Maya: Die Lakandonen

maya kalender erde

 

Heute lesen Sie etwas über die auffälligen Parallelen zwischen der Kultur der Maya und der hindustisch-buddhistischen Welt Indiens.
Sie lernen die Lakandonen kennen und erfahren einiges über die politische Realität jenes mexikanischen Kulturvolkes.

 

 

Die Maya errichteten nicht nur Pyramiden und Tempel, sie schufen auch Observatorien, Staudämme und Prozessionstraßen, künstliche Wasserbecken, Drainagen und Kunst. Der Lauf der Zeit bewegte sich für sie nicht von einem einmaligen Anfang zu einem Ende, sondern wurde, gleich dem Umlauf der Planeten, als eine ständige Wiederkehr von Geburt und Tod, Werden und Vergehen, Schöpfung und Zerstörung gesehen. Das letzte Zeitalter begann mit dem 4 Ahau 8 Cumbu,  was nach unserer Zeit das Jahr 3.113 v. Chr.  ist.

Zyklische Zeitbegriffe finden sich auch in Indien. Auch bei ihnen begann jenes Zeitalter in einem Jahr, das dem Nulldatum der Maya auffallend nahe kommt. Es ist das Jahr 3102 v. Chr..
3000. v. Chr. war die städtische Kultur der Sumerer bereits auf ihrem Höhepunkt angelangt.

Und auch die viel gerühmte Entdeckung der Null als mathematisches Prinzip durch die Maya, gelang ebenso den Indern. Es könnte durchaus sein, dass die Maya die Null von den Indern übernommen haben.

Vor dem gegenwärtigen Zeitalter hat es für die Maya bereits drei vorausgegangene Welten gegeben. Und überhaupt ruhte für sie die Welt auf dem Rücken eines Krokodils, das in einem großen Teich schwamm. Das Krokodil brauchte sich nur bewegen, dann gab es Erdbeben, Vulkanausbrüche oder Überschwemmungen.
13 Himmel wölben sich in der Welt der Maya über der Erde, die für die Götter und Auserwählten vorgesehen waren. Und in die 9 Unterwelten kehrte man nach dem Tode zurück.

Auch im hinduistisch-buddhistischen Indien existiert die Vorstellung von vier Weltzeitaltern, die Millionen von Jahren umfassen.
Ebenso zeigt der Aufbau der Welt Parallelen. Der Kontinent des Rosenapfelbaumes – so nannten Inder in alten Zeiten ihr Land – schwimmt auf einem Ringmeer und über der Erde erstrecken sich mehrere Himmel und Höllen. Sie wurden in 8 kalte und 8 heiße Höllen unterteilt.
Bei den Lakandonen, einem indigenen Volk in Chiapas im Osten Mexicos, findet sich die Vorstellung von der Unterwelt, die unterteilt wird in  Feuer und Eiswasser. Also auch hier gibt es Parallelen mit dem hindustisch-buddhistischen Indien.

 

Die früheste Kalender- und Textinschrift der Maya findet sich auf der Stele 10 in der ältesten Maya-Stadt Kaminaljuyù in Guatemala (300v. Chr.). Der Name dieser Stadt ist wie bei den meisten Ruinenstädten der Maya nicht die Bezeichnung ihrer ursprünglichen Bewohner.  Kaminaljuyù bedeutet „Tal der Toten“. Sie verdankt ihren Namen den Gräbern, die man in zahlreichen Pyramiden-Mounds fand. Mounds sind aufgeworfene Erdhügel mit Lehmverkleidung. Sie sollen als Plattformen für die Residenz lokaler Würdenträger gedient haben. Die Maya pflegten in präfrühklassischer Zeit ihre Toten unter der Wohnstätte zu begraben.  (1500 – 1000 v. Chr.) In späteren Jahren (1000-300 v. Chr.) erreichten diese Pyramiden-Mounds kaum eine Höhe von 2 Metern. Einige erfüllten aber bereits eine Tempelbasis. Im späten Präklassikum war die Stadt  Kaminaljuyù auf eine Bevölkerung von 25.000 bis 50.000 angewachsen, verteilt auf mehrere dörfliche Siedlungen. Zu dieser Zeit gab es  dort 200 Tempelpyramiden.

