Zahlenzauber


a maya

„The Journey of Time“. Maya Hieroglyphic Writing.

 

Die Götter erkannten, dass sie zwar zwei Menschen geschaffen hatten, aber sie besaßen noch kein Buch, nach dem sie  sich hätten regieren können. Darüber berieten sie mit zwei Menschen göttlichen Geschlechts, Oxomoco und Cipactonal. Sie zogen auch ihren Enkel Quetzalcoatl hinzu. Und so fingen die drei – in einer Höhle sitzend – an zu streiten, wer von ihnen das erste Zeichen des Kalenders einsetzen sollte. Und aus Respekt einigten sie sich, der Frau dieses Vorrecht zu gewähren. Während sie so suchte, traf sie eine gewisse Sache, genannt Cipactli, als Schlange abgebildet und von der gesagt wird, sie wohne im Wasser. Die Alte erzählte von ihrem Vorhaben und bat die Schlange darum, das erste Zeichen des Kalenders sein zu wollen. Die Schlange sagte Ja. Und so malten sie das erste Zeichen und nannten es ce ciptactli, was eine Schlange bedeutet. Der Mann der Frau stellte dann zwei Schilfrohre hin, der Enkel drei Häuser…bis sie dreizehn Zeichen hatten.

Dies soll der einzige Bericht sein, den es in Bezug auf den Ursprung der Kalender gibt. Ganz korrekt ist er nicht, denn ce ciptactli bedeutet nicht Schlange, sondern Krokodil. Das zweite Zeichen ist nicht Zwei Schilfrohr, sondern Zwei-Wind und beim dritten sind es nicht drei Häuser, sondern Drei-Haus. Eine Zahl und ein Bild drückten eine Zeitspanne für die Maya aus und nicht wie lange angenommen eine Anzahl von Häusern oder Adler.

Beschrieben wird in diesem Teil des Schöpfungsmythos im „Alten Mexico“, wie die Bewusstwerdung des Zählens zustande kam. In einer Höhle, die das irdische Paradies meint, das Taomanchan. Diese soll sich in der heutigen Stadt Cuerncavaca, der Stadt des ewigen Frühlings, befunden haben. Die Höhle wurde als ein gemeinsamer Wohnort von Göttern und Menschen gedacht. Sie stellt die Bewusstseinsschwelle dar, auf der sich Bewusstes und Unbewusstes berühren.

Aus der Unordnung folgt demnach Geordnetes mit Hilfe von Zahlen. Die ersten Menschen wurden als Erfinder von Zauberkraft und Magie gedacht.  Quetzacoatl stand dem Bewussten näher, obwohl er zur Hälfte Mensch und zur Hälfte Gott war. Er gilt als Kulturbringer und Reformator.

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Palast Cortès. Heute Museum.

Die Azteken nannten die Stadt Cuerncavaca  „Cuahnahuac“, was nahe beim Wald bedeutet. Geografisch befindet sie sich im Herzen Mexicos. Die Stadt liegt etwa eine Stunde Fahrt von Mexico-City entfernt. Man durchfährt dabei einen Höhenunterschied von 700 Metern. Die 1.5 Millionen Einwohnerstadt liegt auf einer Höhe von 1.540 Meter.
Cuernacavaca ist die Hauptstadt des Bundesstaates Morelos.
Einst errichteten Aztekenkönige ihre prachtvollen Sommerresidenzen in ihr. Der spanische Eroberer Hernàn Cortès ließ 1530 seinen Palast erbauen. Kaiser Karl hatte ihn entmachtet. Er musste sich zurückziehen. Und Kaiser Maximillian hatte zwar eine Frau namens Charlotte. Er soll sich aber in der Stadt mit seiner indianischen Freundin getroffen haben. Heute ist die Stadt Heimat vieler Ausländer. Politiker, Künstler wie auch reiche  pensionierte Amerikaner leben dort. An Wochenenden platzt die Stadt aus allen Nähten. Ganzjährig herrscht mildes Klima. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 21 Grad. Zu Zeiten der Azteken war die Stadt Zentrum des Ackerbaus, heute ist die Stadt eine Gartenoase.

