Was wirklich trägt

licht auf dieser welt

Lichtverteilung auf dieser Welt

 

berlinteilung sichtbar durch licht

Berlin teilt noch immer etwas: Licht

 

licht thailand

Lichtwünsche sandten wir in

Thailand in den Himmel

raumschiff

Lichtfest in Nordamerika

pyramiden linked zu sternen

Light Show in Ägypten

Jene Baumeister wussten, was sie taten.

Die drei großen Pyramiden

von Gizeh in Symmetrie

mit drei der

wichtigsten Sterne des alten Ägyptens:

Die Gürtelsterne des Orions.

6 Millionen Tonnen Stein wurden verbaut.

Mehr als jemals in England für alle Kirchen und

Kathedralen

Die Stützsteine stehen im Pi-Winkel zueinander

Alles verhält sich zur Zahl Pi (3.14)

Der Abstand der Großen Pyramide  vom

Erdmittelpunkt

ist genau so groß wie der Abstand zum Nordpol

Weltwunder.

sirus 2

Und dieser Junge ist ein

großes Licht für eine kleinen

Hund

 

 

kind rettet hund

 

Licht-Aura

  Unser Energiekleid

aura

So ist das Licht, das vom Menschen ausgeht, nichts anderes als Ausdruck seiner körperlichen und geistigen Gesundheit, denn das sogenannte ätherische Feld entsteht nachweislich auf der Grundlage der Zellenergie. Vitalität ist spürbar, auch nach außen.

Von manchen Menschen geht ein Licht aus.

Der erst, der dieses bemerkt haben soll, ist Zarathustra.(es  gab auch  andere vor ihm. Er selbst wies  darauf hin, dass er all sein Wissen von Vorfahren erlangt hätte.) Es seien vor allem die Götter, die eine Aura hätten, aber auch die Erde sei von diesem Schein umgeben. Jeden Abend wandere die Aura zum Himmel, wo der Lichtgott sie auffange, am Morgen käme sie zurück und ein Engel spanne sie wieder um die Erde aus, damit dort erneut das Licht aufginge.  Im 19. Jahrhundert hat man in Russland in einem Experiment nachgewiesen, dass alle Lebewesen von einem Licht umgeben seien. Man nannte es damals das ätherische Feld.

Das Leuchten in den Augen, der Heiligenschein, die strahlende Aura, die innere Erleuchtung – in allen Kulturen ist das Licht ein Zeichen des Guten und Schönen. Der Mensch braucht und sucht das Licht, er fürchtet und flieht das Dunkel. Licht bedeutet Freude, Kreativität, Gesundheit. Die Geburt des Menschen ist der erste Blick ins Licht, von da an folgt er dem Licht des Lebens. Doch es gibt auch ein inneres Licht, ein Leuchten, das vom Menschen selbst ausgeht.

Von Aristoteles bis Goethe, von Benjamin bis zu den New-Age-Philosophen – das Licht spielt stets eine besondere Rolle bei der Suche nach der Wahrheit. Doch was steckt dahinter? In Platons Höhlengleichnis ist es ein Symbol für Wissen und Erkenntnis, genauer die Selbsterkenntnis, durch die sich der Mensch aus der Finsternis des eigenen undefinierten Seins befreit. Allein dadurch, dass er das Fehlen des Lichtes erkennt. Denn das Licht erhellt das eine und lässt das andere im Dunkeln; was im Dunkeln bleibt, kennen wir nicht. Für zahlreiche Philosophen ist das der Sinn des Lebens: den Schleier der Maya oder auch irgendwelcher sozialer Dogmen zu lüften, zur Erkenntnis kommen.

Der Mensch wird geboren, er wächst in einen geschlossenen Raum auf, er lebt in einen geschlossenen System und er ist nie über die Grenzen seiner Behausung hinausgekommen, er hat also nie irgendetwas anderes zu Gesicht bekommen außer seinem Alltagstrott. Er fühlt sich in seiner Welt wohl, was ja auch kein Wunder ist, da er ja überhaupt nichts kennt, was er mit dem vergleichen könnte was ihm geläufig ist. Wie sollte er auch wissen, dass es neben seiner Welt noch eine größere Wirklichkeit gibt, eine Außenwelt, die außerhalb seiner Vorstellungskraft liegt, die er vermissen könnte, wenn er sie sehen könnte.

Sokrates ist der Erzähler:

Im Höhlengleichnis starren Menschen seit ihrer Kindheit, gefesselt an Beinen und Hals, bewegungslos auf eine Felswand der Höhe. Auf dieser Felswand werden lediglich Schattenbilder projeziert, die diese Höhlenbewohner als real betrachten.  Sie interpretieren ihre Schatten. Für sie ist ihre Welt ihre Sicherheit und Freiheit. Sie glauben, selbst eines dieser Schattenbilder zu sein. Dieses Gleichnis ist ein sehr gutes Beispiel für unsere derzeitige Traumexistenz, die wir unsere Welt nennen. Die äußeren Erscheinungen betrachten wir als unsere Wahrheit. Plötzlich kommt ein fremdes Wesen und bindet einen der Höhlenmenschen los. Angst vor dem Unbekannten macht sich breit. Er ist verwirrt. Die erste Reaktion kann nach Platon nur die Flucht zurück in die Geborgenheit sein. Alles andere würde zunächst als lebensfeindlich angesehen werden. Er will nicht befreit werden, sondern Geborgenheit. Also wird er mit Gewalt gezwungen. Nach einer Zeit entdeckt der Höhlenmensch alles, was er bisher wusste, einem Nichtwissen gleichkommt. Er hält sich im denk-baren Raum auf. Er  geht zurück in die Höhle und will die anderen von ihrer Illusion befreien, stößt dabei aber auch nur auf Ablehnung. Er wird als ver-rückt und bedrohlich angesehen. Mit der Gewöhnung der Augen an das Licht kommt die Erkenntnis. Platon weist in seinem Höhlengleichnis auch darauf hin, dass ein nachhaltiges Lernen ein Lernen durch Erfahrung ist. Den Aufstieg in die geistige Welt vollzieht jeder für sich selbst.

 

lichtwill guide

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Die Flügel deiner Wahrnehmung

larve schmetterling

Magic Moments. Die Wunder dieser Welt.

Erst im 18. Jahrhundert nannte man einen Schmetterling ‚Schmetterling‘. Zuvor hießen sie Tagfalter.
Man kann es kaum glauben, dass diese Zartflügler zunächst einmal sehr viel Kraft aufwenden müssen, bevor sie so leicht dahin schweben können. Ihr Kokon ist sehr fest und eng gesponnen. Nur mit der Kraft ihrer Flügel drücken sie ihn auseinander. Für Schmetterlinge ist es sehr wichtig, dass sie von alleine herausklettern.
Die Kraftanstrengung während ihres Schlüpfens ist zugleich Training für ihre Flügel. Nur darum können sie fliegen.

Wenn ein Regenbogen entstehen soll, muss auch eine ganz bestimmte Konstellation da sein von Sonnenlicht-verbreitung, von Regenwolken und anderem. Der Regenbogen ist also eine Art Konsequenz, ein Phänomen, das von außen zusammengeschoben wird.

Auch der menschliche Körper ist so eine Art Phänomen. Wir sind täglich umgeben von Kräften, die den physischen Körper zusammenhalten. Dazu gehört zu uns noch ein Bewusstsein oben in der geistigen Welt. Und zu jedem von uns gehört auch noch der Energiekörper – unser Zwilling, wie die toltekischen Schamanen sagen. Feinstoffliche Gedanken, feinstoffliche Gefühle, feinstoffliche Schwingungen, feinstoffliche Fäden, hineingewachsen in ein morphogenetisches Feld. Inmitten eines Netzes von Zahlen, geometrischen Mustern und Frequenzen leben wir mit einem physischen Körper, der zu 72 Prozent aus Wasser besteht.  Wenn Sie einmal im Konflikt mit Ihrem Partner liegen, denken Sie daran, er/sie ist alles fast nur HaZwei O – Wasser. Wir sind physischer Mensch, Äthermensch, Astralmensch und Ich. Das Ich leuchtet auf in der Seele. Und noch so ein paar Körper gibt um uns herum.Vielleicht sollten wir uns wie die Matrjoschkas denken. Das sind jene ineinandergesteckten russischen Puppen?

maedchensimulationVielleicht sollte ich kurz hinausgehen und frische Luft schnappen? Are you living in a simulation?
Ein Team von Forschern an der Universität Bonn, geleitet durch Silas R. Beane, sagt, dass es Hinweise darauf besitzt, dass unsere Welt konstruiert sein könnte.
Vermutlich ist sie das, Mr. Beane. Willkommen im Leben!
Gittersimulationen (Raumzeit) der Quanten und Quarks. Baby-Universum schaffen. Eine „gewisse Wahrscheinlichkeit sei gegeben“, weil man ein Baby-Universum simulieren könne, dürfe man annehmen, wir selbst leben heute in einer Simulation.
Ohne einen Simulator gibt es aber laut Beane keine hyper-kubische Symmetrie und damit inakzeptable Konsequenzen der Annahme einer Gitterstruktur des Universums. Es fehlt die Technik. Es fehlt auch ein Rezept zur gitterbasierten Simulation der schwachen Kernkraft und der Gravitation, meinte Beane.
Der Hörsaal soll gefüllt gewesen sein.
Psss-t, Mr. Beane, warum brauchen wir einen technischen Simulator? …Sprechen Sie doch mal mit den Maya und all den anderen indigenen Völkern.

