Ort der Kraft

essener teil 7

 

Gleichviel wissen.
Gleichviel haben.
Gleichviel sein und
an keinen „Laien“ das Geheimnis der hohen und dicken Mauern verraten, aus denen für keinen Menschen der Erde irgendein Unheil, sondern nur ein mögliches Heil hervorgehen soll.

Auch das waren die Grundsätze der Essener vor mehr als zweitausend Jahren. Sie waren auf die Hilfe für Mitmenschen eingeschworen. Sie glaubten an die Kräfte der Natur und Atmosphäre, die alles bestimmen und leiten.  Sie glaubten an die himmlischen Helfer ebenso wie an die Erdenmutter. Sie waren Heiler und beschäftigten sich sehr intensiv mit der Naturmedizin. Das Lesen des „Zend Avesta“, des größten Sammelwerkes aller Zeiten und aller Gebiete war obligatorisch für jeden Essener.

Durch die Kraft der Liebe auf den Äther zu wirken, durch jede winzige Idee, jeden Gedanken vermochten sie den Äther in Schwingungen zu versetzen. Die Energie des Kosmos war ihre Quelle. Liebe war für die Essener das höchste schöpferische Gefühl. In ihrer Welt gab es ein kosmisches Meer der Liebe. Leben selbst war ein Ausdruck der Liebe. Starke Liebesgefühle allen Menschen gegenüber auszudrücken, das war ihr Gebot.

Esseneer ausgrabung

 

qumran wasserzulauf

Ausgrabungen in Qumran. Wasserzulauf in die Häuser. Aufwendige Wasserzuleitungen vom Gebirgen legten die Essener an. (Quelle: privat Israel)

Und so wird man viele Gemeinsamkeiten zwischen Zarathustrier und Essenern feststellen können. Die schlichte, aber zweckmässige  Kleidung, die ihrem inneren Wesen Ausdruck gab. Großen Wert legten die Essener auf  religiöse Rituale. Das Interesse an einem gesunden Körper. Reinigungsrituale waren den Essenern ebenso wichtig. Zarathustra empfahl, sich mit Wasser reinzuwaschen. Die Ausgrabungen zeigen, es gab bei den Essenern Reinigungs- und Tauchbäder in und außerhalb der Wohnräume. Fliessendes Wasser war für die Essener „lebendiges Wasser“ und bedeutete zugleich Wasser des Lebens. Zarathustra war es, der Gedächtnisübungen ausarbeitete und vor der besonderen Schwingung von Worten überzeugt war .  Die Essener rezitierten Mantren, die Lichtwirkung entfalteten. Frühaufstehen galt in seiner Lehre als eine Tugend, nicht anders bei den Essenern. Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern innerhalb ihres Kreises. Mädchen und Jungen wurden auf gleiche Weise in den Gemeinderegeln und Ritualen unterwiesen. Die Essener waren die ersten, die Sklaverei verurteilten. Die Atem- und Wiedergeburtslehre ebenso wie die gemeinsamen Mahlzeiten, Heilmethoden und Feuerrituale. Das Feuer war für Zarathustra das Sinnbild der Reinheit.
Als Hauptreinigungs- und Heilmittel galt der Atem, der in Gesängen und Gebeten gepflegt wurde. Er diente der Vorbeugung zum Heilen.

Alles, was den Essenern an „Geheimwissen“ aus der Tradition zugekommen war, Apokalypsen, die Engelliturgie, die Zwei-Geister-Lehre, Weisheitsschriften betrachteten sie lediglich als Hilfsmittel, um tiefer in die Geheimnisse der Tora einzudringen.
Die Essener sollen jene gewesen sein, die die Lehre Zarathustras  in ihrer reinsten Form übermittelten. Nach ihrer Arbeit widmeten sich sich dem Studium und ihrer Kommunionen, den himmlischen Kräften sowie den Kräften der Erdenmutter.
Wie viele Tausende von Jahren die Lehre Zarathustras schon vorher bestand, ist unbekannt. Die Lehre enthält die Grundideen des Brahmanismus, der Upanishaden und der Veden, insofern darf on mehreren zehntausend Jahren ausgegangen werden..

Die Gemeinschaft lebte nach Wahrheit, Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit, in Demut, Mildtätigkeit, Herzensgüte und Bescheidenheit.

