Teetrinken und abwarten

Teetrinken und abwarten

Ist nicht schon die Idee des Erwachsenenwerdens ein Betrug?Bonn-Beuel am Rhein Foto: J.O.

Mit den Zutaten des Tages lässt sich immer irgendetwas anfangen, und sei es, dass wir uns nur hinsetzen und unsere letzte Tasse Tee genießen.

Ich genieße eine feine Tasse Weißen Tee. Es ist sicherlich nicht meine letzte  Tasse Tee. Dazu einen Honigtoast, vielversprechende Geschmacksvariationen. Sonne auf der Nase, Sonnenhonig in den knautschig-müden Mundwinkeln.  Der Duft des Frühlings erfüllt die Umgebung. Mein Baum der Weisheit neigt sich dazu noch in der Ecke zu mir herab, überladen mit süßen Einsichten in das Wesen des Lebens:

„Wenn es nichts zu tun gibt, tu nichts.“

Manchmal fasziniert mich ein Gedanke, wenn ich ihn laut ausspreche.

 „Der Name des weißen Tees geht auf den weißen Flaum zurück, der die Teeknospen umgibt. Er wird auch der Kaiser der Tees genannt. Nur die ungeöffneten Knospen werden für die Teeherstellung verwendet, nur jene, die der Sonnenstrahlung kaum ausgesetzt waren.  Seit über 2000 Jahren wird Weißer Tee in China getrunken. Ich trinke ihn seit ein paar wenigen Jahren. Pai mu tan. Pa—iiiii  mu ta-aaan“, erklärte mir meine kluge Freundin in ihrem Rüschenkleid mit den tausend Spitzen, ernst und sonnig-rosig. Direkt neben mir landete ein „Ahhh“ mit typischem Teetassengeräusch.  Es blubberte wie in einem Teich, in dem etwas versinkt. „Schmeckt blumig-mild, wenig bitter. Täusche dich aber nicht, in den Knospen gibt es reichlich Koffein. Weißer Tee hat eine Wirkung, die sich positiv auf unser Immunsystem auswirkt und die Abwehrkräfte stärkt. Hierfür sind vor allem die hochkonzentrierten Vitamine C und E verantwortlich. Darüber hinaus hat er eine antibakterielle Wirkung und kann den Blutdruck und den Cholesterinspiegel senken sowie positiv auf die Blutzucker- Balance einwirken. Grüner als auch weißer Tee enthalten Wirkstoffe, die deine Zella-a-alterung verringern“, rief sie mir zu, warf sich schreiend ins Gras und ließ sich den Abhang hinunterrollen. Ernüchternde Erkenntnisse. Wie unglaublich klein wir doch angesichts so unvorstellbarer Dinge sind, zum Beispiel so etwas wie  kluge Freundinnen in nächster Nähe  haben zu dürfen. Die Hälfte unseres Karmas besteht aus Zutaten, mit denen wir arbeiten müssen. Die andere Hälfte, die entscheidendere, besteht aus dem, was wir in diesem Leben daraus machen.

„Komm schon!“, rief meine kluge Freundin. Ich rollte. Das Gras piekste, meine Perücke löste sich (Ich war Antonio Banderas als Zorro, meine kluge Freundin war Anita Ekberg in La Dolce Vita. Gruppenkostümparty, elegante Festivität). Unten angekommen, verblüffte mich die Stille. Meine kluge Freundin lag ein paar Schritte von mir entfernt. Wörter wackelig, und sich ihrer selbst nicht sicher. Sterne schossen an uns vorbei. Eins meiner Lieblingsszenarien sah so aus, dass ein Taxi direkt neben mir hielt, der Taxifahrer die Autotür öffnet und mich fragt, wohin er  meine kluge Freundin und mich fahren darf. Aber es war mal wieder eins dieser Schicksale, das in regelmäßigen Abständen dafür sorgt, dass  man nicht den leichten, soeben frisch gepflasterten Weg einschlägt, der mit Straßenschildern und Kastanienbäumen deutlich markiert ist. Irgendwie standen wir auf, nahmen den dunklen, dornigen Weg und watschelten nach Hause, vorbei an großblütigen Rosen, Lorbeerhecken, merkwürdigen Ansammlungen von Getier, Gemüse und Gestein, über Rasen. Wir rutschten und glitschten über Spuren von Treibsand, vorbei an wispernder Streichquartettmusik. Ich trug meine Zorromaske und meine Brille in der Hand und sah aus wie ein  gelehrter Waschbär. Aus irgendeinem Grund sah mich meine kluge Freundin an.

