Der Lehrer der Gerechtigkeit

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Seit man die Schriften in Qumran fand, ist bekannt, es gab schon hundert Jahre vor Jesus einen Wanderprediger, der  sich „Lehrer der Barmherzigkeit“  oder „Lehrer der Gerechten“ nannte und die Botschaft der Nächstenliebe und Barmherzigkeit verkündete. Er wurde um 62 vor Christi Geburt unter Fürst Aristobul II an das Kreuz geschlagen.

Vierzig Kilometer vor Jerusalem liegt Chirbet Qumran. Chirbet ist Arabisch und bedeutet kleine Schutthügel. Die Stadt der Essener, die sich als kleine Kuppe vor dem roten Gestein abhebt, war bis 1946 auch nur ein Schutthügel unter vielen. 1952 bis 1956 erfolgten die  ersten Ausgrabungen und die Untersuchung von 273 Höhlen. Man fand Tonkrüge, die man sonst nirgendwo fand. In ihnen lagerten die Schriften.  Man fand auch fünf  Tintenfässer. Im Vergleich zu den Funden in Jerusalem mit nur einem Tintenfaß sei das eine hohe Zahl. Es weise auf eine hohe Schreibtätigkeit hin, sagt die Wissenschaft. Nicht alles, was gefunden worden ist, kann einfach unbesehen für die Lebensweise der (Qumran-)Essener in Anspruch genommen werden.
Insgesamt fand man 80.000 bis 100.000 einzelne Fragmente von etwa 800 verschiedenen Schriften, vermutlich aus dem ersten oder zweiten Jahrhundert vor Christus. Genauer: Paläographischen Nachweisen zufolge sind die meisten der Urkunden in der Zeit zwischen etwa 200 v. Chr. und 68 n. Chr. entstanden. Letztere Datierung wird zusätzlich durch archäologische Forschungsergebnisse bestätigt, da Ausgrabungen an den Fundorten ergaben, dass diese 68 n. Chr. geplündert wurden. Es wird angenommen, dass die jüdische Gemeinschaft durch ein römisches Heer unter dem späteren Kaiser Vespasian ausgeraubt wurde, das eigentlich unterwegs war, um einen im Jahr 66 n. Chr. eingeleiteten jüdischen Aufstand zu unterdrücken. Die Urkunden wurden vermutlich zwischen 66 und 68 versteckt.

So fand sich zum Beispiel ein fast komplettes Altes Testament (ohne das Buch Esther) in hebräischer Sprache, das wahrscheinlich im ersten vorchristlichen Jahrhundert geschrieben wurde. Dieser Fund ist insofern interessant, als die bislang älteste bekannte Fassung des Alten Testamentes aus dem 10. Jahrhundert nach Christus stammt.
Die also ein Jahrtausend älteren Qumran-Rollen sollen buchstabengenau mit den bekannten Bibel-Texten übereinstimmen.

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1500 Jahre alte Bibel. Sie befindet im Vatikan.

 

Aus den gefundenen Schriften ergibt sich ebenso, dass der „Lehrer der Gerechtigkeit“ die Essener-Gemeinde leitete und er von jenen als einer ankannt wurde, den Gott mit einem besonderen Verständnis für die Schriften ausgestattet hatte. Manche Wissenschaftler glauben, dass er der erste gescheiterte Messias gewesen sein soll. Die Essener erwarteten keinen Messias aus Jerusalem, sondern von den „Söhnen des Lichts“, von jenen, die sich auf das Kommen des Herrn vorbereiteten.
Wer der Lehrer war, ist bis heute unklar. Er soll etwa 110 v. Chr. gestorben sein.

Es findet auch ein „Frevelpriester“ in ihren Schriften Erwähnung.

Im Jahr 152 v. Christus wurde der Makkabäer Jonatan mit syrischer Unterstützung Hohepriester, obwohl das Geschlecht der Hasmonäer nicht hohepriesterlicher Abstammung war, was als unabdingbare Voraussetzung für dieses priesterliche Amt galt. In der Folge bildete sich eine Opposition wider Jonatan.  Unter der Führung dieses „Lehrer der Gerechtigkeit“ trennen sich Teile der priesterlichen Opposition wegen der Entweihung des hohepriesterlichen Amtes vom Tempel und zogen sich in die Wüste Juda zurück. Der „Lehrer der Gerechtigkeit“ wird nie mit Eigennamen erwähnt. Sein Gegenspieler – der Frevelpriester – ist Jonatan. Aus den Qumrantexten erfahren wir, dass er anfangs den Anschein erweckte, er sei wahrhaft und gut. Bald aber enthüllte er sein wahres Wesen. Er wurde hochmütig, übertrat Gebote und ging auf „Greuelwegen“, wie es in den Texten heisst. Schließlich soll er von den Heiden – den Syrern – gequält und getötet worden sein. Tatsächlich wurde Jonatan von den Syrern 143 vor Christus gefangengenommen und nach längerer Gefangenschaft getötet.