Jene Stele  10 ist stark beschädigt, so dass sie nicht datiert werden kann. Auf den Fragmenten sind noch drei figürliche Darstellungen zu erkennen. Ein Jaguar, eine federgeschmückte menschliche Gestalt, vermutlich Götter und  einen Fürsten oder Priester, der jenen Göttern ein Opfer überreicht. Ebenso sieht man eine Maske, auf der ein Drachen zu erkennen ist. Schon bei den Olmeken fanden sich furchterregende Schlangen.
Schlangen und Drachen sind in  indischen Mythologie  mit mehren großen Göttern verbunden. Schlangenverehrungen gehen zurück bis in die vorhinduistische Zeit.

 

palenque blattkreuz

Palenque

Palenque Blattkreuztempel geoffroy yan

Blattkreuz-Tempel in Palenque

Copàn und Tikal waren die größten Städte in der klassischen Zeit der Maya. Palenque war damals nur ein Zentrum zweiter Kategorie. Diese Stadt blieb aber bislang  in ihrer architektonischen und künstlerischen Ausstattung  ohne Beispiel in der Maya-Welt.

 

 

 

 

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Himmelsbaum abbgeildet auf einem Sarkophag in der Maya-Stadt Palenque.

 

Tikal, Copàn und Palenque weisen besondere und individuelle Stilformen in der Kunst auf. Man findet Merkmale,  später finden man sie auch auf der Halbinsel Yucatan, die auffallende Paralellen zur buddhistisch-hindustischen Kunst Indiens aufweisen. Drachenartige Wesen, lotusartige Pflanzen. Auf Stelenreliefs sieht man Wesen, die an indische Mahouts erinnern, die auf dem rüsselbewehrten Kopf eines Elefanten hocken.

Selbst auf einem Sarkophag in der Krypta des Inschriftentempels von Palenque sieht man den für Südasien typischen Himmelsbaum. Das Kreuz endet an den Seiten in jeweils eines jener aufgesperrten Drachenmäuler mit den Menschenköpfen.
Andere  interepretieren die Darstellung eher als Symbol der nahrungsspendenden Maispflanze.

 

 

 

 

 

 

Wer sind die Lakandonen?

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Lakandon- Gebiet im 17. Jahrhundert. Quelle: wikipedia

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Sie leben im Bundesstaat Chiapas nah der guatemalekischen Grenze, siehe unten rechts. Quelle Wikipedia

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Lakandonen sind eine Splittergruppe aus der Sprachfamilie der Maya. Genauer gesagt, gehören sie zur Maya-Yuichè-Zoque-Sprachfamilie.  Etwa 700 Angehörige leben im äußeren Südosten Mexicos,  an der Grenze zu Guatemala im Bundesstaat Chiapas am Rio Usumacinta.
Heute leben sie  in einem Reservat im Regenwald. Der wird mehr und mehr abgeholzt. Holzfäller und Touristen bedrohen ihre Unberührtheit. In dem weiten Gebiet liegen ihre Dörfer (caribals) oftmals einige Tagesmärsche voneinander entfernt. Diese sind versteckt in kleinen künstlichen Lichtungen angelegt und häufig nur auf dem Wasserweg oder auf verschlungenen Pfaden, die kein Fremder kennt, zu erreichen.

 

lakaSie tragen lange Haare und bekleiden sich nur mit weißen Kitteln. Am Morgen deuten sie die Träume der vergangenen Nacht. Vierzig Zaubersprüche gibt es bei ihnen. Gesund gilt bei ihnen nur jemand, der auch glücklich ist.

 

