Das Leben geht vom Herzen aus

farben wasser

 

und nicht vom Ego.

Also ehrlich, das möchte ich an dieser Stelle nun doch kundtun: mein Bedarf an Geraden ist gedeckt. Schnurstracks irgendwohin unterwegs, aber nicht näher am Ziel und schon gar nicht zur Zufriedenheit auf dem Weg. Womöglich noch mehr Energie abgeben, als ich habe. Immer den kürzesten und schnellsten Weg suchend, dabei sollte ich es wissen: Alles Leben folgt Kreisformen.  Die Natur hat wenig Bedarf an Geraden.  Überall Kurven und Kugeln. Rund ist die sicherste Form. Sprechen Sie mal mit einem Wassermolekül. Die wissen schon immer davon. Flüsse wissen es auch. Höchstwahrscheinlich  ist jener Schöpfungsverantwortliche auch rund.

Nur unser Ego nicht. Das fühlt sich eher eckig an.

Sind wir doch ehrlich. Wir alle leben ein Stück weit davon.
Wir alle haben Mittel und Wege, uns Aufmerksamkeit zu verschaffen.
Das Ego kann sein Haupt erheben. Es kann  so stolz sein.
Gern halten wir dann zurück oder spielen nicht mit offenen Karten. Die Körpersprache, die Augensprache, urteilende oder abwertende Gesten, lieblose Kommentare.  Laut und leise wird gefordert. Alles, damit uns ein anderer Mensch entsprechen soll.

Wir täuschen uns selbst und bitten um die falsche Nahrung.

 

maschreibend
Sie werden staunen, für wie viel Verhalten Angst zuständig ist.
Aus Angst vor weniger Anerkennung, aus Angst und Begierde planen wir uns zu Tode, zeichnen wir unser Leben über eine mögliche Zukunft vor,  vergessen wir die Sorgen anderer,  treffen wir kleinmütige Entscheidungen, sehen wir nicht, was uns täglich an Liebe und Aufmerksamkeit geschenkt wird,  kämpfen wir täglich mit Gespenstern, teilen wir die Welt in Dein und Mein ein, benutzen wir Menschen, aus Angst vor den Folgen treffen wir lieber rationale Entscheidungen. Angstvoll denken wir über unsere Zukunft nach, angstvoll unterdrücken wir Gefühle und tun so dabei noch so, als wäre die Aggression nicht auch ein Teil unserer Gefühlswelt. Die Aggression ist ein Teil unserer Gefühlswelt.  Jeder, der seine Wut oder seinen Ärger unterdrückt, unterdrückt zwangsläufig immer auch Liebe.  Denn das Eine ist nicht ohne das andere zu haben. „Wer Liebe ohne Wut haben will, will essen ohne Hunger.“   Der Motor für die „negativen“ Eigenschaften in der Welt ist eine anerzogene Angst.

Angstvoll  klammern wir uns an unsere eigene Meinung und Wunschbilder, an Ideale und Träume. Angstvoll konkurrieren wir miteinander, beweisen wir einander,  verhalten wir uns starr oder geradezu starrköpfig, meiden wir unbequeme Reisen, kämpfen wir sinnlose Kämpfe, statt zu fühlen. Wir lassen uns wegtragen.

Dabei verlernen wir das natürliche und herzliche Leben.

Außen ist nur ein Vorwand.
Der Mensch lebt von innen heraus.
Die Ursachen liegen innen.

Wir tragen unseren Himmel in uns.
Unsere Hölle auch.

martina meditierend

Trainieren wir besser unsere Mut-Muskeln und lassen uns nicht bedingungslos umformen.
Verlassen wir uns besser auf unsere Intuition.

Es liegt in der Natur der Sache, dass etwas schiefgeht. ALLES gehört zum Leben. Die Welt ist bunt. Zeiten der Not enden irgendwann. Zeiten des Erfolgs verwandeln sich wieder in schwierige Lebensphasen. Unsere Vorstellung von Glück hat mit der Realität wenig zu tun.

Hätten wir nur Glück, säßen wir vermutlich faltenlos unter Bäumen, die bis zum Himmel wachsen. Ist das die Realität?
Und glauben Sie nur nicht, unser Glück sei selbstgemacht. Selbstüberschätzung und Selbstherrlichkeit sind die Folge.

