Eine Reise durch die Welt der Maya

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Die Maya haben als erste den Begriff „Null“ eingeführt. Das erlaubte ihnen mit Zahlen in der Größenordnung von mehr als einer Million umzugehen. Dagegen kannten sie keine Gewichte und Maße. Sie errechneten das Sonnenjahr genauer als unser Kalender. Sie errechneten den Umlauf der Venus und sagten deren Finsternisse mit exakter Genauigkeit voraus. Sternenbewegungen berechneten sie.  Sterne, die man nicht mit dem bloßen Auge  nicht sehen kann. Woher sollen sie etwas vom Asteroidengürtel oder vom fernen Pluto gewusst haben? Dass sie es wussten, zeigt die gigantische Pyramidenstadt Teotihuacan in Mexico – sie erwies sich als perfektes Modell unseres Sonnensystems. Sie besaßen keine Instrumente, um Stunden, Minuten oder Sekunden genau zu messen, nicht einmal eine Sanduhr. Dabei war ihnen das Glas unbekannt. Beständige Beobachtung führten zu Sonnen-Mond- und Venuskalendern.  Die kosmischen Urväter sollen wichtige Botschaften und Codes in den 13 Kristallschädeln hinterlassen haben. Die Maya sagen, diese Kristalle kamen nicht von der Erde, sie kamen mit den Ahnen und den Propheten der Plejaden. Ihre Kinder schielten. Im zartesten Alter band man ihnen eine Harzkugel an eine Haarsträhne und ließ sie zwischen den Augenbrauen herunterbaumeln oder klebte ihnen eine mit roten Federn verzierte Wachsperle auf die Stirn. Wissenschaftler sagen, dies sei ein Schönheitsideal der Maya gewesen. Deutungen. Möglich.Vielleicht vereinfachte dies aber auch „das Sehen“ über das „Dritte Auge“?  Man presste ihre Stirn zwischen zwei Täfelchen, was zur seitlichen Verflachung der Schädel führte.

Das Wort „Maya“ wurde zum Namen ihrer gesamten Kultur. Zuvor bezeichnete es einen großen Teil der Indios in Yucatan. Im Lauf ihrer Geschichte hatten sie die sogenannte „Liga von Mayapàn“ gegründet. Mayapán war für eine Zeit Hauptstadt von Yucatan, jene Halbinsel Mexicos am Karibischen Meer.

Sie kannten keine Gesetze des Städtebaus, bauten aber riesige Städte. Sie legten Straßen an, aber das Rad war ihnen unbekannt. Sie waren großartige Bildhauer, arbeiteten aber mit Steingeräten, die der Zeit des Neolithikums entsprachen. Wir verdanken ihnen die Maiskultur. Und doch  fällten sie mit Steinäxten die Bäume und mit langen Grabstöcken zogen sie Furchen in steinge Böden, um Mais auszusäen. In Tikal, im undurchdringlichen Urwald,  ragen Tempel fünfzig Meter über dem Boden. In einer für den Ackerbau denkbar ungünstigen Umgebung, ohne Fluss, bauen sie eine glanzvolle Stadt wie Tikal. Sie sammelten die Säfte der Bäume: Kautschuk, Chiclè, Kopal und den Gummi des palo mulato. Die Region Péten bietet einen unerschöpflichen Vorrat an Essenzen.Weihrauch für die Götter, duftende Harze für sich und auch für andere Regionen. Andere Städte waren Hauptzentren der Astronomie. Nicht die Fruchtbarkeit des Bodens, sondern der klare Himmel entschied  für den Standort so mancher Stadt.

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Tikal in Pèten ist so eine herausragende Stadt. Sie ist die älteste  Maya-Stadt (bislang! Längst sind noch nicht alle vermuteten Maya-Städte freigelegt). Auf einer Fläche von 16 Quadratkilometer weisen rund dreitausend Bauten alle charakteristischen Merkmale der Maya-Architektur auf. Pyramiden mit Treppen, die zu Tempeln führen, Flachreliefs, Kraggewölbe, Ballspielplätze, Schwitzbäder, Bauten mit fensterlosen engen Räumen, Gräber mit herrlicher Keramik, Stelen und Altäre, in deren Monolithe Hieroglypheninschriften umgebene Gestalten eingemeißelt sind. Ihre Treppen sind mit dem Jaguar und der Schlange gekrönt. Symbole, die die Sonne oder die Venus darstellen. Priester-Könige oder Priester-Krieger sind dargestellt. Tikal war schon 600 vorchristlicher Zeit bewohnt. Es ist nicht so, wie von einigen Wissenschaftlern behauptet, die ersten Maya-Städte seien spontane Gründungen des vierten nachchristlichen Jahrhunderts.

