Leben im bewussten Atem

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Die Seligpreisungen

Nein, nicht sieben, sondern acht Seligpreisungen verkündete Jesus. „Sieben, die zur Vollkommenheit führen. Die achte klärt und erhellt, was vollkommen ist“,  sagte Augustinus de Sermo vor vielen Jahrhunderten.
Es sind Redezeugnisse aus Palästina.  Sie spiegeln in stilisierter Form Jesu  Wort und Botschaft. Jesu wird als Lehrer gezeichnet, der praktiziert, was er fordert und verwirklicht, was er verheißt: radikale Barmherzigkeit und vollendete Gerechtigkeit. Er spricht als Prophet und verheißt die kommende Erlösung. Von der Liebe lebt sein Heilsdienst, vom Dienst an den Armen zur Rettung der ganzen Völker. „Selig, sind die Armen…“ Arme sind für ihn seine Jünger, aber auch Reiche,  die satt sind und lachen, die aber arm sind im Geiste. Die Seligpreisungen bezeugen ein Ethos, dass da lautet, sich in Demut den Armen zu widmen.

Selig kann zu Beginn einer jeder Preisung auch mit reif übersetzt werden.

Im äthiopischen Henochbuch 58,2 : „Selig seid ihr Gerechten und Erwählten, herrlich wird euer Los sein.“

Henoch begleitet mich in meinen Beiträgen, seit ich mich mit der Quantenphysik- und philosophie, den  Maya, Kabbalisten und Essenern beschäftige. Er ist so eine Art kosmischer Urvater. An ihm scheine ich nicht vorbeizukommen.  Bei den Maya taucht er auf, bei den Kabbalisten sowieso. Er ist das wandelbarste  Wesen, das man sich  denken kann. Mal ist er Thot, mal ist er  Enoch. Für die Griechen ist er Hermes Trismegistos und es heißt, er  habe die Pyramiden von Gizeh in sechs Tagen erbaut. Henoch oder Enoch  bedeutet übersetzt Gefolgsmann Gottes. Chanoch auf Hebräisch. Er ist der siebente Nachkomme Adams.
Man findet  Hinweise auf ihn im Tibet. Tibeter nennen ihr Land nicht Tibet, sondern Bod Yul, nach dem Boten aus dem Jul im All – der „lahme Bote“.
Henoch ist auch Metatron. Metatron ist der König der Engel. Sieben heilige “Fürsten des Himmels” waren die Engel des “Königs”.  Sie hielten die Struktur der Schöpfung zusammen.

Der Prophet Henoch gründete laut einer Legende die Gemeinschaft der “Söhne des Lichts”.  Damit wären wir bei den Essenern angekommen.  Henoch soll  etwa 3.400 Jahre vor unserer Zeit geboren sein.  Das Buch des Henoch galt Gnostikern, Essenern und Kabbalisten gleichermaßen als Offenbarung.  Henoch durchwanderte die sieben Himmel (Bewährungen) und landete vor den Toren Gott. “Henoch wandelte mit Gott und auf einmal war er nicht mehr da, denn Gott hatte ihn hinweg genommen.” (Genesis).
Drei  Henoch-Bücher existieren. In ihnen malte man sich aus, was er wohl auf seinen Himmelsreisen gesehen haben mag. Fragmente des 1. Henoch wurden in Quram gefunden. Schriften, die einer kirchlichen Zensur entgangen sind, weil man sie in Höhlen versteckte. Man kann daher davon ausgehen, dass die Essener im 1. Jahrhundert v. Chr. das Werk zu einem großen Teil kannten. Vollständig überliefert ist das Buch nur in der äthiopischen Fassung. Die äthiopische Übersetzung beruht auf griechischen und aramäischen Henoch-Schriften. Das Henochbuch ist  die älteste bekannte apokalyptische Schrift. Im neutestamentlichen Judasbrief wird das Henochbuch zitiert.

 

Die Bergpredigt im Matthäus-Evangelium beginnt mit den Seligpreisungen. In Qumran fand man einen solchen Text. Er enthält eine Sammlung von fünf Seligpreisungen. Der Text ist allerdings lückenhaft, sodass man nicht sagen kann, wie viele Seligpreisungen es ursprünglich gab. „Selig die Armen im Geist“ findet sogar eine wörtliche Parallele. Anhand der gefundenen Schriften fand man etliche Parallelen zu Jesus Aussprüchen. Die Betonung von Licht und Dunkelheit, von Wahrheit und Lüge bei Johannes, die brüderliche Zurechtweisung bei Matthäus und weitere Parallelen stellte man fest.  Die Abneigung gegen das Schwören – Eure Rede sei ja, ja oder nein, nein – gemeinsame Mahlzeiten, rituelle Reinigungen, die Ethik der Nächstenliebe. Die Essener trugen weiße Kleidung – auch Jesus trug sie.

