja, und dann ist da noch die Bremse. Keine Ahnung, wie ich sie benutzen soll, wenn das Auto schlingert, oder damit es nicht rückwärts  auf das Fahrzeug hinter mir rollt? Ich habe ja keinen Fuß mehr übrig, wenn ich mit Gas und Kupplung bereits beschäftigt bin.“

Ich fühlte plötzlich einen sehr beeindruckenden Rat.
„Önnemarie, ich leihe dir mein Auto doch nicht. Und glaube mir, es ist zu Deinem Besten!“

Ich fühle, also verdränge ich

Ich fühle, also verdränge ich

Ich befinde mich mitten in einem beispiellosen Zustand persönlichen Wachstums.  Mein neues Mantra: Ich fühle, deshalb verdränge ich. Mein Herz bleibt in wenigen Minuten stehen. Null-Linie.

Stille streckt sich zwischen mir und meiner klugen Freundin aus. Ein Stück Kuchen wäre also eine gute Idee.

Emotionen sind ansteckend.  Vorsicht bitte!

Ich versuche einen normalen und freundlichen Gesichtsausdruck.

Wenn Sie jemals einen Grund für das Essen eines Stück Kuchens brauchen, hier ist er: eine kluge Freundin. T`ai`chi, Pilates and Yoga wären weitere Optionen. Vielleicht auf dem Boden eines friedvollen Zimmers liegen. Ich in einem goldenen Licht badend.

Emotionen sind übrigens älter als unsere Fähigkeit, sie in Worte zu fassen. Emotion entstand noch vor dem Neokortex. Das ist der Teil unseres Gehirns, der für das Denken zuständig ist.

Ich halte mich just im Moment zwischen Reiz und Reaktion auf. Dort gibt es einen Raum. In diesem Raum sollen wir in der Lage sein, die geeignete Reaktion zu wählen. Ausgerechnet dort bin ich gelandet und jetzt sitze ich hier fest. Ich sollte ihn wieder verlassen. Easy-peasy möchte man meinen.
Nicht, wenn sie sich gerade auf einem Schiff zwischen der hochromantischen Strecke zwischen Bingen und Koblenz befinden. Man will ja wissen, was auf dem Rhein und den Burgen so los war. So ziehe ich mit meinen Emotionen durch burgengespickte Landschaften. Lautsprecherberieselung. Das Durchschnittsalter an diesem Tag auf dem Schiff um die Siebzig. Wie deutsch der Rhein ist. Deutsches Hotel. Deutscher Adler. Deutscher Kaiser. Hohenzollern. Straßen die jäh enden und direkt ins Wasser führen. Vielleicht die Patentlösung, um den Verkehr auf den Straßen zu entlasten, denke ich.  Allen war sehr romantisch zumute. Mir nicht.

Was ist denn eine geeignete Reaktion?
Freundlichkeit ist mächtig. Aber was mache ich dann mit meinem Ego und der Wut?
Zynismus? Will auch nur Konformität. Ein spitzer Dolch sein? Sich über moralisch, menschliche Werte auch noch lustig machen? Andere verbal ständig abschießen? Mit dem Stachel  Menschen einen Stoß versetzen, weil sie noch Ideale haben –  andere ausbremsen, weil man selbst resigniert hat? Kommt nicht in Frage. Manche Menschen verwechseln Zynismus mit Scharfsinnigkeit und Intelligenz. Richtig, man muss hell im Kopf sein. Aber Zynikern fehlt häufig die emotionale und soziale Kompetenz. Zynismus ist eine der Möglichkeiten, sich über andere zu erheben. Nein, Zynismus ist schlecht für`s Karma.
Nein, ich nehme die archäologische Ausgrabung nicht in Angriff. Pah! Image ist alles. Emotionen sind flüchtige Erscheinungen. Es wird vorübergehen. Lenke dich ab, Martina.
Blinzel mit dem rechten Auge.
Blinzel mit dem linken Auge.
Dann mit beiden. Dreimal.
Okay, jetzt bin ich ein Meister im Blinzeln.

Denken Sie etwa die Gruppe der Meister ist ein exklusiver Club? Meister zu werden, ist keine Sache der Gene. Man braucht einfach nur Anweisungen zu folgen.
Immer schön bei der Stange bleiben. ..sich bloß nicht von seinen Emotionen überrollen lassen.

Wie wäre es mit der Furcht? Senke Furcht auf Null= Freude. Eben. Leben beginnt im Formlosen sagt doch meine kluge Freundin immer.
Furcht löst mehr als 1400 biochemische Prozesse aus, aktiviert mehr als 30 Hormone und Neurotransmitter. Und! Und es fällt schwer, sich sich in ihr auf Liebe oder Wachstum zu konzentrieren.

Ich huschte von Deckung zu Deckung im Raum zwischen Reiz und Reaktion.
Jeden Augenblick bereit zum Absprung inmitten all der Wirren ungestümer Emotionen.

Gute Gefühle: Freude, Dankbarkeit, Gelassenheit, Interesse, Hoffnung, Stolz, Vergnügen, Inspiration, Ehrfurcht, Liebe, Neugier, Glaube, Emotion des Vertrauen.
Weniger gute Gefühle: Wut, Scham, Verachtung, Furcht, Stress, Peinlichkeit, Schuld, Hass, Traurigkeit, Zweifel.

