Coba – Stadtstaat der Maya

 

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Stele von Cobà, Yucatan, Mexico

Die archäologischen Funde berichten von Kukulcan, der auf den Stelen  als Ah Kin Coba erwähnt wird.
Kukulcan war für die Maya der Gott der Auferstehung und der Reinkarnation. Die Tempelstadt Chichèn Itzà wurde ihm zu Ehren erbaut. Die Azteken nannten in Quetzalcoatl. Die Maya sagen, er kam aus dem Ozean und kehrte dorthin zurück. Sie sagen auch, er wird eines Tages wieder auf die Erde zurückkehren. In Yucatan wird er Kukulkan, in Guatemala wird er Gucumatz genannt.

Theorien über die Maya sind so alt wie Mayaforschung. Schon die spanischen Missionare vermuteten im 16. Jahrhundert über eine mögliche Abstammung „der Indianer“ von einem der verlorenen Stämme Israels. Sie werden ebenso mit Atlantis in Verbindung gebracht.

Sie erschufen eine blühende Kultur, die fünfmal länger bestand als das Römische Reich. Sie bauten Städte in architektonischer Perfektion. Pyramiden, Tempel, Paläste – ausgerichtet nach Planeten- und Sternenkonstellationen. Lange bevor in Europa überhaupt von Kultur zu sprechen war. Sie berechneten einen Kalender, der fast auf die Sekunde so exakt ist wie unser heutiger.  Sie erfanden das mathematische Konzept der Null, sie konnten Sonnen- und Mondfinsternisse voraussagen. Sie erschufen eine blühende Kultur, die fünfmal länger bestand als das Römische Reich. In Kunst und Architektur erreichten sie ein hohes Maß an Ausdruckskraft und Vollkommenheit. Fließendes Wasser in den Häusern, steinernde Toiletten mit  Wasserspülung, ein Kanalisationssystem in Palenque und mancher anderen Stadt – nicht in allen. Sie hinterließen in Stein gemeißelte Geschichten und Kristallschädel, die , laut Wissenschaft, mit heutiger Technik nicht nachgebaut werden könnten. Ihre Straßen waren mit einer wetterfesten Schicht überzogen.  Sie bauten Straßen in Perfektion, nutzten aber, so sagt die Forschung,  keine Last- und Zugtiere und keine Fahrzeuge mit Rädern.
Sie verliessen eine Stadt nach der anderen und bauten sie ein paar hundert Kilometer weiter erneut auf.
Sie gaben ihren Sternenbilder die gleichen Namen wie die Sumerer, die auf einem anderen Kontinent lebten.

Ihre Blütezeit erlebten sie in der sogenannten klassischen Periode, die zwischen 600 und 800 nach Christus ihren glanzvollen Höhepunkt erreichte.

 

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Links i. Bild:  unerforschter Dschungel. Rechts i. Bild: :  Forschungsgelder standen zur Verfügung. INAH Mexico leistet hier wertvolle Arbeit. Das Institut für Archäologie und Geschichte.

Auf mehr als tausend wird die Zahl der Maya-Städte in Mittelamerika geschätzt. Zumeist von dichtem Urwald überwuchert, schwer zugänglich und häufig genug noch nicht einmal in Ansätzen erforscht. Zu den erfreulichen Ausnahmen zählt Coba, von den Tourismuszentren Yucatáns ebenso schnell erreichbar wie Chichén Itzá.
Die Maya-Stadt Cobà

Erstmals entdeckt wurde die Stätte im Jahr 1891 vom Österreicher T. Maier. Erst 1929 begann man mit den ersten Ausgrabungen.
Trotz systematischer Forschung sollen noch die meisten Gebäude verborgen liegen. Man muss einige Wege zurücklegen, will man das Gebiet erkunden.

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Coba liegt nah der Riviera Maya, ein Küstenstreifen. Die schönsten Hotels finden sich dort.

Die Halbinsel Yucatan kennzeichnet sich durch einen steinigen und trockenen Norden und eine nassen Süden, wo zum Teil große Seen gewesen sein müssen. Im Norden siedelten sich die Maya mit ihren Städten nah der Cenoten an. Cenoten sind unterirdische Wasserquellen. Sie waren mehr als das. Für die Maya waren sie heilige Orte. In Größe und Form  zeigten sie sich sehr unterschiedlich. Fast alle Städte im Nordosten und im zentralen Norden wurde in der Nähe von Cenoten erbaut oder nah der Höhlen, in den Wasser gesammelt werden konnte.

Regen fällt im nördlichen Teil Yucatans im Juli und August.

In der Stadt Cobà  gab es drei Seen: den See Sacalpuc, den See Coba und der See Macanoxc. Auch heute noch liegt die Stadt zwischen zwei Seen, die aber wegen der Krokodile nicht so wirklich zum Baden geeignet sind.