Bauern gründeten die ersten Städte

Sie selbst gaben sich den Namen „massewal = untere Klasse, ein Wort, das aus der  Nahuatl-Sprache stammt. Die Grundlage des Gesellschaftssystems der Maya in klassischer Zeit bildeten die Bauern. Sie schufen erst die Voraussetzungen für die Entstehung urbaner Zentren und Eliten. Tempel- und Palastbauten wurden mit ihrer Hilfe errichtet.
Das Hochland von Guatemala, der Lebensraum der Maya in der klassischen Zeit war vielen Invasionen aus dem Raum Zentralmexiko ausgesetzt. Tropische Vegetationen im Tiefland schützte sie vor Fremdeinflüssen. So erklärt man überhaupt, das den Tiefland- Maya das Aufkommen der Geburt von Städten gelang, wenn auch mit ungünstigeren Startbedingungen. Tikal zum Beispiel, die spätere Metropole, wurde von bäuerlichen Einwanderern um die Mitte des 1. vorchristlichen Jahrtausends im nördlichen Peten gegründet. In einer Bauzeit, die über 1000 Jahre dauerte, wurde sie zu einem Zeremonialzentrum ausgebaut.Sie war die größte aller Maya-Städte. Im Kernbezirk gab es nicht weniger als 1000 Bauwerke – Tempel, Paläste, Ballspielplätze, Prozessionsstraßen und Plazas, 200 Stelen, Altäre. Im Osten und Westen zwei hohe Pyramiden, um 700 n.Chr. errichtet. Im Norden und Süden von je einer Akropolis begrenzt. Die  wasserarme Stadt im Dschungel des Petèn war ein einziger Götterberg mit unzähligen Haupt-und Nebentempeln. Strahlenförmige Straßen führten zu jenen Tempeln- und Palastanlagen.

 

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Traditionelle Lebensweisen

Keine anderer Stamm als die Lakandonen, die mit den Yukateken-Maya verwandt sind, kommt der traditionellen Lebensweise der Maya-Bauern in klassischer Zeit am nächsten. Ihre Hauptbeschäftigung ist der Feldbau. Sie wirtschaften nach dem Milpa-System, einem periodischen Felder- und Fruchtwechsel.

Noch heute spielt der zur Feigenfamilie gehörende Ramon-Baum eine wichtige Rolle zur Nahrungsversorgung. Er tritt besonders häufig in der Nähe der Maya-Ruinenstädte auf. Jene eßbaren Samen ähneln im Geschmack der Kastanie, haben einen hohen Nährwert und werden noch heute wie Mais zu Mehl verarbeitet. Aus ihnen werden ein Getränk und Tortillas, Brotfladen, hergestellt. Rodung, Aussaat und Ernte werden von religiösen Zeremonien begleitet. Gewöhnlich finden sie in einer Tempelhütte statt, die am Ostrand jeder Lakandon-Siedlung steht. Schon zu klassischer Zeit lassen sich Tempelhütten der Maya-Bauern ebenfalls am Ostrand nachweisen.

Die Lakandonen sind es nicht gewohnt, Befehle auszuteilen oder Befehle zu befolgen. Es gibt nicht einmal ein Wort für „Befehl“. Im Lakandon gibt es auch kein Wort für „Häuptling“. Der alte Chan K’in wird von den Dorfbewohnern respektvoll als T’o’ohil bezeichnet. T’o’ohil bedeutet so etwas wie „der Große“. Meist wird damit ein Sohn, der hochgewachsen ist, benannt. Der T’o’ohil einer Siedlung ist so etwas wie derjenige, der die Traditionen des Volkes am besten kennt, der die Rituale am genauesten auszuführen weiß, der die meisten Zaubersprüchen im Repertoire hat und der dem Weg der Urahnen folgt. Vom T’o’ohil holt man sich Rat, wenn eine merkwürdige Krankheit aufgetaucht ist, wenn ein besonderer Zauberspruch vonnöten ist, oder wenn man nicht genau weiß, wie der Balche‘-Trank zubereitet wird. Aber Entscheidungen für den Stamm kann ein T’o’ohil nicht fällen. Er will es auch gar nicht. Denn er ist nicht für die anderen Familien des Stammes verantwortlich. Er ist nur für sich selbst und seine Familie verantwortlich. Wenn man im Regenwald überleben will, muß man für sich selbst voll verantwortlich sein, man kann die Verantwortung nicht delegieren, man kann nur partnerschaftlich leben. Es ist ein soziales Gefüge, dass nicht hierarchisch  organisiert ist und durch die Unterdrückung Untergebener funktioniert, sondern partnerschaftlich organisiert ist. Da gibt es Partnerschaft statt Herrschaft in der Ehe. Die Partner sind auf sich angewiesen, ergänzen sich in ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten und bilden die grundlegende überlebensfähige Einheit. In der Partnerschaft gibt es weder Patriachat noch Matriachat. Die Familien bilden die nächst größere Einheit. Aber jede Familie entscheidet für sich selbst. Geht es darum etwas für die Gemeinschaft zu tun, so schließt man sich wie selbstverständlich zusammen. Jeder übernimmt für sich selbst die Verantwortung. Auch mit der natürlichen Umwelt, mit der Erde, mit Pflanzen und Tieren wird partnerschaftlich umgegangen, nicht herrschaftlich. Man kann sich die Erde nicht untertan machen, wenn man im Regenwald lebt. Wer die Erde beherrschen will, versündigt sich an der Natur.