 

Zahlen als ordnende Funktion

magnetfeld

Der normale aztekische Kalender richtete sich nach dem Sonnenjahr und hieß xihuitl (bei den Maya haab).

Er umfasste 18 Monate zu je 20 Tagen plus 5  Tage, die unglücksvoll gewesen sein sollen. Jeder Monat hatte 4 Wochen zu je 5 Tagen. Der letzte Tag in der Woche war öffentlicher Markttag (tianquiztli) und gleichzeitig Fest- und Ruhetag. So gab es insgesamt 288 Arbeitstage und 72 tianquiztli im Jahr. An den 5 Unglückstagen sollte man nicht arbeiten. Dies ergab insgesamt 365 Tage.

Es gab noch einen zweiten, heiligen Kalender mit 260 Tagen, den sogenannten tonalpohualli, der zu Weissagungen benutzt wurde. Die 260 Tage waren in 20 Wochen zu je 13 Tagen aufgeteilt. Jeder Tag war einem Gott oder einer Göttin zugeordnet. Das Schicksal der Menschen hing davon ab, ob ihrem Geburtstag gute oder schlechte Eigenschaften zugeschrieben wurde. So war zum Beispiel „Sieben Regen“ ein günstiger Tag, „Zwei Kaninchen“ dagegen ein schlechter Tag.

Wie die Maya kombinierten die Azteken ihre Kalender. So entstand ein Kalenderrad von 52 Jahren. Am Ende einer 52-jährigen Periode wird die Zeit und die Welt wiedergeboren, symbolisiert durch die Zeremonie des Neuen Feuers. Bei dieser Zeremonie wurden in den letzten Stunden des alten Jahres alle Feuer gelöscht, die Bildnisse der Götter ins Wasser geworfen und Kinder und Frauen versteckt. Priester stiegen auf den Hügel des Sterns, oberhalb von Ixtapalapa (OstenMexico-City) und warteten bis die Plejaden den Zenit überschritten. Um diese Zeit war die Gefahr am größten, dass die Erde zerstört wird.

Himmlische Vorgänge beobachteten sie. Die, die sich ihnen zeigten, wurden so treu wie möglich in ihrer Welt reproduziert, um im Einklang mit dem Kosmos zu leben. Innen wie außen. Oben wie unten. Wie im Himmel so auf Erden. Der Mensch trägt als Mikrokosmos das getreue Abbild des Makrokosmos, des Universums in sich. Sie lebten so eng mit der Natur, dass sie diese  Naturgesetze erkannten.

Für sie hatten Zahlen eine führende und ordnende Funktion.
Sie entwickelten ein Zahlensystem. Ihre Zahlworte trugen immer auch einen symbolischen Wert in sich.

Die Zahl Fünf heißt macuilli und bedeutet, etwas mit der Hand nehmen.
Centzotli ist die Zahl 400.  Sie meint ebenso einen Haarschopf und drückt den Sinn von unzählig aus.
Cempohualli heißt die Zahl 20. Sie drückt eine Zählung oder eine vollständige Zählung aus.
Cenxiquipilli lautet die Zahl 8000. Sie ist eine andere große Zahl. Das Wort bedeutet ebenso Sack, vollständiger Sack. Sie wurde benutzt zum Zählen von Hölzern, Seilen, Schnüren, Kanus, Dächer, Messer oder Kerzen und Ähnliches.

Endungen hinter Zahlwörtern drückten die Form des Zählgegenstandes aus.

-tetle beispielsweise wurde für kugelförmige Eigenschaften verwendet: Centetle, Ontetle für Henne, Eier, Früchte, Bohnenkörner, Kakao, Melonen u.a.
Mit der Endung -pantli wurden Rinnen, Furchen, Wände, Personenreihen gezählt. Dinge, die der Länge nach angeordnet waren: Cempantli, Ompantli.
Dinge, die ein Doppel, eine Dualität ausdrückten endeten mit -tlamantli. Schuhe, Teller und so weiter.