Erst jüngst schenkte mir ein weiser Mensch diese eine Wahrheit:

„Martina, hochfliegende Träumen haben nichts,  aber auch gar nichts mit Fliegen zu tun. Ein Geschäft ausschlagen, das einseitig zu deinen Lasten erfolgt, ist kein Versagen der Liebe. Es ist Lehrstoff des täglichen Lebens. Das, was gegeben wird, folgt oft ganz klaren Regeln. Wer sich nicht an die Regeln hält, wird zurückgewiesen. Das sollte nicht verwechselt werden mit der Liebe, die nur ein Ziel kennt – zu lieben.“

In dieser unermesslich großen Sphäre Leben sollen wir  als Mensch weit werden.
Bereit sein.
Für die Liebe.
Die Liebe sagt: Ich liebe.

Weder dies noch das.
Keine Vorlieben haben.
Auch negative Erfahrungen sind für die Erkenntnisfähigkeit und Reifung von Bedeutung. Beide Seiten sind unverzichtbar. Nur so erkennen wir, dass alles in dieser Welt miteinander zusammenhängt.

Die Wahrheit liegt im Herzen.
Berührung sieht nur mit dem Herzen gut.

 

 

Wenn sich Leben regt

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Ich bin nicht verrückt. Ich habe nur eine andere Perspektive eingenommen – also mich ein wenig ver-rückt.

Jedes Verhalten ist in irgendeinem Zusammenhang wertvoll und nützlich. Und da ich zwei geniale Trainer in mir habe, kann mir gar nichts weiter als das Leben geschehen. Sie halten mich fit und wach. Ich nenne sie „Angst“ und „Freude“.

Mein Freund Angst sagt mir immerzu: Um mich oben zu halten – genauer gesagt: um mein Bild meiner selbst oben zu halten – soll ich in mir das Bedürfnis wecken, andere  nach unten zu drücken. Es ist schon fast unheimlich:  Wie eine verschlossene Rosenknospe, die sich nicht mehr öffnen kann, sitze ich dann als Kugel, die sich daran gewöhnt hat, verschlossen zu sein. Unerreichbar sein, ruft mein Freund Angst.  Und dann drücke ich nach unten  und stolpere  so in dieser Kugel umher,  manchmal treffe ich dabei auf einen gemütlichen Bullerofen und lasse mich an ihm nieder. Ich tauche meine Lippen in einen aromatischen Minztee mit Zimtstange, der öffnet alle Poren und saugt die Vorlieben und Abneigungen, das Anhaften, die Gewohnheit, die  Ängstlichkeit vor Verletzung, Zurückweisung die Traurigkeit, den Tropfen der Melancholie oder der Rastlosigkeit und was noch so alles blüht  unter der Lawine von Ausreden und Erklärungen auf. Irgendwann  finde ich mich einen ganzen Berg weit entfernt von meinen anderen Gefühlen. Dort stecke ich dann.  Erst  jüngst blickte ich währenddessen – irgendwo entlang des Weges – auf Ameisen und ihre winzigen Antennen und dachte: „Die lassen doch mit ihren winzigen Antennen unsere komplexen Verständigungsschwierigkeiten glatt hinter sich.  Bestimmte Arten des Verstehens erfordern bestimmte Arten des Verstandenwerdens. So sieht`s aus!

Und dann rückt mein genialer Trainer Freude auf den Plan.

Die Freude sagt: „Papperlapapp, Martina, willst du hier verdunsten wie ein Wassertropfen in der flachen Hand? Was sinnierst denn da schon wieder zamm.  Atme tief ein, ohne Luft wächst nichts. Mach dir die Welt untertan. Spring und hüpfe. Lache, tanze im Kreis und singe wie die Meerjungfrau. Weg mit deiner Traurigkeit. Fliege zum Mond und wieder zurück. Da wartet schon eine Extrawurst auf dich. Die Freude will mir ihren Garten Eden schmackhaft machen. Und ich denke: „O man o man, seit Tausenden von Jahren ist der Mond der Gefährte der Liebenden. Daneben beginnt schon Traumland.“ Es pochert an meiner Stirn. „Soll ich mich jetzt als ein wiedergeborenes Kind einer Zirkusfamilie sehen? Alles ist bunt. Davonlaufen. Verwirrt- verwirrter!  Bonjour Tristesse!

