Lebensrealitäten der Palästinenser, Teil 2

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Give back Israel. Share. Water is human right.

 

 

The article shall be read shortly into English language

 

Die Apartheidpolitik der Israelis

 

Wasser ist ein Menschenrecht

Internationalen Berichten zufolge, nutzt Israel  80 Prozent des Wasservorkommens im Westjordanlandgaza water und lässt den Palästinensern nur 20 Prozent.
Im Durchschnitt verbrauchen 450.000  illegale Siedler Israels mehr Wasser als 2,3 Millionen Palästinenser, die dort immer schon gelebt haben.  Die Situation in Gaza ist noch katastrophaler.

Dieses sind keine Überzeichnungen, sondern Fakten, mit denen sich die Palästinenser seit Jahrzehnten konfrontiert sehen. Die Weltöffentlichkeit nahm sie zumeist nicht zur Kenntnis.

Ein Drittel von Gaza ist durch fünftausend israelische Siedler okkupiert. Die fünftausend israelischen Siedler beanspruchen mehr als 50% der Wassermenge und vor allem die beste Wasserqualität. Die israelische Besatzungsmacht hat mit allen Mitteln jegliche Modernisierung der palästinensischen Gebiete verhindert und damit die Palästinenser vollkommen von ihr abhängig gemacht.

Der Brunnenbau in palästinensischen Gebieten liegt faktisch bei Null.
Die  israelische Zivilbehörde hat den Bau und die Restaurierung von Brunnen verboten. Sie haben Brunnen zerstört.

Es gab einst 170 Brunnen im Westjordanlans, nur 50 blieben davon.  (Stand 2004)

 

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Ramallah ist die  momentane und vorläufige Hauptstadt des Westjordanlandes. Sie ist so klein, dass man sie zu Fuß abgehen kann.

 

Bereits Mitte der 90er Jahre, lange vor Camp David, haben israelische Hydrologen ‚maps of water interests’ gezeichnet, in denen die Gebiete, die nun hinter die Mauer fallen, zu den strategischen Interessenszonen Israels gezählt wurden. In diesen Gebieten sollte zukünftige palästinensische Erschließung unterbunden werden. Es ist daher nicht überraschend, dass der jetzige Verlauf der Mauer diesen Karten stark ähnelt. „(…) Hauptanliegen ist hier, jegliche zukünftige und potenzielle Erweiterung der palästinensischen Kapazitäten zu unterbinden und durch geschaffene Fakten von vornherein zu verunmöglichen. Wenngleich dieser Aspekt in der Berichterstattung keinen großen Raum einnimmt, so ist er für die Lebenswirklichkeit von Millionen Palästinensern von größter Bedeutung“, sagen Experten.

Dort, wo jetzt Israel ist wurden sie vertrieben. Davon fanden etwa 200 000 in der Westbank ihre Zuflucht. Die palästinensischen Flüchtlinge wurden in großen Flüchtlingslagern vor allem bei Bethlehem, Jerusalem und Ramallah untergebracht.

Ob „besetzt“ von den Israelis oder „nicht besetzt“, darüber streiten juristische „Winkeladvokaten“.
Israel sagt, das Land gehörte nach 1948 zu Jordanien. Palästinenser hätten nie  Souveränität gehabt, also könne es auch nicht ihr Land sein. Und darum hätten sie das Gebiet auch nicht „besetzt“.

Israelis sagen, es sei das Land der Juden gewesen.  Sie nennen es Judäa und Samaria.

Vor 1948 lebten im Westjordanland 500.000 Palästinenser. Sie sagen, wir lebten immer schon in diesem Land, auch  im Westjordanland.   400.000 Menschen flüchteten damals oder wurden aus der Region vertrieben.

 

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Das historische Foto aus dem Jahr 1993. Die Selbstverwaltung im Westjordanland wurde besiegelt. Jitzak Rabin, Bill Clinton und Jassir Arafat vor dem Weißen Haus

 

 

Es wurde 1948 im Zuge des ersten israelisch-arabischen Krieg von Jordanien eingenommen.
1967  nahm Israel das Land ein. Sie mussten einige Gebiete zurückgeben. Die Rechte übertrug Jorandien später an die PLO. Israel  behielt  seither die militärische Kontrolle über das Gebiet und das Wasser. Erst 1994 wurden den Palästinensern Autonomiegebiete zugesprochen. Es gibt kein Tropfen Wasser, das nicht von Israel kontrolliert wird. Die Palästinenser müssen sich Wasser in ihrem Land teuer von den Israelis erkaufen.