Zurück zum Körper.
Wie sähen wir aus, gäbe es unseren physischen Körper nicht?
Vermutlich sehr anders.

hellsichtiginneresenergiefeld


Rundherum leuchten und glänzen wir

Toltekische Schamanen (Oaxaca, Mexico) bezeichnen uns als ein leuchtendes Ei. Der Schilderung einer Hellsichtigen aus unseren Breitengraden zufolge,  sieht sie uns Menschen wie links im Bild zu sehen. Nicht nur, aber auch.  Hinzu kommen noch Farbkugeln, Farbfelder unserer Aura, die sich hinsichtlich unserer Willensentscheidungen, unserer entwickelten Persönlichkeit, unserer Gefühlslagen, unserer Hingaben, unser Nachdenken, unser Interessen, unserer spirituellen Entwicklung, unserer Reife oder Unreife, unserer Krankheiten in Form von Blau, Dunkelblau, Lichtgelb, Rot, Trübes Rot, Rostrot, Orange, Gelb, Blassgelb, Violett, Grün, Grau, Braun –  also Farben in allen Nuancen und Kombinationen, verschwommen, vermischt, in Form von Streifen, vor und über dem Körper in ständiger Bewegung,  je nach den Bedingungen unseres täglichen Lebens.  Diese Farbspektren sind eine grobe Beschreibung.
Es gibt noch viel mehr Kombinationen. Krankheiten, die bei uns im physikalischen Körper auftreten, sollen bereits 6 Monate zuvor im feinstofflichen Körper sichtbar sein.

mensch 4Wir halten mit dem Verstand und dem inneren Dialog eine komplette Welt aufrecht. Schamanen können dies auch mit dem Willen.  Der Wille ist eine Wahrnehmungsfunktion nicht der Inhalt einer Wahrnehmung.
Der Schamane lebt in der gleichen Welt wie der Durchschnittsmensch mit seinem normal schläfrigen Alltagsbewusstsein. Er erfährt die Welt nur anders,
da ihm sein Wille vollkommen andere Möglichkeiten eröffnet. Mit dem Willen erfährt der Seher wahre Wunder.

Wir sind wahrnehmende Wesen und deshalb ist es uns unmöglich eine wie auch immer geartete  o b j e k t i v e Welt wahrzunehmen. Wir nehmen die Welt mehr in dem Sinne wahr, wie wir glauben, dass sie ist.
Nie sehen wir das Ganze.
Wir bewegen uns mit dem Verstand. Wir können mit unserem Verstand reisen. Der Verstand ist eine subtile Bewegung, die vom Astralkörper kommt. Der Astralkörper kann mit Hilfe des Verstandes in die Zukunft denken. Darum gibt es für uns ein Morgen. Der Astralkörper kann sich mit Hilfe des Verstandes Sorgen machen, wohin er gehen wird oder auch nicht gehen wird. Er kann darüber nachdenken, wo er vor der Geburt war. Im physischen Leben ist es der Astralleib, der sich freut, der leidet, der seine Begierden, Triebe und Wünsche befriedigt durch die Organe des physischen Körpers.

Wir sind Geist. Alles ist Geist, jede Erscheinungsform und dahinter steckt erst unser Selbst. Wir leben in der Dualität und darum wohl vermasseln wir hier einiges auf dieser Erde. Unsere kleinen Entscheidungen wiederholen und wiederholen wir. Hinter unserem kleinen Selbst steht das Wahre Selbst. Es wird wiedergegeben auf den Spiegeln all unserer Körper, unserer gegenwärtigen Persönlichkeit. Wir, die wir sind als Person in Raum und Zeit gebunden mit unseren verschiedenen Zuständen von Schwingung.

Ganz schön komplex so ein Mensch mit einer Persönlichkeit.

Das Tonal und das Nagual

Die Menschen sind zweigeteilt, sagen die toltekischen Schamanen. Die rechte Seite ist das Tonal – der Verstand und alles, was er sich vorstellen kann. Die linke Seite, das Nagual, ist ein Reich unbeschreiblicher Gebilde: ein Reich, das mit Worten nicht zu erfassen ist. Mit dem Kreisen des inneren Dialogs um das Zentrum der Vernunft halten wir die erste Aufmerksamkeit aufrecht, das Bekannte, das Tonal. Die Montagepunktposition zu seiner Beherrschung ist der Platz der Vernunft. Sie nennen es den ersten Ring der Kraft.

Der zweite Ring der Kraft ist die Aufmerksamkeit für das Unbekannte, das Nagual. Er wird mit dem Willen kontrolliert. Die Schlüsselposition des Montagepunktes ist der Platz des stillen Wissens. Es ist das Unaussprechliche. In ihm schwimmen all die möglichen Gefühle und Wesenheiten und Ichs wie Kähne im Wasser dahin, friedlich, unabänderlich, ewig. Dann bindet der Leim des Lebens einige von ihnen zusammen.

schief laufen

Foto:kunze

Die Ganzheit des Selbst ist die Einheit von Nagual und Tonal. Damit umfaßt sie alle unsere menschlichen Möglichkeiten der Wahrnehmung. Die Ganzheit des Selbst ist es, die dem Krieger ermöglicht, als eine körperliche Einheit zu handeln.

Es ist das Leben im SEIN. Ein Seher muss seine Handlungen willig im Tonal nutzen, um seine Handlungen im Nagual zu verstehen. Die Ordnung unserer Wahrnehmung gehört ausschließlich zum Bereich des Tonal, sagen sie. Nur dort können unsere Handlungen eine Reihenfolge haben, nur dort sind sie wie Leitern, auf denen man die Sprossen zählen kann. Im Nagual gibt es nichts dergleichen. Die Anschauung des Tonal ist also ein Werkzeug, und als solches ist es nicht nur das beste, sondern auch das einzige Werkzeug, das wir haben.

Der Verstand ist insofern von Bedeutung, dass, wenn man sich in der Welt der „zweiten Aufmerksamkeit“ (Nahutal) und des „Wachträumens“ hinstürzt, es eines klaren und gut trainierten Verstandes braucht, um wieder aus diesen Zuständen aufzutauchen und wirkliches Wissen mit an die Oberfläche zu bringen.

Das Tonal ist da, wo einheitliche Organisation herrscht. Ein Wesen taucht ins Tonal ein, sobald die Kraft des Lebens alle dazu nötigen Gefühle zusammenbindet. Das Tonal beginnt mit der Geburt und endet mit dem Tod, denn sobald die Kraft des Lebens den Körper verläßt, lösen sich alle diese Bewusstseine auf und kehren dorthin wieder zurück, woher sie kamen, ins Nagual. Was ein Krieger tut, wenn er in das Unbekannte aufbricht, ist ganz ähnlich wie sterben, außer dass das Bündel seiner einzelnen Gefühle sich nicht auflöst, sondern diese sich ein wenig ausdehnen, ohne ihren Zusammenhalt zu verlieren. Beim Tod jedoch fallen sie auseinander und bewegen sich unabhängig von einander, als hätten sie nie eine Einheit gebildet.

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South Africa, Foto Kunze
„Denn der Natur wird nicht befohlen, außer indem man ihr gehorcht.“
Francis Bacon. Novum Organum, Aphorismus 129

Wir begrenzen unsere ursprünglich unbegrenzten Möglichkeiten

Dies ist eine Folge  unserer sozialen Ordnungen. Es geschieht, weil wir diese Alternativen als verbindlich akzeptieren.  Schauen wir uns doch an, wie sehr wie Kinder dazu zwingen, auf die gleiche Art wahrzunehmen, wie wir Erwachsenen. Sie nehmen viel mehr wahr, aber irgendwann müssen sie Ordnungin  das Chaos ihrer Wahrnehmungen bringen. Wir – als die ewigen Schulmeister – helfen ihnen selbstverständlich gerne dabei, und zeigen ihnen, was innerhalb unserer Gruppe den Anstandsregeln der Wahrnehmung entspricht. Und wenn sie sich nicht an diese Regeln halten, mein Gott, dann grenzen wir sie ganz schnell aus. Das beginnt bereits im Kindergarten, setzt sich fort in den Schulen. Mitunter werden sie schon recht früh mit Arzneien vollgepumpt, später werden es die Drogen oder wir stecken sie aus „therapeutischen Gründen“ in eine geschlossene psychiatrische Anstalt.