Moses, Maria und Josef, Jesus, Maria Magdalena, Johannes der Täufer, Franz von Assisi und Daskalos, der große Heiler, die Jünger Johannes, Philippus und Andreas, um nur einige zu nennen. Epikur wird als ein namhafter Begründer einer Essener-Gemeinschaft bezeichnet. Große Frauen und Männer Ägyptens, Arabiens und Israel-Palästinas sowie anderer Länder gingen aus der Essener-Gemeinschaft hervor.

Edmond Bordeaux Skèkely schreibt in seinem Buch „Friedensevangelium der Essener: „Er [Franz von Assisi] war nicht nur ein wiedergeborener Essener – er war die Erfüllung des Friedensevangeliums der Essener.“ Skèley erhielt als katholischer Theologe und Gelehrte Zugang zu den Geheimbibliotheken des Vatikans. Der Verfasser mehrer Bücher über die Essener übersetzte Texte aus dem Aramäischen.

Zu Zeiten der Gründung der Essener war das Volk Israel überall hin verstreut. Es lebte zum geringen Teil in Israel. Das Nordreich war längst untergegangen. Sie siedelten in das Zweistromland (Euphrat, Tigris – Mesopotamien) um. Das Heilige Land war für sie auch  niemals Eigentum des Volkes Israel, sondern Eigentum Gottes. Das in Knechtschaft lebende Volk sollte von Ägypten in das Land ziehen, wo Milch und Honig fliessen und es  als „nahala“, als Besitz und nicht als Eigentum ansehen.

 

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So könnte die Siedlung Qumran ausgesehen haben (Quelle: privat Israel)

Die Ausgrabungen in Qumran zeigen, dass die Siedlung umfassend dimensioniert gewesen sein muss. Fast alles war in Qumran vorhanden:  Zisternen, Wasserzuleitungen für die Rohlederherstellung und landwirtschaftliche Nutzflächen, Dattelpalmen wurden angepflanzt, kleinere Wohnräume ebenso wie größere zweistöckige Häuser muss es gegeben haben. Schusterwerkstatt. Man vermutet eine Wollweberei. Man lebte in Gütergemeinschaft. Anders als angenommen, waren die Essener nicht arm, sondern materiell reich. Das Prinzip der Binnenwirtschaft soll funktioniert haben. Der essenische Handwerke kaufte sein Brot beim essenischen Bäcker, der das Mehl aus der Ernte eines essenischen Bauerns erhielt. Diese Art der Gütergemeinschaft soll sie wirtschaftlich bessergestellt haben, als die übrige jüdische Gemeinschaft Palästinas..

Vier verschiedene Räume sollen alleine zum Zweck der Schriftrollenanfertigung gedient haben. Im Hauptgebäude habe es im Erdgeschoß eine Bibiliothek gegeben und einen großen Schreibraum im Obergeschoß, sagen Wissenschaftler.  Es wird davon ausgegangen, dass die Installierung der aufwendigen Schriftrollenmanufaktur nur zum geringen Teil dem lokalen Eigenbedarf gedient haben kann. Man nimmt an, dass sie  andere Essener-Gemeinden versorgten. Darum wurden Mehrfachexemplare erstellt. Das große Staubecken im Gebirge sicherte die ganzjährige Produktion von Schriftrollen, die  aus Schaf- oder Ziegenleder hergestellt wurde.

Eine Versammungshalle von etwas hundert Quadratmetern, die auch als Speisesaal genutzt wurde, Schlafräume  sowie Lagerräume und Stallungen – fast alles war in Qumran vorhanden.  Gegessen wurde nicht am Tisch, sondern im Schneidersitz auf dem Fußboden. Am Eingang der Versammlungshalle soll sich ein Tauchbecken befunden haben, durch das jeder eintauchen musste, bevor er den Saal betrat. Wasserleitungen führten sogar in den Versammlungssaal hinein.  Schon zu Zeiten Jesu betete man  in der jüdischen Tradition stehend. Im Tempelkult hingegen kniete man nieder, streckte die Arme weit nach vorn, bis die Stirn den Boden berührte. Dreimal täglich kam man zusammen: Morgengebet. Mittagsgebet. Abendgebet.
Eine „Disziplinarordnung“ wurde als Spätfassung um 100 v. Chr. erstellt, zeitgleich wurde die Siedlung erbaut. Historisch belegt ist die Gruppe seit etwa 150 v. Chr.. In anderen Quellen las ich, dass sie bereits siebentausend Jahre  existiert haben sollen.