 

 

Hemmungslos expandieren die Israelis und die Welt sieht zu

 

Es wurde weiter gebaut in aller Stille.  In Ost-Jerusalem, in der Westbank. Auch während der neun Monate Friedensgespräche baute Israel weiter. (während der Verhandlungen Amerikas mit beiden Parteien). Im Durchschnitt wurden im letzten Sommer täglich 50 Wohnungen in der Westbank gebaut.

Israel förderte 14.000 Wohneinheiten in der Westbank.  Andere Pläne enthalten 4.793 Wohneinheiten in isolierten Siedlungen und 1.768 in Siedlungen nahe an der Grünen Linie zum Westjordanland. 1235 Wohngrundstücke wurden neu angeboten.

Der Wohnungsbau unter Netanjahu ist viermal höher als 1990.

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Sperranlage der Israeli

 

Sperranlagen der Israelis führen durch palästinensisches Gebiet

Alle Palästinenser stehen unter Generalverdacht.Wer schützt eigentlich die Palästinenser vor den rassistischen und nationistischen Ideologen, die in Iraels Parteien sitzen?

759 Kilometer lang ist die Sperranlage der Israelis um das Westjordanland. Der Zaun verläuft über so manches Grundstück der Palästinenser und schneidet sie von den anderen Häusern ab. Stellen Sie sich vor, Sie wohnen plötzlich umzingelt von Zäunen , an drei Seiten ihres Hauses sind sie umgeben von Mauern. Ihnen wird untersagt,  von ihren Verwandten besucht zu werden. Stattdessen fahren täglich Soldaten an ihrem Haus vorbei. Sie wohnen nicht mehr in Deutschland, sondern im Grenzland. Sie sind abgeschnitten von den täglichen Dienstleistungen ihrer Gemeinde. Der Müllabfuhr, der Verkehrsregelung, Straßenbau, Reparaturen.

So geschah es in Palästina. Plötzlich wohnten Familien auf der israelischen Seite. Um sich vor Attentäter zu schützen, zogen die Israelis noch einen zusätzlichen Zaun um jene Häuser. Die Familien gehen jetzt durch Tore. Die  Familien leben nun eingepfercht zwischen Mauer und Stacheldraht: Der Blick aus den Fenstern ist versperrt. Nachbarn und Verwandte dürfen nicht zu Besuch kommen. Stattdessen fahren mehrmals täglich Soldaten vorbei. Die Väter verdienen manchmal Geld.

Sperranlagen als Zaun. Sperranlagen als Mauer. Es gibt palästinensische Häuser, die sind auf drei Seiten umschlossen von der Sperrmauer der Israelis.  Sie trennen Dörfer, Familien, von ihren Feldern. Gemeinden werden von Dienstleistungen wie Müllabfuhr oder Reparaturen, Verkehrsregelung abgetrennt, weil sie von der palästinensischen Autonomiebehörde nicht mehr erreichbar sind.

Die „Sicherheitszone“ Mauer nimmt 12.300 Hektar von der palästinensischen Seite ein. Das sind  etwa zwei Prozent des Westjordanlandes. Mindestens 16 palästinensische Dörfer und 12.000 Einwohner „schluckten“ sie bereits vor zehn Jahren.
Es meint: Demütigung und die Fortsetzung weiteren Landraubes. Nach Fertigstellung aller Mauersektionen werde diese Zahl auf 395.000 Einwohner ansteigen – entsprechend 17,8 Prozent der palästinensischen Bevölkerung.

Unter dem Westjordanland liegt ein gewaltiger Grundwasserspeicher. Diese Aquiferen (Wasser führende Schichten im Untergrund) werden durch Niederschläge aus den Bergen immer wieder aufgefüllt.

Nicht ohne Grund hält Israel vehement an dem Kontrollrecht über das Wasser fest. Dies sei Voraussetzung, wenn Palästina Staat werden wolle.

Was machen die Israelis?
Sie ziehen „Sicherheitszäune“ über das Land der Palästinenser hinweg und erwarten, dass die Palästinenser  unter diesen Bedingungen einem Friedensabkommen zustimmen.

Systematisch wurde darauf hingearbeitet, dass die Kapazitäten der Palästinenser sich nicht erweitern.