Die partnerschaftlichen Völker sind von der hierarchischen Kriegsmaschinerie expandierender Völker gefressen worden. Die Lakandonen sind eines der letzten uramerikanischen Völker, die ihr partnerschaftliches Leben bis in unsere Zeit hinein retten konnten. Als die Spanier die Halbinsel Yucatán verwüsteten, sind die Urahnen der Lakandonen in die Tiefen des Regenwaldes geflohen. Dort lebten sie unbehelligt in lockeren Verbünden. Erst Ende des 19. Jahrhunderts sind sie der westlichen Welt bekannt geworden. Heute tragen sie Armbanduhren, besitzen Radios oder Nähmaschinen. Manche besitzen  ein Auto, andere verfügen über eine Satellitenschüssel. Doch der Schein trügt. Das Götterhaus und jene archaischen Rituale existieren noch.  Der Balchè-Trank wird noch immer den Götter geopfert. Der Chan K`ìn ist noch immer der Bewahrer einer großen Tradition.
Das Götterhaus ist der rituelle Ort für die Männer. Frauen dürfen ihn betreten, doch sie fürchten ihn – zu viel männliche Energie. Da aber eine Zeremonie im Regenwald nach beiden Geschlechtern verlangt, gibt es eine Zeremonieküche. Ist ein Geschlecht ausgegrenzt, kommen die Götter zu kurz, sagen sie.

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Die Zeremonie des Räucherns

 

Im rituellen Singsang bittet ein Chan K`in die Götter um Gesundheit, gutes Maiswachstum und um den Erhalt des Regenwaldes. „Wenn ihr den Regenwald erhaltet, kann ich euch auch in Zukunft diesen köstlichen Trank opfern.“ Aber es kommen immer mehr Fremde in den Wald und zerstören ihn. Wenn es keinen Wald mehr gibt, kommt das Ende der Welt, heißt es in einer alten Prophezeiung, die in den Hieroglyphentafeln von Yaxchilan eingeritzt ist. Die Welt der Lakandonen ist der Wald. Ist der Wald erst verschwunden, gibt es auch keine Möglichkeit mehr, den Weg der Urahnen zu gehen.

Balche‘ ist  kein Betäubungsmittel wie Bier. Es wird aus einer Baumrinde gewonnen. Diese enthält Substanzen, die eine eigentümliche Wirkung auf das Gemüt ausübt. Das Herz geht auf, Aggressionen verschwinden, dunkle Gedanken erhellen sich, tiefe Gefühle von Freundschaft, Zuneigung und Liebe breiten sich im Herzen aus. Alles gepaart mit einer sorglosen Heiterkeit und einer gehörigen Portion Humor. Allzu ernste Rituale sind nicht nur langweilig, sie beleidigen auch die Götter, sagen die Lakandonen.
Sie verehren als Gottheit die Sonne, den Mond und den Planeten Venus, einen Windgott, einen Regengott, eine Erdgottheit, einen Maisgott, die gefiederte Schlange, die die Erde mit dem Himmel verbindet – neben anderen unzähligen Gottheiten.