Die Tolteken, die Azteken und die Maya folgten denselben religiösen Vorschriften. Sie zerstörten nach 52 Jahren ihre Tempel oder setzten Pyramide über Pyramide, als neues Zeichen des Lebens. Nach 52 Jahren begann für sie eine neue Ära. Es war der Beginn einer neuen Kalenderrunde.

Sie errichteten Monumente und manchmal zerstörten sie diese wieder, um auf derselben Stelle neue zu errichten. Mitunter wurde der Bau eines neuen Monumentes über dem alten errichtet. In Tikal ruhen die heutigen Ruinen auf den Überresten von etwas zwölf älteren Bauten. Auch der Große Platz liegt auf vier einander folgenden Bauschichten, von denen die älteste aus dem Jahr 150 v. Chr. und die jüngste aus dem Jahr 700 n. Chr. stammt. Es gibt auch Bauten, die niemals angerührt worden sind.
Die Azteken zerstörten im 13. und 14. Jahrhundert ihre Tempel alle 52 Jahre um neue zu setzen. Zwischen den Azteken und den Maya liegen Tausende von Kilometer Entfernung und ein Jahrtausend zwischen den frühesten Bauten beider Kulturen.

Alle zwanzig Jahre errichteten die Maya Stelen.

 

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Brustschmuck aus Jade. Zwischen 300 und 650 n.Chr. entstandende Relief.

Die Pyramiden sind niemals ein Grabmal gewesen, wie es bei den Ägyptern der Fall war. Vielmehr haben die mehrgeschossigen Tempel der Sumerer mit einem Heiligtum auf der obersten Plattform, das ebenfalls der Beobachtung der Sterne diente, mehr Ähnlichkeit mit der Maya-Pyramide. Aber auch hier, glaubt man der Zeitrechnung der Wissenschaftler, liegen 4000 Jahre liegen zwischen den Bauten der Sumerer und der Maya.

 

Die Hieroglyphen ihrer Kalender sind von der Wissenschaft vollständig entziffert. Ein Teil der Baudenkmäler sind erforscht. Die berühmten Bücher des Chilam Balam (Chilam=Wahrsager; Balam=Jaguar, im 16. bis 18. Jahrhundert verfasst), des Popol Vuh und anderer in der Maya-Sprache haben ihre Deutung gefunden. Manchmal mit ausgesprochen hypothetischem Charakter.
Unbestritten ist, die Maya-Kultur ist eine der glanzvollsten des präcolumbianischen Amerikas.

Gegen Ende des 9. Jahrhunderts bricht in den Maya-Städten alles architektonische Schaffen ab.Im 10./11. Jahrhundert verschwinden die Maya auf geheimnisvolle Weise.

 

 

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Maya-Stadt Copan, Honduras. Die Stadt der Astronomen. Kolossalkopf, der große Gott Izamna, der Erfinder der Schrift und der Kalender. Sohn des Weltenschöpfers Hunab Ku.

Der große Gott Itzamnà

Itzamna ist den Menschen freundlich gesinnt. Seine Frau Ixchel ist die Göttin der Überschwemmungen, der Schwangeren und der Weberei. Es folgt Yum Kax, der Maisgott, Ah Puch, der Gott des Todes, Ek, der Gott des Polarsterns und Kukulcan, die Gefiederte Schlange. Kukulcan ist die wörtliche Übersetzung von Quetzacòatl. Bei den Azteken hieß Kukulcan Quetzacòatl.
Überall wo Quetzacóatl vorüberkam, waren plötzlich Handabdrücke auf Felsen zu sehen, berichten die Legenden.
Quetzal= kostbare Feder
Còatl= Schlange

Bei den Azteken war er der Windgott, der Regenmacher. Sie übernahmen diesen obersten Gott von den Tolteken. Ursprünglich hat er Ce-Acatl (Eins-Rohr) , wie das Jahr seiner Geburt, geheißen.