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Die gefiederte Schlange

Mais, das  heilige Korn der Maya wurde Olotl genannt. Das Wort wird von Forschern mit dem Wort  Herz, yollotl in Verbindung gesetzt. Olotl ist das Herz oder die entkörnte Ähre des Maiskolbens.  Mit Olotl wurden längliche Gegenstände gezählt.

Cemipilli, Omipilli, Yeipilli ist die Zählart von Zwanzig zu Zwanzig: 20, 40, 60.
Die Zwanzig wurde im Maya-System sowohl als Vollendung oder als Null aufgefasst, weil sie gleichzeitig das Totale,und auch das Nichts ist.

Zahlen waren in ihrer Gedankenwelt immer qualitativ geprägt. Zahlen waren etwas Lebendiges. Die Mehrzahl von Zahlen wurden immer nur dann verwendet, wenn die Gegenstände  und Begebenheiten beseelt waren.

Die einfache Rechnung 10 x 20= 200 war für sie nicht von Bedeutung. Es handelte sich für sie um 10 verschiedene Zwanziger, jede mit ihrer besonderen Eigenschaft und  Individualität.

Die Zahl  als solches war für die Maya nur eine halbe Sache. Zahl kannten sie nicht als etwas Abstraktes. Zehn konnte man in ihrer Vorstellung nicht sagen. Man musste immer sagen, was zehn?  Zehn Hühner, zehn Bäume oder zehn Männer? Ohne das zu sagen, ist Zehn ein Loch und ein Loch ist leer.
Zahlen waren immer auf etwas bezogen und Zahlen erfassten dieses bewusst.

 

 

Chitta  kommt von chit und bedeutet wahrnehmen oder sehen, und meint bemerken oder auf etwas aufmerksam werden. Chitta ist all das, was bemerkt worden ist.  Alles war wir bemerkt haben, was wir jemals erlebt haben, worauf unser Bewusstsein seine Aufmerksamkeit richtet,  ist Chitta, gehört zu unserem Pool der Erfahrungen, bewusst oder unbewusst, heute, gestern, vor sechs oder sogar in einem früheren Leben. Was wir erleben wird zu einem Teil unseres Geistes. Chitta ist die Gesamtheit unserer Erfahrungen und Erinnerungen. 200.000 Kilometer reichten unsere Neuronen des Gehirn, reihten wir sie aneinander. Das ist die halbe Wegstrecke von der Erde bis zum Mond. 400 Milliarden  Informationseinheiten pro Sekunde verarbeiten wir. Doch wir verwerten gerade mal 2000 davon. Das Wenigste erfahren wir also bewusst.

Die Zahl sei die „Urmanifestitation des Geistes“, sagte einst C.C. Jung. Die Zahl sei der Archetyp, indem sich die Einheit von Psyche und Materie ausdrücke. Man könne die Zahl als die „Bewegungskonfiguration der physikalischen und psychischen Energie“ betrachten, schreibt Marie Louise von Franz in ihrem Buch Zahl und Zeit und setzte damit Jungs Anschauungen fort.

Die zeitliche Mathematik war für Azteken ebenso wie für die Maya  das A und O ihres Lebens. Interessant ist allerdings, dass beispielsweise im Wörterbuch der Sprache Nahuatl im „Alten Mexico“ das Wort Zahl nicht existierte, auch nicht in den Mayasprachen. Im ersten Wörterbuch aus dem Jahre 1571 gibt es kein Wort, das jenes Phänomen Zahl bezeichnet. Erst in der Überarbeitung von 1910, in dem einige neue Wörter zu lesen sind, erscheint das Wort.