Das Zerbrechen der Wahrnehmung
Die toltektischen Seher, in Mexico nennt man sie auch Zauberer, wollen jene Parameter der alltäglichen Wahrnehmung zerbrechen, auch die Wahrnehmung des eigenen Selbst. Alles ist gefiltert durch unser Ich. Wir sind nicht fähig, nicht einmal die kleinste Geschichte oder Erinnerung zu erzählen, ohne uns selbst gleich zum Hauptdarsteller zu machen. Geschichten und Ereignisse selbst ihren Lauf nehmen zu lassen, sie sich selbst entwickeln zu lassen, scheint uns fremd.
Gelingt es uns aber, werden sie unendlich viel reicher in jeder Hinsicht, weil sie sich dann selbst öffnen.
Das Zeuge sein kann man als eine Übung betrachten, die wir in der Alltagswelt praktizieren können.
Einmal nicht der Hauptdarsteller sein. Es ist bemerkenswert, was sich dann alles öffnet.

Dazu kann auch gehören, sich beispielsweise die Frage zu stellen, wovon wir eigentlich Urlaub machen? Ich denke da an all jene 3-Tage-Event/Seminar-Besucher, die sich austoben, so richtig die „Sau rauslassen“ und sich gut fühlen. Welchen Zweck hat es, sich drei Tage gut zu fühlen, um dann nach Hause zu kommen, und sein altes Leben unverändert so weiterzuleben? Dazu kann gehören, sich zu fragen, warum wir uns nicht verändern? Warum muss uns erst etwas richtig aus der Bahn werfen, damit wir etwas verändern?

Alles ist Absicht
… also eine Frage des Willens und der Wahrnehmung.
…um Absicht ändern zu können, braucht es Energie.

Der Körper ist  eine Folge der Wahrnehmung. Wir sind darin als Personen gefangen. Wir sind in unserer Sprache gefangen. Es geht ganz konkret darum, wie wir die Welt, wir wie unser Selbst wahrnehmen. Und genau aus dieser Gefangenschaft wollen sich die Zauberer, Seher oder auch Schamanen – durch das Medium der Energie – befreien.

art

einfach mal länger schauen und sehen, was geschieht

Träumen
Der Schlaf ist eine Art von höherer chemischer Trennung des Astralleibes von dem ätherischen und physischen Körpern.Wenn wir einschlafen und beginnen, in einen Traumzustand zu geraten, in diesem Moment, in dem wir halb wach sind und bereits halb schlafen, beginnt der Montagepunkt zu zittern. Er beginnt sich zu verschieben. Und der Seher versucht nun, diese natürliche Verschiebung – die übrigens bei jedem von uns vorkommt – dazu zu nutzen, sich mit ihrer Hilfe in andere Sphären hineinzubewegen. Und, um das zu erreichen, brauchen wir eine außerordentliche Energie. Wieder einmal läuft alles auf die Frage der Energie hinaus. Wir benötigen eine außergewöhnlich große Menge Energie, weil man sich dieses Schwellenmoments bewusst sein will, und versucht, diesen zu nutzen, ohne dabei gleich aufzuwachen. Letztlich geht es um „Wachträume„.  Für die meisten indigenen Völker ist das Realität. Es gibt für sie keinen Unterschied.
All jenes lässt sich nicht mit Begriffen aus dem Bekannten erklären. Metaphern sind geprägt mit dem, was wir bereits kennen.

Letztlich braucht es die Absicht. Es braucht die Energie. Eine Kraft, die wir gemeinhin Gott nennen, das oberste Wesen, die eine Kraft, der Geist. Jede Kultur kennt die Absicht unter einem anderen Namen.

Um sich an die Absicht zu koppeln, braucht es das Bitten. Das Bitten – nicht betteln, mithin es einfach verlangen. Dafür benötigt man Energie, nicht nur um sich anzukoppeln, sondern um auch angekoppelt zu bleiben, sagen die toltekischen Schamanen.
Bittet oder fragt und es wird Euch gegeben. Klopft an, dann wird Euch aufgetan. Philippus hat das verstanden, als er diese Anweisung von Jesus erhielt: „Bitte, und es wird dir gegeben.“

liste okay„Ihr sollt vollkommen sein, so wie Euer Vater im Himmel vollkommen ist!“  Aber wie?
Wie begeht man Stufen von Treppen? Mit den Füßen. Sie heißen:

Fühlen  und Denken

Man braucht beide Füße!

Es ist die Idee, gleichzeitig zu träumen und doch vollkommen wach und bewusst zu sein. Es ist ein anderer Zustand des Bewusstseins. Du bist vollkommen normal, aber etwas läuft in dir energetisch auf einer ganz anderen Ebene ab. Du zielst darauf ab, zwei Welten gleichzeitig zu betrachten. Eine zweite Welt, die immer schon vorhanden war, aber nur wenige betrachten wollen.

Das Verdienst der toltekischen Schamanen ist es, durch ihr Jahrtausende währendes Sehen praktisch nutzbare Aspekte der Regel ausfindig gemacht zu haben, die wir Wesensgesetze nennen. Dazu gehören Raum, Zeit,- und Kraftgesetze, die Gesetze des Äthers, der Wärme und andere.

Ihnen ging es nicht um die Theorie. Das Interesse war vielmehr, ihr Bewusstsein über eigene Erfahrungen auszubilden. Sie nannten es nicht Gesetz, sondern Regel. Und die Regel lässt es zu, dass wir unser Bewusstsein erweitern können.
oaxaca2Die toltekischen Schamanen (Oaxaca, Mexico) sagen, ein Krieger kann sich ins Nagual vorwagen und sein Bündel der Gefühle auf jede mögliche Weise sich anordnen und umordnen lassen. Die Ausdrucksform des Nagual ist eine Frage der Persönlichkeit. Dem einzelnen Krieger ist das Dirigieren der Anordnung und Umordnung des Bündels selbst überlassen Die menschliche Form, oder das menschliche Fühlen, ist die ursprüngliche Form, vielleicht diejenige, die uns unter allen am liebsten ist. Es gibt jedoch eine endlose Zahl alternativer Formen, die das Bündel annehmen kann. Die Kraft des Lebens ist es, die alle diese Mischungen ermöglicht. Sobald sie erschöpft ist, gibt es kein Mittel mehr, dieses Bündel zu versammeln. Dieses Bündel ist die Blase der Wahrnehmung genannt. Sie ist fest verschlossen und öffnet  sich nie bis zum Augenblick unseres Todes.  Und doch könnte sie geöffnet werden. Offenbar haben die Seher, Schamanen, Zauberer dieses Geheimnis gelernt, und obwohl sie nicht alle die Ganzheit ihres Selbst erreichen, wissen sie um deren Möglichkeit. Sie wissen, daß die Blase sich nur öffnet,wenn man ins Nagual stürzt.
oaxaca1
„Gestern abend öffnete sich die Blase deiner Wahrnehmung. Und deine Wahrnehmung breitete ihre Flügel aus.
Mehr kann man darüber nicht sagen. Es ist unmöglich zu erklären, was dir widerfuhr, darum werde ich es nicht versuchen, und auch du solltest es nicht versuchen. Es muß genügen, wenn ich sage, dass die Flügel deiner Wahrnehmung dazu bestimmt waren, deine Ganzheit zu berührenDu bist ein Bündel.“

Der kleine Mo und seine großen Fragen

seelenfragen

„Was ist eine Seele?“ fragte mich  der kleine Mo. Mo ist ein vierjähriger Junge, der mich manchmal besucht.

Ähwiesodenndasjetzt?  Uuui… da war sie,  und wie,  die Situation. Mo und ich  – alleine. Leute, Leute, wo ist sie denn, die Mutter dieses kleinen, süßen Mo`s?  Ich sah es  kommen – auf mich zurasen – genau, so `ne große Frage muss die Nichtmutter beantworten. Seit Wochen schon baute Mo Tempel im Sandkasten. Das weiß ich, weil ich seinen kryptischen Bauanweisungen in seinem  30 Kubikmeter-großem-Pharao-Land bis in die letzte Ecke  hinein zu folgen hatte. Jede  Maya-Stadt im fernen Mexico hätte nicht besser durchdacht sein können.  Offensichtlich ergriff das Thema Spiritualität recht früh von ihm Besitz.

