Du, wer weiß..in 20 Jahren

harmonie1

Gestern traf ich auf eine Bekannte. Sie hätte mich an einem winzigen Punkt dieser Erde fast über den Haufen gerannt. Ich hätte ja im Traum nicht daran gedacht, dass man sich wiedersieht.  Das kann ich deshalb mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, weil ich sie nicht, naja ähm…nicht so besonders leiden kann.
„Ella, so eine Freude!“, sagte ich.
Sie tupfte mit einem Taschentuch auf ihrer Stirn umher.
„Ja…Wahnsinn…echt toll! Stell dir vor!“, sagte sie aufgeregt.
Ich sagte: „Ja…“ Ich konnte es noch immer nicht fassen. Die Wahrscheinlichkeit geht doch fast gegen Null, sich an einem winzigen Punkt zu begegnen, wenn man die Millionen von Qudratmetern an Fläche der Erde vor Augen hat. Aber eben nur fast!
Sie sagte noch mal: „Stell dir vor!

frau1 Der Tag fing schon mal gut an.
Mein Bademantel hing nicht an der richtigen Stelle. Total unnormal.
Wehe einer lacht!

Freitagmittag.
Ich freue mich auf Risotto.
Kaum Zuhause stelle ich fest, die Töpfe sind gähnend leer.
Auf dem Tisch liegt ein Magazin „Schlank in den Sommer“
Wo ist mein Risotto?“, frage ich.
Mach dir ein Müsli“, sagte er mir ungerührt.
Na toll! Die Diskussion war ja so was von beendet danach.

Dann – pass auf: Ich steige wütend in meinen roten VW Golf ein: orgel- orgel- orgel – eiern  70.000 Menschen mit einem knallroten VW Golf vom Parkplatz. Ich bin so irritiert und fahre direkt in einen von ihnen hinein. Super-mega-peinlich. Ich meine, stell dir das doch mal vor! Du kannst überhaupt nicht mehr sehen, ob der da hinter dem Steuer Geld hat und deswegen ganz logisch hinter einem Lenkrad eines mächtigen Touareg sitzt oder nicht. Alle fahren sie das gleiche Auto. Na super, oder?
Dann komme ich mit meinen Kollegen in den letzten Wochen nicht mehr klar. Sie sind nie da, wenn ich sie brauche. Sie sind fordernd, helfen mir überhaupt nicht. Sie sind dauernd genervt.  Die lassen mich ja so was von doof stehen, dass mir dafür echt die Worte ausgehen, um dir zu beschreiben, wie doof! Bei denen könntest du eine Stecknadel  fallen hören, wenn denn jemand mal auf die Idee käme, eine fallen zu lassen. Ich bekomme einfach nicht das, was ich will. Also alles in allem: Ein ödes Beziehungs- und Arbeitsleben, ein echter Mist-Tag und der morgige wird garantiert nicht viel besser werden. Wie verhext. Auf mir lastet ein Fluch!“
Ella schien sehr unentspannt.

„Wow! Naja, …also…hmm..“, säuselte ich. Jetzt werde ich es tun –  nur die Sonne ist mein Zeuge! Perfekt, dachte ich.
„Also Ella, es gibt Gutes und Schlechtes im Leben, aber es gibt auch den größeren Plan, der hinter diesem Prozess steckt.Und es gibt jede Menge Ego, Anhaftung, Angst, Verunsicherung und Begierde in uns Menschen. Und so sammeln wir Erfahrungen. Ich denke, entscheidend ist nicht das Erlebnis an sich, sondern was sich daraus lernen lässt.“

Ich guckte in das entnervte Gesicht von Ella.

Und dann machte ich weiter: „Wir sind so `ne Art Entwurf, Fragmentarisches, Unfertiges. Auf der grundlegendsten Ebene ist der Vertrag für alle Menschen gleich: Nimm alle unharmonischen -lieblosen- Energien und verwandle sie. Wir sind hier um unser Herz zu öffnen und uns als Seele größer zu machen, um dort hinzuwachsen, was wir in Wirklichkeit sind.“
„Was sind wir denn in Wirklichkeit?“, fragte sie und machte dabei ein Gesicht, als würde sie einen Apfelkuchen in 13 485 Teile zerlegen.
„Liebe“, antwortete ich auf Anhieb. „Wir sind hier um uns in einer Ganzheit zu integrieren. Du bist nicht auf die Welt gekommen, um Risotto zu essen, sondern um deine Widerstände gegen irgendeinen Aspekt des Lebens aufzulösen, um Energien aus allen früheren physischen Leben zu heilen, um die Wege dorthin zu eröffnen, die noch blockiert sind, um alte Muster aufzubrechen, um Vorurteile, Ressentiments, Groll oder Schuldgefühle aufzugeben. Alles in deinem und meinem Leben – jeder Augenblick, jeder Kampf – ist der Pfad. Darum gibt es Karma.“
Woraufhin Ella fragte: „Ist das Physik?“
„Boah! Ella!“
„Hmm. Was denn?“

karma
„Karma ist ein Entwurf unserer Seele. Wir sind mehr als nur Körper und Verstand. Es gibt da so etwas wie eine vorgeburtliche Lebensplanung. Darum hat alles, was geschieht in unserem Leben, einen tieferen Sinn. Du nimmst doch gerade wahr, dass vieles in deinem Leben nicht nach Plan läuft. Jedenfalls nicht nach deinem Plan. Wir meinen es gut, geben uns Mühe und landen doch daneben.
Karma ist nicht Bestrafung. Vielmehr zahlen wir in diesem Leben energetisch etwas für unsere Zukunft ein. Karma ist nicht unabänderliches Schicksal. Karma ist wandelbar.Verändert sich dein Bewusstsein, verändert sich auch dein Karma. Karma ist Lektionen lernen.  Der Schlüssel dazu sind unsere Gedanken. Arbeitest du daran, Ausgewogenheit, Frieden und Harmonie in das Leben anderer Menschen zu bringen, so bringst du all diese Dinge auch in dein eigenes Leben. Das damit zusammenhängende Karma löst sich dann auf. Aus diesem und anderen Leben. Manchmal liegt die Absicht in einer Reaktion auf Erfahrungen aus früheren Leben begründet. “

