Aus dem Leben

positive

 

Ein blauer, warmer Tag. Wind wirbelt. Ein Schmetterling ruht sich auf dem Ast eine Busches aus.

Einatmen- zum Aufnehmen der Erfahrung.
Pause-Verbinden.
Ausatmen- zum Loslassen.

Früchtefrühstück/Brunch/Nachmittagskaffeebegleitung. Berauschender Duft. Obstströme fluten meinen Gaumen.
Das Lachen beginnt.
Manchmal ist Leben nur dieses Träumen.

 

fruehstueck

Ein Sonntag  im sommerlichen Taumel. Weintrauben, Honigmelone, Ananas, Erdbeeren, Honigmelone, Wassermelone.

 

Überhaupt ist das Leben nur das, wofür wir es halten. Ist es nicht so?
Auch diese Tarnungen, die teilweise komisch und bizarr wirken, sie dienem doch dem Leben, zumindestens dem Überleben. Da sind wir ganz Motte, die mit ihrem Muster auf ihren Flügeln aussieht wie die Augen einer Eule oder ganz Käfer, der auf den ersten Blick aussieht wie ein Blatt des Baumes.

Was ist das also, was wir Leben nennen? Nicht das, was wir gerne hätten – das ist nur eine Idee, die keine Wirklichkeit besitzt. Also das genaue Gegenteil dessen, was ist.
Ist  schon ganz schön kompliziert mitunter.  Nicht anders sieht es ja  mit der Liebe und Lust aus. Die beiden werden auch immer mal wieder miteinander verwechselt.  Was ist denn Leben nun?
maedchenwaschlappen
Nachdem ich meinen gestrigen Tag schniefig im Bett verbrachte und nach fast einem Jahr meinen  Old Fashion TV erstmalig wieder auf Play stellte – so mit wieder heraussteigen aus dem Bett und den Play Schalter am Gerät starten müssen, weil die Fernbedienung schon so lange nicht mehr bedient wurde und nur in Gang kommt, wenn das Gerät bereits gestartet ist, ich mich also etwas kränkelnd und augenknittrig ins Bett zurückwarf und mich durch den Nachmittag und Abend zappte, dachte ich am Ende nur noch: Das Leben ist Konflikt und Kochen. Das Leben ist eine Anhäufung von Problemen und Belastungen.  Bomben, Raketen und Militätdiktaturen und der Rest erzählt weiterhin Lügen oder ist bereits im Fußballfieber. Und immer noch so gierige Geier.  Alles machte mir eine Riesenangst und drückte so auf meinen Husten, dass ich mit dem Zappen fortsetzte. Ausschalten, das wissen Sie doch, erscheint einem nach dem „On TV“ unmöglich. Immer weiter geriet ich in den Sog.  Hinweg über die sexy Zinssätze-Meldungen, die uns astronomische Wachstumsperioden verkünden. Die sparte ich gleich mal aus. Aber dann staunte ich nicht schlecht. Die Kameras der deutschen Medienwelt stürmen Messie-Wohnungen sämtlicher deutscher Städte, so scheint es. Hitchocks berühmter voyeuristischer Blick  aus dem „Fenster zum Hof“ scheint schon längst nicht mehr nur ein Fenster, sondern ein Frontalblick auf alles, was das Privatleben von Menschen so hergibt und nach Unterhaltung und hohen Einschaltquoten schreit. Alles knitterte in mir zusammen.  „Betroffenheits-Genre“ macht wirklich betroffen. Worum ging es da? Wer die meisten Müllsäcke herausgetragen hat, bekommt zehn Punkte? Wie gut es uns doch gleicht geht, wenn wir zuschauen dürfen, in  welchem Dilemma andere zu leben haben.  Ich lag müde wie Biene Maya im Bett und zappte einäugig blinzelnd weiter. Das Maß des Erträglichen war längst überschritten. Weiter im Sog des Fernsehens. Zapp. Zapp. Zapp.  Hust. Hust. Hust.  Und noch ein Zapp. Und dann landete ich bei Rosamunde Pilcher. Wenn es schnupft und hüstelt, nimmt man alles als Ablenkung in Kauf.  Und tatsächlich mutierten zwei  Augen zu Glitzersternen. Uaah, diese gutaussehenden Großherren mit Grundbesitz, Lamettaträume türmten sich vor dem inneren Auge auf. In Designer-Pullovern polieren sie ihre Golfschläger und fallen mir nichts dir nichts auf intrigante falsche Schlangen herein. Da sehnt man sich ja fast in Mittelalter zurück.  Da gerät in Weihnachtsstimmung und wird  still wie Stan Laurel in einer zweispuligen Stummfilmkomödie. Innerhalb von wenigen Minuten bogen sich immerhin  meine Kerzen ganz krumm vor lauter Dramatik. Ich legte meine Nase wieder symmetrisch und stöpselte mich  schwer beladen mit Leben aus.
Leben ist wohl auch Konkurrenz und Neid, Verzweiflung, Sorge, Ehrgeiz, äußerste Langeweile,  Ablenkung, Frustration, Einsamkeit und Routine.
Leben ist Ordnung, Bürokratie, Energie, Vergleich von Ideal und Gegensatz, Widerspruch und ein Akt des Schauens.