Israel verstößt mit dem Bau dieser Sperranlagen gegen Völkerrecht, sagt der internationale Gerichtshof der UN-Vollversammlung.
Die UN-Vollversammlung sprach von einem Verstoß gegen das Völker-und Menschenrecht. Nur die Amerikaner legten ein Veto. Damit wurden die Sperrzäune zumindest im Sicherheitsrat für nicht völkerrechtswidrig erklärt. Großbritannien, Deutschland, Bulgarien und Kamerun enthielten sich der Stimme. Dafür dankte der damalige israelische Botschafter.
Eine Woche später stimmte Deutschland aber der Resolution der UN-Vollversammlung zu.
Es bleibt ein Verstoß gegen das Völker-und Menschenrecht.

Nur, was hatten die Palästinenser davon?
Israel baute weiter.  Nicht nur Zäune und Mauern, auch Siedlungen.

 

Kurz vor den Direktverhandlungen schrieb Israel den Bau von 1200 Wohnungen aus. Das sind keine ernstaften Friedensbemühungen, sondern Demütigungen. Fakten wurde geschaffen.
Land entscheidet darüber, ob ein Volk Anspruch darauf hat ein Volk zu sein.

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Israelische Siedlungsbau in Ost-Jerusalem

 

Kein Land der Erde lässt sich von anderen Staaten vorschreiben, wo es bauen und wo es nicht bauen darf.“
(Israels Bauminister der rechtsgerichteten Partei Habayit Hayehudi –Das jüdische Haus )

Mit der Intensivierung der Siedlungstätigkeit nimmt einerseits die Kritik an ihr zu, andererseits wird die Expansion auch immer hemmungs­loser gerechtfertigt. Dabei steht das Argument der Sicherheit nicht mehr im Vordergrund.

 

Palästinensisches Gebiet! Die Siedlungen werden jetzt schon als israelisches Staatsgebiet gesehen.
Es ist eine Verletzung gegen internationales Recht.

Die Palästinenser sehen seit 1948( !) Ostjerusalem als die Hauptstadt des zukünftigen Staates Palästina

 

Und genau dort baut Israel.

Produkte, die dort hergestellt werden, erhalten das Label „Made in Israel“
Sie höhlen nicht nur den Geist des Osloer Abkommens aus. Dies steht auch im Widerspruch zum geltenden Freihandelsabkommen mit der EU von 1995, das Präferenz­zölle auf das ­israelische „Kernland“ beschränkt. Wenn die Herkunft von Siedlerprodukten korrekt mit «Westbank», «Ostjerusalem» oder «Golan» angegeben wird, wird dies von ­israelischer Seite in die Nähe von Boykottmassnahmen ­gerückt.

Was nützt es den Palästinensern?
Es wird weiter gebaut.

Das Osloer Abkommen von 1993 sollte der Anfang einer Zweistaatenlösung sein. Klar war dabei schon, dass es um eine 80:20 Lösung zugunsten Israel ging und geht. Das reicht den Israelis noch immer nicht – sie holen sich auf ihre Weise noch mehr Land auf ihre Seite.
2012 erhielt Palästina einen Beobachterstatus in der UN.
Israel reagierte beide Male prompt   mit „Strafmaßnahmen“ : 2000 Wohneinheiten und 3000 Wohneinheiten. Nicht irgendwo, nein, im Verbindungsstück zwischen Ostjerusalem und der Westbank, um diese beiden Gebiete bautechnisch für die Palästinenser voneinander zu trennen.
 

Wasser-Apartheid der Israelis im Gaza

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Der Gazastreifen ist 45 Kilometer lang, hat eine Breite im Süden von 13 Kilometer und im Norden von 6 Kilometer. Auch im Gaza sind die meisten Menschen Flüchtlinge. Man sagt, Gaza sei das größte „Flüchtlingslager“ der Welt. Selbst in dem kleinen Streifen am Mittelmeer gibt es Flüchtlingslager. Die Hälfte der Bevölkerung ist unter 18 Jahren.

Das Grundwasser im Gaza versalzt immer mehr und die UNO warnt, dass wenn es so weitergeht, in 15 Jahren kein Trinkwasser mehr vorhanden sein wird. In der Liste der Länder mit den größten Wasserproblemen steht diese Region an zweiter Stelle. Die Beraubung des palästinensischen Wassers durch die israelische Regierung macht die Situation noch dramatischer.