„Ähm, naja, das ist so …mmh..es ist im Grunde sehr einfach“, sagte ich und holte  tief Luft.  Das hilft.   „Die Seele, lieber Mo, sie ist, ….sie erlaubt dir jeden Morgen etwas Ähnliches zu sagen, wie „Das bin ich, und ich heiße Mo“, anwortete ich. Eine Seele ist das Licht, dass dich in der Nacht verlässt, und in ein Land reist, in dem es keine Grenzen gibt, und von dort kommt sie mit Träumen und anderem zu dir zurück. Sie ist die große Kraft, die in dir wohnt.
„Aber ich habe das Licht noch nie gesehen!“
Wunderbar ..und nun, Martina, flüsterte ich mir selbst zu.
„Du wirst lernen, das Licht zu sehen, und du wirst es sogar berühren können, Mo“ .
„Wo ist das Land?“
Sprachbilder müssen her…

dna2„Ganz genau weiß ich es auch nicht. Aber es heißt, es ist das Land, in dem der  Hüter der Seelen lebt. Wenn du deine Seele, dein Licht in dir tanzen lässt, dann passt der Hüter der Seelen darauf auf.  Er sorgt dann für dich, immer.  Er bringt dir die Freude in dein Herz.  Immer wenn du ganz viel fühlst, und an ihn glaubst und an ihn denkst,  ist er in deinem Herzen und passt auf dein Licht auf. Dein Licht ist immer bei dir Mo , das will immer bei dir sein. Nur wenn du dich von deinem  Licht zu weit entfernst, dann wird es krank. Und wenn du dich jeden Tag hinsetzt für einige Zeit ruhig hinsetzt und die Augen zumachst, und alles einatmest, was es an Düften gibt, dann wirst du eines Tages dieses Licht sehen. Und das strahlt und strahlt dann.“
Wie sollte  ich es sonst beschreiben?, dachte ich leise.
Mo saß wie festgewachsen auf meinen Beinen.
„Aber woher weiß ich, dass das Licht bei mir ist?
Gute Frage, kleiner Pharao. Nächste Frage.
„Du wirst es spüren, Mo. Und wenn du es aus deinen Augen verlierst, wirst du dich irgendwann wieder an dein Licht erinnern. Du fühlst es.  Es wird dich anziehen. Es wird dir leuchten. Und ich erkenne es an dir, wenn du ein kleines Licht in deinen Augen hast.“
„Dann kann das Licht überall hinfliegen!“

„Ja, das kann es wohl. Nichts ist je unbeweglich, Mo. Dein Körper bewegt sich auch. Du wirst wachsen. Du fliegst also auch – nur anders.“  Ich lachte, blickte ich in die süßesten  und staunenden Augen eines kleinen vierjährigen Jungens.  „Auch dein Herz schwingt und bewegt sich, unsere Augen schwingen. Wenn sie leuchten, dann leuchtet es um dich herum. Wenn du lachst, glücklich bist, wenn du traurig bist, wenn du dir etwas wünschst,  leuchtet alles in unterschiedlichem Licht um dich herum.  Denk` dir  Farben um dich herum. Gelb, Blau, Weiß. Es gibt aber noch viele andere Farben, je nachdem, was du so fühlst. Wenn du gerade aus der Badewanne hinaussteigst, bist du nass. Dann sehen die Farben vermutlich etwas anders aus.

eischaleDenk` es dir wie eine Schale, die dich immer begleitet. Die ist immer um dich herum. Sie ist aber auch beweglich. An der Oberfläche unseres Körpers haben wir kleine Wellen. Die schwingen. Alles „fliegt“ in kleinsten Wellen. Hin und her. Hin und her. Diese Farben sind Energie.  Du hast da ganz viel Kraft um deinen Körper herum. Das ist so ne Art Verbindungsstecker zu deinem Licht, deiner Seele, zur Sonne, zu allem, was dir Energie schenken möchte -… leider auch nehmen kann.“

antwort16

„Hab nur ich ein Licht?“
Nur schön präsent bleiben, Martina. Die Fragen könnten nicht besser sein.
„Nein, Mo, wir alle haben dieses Licht. Wir sind alle – in gewisser Hinsicht – Himmelskinder. Und jeder hat sein eigenes Licht.  Manche Menschen schaffen es mit ihrem Licht eine ganze Versammlung zum Leuchten zu bringen. Andere Lichter leuchten weniger hell. Und nicht nur wir Menschen, jedes Tier, jede Pflanze, jeder Baum. Sie alle haben auch ein Licht. “

seelenfragen2„Wer leuchtet denn nicht hell?“
Die Kunst ist nicht, die Hand am Kind zu haben, sondern die Hand im richtigen Moment wegzunehmen. Der englische Physiotherapeut Bobath fiel mir ein.
„Das ist etwas, was du selbst entdecken musst. Du wirst die Antwort darauf finden.Lass dein Herz arbeiten, Mo. Nur dein Herz.
Das Gefühl ist eine Sprache, die aus dem Herzen, nicht aus dem Kopf kommt. Es hat eine große Macht, wenn du die Wellen von anderen Menschen lesen kannst.“
und ich dachte leise: ….so groß, dass es aus der Lehre der Kirche bereits auf dem Konzil von Nicäa, 324 AD entfernt wurde, Männer durften diese Gefühle nicht haben, Frauen sie nicht zeigen. Die Macht unserer Gefühle kann unsere Zellen, kann unser  Universum ändern. Egal, ob in Ägypten, ob in Peru oder im Tibet, überall gibt es geheime Bibliotheken. Dort findet man  die Hinweise.

Und ich erklärte weiter:
„Wichtiger, als darum zu wissen, wessen Licht nicht so hell leuchtet, ist es vielleicht, zu wissen, dass du und ich, wir ein bisschen dafür sorgen können, dass das Licht anderer heller leuchtet.“
„Und wie macht man das?“
„Nun, das können wir machen, in dem wir Menschen weniger das Gefühl geben, irgendetwas mit ihnen sei verkehrt. Ein gesprochener Satz ist wie ein ganzes Universum, Mo. Ein Satz kann so groß werden, wie der Sternenhimmel, in den du so gerne schaust. Eine Welt mit einer Sonne, ein Planet, eine Erde mit viel Leben. Wir fühlen uns nur gut, wenn wir uns akzeptiert fühlen. Wenn dein Freund dich mag und ihr zusammen spielen könnt, fühlst du dich doch gut, oder?
„Ja.“
„Du magst, wenn dein Freund dich mag, und dein Freund mag, wenn du ihn magst, das mögen wir alle, auch wenn wir schon längst keine Kinder mehr sind. Wenn wir uns gut und akzeptiert fühlen, dann leuchten unsere Lichter heller.  Das schaffen wir mit Worten.  Deine Worte haben Kraft, forme sie mit dem Herzen, denn wie jede Energie, hat sie zwei Seiten, sie kann beleben oder vernichten.  Wort können dich gut fühlen lassen, oder dir wehtun und dich traurig machen. Mit den Worten, die wir sagen, ist das  wie mit der Erde. Es gibt Erde, in der wachsen Pflanzen sehr gut. Und es gibt Erde, in der vertrocknen alle Blumen. Jedes Wort, jeder Buchstabe schlägt Wellen, hat eine bestimmte Schwingung.  Jeder Buchstabe hat  einen Ton.
Du kennst doch das Wort Gott? „, fragte ich.
„Ja“
„Nun, dazu gibt es ein ganz altes Wissen, das sagt, wenn du mit Gott sprechen willst, dann gibt es 72 Lichttüren.  Es sind 72 verschiedene Schlüssel, die dich mit dem Licht verbinden können.  Das sind also ganz viele Schlüssel.  72 verschiedene Kombinationen, die dich mit 3 aramäischen Buchstaben verbinden. Aramäisch ist eine ganz, alte Sprache. Und dann gibt es da noch eine Sprache, die nennt sich Hebräisch und auf diese Sprache hören die Schlüssel. Die Sprache soll schon so alt sein, wie der Turm, den sie in einem Land gebaut haben, das Babylon hieß. Das ist wie deinen Türmen in deiner Sandkiste. Da gab es auch Himmelgucker, die keine Lust mehr hatten, ständig den Kopf nach oben zu neigen, und darum bauten sie sich einen Turm. Naja, eigentlich wollten sie mit dem hohen Turm angeben, und  eigentlich soll es ein Baum gewesen sein, auf dem die Menschen bis in den Himmel klettern konnten, und als sie das auch taten, soll Gott alle Menschen von dem Baum geschubst und die Menschen  über die ganze Welt verstreut haben, und ihre Sprache hat er auch durcheinander gebracht.