„Sagt man nicht Teein statt Koffein?“, fragte ich in ungraziöser Haltung.
„Du weisst wo-o-ohl schon Martina, das Herz ist das am meisten überschätzte Organ. Das Wesentliche passiert über die Augen!“ sagte sie mit einer Bärenstimme. Die Dreidimensionalität erschien in meinem Kopf. Wie klug jemand sein kann. Schneller-als-das-Licht. „Weißer, Grüner, Oolong und Schwarzer Tee stammen von der gleichen Pflanze. Alle  enthalten Koffein. Oft wird es als Teein bezeichnet. Die chemische Zusammensetzung ist mit Koffein identisch! “
Standortbestimmung. SIE IST NOCH HIER. Meine kluge Freundin. Drei Stufen von mir entfernt.  Ein Atemzug. Ein verschmierter roter Ekberg-Lippenstiftmund, eine Sicherheitsnadel am Pullover „Hallo, ich heiße Anita Ekberg“. Ich war einigermaßen beruhigt. Der Rest meines Körpers hielt sich  eindrucksvoll wie ein Kanzler. Mao Zedong wäre stolz auf mich gewesen.
„Du weisst wo-o-ohl schon, dass es komplexere Dimensionen jenseits unser eigenen analog zu unserem Aquarium gibt, liebe kluge Freundin. Du weisst doch sicherlich auch,  im Kern stellt das Universum eine Art Fantasie dar,  ein gigantisches Gewirr von Licht- und Schattenlinien. Zerlegst du mich in meine Teile, erhältst du mich – holographisch betrachtet –  nur als kleinere Ganzheiten, in jedem kleinen Teil ist das Ganze enthalten.  Was ganz ist, das ist ganz. Was aus dem Ganzen kommt, ist auch ganz. Nimmst du das, was aus dem Ganzen kommt, bleibt das Ganze ganz. Das ist überhaupt der einzige Grund, warum subatomare Teilchen miteinander in Kontakt bleiben können, unabhängig von den sie trennenden Entfernungen. Alles durchdringt alles. Alle  Örtlichkeiten, alle unsere Aufteilungen sind künstlicher Natur. In gewisser Weise stehen wir beide inmitten eines Superhologramms, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichzeitig existieren und aus dem wir zapfen.  Selbst das Gehirn soll ein Hologramm sein. Erinnerungen sind danach nicht in Neuronen verschlüsselt, sondern vielmehr in Mustern von Gehirnimpulsen, die das gesamte Gehirn kreuz und quer durchdringen. Nur darum können du und ich so viele Erinnerungen auf so geringem Platz speichern.  Jedes Stück Information steht mit jedem anderen in Beziehung. Aus Argumentationsgründen erscheint es mir an dieser Stelle notwendig, dich daran zu erinnern, dass, wenn dir meine Erscheinung der Gegenwart nicht passt, du dir mit geeigneten Werkzeugen in deinem kreuz-korrelierendem Gehirnsystem Szenen der Vergangenheit verfügbar machen kannst. Zapf das Superhologramm an.  Vielleicht findest du dort ein angenehmeres Outfit von mir!  Die harte Realität konstruieren wir rein mathematisch. Einigen Wissenschaftlern zufolge, scheint deine Wahrnehmung lediglich als eine holographische Projektion d e i n e s Bewusstseins. Programmiere deinen Überzeugungen über mich anders. Du trägst die Verantwortung für deinen Blick auf diese deine Welt.  Wie schon die östlichen Religionen lange erklären, die Welt ist Maya, eine Illusion“, stieß ich hervor.  Mein Herz kullerte durch meine Brust. Der Drahtrand ihres Engelflügels schob sich an mir vorbei. „Nicht in einer Million Ming-Dynastien glaube ich daran“ , ächzte sie.
„Tja , du magst ja Atheistin sein, aber ich bin gläubig“, sagte ich.
Meine kluge Freundin rechnete mit ihrer letzten Stunde, die geschlagen habe. Es ist dunkel. Wo ist der Weg? Nicht nervös, sondern locker und unbekümmert sei sie, erklärte sie voller Inbrunst, hob dabei ihre Augenbrauen mit beträchtlichem Scharfsinn. Und so schlichen wir durch den‘ Urwald Birmas‘ im sagenumwobenen Naturschutzgebiet Bonns. Nur ihre offenen Augen, ihre Geduld und Ausdauer, ihr wacher Geist und ihr ausgeprägter Geruchssinn, ihre feine Beobachtungsgabe des Firmaments, der Natur und der Zeit brachten uns sicher zurück. Nach einigen Stunden des Herumschwimmens gegen die Strömung auf der Sieg kamen wir an. Ostern 2013. Frauen auf Wanderschaft.  Meine kluge Freundin trägt das Blut einer Hochkultur in sich.