Quetzaòatl galt als sehr häßlich, denn er trug einen Bart. Aber er war fromm, gerecht und wohlwollend. Da er Großes leistete, begann  mit ihm das goldene Zeitalter der Tolteken. Er wollte die Menschenopfer abschaffen, Weihegaben aus Blumen, Weihrauch ersetzen und machte sich damit viele Feinde. Die setzten alles dran, ihn Irrtümer und Sünden begehen zu lassen. Er wurde zweiundfünfzig Jahre alt und lebte so genau eine Kalenderrunde lang. Er starb in einem Jahr, das den Namen Eins-Rohr trug. Sein Herz flog zur Venus, dem Morgenstern, die von nun an den Namen Ce-Acatl erhielt, so liest es sich in den aztekischen Chroniken. Die präcolumbianischen Berichte sagen, Quetzacòatl werde von Osten über das Meer zurückkehren.

Nach den Maya-Erzählungen kam Kukulcan zwischen 967 und 987 nach Chichèn Itzà, nach den aztekischen Quellen bestieg er 977 den Thron von Tollan, verließ dann das Land, wendet sich nach Osten und stirbt 999. Zwei verschiedene Quellen mesoamerikanischer Geschichte stimmen in ihrer Chronologie überein. In den Chroniken erscheint Tollan als ein legendäres Land des „Goldenen Zeitalters“. Es gilt als nachgewiesen, dass die Städte Tollan und Chichèn Itzà tatsächlich von demselben großen Tolteken-König Quetzacoàtl „gegründet“ wurden, der in Yucatan den Namen Kukulcan erhielt. Die Städte liegen 1200 Kilometer voneinander entfernt.

Was nicht heißt, dass diese Stadt nicht schon zuvor bewohnt war. Lange vor Ankunft der Tolteken sollen die Maya in Chichèn Itzà  gelebt haben. So steht es im „Chilam Balam“, dem heiligen Buch der Maya. Zehn Provinzstädte gründeten die damals aus dem Pèten kommenden Maya in Yucatan, darunter auch Chichèn Itzà.  In der ersten Chronik des „Buches von Chumayel“ heißt es: Während des katun 6 Ahau (zwischen 435 und 455) wurde Chichèn Itzà entdeckt. Weitere Chroniken datieren exakt das Jahr 455.

 

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Chichèn Itzá, Yucatan, Mexico. Mit typischen Motiven der toltekischen Kunst. Am Kriegertempel der Kopf einer Gefiederten Schlange. Rechts der Tausendsäulenkomplex. Die Säulen trugen ursprünglich die Dachkonstruktion einer großen Halle.

 

Kulkulcan…Quetzacòatl, die Erzählungen hierzu erinnern nicht wenig an Jesus und seine Kritik an den Herrschenden und dem Tempelkult- die erwartete Rückkehr, das Goldene Zeitalter…Quetzacoatl war Gott und hat gleichzeitig als König gelebt
Die hochbedeutende heilige Stadt Chichèn Itzà auf der Halbinsel Yucatan ist eine Stadt zu Ehren Kukulcan. Die Stadt wurde während des katun 4 Ahau (968-987) gegründet. Die Stadt der  Heiligen Cenoten (natürliche Brunnen) und der tausend Säulen. Es gab ein Nonnenkloster, ein Ballspielplatz, den Jaguartempel, einen Kriegstempel, ein Observatorium, Marktplatz, den Tempel des Tanzes, Tempel der Wandtafeln und anderes. Es wurde eine zweite Pyramide über die erste gesetzt.

 

 

Hunab Ku ist der große Weltenschöpfer und Vater der Gottheiten, die die drei Welten der Maya-Welt durch Sintfluten vernichteten. Die vier Bacab, Götterbrüder, überlebten die Sintfluten. Ihre Aufgabe war es, die vier Zipfel des Himmels zu tragen. Diese vier Himmelsrichtungen haben jede ihre eigene Farbe mit magischer Ausstrahlung.