Viele Berührungen zwischen Jesu Worten und den Rollen vom Toten Meer gibt es auf dem Gebiet der Sittenlehre. Die Parallelen in der Bergpredigt, der Inbegriff christlichen Trostes, sind nicht zu übersehen. In ihr ist  nichts enthalten, was nicht schon von den Essenern genannt worden wäre.  Der Hunger und Durst nach Gerechtigkeit erinnern an den „Lehrer der Gerechtigkeit“.

 

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Berg der Seligpreisungen mit Blick auf See Genezareth

 

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Jesus wählte auf dieser Anhöhe auch seine zwölf Jünger aus. Nachzulesen im Evangelium Lukas, Kapitel 6, Verse 12-13.

Der “siebenfältige Frieden” der Essener ist Jesus Bergpredigt.
“Wahrlich ich sage Euch, sieben Pfade führen in den unendlichen Garten und jeder muss in der Einheit von Körper, Herz und Geist gegangen werden, sonst werdet Ihr stolpern und in den Abgrund des Nichts fallen.”
Jesus sprach vom Frieden der Erdenmutter und des Himmelsvaters, vom Frieden für den Körper, für die Herzen, den Geist und er sprach von der Kraft der Liebe und der Weisheit.

 

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Acht Seligpreisungen- acht Fenster. Auf der Höhe des Berges steht diese Kirche mit angegliedertem Franziskaner-Kloster.

 

Matthäus erwähnt nach den Seligpreisungen das Gleichnis vom Licht. In den Schriften der Essener tauchen immer die „Söhne des Lichts“ auf.  „Dein Reich komme, dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel“ – die Erwartung eines baldigen Endes.
Die strenggläubige  Gemeinde von Qumran war zu keinerlei Kompromissen mit der Besatzungsmacht und dem Zeitgeist bereit. Dafür wurden sie im jüdischen Krieg (66-70) vernichtet oder zerstreut. Auch die Siedlung von Qumran wurde damals zerstört. Die in letzter Not versteckten heiliggehaltenen Schriften konnten später nicht mehr geborgen werden, da von den Geheimnisträgern kaum einer überlebt hat, heißt es.

Mit diesen urchristlichen Gemeinschaften gingen auch die ursprünglichen, von Jesus gepredigten Lehren verloren, die sich von der „paulinischen Religion“ deutlich abheben. Kirchenvater Hieronymus, der Letztverfasser der katholisch verbindlichen Bibel, der lateinischen Vulgata, wies damals schon auf einen „geheimen Urtext“ des Matthäus-Evangeliums hin, das sich von dem biblischen unterscheide.

 

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Das Friedensevangelium der Essener

„Frieden ist das Geschenk des Stroms des Lebens an die Söhne des Lichts. Deswegen sollt ihr euch immer begrüßen mit ‚Frieden sei mit dir‘, so wie das Gras euren Körper mit dem Kuss des Friedens begrüßt.“

Das Friedensevangelium der Essener beginnt mit einer Szene, die als Bild für die klassische Ausgangssituation des spirituellen Weges steht: Der Mensch, geplagt von Krankheiten, Sorgen, Ängsten und vielen anderen Nöten, sucht nach anhaltender Befreiung von den Problemen, mit denen das Leben ihn immer wieder konfrontiert.

Die Engel der Mutter Erde
Der verlorene Sohn
Du sollst nicht töten.
Weitere Richtlinien für Essen und
zum Leben und anderes mehr finden sich im Friedensevangelium der Essener.
Viele Kranke begegnen dem Weisheitslehrer Jesus, und sie fragen ihn:
„Wenn du alle Dinge weißt, sag uns, warum leiden wir dann unter diesen schweren Plagen […] Meister heile uns, so dass auch wir stark werden und nicht länger unter diesem Elend leben müssen!“
Und Jesus sagt ihnen: „Selig seid ihr[…]
Selig seid ihr, dass ihr nach Wahrheit hungert; denn ich werde auch sättigen mit dem Brote der Weisheit.
Selig seid ihr, dass ihr anklopfet; denn ich werde euch das Tor des Lebens öffnen.“

Die kurze Szene aus der Schrift der Essener steht symbolisch für den Ausgangspunkt und das Ziel jedes spirituellen Weges, für den Wunsch, den Schmerz des Lebens endgültig zu überwinden.