Osterlamm

Wann ist die wichtigste Zeit? Jetzt. Michaels Osterlammrettung 2013. Foto: Danke Jutta.

Im Gegensatz zu anderen Völkern nehmen wir uns nur wenig Zeit für Fragen, woher wir kommen, wohin wir gehen, warum wir träumen,  was will ich eigentlich wissen, Fragen zu verschiedenen Problemen unseres Lebens. Wir sind daran gewöhnt, scheinbar selbst das ganze Wissen zu besitzen. Meinen, andere hätten von uns zu lernen. Vergessen, unsere Erfahrungen kommen aus zweiter Hand. Wir wissen zumeist, was andere zu den Problemen unseres Lebens sagen. Wir sind vom Vergessen geprägt, sind Menschen, die in Angst leben. Häufig glauben wir auch, wir seien im Besitze der besseren Zutaten. Glauben, wir backen den besseren Kuchen. Es kommt aber sehr oft vor, dass nicht derjenige mit den besten Zutaten den besten Kuchen backt – immerhin geht es beim Backen nicht nur um die Zutaten, sondern um die Mühe, die Sorge, die Liebe, die man in den Backvorgang steckt.

Wir bezeichnen andere Kulturen als fremd, und das oft auch nur, weil sie nicht genauso sind wie wir und ihr Leben anders gestalten, als es unseren Vorstellungen entspricht.  Viele der alten Völker haben dieses Netz, in dem alles mit allem verbunden ist, nie verlassen. Schlafenszeit ist für die Aborigines Traumzeit oder auch das ‚kosmische Netz‘: jener Ort, an dem wir die Wirklichkeit unseres Lebens und der Welt weben.

Maya: Ursprung der Welt, auch Welt der Illusionen.

Die Maya gelten als die Meister der Zeit und die‘ Hüter des Universums‚.  Ihre Kalendersysteme sind so perfekt, das kein Computer an sie herankommt. Sie haben Kenntnisse vom Universum, die so umfassend und vielfältig sind, dass wir mit unseren Wissenschaften nur staunen können. Unsere Geschichtsbücher sprechen kaum von ihnen, obwohl ihre große Zeit gerade mal etwas mehr als tausend Jahre zurückliegt.

Die Mayan rechneten mit vielen astronomischen Zyklen – darunter auch jene von Merkur, Venus und Mars. Mayas konnten auch Sonnen- und Mondfinsternisse vorhersagen.