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Hunab ku. Das mächtigste Symbol der Maya

 

Regengott Chac wurde zu Chac Xib Chac, dem roten Chac des Ostens, zu Sac Xib Chac, dem weißen Chac des Nordens, zu Ek Xib Chac, dem schwarzen Chac des Westens, oder zu Kan Xib Chac, dem gelben Chac des Südens.  Chac scheint den Himmelsgott Itzamna, Sohn des Hunab Ku, vom Thron verdrängt zu haben.

Die Göttin Ixchel wurde in der  yukatekischen Küstenstadt Tulùm verehrt. Zahlreiche Pilger kamen in den Wallfahrtsort am Karibischen Meer. Tulùms ursprünglicher Name war Zama – Stadt der Morgenröte. Die Stadt war der erste Schauplatz der Europäer mit den Maya.

 

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Feenhaus, Tulum, Yucatan, Mexico. Traumhafte Landschaft. Wunderschön zu erleben.

 

 

 

kabahDie Mayastadt Kabah,

auch Kabaah, Kaba oder Kahbah geschrieben, befindet sich auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán. Von westlichen Forschern erstmalig im Jahr 1843 näher beschrieben, zählt Kabah zu den beeindruckendsten historischen Städten, die das Volk der Maya der Nachwelt hinterlassen hat.

Die Stadt  war mit ihrer Tempelanlage zwischen dem 9.und 11. Jahrhundert  – neben Uxmal – die zweitwichtigste Stadt. Im 11. Jahrhundert wurde sie – wie viele andere Maya-Städte – aufgegeben. Aus den „Büchern des Chilam Balam“ weiß man, dass sich  ein Teil der Nachkommen in Chakumputun, dem heutigen Champotòn, in Tabasco ansiedelten.
Scheinbar folgten diese Stämme den Tolteken und kehrten damit in das Land ihrer Väter zurück?

Das Wort  Kabah bedeutet “Herr der starken Hand”. Einst hieß die Stadt  Kabbala.  Mayatexte sprechen auch von cabalah, cabal, gabal .

Die Mayastätte Kabah stand in enger Verbindung zur Stadt Uxmal.  Uxmal gehörte zu einer von drei Städten, die noch zu Zeiten der Spanier im 16. Jahrhundert existierten. Uxmal bedeutet die „dreimal Erbaute“. Das Schildkrötenhaus in Uxmal ist eines der schönsten Bauten der yukatekischen Maya.

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Hohe Baukunst. Maskenpalast in Kabah, Yucatan, Mexico

 

Das berühmteste Gebäude in der Stadt Kabah ist der ‚Maskentempel‘ – ein Tempel, dessen Fassade komplett mit Masken des Regengottes Chaac (auch Chac) verkleidet ist. Der Palast wird Codz Poop („aufgerollte Matte“) genannt  Das 45 Meter lange Gebäude ist auf einer quadratischen Esplanade mit ungefähr 80 Meter Seitenlänge erbaut. Die Fassade und die Seiten des Gebäudes werden von 260 Chac-Masken (die Anzahl der Tage eines heiligen Jahres) vollständig überdeckt.

 

Der magische Maya-Kalender besteht aus 13 Monaten von zwanzig Tagen. Das Jahr hat also 260 Tage in endloser Wiederkehr. Die Zahl Zwanzig heißt in der Maya-Sprache uinic/uinal, wird also mit demselben Wort wie der Mensch bezeichnet. Die Zahl Dreizehn ist in der Welt der Maya der Angelpunkt ihres gesamten Zahlensystems. Für die Maya gab es dreizehn wichtige Gestirne. Die Dreizehn und Zwanzig könnten die Verbindung von Mensch und Himmel symbolisieren. Zahlen und Namen haben für die Maya verborgene Kräfte des Universums.

 

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Puuc- Baustil

 

Auf 1000 Hektar Fläche finden sich in Kabah weiträumig Pyramiden, Paläste, Triumphbögen und sacbé, jener Verbindungsweg von Kabah Richtung Uxmal.

Das Gebiet von Kabah wurde vermutlich im dritten Jahrhundert vor Christus erstmalig besiedelt. Der Großteil der Bauwerke der Mayastadt entstand zwischen dem siebten und elften Jahrhundert. Die heilige Stätte ist über eine „weiße Straße“ mit der Stadt Uxmal verbunden gewesen. Die beiden Städte liegen 20 Kilometer auseinander.

