Sieben Phänomene: Woher wir kommen, Teil 1

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Seit Tausenden von Jahren hat die Zahl 7 eine besondere Bedeutung in fast allen Kulturen. Verliebte schweben im siebten Himmel. Die sieben Weltwunder beeindrucken. James Bond heißt nicht 008, sondern 007.  Sieben magere und sieben fette Jahre kündigten sich  in der Bibel an.  Sieben Sterne werden Plejaden genannt. Alle sieben Tage tritt der Mond in eine neue Phase. Die Meere wurden in  sieben Weltmeere aufgeteilt. Die Sieben (3+4)vereint das Göttliche  mit dem Weltlichen.  Gedanken lassen sich musikalisch anklingen. do-re-mi-fa-sol-la-si-do-Tonleiter – verschiedene Kombinationen von sieben Tönen oder Silben – mit der Konsequenz, dass die Universalsprache auf diese Weise gesprochen und gesungen wird, und in Buchstaben geschrieben werden konnte.   Die 7 ist  eine Primzahl, also nur durch die 1 und sich selbst teilbar.

Mit diesem Gedankenflug bereite ich Sie auf meine  7-teilige Serie vor, die ich heute starte. Es soll um kleine oder auch große „Phänomene“ gehen. Die Beiträge sollen Einblicke bieten,  in  -wie ich finde – Außergewöhnliches.  Archäologisches und  Ethnologisches, das letztlich auch die Frage der  Herkunft von uns Menschen betrifft.
So mancher Mensch ist sich seiner Herkunft nicht bewusst.  Wir haben heute Anleitungen, wie wir unsere Konflikte in Partnerschaft, Familie, Beruf und Gesellschaft lösen. Wohlfühlprogramme und Erfolgstraining. Aber fragen Sie mal einen CEO der Wirtschaft: Woher kommst du? Von nirgendwo wird er vermutlich antworten.

Wozu bist du hier? Wohin gehst du nach diesem Leben?  Ins Nichts wird uns wohl der Pfarrer antworten.
Es scheint mir eine Temperamentsache was überwiegt, die Sinnlosigkeit oder der Sinn des Lebens.

Unsere Sonne besitzt genau die richtige Masse, das richtige Alter und die entsprechende Temperatur, damit sich unsere Erde bilden konnte. Ist das alles Zufall? Zufall würde ein Sosein ohne Absicht und Gesetzmäßigkeit bedeuten.
Ein Sosein, einzig weil Universen zusammenstürzten?

In meiner Welt scheint das undenkbar.

In meiner Vorstellung ist alles auf das Feinste abgestimmt. Alles verbindet sich zu einem sinnvollen Ganzen. Kosmische Gesetzmäßigkeiten sind präzise geplant, um uns Existenz zu ermöglichen. Es gibt  intelligente Grundgesetze der Natur, nach denen alles funktioniert.

Die exakte Abstimmung zwischen Sonne, Mond, Planeten und Erde bildet überhaupt nur die Voraussetzung dafür, dass auf unserer Erde überhaupt Leben entstehen konnte und heute noch möglich ist.  All das soll eine „Laune der Natur“ sein?

Wir sind ein „Zufallsprodukt“ der Evolution?

Ich glaube, dass jemand offensichtlich wollte, dass wir Menschen uns über all das Geniale, wie auch über unser Dasein wundern. Wäre es nicht exakt so wie es ist, wären wir nicht hier und könnten uns nicht wundern.

Ein berühmtes Hubble -Weltraumteleskop fotografiert und gibt uns eine Ahnung vom Milchstraßensystem, in dem sich rund dreißig Millionen Sonnen aufhalten. Astronomen der Universität Bonn entdeckten 2010 eine Galaxie am Rande unseres Universums, die vor zwölf Millionen Jahren entstanden sein soll. Es gibt Milliarden von Sonnen, die vermutlich von Planeten und diese von Monden begleitet werden.
Um uns herum gibt es weitere Welteninseln.
Ums uns herum Wird und Stirbt es ohne Ende.
Sterne vergehen, Sterne entstehen und aus den Überresten bilden sich neue Sonnensysteme.

Wer weiß es denn? Vielleicht ist die Schöpfung noch gar nicht zu Ende?

Was erzählen uns alte Völker darüber?

