Die dünne Taille der Ameise

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Wissen sie eigentlich, warum die Taille der Ameise so dünn ist?
Meine erste Antwort lautete: Vermutlich, weil sie so hart arbeiten. Ich stieß bei der Suche nach Beantwortung dieser Frage auf die Hopi. Die Hopi leben in ihrem „Reich der Hopi-Indianer“, zurückgezogen in ihren abgelegenen Mesas (Bergspitzen) im amerikanischen Arizona, nah des Grand Canyons.  Die Hopis  wurden rücksichtslos getötet und enteignet. Und doch sind sie ein großes Volk. Die Größe eines Volkes bestimmt sich ja nicht an Zahl. Also gibt es auch nicht so etwas wie ein kleines Land. Das indianische Volk erinnert an die Scheinheiligkeit und Versäumnisse von Regierungen und Kirchen, die sie niederwalzten.  Die Hopi zeugen von der Kluft zwischen Bewusstem, dem Götzen Dollar, und Unbewusstem.
Lange unterlagen die Hopi der Illusion, ihr  „weißer Bruder“ sei ihr verheißener Pahàna.  Das Kommen des Pahàna, des verlorenen weißen Bruders der Hopi, die Rückkehr des weißbärtigen Gottes, der Kulkucan der Maya,  und des toltekischen und akzektischen Quetzalcoatl ist für ganz Amerika ein Mythos oder eine Vision mit Tiefsinn. Es ist der Traum eines Lebens aller Völker und Rassen, in Frieden und Harmonie zu leben. Ihre Stimme wird verstärkt von all jenen Völkern, die zunehmend das Recht für sich fordert, mit ihren eigenen Wurzeln aufzuwachsen.

Die Hopi sagen, sie seien das älteste Volk Amerikas. Ihr Dorf Orabi ist auch tatsächlich die älteste Siedlung Amerikas. Sie leben in Hopiklanen:  dem Bärenklan, Coyotenklan, Sonnenklan, Seitenmaisklan, Dachsklan, Habichtsklan, Schangenklan, Adlerklan, Wasserklan, Wolkenklan, Dachsklan, Kürbisklan.

hopi7Ihre Weissagungen waren nicht ganz so optimistisch wie die der Maya.
Den Dritten Weltkrieg sagten sie voraus. Ihn werden jene Völker anfangen, die zuerst das Licht, die göttliche Weisheit oder Einsicht in den anderen alten Ländern empfangen haben, sagten sie vor vielen Jahren. Das seien Indien, China, Ägypten, Palästina, Afrika. Amerika würde von Atombomben zerstört werden. Das Heimatland der Hopi bliebe als eine Oase erhalten. Jene, die den Frieden in ihrem Herzen haben, lebten im großen  Schutzraum des Lebens. Die materiellen Dinge würden von Geistwesen zerstört werden. Es soll geschehen, sagen sie, wenn der „Saquasohu-Kachina auf der Plaza“ tanzt.  Er stellt einen blauen Stern dar, der weit entfernt ist und jetzt noch unsichtbar sei. Die Zeit wird von einem Lied angezeigt. Es wurde 1914 und wieder 1940 gesungen, und es beschreibe die Uneinigkeit, die Verdorbenheit und den Hass, die sich auf der ganzen Welt ausgebreitet  hätten. Der Aufstieg in die fünfte Welt habe bereits begonnen, sagten sie in den 80er Jahren. Er werde von den Demütigen der kleinen Nationen, Stämme und Minderheiten gemacht. Man könne das an der Erde selbst ablesen, wenn die Menschen nur weise genug wären, die Zeichen zu lesen.  Alte Pflanzenformen tauchen als Samen wieder. Dieselbe Art von Samen werde auch in Gestalt von Sternen in den Himmel gesät, sagten sie.