Gleich müsste deine Mutter kommen und dich abholen…

Jeder Buchstabe hat eine bestimmte Schwingung, einen Ton. Jedes der 72 Worte weist auf eine Eigenschaft von Gott hin. Jeder Buchstabe steht mit einer Zahl in Verbindung. Buchstaben und Zahlen haben Kraft, sie haben ein Licht,  lieber Mo. Wenn wir sprechen, vibrieren deine Worte, dein Buchstaben, wir schicken auf diese Weise  Kraft in den großen, weiten Himmel. In jedem Bruchteil unserer Zeit erzeugen wir Welten. Das ist ein sehr altes Wissen. Die Geschichte davon  erzähle ich dir aber ein anderes Mal.

 

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martina kunze

Die Farben deiner Kraft entdecken

Die Farben deiner Kraft entdecken

Gepäck aus dem Kofferraum auf einen der kleinen Koffertrolley geladen. „Glaub mir, das wird der Wahnsinn“, versichere ich meiner klugen Freundin freudestrahlend. „Davon hast du doch geträumt, wenn du abends auf deinem tränennassen Kissen eingeschlafen und mit vom Heulen verquollenen Augen wieder aufgewacht bist. Das ist deine zweite Chance. Diesmal kannst du mit ihm drei Tage majestätische Anblicke der Berge bestaunen. Wie ein richtiges Pärchen, Dinge tun, die Pärchen tun.  Önnemarie reißt sich zusammen. „Toll“, sagt sie. Sie kramt schnell ihre billige Sonnenbrille heraus. „Ich kann es kaum erwarten.“
„Es wird dir bestimmt gefallen! Wandern ist nicht nur was für Omas“, witzele ich.
Meine kluge Freundin sieht aus, als hätte sie auf eine Zitrone gebissen. „Vergiß nicht, die Ursache für Leiden ist lediglich die Vorstellung, dass etwas geschieht, was nicht geschehen soll. Das hier jetzt soll in deinem Leben geschehen. Darin liegt noch eine tiefere Wahrheit zugrunde: Nichts, was je geschieht, ist „schlecht“ für dich, denn sonst würde es gar nicht geschehen. Intensive emotionale Erfahrungen gehören zu uns – wir wollen sie machen verbunden mit intensiven Gefühlen in unserem Körper. Wächst deine Seele an Erfahrungen, dehnt sie sich aus. Das wird ein Riesenspaß, du wirst sehen!“, sage ich und lächele.
„Und wie“, entgegnet sie knapp.
Nichts gibt mehr persönlichen Freiraum, als die tagtägliche Bestimmung des eigenen Bewusstseinzustandes. Die Farbe Rot tritt derzeitig in der Aura meiner klugen Freundin am stärksten hervor. Ellenbogenenergie. Es erinnert an Überlebenskampf. Dieser Strahl taucht sofort auf, wenn wir uns auf selbstgefällige Weise miteinander vergleichen, sei es, dass wir andere wissen lassen, wieviel gescheiter unser Kind ist, dass wir mehr Geld verdienen oder schlichtweg, dass wir bessere Menschen sind. Während das Ego sich aufbläst und anschwillt, verlieren wir den Kontakt mit uns Selbst. Wir schaffen uns dadurch viele Illusionen, verleugnen wahre Gefühle und Problembereiche, halten uns selbst zum Narren. Heimlichtuerei und Verlogenheit gehören zu diesem Strahl. Er ist bei manchen derart stark ausgeprägt, dass sie allein dadurch ein Großteil ihrer sonstigen Energie verlieren. Ein so wunderbarer Mensch wie ich darf doch keine Schwächen haben. Önnemarie`s Schutzpanzer leuchtete dazu noch Gelb. Zusammengezogene Angstenergie. Grund für diesen Strahl: Ich weiß, was gut und richtig ist, und zwar besser als jeder andere. Also brauche ich auch nichts Neues zu sehen, zu hören oder zu denken. Eingebildetsein. Dünkelhaftigkeit. Selbstgewählte Ignoranz. Besorgnis. Sie war von ihrem inneren  Zentrum abgeschnitten. Es war klar, dass ihr Ego in den kommenden Tagen bloßgelegt werden würde. Schutzpanzer können nur durch positive Energie wie Mut, Wahrheitsliebe, Einsicht gebrochen werden.

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Wäre da nur nicht unsere Sozialisation. Wäre da nur nicht der große Irrtum. Könnte es nicht so sein, dass es Mut erfordert, wenn ich sage, ich denke anders in einer Welt der Gewohnheiten. Ich spüre in meinem Herzen, dass ich anders denke. In einer Welt, in der neunzig Prozent aller Menschen sagen das ist gut, zu sagen, das ist schlecht, erfordert wahrlich Mut. Es erfordert ebenso Mut, sich in seiner ganzen Verletzlichkeit zu zeigen. Doch leider wird auch dieses von anderen zu gerne als Schwäche abgewertet oder als Unangenehm, gar als Zumutung empfunden, von der man sich schnell distanzieren mag. Also spielen wir Rollen. Die meisten Krankheiten resultieren aus diesem Verdrängen und Verstecken. Wir lernen nicht, dass es sich bei Emotionen wie Wut, Scham, Trauer, Schuld, Ohnmacht, ebenso um w e r t v o l l e Emotionen handelt. In vielen Kulturen lernen wir, dass sie nicht gut sind. Wir wurden auch nicht geliebt mit diesen Gefühlen. Wer kennt sie nicht, all die braven, lieben Töchter ihrer Eltern, besonders ihrer Väter. Ein völliger Irrsinn – wir sollen diese Gefühle fühlen.

„Du auch, meine liebe kluge Freundin“,sage ich und lächele ihr mitfühlend zu.

„Wow ich bin ja so ein Glückskind. Ich kann mich kaum noch beherrschen vor lauter Aufregung.  Siehst du schon die Kraft meines grünen schöpferischen Strahls in meiner Aura aufleuchten?  Ich suche schon ganz kreativ nach einer Ausrede, warum ich den Flieger verpasst haben könnte. Ich muss mich aus dieser Beengung befreien“ ,
„Das ist der grüne negative Energiestrahl, der dich da treibt.  Du willst dich in Kontrolle fühlen. Und der gelbe Strahl deines dritten Chakras spielt auch mit hinein. Angst vor dem Unbekannten, Angst vor Verletzung, Angst, andere zu verletzen, Angst vor Veränderung. Nutze sie besser im positiven Sinn. Nutze die positive Energie deiner gelben und grünen Strahlen. Nutze sie für deine Fähigkeit, Probleme zu lösen, die Offenheit, die du brauchst. Du willst doch aus der Unwissenheit raus. Also. Alles ist gut. Sei mutig- das bist du auch!  Weg mit dem inneren Aufruhr, der Unsicherheit, Verurteilung, Selbstgefälligkeit und Unbeugsamkeit. Es ist gut, deine unausgearbeiteten Gefühle zu reinigen.“
„Jeder marschiert zu seiner eigenen Musik, Martina. Selbst, wenn er nicht in Harmonie mit dir ist. Wenn ich jetzt nicht fliege …und es könnte gut sein, dass ich nicht fliege, ist das meine eigene karmische Wahl. Zahllose Menschen machen das! “, trompetet Önnemarie entschlossen.  Meine kluge Freundin steht da, eingefroren in die Landschaft eines Flughafens. Da hilft es auch nicht, dass ich hier mit Abstand die Älteste bin.

„Na, gleich verliere ich aber auch die Energie aus meinem Solarplexus. Man könnte meinen, in deiner Aura schimmert lediglich ein trübes Braun. Was hältst du denn all deine positive Energie zurück?“, sage ich.  Liebe, Menschenliebe, genaugenommen bedingungslose Liebe musste her. Lavendelfarbenes, Schwingungen im Indigoblau..

„Ich wünschte dieser Kelch würde an mir vorüberziehen“, sagt sie. Dabei starrt sie unbehaglich auf ihre Turnschuhe.

„Du, Önnemarie wirst zu einem romantischen Wochenende entführt. Noch dazu als Überraschung. Flauschige Bademäntel. Frische Beeren auf Joghurt, nierenförmige Swimmingspools, exotisch wirkende Cocktails, gemütliche Abende vor dem Kamin, samtweiche Hügellandschaften, jungenhafter Charme,  Military-Fitness-Typ, vielleicht zarte, federleichte Küsse“, sage ich ganz aufgeregt. Ich nehme ihre billige Sonnenbrille von ihrer Nase und  blicke  in ihre blassen Augen.