Die  Zahl Vier ist in Jung`scher Sprache das Selbst. Das Wort Nagual (moderne Form von nahualli) soll von dem Wort Vier  – nagul – abstammen. Nagual  umschreibt in der Welt der Aktzeken und Maya den dunklen, unbekannten Teil der Psyche, von dem die lichte Seite, die bewusste derselben nur eine leichte Ahnung haben kann. Das dem Licht Zugängliche wird Tonal genannt.
Tonal und Nagual sind die Gesamtheit der Psyche. Aus dem Nagual fließt ständig die Lebensenergie, die das Bewusstsein ernährt und aktiv hält. (Auszug Carlos Castaneda, Tales of Power 1974)

Es  ist die Energie, die noch immer als magisch empfunden wird. Die „alten Mexikaner“ stellten sich das Wort Ziffer als etwas Magisches, als das kreative Erzeugnis von einer mysteriösen archetypischen Energie vor.

In Texten, die sich auf die Kalender beziehen, benehmen sich Zahlen nicht zufällig wie Verben, deren Tätigkeit die Qualität eines Tages oder eines Zeitraumes bestimmt. Da wird vom Tage Drei-Hirsch berichtet. Drei-Hirsch ist ein gutes Tonalli sagen sie. Es „dreiert im schönen Zeitraum“. In diesem Zeitraum ist Glückseligkeit.  Dem Tonalli, der lichte Aspekt der Psyche, wird etwas bewusst. Tonalli ist  in ihrer Glaubenswelt das Ergebnis der Tätigkeit dieser Zahl.

Zahlen haben in der Glaubenswelt der Azteken und Maya immer eine wirkende Kraft auf den Menschen.

Es wohnen Kräfte in ihnen.

Der Tag Fünf-Wasser. Überall “ befünfertes Wasser“  ist nicht gut für die Umgebung. Das Tonalli sei nicht gut. Menschen, die in diesem Zeichen geboren wurden, seien nicht friedlich. Dieses hänge mit der Eigenschaft der Fünf zusammen. Und natürlich wurde in solchen Fällen auch die Umwandlung dieser ungünstigen Eigenschaften betrieben. Fünf bedeutet einen Aspekt des Selbst.

Im Mittelpunkt steht hierbei die Bewusstseinsentwicklung des Menschen von der Heiligen Fünf bis zur Heiligen Zwanzig.
Die Zwanzig, die in ihrem Zahlensystem auch die Vollendung oder das Nichts bedeutete.

Das Wort teohpuhqui wird als Betrübnis, Qual oder Trauer übersetzt. Die wörtliche Übersetzung lautet der Gotteszähler.
Gotteszählung fängt dort an, wo sich ein Kranker fragt, warum der liebe Gott ihm so etwas gegeben hat. Da fängt das Bangen an. Und damit das Zählen.

 

Zahlen und Götter waren im „Alten Mexico“ identisch.

Die Zahlen 1 bis 20 wurden bei den Maya von Götterköpfen dargestellt. Götter stellten verschiedene Tage dar, oder sie begleiteten Tageszeichen. Der Gott der Zahl Drei ist ein Wind-und Regengott. Quetzacoatl entspricht ihm. Er war der Bringer von Regen und der Wegfeger von Regengüssen. Der Regen symbolisiert unter anderem die Verbindung zwischen Himmel und Erde.

Der Gott der Zahl Vier ist der Sonnengott.
Der Gott der Zahl Fünf wurde von Forschern bei den Maya als Gott N klassifiziert. Sein Name ist Mam und bedeutet „mütterlicher Großvater“. Er wurde entsprechend ihrer Zeitrechnung an den fünf überschüssigen Tagen eines Jahres verehrt. Oft wurde er mit einer Muschel auf dem Rücken gezeigt. Sie symbolisiert das Erdinnere.

Der Maya Gott der Zahl Sieben ist der Jaguar.
Die Zahl Acht ist der Maisgott.
Der Gott der Zahl Zwölf ist der junge Lahun-Chan, auch Zehn Himmel genannt der Gott des Planeten Venus.
Der Gott der Zahl Dreizehn ist ein Schlangendrachen. Allerdings wird die 13 als 10 + 3 dargestellt und darum vom Gott der Zahl Zehn und vom Gott der Zahl Drei repräsentiert.