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Blick auf die Stadt Jericho. Sie liegt 5 Kilometer von Qumran entfernt. (Quelle: privat Israel)

Orte der Kraft finden.

Orte der Kraft zu finden, ist eine Erfahrungswissenschaft, die so alt ist wie die Menschheit. Jeder Ort, jeder Baum, jede Pflanze, jeder Raum, jedes Symbol hat seine eigenen Schwingungen. Bäume wachsen nicht überall gleich. Mitunter haben sie spezielle Ausformungen und dafür gibt es Gründe. Diese Wuchsformen geben Auskunft über das Psychogramm einer Landschaft. Jeder Ort ist umgeben von einem Energiefeld. Wir sind umgeben von aufbauenden Atmosphären, wenn wir in harmonischen Einklang mit den Naturkräften kommen.
Ihre Rituale, Gebete und Regeln, ja auch die Ausrichtung von Häusern in einem bestimmte Himmelsrichtung, in der Gestaltung von Häusern und Orten, eine bestimmte Form des Ackerbaus sollten die Menschen rückbinden und in der Einheit halten. Auf diese Weise entstanden „heilige Räume“ und die Achtung vor dem Leben wie auch das Bewusstsein, dass die Erde verletzt werden kann.

Die Essener nutzen in ihrer Heiltradition genau dieses Wissen. Vor allem aus der Kraft des Herzens  nahmen und nehmen sie noch heute Kontakt zu Körperzellen auf, um die Balance wieder herzustellen.

Über die Heiltraditionen werde ich in Kürze einen Beitrag veröffentlichen.

 

 

maedchenmilch2Auf Spurensuche

Waren die Katharer die „Nachfahren“ der Essener? Die Katharer, die  überzeugt ohne die Bevormundung Roms leben wollten.  Sie leiten sich von den Urchristen ab, las ich.

Ihre Hochblüte war im 13. Jahrhundert im Süden Frankreichs, im Languedoc. Ihre Maxime stand diametral zur Kirche in Rom, die  streng hierarchisch aufgebaut war, (ist) und nach weltlicher Macht strebt (e).“Ihre Lebensweise war der Versuch, den Lehren Jesu zu folgen“, schreiben  die beiden Forscher Picknett und Price. Sie legten großen Wert auf die Gleichstellung von Mann und Frau, und sie glaubten an Reinkarnation, Vegetarismus, und sie töteten auch keine Tiere, und lebten gewaltfrei. Diese Leute stellten für niemanden eine Gefahr dar- außer für die Amtskirche.
Oder waren es die Assyrer, die sich neben den Chaldäern und Aramäern als die Nachkommen der ursprünglichen Bewohner des Zweistromlandes zwischen Euphrat und Tigris sehen? Als älteste Christengemeinde des Nahen Ostens ist ihre Muttersprache noch heute Aramäisch (die Sprache Jesu Christi) – in einer modernen Form.

 

 

 

Anatolien

historische Karte

 

Sie leben im Irak, in Syrien und im Iran, aber auch im Exil in Westeuropa, Nordamerika sowie Australien. Bis in die 60er Jahre hinein lebten in Anatolien rund 200.000 Assyrer-Aramäer. Heute sind es nicht einmal mehr 2000 Menschen.

Sie lasen die Urquellen in ihrer Schrift, standen sie ihnen offen zur Verfügung. Während den Menschen in unserem Kulturraum mit der Todesstrafe auf das Lesen von griechischen Übersetzungen der Evangelien gedroht wurde, las man zur selben Zeit im Nahen Osten die aramäischen Schriften, die sogenannte Peschitta .  Sie reichen bis ins 4. Jahrhundert christlicher Zeit zurück. Aramäisch sprechende Christen lasen die jüdistische aller früheren Versionen des Neuen Testaments, während bei uns Schriften nur den Priestern vorbehalten waren. Erschwerend hinzu kam der Umstand, dass für den „Westen“ viele der Varianten von Evangelien und Schriften verbannt, versteckt oder zerstört wurden.

Die Spurensuche geht weiter…

 

 

 

 

 

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2 Kommentare zu “Ort der Kraft

  1. magguieme sagt:

    Satt. Jetzt und heute bin ich pappsatt. Jetzt mache ich Verdauungspause, es war ein herrliches Mahl. Danke.

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