 

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Rekonstruktion Nord-Ost-Blick auf Qumran. Quelle: UCLA Qumran Visualization Project

Der  „Lehrer der Gerechtigkeit“  soll als Hoher Priester abgesetzt worden sein. Jonatan  übernahm das Amt. In Folge gründete der Lehrer die strenggläubige Gruppierung der Essener.  Später dann forderte der „Lehrer der Gerechtigkeit“  den Makkabäer Jonatan in einem Brief auf, sein Amt als Hoher Priester niederzulegen und sich auf die politische Herrschaft zu beschränken. Der Brief an ihn listet über 20 Vorschriften der Tora auf, gegen die die im Tempel übliche Praxis nach Ansicht des Lehrers der Gerechtigkeit verstieß. Jonatan lehnte das ab. Er soll versucht haben, den Lehrer ermorden zu lassen- was misslang.  Jonatan war nicht nur Hoher Priester, sondern auch König.

Aus den Schriften der Essener, ein Kommentar zum Buch Habakuk, wird vom Frevelpriester berichtet, der den „Lehrer der Gerechtigkeit“ verfolgte und versuchte ihn in „furchtbarer Wut zu verschlingen am Ort seines Exils“ Er wollte ihn zu Fall bringen.

Der „Lehrer der Gerechtigkeit“ sah sich als der rechtmäßige Nachfolger von Moses und  von Gott eingesetztes religiöses Oberhaupt der Juden. Er glaubte an das baldige Kommen des jüngsten Gerichtes, das den Beginn, die Zeit der Herrschaft Gottes bringen würde. Er sah sich als derjenige, der das Kommen des Reiches Gottes in die Wege leiten sollte. Es gab Juden, die zu seinen Zeiten bereits in die Nachbarländer geflohen waren. Er soll sie aufgefordert haben zurückzukommen.

Es soll dem „Lehrer der Gerechtigkeit“ gelungen sein, sieben Exilgruppen zur Heimkehr zu bewegen und sie in einer Union zusammenzuschließen. Auch viele der im Lande gebliebenen schlossen sich ihm an. So entstand die Gemeinde der Essener.

 

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Südost. Töpferei. Rekonstruktion Qumran. Quelle: UCLA Qumran Visualization Project

 

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Qumran

 

Johannes der Täufer war Essener. Die Menschen pilgerten zu ihm und ließen sich von ihm taufen. Er trat in der judäischen Wüste und im Jordan auf.  Genauer, östlich des Jordans bei Betanien. Er rief zur „Umkehr“ auf.  Auch Jesus ließ sich von ihm taufen und erst als Johannes verhaftet wurde, begann Jesus zu lehren. Maria und Josef waren eng mit den Essenern verbunden. Jakobus der „Gerechte“, der Bruder Jesus, war von den vierziger bis in die sechziger Jahre des ersten Jahrhunderts das angesehene Oberhaupt der „Urkirche“ oder „Jerusalemer Versammlung“. Nach seiner Ermordung, etwa im Jahre 62, wurde vermutlich der später auch zum Märtyrer gewordene Simon bar Kleophas, ein Vetter von Jesus und Jakobus, sein Nachfolger. Nikodemus, der Ratsherr aus Jerusalem ebenso wie Joseph von Arimitäa, der Ratsherr, der Jesus nach der Kreuzigung „begrub“ (Jesus überlebte!), sympathisierte mit den Essenern.

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Taufstelle Jordan

 

Biblische Orte, an den sich Johannes und Jesus  laut dem Neuen Testament aufhielten, wie Betanien am Jordan, die Oase Jericho und die Berge nah Qumrans mit der Wasserstelle Ain Feschkha bilden ein gleichseitiges Dreieck. Ödes Flachland, dazwischen die Oase Jericho, die Taufstelle nicht weit von Qumran entfernt, das zu Zeiten Johannes in der zweiten Blüte stand.  Es gibt Ähnlichkeiten in der Lehre. Glaubt man dem Lukas-Evangelium dann gibt es jede Menge Lobgesang von Zacharias, dem Vater Johannes, in dem  auffallend häufig von Licht und Dunkelheit die Rede ist. Sein  Sohn Johannes wuchs in der Wüste heran, liest man dort. Die Essener waren bekannt dafür, dass sie fremde Kinder aufnahmen. Jesus aus dem fernen Galiläa trifft zufällig auf Johannes am Jordan nah Qumran und lässt sich zufällig von diesem Mann taufen?

Wer will denn angesichts dieser Sachlage  ernsthaft anzweifeln, dass es zwischen Johannes dem Täufer und den Essenern keinen Kontakt gegeben hat?

Ähnlich wie bei Jesus gab es bei den Essenern einen engeren Kreis von 12 Männern um den Leiter der Gemeinde, eben dem „Lehrer der Gerechtigkeit“. Und auch die Ethik wurde verschärft. Sie lebten nach dem Gebot „Bete und arbeite“ in Gütergemeinschaft und legten Wert darauf, ihre Sinne zu „disziplinieren“, um entsprechend diszipliniert und asketisch zu leben. Angesichts des erwarteten Messias und seines herbei gesehnten „Friedensreiches“ verkündeten sie eindringlich eine Umkehr, eine Notwendigkeit der Vergebung und Erneuerung des Lebens.

Qumran und Taufstelle liegen nicht an irgendeiner Stelle der Judäischen Wüste. Von Qumran aus kann man den Berg Nebo sehen, jenen Berg von dem Moses aus ins Gelobte Land sah – so steht es jedenfalls in der Bibel. Nah bei Jericho, der ältesten Stadt der Welt, die die „Kinder Israels“ erobert hatten, gründeten die Essener Qumran, um auf den „Neuen Bund“ mit Gott zu warten. Es ist der gleiche Neue Bund, den Jesus beim Abendmahl verkündete.  Dabei ging es nicht um eine neue Religion. Gott bekennt sich erneut und führt sein „auserwähltes Volk“  aus der Knechtschaft der Besatzungsmächte in die Selbstständigkeit. Das verstand man unter dem „Neuen Bund“.

