Die Kraft der Ausrichtung


seil

 

Anstrengend war`s. Extremste Arbeit einer Schreibenden! Natürlich wäre es wünschenswert, so oft wie möglich in diesem positiven Zustand zu sein.

Karl guckte mich an, wie man ein zwölfjähriges Mädchen anguckt, die wie ein gestörter Dackel ein Sandloch buddelt.
„Äääääh, was wird das denn, wenn`s fertig ist?“, brüllte er mir ins Ohr.
„Ich kehre zu meiner Wildheit zurück. Dafür  kritzele  ich störende Sätze im Kopf  raus“, brüllte ich zurück. Verschwinde-Technik. Synergiearbeit. Meine Wahrnehmungssysteme auf Hochtouren bringen. Bei Synergien verstärken sich die Gefühle. Ich habe Lust, alle meine Gefühle zu fühlen, den stickigen Sumpf, das öde Niemandsland, Treibsandgefühle ebenso wie Gefühle von Geborgenheit, innerer Ruhe und Akzeptanz. Alllleeee.“
„Was gibt`s denn zu fühlen im öden Niemandsland?“, fragte Karl.

„In der öden Wüste bist du erschöpft. Deine kreativen Kräfte sind aufgebraucht. Sie lehrt dich zu bewahren und in die Tiefe nach Wasser zu graben. Dort entdeckst du Durchhaltevermögen und die Fähigkeit zur Improvisation. Manchmal gilt es, sich in stilles Tun zu versenken. Manchmal gilt es Grenzen zu setzen. Manchmal gilt es radikale Akzeptanz zu üben. Manchmal liegt etwas auf Eis und vielleicht ist es Zeit zu heilen, zu schlafen, sich zu erholen – und zu träumen. Manchmal gilt es, Zweifel zu überwinden. Dann braucht es Entscheidungskraft. Manchmal braucht es  die Sehnsucht nach Befreiung. Dann helfen uns negative Räume, damit der Wille stark genug wird, das eine oder andere im Leben positiv zu verändern. Manchmal braucht es die Kraft des Sehnens. Der stickige Sumpf lehrt, dich zu entspannen und aufzuhören, es jedem recht machen zu wollen. Du brauchst nicht auf Menschen zu hören, die dir Zuversicht rauben.“

 

shine on

Die Kraft der Ausrichtung

aishvarya
ist jene starke Kraft nach Befreiung
etymologisch verwandt mit Ishvarah
Ein Wort, das für die höchste Kraft, die Quelle, für das universelle Bewusstsein, für Gott steht.
Die Silbe  Is heißt lenken, regieren, herrschen.
Shva meint den Atem und das Leben.
Ra verweist auf das Feuer, die Hitze, den Schmerz und die Transformation.
Ishvarah, eine höchste Kraft, waltet in allem (Ish).
Sie belebt  die Wesen und beatmet sie (shva).
Sie transformiert zur Selbsterkenntnis (ra).
Aishvarya ist in diesem Sinne Ishvarahs Kraft, die Energie, die zu der Quelle zurückfließen will, aus der sie strömt.

Wenn diese Kraft fehlt, werden wir von unserem wachstumssüchtigen Ego beherrscht. Wir handeln gewohnheitsmäßig, lust- und egozentriert, frei von bewusster und zielgerichteter Führung.  Wir sind dann die Sklaven unserer selbst.

Jesus spricht auch davon im Thomas Evangelium:  „Wenn der Eigentümer eines Hauses weiß, dass ein Dieb kommt, wird er Wache halten, bevor der Dieb kommt, und den Dieb nicht in das Haus, das ihm gehört, einbrechen lassen
So sollt ihr auch wachsam sein gegenüber der Welt.
Bewaffnet euch mit großer Stärke, sonst finden die Räuber einen Weg zu euch zu gelangen,
denn die Probleme, die ihr erwartet, werden kommen.
Möge ein Mensch unter euch sein, der versteht.“

Das Haus ist unser Geist.
Die Besitztümer, die Eigenschaften , die uns Friede und Freude schenken.
Der Geist, der gebündelt oder konzentriert werden muss, wenn was bewirkt werden soll.

Die Kultivierung der Kraft.
Diese Kraft braucht Richtung.

Ausrichtungauf die kosmischen Gesetze.