90-95% des Grundwassers von Gaza stellen ein Gesundheitsrisiko dar.

Da sie kein Leitungswasser trinken sollen, zahlen viele Einwohner Gazas für eine private Wasserversorgung. Doch auch dieses Wasser ist nicht viel sicherer: Untersuchungen ergaben, dass auch dieses Wasser zehn Mal mehr Schadstoffe beinhaltet als die Menge, die Gesundheitsexperten für vertretbar halten.

 

Der Brunnenbau für die Palästinenser liegt bei gleich Null. Israel zerstört sogar inzwischen routinemäßig alte Regensammelzisternen, da diese nach geltendem Militärrecht (Hydro-Apartheidsrecht) als illegal betrachtet werden.  Die Siedler kontrollieren keinen Tropfen Wasser. Für Ausbesserungen alter Brunnen aus jordanischer Zeit benötigen sie die Erlaubnis der Israelis.

Fast 20% der Gemeinden sind – nach 45 Jahren Besatzung – an kein Wassernetz angeschlossen, während ihre Nachbarn in illegalen Siedlungen und Outposts innerhalb von ein paar Wochen angeschlossen sind.

Viele Menschen denken, Gaza war immer schon ein Ort der Gewalt und die Herberge radikaler Palästinenser. Sie denken, das ist alles, was Gaza ist. Aber Gaza ist ein  Ort  voller Energie und Dynamik. Gaza war immer auch ein Ort von Wärme, Humor und unglaublicher Gastfreundlichkeit.
„Martina, wir sind eines der friedliebendsten Völker. Wir waren es immer“, sagte mir mein Freund damals.

Jetzt ist es ein Ort von Furcht, Angst und Schmerz. Es ist ein Ort der Sperrzonen. Es ist ein Gefängnis, in dem Menschen leben, die von den Israelis zum Stillstand genötigt werden. Es ist ein Ort , in dem die Wasserersituation schon vor dem Massaker katastrophal war. Es sind Regionen , die von den Israelis systematisch kleingehalten werden. „Die Palästinenser sind die Juden der Juden geworden“, sagte ein Journalistin in den 80er Jahren.

 

marineWasser, Sperranlagen, Mauern, Demütigung, Diskriminierung. Damit nicht genug.

90 Prozent der Fischer in die Armut getrieben

Seit Januar 2009 blockieren israelische Marinekräfte 85 Prozent der Fischgründe Gazas. Palästinensische Fischerboote wird der Zugang bis auf eine Meile beschränkt. Der Sardinenfang war die Haupteinnahme der Fischer. Dieser reduzierte sich dadurch um 90 Prozent. Seit Beginn der Blockade im Juni 2007 fingen die Fischer 7000 Tonnen weniger. Hochgerechnet macht das einen Verlust von 26.5 Millionen Dollar. Im Jahr 2011 wurde 72mal darüber berichtet, dass die israelische Marine auf die Fischer geschossen habe. Einer wird als vermisst gemeldet. Andere wurden verletzt. Sie drängen die Boote an  Land, verhaften und verhören die Fischer.

Palästinenser dürfen nicht mal mehr ihre Nelkenblumen exportieren. (siehe weiter unten)

 

 

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Die medizinische  Versorgung im Gaza und im Westjordanland

Es sterben Menschen an Krankheiten, weil sie nicht ausreisen dürfen.

Es fehlen die Medikamente.

Im Juni 2014 erhielten 56 Patienten von 1.805 aller Patienten aus dem Gazstreifen, die einen Antrag auf Ausreise gestellt hatten, keine Erlaubnis und 307 bekamen nicht einmal eine Antwort von der israelischen Zivilverwaltung und konnten daher ihre Behandlungstermine nicht wahrnehmen.