Eiswürfel„Aber zu welchem Preis! Ich wäre lieber mit einem Typen zusammen, der mich auf Händen trägt und nicht auf Überraschungsreise mit einem,  der mir vor zwei Monaten,  einer Woche, zwei Tagen und vier Stunden das Herz brach, nicht, weil er mir sagte, er liebe mich, aber eben nicht so nicht, lass uns Freunde sein, das sagt man so, wenn man Schluss machen will. Er brach mir das Herz, mit dem Satz, er könne sich keine Zukunft mit mir vorstellen. Das muss man mal erlebt haben. Und das habe ich zweimal. Dass er mich nicht liebt, kann ich ja noch verstehen. Ich war ja auch nicht ich. Ich dachte, ich sei nicht gut genug. Dass ich mich ändern müsste, mehr und besser….“, sagt sie. Sie kämpft mit den Tränen und setzt die billige Sonnenbrille wieder auf. Ihr Strahl der Unsicherheit zieht sich zusammen.
Zu sehr belastet, um selbstsicher zu sein.

Einen Moment sagt niemand etwas.

Leute sind meistens sehr selbstsüchtig in dertraeume1 Art, wie sie andere behandeln. Ich bin es auch gerade gewesen. Martina, nimm deine Graubereiche wahr. Versetze dich in ihre Situation hinein.  Das Universum besteht aus Energie. Alles ist Energie. Sie kann sich auf tausenderlei Weise bewegen. Einfach nur rosafarbene Menschenliebe ausstrahlen, das verbreitet hilfreiche Energie. Liebe im roten, Mitgefühl im blauen Chakra.  Die härteste Nuss: das violette Chakra. Unser Arbeits-Chakra. Nüsse wie Selbstgerechtigkeit, Verurteilung, Kommunikationsschwierigkeiten sind dort zu knacken. Noch immer stellen wir uns selbst in Frage und die größte Unsicherheit liegt ja ja bekanntlich in der Frage, ob wir geliebt werden oder nicht.

„Das Leben ist wie ein Tanz. Ein großer Spaß. Aber manchmal wird man dann müde..Das war eine ganz bescheuerte Idee. Ich könnte mir vors Schienbein treten. Er ist ein toller Mann. Aber es geht nicht um ihn. Es geht um mich. Ich bin nicht die Richtige für ihn. Mein Lieblingsfilm ist nicht Star Wars, meiner ist  Life of Pi und die Bezaubernde Welt der Amelie  und Chocolate. Ich esse gerne stinklangweilige Spagetti`s. Ich laufe nur, um die Bahn nicht zu verpassen. Ich verträume meinen Tag gerne in der Natur. Er joggt mit Kilometerzähler und rechnet mir vor, wie viele Muskelmasse er wieder aufgebaut hat. Ich will mich in jemanden verlieben, der mir das Gefühl gibt, der glücklichste Mensch auf der ganzen Welt zu sein, und gemeinsam mit ihm auf die verrückte, irre Reise gehen, die sich Leben nennt. Ich will nicht sechsmal verlassen werden, weil er an einem noch losen Faden namens Freiheit zieht und unseren gesamten Strickpullover mal eben so aufribbelt und auseinanderfallen lässt. Und nochmal. Und nochmal. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als fünfzig Jahre mit jemandem gemeinsam durchs Leben zu gehen, der mich liebt, wie ich bin, mit Haut und Haaren, und für den ich genau dasselbe empfinde. “ Und dann lacht sie glockenhell auf und entblößt zwei Reihen winziger, perfekter und sehr gerader Zähne.

„Das ist ja länger als lebenslänglich. Tja, dann gehen wir wohl besser.“, sage ich. London löst sich auf der Stelle in Luft auf. Es ist als müsste das Pendel erstmal zum anderen Extrem schwingen, bevor es in der Mitte zur Ruhe kommt.

Wenn der Zug nicht an deiner Station hält, dann ist es nicht deiner (M.Williamson)

Wenn der Zug nicht an deiner Station hält, dann ist es nicht deiner (M.Williamson)

„Stell dir mal vor, du wachst morgen auf und stellst fest, jemand hat dich während des Schlafens in einen fahrenden Zug gesetzt. Was würdest du machen? Genüsslich frühstücken oder während der Fahrt hinausträumen?“, fragt mich meine kluge Freundin.

„Ich weiß nicht so recht. Ich wäre wohl ein wenig irritiert“, antworte ich erstaunt. Worauf Önnemarie erwiderte: „Sicherlich hätten wir keine Ruhe. Wir würden uns auf die Suche begeben, um jemanden zu finden, der uns sagte, warum wir uns im Zug befinden, wer uns in den Zug reingesetzt hat, warum es geschah und uns erklärt, wohin der Zug fährt.“

„Das würden wir!“ Ich machte meiner lebhaften Neugier Luft. „Und wohin führt uns deine Gedankenreise jetzt?“

„Wir sitzen alle bereits  in so einem Zug. Dieser Zug heißt Leben. Aber fragen wir jemals nach dem Sinn dieses Lebens? Wir können jedem sagen, was wir gerade tun. Telefonieren, Essen, Lachen, Ausruhen, aber frage mal jemanden nach dem Sinn seines Lebens. Verschaffen wir uns Klarheit darüber, wohin wir unterwegs sind? Wo wir uns im Moment befinden, wer wir sind und warum wir hier sind? Was wir hier tun und warum wir es tun? Welchen Grund hat Leben? Was ist der Sinn des Lebens? Und wie fühlte es sich an, wenn 98 Prozent von dem, was wir tun, auch noch wichtig wäre? Wir sind umgeben von Perfektion.  Ein Trillionstel von diesem mehr, ein Trillionstel von etwas anderem weniger würde Leben, Planeten, Sterne sofort unmöglich machen.

baumBäume haben ein Kreislaufsystem. Die Bewegung ihres Saftes entspricht dem Blutdruck in den Tierkörpern. 0,04 Prozent Kohlendioxid in der Atmosphäre machen eine Dauertemperatur von 15 Grad auf der Erde möglich. Wäre es nicht so, herrschten bei uns minus 19 Grad. Nicht 10 oder 15 Stunden, sondern exakt 24 Stunden dreht sich die Erde um die eigene Achse. Wir stehen in einem bestimmten Abstand zu Sonne. Es gibt ein Schutzschild, dass uns vor Magnetstrahlen schützt.

Wenn du einen Farn mit einem spitzen Gegenstand durchstichst, flattern seine Blätter krampfartig. Schmerzempfinden bei Pflanzen? Offensichtlich.  Wir können anhand unserer Aura erkennen, was wir denken und fühlen. Der Pulsschlag des Universums korrespondiert mit unserer Herzfrequenz.  Das klingt alles nach einem universellen Plan, der alle Lebensformen durchzieht.

yoga2Ich will wissen, wer mich in diesen Zug ‚Leben‘ hineingesetzt hat. Ich möchte wissen, wohin die Reise geht und warum ich in diesem Zug ‚Leben‘ sitzen soll.  Irgend jemand hat mich hier hineingesetzt, hineinsetzen wollen und nur darum durchlebe ich Liebe, Furcht, Freude, Fröhlichkeit, Lust, Schmerz, Erstarrung, Erregbarkeit und zahllose weitere Reaktionen auf bestimmte Reize. Dann darf ich wohl erfahren, warum ich in diesem Zug sitze. Findest du nicht? Ich möchte wissen, wohin die Reise geht und warum wir sie machen sollen!“
Der Pulsschlag des Lebens durchdrang ihr Herz und landet als Fragekomplex bei mir.

„Ähm. Na, ich dachte der Geist sei der Baumeister?“
Ich schaue sie bestürzt an. „Anhand der Aura unser Denken und Fühlen erkennen? „Na, ich freue mich schon auf die Zeit, wenn wir ehrlich miteinander sprechen m ü s s e n, ohne uns hinter einer Maske von Konventionen zu verstecken.“ Freudige Erwartung durchschwingt meine Stimme.
Mein abendländisches Erbteil forderte natürlich noch immer die Erforschung durch alle Theorien, empirische Verfahren, die tausendfache Vergrößerung durch das Mikroskop, wenn es um die aufgestellten Theorien Önnemaries geht, aber an das wandlungsfähige Gefühlsleben von Pflanzen, ihrem Schmerzempfinden und anderen zahllosen Reaktionen glaube ich auch. Seit langem stehe ich in einem innigen Verhältnis zu Rosen. Ich nehme meinen gedanklich aufgesetzten englischen Tropenhelm ab und meine: “ Du willst Klarheit.  Vielleicht sollen wir alle Nichtwisser bleiben? Vielleicht liegt auch darin der große Plan. Was wäre, wenn wir den großen Plan kennen würden? Wahrscheinlich alles versuchen, zu beherrschen, zu manipulieren?“,bemerke ich gleich darauf.