Eine Verbindung von Johannes dem Täufer sowohl zu Jesus als auch zu Qumran gilt als sehr wahrscheinlich.

 

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Wüste nah Qumran

Der Essener Johannes der Täufer nimmt in allen Evangelien eine herausragende Stellung in der Biografie Jesu ein. Von diesem „Rufer in der Wüste“ hatte schon der Prophet Jesaja gesprochen: “  Stimme eines Rufers: In der Wüste bahnt dem Herrn einen Weg. Ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott.“ Diese Ankündigungen waren im Alten Testament üblich.

Um das Gottesreich herbeizuführen „sollen sie sich vom „Frevel“ absondern, in die Wüste gehen, dort den Weg des Herrn bahnen, wie es geschrieben steht, so steht es wörtlich in den Schriften der Essener. Nichts anderes tat  und sagte Johannes der Täufer. Von den „Kindern des Lichts“ sei der Messias zu erwarten, von denen, die dem Herrn in der Wüste dienten, von denen, die das wahre Gesetz des Moses befolgten. Nur die, die den Alten Bund hielten, konnte der erneuerte Bund und mit ihm der Messias kommen.

Das Studieren der Lehren Zarathustras war bei den Essenern obligatorisch. Zarathustras Idee eines „Weltbrandes“, der sich wie ein Strom über die Erde ergießt, spielte bei Johannes dem Täufer als auch bei den Essenern eine Rolle.

Ein Leben nach dem Sonnenkalender

Um das Jahr 950 schrieb Al Quirqisani, ein Jude, es gebe eine bestimmte „Sekte“, die ihre Bücher in Höhlen versteckt habe.  Zwei mohammedanische Autoren beziehen sich später auf ihn. Sie erwähnen, dass jene „Höhlenleute“, die vor den Christen lebten, einen sonderbaren Kalender gehabt hätten.  Sie pflegten eine seltsame Wochentagsrechnung. Diese wird ebenso  in den Damaskusrollen erwähnt,  gefunden in einer Synagoge in Altkairo, veröffentlicht 1910. In den Schriften der Damaskusrolle ist auch die Rede vom „Lehrer der Gerechtigkeit“. Sie gehört zur essenischen Bibliothek. (1)

Essener wollten keine Feste am falschen Tag feiern. Sie richteten sich nach dem Sonnenkalender aus und nicht nach dem Mondkalender. In einer Schrift wird die Anzahl der Gemeindevorsteher entsprechend der Anzahl der Wochen im Sonnenkalender mit 52 und die Zahl der Priesterwachen mit 26 angegeben. Der Jerusalemer Tempelkult kannte nur 24 Priesterwachen. Der Mondkalender ging Jahr um Jahr um zehn Tage vor. Die Korrekturen schienen kompliziert.

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Abendmahl

Das Datum des Abendmahls. Nach den synoptischen Evangelien war das letzte Mahl Jesus ein Passahmahl in der Nacht des 14. Nisan.
Nun steht aber im Johannes-Evangelium Jesu wurde am 14. Nisan gekreuzigt und man warf dem Schreiber darum auch vor, er habe keine Ahnung von jüdischen Festen gehabt. Man vermutete einen Griechen als Schreiber. Und auch die Chronologie bei Markus, Matthäus und Lukas kommt ins Gedränge mit dem jüdischen Brauchtum. Undenkbar, dass Jesus in so einer hochheiligen Nacht verhört wurde und am ersten Tag des Passah-Festes gekreuzigt worden sein soll.
Erst nach Qumran ist alles anders! Jesus nutzte den Qumran-Kalender, sein Abendmahl fand darum einen Tag früher statt. Jede andere Rechnung missachtet die strengen jüdischen Bräuche oder versucht den wahren Tatbestand zu verschleiern.
Es gilt als gesichert, dass es ebenso eine Urgemeinde der Essener in Jersualem gab.
Sie soll dafür sorgten haben, dass Jesu gesäuertes Brot und das entsprechende Geschirr für jenen Abend erhielt.
Eine Belanglosigkeit für uns abendländische Christen, für Juden ein immens wichtiges Ritual. Das Geschirr durfte während des Passahfestes zuvor nicht mit Gesäuertem in Berührung gekommen sein.
Wir finden es ganz normal, dass Jesus das Abendmahl mit zwölf Jüngern abhielt. Nach jüdischem Brauch nahmen an jenem „Sederfest“ auch Frauen und Familienmitglieder an dem Mahl teil. Jesus war immer auch in Begleitung von Frauen. Frauen standen unter seinem Kreuz. Frauen gingen als erste zum Grab. Glaubt man Leonardo da Vinci, dann saß Maria Magdalena neben ihm an jenem Abend. Saß sie nicht neben ihm, dann entspräche dieses den Mahlregeln der Essener.
Die Fußwaschung gehört  ebenso zu einem Reinigungsritual der Essener.
Das wirkliche Besonders des Abendmahls: die Abweichung des Termins, die Männerversammlung, den Streit um die Sitzordnung.

