Maya: Im Land es Kautschuks

affen
Bis 2020 sollen unsere Tankfüllungen zu zehn Prozent aus erneuerbaren Energien
stammen. Die EU will das Klima retten. Der günstige Rohstoff Palmöl wird dafür aus Indonesien
herangeholt. Das ist die Heimat der letzten Orang-Utans.

Übrigens: Biodiesel aus Pflanzenöl erzeugt genauso viel Treibhausgas wie herkömmlicher Diesel.
Weltweit werden 35 Fußballfelder pro Minute  an Regenwald vernichtet unwiederbringlich.

Die FAO hat berechnet, dass in ganz Amazonien im Zeitraum von 1990 bis 2010 insgesamt 600.000 Quadratkilometer tropische Regenwälder vernichtet wurden. Zum Vergleich: Deutschland hat eine Fläche von knapp 360.000 Quadratkilometer.
Regenwälder sind die grüne Lunge der Welt. Aber: Nur junge wachsende Regenwälder setzen Sauerstoff in die Atmosphäre frei.

Der tropische Regenwald ist die Lebensgrundlage vieler indigener Völker in Südamerika, Afrika und Asien.

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Ein ähnlicher Becher der Maya, aus dem Kakao getrunken wurde.

Gestern stand ich vor einem Becher, einem Keramikbecher. Nicht irgendeinem Becher. Er stand in einer verschlossenen Glasvitrine.  Fotografieren verboten, las ich. Also kein Foto. Ich stand vor einem archäologischen Fundstück aus der Welt der Maya. Auf dem Becher waren ein Affe und eine Kakaoschote zu sehen. Was für ein seltsames Motiv werden Sie jetzt vielleicht denken? Vielleicht aber auch nicht. Ich jedenfalls dachte es.
Was haben Affen mit Kakaoschoten zu tun? Für einen kurzen Moment war ich verwundert.
Doch schnell erinnerte ich mich daran, dass die alten Maya sehr weise Menschen waren. Sie werden sich etwas dabei gedacht haben.
Kakao war ihnen immer schon heilig. Sie liebten das Getränk.
Affen knacken die Schoten auf. Sie sind es, die den Samen der Kakaoschote im Regenwald verteilen. Damit  sind Affen wichtige Lebenserhalter von Kakaobäumen.

Wir gefährden ihren Lebensraum, damit wir unsere  vielen Autos  „umweltfreundlich“ volltanken können.

 

Die Maya

 

Selva nennt man in Mittelamerika  – dort, wo die Maya leben – den Regenwald. Hart- und Edelhölzer wie Mahagoni, spanische Zeder, Ebenholz und Guancaste wachsen in ihm. Diese Bäume erreichen zum Teil gigantische Ausmaße.  Sie ragen bisweilen bis zu 50 Meter hoch.

Die Ceiba, von den Maya, Yaxchè (erster oder grüner Baum) genannt, symbolisiert für die Maya das Leben. An ihren Wurzeln klettert der Mensch bei seiner Geburt zur Erde, an ihren Ästen nach seinem Tode zum Himmel empor. Ein weiterer Baum ist der Chicozapote. Er liefert mit seinem weißen Saft „Chicle“ den natürlichen Rohstoff für Kaugummi.  Kautschuk wurde für das zeremonielle Ballspiel benötigt. Weitere Baumarten sind Copal, daraus gewannen die Maya Weihrauch. Balchè, dessen Rinde diente zur Herstellung eines berauschenden Getränkes, und Ramòn, dessen Früchte eine wichtige Nahrungsquelle bildeten. Aber auch Kiefern- und Eichenwälder gibt es. Kaffeepflanzen sowie Grasflächen für die Weidewirtschaft.

 

Mythologie: Die Erschaffung des Menschen

In den Mythen der Maya war die Erschaffung des Menschen, wie sie im Popol Vuh, dem heiligen Buch der  Maya-Quichès überliefert wird, das Werk der Götter. Der Mais ist für die Maya der Urstoff des Menschen. Erstmals tauchte Mais in Zentralmexico  im Tal von Tehuacàn auf, datiert mit Hilfe von Radiokarbon-Messungen zwischen 5000 und 4000. v. Chr.. Man fand ebenso Reibsteine zum Zermahlen von Samen und Körnerfrüchten aus der Zeit von 7000 v. Chr. bis 1000 n. Chr..

Auszug aus dem Popol Vuh:
„Jetzt nun tauchte der Gedanke an Menschen auf und die Frage, was in das Fleisch des Menschen eingehen solle. Uns es sprachen die Gebärerin und der Söhneerzeuger, die Erbauerin und der Schöpfer, die Mächtige und Cucumatz, wie ihre Namen lauten:
Die Zeit des Hellwerdens ist herangerückt, der Weltbau ist gut gelungen, und des erschienen (vor unserem Geist) Die, die (uns) betreuen und bedienen sollen, Kinder des Lichts, Söhne des Lichts: angekündigt hat sich der Mensch, das Menschengeschlecht auf der Erde!“, sagten sie.