Jesus wendet viele Gleichnisse an. Das Wort Gleichnis kommt im Aramäischen von Ausstrecken, Ausdehnen. Sie illustrieren, wie dieser innere Wandlungsprozess unter der Schirmherrschaft der Heiligen Weisheit geschieht.

 

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Straße von Jerusalem nach Jericho . Good Samatitan’s Inn,Khan e-Hatrur. Qumran ist 15 Kilometer von Jericho und 2 Kilometer vom Toten Meer entfernt.

 

„Eure Mutter ist in euch, und ihr seid in ihr“.

Das Tor zum Leben führt nach innen, zur „Mutter“, wie  Jesus in diesem Text sagt. Er könnte auch Kosmos oder Vater sagen, denn auf Aramäisch wird alles das in nur einem einzigen Wort ausgedrückt: Abwun.  Die befreiende Wahrheit ist in uns selbst, in jedem Einzelnen.

Jesus sagt: „Wo dein Schatz ist, dort ist dein Herz.“ (Matthäus)
Wir können mit solcher Schatzsuche anfangen, in dem wir Zeit darauf verwenden, die einzigartigen Gaben unserer eigenen Atmung zu finden. Darin sind wir einzigartig. Wir alle haben unseren eigenen Rhythmus, unsere eigene Art, die Welle unseres Atems zu spüren, wie sie sich hebt und senkt.

 

 

 

idee63Ich las kürzlich in der Einheitsübersetzung der Bibel bei Matthäus:
„Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben, aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben.“

Ich saß vor diesem Text und dachte: „Na komm, spuck`s aus. Was willst du mir damit sagen? “
Ich stemmte mich am Tisch hoch und guckte in die Wolken. Vielleicht war ja meine Fähigkeit, Gedanken zu lesen, über Nacht einfach verschwunden.
Aufgeregt knetete ich meine Hände. Vögel zwitscherten dazwischen. Ein Flugzeug brummte am Himmel.
Es gibt eine Sünde gegen den Heiligen Geist?  Wann lästere ich denn gegen den Geist?  Wenn ich egozentrisch atme? Sie wissen ja,  im Aramäischen  kann Heiliger Geist auch Heiliger Atem bedeuten. Aber das macht doch hier überhaupt keinen Sinn.

Sortiere Martina! Das Wort Sünde kann im Aramäischen Fehler oder Irrtum bedeuten. Es verweist in seiner Wortwurzel auf frustrierte Hoffnungen und auf Fäden, die ineinander verwirrt sind. Leicht verändert kann die gleiche Wurzel auch einen Brunnen flicken, etwas reparieren bedeuten. Die Wiederherstellung liegt also in dem Zerbrochenen schon beschlossen.
Lästerung kann im Aramäischen eine Unterbrechung ein Abschneiden bedeuten. Lästern würde bedeuten, sich selbst vom Objekt des Lästerns abzuschneiden.
Vergeben kann auch freisetzen, loslassen, lösen, auslassen oder von der Wortwurzel her zurückversetzen bedeuten.

Gibt man diese Nuancen des Aramäischen in das, was die Menschen gehört haben mögen, als Jesu dieses sagte, könnte es so geklungen haben:

Alle Arten des verhedderten Verhaltens, das Versäumen und das Fallen, die Risse und Tränen, alle Arten, sich selbst abzuschneiden, die unsere Verbindung unterbrechen oder das Muster stören, können und werden wiederhergestellt werden. Früher oder später werdet ihr vom Irrtum befreit werden, eure Fehler von Leere umfangen, eure unrhythmischen Handlungen zum ursprünglichen Takt zurückgeführt.
Aber euer Zustand kann nicht wiederhergestellt oder repariert werden, wenn ihr euch von der Quelle allen Rhythmus abschneidet, vom Einatmen, vom Ausatmen, von aller Luft, dem Wind und der Atmosphäre, dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren: dem heiligen Atem.

Das schwingt schon ein ganz schönes Stück weniger nach Lästern, finden Sie nicht?