 

qumran5Neben den Gemeinden in Qumran und Jerusalem, gab es  Essener  in Damaskus. Es gab sie in anderen Städten und Dörfern Judäas. Nach Angaben von Philo von Alexandrien waren sie ein „große und volksreiche Gemeinschaft“. Das bestätigt auch Josephus. Erstaunlich, dass sie keinerlei Erwähnung im Neuen Testament finden.
Zahlenmässig sollen sie gleich stark wie die Pharisäer gewesen sein. Der Römer Plinius der Ältere schreibt, dass eine große Gruppe der Essener in En Gedi am Toten Meer lebte. Und in En Gedi wurde 1998 auch tatsächlich eine Siedlung aus dem 1. Jahrhundert ausgegraben.

Philo und Plinius machten Angaben zu den Essenern. Sie wurden als Märchenerzähler abgetan, bis man die Texte in den Höhlen von Qumran entdeckte. Man fand auch ein „Regelbuch“. Alles, was dort zu lesen war, hatte  man bereits durch die Beschreibungen vom Geschichtsschreiber Josephus gekannt.

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En Gedi

Die urchristliche Gemeinde zu Jerusalem wanderte zum Teil schon vor dem jüdischen Krieg (66-70) und der Zerstörung Jerusalems (70) aus, vermutlich aufgrund einer warnenden Prophezeiung, die Jesus zugeschrieben wird. Eine neue Heimat fand diese Gemeinde in Pella (im heutigen Jordanien), bis sie nach einigen Jahrhunderten aus der Geschichte verschwand.

Die ersten Christen nannten sich noch keineswegs „Christen“, sondern verstanden sich als strenggläubige Juden.

 

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600 Kilometer von Jerusalem nach Antiochia. Zu Paulus Zeiten war sie eine römische Provinz. Lukas soll aus der Stadt stammen.

Paulus der erste Ideologe der Kirche

Das Christentum verlagerte seinen Schwerpunkt sehr bald nach Jesus „Tod“ (nein, nein!) nach Norden in das entfernte Antiochia in Syrien. Die Stadt wurde 1939 der Türkei zugesprochen. Sie liegt etwa 600 Kilometer nördlich von Jerusalem in der Nähe der Mittelmeerküste. Hier wurde das Evangelium gepredigt, von denen, die aus Jerusalem geflohen waren. Verfolgte Christen fanden in der Stadt Zuflucht. Hier wurden die Nachfolger Jesu auch zum ersten Mal Christen genannt. Paulus missionierte dort Heiden. Es gab führende Juden, die ihn sehr stark kritisierten und ihm sehr ablehnend gegenüber standen. Es gab die Absprache, dass sich Paulus nur an die „Heiden“ wenden durfte.

Es ist bekannt, dass Paulus von Anfang an ein gestörtes Verhältnis zur Jerusalemer Urgemeinde hatte. Er stritt mit Petrus. Jesus sah er überhaupt nur in einer Vision. 14 Jahre lang hatte er zusammen mit Barnabas auf eigene Faust im syrischen Antiochia „Heiden“ missioniert. Niemals hat er sich mit der Jerusalemer Gemeinde abgestimmt.  Er soll sich mit jedem überworfen haben.
Antiochia war damals als Wirtschaftszentrum die drittgrößte Stadt nach Rom und Alexandria.

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Höhlenwohnungen von Christen in Antiochia

 

Paulus ist als Saulus um das Jahr 10 n.Chr. als Sohn einer jüdischen Familie in Tarsus in der heutigen Türkei geboren.

Sein erster „Missionserfolg“ soll auf Zypern stattgefunden haben. Barnabas führte danach in die Gemeinde Antiochia ein. Antiochia mussten Paulus und Barnabas allerdings fluchtartig verlassen, so empört waren die Juden über ihn. Sie zogen weiter nach Ikonium ins zentralanatolische Reich. Dort drohte man ihnen mit der Steinigung. Auch von dort mussten sie fliehen.

Jesus wollte das Reich Gottes. Paulus seine Erlösung von Schuld, die Kirche wollte sich selbst. Jesus hat ohne „Christologie“ und ohne Kreuzesglauben die Menschen mit Gott versöhnt. Gott oder Mammon, ewiges oder irdisches Leben, Seele oder Leib, Demut oder Selbstgerechtigkeit. Liebe oder Selbstsucht. In dem Ring dieser Fragen ist  für Jesus alles beschlossen.
Paulus macht erst aus dem Menschensohn den Gottessohn der Kirche.
Paulus schreibt insgesamt neunmal über Jesus und  250 mal über den mythischen Christus.
Paulus musste sich gar nicht für den historischen Jesus interessieren. Der „Tod“  Jesu brachte ihm die Erlösungsmystik. (ich erwähne es gerne: Jesus überlebte!).  Paulus Theologie des Kreuzes zeigte Wirkung.  Wir tragen seither das Sterben Jesu mit uns herum. Gottes Handeln ist das Sterben Jesu für uns – wegen unserer Sünden. Christliche Leidensbereitschaft. Sein Kreuz auf sich nehmen, gehörte geradezu zum Erkennungszeichen eines Christen.  Dabei hatte der Pessismismus eines Paulus wenig mit Jesus Lehre zu tun.