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Carmen de Playa, Yucatan, Mexico

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Seit tausenden von Jahren haben sie ihr Wissen gehütet, in den Ländern Guatemalas, Mexico, Honduras und Belize.  Das Weisheitsbuch der Maya heißt ‚Popul Vuh‘. Am Anfang war Nichts, oder anders ausgedrückt: Alles war in Einheit. Im Popul Vuh  findet sich die Schöpfungsgeschichte, der Ursprung des Lebens, wie sie sich in allen anderen Kulturvölkern dieser Welt gleichen. Denn alles steht mit allem in Verbindung. Am Ende steht in allen Kulturen die Erschaffung der Menschen. So auch bei den Maya: nach drei unvollkommenen Versuchen, werden die Menschen schließlich aus Mais geformt.  Jeder Baum, jeder Stein, jedes Gewässer trägt ihnen zufolge die Erinnerung vom Beginn der Zeit in sich.

Viele von ihnen erzählen folgende Geschichte:  Als wir noch im Himmel gewohnt haben, wurde es eines Tages ziemlich eng. Der große Geist entschloss sich daraufhin, uns zur Erde zu senden, um dort als Wesen mit einem physischen Körper zu leben. Und dann hieß es: Jene von euch, die dabei sein wollen, wenn Mutter Erde lebendig und erfüllt mit Leben wird, müssen sie auch beschützen. Wir geben euch machtvolle Medizin der freien Wahl und des freien Willens. Damit seid ihr die Hüter der Erde.

Maya sehen sich als Geschöpfe dieser Erde. Gleichzeitig betonen sie, dass sie von den Sternen kommen. Man nennt sie die Hüter der Zeit und des Universums, weil sie riesige Zeiträume ebenso wie die Umlaufbahnen vieler Planeten genau gemessen haben.  Es gibt für sie keine Trennung. Senòra Mildred, eine sehr besondere Dame vom Stamme der  Maya in Mexico- Yucatan sagte mir immer: „Alles ist Harmonie. Jedes kleinste Teilchen beeinflusst alles andere, und jeder kleine Gedanke kann große Veränderungen bewirken.“

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Erde: Maya-Symbol der Bewegung  und langsamen Veränderung. Dieses Symbol erinnert uns daran, dass es größere Kräfte wirken, und dass Veränderungen, besonders in schwierigen Zeiten, Geduld benötigen. Das Erde-Symbol hilft dir, dich zu zentrieren, auf dem Weg in deine inneren Gedanken, um dein Bewusstsein wachsen zu lassen, in der Weise, wie du es dir wünschst.

In allen Kulturen finden sich Götter oder wichtige Persönlichkeiten mit dem Namen Maya. Die Mutter Buddhas heißt Maya. Der Schatzmeister des ägyptischen Kind-Königs Tutench-Amon hat diesen Namen. Unser Kalendermonat Mai ist ebenfalls vom Namen der römischen Göttin Maia abgeleitet.

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Auszug aus dem Maya-Kalender, Mexico, anthropologisches Museum Xalapa.Foto:Kunze

Die Maya bauten all ihr Wissen und Forschen auf der Überzeugung auf, dass es nur e i n e Energie gibt – ein Grundmuster des Lebens also, das überall gleich ist. Diese Energie pulsiert in jedem Gedanken, in jedem Atemzug, im Wachstum von Lebewesen, in einem Gedanken, der gerade entsteht, im Wasser der Ozeane…überall.  Auch unsere moderne Physik beginnt heute dieses Wissen wieder zu erahnen.

Wolfram

Stephen Wolfram. Sein ehrgeiziges Ziel: das eine Programm finden, auf dem alles basiert.