Eine Rose symbolisiert für mich den Großwunsch meines Herzens

rose nur ein großerwunsch im herzen

 

Zum Glück gibt es noch einen genialen Trainer in mir: die Liebe

Und die sagt mir: „Alles fühlen, Martina.“

Wenn du wegläufst, läufst du vor einer ungeheuren Möglichkeit davon. Gehe langsam zurück, öffne in deinem eigenen Haus die Tür. Lass neuen Wind herein. Betrete dein eigenes Unbewusstes. Warte ab. Die Liebe sagt: Ich werde tun. Und sie sagt: Ich werde nichts tun. Erst wenn sich etwas beruhigt hat, kann etwas geschehen.

Wir bemühen uns nicht traurig zu sein, ruhig zu sein und nicht ängstlich, klar zu sein und nicht verwirrt, verständnisvoll und nicht verärgert. Trotz aller Anstrengungen, unsere Reaktionen auf das Leben zu formen und sie nacheinander abzuspielen, trotz unserer Angst vor bestimmten Gefühlen, ist es doch vor allem das Durchfühlen von alldem.

Wir müssen manchmal aufschrecken. Wir brauchen das stille Sitzen. Die Trauer kommt, die Trauer geht. Wir verletzen einander und manchmal geht der Schmerz so tief, dass wir uns nicht mehr trauen. Wunden leckend ziehen wir weiter. An manchen Tagen haben wir einfach Angst und an anderen lebt das Glück und die Freude in uns auf. Manchmal müssen wir die Schmerzen der Ent-Täuschung durchmachen. Manchmal muss einer den Täuscher  für uns spielen, damit wir den Täuscher in uns erkennen. Manchmal müssen wir zurückgeworfen werden.

Wahrheit ist nie verschleiert.
Wenn wir sie nicht sehen, dann liegt es daran, dass wir die Augen geschlossen halten.

Ich glaube, das Wichtige ist, dass wir in uns kein Gefängnis machen, sondern jedes Gefühl ganz und gar in  liebevoller Haltung in uns annehmen.  Jenseits aller Sprache ist die Berührung die alles verbindende Geste, die Energie, die alles Leben in uns mit allem Leben außerhalb von uns verbindet. Durch unsere Gefühle – und nicht um sie herum -finden wir einen Ort, den man im Zen die „Einfache Gegenwärtigkeit“ nennt. Sie ist die „Nahrung des Verstehens“.  Nicht die Weigerung des Fühlens, sondern das Annehmen aller Gefühle, die gefühlt werden wollen und sollen, ist der Weg der Erkenntnis. Das heißt nicht, dass man sich in die Sonne stellt und schmort. Oder sich auf ein Nagelbrett legt. Es geht darum, den Dingen in die Augen zu sehen – so wie sie sind.

Wir können in einer Scheuklappenwelt aus Träumen leben. Es ändert nichts daran. „Draußen“ wartet die Wahrheit.
Sich selbst gegenüber wahr sein.

Übergib dich der Ausatmung und lass dich mit dem Einatmen füllen.

Handeln in Liebe folgt dem Herzensimpuls.

 

PS.: Und vergessen Sie bitte nicht:

Was wir für das Leben halten, ist nur ein winziger Ausschnitt aus der Wirklichkeit. Das Leben selbst ist ganz anders.
Das Leben  ist eine Reise des Geistes durch Materie. Einzig das Gefühlte zählt. Das Gefühlte ist das Gelebte.
Ein Traum kann so ermüden wie Arbeit. Wenn ich einem rasenmähenden Menschen beim Mähen beobachte,  mähe ich den Rasen quasi mit. Wir können Abenteuer reglos durchleben. Alles ist letztendlich eine Wahrnehmung von uns.
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fühlend

 

„Wenn alles mit Gleichmut betrachtet wird, kehren wir zu unserer
Selbst-Natur zurück.“ (Zen-Weisheit)

Panta rhei.
Alles fließt.