In der Bergpredigt erwähnt Jesus nichts vom Opfertod und der Auferstehung. Da geht es um den vollkommenen Wandel.  Lieben sollten wir, von ganzem Herzen lieben, mit der ganzen Seele, mit allen Kräften, deinen Mitmenschen wie dich selbst. Mach es so, dann wirst du leben. Glauben sollte man an den Früchten erkennen.

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Reste der Basilika in Antiochia. Eine davon war Paulus gewidmet.

Was machten Paulus und die Kirche daraus: Leid im Gehorsam verstehen lernen. Aus einer Lehre, die im Tun und Handeln das Reich Gottes auf Erden bringen wollte, war in drei Jahrhunderten eine Religion der Gottergebenheit geworden, die auf den Himmel hoffte. Aus der Gemeinschaft der Erlösten wurde eine Gemeinschaft der Sünder.  Nächstenliebe wurde zum Mitleid und das Leid zur Gnade. Freies Wehen des Geistes ade – eine Kirche, ein Geist, ein Herz, einheitlicher Glauben, alles andere hätte außerhalb der Kontrolle der Kirche gelegen. Eine handliche Religion mit Buch und Glaubensbekenntnis, Dogma und Gebrauchsanweisung. Durch Kirche instutionalisiert und kanalisiert.
Eine vollkommene Verkehrung dessen, was Jesus Lehre war, was ursprünglich gemeint war. Und genau in diesem Augenblick wurde das Christentum zur Weltreligion. Die Kirche schuf sich ihre eigenen Maßstäbe. Deutete um, machte passend, ließ weg, verdrängte. Die Obrigkeit regierte von Gottes Gnaden und die Kirche behauptet bis heute für alle da zu sein. Man betete um Frieden und man segnete die Waffen derjenigen, die den Status Quo sicherten. Sie predigt Liebe und liebt die Herrschaft und ist vertraut mit Gewalt.

Jüngste Aufdeckung:
Unter dem  jetzigen Papst Franziskus  – also ganz aktuell – entdeckte ein italienischer Journalist Konten der vatikanischen Bank auf. Bis dahin gab es absolut keine Informationen zu dieser Bank der Kirche. Fünfhundert  Millionen Euro, die über  Decknamen von Stiftungen und Wohltätigkeits-Organisationen italienischen Politikern gereicht wurden. Mehrere Männer mit Mafia-Zugehörigkeit, die plötzlich irgendwo tot aufgefunden wurden. Der Journalist meinte, dies sei nur ein klitzkleines Puzzleteil eines großen Korruptionsfalles.

Was würde wohl Jesus zu dieser Kirche sagen?

 

Jesus hat – glaubt man der katholischen Kirche – keine Geschwister gehabt. Er hatte Geschwister!
Jesus hat – glaubt man der katholischen Kirche – auch keine Frau an seiner Seite gehabt.  Maria  Magdalena bezeichnete er als seine Frau.  Das ist wissenschaftlich belegt. Seine Mutter und seine Frau folgten ihm Jahre später nach Indien.
Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
Ohne Hilfe hat Mutter Maria einen Gott geboren, auch wenn sie lange mit Josef verheiratet war.  Schaut man sich den  hebräischen Text an, dann heißt es an entsprechender Stelle nicht Jungfrau, sondern „alma“, was junges Mädchen bedeutet.
Falsche Übersetzungen.  Denkschablonen. Die Mühe, sich die Urschriften anzusehen, machte man sich erst gar nicht.
Dogmen, Ideologien, an denen bis heute noch festgehalten wird.

 

Zurück zu den Essenern:

Die Chassidim
Schon zweihundert Jahre vor Johannes dem Täufer sahen  „Fromme Juden“ – Chassidim –  das Ende der Welt kommen und sagten, das Reich Gottes sei nahe. Fremdherrschaft, griechischer Kult in den Tempeln Jersusalems, es folgten die Herrschaftszeit der syrischen Seleukiden, gegen diese Sündhaftigkeit, gegen die griechisch beinflussten Kulte, gegen Fremdherrschaft protestierten die Chassidim. Sie beteten nicht einmal in Richtung zum Tempel Jerusalem. Sie wurden  unter dem syrischen Fürsten Antiochus verfolgt und verließen die Dörfer und Städte und zogen in die Wüste Juda. Sie sollen die Vorfahren der Essener sein. Aus ihnen gingen auch die Pharisäer hervor. Das Wort Pharisäer bedeutet „Getrennte“.  Sie glaubten- anders als die Essener – nicht an die endzeitliche Verkündigung. Die Essener hingegen glaubten an die Propheten der Hoffnung.  Eine Hoffnung im Diesseits, angekündigt durch das Kommens des Messias. „Denn das Himmelreich ist nahe“ – dazu dienten Gleichnisse, davon sprach Johannes der Täufer. Sie lebten nach den mosaischen Gesetzen.  Sie galten jüdischer als alle anderen Juden. Ihre Herkunft führten sie selbst aus Zadok, den Hohepriester zurück.  Die Essener bezeichneten sich als „Söhne des Lichts“, die gegen den „Frevelpriester“ und die „Söhne der Finsternis“ kämpften.

