Maya – Im Einklang mit der Geometrie der Natur

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Maya Ruine Palenque, Bundesstaat Chiapas,  Mexico. UNESCO Weltkulturerbe.

 

Zunächst drei „Zwischendurch-Meldungen“ zum „Einstimmen“, hatte ich länger nicht über die Maya berichtet. Danach bietet der Beitrag Einblicke in die Bauweise der Maya unter Berücksichtung der Heiligen Geometrie, der geometrischen Gesetze der Natur  und ebenso Einblicke in das Wassermanagement der Maya-Stätte Palenque.

1)

Wir leben jetzt in der Zeit, in der die „vierte Welt“ kreiert wird, sagen die Maya. Begonnen haben soll diese Zeit  am 13 August 3114 vor unserer Zeit. Die Welt wird transformiert. An anderer Stelle heißt es:

„Wir sind nicht länger in der Welt der Vierten Sonne, aber wir sind auch noch nicht in der Welt der Fünften Sonne. Dies ist die Zeit dazwischen, die Zeit des Übergangs. „(Carlos Barrios, Maya-Ältester)
Er sagte auch: „Alle Prophezeiungen der Welt, alle Traditionen fliessen jetzt zusammen. Es ist keine Zeit für Spiele. Das Spirituelle Ideal dieses Zeitalters ist Aktion.“
Am 21. Dezember 2012  ging die Sonne auf, damit sich der Knotenpunkt der Milchstrasse mit dem Bereich der Eklipse verbinden konnte. Dieses kosmische Kreuz wurde von den Maya als eine Verkörperung des heiligen Baumes betrachtet, dem Baum des Lebens. Durchaus ein außergewöhnlich seltenes Ereignis, an dem wir teilhaben durften, kommt es nur alle 26.000 Jahre vor.  Dieses Ereignis ist so eine Art Abgleich mit dem kosmischen Herzen gewesen. Es wird uns Menschen  in ein neues Bewusstsein führen wird.

Für die Maya geht es darum, das Leben und das Licht zu sichern.  Bislang haben die vier traditionellen Elemente Erde, Luft, Feuer und Wasser dominiert. In der Zeit der „Fünften Sonne“ wird ein weiteres Element hinzugefügt werden  – Äther. (Carlos Barrios)

Es ist das Reich, in dem Energie lebt und webt. Es sei Aufgabe dieser Zeit, zu lernen wie man die Energie von jedem und allem fühlt oder sieht – von Menschen, Pflanzen und Tieren.  Das gelinge am besten in der Einfachheit von  Liebe, Respekt, Toleranz, Teilen, Dankbarkeit und Vergebung. Es ist nicht komplex. Alle großen „Weisen“ haben von Anfang an gesagt: Finde dein Herz und du wirst deinen Weg finden.  In unserer DNA steckt mehr, als wir uns vorstellen können.

Die Mayas verstehen 17 unterschiedliche Kalender, so wie den Tzolk’in oder Cholq’ij, manche von ihnen zeichnen die Zeit akkurat über eine Spannweite von mehr als zehn Millionen Jahren.

Sie sagen auch: Quellen der finanziellen Sicherheiten seien in Wirklichkeit nur Hohlkörper
Bislang behielten die Maye immer Recht mit ihren Prophezeiungen.

2)

Chichen Itzà : 1996 entdeckte der Epigrafiker Erik Boot den  ursprünglichen Namen von Chichen Itzà in einem Hieroglyphen-Text. Der Name war Yabnal, was Platz der Blumen bedeutet.

3)

 

maya aeltestes schriftzeugnisDie älteste bekannte Maya- Hieroglyphen Inschrift wurde 2005 in San Bartolo in Guatemala entdeckt. Die Wissenschaft datiert sie  zwischen 200 und 300 v.Chr..
Da gibt es sicherlich noch viel ältere, die sind nur noch nicht von der Wissenschaft  entdeckt.