Pan-Paxil und Pan-Cayala sind die Namen, aus denen die gelben Maiskoben und die weißen Maiskoben herkamen. Diese Nahrung ging in das Fleisch des Menschen, den sie gestalteten, des Menschen, den sie schufen.  Die Maiskolben gingen ein in den Menschen nach dem Willen der Gebärerin und des Söhneerzeugers. Der erste Mensch war Balamquitze, der zweite Balamacab, der dritte Mahucutah, der vierte Iquibalam. Sie wurden Gebautes oder Geschöpf genannt. Sie nahmen menschliches Aussehen an. Sie bekamen Mund und Gesicht. Aber sie sahen zu weit. Sie konnten über Berge, Seen, Bäume sehen. Sie konnten sogleich von der Höhe zur Tiefe das Himmelsgewölbe und das Innere der Erde erblicken und überschauen. Sie brauchten nicht erst zu wandern, um die Welt zu betrachten. Dies gefiel der Meisterin des Erbauens und dem Meister des Erschaffens nicht.  Sie sollten nicht mehr so viel sehen. Ihre Sicht sollte nur noch in die Nähe reichen.
Das Herz des Himmels, Huracan, der Däumlingsblitz und der Grüne Blitz, die Mächtige und Cucumatz, die Gebärerin und der Söhnezeuger sprachen zueinander. Auf diese Art ging ihr Wissen verloren und mit ihm die Geisteskraft der vier Menschen, die Wurzel und Ursprung  sind. So wurden die ersten Menschen erbaut und erschaffen vom Herzen des Himmels, vom Herzen der Erde

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En und Ki= Enki erschufen alle Dinge.

Bei den Sumerern sind es En und Ki= Enki, das Götterpaar, das alle Dinge erschuf.

Die Besiedlung des Maya-Gebietes soll mindestens vor 20.000 Jahren begonnen haben. Die frühesten Spuren finden sich in San Rafel, ein kleiner Ort westlich von Guatemala-City. Man fand auch ein Skelett eines Menschen aus der Zeit 11.000 Jahr v. Chr..

 

 

 

 

 

Nicht die Maya waren die erste Hochkultur in Mittelamerika, sondern die Olmeken.
Olman heißt das „Land des Kautschuks“.

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Olmeken-Monumentalköpfe. Museum Antropologia. Mexico. Foto: Kunze

Im 5. Jahrtausend v. Chr. lösten sich die „Proto-Maya“ von den Penuti-Stämmen im Gebiet des heutigen Kaliforniens und Oregon und wanderten als Jäger und Sammler nach Südosten.

 

 

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Wanderungsbewegungen und Siedlungsräume Mittelamerika.

 

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Kultur der Huasteken 1200 bis 1521 v. Chr.  Museum Antropologia. Mexico. Foto Kunze

 

Sie ließen sich als Huasteken entlang der Golfküste nieder und dehnten sich bis nach El Salvador aus.  Splittergruppen wie die Mames kamen um 1500 v. Chr. in Chiapas und Guatemala an.

Mit den Olmeken (Olman= Land des Kautschuks), es ist das Gebiet der südlichen Golfküste, tauchen zum ersten Mal Pyramiden auf. Monumentale Steinplastiken, zahllose steinerne Denkmäler, gigantische Köpfe, die eine Höhe von 3 Metern erreichen, auffallend negroide Rassenmerkmale. Es waren die Olmeken, die jene rituellen Ballspiele einführten. Sie kannten sich aus mit der Deutung komsischer Vorgänge. Mit ihnen begann die Kalenderwissenschaft. Sie führten die Schrift ein, die soziale Schichtung, auch eine differenzierte Religion. Ihre Kultur stellte einen großen Sprung in der Entwicklung Mesoamerikas dar.  Gottheiten tauchten auf: der Regengott Chac, der Jaguar , der als Symbol des Regengottes galt. Später dann tauchte eine weitere Gottheit auf. Es ist die „Gefiederte Schlange“,  später „Queztacoatl“ bei den Azteken genannt und „Kulkucàn“ bei den Maya. Sie wurden als Gott der Weisheit und des Windes verehrt. Die Weisheit der Herrscher erlangten sie durch die Götter.
Impulse werden aus der „Alten Welt“ zurückgeführt. Dh., die Wissenschaft teilt sich in jene auf, die vergleichbare Kulturerscheinungen an verschiedenen Orten, auf die aus einer allen Menschen gemeinsamen psychischen Grundstruktur zurückführen und jenen die sagen, die Kulturen hätten sich ohne nennenswerten Einfluss von außen entwickelt.