 

Der „Lehrer der Gerechtigkeit“ soll  etwa im Jahr 110 v. hr. gestorben sein. Seit 140 v. Chr. lebten die Essener zurückgezogen in der Erwartung der künftigen Herrschaft Gottes – die ausblieb. Sie erwarteten das „Jüngste Gericht für das Jahr 70 n. Chr..Diese Erwartung begründeten sie mit dem Buch Daniel. Als Johannes der Täufer seine Botschaft vom schon bald bevorstehenden Reich Gottes verkündete, waren die Essener davon überzeugt, dass Jesus nicht der Messias sein konnte, denn er kam ja zu früh.
Joshua oder Jeschua bedeutet: der Herr rettet.  Chesous ist die griechische Version von Joshua, aus der dann das lateinische Jesus wurde.

Johannes der Täufer war aus dem Hause Zadoks. Glaubt man dem Lukas-Evangelium,  hoffte Johannes in Jesus einen König aus dem Hause Davids gefunden zu haben. Warum war das von Bedeutung? Nun, das künftige „Endgericht Gottes“ sollte damit beginnen, dass Israel wieder einen König aus dem Hause David und einen Hohepriester aus dem Hause Zadoks hat.

Was stattdessen um die  Zeit  66/ 70 n.Chr. kam, war der Jüdische Krieg, die Römer eroberten Jerusalem und die Tempel wurden zerstört. Ein Teil der Juden wurden aus dem Land vertrieben.

 

Die Schriften der Essener sind älter als die Schriften des Neuen Testaments.

Seit 44 vor Christus war die jüdische Thora die unumstrittene Quelle religiöser Autorität für das gesamte jüdische Volk.
Zweihundert Jahre vor und nach der Zeitenwende waren die Pharisäer und die Priesterschaft des Jerusalemer Tempels, die Sadduzäer, die beiden herrschenden großen religiösen Strömungen im jüdischen Leben. Die Sadduzäer waren die Konservativen. Die Pharisäer gerieten in den Ruf der Heuchelei, weil sie immer noch eine andere Auslegung parat hatten. Für die Sadduzäer störten die Pharisäer die öffentliche Ordnung.
Alles, was man über die Essener weiß, erfährt man über die Quellen in Qumran. Nicht eine einzige Schrift ist im Neuen Testament überliefert. Dabei traten Johannes der Täufer und Jesus öffentlich auf. Josephus hat in antiken Zeiten bereits ausführlich über die Essener berichtet. Durchaus gab es Theologen durch die Jahrhunderte hinweg, die auf die Verbindung Jesu zu den Essenern hinwiesen.

 

 

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Hier könnte Jesus seine Bergpredigt verkündet haben,sagen Wissenschaftler. Ein natürliches Amphittheater.

„Mit Vorliebe widmeten sich die Essener dem Studium von Schriften der Alten, besonders um zu ergründen, was für Leib und Seele heilsam ist“, schreibt Flavius Josephus vor mehr 1900 Jahren in seiner Geschichte des Jüdischen Krieges. Der Historiker erwähnt die drei Gruppen, gibt bei den Essenern aber an, dass sie untereinander noch mehr als bei den anderen durch Liebe verbunden seien.

Bergpredigt und Apokalyse, Buße und Taufe, Gütergemeinschaft und Armut, Abendmahl, die Lehre von der  Unsterblichkeit der Seele (kannte das Alte Testament nicht) und  der Neuer Bund – das ist alles nur in den Schriftrollen von Qumran wiederzufinden. Was wir fast zweitausend Jahre lang für die Lehre des Rabbi Jesu gehalten haben, war vor seiner Geburt schon niedergeschrieben.
Die Schriften sollen aus dem dritten und zweiten vorchristlichen Jahrhundert stammen, also aus der Anfangszeit der Essener. Es waren nicht wenige an Zahl, die man fand.

Licht und Finsternis als Begriffe für Wahrheit und Gottlosigkeit. Licht sahen die Essener als Quelle der Wahrheit.
Auch hier gibt es Parallelen im Johannes-Evangelium des Neuen Testaments.  „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort….und das Leben war das Licht des Menschen….“
In den Schriften der Essener heißt es: „…durch seine Erkenntnis wurde alles, und was ist, richtet er nach seinem Plan. Außer durch ihn geschieht nichts.“  Vorher wird das Licht als die Wahrheit beschrieben
Frank Moore Cross, einer der Kenner, der die Qumran-Schriftrollen entzifferte, stellt fest: “ Bei allen Vorkommnissen sind wir nun in der Lage, mit den entsprechenden Entdeckungen von Qumran die Tatsache zu unterstreichen, dass die Zeugnisse des Neuen Testaments in der Tat jüdisch-christliche Kombinationen sind aus zum Teil überarbeiteten Quellen der Essener.

Selbst bei dem fantasiereichen Lukas, bei dem jedes Jahr zu Weihnachten Engel verkünden „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen des Wohlgefallen“ – selbst da taucht im Hintergrund Qumran auf, die Essenersiedlung am Toten Meer.
In den Schriftrollen der Essener werden immer wieder – und nur dort – „die Söhne“ und die „Menschen des guten Willens“ erwähnt. Die Essener hielten den Tempeldienst in Jerusalem für verdorben. Nicht anders Jesus Haltung dazu. Jesus entlarvte die Heuchelei des Amtspriestertums, und deren Vertreter waren in keiner Weise einsichtig und sie sperrten sich gegen seine Botschaft und sahen in ihr zurecht eine Bedrohung ihrer Ego-Macht – so wie sich in den vergangenen Jahrhunderten die Priester immer gegen die Gottespropheten (Jesaja, Jeremia, Hosea, Amos, Ezechiel, Daniel und viele mehr) gestellt hatten.