Was sagt die ‚New Science‘ ?:
Stephen Wolfram, ein Wunderkind, schrieb mit 15 Jahren seine erste wissenschaftliche Arbeit, langweilte sich an der Universität von Oxford, schuf Ende der Achtziger die Standard-Software für Mathematiker, legte mit Isaac Newton ein 1200-Seiten-Buch an, Computerwissenschaftler. Für ihn ist das gesamte Universum nichts anderes als eine gewaltige Rechenaufgabe. „Vielleicht gibt es eine einzige, sehr einfache Regel, die die Basis für alle Phänomene im Universum ist.“ (Terra Matter,März 2013)

Physiker Alain Aspect führte bereits 1982 ein Experiment durch. Entdeckt wurde von seinem Forscherteam in Paris, subatomare Teilchen sind fähig, unmittelbar miteinander zu kommunizieren und zwar unabhängig von der räumlichen Distanz, die sie trennt. (Danke an J.O.) Bereits Nobelpreisträger Werner Heisenberg formulierte  in den siebziger Jahren die „Heisenbergsche Unschärferelation“ und hielt fest, dass sich der Aufenthaltsort von Elektronen nicht exakt feststellen lässt. Ihre Position sei ‚unscharf‘. Ein Atomkern, nehmen wir an, er wäre so groß wie ein Streichholzkopf, dann wären die Elektronen in ihrer Elektronenwolke von diesem Kopf, dem Atomkern, so weit entfernt wie die Spitze des Eifelturms vom Boden, auf dem er steht. Beim Eifelturm sind es Stahlträger. Beim Atom ist es ein NICHTS.  Die Sache mit dem NICHTS ist schwierig zu erklären und noch schwieriger zu verstehen, sind wir in unserer materiellen Welt verhaftet. „Universelle Energie ist in uns und um uns herum. Wir müssen nur lernen, in diesem Medium wieder richtig zu schwimmen. 1981 stellte Rupert Sheldrake seine Hypothese der morphischen Felder auf, die die Entwicklung von Strukturen beeinflussen sollen.  Im morphischen Feld ist alles gespeichert, was jemals an Informationen entstanden ist; jeder Gedanke, jede Schwingung hat sich verewigt. Befinden sich ähnliche Schwingungen, so gehen wir in Resonanz und ziehen diese Gedankenenergie durch das Gesetz der Anziehung an.  Denken wir an das, war nicht haben wollen, ziehen wir es an. Was meine Energie hat, wächst.  Die universelle Matrix verbindet alle Dinge im Universum.
durch Gedanken im Menschen entsteht eine gewisse Schwingungsqualität. Die Schwingungen, die zu uns passen, ziehen wir an. Wer frustriert ist, zieht weitere Frustration an. Man unterliegt sozusagen dem gedanklichen Jo-Jo-Effekt negativer Art.  Isaac Newton formulierte das Prinzip der Wechselwirkung „actio est reactio; Aktion = Reaktion.   Denken ist sozusagen eine Art von geistigem Karma. Besser von Kausalität. Jedes Ereignis muss immer einen Grund haben. Die universellen Gesetze wirken, ob wir sie kennen oder nicht, ob wir daran glauben oder nicht.

Masaru Emoto, japanischer Wissenschaftler bewies mit seinem Team, dass Gedanken und Worte die kristalline Struktur des Wassers beeinflussen. (Wir bestehen zu 70 Prozent aus Wasser)Positive Gedanken liessen wunderschöne Kristalle entstehen, negative Gedanken zerstörten die kristallinen Strukturen.