Im Jahr 2011 wurden alle Anträge auf Einreise nach Israel aus medizinischen Gründen von Patienten und ihren Begleitern aus dem Westjordanland und aus dem Gazastreifen von der israelischen Zivilverwaltung entweder abgelehnt oder verzögert. Sechs Patienten im Gazastreifen starben, während sie auf die Bewilligung warteten. Als Grund wurde die Sicherheit genannt ohne diese näher auszuführen. (Studie der  UN -Weltgesundheitsbehörde)

Immer wieder berichten palästinensische Rettungsdienste davon, dass sie durch die israelische Armee an ihrer Arbeit gehindert und sogar angegriffen werden. (vor dem Krieg)

Mehr als 202 der 480 Medikamente, die von der Weltgesundheitsorganisation als essentielle Grundmedikamente definiert sind, gibt es momentan in Gaza nicht. (vor dem Krieg)

Aktuell während des Massakers:
„Die medizinischen Einrichtungen und die Erste-Hilfe-Fahrzeuge sind nicht sicher. Das war 2008/09 genauso. Es gibt israelische Angriffe auf Krankenhäuser. Sehr häufig müssen verletzte Zivilisten sehr lange auf ihre Evakuierung warten..[…]Selbst leicht Verletzte müssen lange auf  Behandlung warten. Ein Mann, der an der Hand verletzt war, verblutete daran, weil es aufgrund des andauernden Feuers nicht möglich war, erste Hilfe zu organisieren. Solche Fälle hatten wir auch vor 5 Jahren.“ (Medico,  vor Ort Miri Weingarten)

 

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So sieht es nach einer Razzia im Haus eines Palästinensers aus. Quelle: A.B. thank you

 

Die Strom-Situation für die Menschen im Gaza

Drei Stunden Strom am Tag billigten die Israelis den Palästinensern im Gaza zu,  bevor der Krieg begann. Jetzt ist das einzige E-Werk  im Gaza-Streifen zerstört und es wird ein Jahr brauchen bis es wieder aufgebaut ist.

 

 

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Militär im Westjordanland.

Die meisten Palästinenser können ihren Beruf nicht ausüben

34% der Erwerbsbevölkerung Gazas und 50% der Jugendlichen sind arbeitslos. Seit Beginn der Abriegelung des Gazastreifens mussten 30% der Betriebe schließen und weitere 15% haben 80% ihrer Mitarbeiter entlassen.

Im Westjordanland liegt die Arbeitslosenquote bei mehr als 20 Prozent. Die palästinensische Wirtschaft ist trotz großer Investitionen nicht auf eigene Beine bekommen. Ein Hindernis sind die Check-Points der israelischen Armee rund um Ramallah. Der schwer begrenzte Zugang zur großen Stadt Jerusalem.

Jobs werden mit Hilfsgeldern finanziert

Es entstehen nicht genug Jobs. Und die Jobs, die es gibt, sind an Zeitverträge gebunden. Sie werden vor allem beim öffentlichen Dienst mit Hilfsgeldern finanziert. Oder bei den vielen internationalen Hilfsorganisationen mit ausländischem Geld. Das bringe die Gesellschaft um, sagen junge Palästinenser. Nur die Besten werden von den Hilfsorganisationen eingestellt.

Nur wer Verwandte bei der Autonomiebehörde im Westjordanland hat, bekommt einen Job. Um auf diesen Missstand hinzuweisen, hielt eine palästinensische Journalistin einst um die Hand des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas an. Die 28-Jährige willl mit Ausländern nicht mehr darüber sprechen. Es ging ihr darum, zu zeigen, dass man richtige Jobs in Palästina nur mit Beziehungen bekommt.

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Das, was Krieg dann auch immer mit sich bringt: Überall im Westjordanland findet man Hinweise auf Landminen. Daran verdient einzig die Kriegswirtschaft.

 

Millionen von Menschen hängen in der Warteschleife

Die meisten Palästinenser sprechen vom „Stillstand“. Sie haben ihr „Leben angehalten“. Mein Freund schrieb mir: „Martina sei froh, du darfst dich bewegen. Ich bin zum Stillstand verdammt.“
Ohne die Möglichkeit ihren Lebensunterhalt zu verdienen, sind 80% der Bevölkerung auf Hilfe von Außen angewiesen. Auch das Bildungssystem leidet: Aufgrund der Einfuhrbeschränkungen von Baumaterialien fehlen in Gaza 230 Schulen. Deshalb unterrichten 85% der Schulen in Gaza in zwei Halbtagschichten. Dies führt zu einer gravierenden Reduktion der Schulzeit und zur Streichung außerlehrplanmäßiger Aktivitäten. Eine beträchtliche Minderung der Bildungsqualität ist die Folge.