 

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Ausgrabungen Qumran Siedlung

 

Was ist aus Qumran geworden?  Über Qumran ist bekannt, dass der Ort von der 10. römischen Legion unter Vespasian im Jahre 68 n. Chr. „geschleift“ wurde. Die Qumraner wurden vermutlich niedergemacht oder in die Sklaverei verkauft. Qumran ist von nun an ein römischer Militärposten. Und im Jahr 70 wurde schließlich auch der Tempel in Jerusalem ganz kurz nach seiner Fertigstellung von den Truppen Roms zerstört.

In den Jahren 132-135 formiert sich ausgerechnet in Qumran, in Mesad Chasidin, wie der Ort jetzt heißt, der letzte jüdische Aufstand unter Simon Bar Kochba. Auch er wird von den Römern niedergeschlagen und mit ihm alle weltlich-militärischen Vorstellungen von einem „Friedensreich“, von dem man glaubte, dass es in Palästina seinen Anfang nehmen würde.

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har Meron im nördlichen Galiläa. Nach der Überlieferung ist hier das Grab des Rabbi Schimon bar Jochaj, der ein glühender Anhänger des Aufsatnds war

 

Simon Bar Kochba wurde nach der jüdischen Tradition „Sohn des Sterns“ genannt.  Er wurde von vielen Juden als „Inkarnation des Messias“ betrachtet. Die Gestalt des Messias trüge keine Zeichen des Übernatürlichen, noch wäre sie mit einer Revolution kosmischen Ausmaßes verbunden.

Simon ben Koseba, der identisch ist mit Schimeon ha-Nassi (Simon, Prinz von Israel), wie er auf Münzen, die während des Aufstands geprägt wurden, zu finden ist. Diese Münzen vermitteln auch wertvolle Informationen über die Gefühle, Hoffnungen und Ziele der Aufständischen. Sie zeigen Symbole, die mit den Tempelriten verbunden sind, Inschriften, die die „Erlösung Israels“ und die „Freiheit Jerusalems“ beschwören.

Was auch immer die Ursachen gewesen sein mögen, so steht fest, dass der Aufstand keine spontane Erhebung war. Schon vorher wurden Waffen zusammengetragen, unterirdische Verstecke waren angelegt worden, taktische und strategische Pläne lagen vor. Dio Cassius liefert eine knappe Beschreibung dieser Vorbereitungen, die durch archäologische Funde bestätigt worden sind. Der Aufstand begann 132 und dauerte dreieinhalb Jahre.

 

 

Das Ziel der Essener war ein Leben gemäß der Weisung (Tora) Gottes, deren Studium nach Auskunft der Gemeinderegel der Nächte gewidmet waren. Im Unterschied zu den Pharisäern legten sie die Tora aber äußerst rigoros aus. Die für die Priester am Tempel geltenden Regeln wurden zum Teil sogar noch verschärft, um die Heiligkeit der Endzeitgemeinde (das wahre Israel), die als einzige gerettet werden wird, zu erhalten (Tempelrolle)
Der jüdische Wissenschaftler Prof. Dr. Shemaryahu Talmon sagt,  in Qumran habe  es ein Kommen und Gehen  gegeben ebenso wie unterschiedliche Vorstellungen existierten. Die Qumran-Schriften seien so auch nicht als einheitlich anzusehen.

Die Menschen von Qumran wollten bewusst das „Volk David“ sein. Die Vision eines erneuerten Volkes war also bei ihnen zentral – wie zuvor schon bei den großen jüdischen Propheten und später in der Jesusbewegung. Liebe, asketischer Lebensstil, eher strenge Ethik, Gütergemeinschaft, Friedfertigkeit, gemeinsames Mahl und vieles mehr waren Vorboten für eine neue kommende Friedenszeit.

 

 

 
Einige Auszüge aus den Essener Schriftrollen mit Hinweisen auf den Lehrer der Gerechtigkeit :

(1) Damaskusschrift, Kol.XX: 14) Vom Tage des Heimgangs des einzigartigen Lehrers bis zum Ende aller Kriegsleute, 15) die sich mit dem Lügenmann abgewandt haben, sind es etwa vierzig Jahre. […] 28) Aber alle, die an diesen Satzungen festhalten, um dem Gesetz gemäß aus und ein zu gehen, hören auf die Stimme des Lehrers und bekennen vor Gott: 33) sie sollen auf die Stimme des Lehrers der Gerechtigkeit hören und nicht die rechten Gesetze zurückweisen.