 Das Herzenswissen der Mayan

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Die Mayan erfanden einen Webstuhl, der die Wirklichkeit durch ein Muster von Zahlen und Zeichen erfassen kann.  Mit den Zahlen 1 bis 13 stellten sie die Energie des Universums dar. Diese Zahlen stellen die Impulse dar, welche alles in Bewegung halten. Wie Wellen, die einander ergänzen und gegenseitig hervorbringen.   Die Maya gaben den Zahlen Namen und Bedeutungen.
Die Zahl 3 bedeutet Rhythmus. Die 9 weist auf größere Zyklen und Zusammenhänge hin. Die 1 ist der Beginn einer Welle und die 13 ihr Ende.  Sie nannten die Zahlen auch Töne. Jeder Ton hat seine eigene Stimmung, aber alle sind notwendig, damit Neues entsteht und Bestehendes sich weiterentwickelt. Diese 13 Zahlen sind die ‚unsichtbare Hand‘, die das Webmuster entstehen lassen. Zum Weben braucht es Fäden. Diese sichtbaren Fäden nennen die Mayan die 20 Sonnensymbole. Mit Hilfe des Pulsierens der 13 Zahlen werden sie zu einem Muster gewebt. Sie wußten, wie wir uns fühlen, hat nicht nur mit uns zu tun, sondern auch mit dem, was sozusagen „in der Luft liegt“, der Energie des jeweiligen Tages.  Für die Mayan trägt ein Mensch die Energie jenes Tages, an dem er geboren wurde.

13 Zahlen ineinandergewebt mit 20 Symbolen ergeben 260 verschiedene Möglichkeiten und Tage. Für die Mayan ist das eine heilige Zeit. Es ist die Zeit, das ein Kind für die Entwicklung bis zur Geburt benötigt. Es ist die Energie des Lebens – der Webstuhl der Wirklichkeit. Es ist der Tzolkin-Kalender der Mayan.

Sonnensymbole

Sonnensymbole – eines der 20 Sonnensymbole ist immer das prägende Grundmuster eines Menschen.

Folgt dem Imix-Tag (Urmutter) ein Ik-Tag (Ik bedeutet Wind, Ausdruck für Bewegung, Atem, Inspiration) folgen daraus andere Tätigkeiten, beispielsweise für die Landwirtschaft oder Heilkunst.

Insgesamt existierten bislang nur drei handschriftliche Maya-Kalender – einer davon in der Sächsischen Landesbibliothek Dresden. Die 3,5 Meter lange Schrift auf Feigenbaumrinde – der Codex Dresdensis – enthält einen Weissagungskalender und astronomische Tafeln. US-Forscher berichteten in der  „Science“ ( Mai 2012) von der Entdeckung des bisher ältesten Maya-Kalenders. Alles stamme aus dem 9. Jahrhundert. Der bislang älteste Maya-Kalender stammt aus dem 15. Jahrhundert. Der neue Fund ist also etwa 500 Jahre älter. William Saturno von der Boston Universität gräbt seit 2001 in Guatemala. Die Maya-Hochburg Xultún ist seit 1915 bekannt, doch schwer zugänglich. Die Aufzeichnungen in Xultún stammen von einem Schreiber, der gewöhnlich in den Maya Codices schrieb, sagt der Archäologe Nikolai Grube von der Universität Bonn. In den Malereien werden verschiedene Kalenderzyklen beschrieben – und zwar in einem Format, das den sehr viel späteren Maya-Codices ähnelt. In Stil und Inhalt korrespondieren die Malereien mit den Berechnungen der Kalender sowie der Sonnen- und Mondfinsternissen im Dresdner Codex, sagt Grube.Zudem fanden die Forscher vier lange Zahlenreihen, die insgesamt 7000 Jahre in die Zukunft reichen.  Die drei erhaltenen Maya-Codices stammen aus der Postklassik, also aus den letzten zwei Jahrhunderten vor der Spanischen Eroberung von Mittelamerika. Die Maya-Klassik reicht vom 3. bis zum 10. Jahrhundert. Im 9. Jahrhundert begann die Maya-Kultur zusammenzubrechen. Es war keine glückliche Zeit für die Maya. Xultún blühte zwar noch in dieser Zeit, doch rundherum begann es, in den Städten bergab zu gehen. Astronomische Aufzeichnungen waren bisher nur in Bücherform Maya bisher erhalten und gefunden. Die Wände in Xultún könnten eine „Kritzelfläche des Astronomen gewesen sein, auf der er rechnete. Es könnten also Entwürfe für ein Buch sein – doch auch das Umgekehrte sei denkbar.

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