Puuh! Ja. Das ist das, was wir häufig aus Leben machen.

In jedem Fall nehmen wir wahr.  Was? Wir nehmen wahr,  was unsere eigene Persönlichkeit spiegelt. Wir nehmen einzig wahr, was in uns auf Resonanz stößt und halten fest, was unsere Bedürfnisse und Wünsche zu befriedigen scheinen. Das ist wie mit dem Hunger.
Wenn wir großen Hunger haben, wird alles andere zur Nebensache. Unsere Aufmerksamkeit richtet sich auf Nahrungsbeschaffung. Wenn wir uns in einen Menschen verlieben, verblassen alle anderen Menschen an Bedeutung. Obwohl wir diesen Menschen – bereits existierend – ein halbes Leben lang gar nicht wahrgenommen haben, ist es plötzlich nur dieser eine. Auch das ändert sich, nach einer Zeit relativiert sich alles.  Und man öffnet sich wieder dem Leben.

Ebenso ist es mit allem anderen mit dem wir uns identifizieren und an das wir gebunden sind.  Besitz, Wohnung, Kleidung Doch sobald die Bindungen aufgegeben sind, nehmen wir es hin und  uns wär es vermutlich auch egal, wenn die Dinge verschwinden würden. Wir wären einfach im Fluss mit dem Leben. In der Bindung kann uns jeder Verlust mehr oder weniger unglücklich machen.

Leben ist noch so viel mehr und darum bin ich zu der Entscheidung gelangt, dass ich  Leben derart zu fassen:

Das  Leben ist nichts anderes als ein unglaublicher Platz.

früchteleben

Und wir sind Teil dessen. Das Leben ist Fülle selbst.

Wenn wir in das Leben der Fülle eintauchen, sind wir Teil dieser Fülle. Da, wo wir uns selbst durch unsere eigenen Bindungen begrenzen und beschränken aber nicht. Wir können das Spiel des Lebens in allen Höhen und Tiefen gelassen geniessen. Wir können auch tausend Runden unserer Fahrt aussetzen,  draußen verweilen und uns fürchten, ängstigen,  Wunden aus Scham zudecken, eigenen Schmerz auf andere projizieren und uns einreden, dass sei unser Leben. Wir könnten aber auch alle Erfahrungen in ihren Bedeutungen und mit ihren Berechtigungen akzeptieren. Auf der Grundlage von Selbstakzeptanz und Selbstliebe könnten wir das tun. Wir könnten warten lernen. Warten auf das, was wir wirklich wollen. Geduld haben und wissen, dass wir es verdient haben. Wir könnten uns selbst treu bleiben, auf den Ruf im eigenen Herz hören. Wir könnten aufhören, uns jeden Tag selbst zu täuschen, auf unser Selbst acht geben, es lieben und annehmen.  Wir könnten unsere Ängste einfach annehmen und durch sie hindurchgehen, bis wir am anderen Ende wieder herauskommen. Wir könnten dieses krampf-und kampfartige Bemühen aufgeben. Stellen Sie sich einmal vor, es gäbe kein gut oder schlecht mehr in ihrem Leben. Alle Erfahrungen wären neutral. Wir könnten aufhören zu zählen, aufhören, Entschuldigungen hervorzubringen.  Wir könnten die Tür der bedingungslosen Liebe öffnen.