 

Die Stadt liegt im Norden der Halbinsel Mexicos, keine 30 Kilometer vom Karibischen Meer entfernt. In alten Schriften wird Coba  auch mit den Namen Kabah erwähnt. Die Maya nennen sie auch Oxkinca.  Sie war nicht nur eines der wichtigsten Metropolen und Handelsstädte während der spätklassischen Epoche, sie war ebenso die größte Stadt Mesoamerikas. Während des 8. Jahrhunderts lebten in der Stadt etwa 55.000 Einwohner. Zur Ankunft der Spanier war die Stadt – wie viele andere Städte auch – bereits aufgegeben.

Im 9. Jahrhundert zogen  die Iztas nach Cobà. Itzas waren Chontal sprechende Mexikaner der Bundesstaaten Campeche und  Tabasco. Später, nach Ankunft der Itza im Maya-Land, migrierten ebenso ebenso Mexikaner aus den mexikanischen Hochebenen in die Stadt Cobà. Sie kamen als Krieger oder Händler auf die Halbinsel Yucatan.

 

 

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Auf einer Cobà- Stele abgebildet

 

Für zwei Jahrhunderte, vom13 bis 15. Jahrhundert, war Mayapan die Hauptstadt Yucatans. Als die Stadt im 15. Jahrhundert unterging zog sich der Herrscher der Stadt, Hunac Ceel Cauich, nach Cobà zurück. Erwähnt ist Ah Muzen Cab, der Honig produzierte und mit Coba assoziiert wird.  Honig war seit Urzeiten sehr bedeutsam für die Zeremonien der Maya.

Gott M, bekannt als Ek Chuah,  ist häufig auf Keramik-Gefäßen zu sehen und zwar in Form eines Reisenden, der eine Tasche mit Coba auf dem Rücken trägt. Gott M war der Gott für den Kakao. Der große Schöpfergott Itzamna wurde bei den Maya durch einen großen Lizzard repräsentiert.

Gehandelt wurde in Coba – weit über die Region hinaus – mit Kakao und Salz.
Die Stadt war ebenso Umschlagplatz für Tabak, Honig, Salz, Jade und Gold, bezahlt wurde mit Kaffeebohnen.

Mayapan wird auch  „kleines Chichen Itza“, das Prachtstück der Itzà, genannt. Mayapan liegt im Osten der Halbinsel Yucatans und  wird als die letzte große Mayahauptstadt angesehen. Die Nachfolgerin Chichen Itzàs wurde Mitte des 15.Jahrhunderts während eines Bürgerkriegs niedergebrannt,

 

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Observatorium Mayapan, Yucatan, Mexico

 

Man geht davon aus, dass  die Stadt Mayapan auf ihrem Höhepunkt um das Jahr 1300 n. Chr. etwa 12 000 Einwohner beherbergte. Es wurden über viertausend architektonische Strukturen endeckt, die denen in Chichen Itzà ähnlich sind.

 

 

Zurück zu Cobà:

Das Hauptmerkmal von Cobà ist die grosse Anzahl an Stelen mit Kalenderdaten, welche auf die Gründung im Jahre 600 n. Ch. und das Überleben bis in das 15. Jahrhundert hinweisen.

Über 40 interne sakbeo’ob (weiße Straßen) verbinden das Zentrum untereinander und die äußeren Gruppen mit diesem.  Nach Schätzungen dehnte sich Cobá auf mindestens 70 qkm aus.

Coba  war ein tzekel, eine steinige Region. Eine Menge Minen und Bergruben entdeckte man in den meisten Maya-Städten. Sascab, ein kalkhaltiger Sand, wurde gefördert. Allein in Coba bewegten etwa 4.500 Männer, die in Minen arbeiteten, über zweihundertausend Kubikmeter. Sascab wurde mit Lehm gemischt, um Mörtel daraus zu machen. Granulierten Sascab nutzten sie in der Region um Coba, um Straßen zu bauen.Man hat zwischen Yaxuna und Cobà eine 99 Kilometer lange Straße entdeckt, die in gerader Linie auch über natürlich Hindernisse,, ob Sümpfe oder Seen,  hinweg  in Richtung Chichen Itzà führt. Etwa 45 Wege haben Archäologen entdeckt.
Man entdeckte  ebenso eine Vier-Wege-Rampe in der Mitte mit einem Altar versehen. Man grub eine Straßenrampen frei, auf der zusätzlich noch eine  Plattform aufgebaut war. Die Richtungen führten in weitere Städte.

Daneben wurde viel Ton aus den Minen geholt, das für die Herstellung von Millionen von Keramiken benötigt wurde. Viel Ton kam  hierzu auch aus den benachbarten Keramik-Produktionsstätten.
Ebenso bedeutsam im Leben der Maya war Saklu-ùm, ein Kraut, das man zur Behandlung von Diarrhö verwendete. Schwangere Frauen aßen dieses schmerzbetäubende Kraut. Weit über die Region hinaus wurde mit dem Kraut gehandelt. Es würde  in unserer Region wohl heute als Droge bezeichnet werden.

Die Cobanèos maximierten ihre Wasser-Ressourcen bis zum äußersten. Seen durch Gruben, die sich während der Regenzeit mit Wasser füllten, Wasserhöhlen, Cenoten. Man baute Dämme und Kanäle, fing das Wasser in Bassins auf. Von Menschenhand angelegte Kanäle verbanden die Seen.