 

 

 

 

DIE GEOMETRIE DER NATUR 

Über Jahrzehnte versuchten Archäologen herauszufinden, welche Maßeinheiten die Maya nutzten. Ethnologe Colin Powell erkannte  im Jahr 1990 bei Schamanen jüngere Zeit, dass diese immer wieder dieselben geometrischen Proportionen beim Bauen ihrer Häuser nutzten. Später dann konnte man in der Maya-Stätte Palenque nachweisen, dass viele  Tempelanlagen unter Berücksichtigung von Maßeinheiten der Heiligen Geometrie ugeometrie palenquend jenen Teilverhältnissen des  Goldenen Schnitts erbaut worden waren. Nach den Gesetzmässigkeiten, die die Maya in der Natur beobachtet hatten und immer noch in ihre Bauten einbeziehen.

Die Fibonnachi -Zahlen 1,2,3,5,8,13,21 findet man an überraschenden Stellen der Natur.

Dass sie mit dem Goldenen Schnitt zusammenhängen, konnte man –  zum Erstaunen – in geometrischen Modellen der Blattstellung sehen. In jedem Quadrat kann man ein Kreisviertel zeichnen. Damit ergibt sich eine spiralartige Figur.

Bleibt zu fragen, wo lernt eine Pflanze bis 13 zu zählen? Anders: Wie weiß eine Pflanze den Winkel Alpha so genau? Und: Wie kommen die Fibonacchi-Schraubenlinien überhaupt in Gang? Zwangläufig ist dabei nichts, denn es gibt genügend Pflanzen, die nicht nach diesem System wachsen.

goldene rechteck

Das „Goldene Reckteck“ dessen Seitenverhältnis der beiden Seiten a und b eines Rechteck dem Goldenen Schnitt entspricht.

Rechnerisch ist alles nachzuweisen. Die Brüche der Fibonacci-Zahlen kommen dem Goldenen Schnitt sehr nah. An dieser Stelle verzichte ich allerdings auf die meterlange Darstellung des mathematischen Theorems.

 

Die Maya jedenfalls bewahren das Wissen um die „Geometrie der Natur“ bis in die heutige Zeit.  Colin Powell konnte  1990 auch nachweisen, dass  in vielen Kunstwerken und Reliefs der Maya dieses Wissen ebenso verwendet wurde.  Überall fanden sich Hinweise auf die Anwendung des Goldenen Schnitts. Ebenso bekannt ist,  dass die Maya ihre Tempel  und Pyramiden in Präzision nach der Sonne und dem Mond ausrichteten. Den Maya waren die Besonderheiten der Tag-und Nachtgleiche bekannt.

 

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Altar  Maya-Stätte Tikal in Peten, Guatemala. W. R Coe

 

La Pasadita Lintel in Yaxichilan, Chiapas, Mexico

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Yaxchilan ein Gebiet in Chiapas, Mexico. Ian Grahm

Quadrate, kleine und große Rechtecke, sogar Fibonacchi`s Spirale oben am Kopf, die sich dem Vogel Quetzal  anpasst und Mund des stehenden Mannes endet. Interessant ist auch,wie exakt die Hieroglyphen Texte, die Position des Speers, die Hände, Zahlen in das geometrische Diagramm passen.

Der Tempel in Palenque, Chiapas, Mexico

palenque tempel

Diese Erkenntnisse verdanken wir Colin Powell. Sein Forschungsgebiet umfasste die  Anwendung der Heilige Geometrie in den Bauund Kusntwerken.

Der Haupteingang ist von einem Quadrat (weiß) und drei Anlegestegen eingefasst, die die drei Türöffnungen trennen. Rechtecke, die eine Wurzel laut der Formel der Quadratwurzeln bilden. Die Breite des Haupteingangs und deren Stege sind gleich der  Höhe des Tempels (Spitze des Dachformstücks). Auch oben am Dach phi-Rechtecke. 45 Grad Diagonalen,  die sich von der Zentrumsbasis der Quadrate zu ihren oberen Ecken ausstrecken, Radien für Halbkreisbögen, die die niedrigeren Außenecken der Eingänge bestimmen.