CD, Kol.I, 11) Da merkte Gott auf ihre Taten, weil sie Ihn mit ganzem Herzen suchten und Er ließ ihnen den Lehrer der Gerechtigkeit erstehen, um sie auf dem Weg Seines Herzens zu führen 12) und kundzutun den letzten Geschlechtern, was Er tun wird mit dem letzten Geschlecht, mit der Gemeinde der Treulosen, 13) das sind die, welche abweichen vom Wege.
Kol.VI: 8) Der „Stab“, der ist der Gesetzeslehrer, wovon Jesaja sagt: „Der ein Gerät hervorbringt für sein Werk.“
11) Außer diesen (Vorschriften) sollen sie nichts annehmen, bis dann auftritt der Lehrer der Gerechtigkeit am Ende der Tage.
Kol.VII, 19) Der Stern, das ist der Gesetzeslehrer, der nach Damaskus (Qumran) kommt, so wie es geschrieben steht: 20) „Es geht ein Stern aus Jakob auf, ein Zepter erhebt sich aus Israel.“

 

 

Antike Berichte über die Essener:

Die Parallelen zwischen den antiken Berichten und denen aus den Schriftrollen gewonnenen Bild sind erstaunlich.

FlaviusJosephus (Bell. 2,119-166; Ant. 13, 171-173; 15,371f.; 18, 11-25), Plinius d.Ältere (Naturalis historia 5,73) und Philo von Alexandrien (prob 72-91).

 

 

Studies in the Bible, Qumran, and the Ancient Near East, Winona Lake 1991; Hrsg. Shemaryahu Talmon

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5 Kommentare zu “Der Lehrer der Gerechtigkeit

  1. magguieme sagt:

    Warum glauben die Menschen einem Paulus-Gerede mehr, schneller, lieber? Ist das „leichter“, näher an dem, was sie kennen?
    Ach, es ist doch heute immer noch so. Selbst bei mir nehme ich das wahr…

    • martinakunze sagt:

      Marga, ich glaubte daran, dass Jesus ein Christkind war, das in der Krippe lag. CHRIST. Jesus ist Jude gewesen. Man wollte auf keinen Fall auf das Judentum hinweisen. Heute noch nicht.
      Jesus von Nazareth….Nazareth ist auch ein Übersetzungsfehler – die Stadt gab es überhaupt nicht zu Jesu Zeiten..Geburt…darüber schrieb ich schon in meinem Blog irgendwann….

      Die anderen, die anderes glaubten – wie damals die Essener – wurden brutal umgebracht. Konstantin schüttete „Abtrünnigen“ Blei in die Kehle…
      Aber es scheint ja auch, dass es durchaus Juden gab, die Paulus zeigten, dass sie sein Denken überhaupt nicht schätzten. Er hatt die Staatsmacht auf seiner Seite – es passte in das Denken jener Machtpolitiker. Es war die perfekte Legitimation für Herrschaft und Obrikgeitsdenken.

      Frage mal deinen nächsten Pfarrer, ob du mit ihm darüber diskutieren kannst? Vor Pfingsten war gerade noch ein richtig junger Theologe in der Talk-Runde, der sich ganz toll fand, der hat jetzt eine eigen Fernseh-Sendung…Glitter-Glitzer Showtime – er erzählte über Pfingsten exakt das, was Kirchenlinie ist. Der Heilige Geist sei über sie- die Apostel – gekommen…Das dieses Fest ein jüdisches Fest war – kein Wort davon. Das Jesus keine Kirche wollte, kein Wort davon. Da weiß man doch, was an der Uni alles nicht gelehrt wird.

      Dass Jesus gerade zweimal Kirche erwähnt in einem Kontext, in dem es auch als Versammlung oder Gemeinde interpretiert werden könnte – kein Wort davon.
      Dass Jesus sogar sagte: „Sucht das Gesetz nicht in euren heiligen Schriften; denn das Leben ist das
      Gesetz, die Schrift jedoch ist tot. Wahrlich, ich sage euch, Moses empfing seine Gesetze von Gott nicht
      schriftlich, sondern durch das lebende Wort. Das Gesetz ist lebendiges Wort des lebendigen Gottes
      an lebendige Propheten für lebendige Menschen. In allem, was da lebt, steht das Gesetz…“ – kein Wort davon.

      Man könnte darin schon den Hinweis auf die universellen Gesetze erblicken….mir wurde davon nichts in meinem Konfirmanden-Unterricht erzählt. Dir?
      Kommunion…
      Und was wurde uns alles vorenthalten….

      Paulus sind heute unsere Massenmedien, ist noch immer die Kirche, sind unsere Politiker, auch sie können erzählen, was sie wollen, sind unsere Aktien und Dividenden.

      Wir leben in einer Angstgesellschaft. Darum ist es heute immer noch so. Und wir sind bequem – den Weg des geringsten Widerstands…

      • magguieme sagt:

        Wie gut, dass ich heute Nachmittag ganz viel über Angst geredet habe. Mit einer Freundin. Hoffnung und Wille, Mut und Glaube blieb übrig. Da kann ich sogar deine Zeilen lesen, ohne beim Seufzer hängen zu bleiben.
        Ja, das sehen wir rund um uns herum. Aber nicht nur. Nicht nur!
        Gott sei Dank 🙂

      • martinakunze sagt:

        Ja, immer gut, sich auch wieder auf positive Gedanken zu besinnen. Bin ja froh, wenn du nicht mit einem Seufzer hängen bleibst…Gleich ein Bild im Kopf.
        Manchen Fakten wollen ausgesprochen werden.
        Mut, Glaube, Hoffnung und Wille blieben übrig – ihr Furchtlosen.
        Es braucht beides, um die tiefsten Augen zu öffnen. 🙂

        Ja , Gott sei dank, wir sehen nicht nur, sondern auch anderes….:) Einen knospigen Tag wünsche ich dir

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