Die Götter des heiligen Kalenders tonalpohualli, 260 Tage, genutzt zu Weissagungen:

1 Krokodil (cipactli) Tonacatecuhtli, Herr der Erhaltung
2 Wind (ehecatls) Quetzalcoatl die Gefiederte Schlange
3 Haus (calli) Tepeyollotli, das Herz des Berges
4 Eidechse (cuetzepalin) Hueyhuecoyotl, der Alte Kojote
5 Schlange (coatl) Chalchiutlicue, die Wassergöttin
6 Tod (miquiztli) Tecciztecatl, der Mondgott
7 Hirsch (mazatl) Tlaoc, der Regengott
8 Kaninchen (tochtli) Mayahuel, die Göttin des Pulque
9 Wasser (atl) Xiuhtecuhtli, der Feuergott
10 Hund (itzcuintli) Mictlantecuhtli, Herr der Unterwelt
11 Affe (ozomatli) Xochipilli, Prinz der Blumen
12 Gras (malinalli) Patecatl, Gott der Heilkunst
13 Rohr (acatl)  Tezcatlipoca, Herr des rauchenden Spiegels
14 Jaguar (ocelotl) Tlazolteotl, Göttin der Liebe und des Schmutzes
15 Adler (cuauhtli)  Xipe Totec, der gehäutete Herr
16 Geier (cozcaquauhtli) Itzpapalotl, der Obsidianschmetterling
17 Bewegung (ollin) Xolotl
18 Reibstein (tecpatl) Tezcatlipoca, Herr des rauchenden Spiegels

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Zahlen, ihre Kräfte und ihre Macht

Alles von Anbeginn der  Dinge ist nach Zahlenverhältnissen geformt. In ihnen haben verschiedene Elemente ihren Grund. Der Wechsel der Zeiten, die Bewegung der Gestirne, die Umdrehung der Planeten, der Sonnensysteme, der Pflanzen, der Tiere, der Menschen,  kurz alles besteht durch die Verbindung der Zahlen.
Zahlen wohnen deshalb große und erhabene Kräfte inne. Alles was ist und wird, besteht durch bestimmte Zahlen und erhält seine Kraft von ihnen. Jede Bewegung, jede Handlung sowie alles, was der Zeit und der Bewegung unterworfen ist – auch die Harmonie und die Stimme erhalten durch Zahlen und ihr Verhältnis ihre ureigene Kraft. Für die Azteken und die Maya waren Zahlen magische Operationen, die in ihrer Formbarkeit mit dem Höchsten wie mit dem Niedrigsten in Zusammenhang gebracht werden konnten. Sie hatten das Wissen um die Großen Gesetze und lebten mit ihnen. Die Zahl war es, durch die alles besteht. Auch wir Menschen sind nach geometrischen Verhältnissen zusammengesetzt, lebende Geschöpfe, die nach den Regeln der Harmonie bestehen. Daraus folgt, dass Zahlen auf die Seele, auf den Körper, auf das ganze lebende Wesen einzuwirken vermögen.

Es gibt Zahlen, die dem Himmlischen, Zahlen, die dem Irdischen und Zahlen, die der zukünftigen Zeit angehören.

 

kompassÜbrigens: Die Psalmen der Bibel sollen von siebzig Ältesten nach der Wirksamkeit der Zahlen geordnet worden sein.
In der Apokalypse  Johannes ist zu lesen: „Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tieres, denn es ist eines Menschen Zahl.“
Diese Berechnungsweise stand bei den Hebräern und Kabbalisten in hohem Ansehen.