Hopi bedeutet Frieden.
Sie leben stets im Bewusstsein der Schöpfung. Sie machen einen Lebensrhythmus geltend, den wir ignorieren. Sie erinnern uns daran, dass wir uns auf einen inneren Wandel einstellen müssen, wenn wir nicht ganz mit unserem Herzen brechen wollen. Sie sehen ihren Lebensplan darin, die Harmonie des Universms erhalten zu helfen und sich nach dem vollkommenen Schöpfungsplan auszurichten. Entsprechend ist der Zweck ihrer Zermonien. Sie sind sich ihrer Zukunft so sicher wie ihrer Vergangenheit.  In den 80er Jahren enthüllten sie erstmals ihr Verständnis vom Leben, bis dahin ignorierten sie still das äußere Bild, das man sich von ihnen machte.  Ihre Lebensanschauung ist tief religiös mit esoterischer Bedeutung. Leben geschieht für sie durch die eine Kraft, die ihren Stempel dem höchsten Berg und das kleinste Insekt aufdrückt.

Sie sagen auch, es sei besser keine geschriebene Sprache zu haben, um Religion oder Glauben auszudrücken. Eine niedergeschriebene Religion erzeuge Einwände und Zwistigkeiten. Es sei besser, den Glauben mündlich und im Geheimen weiterzugeben, wie es bisher bei ihnen geschehen sei – ausgedrückt in tiefgründigen Ritualen und einer Symbolik von Zeremonien.

 

Vier Welten
Ihr „Altes Testament“ handelt von der Erschaffung der vier Welten. Die Erste Welt war Tokpela, der endlose Raum. Zuerst aber gab es den Schöpfer Taiowa. Alles, war endloser Raum. Dann erschuf Taiowa Sotuknang, der den Plan eines Lebens im unendlichen Raum ausführen sollte.  Formen wurden so gebildet, dass sie miteinander harmonisch wirken, so wie es der Plan von Taiowa wollte. Sieben Welten, sieben Meere und eine für sich. Er setzte die Kraft der Luft in Bewegung. Sotuknang schuf eine Spinne, sie mischte etwas Erde mit etwas Speichel und formte aus ihr zwei Wesen. Dann bedeckte sie diese mit einem Umhang, der aus weißer Substanz bestand und die schöpferische Weisheit selbst war, und er sang über ihnen das Lied der Schöpfung. Die Zwillinge wurden wach und fragten: „Wer sind wir? Warum sind wir hier?

 

hopi2Der linke Zwilling sollte über die ganze Welt gehen und helfen, diese Welt in Ordnung zu halten. „Sende einen Ton über die ganze Welt aus“, so dass er durch gehört wird. Alle Töne sind das Echo des Schöpfers. Und so reiste einer der Zwillinge über die ganze Erde und verdichtete die Gegenden zu Bergen. Die tieferen Gegenden machte er fest und doch weich genug, um von Wesen genutzt zu werden, die darauf leben sollten und die sie ihre Mutter nennen würden. All die Schwingungszentren entlang der Pole und der Erdachse ließen seinen Ruf wiedertönen. Das Universum zitterte im Gleichklang. Die ganze Welt wurde ein Instrument aus Klängen.

Der andere  Zwilling ging um die ganze Welt und legte seine Hände auf die Erde, damit sie sich ganz verfestigte, schuf Bäume, Pflanzen, alle Formen von Samen, um die Erde umzukleiden. In der gleichen Weise wurden die Tiere geschaffen. Mit ihrem Umhang  aus weißer Substanz bedeckte er die Erde und sang. Einige setzte er zu seiner Rechten und einige zur seiner Linken, andere vor sich und hinter sich – in alle vier Richtungen der Welt.  Ihre Rufe hatten die Macht, die Bewegungen der Luft in sanften und geordneten Bahnen zu halten.