 

Archäologen haben auf dem Gelände von Kabah auch die Überreste einer ehemaligen Großküche entdeckt, die vor etwa tausend Jahren in Betrieb war. Die Ausmaße des Gebäudes sind für eine Küche gewaltig: Vierzig Meter lang und vierzehn Meter breit soll sie gewesen sein. Es soll sich dabei um die Küche einer Königsfamilie handeln. Bei den Ausgrabungen wurden 30.000 Fundstücke entdeckt.

 

Kaba1Puuc ist ein Yucatek Wort und meint: Hügel, die auf der Westseite Yucatans zu finden sind. Das Wort verweist ebenso auf die Epoche eines Baustils.  Die  Blütezeit der Puuc-Kultur: Proto Puuc (A.D. 250-600), frühes Puuc (A.D. 670-770), klassisches Puuc  (A.D. 770-830), und klassische Puuc Mosaik (A.D. 830-950). Der Baustil umfasste  mehr als 200 Städte und weitere kleinere Gebiete. Die Stadt Kabah gehört dazu.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kabah , Quelle: google

 

 

Fresken im Nahua-Stil, Wandmalereien, Stelen, die genau gleich hoch stehen, Hieroglyphen, Zahlenmystik, Kenntnisse der Naturgesetze, Kunst, bei der astronomische Inschriften sternengleich in ihrer Herrlichkeit zu Jaguarend und Schmetterlingen verwandeln.  Ihre spezielle Art Zeit zu messen, vertrauend auf ihre Götter, auf ihre Riten aus Rauch und Traum, auf ihre Kalendersteine, auf die Musik ihrer Worte, auf ihre Weisheit, auf alles, was in 500 Jahren Eroberung bis heute nicht gänzlich vernichtet werden konnte. Kulturbringer, die Maisanbau lehrten, wie man ihn noch heute sät und erntet. Mit dem Mais wurde die übrige Nahrung gemacht: Bohnen, Kürbisse, Kakao, Tabak, Kikamwurzel, Weihrauch, Kautschuk, Pinie, Baumwolle. Tiere, die diese Märchenwelt bewohnen: Jaguare, Puma, Hirsche, Koyoten, Eidechsen, Schlangen, Adler.  Biblische Geschichten, die sich mit den alten amerikanischen Erzählungen vermischen, fast schon – dank ihrer poetischen Gestalten – bereichern, spanische Eroberer, die so viel Kulturgut zerstörten, ihr großes Interesse, Dokumente verschwinden zu lassen oder nach ihrem Geschmack zu ändern, weil ihnen die Religion der Maya nicht passte, sie durch den katholischen Glauben ersetzt werden sollte.
Architekten, Bildhauer, Ethnologen und Archäologen geraten bis heute ins Staunen und Rätseln. In diesem Sumpfland wurden tonnenweise Steine aufgetürmt. „Von der honigsüßen Hindu-Sexualität findet sich in der Maya-Kultur nicht die geringste Spur“, schreibt Aldous Huxley. Und weiter schreibt er: „Ihr Kopfschmuck ist reine geometrische Abstraktion, ähnlich den glatten Kegeln und Zylindern auf den Köpfen der Menschen von Piero della Francescas Fresken. Streng diszipliniert gehorchten sie einer intellektuellen Ordnung.“

Kostbares Wissen über Kultur,  Sprache und Schrift der Maya verdanken wir einigen Geistlichen des 16. Jahrhunderts. Der Dominikanerpater Bartolomè de Las Casas setzte sich für eine menschenwürdige Behandlung der Unterworfenen ein. Er behauptete, dass es sich bei den „Indios um einen der verschollenen Stämme Israels handele“. Es gab zu jener Zeit eine reiche Literatur. Der Engländer Thomas Gage publizierte 1648 seine Reiserfahrungen. 1688 erschien in Madrid die Geschichte über Yucatan von Diego Lopez de Cogolludo. Erste knappe Hinweise auf die Maya-Kultur findet man im 19. Jahrhundert bei Alexander von Humboldt.