 

 

Wohnen mit der „Geometrie der Natur“

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Maya Hausbau.  Yucatan. Quelle: C. Powell

Die Skizze zeigt ein paar Prinzipien beim Hausbau der Maya: die kleine Steinmauer, um das Holz zu schützen, der Boden aus Lehm, die spezielle Art der Dächer.  Diese Häuser entsprechen alle den „geometrischen Gesetzen der Natur“. Die Höhe der Dächer ist gleich der Hälfte der Breite des Hauses.  45 Grrad Winkel an den Ecken des Daches, die Höhe des Hauses entspricht der Breite des Hauses. Egal welche Proportionen zur Anwendung kommen, sie zeigen sich immer identisch an der Frontseite des Hauses.

 

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Typische Häuser der Maya, wie man sie noch heute auf der Halbinsel Yucatan sieht. Viele stehen versteckt inmitten des Waldes.

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Das Haus eines Schamanen. Grundriss.

 

„Vernacular-Haus“ eines Schamanen.

Ziegelhäuser.

Vermessen wird mit einer Schnur, die  versehen ist mit Knoten.

Halbe Hexagons (blaue Linien) an den Ecken demonstrieren, wie Maya-Schamanen die rechten Ecken absteckt. Der Quadratplan hat eine Länge von dreizehn Fußschritten, geteilt mit acht Knoten, einschließlich der Knoten am Ende der Schnur.
So werden sieben gleiche Sektionen geschaffen.

maya haus5Re. i. Bild: mit Tragebalken. Hier ist alles in
Proportionen gesetzt. Das  äußere Quadrat umschließt das Dach und  ist viermal größer als das innere Quadrat.

 

 

 

 

 

PALENQUE

Frühe Siedlungspuren weisen auf das 4. Jahrhundert vor unserer Zeit hin.  Legenden zufolge soll der erste Herrscher Palenques 933 vor unserer Zeit geboren sein. Über die Anfänge der Stadt ist wenig bekannt.

Mittlerweilen weiß man, dass die Gruppe der drei Tempel mit Kreuzdarstellungen eine Ceiba-Baum Darstellung ist, die das Universum der Maya-Mythologie wiedergibt.

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Blattkreuz-Tempel, Palenque. Von Tieflanddschungel umgeben. Die Ruinen wurden bis auf das Jahr 226 v. Chr.  datiert. Die Stadt blühte im 7. Jhd. n. Chr. auf,

 

pakal mit schädel lux mexico 2014

Pakal regierte um 700 n.Chr.

 

Pakal war einst König von Palenque. Von allen bekannten Herrschern der Maya-Geschichte war er derjenige, der am längsten herrschte. Das tat er vom zwölften bis zu seinem achtzigsten Lebensjahr.

 

Palenque ist nicht „nur“ eine Maya-Ruinen-Stätte unter vielen. Die Maya-Ruinen  liegen traumhaft umgeben vom Regenwald. Einmalig schöne Architektur ebenso wie zahlreiche gut erhaltene Reliefs fügen sich in diese Landschaft. Der Besuch lohnt sich allemal.

Jährlich besuchen diese Maya-Stätte zweihundertausend Touristen aus aller Welt.

Zudem ist Palenque Quelle für so manche wissenschaftliche Theorie gewesen. So auch für den renommierten Bonner Altamerikanisten Nikolai Grube. Und auch Erich von Däniken fand hier einige Indizien für seine Thesen.
Schon um 1940 gab es in Palenque spektakuläre Funde. Man fand zum Beispiel die Grabkammer des Königs Pakal I.
Max Frisch bot Palenque in seinem Roman  Homo Faber von 1957 einen Rahmen seiner Handlung.

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Pakal.

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Palenque. Die archäologische Stätte liegt etwa 9 Kilometer von der Stadt entfernt.

 

Die Maya-Stätte war einst  eine der wichtigsten Metropole der Maya.