Blumen waren fast das einzige Gut, dessen Export Israel erlaubte. In der Saison 2012 wurden neun Millionen Nelken ausgeführt, etwa zwei Millionen weniger als 2011 und 41 Millionen weniger als vor 2007. Seit Beginn der Abriegelung des Gazastreifens sind die Exporte fast nur auf landwirtschaftliche Produkte beschränkt, die aufgrund eines Abkommens mit der niederländischen Regierung nach Holland exportiert werden.

Das fast vollständige Ausfuhrverbot für die traditionellen Produkte der Exportwirtschaft Gazas, Textilien, Möbel und industriell verarbeitete Nahrungsmittel haben die Wirtschaft in den Ruin getrieben. Da Israel 35% der ohnehin spärlichen landwirtschaftlichen Flächen Gazas aufgrund der Nähe zu Israel als Pufferzone definiert und den Zugang zu diesem Land stark einschränkt, ist auch die lokale Produktion gefallen. Durch diese Restriktionen verringerte sich der landwirtschaftliche Ertrag um 75.000 Tonnen, was für die Bauern Gazas einen jährlichen Verlust in Höhe von 50,2 Millionen Dollar darstellt.  Zudem leben die Bauern heute gefährlich. Das Betretungsverbot der Pufferzone wird mit scharfer Munition der israelischen Armee durchgesetzt. Seit Anfang 2012 gab es mindestens 41 Fälle, in denen israelische Sicherheitskräfte das Feuer auf Zivilisten in der Pufferzone eröffnet hat. Einen Zivilisten töteten sie dabei und 57 wurden verletzt.

 

Es gibt Gasvorkommen vor den Küsten Gazas

Die Türkei werde künftig mit ihrer Kriegsmarine Israels Gaza-Blockade brechen, ließ Ministerpräsident Erdogan verlauten. Israels umstrittener Außenminister Avigdor Lieberman kündigte daraufhin eine verstärkte Zusammenarbeit Israels mit Armenien und den Rebellen der kurdischen PKK an.

 

 So sieht Apartheid in Israel aus. Und die Internationale Gemeinschaft finanziert diese auch noch mit!

 

 

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Straße nach Jericho.

Ein Freund aus dem Gaza schrieb mir vor gut einem Jahr, als ich ihn fragte, wie die Situation in Gaza sei?

„We have proverb says: If you do not eat from you hand, your decision is not from your mind.“
The Palestinian cause is international one, most States has role in this cause. It s good and bad. It  is good that we have some  light focus on our cause, otherwise Israel could uprooted our people. The bad one is that those States backed some Palestinian parties against each other and to carry out their agenda. I am sorry to say that Palestinian Group in need for out side funding and the price is devastating on our issue.“

 

Wir sorgen uns, um die Radikalität der Hamas oder der Fatah. Wir sollten fragen, wer finanziert solche Gruppierungen? Wer macht sie stark und wiegelt sie gegeneinander auf. Wer definiert sie zu Terroristen um, sobald sie für die eigenen politischen Ziele unbequem werden? Was lässt Menschen so radikal werden?

Statt unsere Politiker in die Verantwortung zu nehmen, reichen wir  lieber einem Präsidenten vor Amtantritt einen Friedennobelpreis.

Und während ich diesen Beitrag  schreibe, werden vermutlich schon wieder die nächsten Zivilisten ermordet, in Pakistan, im Jemen oder  in Somalia. Das demokratische Land Amerika hat ein neues Spielzeug. Killen per Joystick: Kampfdrohnen.  Um die Welt vor den Radikalen sicherer zu machen!
Was, Sie  haben davon noch nichts gehört? Können Sie auch nicht. Transparenz gleich Null. Der amerikanische Geheimdienst ist daran beteiligt.  Menschenrechtsorganisationen verzweifeln gerade daran. Es fehlt „das Auge“. Lautlose Kampfdrohnen sollen Terroristen aus der Luft abschiessen, treffen aber zumeist Zivilisten auf Hochzeitsfeiern, auf  Beerdigungen, in Trainingscamp oder im Gemüsebeet.  Alle stehen unter Generalverdacht. Von 2003 bis 2014 starben 200 Kinder. In Pakistan betet ein kleiner Junge nicht mehr für einen blauen, sondern einen grauen Himmel. Dann fliegen die Drohnen nicht, sagte der 13-jährige. Seine Großmutter, 67-jährig, wurde in einem Gemüsebeet von einer Kampfdrohne erschossen. Stellen Sie sich vor, Sie machen gerade Tai Chi Übungen in einem Park und plötzlich schiesst eine Drohne auf sie.