Hier ein kleiner Auszug aus  verschiedensten Hypothesen über die Herkunft dieses Kulturvolkes:

Augustus Le Plongeon schreibt 1886: “ Ich will versuchen darzulegen, daß die alten heiligen Mysterien und infolgedessen die Freimaurerei auf eine sehr viel frühere Zeit zurückgehen, als sich die meisten Erforscher ihrer Geschichte je geträumt hätten. Ich werde keine Mühe scheuen, um ihren Ursprung auf diesem Kontinent, in Amerika, Schritt für Schritt nachzuzeichnen, von dem aus die Maya-Bauern vor nicht weniger als 11500 Jahren ihre alten Riten und religiösen Zeremonien  nicht nur an die Ufer des Nils, sondern auch an die des Euphrats und bis an die Küsten des Indischen Ozeans brachten.“

Guillaume Dupai schreibt 1805: „Was nun die Ansiedlung eines Teiles dieser Bevölkerung angeht, so wiederstrebt es dem gesunden Menschenverstand nicht anzunehmen, daß es sich hier um Auswanderer aus dem östlichen Teil der Welt handelt, um ein Volk, das von der Insel Atlantis stammte… Es fiele mir nicht schwer zu glauben, daß diese Übersiedlung vor oder während der Sintflut stattgefunden hat,weil diese einem Teil der Bevölkerung Zeit und Mittel gelassen hätte, vor der Gefahr zu fliehen;[…]“

Josè Calderòn 1784/1785 ist begleitet von „ortsansässigen Indianern und Mestizen“, als er sich zu den „Steinhäusern“ von Palenque begibt. Dichter Urwald. Er fand niemanden, der ihm sagen konnte, „was es mit dieser Stadt auf sich hat“.  Calderòn beschreibt:  „Die Figuren sind mit großer Geschicklichkeit  aus den Mauern der Paläste herausgehauen, die ganz aus Stein bestehen. Unter ihnen sind menschliche Figuren, die mit seltsamen Federgewänden bekleidet sind, Frauen mit ihren Kindern im Arm und von riesiger Größe; Inschriften oder Wappen, und dann der Turm, den man dort sieht, der unvollständig ist zu dem großen Palast gehört. Es heißt, Plutarch berichte, die Römer hätten Halbmonde auf ihrem Schuhwerk getragen, um damit auf die Unsterblichkeit der Seele hinzuweisen. Ob es Römer waren, die hier regierten? Oder Spanier, die zur Zeit der Maurenherrschaft bis zum Hafen Ctasaja kamen, wo sie an Land gingen, oder gar jene Karthager, von denen es heißt, sie seien nach Amerika gekommen? Ich weiß es nicht.“

 

Heute begehen die Maya nicht mehr ihre Tempel und Orte, die von Stelen und Opferplätzen umgeben sind,  sie feiern in den Vorhöfen von Kirchen und in den Kirchen selbst, wo sie in blutüberströmten Christusbildern den Maisgott zu sehen glauben, oder sie feiern auf Bergen oder in Höhlen. Die Monumente ihrer Zeremonialzentren, ihre Ballspielplätze, ihre Pyramiden, ihre Paläste und Tempel sind dennoch keine toten Reliquien. Wer sich über die Baukunst, die Höhe und Steilheit der Pyramiden ein eigenen Eindruck verschaffen will, der kann es noch heute tun.  Wer sich an jenen Maya-Stätten einmal aufgehalten hat, weiß um die besondere Energie, die dort zu spüren ist. Über die Ballspielplätze, auf denen sie leidenschaftlich spielten, kann man heute noch gehen. Dort kann man in die Hände klatschen und über den Ton staunen, der klingt, als sei es der Vogel Quetzal. Zufall? Nein. Die Maya setzten ihre Steine millimetergenau, damit dieses Echo entstehen kann. Wenn man dort steht, spürt man die religiöse Aura, die alles, was das Ballspiel anging, umgab. Die Nacht vor dem Spiel verbrachten alle Spieler im Gebet.

Ihre Wurzeln leben noch.

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Ein Kommentar zu “Eine Reise durch die Welt der Maya

  1. arabella50 sagt:

    Danke für diese Reise.

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