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Im Rhythmus mit zwei Elefanten. Hier sehen Sie echte Elefanten aus der Luftperspektive aufgenommen

 

Natürlich können wir nicht tatsächlich vergessen zu atmen. Aber wir können versäumen, mit einem Gefühl der Verbindung zu anderen Menschen und zu unserer Umgebung zu atmen.

 

Der Atem bei den Essenern

Die „atmende Kommunion“ mit unserer Umgebung – das ist tiefstes essenisches Wissen. Intuitives Wissen im Herzen eines jeden Menschen wurde damit wiedererweckt. Es ist altes Wissen, aber es ist nicht veraltet. Es ist hochaktuell.

Von dieser Weisheit sprach bereits Zarathustra, davon sprachen die Veden und die Upanishaden. Davon sprachen und sprechen die Maya. Davon sprachen und sprechen die Kabbalisten.

Als Hauptreinigungs- und Heilmittel galt  bei den Essenern der Atem, der in Gesängen und Gebeten gepflegt wurde. Er diente der Vorbeugung und zum Heilen. Mäßigkeit war das oberste Gesetz. Die Verfeinerung des Nervensystems und die Reinigung des Blutes galt als Wiedergeburtspflege. Dafür waren der Atem und die Ernährung von entscheidender Bedeutung. Gebetszeremonien ebenso wie Feuerrituale waren wohl durchdacht. Sie galten als  Heilübungen.

Jeder Einzelne soll jeden Moment dazu verwenden, in seiner Entwicklung fortzuschreiten.  Die Essener wussten, dies ist eine Arbeit, die niemand für ihn tun kann. Er soll seine eigenen Möglichkeiten erkennen und verstehen und den direkten Weg finden, sie zu entwickeln und nutzen, um der Menschheit zu dienen.
Gesundheit hängt von der harmonischen Beziehung des Menschen mit allen Kräften der Erde ab, mit der Sonne, dem Wasser, der Luft, der Nahrung, dem Menschen, der Erde und der Freude. Der Einzelne sollte sich die Bedeutung von guter Gesundheit für sein eigenes Wohl und das Wohl anderer vor Augen halten. Er soll alle Möglichkeiten üben, seine Gesundheit in Denken, Fühlen und Handeln zu verbessern.

Die Beweglichkeit des Atems im Körper weist nicht nur auf die innere seelische oder emotionale Gesundheit hin, sondern auch auf den Grad der Gesundheit in der Verbindung zu anderen.

In diesem Sinne ist das Versäumnis nicht angemessen zu atmen, als „Sünde gegen den heiligen Atem“ zu verstehen.

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Westseite Qumrans. Vorne zu sehen Höhle Nummer 4. Sie ist Qumran am Nächsten. Einer der wertvollsten Funde ist das komplette Buch des Propheten Jesaja  mit 66 Kapiteln.  Die Höhlen 5,7,8,9 u. 10 sollen in keinem guten Zustand mehr sein.

 

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In dieser Höhle wurden Schriftrollen der Essener gefunden. Insgesamt fand man über 4000 Schrift-Fragmente, 1250 Schriftrollen. Die längste ist 8,75 Meter, das Prunkstück im Museum „Schrein des Buches“ in Israel-Palästina Foto: crystallinks.com

 

„Mit den Augen und den Ohren des Geistes seht und hört ihr die Zeichen und die Töne des Reichs der Erdenmutter: der blaue Himmel, wo der Engel der Luft zuhause ist, der schäumende Fluß, auf dem der Engel des Wassers gleitet, das goldene Licht, das von dem Engel der Sonne ausstrahlt. Und ich sage euch wahrlich, all dies ist in euch wie auch außerhalb von euch; denn euer Atem, euer Blut, das Feuer des Lebens in euch sind eins mit der Erdenmutter.

Und ich sage euch wahrlich, alle Geheimnisse sind in dem bescheidenen Gras enthalten, wenn ihr es sanft berührt und eure Herzen dem Engel des Lebens darin öffnet.“  Das soll Jesus gesagt haben.

 

Die Essener programmierten ihr Bewusstsein auf positive Gedanken. Darum gab es ihre  täglichen “Kommunionen” mit Engeln der Erde und des Himmels. Auf diese Weise waren sie  jeden Augenblick mit ihrem ganzen Wesen in ständigem Kontakt mit allen Kräften des Lebens,  mit den sichtbaren und unsichtbaren Kräften des Universums.