Diese Lebensgesetze waren immer schon und werden immer sein:
Alles ist Geist. Die Kraft der Gedanken.
Prinzip der Resonanz: Alles schwingt.
Prinzip von Ursache und Wirkung. Alles hat eine Ursache. Was wir säen, ernten wir.
Prinzip der Entsprechung: Innen wie außen. Oben wie unten. Im Kleinen wie im Großen und umgekehrt.
Prinzip der Polarität: Licht und Schatten.
Alles ist Rhythmus.
Alles hat männliche und weibliche Anteile bis in den Geist hinein.

In Harmonie mit dem Ganzen –
das ist wirkliche Demut. (Laotse. 6 Jh.v.Chr.)

 

schmetterlingemaeweibl3 schmetterlingmaeweibl2

Eine interessante Erscheinung der Natur. Männliche und weibliche Eigenschaften treten bei diesen Schmetterlingen nebeneinander auf.

seil
„Karl, nenne mich eine Träumerin, aber ich mag Ovids Blick auf das „Goldene Zeitalter“ sehr“, sagte ich.
„Wer ist Ovid?“, fragte Karl.
„Ovid war ein Dichter der Antike. Er lebte rund 50 Jahre vor Christ Geburt und zwanzig Jahre nach ihm. Möchtest du mal hören? Ich pustete zweimal aus und los ging`s mit meinem prosaischen Exkurs:
Jene vergangene Zeit, die wir doch die „Goldene“ nennen, ist mit den Früchten der Bäume und dem, was der Boden hervorbringt, glücklich gewesen und hat ihren Mund nicht mit dem Blute besudelt. Sicher schwangen da durch die Luft ihre Flügel die Vögel, frei von Ängsten streifte da mitten im Kraute der Hase, und sein arglos Gemüt brachte nicht den Fisch an den Haken. Ohne Verrat und ohne die Furcht vor Arglist war alles da und des Friedens voll.

„Und was tun wir? Der raffende Mensch raubt, greift, übervorteilt, verletzt, unterjocht und tötet und macht sich dadurch unfrei. Der scheinbar „freie“ Mensch ist Sklave seiner Begierde, der andere seiner Geldgier, ein dritter Sklave seines Ehrgeizes. Wir sind Sklave der Furcht, der Hoffnung, der Anhaftungen…..Wir bezeichnen uns gern als weise Menschen. Dabei verwenden wir so viel Kraft und zweifelhafte Intelligenz darauf, die Natur zu schröpfen und  unseren „Wohlstand“ zu steigern. Vom Prinzip des Gebens wollen wir einfach nichts wissen.
Dabei schuf der Schöpfer es gleich am Anfang der Zeit der Menschheit: „Durch Geben sollt ihr euch vermehren und alles empfangen, was ihr euch wünscht. Wer nur genießt, was ihm gegeben, ohne selber wieder zu geben, der ist in Wahrheit ein Dieb“….So sieht`s aus! Das ist wie mit der Natur. Regen ist Geben. Nahrung entsteht aus Regen.“

„Na, damit kannste aber nicht reich werden. Das Ego erfüllt doch auch seinen Zweck in unserem Dasein. Ohne unser Ego würden wir  in dieser Welt nicht überleben!“,brüllte Karl mir zu.

„Ja, ja, diese Story erzählen uns all diese Alphatiere der modernen Gesellschaft, die mit ihrem Kopf das Steinzeitalter noch nicht verlassen haben. Wenn das Ego groß werden will, macht es seinen Job – es bezieht alle Erfahrungen auf sich. Mehr, immer mehr und alles mir! Knick nur schön ein vor dem Ego! Wahre Stärke würde den Schwächeren nie ausbeuten oder quälen. Die Wahrheiten des Lebens sind nicht kompliziert. Sie sind einfach.“

Ausrichten. Eine innere Haltung kultivieren.

 Es ist die Haltung, mit der wir tun, was wir tun.
Tun, ohne Erwartungen für dich selbst.
Ehrliche Freude über Gutes und nicht beneiden.

Loslassen, was wir anders haben wollen. Auch die Anspannung.
Annehmen, was wir nicht ändern können.
Geben. Güte und Mitgefühl.

 

Liebe ist dabei der große Mittelpunkt.

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