Das Drehtablett-Selbst

Das Drehtablett-Selbst

Die wichtigsten Dinge in unserem Leben beginnen so weit drinnen, dass wir sie zunächst kaum selbst hören. Oder wir halten sie so sehr versteckt, dass sie kaum wachsen können und eignen uns stattdessen ein Drehtablett-Selbst an.
Sie kennen kein Drehtablett-Selbst? Jahrelang anderen die Seite zudrehen, die sie verstehen können. Anderen immer das anbieten, was sie wünschen, was sie brauchen oder was ihnen angenehm war. Darin so richtig gut werden: in einer Gruppe, neben dem Partner, dem Ex-Partner, vor den Eltern, dem einen Freundeskreis und dem anderen, am besten gleichzeitig, um möglichst vielen alle Bedürfnisse zu erfüllen. Selbstlos, eifrig Zuhörer, zuverlässig und großzügig, dabei immer mehr vom eigenen Selbst verbergen. Anderen nur die ihnen angenehmen Teile von mir zeigen, ist etwas anderes, als mir treu zu sein. Der Preis: ein subtiles Leben voller Lügen, an dem man dauerhaft – mindestens – spirituell zu ersticken droht. Da nützen einem die Wellen und Weite eines Ozeans dann auch nichts. Aus dem Wechsel seines eigenen Gesichtes eine Kunstform zu machen, auch wenn an allen Gesichtern etwas Wahres dran ist. Angst vor Konflikten. Angst vor Zurückweisung. Angst, nicht geliebt zu werden. Angst, zu zeigen, was vielleicht niemand verstehen würde. Ein Mangel an Vertrauen, dass die Blume in mir da draußen überleben würde. Sich wie ein Drehtablett verhalten. In dem Moment, wo nicht alles von uns „gespielt“ wird, entsteht Unheil. Wir lassen erst dann los, wenn wir unsere Egos erschöpft haben. Wenn das Wasser durch die Fenster drückt oder man bereits auf dem Dach seines Hauses sitzt, weil man zu ertrinken droht, schimpft und sich bei anderen beklagt, sie gar noch dafür verantwortlich redet,  warum man nicht gerettet wird. Weggehen. Gehen bis man nirgendwo mehr hingehen kann und sich auf das Warten einlassen muss.  Warten auf das, was in der Tiefe auf einen wartet.

Kein Vogel kann fliegen, ohne seine Flügel auszubreiten. Und kein Mensch kann lieben, ohne sein Herz zu zeigen. Das ist vielleicht einer der ältesten inneren Gesetze, so unausweichlich wie die Schwerkraft. Da können noch so viele scheinbar schlaue Argumente hervorgeholt werden, hinter denen man sich verstecken mag. Es stimmt, junge Vögel zögern, bevor sie das erste Mal aus dem Nest springen, doch wenn sie die freie Luft erst einmal gekostet haben, breiten sie ihre Flügel aus. Sie haben das Vertrauen gefunden, die Kraft, abzuheben und zu landen. Bei uns Menschen bilden sich die Flügel nur, wenn wir das Herz öffnen.

In diesem Sinne
Licht und Liebe, in memory an J.O.