Die Mutter Erde und ich sind eins. Sie gibt die Nahrung des Lebens meinem ganzen Körper.
Engel der Sonne ströme in mein Sonnenzentrum. Gib das Feuer des Lebens in meinen Körper
Engel des Lebens ströme in meine Glieder. Gib Kraft meinem ganzen Körper
Die irdischen und kosmischen Kräfte wurden von ihnen auf eine Art und Weise betrachtet, die am deutlichsten ihren Wert und Nutzen für das menschliche Leben sichtbar machte.

Die irdischen Kräfte waren: Sonne, Wasser, Luft, Nahrung, Mensch, Erde, Gesundheit, Freude.

Die kosmischen Kräfte waren:  Kraft, Liebe, Weisheit, Erhaltung, Schöpfung, Ewiges Leben, Arbeit und Friede.
Alles Leben war für die Essener ein Tempel des Himmlischen Vaters.  Die Erde und die Natur waren für sie die Lebendige Mutter, Helferin und Heilerin seines Leibes. Es  hatte für sie Bedeutung, zu wissen, warum und wozu sie auf der Erde waren.

Alles Negative und Kranke entstand für sie aus der Disharmonie. Sie lernten die verschiedenen Schwingungen der Materie erkennen und vermochten, sie in Gleichklang zu bringen. Sie lebten mit der Natur. Und sie lebten mit ihren Gebeten.
Die eigenen Gedanken zu beherrschen und lenken zu können, war ihnen sehr wichtig.  Für die Essener war dieses noch bedeutsamer als das Lernen der heiligen Texte. Und sie wussten darum, welche Kraft darin steckt, sich mit guten Gedanken zu nähren.

Essener gingen mit diesen Kräften in die Meditation und betrachteten sie aus drei Aspekten heraus:
Verstehen  – verstehe ich die Kraft oder Energie? (Wissen),
Fühlen- fühle ich die Energie tief? (Harmonie),
Nutzen- nutze ich die Kraft beständig und auf die bestmögliche Weise? (Energie)

Alles, was  Tausende von Jahren später  in der Psychologie und Psychosomatik an Techniken auftauchte,  worüber eine Louise Hay und die vielen anderen Bestseller-Autoren heute schreiben, kannten die Essener schon längst. Affirmationen, Suggestion, Hypnose., positive Gedanken, Alpha-Zustand.  Denken, Fühlen, Handeln zusammenarbeiten lassen. Die Macht der Gedanken. Körperliche Empfindungen wachrütteltn, um dem neuen Gedanken zur Wirklichkeit werden zu lassen.

Seit etwa 100 Jahren gelingt es unserer westlichen Wissenschaft zu beweisen, was Menschen bereits vor 5000 Jahren wussten und anwandten: Alles ist Geist. Wir sind Mitschöpfer. Wir sind Teil eines Ganzen. Die Welt ist Geometrie. Energie kann zeitgleich an völlig unterschiedlichen Plätzen sein, also auch Gedanken oder Heilenergie. Das Bewusstsein schafft die Realitäten. Das Herz und positive Gefühle spielen eine immens wichtige Rolle. Die DNA ist veränderbar. Hinter allem steckt eine Höhere Intelligenz. Ich scheue mich nicht, sie Gott zu nennen. Sie mögen ihr vielleicht einen anderen Namen geben wollen?

Die Essener richteten ihe  Gebete  an den jeweiligen  Engel. Engel des Wassers, gib uns das Wasser des Lebens. Wir wollen im Wasser des Lebens baden.
Engel der Sonne, gib uns das Feuer. Wir wollen das Feuer des Lebens verewigen. Auf diese Weise kommunizierten sie mit den unterschiedlichsten Engel.

Das sind keine Spinnereien jener Menschen gewesen. Es sind dieselben Lehren, die auf Moses  ersten Paar Steintafeln geschrieben standen, als er vor etwa 3.500 Jahren auf dem Berg Sinai  die Worte Gottes empfang. Er zerstörte sie, erkannte er damals, das sein Volk noch nicht reif dafür war. Er wählte eine kleine Gruppe von Menschen aus, denen er dieses Wissen (Geheimwissen) vermittelte. Moses lehrte Wenigen die Kommunion mit den Engeln. Die Nachfolger dieser Menschen sollen die Essener sein. Moses soll die Gesetze der kosmischen Ordnung zusammengefasst haben. Wollte der Mensch Gott erreichen, müsste er erst diese Kräfte verstehen. Das Zusammenwirken von Energie (Schwingung), Wissen (Gedanken) und Harmonie (Gefühle).
Die Essener kannten diese Kräfte und lebten mit ihnen.  Dieses Wissen ist über die Jahrhunderte ihrer Generationen bewahrt wurden.