Die Schöpfungsdämmerung

Bei der Erschaffung der Menschen sang die Spinne das Schöpfungslied und legte einen Umhang über sie. Aus  Erde und vier Farben, rot, schwarz, gelb und weiß,  mischte sie Menschen. Bald erwachten sie und der Abschnitt des fahlblauen Lichts begann. Die Menschen begannen sich zu bewegen, aber ihre Stirn war noch feucht und sie hatten eine weiche Stelle am Kopf. Dies war die Zeit des gelben Lichts, die Zeit als der Atem des Lebens in den Menschen kam.
Kurz darauf erschien die Sonne. Sie trocknete ihre feuchte Stirn und härtete den weichen Fleck an ihrem Kopf. Dies war die Zeit des roten Lichts, als der Mensch vollkommen geformt und gefestigt war und sie ihrem Schöpfer begegneten. Das ist die Sonne.  Es ist das Gesicht durch das Taiowa, der Schöpfer, schaut.

Diese drei Lichter sollten die Menschen immer in Erinnerung halten und beachten. Sie enthüllen das Geheimnis, den Atem des Lebens und die Wärme der Liebe. Diese enthalten den Plan des Schöpfers für das Leben der Menschen. Der Schöpfer zeigt sich durch das gelbe Licht. Er gab den Menschen das vollkommene Licht zur Zeit des roten Lichts. Er pflanzte die Freude in unser Leben. Mit dem Erscheinen des gelben Lichts wiederholt und wiederholt sich immer wieder das freudige Echo, Hall und Wiederhall für kommende Zeiten. Einer der Zwillinge sorgte auch dafür, dass die Menschen eine Sprache für jede Farbe erhielten. Dafür sollten sie Ehrfurcht, Weisheit, Liebe und Harmonie für die Liebe ihres Schöpfers haben.

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Die lebendigen Körper von Erde und Menschen sind von gleicher Art. Durch jede läuft eine Achse. Die Achse des Menschen ist die Wirbelsäule, die das Gleichgewicht bei seinen Bewegungen herstellt. Auf dieser Achse liegen Schwingungszentren, die den Urklang des Universums durch das ganze Universum widerschallen oder warnen, wenn etwas nicht gut ist.
Das erste Zentrum liegt am Scheitel, kopavi, die offene Tür, das Schwingungszentrum durch das der Mensch Leben erhält und mit seinem Schöpfer verbunden ist. Bei jedem Atemzug hebt es sich auf und ab – in sanfter Schwingung mit dem Schöpfer vereint. Zur Zeit des roten Lichts wurde die Stelle hart und die Tür schloß sich. Geschlossen bis zum Tod, dann öffnet sie sich, um das Leben gehen kann, wie es gekommen ist.

Das Herz ist ein schwingendes Organ. Mit dem Herzen fühlen die Menschen das Gute, den tiefsten Sinn des Lebens. Doch manche ließen auch das Böse ein. Es zog ein zweites Herz ein. Darum sprechen die Hopi von „Zweiherzen“ in ihren Prophezeiungen.

Die Schwätzer kommen

Die ersten Menschen kannten keine Krankheit. Vielleicht mal eine Erkältung im Kopf oder einen verdorbenen Magen durch das Essen, mehr aber auch nicht. Ein Medizinmann überprüfte die Punkte (Chakras) an Kopf, Auge, Kehle, Brust und Bauch. Die Hände waren sehendes Werkzeug. Sie spürten die Vibrationen eines jeden Zentrums. Viel Übel kam durch die Gedanken und von jenen Zweiherzen. Dann nahm der Medizinmann einen Kristall, hielt ihn in die Sonne, um ihn wirkungsfähig zu machen, und schaute durch ihn auf jeden der Punkte. Daran war nichts Magisches. Der Kristall verlegte lediglich die Vision jenes Zentrums im Medizinmann nach außen, das seine Augen lenkte und das er zu diesem Zweck in sich entwickelt hatte. In der Ersten Welt waren die Menschen glücklich. Dann kamen die Schwätzer und sie redeten von Unterschieden. Den Unterschieden von Mensch und Tier, den Unterschieden von Hautfarben, Sprachen und Glauben an den Plan des Schöpfers. Und so flüchteten die Tiere aus Angst vor den Menschen. Sie wurden wild. Und die Menschen trennten sich. Dann kam die Schlange und sie führte die Menschen von ihrer Weisheit weg. Sie klagten sich an. Sie vertrauten nicht mehr und kämpften gegeneinander. Die ganze Zeit schwätzte Katoya in Gestalt einer Schlange und Lavaihoya, in Gestalt eines Vogels.