Liebe oder Angst

Liebe oder Angst

I would have given you all of my heart, but there’s someone who’s torn it apart
And he’s taking just all that I had…Sheryl Crow...But if you wanna try to love again
Baby, I’ll try to love again, but I know The first cut is the deepest, baby, I know…..ein paar Sekunden stiere ich wie hypnotisiert auf das Radio.
Angetrieben von rechtschaffener Empörung und lauwarmen Latte klammere ich mich am Kühlschrank fest. „Ich glaube es einfach nicht“, platzt es aus  mir heraus. Was mögen denn die Männer, Väter, Söhne, Jungs ingesamt –  Autos, Frauen, Macht, Skat, Essen, Trinken,Freunde,  Fußball, Sex.“
„Hä?“ Verwirrt schaut Önnemarie mich an.
„Was ist das Wichtigste in einem Menschenleben? Sag du es mir! Juan. Er hat so getan, als sei er zu Hause, dabei sitzt er vierhundert Kilometer entfernt bei seiner Freundin. Wandelt einstige Liebeleien in Freundschaft um“, erkläre ich.
Wie ich Önnemarie kenne, wird sie einiges dazu zu sagen haben. Gespannt erwarte ich ihre Reaktion.
Sie runzelt die Stirn. Und dann sagt sie unerwartet, nur zwei Worte. Aber das genügt, um meine ganze Welt auf den Kopf zu stellen.
„Welcher Juan?“
Ich schaue sie völlig verdattert an und weiß gar nicht, was ich sagen oder tun soll.
Und dann fällt plötzlich der Groschen. “ Oh! Ha, ha, ha…sehr witzig“, sage ich ehrlich erleichtert.
Ich lasse den Kühlschrank los. Klar, ich soll ja nicht mehr über Juan reden. „Ich soll so tun, als gäbe es ihn nicht, stimmt`s?“
„Als gäbe es wen nicht?“
„Ich weiß, ich weiß“, meine ich, „aber können wir damit mal kurz aufhören?“
„Aufhören womit?“, sagt sie, als hätte ich keinen Schimmer, was ich da rede.
Hör zu, danach rede ich nie wieder über ihn, versprochen“, sage ich und schiebe einen der Küchenstühle gleich neben ihren.
Kein „Nein, im Ernst!“. Keine Gesamtanalyse. Önnemarie runzelt erneut die Stirn. „Wovon redest du bitte?
Hast du von dem Fruchtpunsch getrunken?“, frage ich angesäuert.
„Was zum Teufel ist in dich gefahren?“, kontert sie.
„Was in mich gefahren ist? Du kannst dich nicht an Juan erinnern?“
„Weil du nie einen Freund mit Namen Juan hattest!“, sagt sie.
Darauf fällt mir nichts mehr ein. Aber nur eine Sekunde lang. „Das ist nicht witzig“, sage ich.
„Sehe ich so aus, als würde ich lachen?“ Sie balanciert die Tasse Tee auf einem Knie.
„Ach, hör doch auf“, meine ich und verschränke meine Arme vor der Brust. . „Im Ernst! Wie kannst du so tun, als würdest du den Mann nicht kennen? Ich hatte nach vier Wochen des Kennens mit einem Liebesbrief von ihm gerechnet. Aber auf so eine Lüge war ich nicht vorbereitet.  Leider kein Umschreiben der Geschichte möglich. Ähm, Augenblick mal, könnten wir das nochmal zurückspulen. Die Erkenntnis versetzte mir eine schmerzlichen Stich. “
Ich spitze die Ohren und lausche auf verräterische Geräusche.
„Tut mir leid, Martina. Da komme ich nicht mehr mit.“
„1.79 cm groß, längere blonde Haare, das süßeste Lächeln von Welt. Voller Stolz und Anmut.“
Abermals ausdruckslose Miene.
„Sehr gut aussehend“, füge ich hinzu.  Siegesgewiss renne ich an meinen Computer, trage ihn in die Küche und knalle ihr den Rechner vor die Nase. Ich klicke meinen Laptop aus dem  Johny-Depp-Bildschirmschoner-Schlafmodus wach.
„Ich habe hunderte Fotos auf meinem Laptop“, erkläre  ich kurz und bündig.
Nur da finde ich kein Foto. Ich schaue Önnemarie an. Sie bedenkt mich mit einem Blick, als wollte sie sagen: Hab ich dir doch gleich gesagt.
„Ach…ja klar, hab`ich auf die externe Festplatte hinübergeladen“, stammele ich.
„Wie du meinst“, entgegnet sie. “ Martina, denke an diesen Tag. Denke an jeden Tag als einen Tag des Lernens. Als eine Chance zu lernen und dem Geist neue Horizonte zu eröffnen.  Schaue auf deine Visionen. Auf eine neue, starke Weise. Heute. Liebe oder Angst, Martina. Was ist das Wichtigste in einem Menschenleben? “
„Was das Wichtigste im Menschenleben ist? Ähm….nun, wann immer sich die Menschen von der Liebe trennen, scheitern sie“, erwidere ich und muss mit meiner miserablen Laune zum Trotz lachen.  Es ist doch so: Man wird vollgestopft mit Wissen. Das Motto: ‚Teile und Herrsche‘ regiert die Welt. Wir leben abgetrennt von der Natur und von uns.  Am Ende versklaven wir uns selbst.  Man flösst uns ein, wir seien schwach und machtlos. Das alles ist vermutlich eine große, fette Lüge. Es gibt keinen Grund. Weshalb sollte ich nicht mächtig sein?
Und überhaupt! Was ist ein Menschenleben? Die ersten 30 Jahre versucht man etwas zu werden. Zunächst  ein gutes Kind, dann ein guter Schüler, ein guter Auszubildener, ein guter Berufstätiger, eine gute Ehefrau, ein guter Ehemann.  Alles, was ich aus diesem Blickwinkel sah, war: es ist nicht okay,  wie ich bin. Ich musste gut werden. Sie, liebe Leser, vermutlich ebenso.
Irgendwann begriff ich, dass ich das Spiel nicht verstanden hatte. Das Spiel ist: herauszufinden, was ich bereits bin.

