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Jeder Tag ist ein kleines Leben.
Der Morgen – die Jugend des Tages. Aufwachen. Ein Moment, der ein Geschenk ist.
Bei-sich-sein. Über-sich-hinaus-sein. In die Luft gucken. Die Sonne sehen.  So viel sein, wie ich mir erträume.
Und wenn nicht, das Leben dennoch küssen. Wenn ich es küsse, wird es anders.

Der Tag – das Erwachsensein des Tages. Fröhlichkeit in die Augen legen. Nicht in Erwartungen verklemmen. Überlegungen. Entscheidungen. Erkenntnisse, die sich ihre Zeit selbst wählen. Gedanken, die unaufgefordert rege werden.  Malen in grellen Farben, erahnend, was zu nah am Auge ist, beschränkt sich. Also lieber den Maßstab vergrößern. Die kleinen Unfälle, die geschehen. Fragen der Zeit, die an der Wirklichkeit zerschellen.  Narren treffen auf Schwärmerinnen, Liebhaber auf Schäfer. Genüsse der Eitelkeit. Blindsteller, die ihre Brille ins Waschbecken fallen lassen – verlegt – damit man nicht sieht, was passiert. Aber man sieht ja doch. In Wirklichkeit kommt ihnen die Vergangenheit dazwischen. Rückhalt Sicherheit. Es braucht dann ein Ereignis. Einen Fehler. Ein Fehler löst dann alle Probleme. Ein Fehler  bei seinem Gegenüber kommt dann sehr gelegen. Man bricht den Glauben an eine Beziehung, nur weil man selbst keinen mehr hat. Man springt  beruhigt  zum Eintrag der nächsten Woche vor. Sehr effektiv arbeitet man auf das Ende hin. Man hört auf mit dem anderen zu reden. Man verliebt sich um in den Fernseher. Man bildet sich ein, man tut nichts, und doch bleibt nichts ungetan. Wir füttern andere, wie wir uns selbst ernähren und nicht, wie sie ernährt werden sollten. Halb genaue Worte für eine ganze Welt. Wirft man sie in den Himmel, fallen sie auf einen zurück. Fremde Sprache möchte man verstehen. Taten , die sie bestätigen oder entkräften. Bis der Punkt ohne Wiederkehr erreicht ist. Die Herrlichkeit des Lebens.

Und danach?

caliebewolken

In jedem Gesicht den Menschen suchen. Sich fangen lassen vom Leben. Mit sich selber sein. Mit anderen sein.  Und nie dabei vergessen: Was einer dem anderen sein kann, hat enge Grenzen.

Und am Abend betrachten wir es vielleicht so:
Es genügt nicht, seine Person am Leben zu erhalten. Es genügt nicht, Reichtum, Langlebigkeit und einen guten Ruf zu respektieren. Was uns Menschen gefällt, ist persönliche Sicherheit, schmackhaftes Essen, Kleider, schöne Ansichten und angenehme Klänge für unsere Ohren. Worauf wir herabsehen, ist Armut, Gewöhnlichkeit, Krankheit, der Tod und ein schlechter Ruf. Was wir gar nicht leiden, ist, es uns nicht gemütlich machen zu können.  Den tapferen Krieger und den arbeitswütigen Reichen halten alle für gut. Obschon erahnend, in einem kleinen Sack kann man nichts Großes aufbewahren.

Wir glauben, wir tun es für uns, aber eigentlich entfremden wir uns von uns selbst.
Ich bin nicht sicher, ob das, was wir mitunter Freude nennen, wirklich so freudvoll ist.

 

dampfbad2Fische finden ihren Weg nach Hause. Sie haben ein ganz feines Gespür dafür, wo sie zuhause sind. Selbst über tausende von Meilen finden sie ihren Weg. Fische vergessen sich selbst in den Flüssen und Seen. Sie schwimmen fröhlich hin und her.
Wir sind kein Fische, werden Sie jetzt vielleicht denken. Wo will ich wissen, was die Freude der Fische ist.
Sie sind auch kein Fisch. Wie wollen Sie also wissen, das ich nicht weiß, was die Freude der Fische ist?

 

dampfbad1
Eigentlich wissen wir es.Wenn wir über eine Brücke schlendern, wissen wir es.

Natürlich bin ich kein Fisch.Unser Vorlieben und Abneigungen unterscheiden sich. Die Realität setzt Grenzen. Ich halte mich fest am Segen durch Anpassung an die Große Ordnung.

Aber lernen kann ich schon von ihnen!
Ihre erstaunliche Geschicklichkeit. Ihr spezieller Weg. Sie lassen sich von nichts ablenken. Sie schwimmen so gut, weil sie das Wasser vergessen. Ein ganzer Geist. Wenn wir ein Auto gewinnen können, werden wir bereits nervös. Wenn wir Gold gewinnen können, geraten wir doch total aus dem Häuschen.
Wer immer sich auf Äußerlichkeiten konzentriert, der wird im Innern unbeholfen.

Schlendern Sie fröhlich durch Ihren heutigenTag.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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4 Kommentare zu “

  1. Arabella sagt:

    Schlendern ist Luxus! ❤

  2. sugar4all sagt:

    Das hast du wunderbar geschrieben…DANKE und einen lieben Gruß von ganz „Innen“!

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