 

 

Spannungen zwischen Indigenas

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Indigene Bevölkerungsgruppen, die mexikanische Regierung und Naturschützer streiten um das Urwaldgebiet „Selva Lacandona“ in Mexico. Seit mehr als 30 Jahren geht es um Erdöl-, Wasser- und Holzvorkommen und jene biologische Vielfalt. Die Lakandonen lebten seit Jahrhunderten dort. Knapp 70 Lakandon-Familien wurden im Jahre 1972  614.321 Hektar des Regenwaldes, der heute „Selva Lacandona“ heißt, per Dekret von der mexikanischen Regierung zugesprochen.  Seit 1978 ist die Region Naturschutzgebiet. Übersehen wurde, auch andere Indigena lebten dort  und leben nun mit weniger sicheren Besitzverhältnissen. Auf Einladung der Regierung kamen sie seit den 50er Jahren in die Region. Sie flohen von den sklavenähnlichen Verhältnissen der Großgrundbesitzer.  Sie kommen wegen Landmangel oder weil sievor Militärs oder Paramilitärs flüchteten. Sie gelten als Illegale. Es kam verstärkt zu Spannungen.  Die Lakandonen sollen die  Menschen in den zapatistischen Gemeinden vertreiben. Die Regierung forciert Umsiedlungsprogramme. Die Lakandonen lehnen die Anerkennung der Rechte der Zapatistas ab.

Es existieren Traditionen im Umgang mit der Natur und wie sie andere ethnischen Gruppen sich gegenüber wahrnehmen. Für die Lakandonen spielen Gräser beispielsweise keine Rolle, weil sie keine Rinder halten, wie es die Tzetal-Siedler tun. Gräser (su`uk) behindern ihr Milpa-System, sagen sie.  Gräser seien Zeiger-Pflanzen für eine schlechte Bodenqualität. Tzetzal- Siedler sähen Gräser sogar ein, um Viehweiden zu erhalten. Aus Sicht der Lakandonen liegt der Nutzen der Zedernwälde  (k`uche) für die Tzetal-Siedler nur im Verkauf, was dem Regenwald schade.  Die Zeder und Mahagoni wird bei den Lakandonen nur für den Eigenbedarf ihrer Häuser geschlagen. Der Ficus-Baum Amate ist für sie sehr bedeutsam, ist die Rinde der Rohstoff aus dem traditionell immer Kleidung gemacht und Farbstoff zur Färbung der Haare für Zeremonien gewonnen wird. Für die Tzeltal-Siedler hat der Baum keine Bedeutung. Das Milpa-System schützt beim Anlegen bestimmte Bäume, was bedeuten kann, dass keine Milpa angelegt wird.  Sie sehen sich als einen integrativen Teil des Waldes sehen. Auch in ihren Mythen findet dieses Erwähnung. Sie  empfinden die Tzetzal-Siedler als einen Fremdkörper, der dem Wald auf lange Sicht schadet und die urspünglich in den Kiefernwälder gelebt haben. Ihre Wirtschaftsweise ist auf Selbstversorgung ausgerichtet und nicht auf Bargeldeinkommen durch den Verkauf von Bäumen oder dem Anbau von Chili als Monokultur. (Ergebnis einer Studie von N. Roß)

 

Westliches Objektdenken

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Die Weltsicht der Maya betont  das Einssein und das Beseelte der Natur. Wasserfälle, Regenwälder sind für uns touristische Attraktionen. Für die Maya sind sie Lebenswelt und  Spiritualität. Mais wächst in den vier Farben der Menschheit und den Himmelrichtungen: gelb, weiß, rot und schwarz. 

Rote Farbe war das Symbol des Sonnenaufgangs und der Wiedergeburt.

Was bieten wir ihnen?
Natur als Objekt.

Kanadische Minenunternehmen, die unter Einsatz hochgiftiger Chemikalien Gold in Guatemala abbauen.

86 Prozent des Gewinns aus jenen Goldminen gehen an das kanadische Mutterunternehmen Goldcorp.  Beim Ankauf des Geländes wurden massiv Gesetze umgangen. Landtitel der indigenen Völker blieben völlig missachtet. Stromleitungen des Unternehmens wurden illegal auf die Maisfelder der Anwohner gesetzt. Wer,weil er so etwas nicht auf seinen Feldern stehen sehen möchte,  für Kurzschluß sorgt, wird einfach von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten.

Die unmittelbaren Risiken für Umwelt und Gesundheit tragen die Indigenas Die Raten an Krebs-und Herzerkrankungen steigen an. Kinder kommen mit Missbildungen auf die Welt oder leiden an Hautkrankheiten.