Wie konnte sie nur!  In meine Überlegung platzt ein Ausruf des Captain`s: „Boot voraus! Maschinen sto–p–p!“  Ja, STOP. Jetzt is es raus. Jetzt haben sie meine kluge Freundin und ihr kleines Boot entdeckt. So musste es ja kommen.  Diese Geißel der Menschheit, die alles besser weiß. Irgendwie schafft sie es immer.  Die Vermisstenmeldung gab ich nach dem Frühstück auf. Zuletzt rudernd direkt neben dem Rheinschiff gesehen. Ungefähr um 10.30 Uhr. Was um Himmels willen willst du machen?, fragte ich sie noch vor dem Ablegen des Dampfschiffes. Vorauspaddeln will sie. Mir fielen fast die Augen aus dem Kopf.  Äh, meinte ich, können wir darüber reden? Natürlich kann man mit einer klugen Freundin nicht darüber reden.

Wut = Furcht, das Gefühl etwas Wertvolles zu verlieren.

Vollkommenes Glück = Begeisterung minus Erwartung.

Wellen krachen gegen das Schiff. Wenn ich nicht sofort meinen Emotionen gebührende Aufmerksamkeit schenke, diese glibbrige Masse aus der Welt der Finsternis, schlagen die Emotionswogen in meinem Raum zwischen Reiz und Reaktion hohe Wellen. Ich verschränke die Arme und mache ein intelligentes Gesicht. So ist sie. Während sie an einem Ort ist, denkt sie  bereits einen anderen. Niemals zufrieden. Niemals heiter und gelassen an einem einzigen Ort ankommen wollen. Warum ausgerechnet auf dem Rhein?  Warum nicht ein Frosch auf einem Seerosenteich? Jetzt sitzt sie mit knapp sitzender Jeans, Bomberjacke, Handy und Einwegkamera in einem Holzboot und kämpft um ihre Vorlieben – eine Goldmedaille.  Sie könne anschließend über ihr ganz persönlichen Reiseerfahrungen schreiben, meinte sie vor dem Start.  Ich habe schon eine Headline für dich, antwortete ich. Die begabte Reisende. Zuckertief. Ich bin irgendwie sauer und stopfe mich mit Kuchen voll.  Benommen esse ich. Ich platze vor Wut. …Sightseeing und Önnemarie rudert in einer Nussschale voraus.  Hilfe-Hilfe- ein -neuer Tag. Bitte!
Man kann nur ein gewisses Maß an Selbstüberschätzung ertragen, bevor einem schlecht wird. Ich redete mir ein, es ist der Kuchen.  Sie ist ein Irrenhaus. Meine grauen Haare standen nervös ab wie eine Pflanze.  Von allen höllischen Dingen….das ist alles ein Konzept von ihr, eine kolossale Verschwörung, ..sie will mich wütend machen,… sie wolle die spektakuläre Aussicht, die vor einem liegt, genießen sagte sie. Sie versuche etwas zu machen, was Spaß macht und Abwechslung bringt,….Riiiiesig! Können wir bitte nach Hause fahren, fragte ich leise. Zuhause…deine Koordinaten neu sortieren?… Vielleicht sollte man manchmal das Gefühl der Freude meiden, gab ich zu bedenken.

Der Klang des ölverschmierten Schiffankers war nicht zu überhören. Maschinen heulten auf. Ich setze meine Sonnenbrille auf.  Mit einem würdevollen Schweigen beobachte ich das Geschehen. Alle rannten flott zum vorderen Teil des Schiffes. Gleich klappe ich zusammen.  Ich sah auf mein letztes Stück Kuchen hinunter, meine Brille ganz vorn auf der Nasenspitze.  „Meine arme, ertrunkene kluge Freundin“, sage ich. “ In wenigen Wochen denkt kein Mensch mehr an dich. So ist das. Alle machen ein Riesentamtam. Und dann vergessen sie dich.“  Ich legte mir ein Taschentuch über Nase und Mund.  Vorwarnung: Angst. Eine Angst, die ich nicht richtig zu fassen bekam. Ich wünschte mir hundert Heliumballons herbei, mit denen ich entschweben kann. Einfach davonflattern.  Machtlos, Wut, Sorge, Angst. Ich massakriere sie. Ich metzele sie ab, wenn sie das hier überlebt. Man weiß ja nie.

Nimm dich so an, wie du heute bist, Martina. Es gibt keine wahre Freude und kein Mitgefühl ohne schwierige Emotionen – alles, was wir ohne Furcht, Wut und Traurigkeit erlangen, sind nur billige Imitationen von Freude und Mitgefühl, nähmlich Annehmlichkeit und Sentimentalität.  Emotionen lassen uns spüren, dass Dinge uns am Herzen liegen.  Sei nicht Mr. Spock. Lege deine Emotionen nicht trocken.

Wie Marcel Schönefeld schreibt: Dieses nach außen gerichtete Verhalten durch Anpassung untergräbt die eigene Entwicklung der Identität bzw. Integration und folglich entsteht eine Diskrepanz zwischen Innen- und Außenerleben der Person, welche einen inneren Konflikt mit sich bringt. Herzlichen Dank für deine Anmerkungen, lieber Marcel.

Hier der Link zum Artikel:

http://sinnbehaftetegesundheit.wordpress.com/2013/06/16/5-empathieunfahigkeit-ein-teufelskreis/

 

to be continued…