Galaxie

„Das Universum mutet sich mir immer mehr wie ein großer Gedanke, nicht wie ein großer Mechanismus an.

„ Der  Kosmos …. ein projizierter Gedanke? Alles Maya um uns herum?“

„Alles Illusion, genau! Wir verharren in einer Täuschung. Das Universum ist nichts als ein kolossaler Film. Eine undifferenzierte Masse von Licht. Wie im Kino. Licht und Schatten wird uns geboten. Alles, was da strahlt ist Licht. Nur durch das Medium eines bilderlesenden Lichtstrahls erscheinen Bilder auf der Leinwand. Die schlimmsten Szenen sind letztlich alles Hell-Dunkel-Dramen.  Unsere Körper sind Licht.  Es kann gar nicht anders sein, wenn ein Atom im wesentlichen Licht ist.

„Wenn alles Licht ist, was haben dann Leben und Tod mit Licht zu tun? Und deine Frage, warum man uns in diesen Zug Leben gesetzt hat, stellt sich doch noch mehr“, merke ich – sogleich von Flügeln getragen – an. „Genau, wofür wurde der menschliche Körper  dann überhaupt geschaffen und warum  dieser Planet Erde, so wie er ist?“

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Auch die Erde verfügt über Chakren.

„Das kann ich dir auch noch nicht beantworten. Wahrscheinlich Lernfeld Erde.  Wir sind wohl in so einer Art Probezeit? Woher sollen sonst die Erfahrungen für uns Menschen kommen? Wie sollen wir Liebe und Harmonie lernen, wenn nicht durch jede einzelne gelebte Erfahrung hier auf Erden? Ich vermute, der ganze Kosmos ist ein projizierter Gedanke. Und dieses Leid auf der Welt haben wir nur, weil wir unseren freien Willen missbrauchen. Momentan sind wir noch großspurig, als hielten wir beim Gehen Sonne und Mond über dem Kopf. Irgendetwas haben wir Menschen nicht verstanden. Wir verharren in einer Täuschung.  Ich bin mir sicher. Wir sitzen sozusagen fest. Aber es muss da irgendwie ein Verbindungsseil geben zum Pfad unserer Seele geben, zu unserem Urton, zum Angeschlossen sein an unsere ganz ureigene Kraft. Ich nenne es den Farbton unseres Herzen. Und jeder hat seine eigene Farbe seines eigenen Lichts. Und auch das Wissen darum tragen wir in uns. Es manifestiert sich in bestimmten Farben. Wenn der Mensch aus seiner Illusion erwacht, wird er sie erkennen können. Ganz feine, leichte Schwingungen, die wir vermutlich alle irgendwann wahrnehmen und durchschauen. Meinst du nicht, das es so kommen könnte?“, sagte Önnemarie. Ihr Kopf ragt zum Himmel, ihre beiden Beine dabei fest auf dem Boden stehend.

„Du Visionär in Andeutungen, dann hat der liebe Gott uns aber viel Seil mit auf den Weg gegeben!“ rufe ich in tiefster Entrüstung. Und was denn für ein Seil?“

frautraeume

„Na die silberne Schnur, den Schlüssel zur Selbstverwirklichung. Du kannst es Gott nennen. Musst  du  aber nicht. Du kennst doch sicher das Gefühl, in drei verschiedene Richtungen gezogen zu werden? Und irgendwann kommt der Punkt, wo sich das Seil spannt. Wenn wir große Extratouren unternehmen. Immer dann, wenn wir von unserem ureigenen Weg abweichen. Immer wenn wir uns von unserer „Quelle“ entfernen. Das Königreich liegt in dir, in mir, in Ihnen.
Das da draußen ist doch alles ein Vorgang der Anziehung und Abstoßung. Alles tritt paarweise auf. Alles scheint auf Ausgleich und Harmonie aus. Irgendwie scheint jede Kraft eine Gegenkraft zu erzeugen. Eine Kraft, die gleich groß ist und entgegengesetzt gerichtet ist. Die ganze Welt steht unter der Macht der Polarität. Selbst die kleinsten Teilchen, Elektronen und Protonen sind entgegengesetzte Pole. Tag und Nacht. Ebbe und Flut. Lust und Schmerz. Aufstieg und Fall. Geburt und Tod. Gut und Böse. Licht und Schatten.

Das ganze Universum ist bestimmten Gesetzen unterworfen. Und doch: Es gibt feinere Gesetze, als die der Naturwissenschaft, die die inneren Bereiche des Bewusstseins  und die verborgenen geistigen Gesetze regieren. Nicht der Physiker, sondern spirituelle Meister kennen das wahre Wesen der Materie. Da kann doch niemand sagen, dass ist rein zufällig oder gar absichtslos geschehen. Yogis schaffen es, in andere Sphären zu gelangen. Schamanen schaffen es. Vielleicht finden wir irgendwann einmal alle den Yoga-Schlüssel und machen uns auf in höhere Sphären?
Könnte es nicht so sein?“

Alles, was uns Energie raubt, lässt unsere Aura schrumpfen.

Alles, was uns Energie raubt, lässt unsere Aura schrumpfen.
„Hab dich nicht so. Los komm schon. Du bist überflüssig! Ah. Alles unter Kontrolle. Juhuuuu…“ Önnemarie schaut mit lavendelblau gefärbten Locken in den Kochtopf. In ihrer rechten Hand zappelt ein energischer  Hummer. Er flutscht ihr fast aus den Händen.  „Daran solltest du nicht einmal denken.“ Mitfühlend schnalzt sie mit der Zunge. „Tja, du Seepocke bring mich nicht zur Verzweiflung.“  Sie hebt kurz den Blick und stiert mich finster an. “ Oh, mir wird ein bisschen bange. Oje. Leb wohl, alter Freund.“
„Hummerkiller. Hummerkiller“ singe ich mit Unschuldsmiene.
„Morgen gibt`s Wackelpudding. Ich schwör`s!“Ach“ sage ich lächelnd.
„Aus unerfindlichen Gründen finde ich mich heute  supertalentiert und supertoll. Ich betrachte diesen Hummertag als Durchbruch. Andererseits….Ich könnte auch aus alten Mehlbeuteln Taschen basteln“ Sie grinst ihr Goldkronen-Zähne-Lächeln.
„Spieglein, Spieglein an der Wand. Wer ist die Schönste im ganzen Land“, sage ich ohne die geringste Absicht
Zwischen ihren Augen bildet sich eine steile Falte.
„Das eigene Ego steht  heute am Rand bei dir, was?  Schneewittchen….erinnere dich…die einsam sitzende Königin, die sich in den Finger sticht. Das Zentrum des Universums. Die Dame verliebt sich in ein Bild. In ihr Bild. Sie erlebt ihre eigene Version von Liebe. Ihr Mantra: Ich bin die Schönste“,
Im Kochtopf wimmelt  es nur so. „Weibliche Hummer brauchen keinen Deckel. Sie ziehen die anderen mit in den Tod. Männliche Hummer brauchen einen. Sie helfen sich, bauen eine Leiter und hauen ab……Also, wo liegt das Problem…. Sag`schon….Oje…“ Alles Lächeln scheint zusammenzufallen.
„Oje…ist nicht. Alles klärchen. Oje, will ich jetzt nicht hören.  Sag`mir lieber, wann man dem Leben und den  Menschen vertrauen darf? „, frage ich und warte darauf, dass meine kluge Freundin was sagt.