Entdecktes Ölvorkommen in der Region der Lakandonen sorgen für Abholzung und Verschmutzung.  Pharma-Konzerne, die windige Rechtsanwälte zum Einsatz kommen lassen,  um sich die Rechte uralte Kultur- und Heilpflanzen jener Völker anzueignen. Biotech-Konzerne wie Monsanto, die dazu gezwungen werden, von Monsanto Saatgut zu kaufen. Über Jahrtausende haben Mexikaner tausende von Maissorten entwickelt, nun sollen sie sich auf genmanipulierte Sorten einlassen. Die massenhafte Einfuhr von Mais aus den USA- 40 bis 60 Prozent sind genmanipuliert.
In Guatemala wurde an den Maya ein Genozid verübt. Von 1978 bis 1984  fand ein unvorstellbarer Massenmord statt, der sogar den Conquista vor 500 Jahren übertraf. Im Kampf gegen die Guerilla brachten Militärs und Paramilitärs 200.000 Menschen um. 400 indigene Dörfer wurden niedergebrannt, ganze Landstriche umgesiedelt. 150.000 Menschen flüchteten zumeist nach Mexico, etwa 25.000 überlebten in den Bergen und Wäldern des Departements El Quiché. Jahrelang versteckten sie sich in Höhlen und Erdlöchern. Maya-Zeremonien waren verboten, etliche heilige Stätte wurden zerstört. Es kam zu Zwangsrekrutierungen unter der damaligen Militärdiktatur.  Im Run auf den 21.12.2012, der überall in der Welt stattfand, nur nicht in den Maya-Ländern. Die verstanden unsere Aufregung damals überhaupt nicht. Nichtsdestotrotz resultierte daraus  mindestens ein  sehr gutes Filmprojekt . Frauke Sandig und Erick Black  ermöglichten  mit ihrem Film  „Herz des Himmels, Herz der Erde“ einen wirklich interessanten Einblick in die Kultur der Maya und ihre politischen Realitäten.

Eine Kultur, die etwas zur Zukunft dieses Planeten beizutragen hat. Und nicht zu seiner Vernichtung.

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3 Kommentare zu “Maya: Die Lakandonen

  1. enigma57 sagt:

    HALO Martina !

    Bin uberrascht. Mal das ZDF zeigte,wie man in Russland mit chemikalien hilfe,fordert gold und hier, beispiel :

    KanadischerMinenunternehmen, die unter Einsatzhochgiftiger Chemikalien Gold in Guatemala abbauen.

    Also,man muss aufpassen. Auch uber Palestina. Weil ziemlich oft,z.b Hamas,andere raketen nach Israel,von wohnsiedlungen abschiessen und oft Krankenfahrer,Hamas kampfe fahren. Da werde mich nicht sicher,wer fas recht hat. Die Palestnenser,seine Zeit haben gerne seine Grundstucke verkauft. Wenn ich sehe,stehende mit vergoldene Koran bucher,Salafisten mit barten,so lang wie fie religionen schon uns belugen,habe keine lust mit denen und denen religionen und Leuten,was zu tun haben. Mir reicht Vatican-ltd . Ich brauche keine vermittler vo religion !!! Im Saudi Arabien,Iran und viele andere Lander sogar Todesstrafe droht,geschnapt zu sein mit Bibel. Die moslem religion,den passen nicht die piramiden-zu sprengen vorgeschlagen,beispiel Budda statue in Afganistan. Der lugner Hawasi von Egipten,seine Marchen kann den Araber erzahlen. Einzige was die Araber mit piramiden zu tun haben,das war verbrennung vernivhtung von bibliotek von Alexandria,Nase dem Sfinx abhacken und steine klau von piramiden fur Kairo bau uzw. Ich und Tag Taglich,distansiere mich von den Leuten und seinen Oasen mentalitat. Warum Juden haben 30% Nobel Preise,bei 0,03% Erde Bevolkerung,dann die Araber bei uber 1mlrd,sollen paar tausend Nobel Preis Trager haben ? Ich distanziere mich von den Leuten,aus vielen Grunden. Konflikt in Gasa,wie weit er und ist Unrecht von Israelische seite,sollen schon langst die Beide Parteien vertig gebracht haben und politiker vielen lander,die wir bezahlen. Gruss von Georg.