Wir könnten jeden Tag bewusst alles abgeben, was uns vom „Wahren“ trennt, wie ein Obstkorb, den man jemandem als Gabe reicht.

danke2
Das Leben ist Danken

Danken, um der Selbstverständlichkeit unseres Daseins zu widerstehen.
Danken, als intensivste Form positiven Denkens.
Danken für das Wunder des Lebens, das ich bin.
Danken, weil ich auf ein geistiges Licht vertraue.
Danken, weil der liebe Gott hier offensichtlich etwas in perfekter Schönheit verschüttet hat. (wir müssen nur noch lernen, damit besser umzugehen)
Danken für die Millionen von Möglichkeiten im Leben.
Danken für das Abenteuer Leben.
Danke für das Leben, das sich überall herum um mich spiegelt.

Danken als direkter Weg in mein Herz.

Wenn wir dankbar sind, ist unser Herz offen.  Offen gegenüber anderen, offen für Überraschungen. Offen für das Leben.

 

 

Danke an Sie. Danke an all meine Leserinnen und Leser.

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4 Kommentare zu “Aus dem Leben

  1. magguieme sagt:

    Leben ist ein Zuviel an Menschen, an Geräuschen, an Aufforderungen – Leben ist die Möglichkeit auf den Horizont zuzugehen und hinter einem Hügel zu verschwinden – Leben ist im Gras liegen – Leben ist geatmet werden, bis man wieder selbst atmen kann – Leben ist in den Himmel schauen – Leben ist gefunden werden – Leben ist zurückgehen.
    DANKE

    • martinakunze sagt:

      Oh mon dieu….du bischt die wirklich beste Lebensphilosophin. Geatmet werden, bis man wieder atmen kann….liiibe isch, Das ist eine Satz für eine Roman, die deine a la Tara. Leben ist gefunden werden ….isch liebää diese GeDANKE gleisch vielle. Alle…oh oh Leben ist zurückgehen, mag ische ergänzen um ein zurückgehen, um zu finden, was schon längst in uns vorhanden ist. ‚Die andere Reste unterlinie isch dir mit d`acord qui qui…

      Von Herzen DANKE, eine wunderbare Ergänzung.
      Lebenskunst vom Feinsten.

      • magguieme sagt:

        Das war meine Essenz von heute – schön, dass sie auch bei dir angekommen ist.

        Höre ich da einen lieben Freund aus deinen Wortfärbungen heraus? Na?

        Und zur Wahl: Ich hab gewählt – vor allem, weil es keine Selbstverständlichkeit ist – das Ergebnis wird mich erreichen, aktiv suche ich ehrlich gesagt nicht. Da lese ich doch lieber gewisse Schnief-Hust-Lieder.

      • martinakunze sagt:

        Inuk die große Ohrè -Hund sitzt noch im Labyrinth fest. Ich muss noch herumirre wie verrückt. Wie eine Karussell dreht sisch in mir alles..Kann isch gar keine klare Gedanke sammeln.

        Schnief-Hust-Lieder lesen…ja ja ja, unbedingt…das Ergebnis trudelt sowieso auf uns zu…
        Bariton-Gruß aus Wolkenland, Fühle mich wie ein Blechinstrument…

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