Ich bin nicht als Martina geboren, sondern als Mensch. Ich lernte, wer ich bin, ob ich gut bin oder böse, erfolgreich oder nicht.  All das ist angelernt. Du siehst jemanden an und es heißt: schlauer, dümmer, älter, jünger, ärmer, reicher. Wir machen all diese Unterscheidungen, um Menschen in Kategorien einteilen zu können und sie dementsprechend zu behandeln. Wir betrachten die Menschen als von uns getrennt, weil wir nur das wahrnehmen, was uns von ihnen unterscheidet.

Eine der dramatischsten Erfahrungen ist es, mit einer Person zusammen zu sein und dann plötzlich zu erkennen, wie sehr sie dir gleicht und nicht anders als du ist.  Man erlebt, dass das Wesentlichste in dir undmir in der Tat ein und dasselbe ist. Man versteht, dass es überhaupt kein „anders“ gibt.

Es ist alles eins.

gleichen

Das Leben ist wie eine Fahrt in einem Vergnügungspark. Wenn wir die Fahrt beginnen und denken, es wäre die Realität, dann ist unser Gehirn problemlos in der Lage, es real erscheinen zu lassen. Die Fahrt geht hoch und runter, hin und her, mal Nervenkitzel, mit kalter Schauer. Sie ist sehr hell und in Farbe und es ist ziemlich laut – und es macht Spass – eine Weile lang. Man fragt sich. Ist das echt, oder ist das nur ne` Fahrt?  Andere sagen: Macht euch keine Sorgen und habt niemals Angst, denn das ist nur ne` Fahrt. Und wir bringen diese Leute um. Bringt ihn zum Schweigen! Ich hab in diese Fahrt investiert! Schaut Euch meine Sorgenfalten, mein dickes Bankkonto und meine Familie an, das muss echt sein.

Es ist nur eine Fahrt. Es ist nur die Wahl. Aber das macht nichts, denn es ist nur eine Fahrt, die wir jederzeit ändern können. Es ist nur die Wahl. Kein Aufwand, keine Arbeit, kein Job, keine Ersparnisse.

Nur die Wahl, hier und jetzt, zwischen Angst und Liebe.

UNSER EGO

Das Ego-Bewusstsein ist dabei der größte Betrüger , den man sich vorstellen kann. Weil man es nicht sehen kann. Und der größte Betrug dabei ist: Ich bin Du. Das Problem ist, dass das Ego sich da versteckt, wo man es am wenigsten erwartet. In sich selbst.
Es verkauft seine Gedanken als die Ihren. Seine Gefühle als die Ihren. Sie halten es für Ihr Selbst. Menschen verteidigen ihr Ego ohne Grenzen. Sie werden lügen, betrügen, stehlen, morden, um ihre Ego- Grenzen zu behalten. Die Leute haben keine Ahnung, dass sie im Gefängnis sitzen. Man realisiert nicht, wie durchtrieben das Ego wirklich ist.  Durch die Erfindung dieser ur-eingebildeten Abgrenzung entstehen dann echte Feinde. Etwas wie einen äußeren Feind gibt es aber nicht. Egal, was die Stimme in ihrem Kopf mir oder  Ihnen sagt,  Alle Feindbilder, die wir haben, spiegeln nur die Ängste unseres Egos wieder. Den Feind in uns.
Dein größter Feind ist dein eigene Selbstwahrnehmung, deine eigene Ignoranz, dein EGO.  Raum und Zeit sind eine Illusion der Wahrnehmung, sagt die Quantenphysik. Ein spirituelles Band hält hingegen die Welt, uns Menschen zusammen. Es erklärt Phänomene wie die Reinkarnation, Deja-vu, Karma-Gesetze.  Bewusstsein formt  Realität.

to be continuued…