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    • martinakunze sagt:

      Lieber Georg,

      ich danke dir für deinen Anmerkungen. Bin mir nicht sicher, ob ich alles verstanden habe.

      Zu deiner Sorge hinsichtlich der Menschen, die diese Welt mit fundamentalistischen Argumenten aus den Angeln heben wollen:
      ich denke, diese Art von Radikalen und Verblendeten gibt es allüberall.

      Es sind auch Demokratien, die – vielleicht nicht so sichtbar für uns – aber deshalb mit nicht weniger Wirkung gewaltsam agieren.

      Schau dir an, was sie im Maya-Land anrichten aus Gier am Gold. Das ist auch eine Form von Gewalt.

      Ich denke, dass wir die Geister geweckt haben, die wir riefen. jetzt sind sie da – ja. und der Umgang mit Gaza macht sie nicht friedlicher, im Gegenteil..

      Ja, das Problem ist, dass jeder Poliitker werden kann. Es fragt keiner nach seiner Qualifizierung.
      ich sag`s an dieser Stelle noch einmal: Lass die Krieg führen, die ihn zu verantworten haben, und wir haben morgen keine Kriege mehr
      (Kant)

      Wir müssen schauen, wieso Menschen derart gewaltsam und radikal werden? Die wirklichen Ursachen, über die sollten wir uns aufregen.

      Es gibt da Menschen im Libanon, die müssen seit vierzig Jahren in Flüchtlingslagern leben. Dort kannst du resignieren oder aber über Flucht nachdenken. Seit vierzig Jahren hat die Weltgemeinschaft weggesehen, weil sie Israel nicht auf die Füsse treten wollen.
      Wenn sie dann aus Blechdosen Raketen basteln, schreien wir auf. und verdammen ihre Gewalt. Welche Gewalt ihnen vierzig Jahre angetan wurde, wollen wir nicht erkennen. Wir leben ja nicht in solchen Lagern und müssen ertragen, wie der Rest der Welt nicht nur nicht hinsieht, sondern bewusst wegsieht.

      Ich kann dir hinsichtlich der Grundstücksverkäufe in Palästina nicht zustimmen. Soweit mir bekannt, hat Golda Meir dieses Legende in die Öffentlichkeit gebracht. Ich hörte von anderer Stelle, es stimme niht. Die Grundstücke wurden nicht verkauft. Selbst wenn einige verkauft wurden, rechtfertigt dieses keines der Massaker der vergangenen Jahre und vor allem nicht diese Apartheidpolitikder Israelis..
      Palästina wurde 1947 der Staat zugesagt wie auch Israel. Sie warten bis heute darauf.

      Ich bin für keine Gewalt, weder von der einen noch der anderen. Nur frage ich mich, was sollen Menschen tun, die man einsperrt und ihnen alles vorenthält, was anderen selbstverständlich zusteht?

      Einige der Politiker müssen sich fragen lassen, wer von ihnen hat ein Interesse daran, dass es keinen Frieden gibt? Was sollen die Palästinenser denn noch aufgeben? Weniger geht doch schon gar nicht mehr.
      Nobelpreisträger?
      Also, wer derart sponsored by Amerika ist, Boston ist israelischer Zweitwohnsitz, der soll wohl …..was soll ich davon halten? Dem amerikanischen Präsidenten verpassten sie den Friedensnobelpreis noch bevor er einen Handschlag getätigt hat. Und sind es nicht amerikanische Kampfdrohnen, die über Somalia und den Jemen fliegen und bereits 200 Kinder töteten. Kolateralschäden nennen sie so etwas. Ich nenne es Mord.

      Sieh hin, was gerade dieses Mini-Land Israel -trotz dieser Garde an Nobepreisträgern – angerichtet hat. Leid in Menschen für die nächsten 20 Jahre und eventuell auf ewig geschaffen. Intelligenz schützt vor Dummheit nicht. Intelligenz ohne moralische Gesinnung ist nichts wert. Es war damals gerade die sogenannte Bildungsschicht, die das NS-Deutschalnd stark lwerden ließ. Es waren die Juristen die Unrecht in offizielles Recht. verwandelten.

      martina

  2. arabella50 sagt:

    Ich kann dir nicht genug danken für die wertvollen Informationen.

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