Sie ist durchzogen von Wasserkanälen. Am Ende der Stadt fließen diese zusammen und über einige schöne Wasserfälle durch den Regenwald ins Tal. Ein dreijähriges Forschungsprojekt, machte es möglich, dieses Wasserystem exakt zu karthografieren. Exakt meint, auf 220 Hektar Fläche  24.500 individuelle Punkte an den verschiedenen Gebäuden festzulegen und den Verlauf mit einer Abweichung von +/- 20 Zentimeter zu bestimmen! Genauigkeit war eines der erklärten Hauptziele dieses Projektes

Das Wasser von Lakaham Ha

Lakaham ha war damals der Name der Stadt, den die Maya Palenque gaben.
Es bedeutet „Großes Wasser“.

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Wassermanagement in der Maya-Stätte Palenque. Hierüber wurden Hygiene und gute Ernten sichergestellt. (Palenque Mapping Projekt )

 

Im Popol Vuh, dem heiligen Buch der Maya, wird auf  einen Ort verwiesen, an dem das Wasser zwischen den Bergen fließt.  Palenque`s natürliche Topografie zählt 56 Wasserquellen inmitten der Berge, die diese Stadt umgeben.  Damit ist die Gegend wahrlich „Großes Wasser“.

Das Wassermanagement der Maya ist ein beeindruckendes und sehr durchdachtes System gewesen. Dazu gehörten Wasserspeicher, Brücken, Dämme, Mauerkanäle, Stufen zum Überfluten,  kleinere und größere, um das Wasser zu führen sowie Pools, damit der Wasserzu- und ablauf  effizient in den Regenmonaten ebenso wie in den trockenen Sommermonaten funktionierte. Vier Monate des Jahres, Januar bis April, regnet es nicht in der Region.  Die Stadt Tikal  in Guatemalawar war beispielsweise eine Maya-Stätte, die  sehr unter der Knappheit von Wasser litt.  So bauten sie Wasserreservoirs, die die Menschen in den trockenen Monaten versorgte.
Die Maya in Palenque unternahmen sehr viel, um Wasser zu sammeln und zu speichern. In Palenque taten sie das auf sehr kreative Weise. Sie bauten bereits nah der Quellen, sie bauten an manchen Stellen auf eine Weise, damit das Wasser mit Druck vorwärtsdringen konnte. Wasserprobleme kannte diese Stadt nicht.

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Wasserspeicher mit einer Tiefe von 4 Metern. Fotos: K. D. French Gracias.


 

li. i. Bild: An diesem Punkt trafen drei Wasserquellen aufeinander, flossen etwa 7 Meter gemeinsam um die nächste „Kanal-Schleuse“ zu durchströmen, wo das Wasser eines kleine Sees hinzukam.
Das sich vermengende Wasser fließt gemeinsam westwärts  weitere 18 Meter weiter, um  irgendwann in nördlicher Richtung  nach 189 Metern in einem Wasserspeicher hineinzufließen.  Stufen von 10 Meter lLänge, damit das Wasser an anderen Stellen flutet. Von dort gibt es eine 90 Grad Drehung Richtung Osten, wo es in weiteren Kanälen weiträumig entlang fließen kann, wo dann irgendwo auch wieder Pools sind (mitunter 7x3x3 Meter Tiefe).

 

 

 

 

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Brückenbau der Maya in Palenque.

Der Otulum ist der längste Fluss in der Region. Noch heute findet er seinen Weg in einen Maya- Wasserspeicher.

 

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Palenque. Quelle: famsi.Mesoamerikanische Studien

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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2 Kommentare zu “Maya – Im Einklang mit der Geometrie der Natur

  1. magguieme sagt:

    „Alle Prophezeiungen der Welt, alle Traditionen fliessen jetzt zusammen.“ – diesen Satz nehme ich heute ganz besonders mit. Danke.

    • martinakunze sagt:

      Ja, mach`das nur.
      Zusammenfließen. HEUTE.
      find ich auch gut.
      Alle Traditionen, alle Prophezeiungen fließen zusammen.
      Sie sind so unterschiedlich nicht, wenn man sie sich ansieht.
      We are all ONE.
      Irgendwie wird es deutlicher…..

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