Pfeil2 1. Po-Tolo, Die Dogon, ein altes Volk in Mali

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Archaisches Dogon-Dorf in Bandiagar einem Felsmassiv. Lehmhäuser auf Lesesteinfundamenten unterhalb des Plateaus. Zwischenböden sind aus Holz. Kleine Spitzdächer gehören zu den Speicherhäuschen: Sie enthalten Nahrungsgetreide und Saatgut. Die Architektur ist pittoresk und außergewöhnlich. Mali  (gracias alg.)

Meine ersten archäologischen Eindrücke durfte ich in Südafrika sammeln. Eine Archäologin aus England nahm mich damals mit auf eine Fahrt in eine Höhle, in der wir vierzigtausend Jahre alte Höhlenzeichnungen bestaunten. Es wurde ganz, ganz still in mir. Ein unvergessliches Erlebnis für mich. Dort hörte ich auch erstmals vom Volk der Dogon. Und dann vergingen viele, viele Jahre. Zwischenzeitlich traf ich auf die Maya. Und nun höre ich erneut von den Dogon. Mali ist eines der letzten Regionen Afrikas, in der die Tradition der Dogon noch immer tief in der Gesellschaft, Religion und Kultur verankert ist.

Marcel Griaule und Germain Dieterlen, zwei französische Ethnologen, verbrachten in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts viele Jahre  mit den Dogon, um ihre Kultur zu studieren. Griaule gilt als „Entdecker“ der Dogon-Kultur. In 25 Jahren führte der Franzose immer wieder Untersuchungen durch. Vier Priester  enthüllten ihnen ihre geheimsten Traditionen und ihr Wissen. Es war  eine große Geste des Vertrauens.  Dieterlen setzte Griaules Arbeit nach seinem frühen Tod  im Jahr 1956  fort.

So erzählten die Priester den beiden Franzosen von einem heiligen Stern, den sie Po-Tolo nannten. Der Stern bezieht sich auf Sirius. Sirius ist der hellste Stern am Sternenhimmel. Sirius, erzählten sie den beiden Männern, sei das Zuhause der Götter, die sie zu dem machten, was sie seien – vor etwa 8000 Jahren. Sie beschrieben Sirius als den kleinsten, aber unglaublich schweren Stern, der in seiner Farbe weiß sei.  Sirius rotiere um seine eigene Achse. Er habe einen Begleiter-Stern. Mit dem menschlichen Auge sei dieser aber nicht zu sehen. Er würde in einem Zeitfenster von fünfzig Jahren in Form einer elliptischen Bewegung um Sirius kreisen. Sie wüssten seit Tausenden von Jahren, dass der Jupiter Monde habe und der Saturn einen Ring um sich herum trage.

Bemerkenswert!

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Dogon-Dorf . Quelle Wikipedia

Wir befinden uns gerade auf dem afrikanischen Kontintent. In Lateinamerika erzählen  die Maya und weitere indigene Völker Selbiges bis Ähnliches.

Doch ein En to Pan?   Heraklits „Alles ist eins“  kommt mir in den Sinn.
Auch die Dogon verfügten bereits vor Jahrtausenden über ein Wissen, das als außergewöhnlich bezeichnet werden darf.

Heute entdecken Astrophysiker immer mehr Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Sonnen, die ihren planetaren Begleiter haben, scheint die Regel nicht die Ausnahme. Allein in der Milchstraße wurden über 3500 erdähnliche Planeten entdeckt.  Auf dem Mars gibt es ein ausgetrocknetes Flussbett mit Kieselsteinen. Vorbedingungen für Leben.

Unser Sonnensystem zieht seine Bahnen um den Fixstern Sirius. Er ist uns der nächste. Sieben Sterne kann man mit bloßem Auge erkennen. Das Siebengestirn, die Plejaden.

Die Maya waren mit den Plejaden vertraut, daher der Name Tzek`eb, der große Kalender der Sonnen. Tzk`eb heißt in der Mayasprache Plejaden. Dort war ihre Wiege des Bewusstseins.

Auch den alten Sumerern war das Siebengestirn bekannt. Seit Jahrtausenden wird es auch „Atlantiden“ genannt.

Amma schuf die Welt

In der Welt der Dogon schuf der Schöpfergott Amma die Sonne: weiß, heiß und umgeben von acht Ringen aus rotem Kupfer, und ebenso den Mond mit Ringen aus weißem Kupfer. Für die Erde warf er einen Lehmklumpen ins All. Der wurde flach, oben war Norden.