Und dann wundern wir uns,  wenn über die radikalen Gruppierungen, ob im Gaza oder im Rest der Welt?

Es würde mich  nicht wundern, wenn genau diese radikalen Gruppierungen, die man eigentlich verhindern möchte, jetzt noch mehr Zulauf erfahren.  Nachdem die Welt erneut zugesehen hat, wie eines der stärksten Militärmächte der Welt,  Menschen tötet, die eingepfercht auf 360 Quadratkilometern im Gazastreifen mit Null Fluchtmöglichkeiten – wider aller Humanität und existierenden Menschenrechte- zu erleiden hatten. Oder haben Sie Blauhelme von der UN gesehen? Das ist die Organisation, die einschreiten darf, wenn ein Land massiv gegen  Menschenrechte verstößt. Dafür wurde sie einst eingerichtet.

Der gesamte Berg von US-Senatoren billigt einstimmig – Demokraten und Republikaner in holder Eintracht – das  menschenverachtende Kriegsverbrechen Israels.  Und unser deutscher Außenminister?

Dem entweicht ein:  „Wir begrüßen die Waffenruhe“ und der mutige Satz „Das Ghetto ist eine unhaltbare Situation“ .

Die EU fordert, man solle die Hamas entwaffen,was wohl nur völlig naiv zu jenem Zeitpunkt war. Also quasi eine Nicht-Politik der EU, die  keine wirkliche Nicht-Politik ist.

Die stetige Pro-Israel Berichterstattung, die stetige Pro-Israel-Haltung der Politik. Bis in die letzten Tage wies man auf das Selbstverteidigungsrecht der Israelis hin. Seit Jahrzehnten  können die Israelis in die Wohnungen und Häuser  der Palästinenser einmarschieren – alles unter dem Vorwand des Selbstverteidigungsrechts. Ein gesamtes Volk wird unter Generalverdacht gestellt.

 

Und wir? Wir beruhigen uns. Vor diesen Radikalen haben wir doch alle Angst.  Da kommt uns das große Sicherheitsbedürfnis der Israelis vermutlich ganz gelegen. Haut drauf auf „die Radikalen“. Warum sie radikal  wurden, danach fragen wir nicht. Und wir fragen auch nicht nach den „Radikalen“ auf Israels Seite.

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Beirut. Libanon. Dorthin flüchteten 1948 und 1967 Hundertausende,  Palästinenser.  Israel marschierte 1982 ein

 

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Jassir Arafat im Jahr 1974 vor der UN-Hauptversammlung in New York. Er forderte die Auflösung des Staates Israel und erntete Beifall. Sein Pistolenhalfter hatte er nicht abgenommen. „Mit einem Ölzweig und der Pistole des Freiheitskämpfers“ sei er gekommen, sagte er. dpa

 

 

Israel erklärt den Rest der Welt zum Zahlmeister

Seit mehr als 45 Jahren versuchten Entwicklungsdienste und später auch der große Finanztopf der EU „auszugleichen“, was Israel nicht zu teilen bereit ist mit den Palästinensern. Israel setzt sogar darauf. Was Israel in den Kriegen und diesem jüngsten Massaker zerstört hat, haben die Europäer in den Gebieten der Palästinenser immer wieder aufgebaut. Wir dürfen davon ausgehen, dass Israel auch nicht für die jetzigen Zerstörungen zur Rechenschaft gezogen wird, sondern der EU-Haushalt zum x-ten Mal bereit steht.  Mit herunterhängenden Schulten, weil man sich ja so schlecht fühlt, dass es erneut den Palästinensern widerfahren ist. Aber wir leisten ja Wiederaufbauhilfe. Die Gelder sind hinterher ja allesamt da. Wieder dürfen sich ein paar Hilfsorganisationen freuen. Jetzt gibt es wieder Geld. Wer wagt es schon, Israel auf die Füße zu treten? Wer möchte schon gern als Antisemit klassifiziert werden. Und überhaupt,  Big Papa Amerika steht allzeit bereit. Egal, wie dumm sich das „Kind“ benimmt.Und Deutschland steht in Hündchen-Haltung daneben.
Warum auch anders, wenn man am Ende doch noch seinen eigenen Nutzen daraus ziehen kann.
Einige der europäischen Länder liefern zugleich Waffen an Israel. Geschäft ist Geschäft.
Das wird Sie vermutlich nicht sehr überraschen.