Ameisen teilten mit den Menschen
bruecken bauen

Es stand schlecht mit der Welt und so beschlossen der Schöpfer und Sotuknang die Erde zu zerstören und eine neue zu schaffen.  Die Menschen mussten darum in einen Ameisenhügel hinuntersteigen. Sie sollten etwas von den Ameisen lernen, folgten diese dem Plan des Schöpfers. Dort waren die Menschen in Sicherheit. Die  Welt  zerstörte Sotuknang durch Feuer, weil ihre Führer vom Feuerklan waren. Feuer regnete. Er öffnete die Vulkane. Feuer kam von überall, bis alles nur noch ein Element war: Feuer. Die Menschen lebten derweil glücklich unter der Erde zusammen. Kristalle hatten das Licht der Sonne aufgenommen. Es gab also dort unten im Ameisenberg auch Licht. Aber die Nahrungsmittel wurden knapp. Die Ameisen gaben den Menschen alles, was sie hatten. Sie waren ja ihre Gäste und darum wurde es für sie knapp. Sie wurden von Tag zu Tag dünner, und darum sind die Taillen der Ameisen heute so dünn.

 

feueropal

Feueropal

„Die Zeit wird kommen, wenn die schlechtesten Menschen erkennen, dass wieder eine Welt zerstört werden wird und dann werden sie vor euren Hügeln sitzen und um Hilfe schreien“, sagte Sotuknang den Ameisen und dankte ihnen, dass sie halfen, die Menschen zu retten. Er wandte sich an die Menschen: „Steigt nun auf in die Zweite Welt. Sie ist schön, aber nicht ganz so schön wie die Erste Welt. Vermehrt euch und seid glücklich, aber erinnert euch an die Gesetze, die der Schöpfer euch mitgegeben hat. Die Tiere hielten sich weiterhin fern von den Menschen und darum befassten sich die Menschen mit ihren eigenen Angelegenheiten. Sie bauten Häuser und Dörfer. Sie sammelten wie die Ameisen Nahrungsmittel. Sie begannen zu handeln und zu tauschen. Und das Übel begann erneut. Sie wollten mehr haben. Mehr und mehr wollten sie von den Dingen haben, die sie nicht brauchten. Sie tauschten und horteten. Und es geschah, was geschehen musste. Sie stritten und bekämpften sich. Ein paar Menschen aber sangen noch immer das Lied der Schöpfung. Aber die bösen Leute lachten sie aus, bis sie es nur noch in ihrem Herzen singen konnten. Sotuknang hörte es trotzdem.
Und so entschieden sich Taiowa und er, diese Welt auch wieder zu zerstören. Und wieder rief er das Ameisenvolk an. Sie sollten die Türen für die ausgewählten Menschen öffnen. Die Zwillinge standen derweil an den Polen der Erde, um die Erde im richtigen Umlauf zu halten. Sie sollten ihren Posten aufgeben. Das taten sie und sogleich kam die Erde aus dem Gleichgewicht. Sie überschlug sich zweimal, Länder überfluteten, Meere klatschten zusammen und die Welt gefror zu Eis. Das war das Ende der Zweiten Welt.

Die Menschen lebten glücklich und warm  unterirdisch bei dem Ameisenvolk. Man ging sparsam mit den Nahrungsmitteln um, aber die Taillen der Ameisen wurden dennoch dünner und dünner. Sotuknang begann die Dritte Welt zu erschaffen. Als alles zur Besiedlung geeignet war, sagte er den Menschen: „Es ist Zeit heraufzusteigen.“  Wieder sagte er ihnen, sie  sollen sich gegenseitig achten und ihn und sie sollen in Eintracht singen, damit der Schöpfer sie hört.