„Du meinst Theo könnte mir mein Risotto nicht gegönnt haben, weil er sich in einem früheren Leben abrackern musste und ich sein Spiegel bin, damit er sein Muster der Vergeltung erkennt?“, fragte Ella.
Ihre Fragezeichen hörte ich förmlich in ihrem Kopf würfeln.

„Ich glaube, dabei geht es eher um dich und um dein Ego! Es geht nicht nur um die kleinen irdischen Freuden. Es geht nicht um die Autos am Fließband, die uns mit 280 PS gegen eine Betonwand brettern lassen. Wir haben voneinander zu lernen. Es geht um Heilung, um Verbindung, um Wachsen und um Ankommen. Es geht um unseren verletzten Teil in uns, den wir annehmen lernen müssen. Wir sollen in unsere Wahrheiten hineinwachsen. In die Wahrheiten, die schon längst in unseren Herzen bereit stehen. Wir reifen in all unseren Irrtümern. Fragend, erklärend, zielend, verfehlend, wieder fragend. Der einzige Weg die Wahrheit zu erkennen, ist ihre vielen Hüllen zu durchleben.

Es gibt angenehme und unangenehme Geräusche im Leben.
Es gibt Gedanken wie schlecht, gut, sollte, sollte nicht, ich, du……
Es gibt Überzeugungen, Schreckensvorstellungen, Dinge, die nicht nach unserem Willen laufen.

Wir kommen durch sie „zur Sache“….in eine ernsthafte Diskussion mit uns selbst.

In solchen Momenten deines Lebens können sich dramatische Welt öffnen – eine nach der anderen. Wir sind nicht hier um des Leidens willen, sondern um an ihnen zu wachsen.
Wir sind mehr als nur Körper und Verstand. Es gibt da etwas Fließendes, etwas Schwingendes um uns herum. Das Universum ist mehr, als du bisher gedacht hast. Acht auf deine Gedanken und deine Wünsche, sie könnten wahr werden…. Vielleicht nicht unbedingt in diesem Leben und auch nicht auf die Weise, die wir uns vorgestellt haben…Wer weiß, …in 20 Jahren wird vielleicht jeder auf Anhieb wissen, dass es hier auf Erden nicht nur um unsere persönliche Ego-Reise geht und es etwas Größeres gibt als uns selbst. Dass man der Welt dienen kann und dass das,was anderen geschieht, nicht zu trennen ist, von dem, was uns geschieht. Es gibt auf dieser Erde viel zu lernen, es gibt viele Facetten
Ich glaube, die meisten Erfahrungen, die wir zur lernen haben, drehen sich um „Ich genüge mir nicht selbst“.  Die Seele weiß, dass sie sich immer selbst genügt- selbst in den schwierigsten Leben.

Ich gehe mal davon aus, dass unsere Seele sich jeden Gedankens, den wir denken,  jeden Gefühls, das wir fühlen, jeden Wortes, das wir sagen, und jeder Handlung, die wir ausführen, bewusst ist. Die Seele schaut uns quasi über die Schulter und sagt Ja, hier geht`s lang oder Nein, dies ist nicht der richtige Weg. Gewinnen Wünsche die Oberhand, die auf dem Ego, der Angst oder übermäßiger Anhaftung beruhen, kann das Karma eine ganz andere Richtung einnehmen. “

Ella machte ein paar internationale Handzeichen. Frei übersetzt: Jetzt mach mal `ne Pause.
„Ist ja alles schön und gut. Es geht also nicht darum, wer hat den schnellsten, den größten, den teuersten Wagen? Wer hat`s drauf? Wer ist der Loser? Oder- was-auch-immer. Es geht um energetische Resonanzfelder und Denkmuster, die wir aufheben sollen – selbst jene, die uns gar nicht bewusst sind. Wie können wir denn diese Denkmuster auflösen?“

„Indem wir alten Erinnerungen, die aufgeladen sind mit emotionalen, mentalen und physiologischen Informationen ihren Druck nehmen. Indem wir die Bedeutung des Erlebnisses von Angst und Schmerz und Einengung umwandeln in Selbstvertrauen und Freiheit. Indem wir uns von Schlussfolgerungen und ungesunden Gefühlen lösen. Wenn Gefühle zum Ausdruck kommen, tritt Heilung ein. Unterdrücken wir sie, verstärken sie sich. Indem wir nicht mehr durch die Mangelbrille schauen. Indem wir unsere Energie des Mangels zur Energie der Fülle schwenken und schauen, womit wir gesegnet sind. Ein Gefühl ist Energie und Energie will immer fließen. Liebe, Vergebung und Heilung sind die bestimmenden Themen. Indem wir verstehen lernen, warum uns manche Themen im Leben begegnen und darum wissen, dass so manches Problem aus vorherigen Leben im Wege steht. Indem wir auf unserer Tafel, das Wort „wertlos“ streichen und an die Stelle „geliebt“, „liebend“ und „liebevoll“ schreiben.  Indem wir unser Herz öffnen.“

 

 

 

 

 

 

 

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