 

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Sonnenkalender der Essener. Da fallen mir aber sofort die Maya und ihr kraftvollste Zeichen für hunab ku ein. Das Zentrum der Galaxie. Von dort kommen die Maya, sagen sie. Zeit spiralig denkend.

Sucht man nach Informationen über die Essener, stößt man sofort auf Qumran. Es ist immer die Rede davon, dass die Essener in der Zeit zwischen 200 v. Chr. und etwa 100 n. Chr. lebten. Das taten sie  nachweislich.  Fakt ist aber, es gab sie auch andernorts. Und es gab sie schon viele Jahrhunderte vorher und noch heute leben Essener mit ihren außergewöhnlichen Heilkräften unter uns. Fakt ist ebenso, sie wurden  aufgrund ihres Heilwissens und ihres Lebenstils bis zu 120 Jahre alt.  Das durchschnittliche Alter lag bis ins Mittelalter hinein zwischen 30 und 40 Jahren.

In Palästina und Syrien waren sie als Essener und in Ägypten als Thereutae oder Heiler bekannt. Grundlegende Ideen wurden im alten Persien, Ägypten, Indien, Tibet, China, Palästina, Griechenland und vielen anderen Ländern gelehrt. Sie erscheinen als Fragmente in der Bibel der Christen und in der jüdischen Kabbalah . Die Spuren tauchen in fast jedem Land auf, bei den Tolteken, den Maya Lateinamerikas, im indischen Yoga-System, in den Lehren Buddhas, im indischen Yoga-System, bei den Frühchristen.

Fakt ist auch, Teil ihrer Lehren sind schon in den Zeugnissen der Keilschrift der Sumerer -4000 Jahre v.Chr. –  zu finden.  Ebenso gibt es Symbole ihrer verehrten Naturkräfte, die  bereits auf 8000 Jahre alten Stein- und Tonziegeln –  Hieroglyphen  aus vorsintflutlicher Zeit  – vorhanden sind. Sie studierten die Lehren der Zend Avesta Zarathustras. Der Baum war für die Essener das Urbild allen Lebens. Er umfasst alles, vom kleinsten Atom bis zur höchsten Kraft. Das ist Teil der Lehre Zarathustras. Sie enthält die grundsätzlichen Vorstellungen des Brahmanismus, der Veden und der Upanischaden. Und auch das indische Yoga-System entsprang derselben Quelle. Für Tausende von Jahren wurde diese Lehre befolgt.

Der Unterschied zwischen Zarathustras Lehre , der Tolteken in Mexico und der Engelslehre mit ihren vierzehn Engelskräften der Essener ist , dass  die Essener nur von den positiven Kräften ausgingen und dass durch ihre Stärkung dieser Kräfte die negativen automatisch von unserer Welt verschwinden. Zarathustra und die Tolteken sahen die guten Kräfte im ständigen Kampf mit den negativen.

Schreiber wie Plinius, Philo, Josephus und Solanius beschrieben die Essener als „Menschen mit beständiger und unveränderlicher Heiligkeit“, „…bemerkenswerter als jede andere (Rasse) auf der Welt“, als die „ältesten Eingeweihten der Welt“.  Sie bewunderten ihre Lebensweise, die Ernährung, die Kaltwasserwaschungen, die Sonnenbäder und Atemübungen.

Sich selbst in Einklang bringen mit den Kräften des Himmelsvaters und der Erdenmutter, war das Wesentliche in ihrem täglichen Leben.

 

qumran aufteilung

Plan gemäß der Ausgrabungen 1949.1956. Das Blaue weist auf komplexe Wassersysteme: Kanäle, Zisterne, Ritualbäder oder miqwaot hin.

                             1. Wasserspeicher
2. Zisterne
3. andere Bäder
4. Turm
5. Schreibsaal
6. Küche
7. Versammlungssaal
8.  Höhle
9.  Töpferei
10. Stallungen
qumran schreibsaal

Vom Turm Richtung Schreibraum (Scriptorium). In der Halle  fand man Sitzbänke, die sie für Schreibarbeiten genutzt wurden.