„Wenn dein Herz gehalten wird. Wenn dir jemand ins Ohr flüstert: Ich habe dich wirklich vermisst. Und dein Partner nach Wegen sucht, dieses Gefühl aufzulösen und sein Muster der Abwesenheit verändert. Durch Einlassen. Durch Halten und Gehaltenwerden, sowohl emotional als auch physisch. Durch sich selbst erkennen. …Wann man dem Leben vertrauen kann?…Ich…ähm…naja, vermutlich, wenn du den Deckel nicht auf den Kochtopf legst…wenn wir uns vom Ich-en und Mein-en entfernen, wenn wir nicht mehr absperren, wenn du den Zugriff auf Sachen lockerst….wenn du beginnst, darüber nachzudenken, wie viel Energie du brauchst, um zu schützen, zu bewahren, statt zu genießen. Alles Energierauber, die deine Aura schrumpfen lassen. “

narzFast hätte es mir die Sprache verschlagen. „Eigenartig! Wann würde jemand behaupten, meine Beziehung war eine Märchenstunde? …Ein Leben im Himmel. Und immer noch erzählen uns Märchen, glaubt an diesen Traum. Trotz allem Angstmachendem, aller Einwände, Widersprüche, Verformungen und unerträglichen Verstellungen, Moralvorstellungen, Neid, Abhängigkeiten, falscher Ideale. Es gibt so viel hinter dem Dort. …..Was ist denn heute noch die Liebe? Was noch Erziehung, was zerstörerisch…wann soll man Verlockungen meiden?  “

Önnemarie lehnt sich völlig verdattert zurück. „Ich…ähm, das weiß ich auch nicht mehr so genau, ist schon eine Weile her…Ich bin doch kein zwanghafter Problemlöser. Ich schau mal, was meine Gefangenen im Kochtopf machen.“

Mein Verstand rennt herum und sucht nach Antworten auf  Fragen. „Ich liebe dich. Oder vielleicht doch eher ein Bild von dir. Höchstwahrscheinlich  liebst du irgendeinen Typen, den du dir zurechtgeträumt hast. Und schwupp, schon steht er im Widerspruch zu dem, was er in den Augen deines Partners ist. Aber ins Ohr flüstern, ich möchte D i  c  h kennenlernen. Damit wird doch alles auf die Probe gestellt. Wir drohen doch schon als Kinder  an den Widersprüchen unserer Mütter  zu zerbrechen. Wie viele Mütter zwingen ihren Kindern ihre eigene Persönlichkeit auf….Spielen, wie es uns gefällt.“

Es euch gefällt. Wie es euch gefällt. …Shakespeare..2. Akt, 7. Szene…die Welt ist eine Bühne…und alle Männer und Frauen bloße Spieler……sein Leben lang spielt einer manche eine Rolle…………….Schönen Tag gehabt?….fragt meine kluge Freundin geistesabwesend die weiblichen Hummer dabei im Auge.

„Schön und schlimm,“ seufzte ich abgrundtief.  Broadway-Theater. Vor zwei Wochen hatte ein neues Stück Premiere. Die Proben liefen schlecht.“
„Liebes,  wir haben guten Grund anzunehmen, dass der Mensch so geschaffen wurde, dass es ihm möglich ist, zu expandieren…an Erfahrung und Bewusstsein. Denke daran, wenn alles fehlschlägt, liegt die Kraft im Empfangen und nicht im Verhandeln, im gegenseitigen Akzeptieren und nicht darin, die Probleme des anderen zu lösen. Geduld schmettert uns mit der Wahrheit nieder.“

„Tee, kluge Frau?“, frage ich und greife nach der Morgentau-Dose. Sie hört mich nicht. Sie ist mit ihren Gedanken bei ihren Seepocken. Ich mache ihr trotzdem eine Tasse Tee und verdrücke mich in mein Zimmer. Das Tagebuch. Max Frisch. 1949. Unvergessen. Eines meiner Lieblingsbücher. Sich in ein Bild von einem Menschen  zu verlieben,und dann in Klagen zu versinken, sich empören,  das Bild und Realität nicht übereinstimmen, sei das Unfairste, was man der Liebe antun kann, schreibt er.

Ich schlage mein Büchlein auf.

Liebes Tagebuch.

wenn ich die äußere Welt wahrnehme, ist das nur ein Zeichen, dass mein Inneres arbeitet. Es gibt keine Erscheinung ohne unser Bewusstsein. Und es gibt gerade eine ganze Menge Resonanzmomente in meinem Leben.

Und da ist sie dann wieder….die Königin, die näht und sich dabei in den Finger sticht.  Ausgerechnet bei dem Stich in den Fingern denkt sie an  ihren Traummann, von dem sie eine genaue Vorstellung hat. Rot wie Blut. Weiß wie Schnee und schwarz wie Ebenholz soll er sein. Ein märchenhaftes Bild der Liebe, nicht wahr. Dem zunächst Ersehnten folgt die dramatische Wendung, die Sehnsucht nach Zerstörung. Wenn schon keine Liebe und  keine Kommunikation und all die Enttäuschung mit ihrem Prinzen, dann wenigsten die Gewissheit, dass sie die Schönste im ganzen Lande ist. Der Zauberspiegel muss her. In einen Dialog tritt sie nur mit ihrem Zauberspiegel. Ihre Identität gehört als Superlativ gespiegelt.
der Verlust des wahren Selbst.  Grandiosität. Grandiosität. Wenn das ICH überhand nimmt. Die Narzissmusfalle. Weder sich können sie lieben noch andere…dann ist da noch die wahnsinnige Empfindsamkeit….die Unfähigkeit, sich in Menschen hineinfühlen zu können…überversorgte Kinder…
Ich werde ihm Knöpfe senden, vergoldet oder aus Perlmutt. Ich glaube, irgendwo habe ich sogar noch welche…

Morgen ist mein Abgabetermin. Es ist mir egal, dass heute alle freihaben. Ich zerre mich von den Laptop.

Je höher die  geschäftlichen Sphären, in denen man sich bewegt, desto mehr ist man von Narzissten umgeben?
Definitiv! In den Chefetagen finden Sie überdurchschnittlich viele Narzissten. Aber auch weiter „unten“ stößt man auf Narzissmus. Beispielsweise die Sekretärin, die sich den lieben langen Tag in ihrem Leid suhlt. Banale Dinge werden maximal aufgebauscht. Bei dieser Person ist jedes kleine Vorkommnis einzigartig, ungeheuerlich, schicksalhaft. Vorsicht übrigens auch bei Menschen, die, ach, so hilfreich, edel und gut sind: Es gibt den sogenannten masochistischen Narzissmus. Die Betroffenen schöpfen ihre vermeintliche Einzigartigkeit aus ihrer Bescheidenheit, Anspruchslosigkeit und Demut. Die sind oft schon beleidigt, wenn die Sonne scheint oder gelacht wird, verbreiten eine schreckliche Freudlosigkeit.

Der Narzisst kann sehr charmant sein, er verbreitet eine manipulative Aura, aus der man sich lösen muss. Da er Lob braucht, sollte man ihm dies geben – aber dosiert, wie beim Entzugsprogramm eines Junkies. Und man kann versuchen, ihm den Spiegel vorzuhalten, das Lächerliche seines Verhaltens. Das muss aber ganz, ganz sachte erfolgen, denn für Narzissten gibt es nichts Schlimmeres, als das Gefühl, der Lächerlichkeit! Und um schwere Narzissten sollte man schlicht einen Bogen machen.

Ich-bezogen und mimosenhaft: Narzissten sind überall. Wohl jeder kennt sie aus dem Freundeskreis, aus dem Büro – oder sogar vom Blick in den Spiegel….

Aus dem Hintergrund ruft Önnemarie: „Hummer für dich.“

Ich finde sie am Küchentisch sitzend, im Bademantel eingekuschelt, mit völlig zerzausten Haaren, das Telefon unters Kinn geklemmt und einem Hummerbein schräg im Mundwinkel. Nicht gerade das, was man sich von einer  Schönheits- und Gesundheitsjournalistin erwarten würde. „Bleibe an Land oder schwimme ins tiefe Wasser. Das Dazwischen ist tödlich. Das weiß doch jeder guter Schwimmer.“ Mit dem Zwei-Finger-Suchsystem greift sie nach einer Serviette. „Also klärchen.“ Sie schnaubt und legt den Hörer auf. „Ist doch wahr, wie oft wird unser Gefühlsleben von der Angst und der Fliegenklatsche beherrscht, Wie oft töten oder verjagen wir alles, was sich bewegt.  Jeder, der von dir verlangt, etwas anderes zu werden als du selbst, ist nicht heilig, sondern versucht nur, seine eigenen Bedürfnisse zu erfüllen.“
„Du Erleuchtete.“. Ich lache vergnüglich. „Wie war das eigentlich mit Andersens Meerjungfrau. Tauschte sie nicht ihre schöne Stimme gegen Beine ein?
„Rührend. Ja….aber auch quälend. Oberflächlich betrachtet eine süße Geschichte. Sie tut es, weil sie sich nach Liebe sehnt. Der Pakt mit dem Teufel.“  Mit der Hummerschale in der Hand dreht sie sich zu mir. „Es heißt doch Beweglichkeit sei Freiheit. Von Ehe zu Ehe. Von Abenteuer zu Abenteuer. Von Job zu Job, um ja Karriere zu machen. Den wahren Sinne haben wir noch immer nicht vom Leben verstanden. Und gegen Veränderung ist ja nichts zu sagen. Es ist aber eine bedenkliche Angelegenheit, wenn wir zum Schweigen bringen sollen, was uns einzigartig macht, um Erfolg zu haben. Wir können unsere grundlegende Natur nicht ändern.“
„Sehr eiweißreich“, merke ich an und schnappe mir ein neues Hummerbein.