Veränderung ist uns eingepflanzt

der tanz

 

Es gibt sie.
Die Veränderungen im Leben.
Umzüge, Familienzuwachs, Jobwechsel, Autounfälle, Krankheiten, außer Kontrolle Geratenes, Unvorhergesehenes, verlorenes Interesse an einer Sache, Beziehungsende, Partnerwechsel, Wünsche, neue Welten, die wir schaffen mögen. Die Liste ist endlos.

Es gibt Veränderungen, die wir herbeisehnen. Und es gibt Veränderungen, die wir als Herausforderungen empfinden. Manche sind knochenhart. Sie bedeuten Konflikte. Sie führen uns recht schutzlos in Gefühle von Zweifel und Ängsten. Sie lösen in uns Widerwillen und Unsicherheiten aus. Tapfere schreiten durch sie, ohne ihre Risiken groß zu beachten, Umsichtige lassen Vorsicht walten. Und einige bleiben stehen, aus Furcht vor eigentlich allem und jedem.
In manchen Situationen meinen wir gar nichts unter Kontrolle zu haben, in wieder anderen führen wir die Veränderung forschen Schrittes herbei. Wir wählen Gedanken, die wir zu wählen nicht meinten. Wir glauben, manches sei Schicksal. Zu glauben, wir seien durch unsere Kindheitserfahrungen, durch Sterne, durch Gene konditioniert, bedeutet, uns zu konditionieren. Doch in Wirklichkeit ist alles eine Wahl. Es ist gut, sich immer mal wieder daran zu erinnern: Wo wir uns in jedem Moment aufhalten, wird von unserer Wahlentscheidung, eben da zu sein, bestimmt.

martina meditierend

Die beste Möglichkeit

 

Alles unterliegt einem Wählen. Wir können wählen, so zu bleiben, wie wir sind oder anders. Wir können falsche Gewohnheiten wählen, die uns am gewünschten Verändern hindern. Wir können unsere Absicht zur Veränderung stärken oder schwächen.
Wir können das Leid vor der Zufriedenheit wählen. Dann leiden wir.
Wir können in Geschwätz oder negativem Denken verharren.
Wir können aber auch unsere Reaktion auf Geschehen verändern.
Wir können Momente sammeln und nicht Dinge.
Wir können uns in die Veränderung hinein ergeben oder sie ankämpfen.
Wir können allem eine eigene Bedeutung überstülpen und auf diese Weise immer Bestrafung erleben.
Wir können die Situation aber auch einfach sein lassen. Sie ganz spüren und ihr erlauben, uns zu zeigen, warum sie in unser Leben gekommen ist. Ob etwas in unserem Leben positiv oder negativ ist, profan oder bedeutsam, legen wir fest. Das Leben geschieht neutral.

Unserer Wahrheit wird erst dann zur Wahrheit, wenn wir sie mit Liebe ausdrücken.
Die Macht dafür liegt in unserem Herzen.

Die Veränderung ist uns eingepflanzt. Wir sollten sie akzeptieren lernen.
Wenn wir zum Kern vordringen wollen, müssen wir uns fragen: Was verlangt jene Sitution von mir? Welches Geschenk zeigt sie mir? Was halte ich noch zurück? Auf welche Weise hilft mir die Situation bedingungsloser lieben zu lernen?

 

Auf meiner Reise durch die Welt der Blogs entdeckte ich kürzlich eine von mir hoch geschätzte Autorin und Dichterin, die sich wegen eines Filmklassikers aus dem Jahre 1959 Sugar nennt. Ihre poetische Schaffenskunst birgt Titel wie Hindurch, Gedenke deiner Gedanken oder Herzliches Glück.

All ihre Gedichte sind hell zu lesen. Sugar`s Gedichte bedeuten für mich Lebensfreude. Sie sind besondere Sprachschätze. Sie schreibt gesprächig, murmelnd, vagabundierend treibend wie auch kehrtwendend konkret und in wohltuender Schärfe. Ihre Poesie ist ein Ab- und Auftauchen von alltäglichen Momentaufnahmen, von Bildern und Sinnzusammenhängen, von Landschaft, Ding, Mensch und Gesellschaft. Genauestens beobachtend. Perspektiviert.
Es sind Gedichte, in denen man sich gern einrichtet. Man sitzt auf den gewählten Wörtern. Ausgefaltet, in schönster poetischer Form verkettet, wandern sie mitten ins Herz hinein.

Gib den Worten ihre Zeit, lass sie fließen, um dem Geschriebenen ein Ganzes zu geben“, schreibt Sugar in ihrem Poesie-Blog. Wir sollen der „Poesie den Raum lassen und in sie eintauchen„.

Aus gegebenem Anlass, jetzt also ein Gedicht von Sugar :

Veränderung

Veränderungen brauchen Zeit

damit die Schnelligkeit nicht

die Wertigkeit einholt.
Veränderungen brauchen Aufmerksamkeit

damit das Andere

zum Neuen reift.

Veränderungen brauchen Raum

damit die Größe

ein Wachsen zulässt.

 

Veränderungen brauchen wir Menschen

weil das Kommende

immer auf uns wartet.

©sugar4all

 

Lesen Sie selbst. Durchqueren Sie. Unternehmen Sie einen Spazier-, einen Fühl- und Denkgang auf

Sugar&Mohr  (Texte: Sugar; Fotos: Mohr)

 

Schönerweise hier noch der Hinweis auf das jüngste Werk:

sugar

 

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10 Kommentare zu “Veränderung ist uns eingepflanzt

  1. arabella50 sagt:

    Ein schöner Blog.
    Und , wie stehen die Schneeaussichten in Bonn?
    Liebe Grüße zu dir.<3

  2. nakedberlin sagt:

    Wunderbar!! Danke für das teilen und Sugars Texte haben eine wunderbare Melodie der Leichtigkeit.

  3. gunst01 sagt:

    Wieder einmal so wunderbare Gedanken.

  4. sugar4all sagt:

    Liebe Martina! Wie kann ich dir nur in Worten schreiben, wie mich deine Zeilen bewegt haben! Ich bin so sehr angetan….so sehr berührt…so sehr erfreut…und so sehr dankbar wie du mein Schreiben, meinen Blog und das alles was dazu gehört siehst und fühlst!
    Momentan kann ich nur vielen lieben Dank sagen und es ist wunderschön für mich, so eine wunderbare Leserin wie Dich zu kennen und der Gedanke, dass du meine Gedichte mit dieser Tiefe liest, umhüllt die Wertschätzung und Kostbarkeit meiner Poesie!

    • martinakunze sagt:

      Liebe Sugar,
      ICH habe dir zu danken.
      Es ist eine große Gabe, die du hast…
      Deine Poesie berührt.,öffnet, macht weit…und zieht einen zugleich tief in sein eigenes musikalisches Innenleben..ja…so möchte ich es formulieren…

      „Es taucht ein in dich“ – eine einzige kleine Zeile – riesengroß – das ist eine Leistung.
      Ich mag deine Feinheit, deine Fühlworte, deine Gesten.
      Ich lese dich gern. Ja.

      Es war mir eine Herzensangelegenheit…

      PS: in Vorfreude auf deinen Ersten Gedichtband.
      lieblächelnd.
      .

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