 

heilige geometrie3 sombrero nebelKuskurza war der Name der Dritten Welt. Ihre Farbe war Rot.

In der Ersten Welt lebten die Menschen einfach mit den Tieren. In der Zweiten Welt hatten sie Handfertigkeiten gelernt. In der Dritten Welt machten sie schnell Fortschritte, bauten Städte, Staaten, schufen Kulturen. Immer mehr wurden sie von irdischen Plänen in Anspruch genommen und vergaßen dabei den Plan des Schöpfers. Der Krieg kam in die Dritte Welt. Es hatte keinen Sinn zu warten, bis ihr Lebensfaden auslief. Die Spinne sollte die Menschen retten, während Sotuknang die Welt mit Wasser zerstörte.  Die Spinne fragte: „Wie soll ich sie retten?“ „Sotukanang sagte: „Wenn du hohe Pflanzen mit hohen Stengeln siehst, hau sie ab und stecke die Menschen hinein.“   Die Spinne tat wie ihr befohlen. Sie säbelte Schilfrohrhalme ab und steckte die Menschen dort hinein, zusammen mit etwas Wasser und hurusuki, Teig von weißem Maismehl, als Speise, und verschloß sie dann.
Dann kam das Wasser. Wellen, höher als Berge, rollten über das Land. Kontinente brachen auseinander und versanken im Meer. Die Menschen wurden hoch in die Luft geschleudert und dann fielen sie wieder hinunter ins Wasser. Dann war alles ruhig. Und sie schwammen und schwammen – und immer noch schwammen sie.

Nach ein langen Zeit brach die Spinne die Schilfrohre auf und zog die Menschen an ihren Köpfen heraus. Sie sahen nur einen Gipfel, alles andere war Wasser. „Wo ist die neue Vierte Welt, die Sotuknang für uns geschaffen hat?“, fragten sie. Die Vögel suchten nach dem Land, aber sie fanden sie auch nicht. Daraufhin pflanzten sie einen Schilfhalm, der hoch zum Himmel wuchs. Daran kletterten sie hinauf und starrten über das Wasser. Kein Zeichen von Land.

Und Sotukanang sagte: „Ihr müsst weiterreisen. Eure Weisheit wird euch führen. Die Tür auf eurem Scheitel ist offen“  Also bauten sie Boote aus ihren Schilfrohrhalmen. Lange trieben sie auf dem Wasser. Bis sie ein rumpelndes Geräusch hörten.  Sie kamen zu einer Felseninsel, die aber nicht groß genug war. Also reisten sie weiter in Richtung aufgehender Sonne. Wieder hörten sie ein rumpelndes Geräusch.  Wieder eine Insel. Dort hielten sie sich einige Zeit auf. Es war aber  noch immer nicht das rechte Land. Sie zogen ostwärts weiter, zu Fuß über die Insel zur Küste. Dort bauten  sie Flöße und reisten weiter nach Osten und ein bißchen nach Norden. Dort hörten sie wieder das rumpelnde Geräusch. Das Land war lang und breit und schön. Dort war es fruchtbar. Dort blieben sie jahrelang, aber es war noch immer nicht die Vierte Welt.