Deutschland schenkt Israel zwei von fünf U-Booten. Das sechste ist unterwegs. Dass die Israelis sie für ihr Nuklear-Programm nutzen mögen, davon will natürlich keiner aus unserer Regierung etwas gewusst haben. Am Parlament vorbei, an uns vorbei, denn das ist alles Teil eines „Abkommens für die Sicherheit“  – und das ist geheim. Damit nicht genug. 330 Millionen Euro aus unserem Steuertopf gehören mit dazu, damit die Israelis ihre U-Boote mit Atomwaffen rüsten können. (Quelle:Der Spiegel u. Blog marialourdes.com) Raketen- und Raketen-Schutz-Systeme, Kampfsegelflugzeuge aus Italien. Ein 2, 7 Millarden Fond  steht den Israelis in den USA zur Vefügung, damit Israel freien Zugriff für den Kauf von Waffen hat. Dazu verfügt Israel über die Nutzungsrecht für das amerikanische Waffenlager in Israel …und noch eine halbe Millarde US-Dollar oben darauf.

Israel ist das Waffenlager der Amerikaner…  Diese Region war schon 2000 v.Chr.  Aufmarschgebiet der Truppen von Großmächten. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Gegen das, was die Israelis während dieses Massakers an Kampffliegern mit Spezialausrüstung und Waffen auffahren, sind die Geschosse der Palästinenser Lili-Kracher.

 

 

Meersalzanlagen für die Palästinenser

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Im Jahr 2004 war eine Meersalzanlage für die Palästinenser im Gaza geplant.  Gazas Wasser ist eine Katastrophe.
Israel legt also einen Plan vor, der eine gigantische Meerwasserentsalzungsanlage vorsieht, die für die Versorgung der Palästinenser mit Trinkwasser sorgen soll. Das vorhandene Grundwasser des besetzten Westjordanlandes wollen die Israelis dagegen weiterhin für sich selbst nutzen. Also soll auch in die Westbank entsalztes Wasser fließen.

Bezahlen soll die Anlage die USA, besser die internationale Gemeinschaft. Die Folgekosten für die Palästinenser werden enorm sein.  Leitungen, Transportkosten und enorm viel Strom benötigen solche Anlagen. Wörtlich erklärte der Israeli Uri Shamir dem Wissenschaftsjournal New Scientist:

Die Anlage wird die Welt für die Palästinenser finanzieren. Israel wird nicht bereit sein, diese Kosten zu tragen und die Palästinenser sind nicht fähig dazu.“

 

Das sei Bedingung,  heißt es von israelischer Seite, sonst käme dieses Projekt nicht zustande.

So weit mir bekannt, wird es mit Geldern von Amerika und Entwicklungshilfegeldern weiterer Länder finanziert.

Ähnlich möchte Israel das „Projekt Entsalzung“ auch für die Palästinenser in der Westbank finanziert sehen. Die amerikanische Entwicklungshilfeagentur USAID unterstützt die Planung bereits. Alvin Newman, der Zuständige für Wasserressourcen in Tel Aviv, kommentiert: „Letztlich ist das die einzige Lösung“.

Mit dieser Art von Arroganz der Israelis sehen sich die Palästinenser täglich konfrontiert. Man darf es ruhig als Wasserraub und systematische Diskriminierung bezeichnen. Und vermutlich planen und bauen die Israelis diese Anlagen und kurbeln ihre Wirtschaft damit an?

 

Die Medien fragen , wie weit geht die Hamas noch? Vielleicht sollten auch einmal fragen, wie weit geht Israel noch? Und wie viel davon lässt die Internationale Gemeinschaft weiterhin zu?

Die Menschen im Gaza waren schon vor diesem Massaker verzweifelt. Sie fühlen sich vergessen und verraten von der Welt. Diese Bürger leben seit Jahrzehnten dumpf vor sich hin,  ohne Zukunft, eingesperrt und diskriminiert durch die Israelis.  Keine 50 Kilometer von Gaza liegt Tel Aviv. Dort genießen die Menschen Strandleben. Dort feieren sie Parties. Im Gaza leben 1,8 Millionen Menschen politisch und wirtschaftlich isoliert, schikaniert von den israelischen Zivil-und Militärbehörden.

 

Gaza  ist ein 360 Quadratkilometer großes Gefängnis geworden.

 

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