Die Ägypter bauten zu Zeiten des Aufstiegs der Olmeken-Kultur seetüchtige Plankenschiffe, deren Holz sie aus den Zedernhainen des Libanon bezogen und die eine Länge von 60 Metern erreichen konnten. Es existiert die Darstellung eines Bootes auf einem Relief in La Venta. Es erinnert in auffallender Weise and ägyptische Schiffstypene. Es zeigt eine menschliche Gestalt, die halb sitzend, halb liegend auf dem aufgebäumten Körper einer Schlange ruht und von eine Gebilde beschirm twird, ein umgekehrter Kasten, eine umgekehrte Barke, ein Schiff, mit der der Sonnengott Re in der Vorstellung der Ägypter täglich über den Himmel fuhr. Denkbar ist auch, dass jenes Relief eine Szene aus dem Jenseitsglauben der Ägypter widergibt: der verstorbene Pharao in seine rInkarnation als Sonnengott, der seine Tagesfahrt im Westen beendet und nun in sein göttliches Gefährt auf dem Rücken der Schlange seine nächtliche Reise durch die Unterwelt antritt.

 

 

Sumerer waren die geistigen Väter der Olmeken

Es gibt auffällige Parallelen zwischen der olmekischen und ägyptischen Kultur. Sie reichen von der Ausrichtung der Pyramiden nach den Kardinalpunkten bis zu einer Tendenz geometrischer Abstraktionen in der darstellenden Kunst. Die Skulptur eines Mannes im Schneidersitz, der eine Schreibrolle in der Art hält, die an  die klassische Pose eines Schreibers in Ägypten  erinnert.

Die Olmeken trennten ihr zeremonielles Zentrum vom administrativen. Die  Siedlungsstruktur war gekennzeichnet von Monumentalbauten einerseite und umliegenden Handwerkerquartieren und Bauerngemeinden andererseits. Dies ist eine auffallende Parallele zur Shang-Dynastie in China. Dort vollzog sich der Wandel nur ein halbes Jahrtausend früher. Die Ausrichtung der Zeremonialzentren nach einer Nord-Süd-Achse. Die Verehrung des Tigers als eine Hauptgottheit, seine Darstellung in geometrischer Form, die Bevorzugung von Jade und Ähnlichkeiten in gewissen Schriftzeichen.
Der Übergang zur Zivilsation setzte im Vorderen Orient bereits 4000 v. Chr. ein.
Einfluss aus China und aus Ägypten würde bedeuten, dass die olmekische Kultur ihren Ursprung im Gebiet Mesopotamien hat.
Die Diffusionisten sagen: Nicht Ägypter, auch keine Chinesen: Sumerer waren die geistigen Väter der Olmeken

Ihr Handelsnetz zoge sich über das gesamte Gebiet Mesoamerikas. Im Norden trafen sie auf sprachverwandte Völker – die Maya. Deren ursprüngliche Einwanderung kam aus dem Stammsitz der Huasteken mitte des 2. vorchristlichen Jahrtausends. Sie dehnten sich nach Guatemala aus. Kaminaljuyù, das Tal der Toten,  ist die erste Stadt der Maya. Die Städtenamen der Maya sind nicht die ursprünglichen. Sie stammen aus neuerer Zeit. Man fand Gräber in den zahlreichen Pyramiden- Mounds.  Mounds waren Hügel.

 

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Irgendwann  spalten sich die Yukateken vom husastekischen Urstamm ab.  Die Eigenständigkeit der Yukateken-Maya fällt mit dem Aufstieg der Olmeken-Kultur zusammen. Auch die Maya stellten gigantische Monumentalköpfe her. In Monte Alto fand man etliche dieser Skulpturen.  Ihre gigantischen Köpfe unterscheiden sich von denen der Olmeken darin, dass die Augen bei ihnen geschlossen sind und mit leichter Schrägstellung gezeigt werden.  Die Köpfe sind kahlgeschoren.  Sie erinnern eher an einen meditierenden Buddha beziehungsweise eines Mönches. Es können auch schlafende oder gestorbenen Würdenträger sein. Manche der Monumentalplastiken zeigen keinerlei Geschlechtsmerkmale. Sie können sich sowohl um einen Mann oder um eine Frau handeln.

Es gibt auffallende Gemeinsamkeiten zwischen der Maya-Kultur und der buddhistischen-hinduistischen Tradition Indiens.

 

Darüber berichte ich in einem neuen Beitrag…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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4 Kommentare zu “Maya: Im Land es Kautschuks

  1. arabella50 sagt:

    Liebe Martina, ich danke dir.

  2. enigma57 sagt:

    Vielen Dank . Habe gelesen. Nebenbei habe bearbeitet, das Thema uber fra Lot !

    Die Maiskolben

    Es gibt nicht bekannt,von wo kam Mais ?

    Es gibt kein Urstoff !

    Weltweit werden 35 Fußballfelder pro Minute  an Regenwald vernichtet unwiederbringlich.

    Traurig.

    Oetzi und die Tontafel und parallere von 3120 Jahre b.c.

    Grusse Georg.

    Wysłane z telefonu Samsung

    • martinakunze sagt:

      Meine Informationen zum Mais enden hier.
      Nein, leider.

      Ja, das ist sehr traurig. Und jetzt planen sie noch in Frankreich – nah Marseille Holz abzuholzen. Die schöne Provence in Frankreich. Größenwahn. E.on plant so etwas, der Rest für ihr Kraftwerk soll aus Kanada und den USA kommen.

      Liebe Grüßsse an dich Georg. und ich danke dir!
      martina

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