Wer liest, hat`s leichter

bibliothek

Ein pensionierter Lehrer schreibt eine schöne Geschichte in das Leben.
Antonio de Cava sagte sich, er könne mehr dafür tun, damit Kinder die Liebe zum Lesen wieder für sich entdecken.
Der Italiener kaufte dieses Fahrzeug, baute es in eine mobile Bücherei um und fährt seither völlig uneigennützig  jeden Monat 500 Kilometer in Süditalien umher.  Mit 700 Büchern fährt Antonio de Cava in die Dörfer der Region Basilikata. Getauft wurde das Fahrzeug auf den Namen „Bibliomotocarro“. Mit einer Eisklingel kündigt sich das“ Bibliomotocarro“an. Die Kinder sind von seiner mobilen Bücherei begeistert.

Ein WORTstarkes Projekt eines engagierten Lehrers.

 

Können Sie sich noch an Ihre Kindergeburtstage erinnern?
Auf meinem Kinder-Geburtstagstisch standen immer Blumen und ein frisch gebackener Marmorkuchen.  Der gehörte einfach zu meiner Kindheit dazu. Darüber hinaus leuchteten Kerzenlichter und es glitzerten die berühmten und von mir sehr geschätzten  und weltberühmten Gummibärchen, die ich immer miteinander reden ließ. War  ihre Geschichte zu Ende erzählt, erfreute ich mich daran, sie blitzschnell in mein Mündchen stopfen zu können.  Bärchen prägten meine Kindheit.  Immer auch lag  ein Buch auf meinem Geburtstagstisch. Bärchen & Bücher prägten meine Kindheit und Jugend. Ein richtiges Buch, das man in der Hand halten konnte und bei dem man jede Seite noch mit der Hand umblättern musste. Vielleicht sollte ich sagen, mit der Hand umblättern durfte. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann auf diesem Tisch kein Buch lag. Hinzu kamen die Bücher von Freunden, die man an so einem Tag geschenkt bekam.
Ich kann mich auch an die Abende erinnern, an denen mir vorgelesen wurde. Und auch an die verregneten Tage, an denen wir uns gegenseitig Buchgeschichten vorlasen.

 

Frühkindliche Sprachförderung

Heute laufen Kampagnen. Lesestart-Initiativen. Sogar in Arztpraxen werden Start-Sets mit Vorlese-Bilderbüchern ausgehändigt. 26 Millionen stellte  das Ministerium für Bildung und Familie zum Ausbau des Projekts „Lesesstart“ zur Verfügung, damit Eltern nicht vergessen, dass ihren Kindern das Lesen nicht abhanden kommt. Vier Millionen Kinderbücher, Ratgeber, Poster erhalten Eltern und Kinder bis 2018, um das Lesen in Familien wieder populärer zu machen.  Der aktive Umgang mit Sprache soll in den Familien gefördert werden. Findet es dort nicht statt, müssen Kindergarten, Schule nacharbeiten.

Kinder für Bücher zu begeistern sei nicht das Problem. Das Problem sei, dass Kinder erst gar nicht an Bücher herangeführt werden.
Die Hälfte der Jugendlichen im Alter von 14 bis 19 Jahren sagen in neueren Studien, sie hätten als Kinder selten oder nie ein Buch geschenkt bekommen.
Mäßige Leselust und mäßige Lesekompetenz wird Deutschland bescheinigt. Ein Fünftel in Deutschland liest nicht. 25 Prozent der Deutschen nehmen nie eine Buch in die Hand. Der harte Kern der Vielleser, die mehr als 50 Bücher im Jahr in die Hand nehmen, liege bei drei Prozent. Der Prozentsatz der „Gelegenheitsleser“ – solche, die ein bis vier Bücher monatlich lesen – ist in den vergangenen acht Jahren von 31 auf 25 Prozent gesunken.
Und um eventuellen Vorurteilen entgegenzutreten: die fleißigsten Vorleser sitzen in Familien mit ausländischem Hintergrund. Väter schneiden in Deutschland hingegen nicht  gut ab. Von hundert lesen gerade mal acht Väter ihren Kindern regelmässig etwas vor.

Lesekompetenz ist die Eintrittskarte in die moderne Mediengesellschaft.

In einer Welt der neuen, virtuellen und schnellen Medien kommt dem häufig belächelten Buch einen hohen Stellenwert zu. Projekte, die das Interesse an Büchern und das Lesen stärken, können gar nicht hoch genug geschätzt werden.

Bei Lesen von Büchern geht es nicht nur um das Lesen von Büchern, sondern um das Lesen von längeren zusammenhängenden Texten. Informationen müssen in unserer Wissensgesellschaft permanent gebündelt, gewertet und weiterkommuniziert werden. Wer die Lesekompetenz nicht hat, verpasst den Anschluss in die moderne Mediengesellschaft.

Vorlesen fördert Sprachentwicklung und Konzentration. Liest man Kindern etwas vor, entsteht daraus ein Dialog. Kinder fragen, es wird ihnen geantwortet.

 

Die Wiederentdeckung eines langsamen Mediums lohnt sich.

 

 

 

 

 

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2 Kommentare zu “Wer liest, hat`s leichter

  1. Andrea sagt:

    so ein KLEIN–BUSbibliothek einfach gigantisch TRAUhaft schön…und dabei ein tolles PICKNICK gestalten hab einen guten TAG…HERZLichst ANDREA:))

    • martinakunze sagt:

      Ich danke dir für deine Wünsche zum Tag.
      einen guten…

      Ja, und dann durch Bella Italia, Sonne im Gepäck. Bin auch ganz begeistert von dem Projekt und dem Fahrzeug.
      Danke dir.

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