Die Natur ist nach Zahlen und Wirksamkeit benannt: das Fünffingerkraut, das der Zahl Fünf dem Gift widerstehen sollte, böse Geister vertreibe, Versöhnung befördere und täglich neunmal ein Blatt davon im Wein genommen, heile, drei Blätter das dreitägige, vier das viertägige Fieber. Auf ähnliche Weise soll das Eisenkraut (Verbena) bei Fieber Hilfe bringen, wenn es bei viertägigem Fieber am vierten Stengelknoten abgehauen wird.  Der Grund solcher Erscheinungen sei in dem Wechselverhältnis der verschiedenen Zahlen zu suchen.

Bei den Kabbalisten besitzt die Zahl Fünf eine große Vollkommenheit und Kraft. Bei den Pythagoräern hieß sie deshalb die Zahl der Ehe, wie auch die der Gerechtigkeit, weil sie die Zahl Zehn durch das Gleichgewicht bildet. Die Schwalbe brütet nur fünf Junge aus. Auch gibt es fünf Arten, nach welchen von Gott alles erschaffen wird, nämlich das Wesen, die Gleichheit, die Verschiedenheit, die Empfindung und die Bewegung. Sie heißt auch die Zahl der Glückseligkeit und der Gnade und ist das Siegel des heiligen Geistes, das alles verknüpfende Band und die Zahl des Kreuzes.
Der Mensch wurde mit fünf Instrumenten ausgerüstet: dem Sehen, dem Hören, dem Schmecken, dem Riechen und dem Tasten. Dieser „Fünfsternkörper“ der sinnlichen Welterfahrung ist aber erst der Beginn der Entfaltung dessen, was als Möglichkeit unserer Bewusstseinsentwicklung vorhanden ist.

Die Acht, zwei verlaufende Kreise, die sich an einem Punkt berühren, lehrt uns, dass wir zu einemWandel nur über die Mitte her fähig sind

und so weiter….

Alles hat seine Bestimmung und Ordnung im übergeordneten Ganzen hat. Nicht nur die Azteken und Maya mussten, wir müssen heute nicht minder Tag für Tag unsere notwendigen Bedürfnisse beachten und sie über die Kraft des Wollens zu einer klaren Strategie verwandeln, damit sie Befriedigung und Harmonie finden. Der Mangel ist dabei eine wichtigste Antriebskraft. Wir müssen das Notwendige erledigen – Not wenden – dabei mit den Großen Gesetzen in Harmonie leben, unseren Lebensauftrag erfüllen und uns im Ur-Vertrauen dem Rhythmus von Leben und Sterben hingeben.

 „Erkenne dich selbst, damit du Gott erkennst“
 (Spruch über dem Tempel von Delphi)

In allen Erscheinungsformen des Lebens sprechen die gleichen Gesetze. Nur dadurch ist der Mensch fähig, das gesamte Universum zu begreifen, indem er es herunterholt vom Himmel auf die Erde, in sich hinein.
Wir sind Teil all dessen.
Es gibt außerhalb des Mikrokosmos „Mensch“ nichts, was nicht auch analog in ihm selbst zu finden ist.
Unsere Erfahrungen sind der Kompass.

Dieses Analogiegesetz kannten die Azteken und die Maya.

Wissen wir um die Großen Gesetze?

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6 Kommentare zu “Zahlenzauber

  1. magguieme sagt:

    ui, jetzt bin ich ganz schön gezählt. unzählige anknüpfungspunkte gab es, sie rinnen durch meine fünf finger. gotteszählerin. das werde ich das nächste mal versuchen. ich sage dir dann, bis zu welcher ziffer mein leiden ging. danke für diesen eröffnenden blick. noch weiter, noch tiefer.
    kann es sein, dass es auch bein den maya unterschiedliche systeme gab? ich bin da einmal gestolpert, als die drei dem quetzalcoatel zugeschrieben wurde (bzw. umgekehrt) und gleich darunter in der aufzählung gehörte der vogel zu der zwei. hast du die klarheit zu dieser stelle?