Die Spinne sagten ihnen, sie müssen weiterziehen.  Wieder zogen sie weiter nach Osten und ein bißchen nach Norden. Sie paddelten viele Tage und Nächte. Endlich sahen sie Land, ein weites mächtiges Land, sagte ihnen ihre innere Stimme.  Es gab nur hohe Berge an der Küste, kein Platz zum Landen und so paddelten sie weiter Richtung Norden. Aber die Berge wurden immer höher und steiler.  Also paddelten sie viele Tage lang nach Süden.

inseln im meer

Aber auch dort wurden die Berge immer höher.  Sie hörten auf zu paddeln, öffneten die Türen ihrer Scheitel und ließen sich führen. Sofort glättete sich das Wasser und sie fühlten eine Strömung. Von ihr ließen sie sich ziehen. Und so erreichten sie einen Sandstrand.Breit und lang war das Land. Es war ihr Land und sie freuten sich. Sie konnten sogar die Inseln sehen, auf denen sie sich ausgeruht hatten.
„Das sind die Fußspuren eurer Reise. Die Gipfel eurer Dritten Welt, die ich zerstört habe. Seht nun!“, sagte Sotuknang.  Und als sie sahen, verschwand eine Insel nach der anderen. „Seht nun! Ich habe sogar die Fußspuren eures Aufstiegs weggewaschen, die Trittsteine, die ich für euch gelassen hatte.“  Auf dem Grund der Meere liegen all die stolzen Städte, die weltlichen Schätze und jene Menschen, die keine Zeit fanden, von den Gipfeln der Berge die Preislieder für ihren Schöpfer zu singen. Bewahrt diese Erinnerung, bewahrt die Bedeutung, und die Trittsteine werden wieder auftauchen. Dies war das Ende der Dritten Welt.

Nun standen sie am Ort  ihres Aufstiegs, der Vierten Welt. Sie hieß Tùwaqchi, vollständige Welt.  „Ihr werdet herausfinden, warum“, sagte Sotuknang. Sie ist nicht so schön und bequem wie die vorangegangenen Welten. Sie hat Höhen und Tiefen, Hitze und Kälte, Schönheit und Unfruchtbarkeit. Ihr könnt wählen. Was ihr wählt, wird entscheidend dafür sein, ob ihr diesmal den Schöpfungsplan ausführen könnt oder ob die Welt wieder zerstört werden muss. Jede Gruppe wird ihrem eigenen Stern folgen, bis er anhält. Ihr werdet von den entsprechenden Gottheiten, von guten Geistern Hilfe erhalten. Behaltet nur eure Türen offen und erinnert euch an das, was ich euch gesagt habe!“
Die Menschen zogen ins Land weiter. Plötzlich hörten sie wieder ein rumpelndes Geräusch. Sie schauten und entdeckten einen großen Mann. Er war es, der die Geräusche machte, damit sie den Weg zu ihm fanden. Er war der Beschützer des Landes. Er war schon in der Dritten Welt zum Verwalter gemacht worden, hatte sich aber zu wichtig genommen und seine Demut verloren. Da er aber ein Geist war, konnte er nicht sterben. Taiowa machte ihn damals zum Geist der Unterwelt. Und nun war er der Verwalter der Vierten Welt. „Ihr steht auf dem Rückgrat der Erde, auf seiner avila (Westabhang). Ihr müsst noch eure Wanderung machen. Kommt ihr wieder auf Abwege, nehme ich euch die Erde weg. Ich bin nicht nur der Verwalter. Ich bin auch der Beschützer.“, sagt er. Die Menschen teilten sich in Gruppen und Klane auf. „Mögen wir uns wiederbegegnen“, riefen sie einander zu. So begann alles auf dieser, unserer Vierten Welt.

 

Lasst uns nur schön auf die Klänge dieser Erde hören,
und  unsere Türen am Scheitel offen halten.
Lasst uns in Eintracht singen, damit der Schöpfer uns hört und weiß, dass wir ihn nicht vergessen haben, sonst müssen wir auch paddeln oder landen in Schilfrohrhalmen und werden in die Luft geschleudert.
Und die Taillen der Ameisen sind auch bereits dünn genug.