 

 

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Miqweh – Ritualbad in Qumran.. Das tägliche Bad im kalten Wasser war ein wichtiges Ritual. Die bekanntesten Siedlungen der Essener sind Qumran und die am Mareotis-See in Ägypten. Man fand ihre Spuren bis hoch nach Gallien und mit Jesus, der  laut dem Perser Mir Kawand bei den Essener gelebt und ausgebildet wurde, bis nach Indien.

 

 

jesus auf aramäisch

Jesus auf Aramäisch geschrieben (v.re.n. li.)

 

Verbunden mit dem Leben der Welt

Jesus gibt  in der Fassung der Seligpreisungen bei Matthäus verschiedene Bedingungen an, unter denen man sich wiederfinden kann, und zeigt, wie diese zu einem Zustand der Harmonie mit dem Universum führen können.

Wir haben kein Heim und keinen Besitz außer unseren Atem. Wir haben ihn allein, wenn wir auf die Welt kommen. Wir haben nur ihn, wenn wir abends schlafen gehen – und wir hauchen ihn aus, wenn wir unseren physischen Körper ablegen werden.
Allein der Atem verbindet uns mit dem Leben in der Welt.
Wenn uns etwas „unseren Atem nimmt“, dann erleben wir diesen Zustand. Tiefes Atmen kann uns Gefühle bewusst machen, die wir zuvor nicht hatten.  Wenn wir verwirrt sind, atmen wir uns durch diese Verwirrung hindurch. Auf diesen Zustand verweist Jesus in der ersten Seligpreisung.

„Selig sind diejenigen in Aufruhr und Verwirrung, sie werden im Innern vereint werden.“

Auf unserer Reise ist das Bestürzt-Sein Teil unserer geistigen Reise. Wir können diesen Momente als Gelegenheit nutzen, uns der Heiligen Einheit bewusster zu werden.

„Selig der Mensch, der gelitten hat; er hat das Leben gefunden“ (Ausspruch 58, Thomas-Evangelium)

Erst, wer etwas verloren hat, weiß den Wert der Sache zu schätzen.

Der Schmerz der Welt ist der Impuls, welcher den Wunsch nach Befreiung auslöst. Die Gnade liegt nicht im Leiden selbst, sondern darin, dass es die Macht hat, uns Menschen aufzuwecken.
Im Yoga ist es der zirkulär-verwirrende Sinn der Welt, der  purusha (Gewahrsein, was in uns wohnt) zeigen soll, dass er purusha ist. Im Yoga ist Raja, die beständige Aktivität und Energie der Veränderung, die dem Ego, das nichts mehr sucht als Stabilität und Sicherheit, so weh tut. Im Yoga ist es purusha, der in sich selbst ruht, der die schmerzhafte Erfahrung der Verstrickung mit der Welt macht, bis er es nicht mehr aushält. Der Schmerz zeigt, wie weit wir von zu Hause fortgegangen sind.

 

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Jordan-Tal. Wadi Quilt. Hier schritt Jesu von Jericho nach Jerusalem entlang. Lukas 19,28 und weiteres Biblisches geschahhier… Die „Ascient of Adummim ist die Hauptroute von Jericho nach Jerusalem. Foto: bibleplaces.com

 

Jesus nennt in seiner aramäischen Muttersprache den Bewusstseinszustand der Glückseligkeit, also das über sein kleines Selbst hinausgehende,  Malkutah, das Königreich. Diese Perle in uns, meint diese Losgelöstheit und Freiheit, unser inneres Licht, das wir finden, wenn wir die Welt loslassen und über sie hinausgehen. Es meint einen Bewusstseinszustand, anzunehmen, was wir nicht ändern können und falsche Vorstellungen loslassen. Erkennen, was wir sind.

Jesus sagt im Thomas Evangelium: „Diese Kinder, die gestillt werden, sind wie diejenigen, die ins Königreich eingehen.“
Eine nicht-konditionierte Wahrnehmung, so die Botschaft. Ein Schauen ohne Urteil, ohne es durch die Brille unseres Habenwollens und Nicht-Habenwollens wahrzunehmen, befreit von eingefahrenen Vorstellungen, frei von Erinnerung, richtigem und falschen Wissen, ganz und gar ohne Erwartungshaltung, das ist die Wahrnehmung, die seiner eigenen Wirklichkeit am nächsten kommt.
In der dritten Seligpreisung ist der aramäische Sinn der Worte gegenüber der Einheitsübersetzung erstaunlich:
Es heißt: „Selig sind die Sanftmütigen, sie werden die Erde erben.“

Die Erde erben bedeutet im Aramäischen nicht, ein Stück Eigentum zu erlangen. Das Wort erben bedeutet auch Kraft, Stärke, Nahrung zu empfangen. Das Wort für Erde (aràh)  kann sich auf die gesamte Natur beziehen  und auf die natürliche Kraft, die sich durch die Verschiedenheit im Universum manifestiert. Sanftmütige sind diejenige, die das Starre aufgeweicht haben. Innen wie außen.