 

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Nochol-Mul-Pyramide. Ruine  mit 120 Stufen. Kleinste Stufen. Der Auf-und Abstieg erfordert vollste Konzentration. Vom Eingang der Maya-Stätte geht man 20 Minuten bis zur Pyramide.

 

Mit 42 Metern steht die höchste Pyramide in Cobà, die Nohoch-Mul-Pyramide. Sie hat 120 Stufen. Das Heiligtum auf der Pyramide ist noch erhalten. Der Name Nohoch-Mul bedeutet „Großer Hügel“.
Durch ein Labyrinth von weißen Kalksteinwegen gelangt man dorthin. Etwa 60 Meter entfernt, steht die Stele 20, die von einer Herrscherin berichtet.

Am Eingang des Ortes durchquert man den Juego de pelota, oder Tlachtli: den Platz des Ballspieles.

In nächster Nähe befindet sich das Bauwerk La Iglesias, ein 24 Meter hoher Tempel mit Stuck-Motiven versehen.
In den Mythologien der Maya wird der Tempel mit Chibirias assoziiert, in Maya Ix Chebel Yax. Sie ist eine Göttin der Regeneration. Chibirias spielt eine bedeutende Rolle in Coba. Sie ist die Patronin der Stadt. Bei wichtigen Entscheidungen suchte man sie auf. Wird sie nicht hinzugezogen und jemand zieht aus dem Ort aus, könnte er krank werden oder sterben.

 

Soziale Strukturen

Die Adligen waren die Almehen. Sie waren die Köpfe der Städte. Die Position wurde vom Vater auf den Sohn vererbt. Allerdings mussten die Götter den Sohn für geeignet befinden. Sie waren die Herrscher und sie waren auch Priester, die in Tempeln Service abhielten. Sie wurden respektiert und bei wichtigen Angelegenheiten von der Stadtbevölkerung aufgesucht. Sie ernannten Gouverneure, häufig ihre eigenen Söhne. Ihre Aufgabe war es, Arme freundlich zu behandeln und für Frieden zu sorgen.  Das „einfach Volk“ bewirtschaftete die Felder der Adligen, sie teilten ihre Erträge mit den Adligen.

Die mächtigste soziale Gruppe unter den Adligen waren die Ahau.  Sie waren die Herrscher von mehreren Bezirken einer Stadt oder Regionen des Landes. Halach Uinicob war ein weiterer Titel für Herrscher einer Provinz oder Stadt. Sie konnten auch als Priester agieren. Ihr Einkommen erhielten sich durch die Arbeit ihrer Sklaven. Kakao und andere Farmarbeit. Ihnen wurden darüber hinaus Erträge  von Antragstellern aus anderen Städten ihrer Provinz gereicht. Mais, Bohnen, getrockneter Fisch, Salz, Muscheln, Kleidung und auch Sklaven.

Die Batabob gehörten auch zu den Adelsleuten. Sie wurden durch die Halach uinic ernannt. Sie achteten darauf, dass die Häuser in Stand gesetzt waren, die Felder geschnitten, abgebrannt und in kalendarischen Zyklen gepflanzt wurde.

Der Ah Hol Pop war  Gouverneur einer kleinen Stadt. Durch sie regierten die halach uinic und die batabob. Sie waren für das Stadtzentrumshaus zuständig, das popolna. Dort wurde öffentlich diskutiert, dort lernte man Tanzen für die Feste. Der Ah Hol Pop war auch verantwortlich für die Musikinstrumente, die benötigt wurden für Hochzeiten und andere Anlässe.

Ah kin mai – der von der Sonne. Die Priester. Sie waren tätowiert. Sie trugen weiße lange Roben und mit Schlangen- und Muschelornamenten verzierte Shirts, manchmal waren sie zusätzlich mit Federn beschmückt. Priester nahmen an allen Zeremonien teil. Sie hatten sehr viel politische Macht und waren die Berater der Herrscher. Sie wurden von den Adligen unterstützt. Sie bildeten deren Söhne aus.
Sie unterrichteten Kalenderwissen, die Methoden der Prophezeiung, Behandlungsmethoden bei Krankheiten, Schreiben, Lesen, Malen, einschließlich der Hieroglyphen.

Unter ihnen gab es noch eine Gruppe, die sich chilamob nannten. Sie waren sehr bedeutsam, waren sie diejenigen, die Prophezeiungen aussprachen. Sie allein standen in Verbindung mit der Zukunft. Im Chilam Balam, einem der heiligen Bücher der Maya, wurde die Eroberung durch die Spanier beispielsweise vorausgesagt. Chilamob waren die „Rebellen“ unter den Maya.
Die Maya-Städtebau-Kunst ist eine Kunst der „noblen Gesellschaft“, ein Zeugnis der herrschenden Klasse. Vergessen werden darf nicht, dass das „gemeine Volk“ keinen Zutritt zu den Tempeln hatte. Sie lebten ausgegrenzt vom Zentrum.

 

 

 

 

 

 

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