 

 

 

dont forget

 

 

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3 Kommentare zu “Die dünne Taille der Ameise

  1. […] überquerten das Meer auf Steinen, die in einer Reihe lagen  ähnlich der Trittsteine der Hopi. (im gestrigen Beitrag erwähnt).  Das Königreich wurde Tulan, Tollan oder auch Tula genannt. Auch bei den Azteken spielen das […]

  2. Roswitha sagt:

    Ich danke dir sehr für den Beitrag zu den Hopis. Ich persönlich habe vor 45 Jahren bei dem Sohn eines Hopischamanen (er studierte in Wien Medizin und war junger Arzt in einem Krankenhaus für krebskranke Kinder) Chakrenbehandlungen erlernt, die ich immer wieder auch auf Wunsch von Kranken anwende und auch in Geistheilungskursen an Schüler weitergebe. Die Basis jeder Heilarbeit ist, so Du es auch beschreibst, die Arbeit an der Wirbelsäule. das ist von mir ein Spezialgebiet.
    Auch haben wir damals mit den Eltern der Kinder violette Farbe visualisiert und diese in den Tumor geatmet.
    Obwohl ich schulmedizinische Ausbildung habe und auch in der Schulmedizin bis zur Pension tätig war, hat dieser Mann mit dem ich einige Jahre befreundet war meinen Lebensweg geprägt. Ich habe von ihm gezeichnete Bilder, welche dem von Dir eingestellten.Bild zu Chakren entsprechen.
    Ich habe dann auch 15 Jahre später eine Reise zu den Hopis nach Kalifornien gemacht. Einen Sonnenaufgang im Grand Canyon zu erleben ist was Heiliges.
    Dein Bericht ruft in mir große Dankbarkeit aus. Dankbarkeit auch dafür, dass ich dieses Wissen in Heilpraktikerschulen weitergeben durfte.

    Du schreibst:
    > kopavi, die offene Tür, das Schwingungszentrum durch das der Mensch Leben erhält und mit seinem Schöpfer verbunden ist. Bei jedem Atemzug hebt es sich auf und ab – in sanfter Schwingung mit dem Schöpfer vereint<
    – genau so haben wir es mit den kranken Kindern gemacht, der Vater oder die Mutter stand bei den Füßen des kranken Kindes empfing die göttliche Kraft und mit dieser wurden die Tumore durchflutet.
    Schön davon nach 45 Jahren zu lesen!
    Roswitha

    • martinakunze sagt:

      Liebe Roswitha,

      lieben, lieben Dank an dich!
      Lese ich dich, habe ich das Gefühl, ich lese in einem spannenden Buch. Wow! Ist das Büch über dich und deine Erfahrungen, dein Wissen schon geschrieben? Nein? Dann solltest du ernsthaft darüber nachdenken. Ich kann mir wohl denken, dass ein Sonnenauf- oder untergang im Grand Canyon etwas Heiliges ist und einen im Tiefsten durchströmt…Wie schön für mich, von dir über dein Stück Leben zu hören! Wer warst du zu Jesu Zeiten frage ich mich gerade? So eine geballte Ladung Heilwissen.Ja, es sind dann einzelne Menschen, die einen prägen. Dass es bei dir ein Hopi war…wow!!! Der Knaller! Die Hopi….die Maya…Kabbalah Essener…mich lässt dieses alte Wissen, Heilwissen nicht mehr los. Es gab eine Zeit, da wünschte ich mich als deine „Adjudantin“,… Schülerin in Sachen Heilwissen, liebe Frau des Wissens, jeden Tag geistiges und pflanzenkundliches Wissen schaufeln…:) Deiner lieben Freundin schrieb ich noch nicht,….noch nicht, Aber ich war auf ihrer Webseite und ich mag, das sie lachen mag und das sie in einem T-Haus wohnt und noch anderes. .Ich würde sie gerne mit Fragen löchern dürfen, wenn der rechte Zeitpunkt gefühlt wird. Jetzt habe ich erst einmal Sumara, jene Essener-Meisterin hier in Bonn interviewt…das Video bearbeite ich gerade….ein Hopischamane, der Medizin in Wien studierte – das ist Stoff für ein Buch.
      Danke, Roswitha.
      Martina

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