Im Aramäischen liest es sich so:

Reif sind diejenigen, die das Starre weich machen, im Innern wie im Äußeren. Sie werden offen sein, Stärke und Kraft, ihr natürliches Erbe, von der Natur  empfangen.

Die Bewusstheit des Atmens und der Atemwelle kann in diesem Sinne einen sehr mächtigen Effekt haben.
„Selig, die Armen im Geist, ihnen gehört das Himmelreich“

Wo hier Geist steht, sagte Jesus rukha, Atem. Die Verbindung von Atem zum Geist bringt das Wort rukha zum Ausdruck.   Als Rukha D`Qudsha  wurde es im Aramäischen zum Heiligen Geist und meint den Lebensgeist, der uns durchflutet. Wenn Jesus von rukah sprach, ging es ihm um das sinnlich In-Verbindung-Treten mit dem eigenen Atem. Das ist eine Verbindung mit dem Leben selbst – und mit der Quelle aus der es kommt. Himmel und Erde werden eins. Atem verbindet uns mit dem Leben. Leben ist zugleich Geist, Bewusstsein. Es ist die Energie, die unseren Brustkorb hebt und senkt.

Der heilige Atem stellt die Verbindung unseres persönlichen Atmens zum kosmischen Atem her.

 

Möge er dich mit allem Guten segnen.
Möge er dich von allem Übel befreien
und dein Herz mit dem Wissen des Lebens erleuchten
und möge er den seinen siebenfältigen Segen geben
in ewigem Frieden.

(Ein Text aus dem „Handbuch der Disziplinen
der Schriftrollen von Qumran)

 

 

Im Beitrag  Heilkräfte der Essener   finden Sie auch Textauszüge aus verschiedenen Schriftrollen

 

 

 

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3 Kommentare zu “Leben im bewussten Atem

  1. Gina sagt:

    Ich liebe die Essener Lehren. Sehr schön gemacht … diese Seite. Ich komme gerne wieder. Gottes Segen allzeit … und immerdar. Hier und dort und überall … Gina

    • martinakunze sagt:

      Liebe Gina, ich danke Dir von Herzen für Deine Segenswünsche! !! „Hier und dort und überall…“ Es war mir reine Herzensangelegenheit. So freut es mich, dass manche der Worte von Dir gefunden wurden, oder sollte ich besser schreiben, sie fanden Dich.

      …weil sie in Dir ein Gefühl von zu Hause vermitteln…vielleicht liebst Du die Essener Lehren darum.

      Ich war schon länger nicht mehr auf meinen Blogseiten. Dein Kommentar führt mich zurück. Eine intensive Such-und Schreibzeit war es damals. Wie schön! Herzensdank für Deine lieben Worte. Martina

  2. Gina sagt:

    Hallo Martina, auch ich danke Dir für Deine Antwort.

    Ich kenne das. Man beginnt etwas und füllt es mit seinen Gedanken, um andere daran teilhaben zu lassen und sich selbst weiterzuentwickeln und dann kommt der Moment, wo die Luft draußen ist. Mir ging es auch so. Ich habe aber meine Tagestexte gelöscht und nur noch stehen lassen, was zum Aufbau meiner Seite dazu gehörte.

    Mit den Essenern habe ich mich vor einigen Jahren befasst. Aber wie mit so vielem, habe ich in den Lehren sehr viel Gutes gefunden, wie auch Dinge, die nicht mit mir schwangen. Letztendlich ist in allen Lehren ein Stück Weisheit zu finden. Und all dies zusammen gibt ein Bild für den, der sucht. So habe ich es erlebt.

    Meine Erfahrung ist die, dass Überzeugungen von heute, morgen schon wieder verworfen werden können. Mir ging es jedenfalls so. Und das, was dabei bis heute geblieben ist und Bestand hat, das ist für mich etwas, woraus ich meine Kraft und meine Weisheit beziehe.

    Ich grüße Dich auch von Herzen.

    Gina

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