    • martinakunze sagt:

      Die Maya waren sogar sehr variationsreich. Für die Zahl 1 und all die anderen hatten sie sechs oder noch mehr an unterschiedlichen Götter-Darstellungen. Sie hatten mehr als zwanzig verschiedene Kalender.. Bei den Maya war Chac der Regengott..
      Ich schrieb über die Azteken und die Maya. Die untere Darstellung ist die Aufzählung der Azteken. Der Kalender wird im zweiten Absatz meines Beitrages erwähnt. Hätte ich vielleicht unten noch einmal erwähnen sollen.
      Quetzacoatl, die gefiederte Schlange, war in der Mythologie der Azteken nicht nur der Gott des Windes und des Regens, sondern auch der Liebe, so`ne Art Befreier..Schöpfergott, Gott des Krieges, an anderer Stelle brachte er den Frieden, .manchmal war er König,manchmal Gott, manchmal Priester, er .erinnert mich an Thot der Alleskönner, den die Griechen Hermes nannten…
      Bei den Maya hieß er Kulkulkan.
      Insofern kann ich mir schon vorstellen, dass es da auch in manchen Zahlen zu unterschiedlichen Aussagen kommt – ist mit Maya Zahlen und Kabbalah mitunter auch. Die Zahl 5 beispielsweise, stutzte ich auch….zugegeben ist ein wenig verwirrend..Fakt ist , dass es die Kalendersysteme bereits vor den Maya gab. Die Olmeken sollen sie auch schon genutzt haben. Wenn ich noch etwas dazu finde, dann berichte ich dir… 🙂
      Gotteszählerin….ja, bitte sage es mir, bis zu welcher Zahl dein „Leiden“ ging..:)

      Zählende Grüße und unzähligen Dank

      • magguieme sagt:

        Danke, M, für die Ergänzungen. Am besten gefällt mir schlicht und ergreifend, wie lebendig die Zahlen, das Zahlenwesen, der Umgangmit Zahlen war.
        Dass laut C G Jund Zahlen die Einheit von Psyche und Materie ausdrückt, das hat sich mir noch nicht eröffnet. Da schleiche ich noch drumherum, bis die Türe sich vielleicht mal einen Spalt öffnet. Soll ja manchmal vorkommen und dann sende ich ein Aha gen Himmel. Den unzählbaren.
        528-Grüße für dich.

      • martinakunze sagt:

        528 Grüße zurück.
        🙂

      • martinakunze sagt:

        Naja, wenn sich unser Körper als Teil des Ganzen in geometrischen Verhältnissen zu erkennen gibt. Alles Energie ist….Körper sich nur etwas verdichteter zeigt und was sich weniger verdichteter zeigt, leider nicht für unsere Augen. Merkabah- Lichtkörper..Pentagramm und Tentagramm..Dann ist alles Zahl, Verhältniszahl..Hologramm…, ..lebendige Zahl. Darum konnte ein Grabovoi sein Heilzahlen-System aufstellen. Der weitsichtige Mann hat es erkannt. Schlau auch diese Indigenas. Jung hat das bestimmt von ihnen…:)
        Darauf baut die gesamte Kabbalah auf.
        Zahlen Worte=Energie.Wunderwerk Mensch und Leben.
        Margot – auch Buchautorin wie du – sandte mir Interessantes zur Herkunft der arabischen Zahlen.
        Sie haben mit Winkeln zu tun. In ihrer ursprünglichen Schreibweise zeigen sie Winkel. Die 1 hat einen Winkel, die 2 hat zwei Winkel.und so weiter..Null Winkel…0
        Hast du die Frage, warum die 1 Eins heißt, schon einmal Kindern gestellt? 🙂

        Samstags-Lächeln

      • magguieme sagt:

        Ich lächle zurück.
        Mit dem Zahlenwissen ist es bei mir so: Ich lese es, verstehe manches, anderes vollziehe ich nach. Das Klick, das Aha ist noch nicht da. Es ist noch nicht meins. Aber das ist etwas Bekanntes. Vielleicht in 3 Jahren 🙂

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