Amma schuf sich und aus sich 266 kosmische Zeichen,  und aus beidem  die Struktur und Prinzipien aller Dinge.  Die Welt und die Menschen zu schaffen, scheiterte im ersten Versuch. Beim zweiten Versuch brachte Amma Pflanzensamen  ins Zentrum des kosmischen Eises. Da hinein sprach er sieben kreative Worte in der heiligen Sprache (Nyama), so erzählen die Dogon. Die Samen erzitterten siebenmal und dehnten sich spiralig in sieben Richtungen innerhalb des Eises aus, erzeugten damit sieben Segmente, und im Zentrum der Welt war eine menschliche Gestalt erzeugt. Die siebte Richtung brach aus der Schale und produzierte ein extra Segment, kleiner als die anderen und unvollständig. Das siebte Segment ist unsere Welt, die anderen liegen unterhalb. Weitere sieben Segmente oder Sphären bilden den Himmel. Das Prinzip der Unordnung war geschaffen, das als Dualität zusammen mit dem Prinzip der Ordnung Struktur und Dynamik der Dogon-Welt bildet. Vom selben Ei ausgehend folgt dann die Erschaffung des ersten Menschenpaares.

Für die Azteken, die Maya und auch die Inka entspricht die Schwingung der  Zahl 7 vielen Aspekten der Schwingung des Geistes. Sieben innere Chakren spiegeln die sieben Sterne der Plejaden. Innen wie außen, eines der Gesetze unseres Lebens. Sämtliche große Tempel jener indigenen Völker sind nach den Plejaden ausgerichtet.
Die Maya nannten sich die  Kinder der Sonne und wussten, dass unser Sonnensystem zum Sternensystem der Plejaden gehört. Sie wussten, dass unsere Sonne die siebte Umlaufbahn innerhalb dieses Systems innehat.

Die Dogon leben noch heute nach alten Traditionen.

Das entstandene Weltmodell ist im Alltag der Dogon überall in Form von Symbolen präsent. Einfache Transportkörbe haben eine runde Öffnung, die als Symbol der Sonne zu verstehen ist, und einen rechteckigen Boden, der Himmel oder Erde bedeutet. Ebenso stehen Getreidespeicher auf einer annähernd quadratischen Grundfläche und schließen mit der runden Spitze eines Kegeldaches  ab. Sie symbolisieren die in sich geschlossene Welt. Hätten sie eine andere Form, wäre die Ordnung gestört und sie wären als Speicher nicht zu gebrauchen.

 Der spiritueller Führer des Dorfes ist der Hogon. Man darf ihn niemals berühren. Man erkennt ihn an einer roten Kappe, welche die Sonne versinnbildlicht und an einem heiligen Perlen-Armband, welches seine Funktion symbolisiert.

 

Der Ursprung des Lebens lag nicht auf der Erde, sondern weit draußen im Weltraum.

Darin besteht für indigene Völker kein Zweifel. Wir kommen von den Plejaden. Auch ohne ein Kepler-Teleskop gewannen die Maya tiefe kosmische Erkenntnisse. Die Dogons offensichtlich ebenso.

Manchmal gewinne ich das Gefühl, dass es uns  „modernen“ Menschen ähnlich wie jenem Adler geht, der sein Leben lang glaubte, ein Huhn zu sein. Wer das Denken eines Huhnes hat, für den bleibt die Welt ein Hühnerstall.
Bleiben wir am Vordergründigen hängen mit unseren Erklärungsmodellen zur Frage, woher wir kommen und wohin wir gehen?

Ich habe keine definitive Überzeugung, aber ich komme nicht umhin, festzustellen, dass es  bei den ältesten Völkern, Übereinstimmungen in ihren Schöpfungsmythen gibt und über die Welt, in die wir hineingeboren wurden. Mythen sind verschleierte Aussagen von verborgenen Wahrheiten, wie sie seit Tausenden von Jahren über Generationen hinweg weitergereicht wurden.  Es sind Urbilder der Seele.  Es ist das kollektive Unbewusste der Menschheit.  Es heißt, Mythen sind „Träume der Völker“.
Vielleicht haben wir nur den Zugang zu diesen Träumen verloren und diese Menschen haben ihn noch?
Sie haben Antworten darauf, woher wir kommen. Sie hatten all das erstaunlich präzise Wissen über das Universum, ohne moderne Weltraumteleskope. Es muss also ganz offensichtlich noch einen Zugang zu  Wissen geben, ohne im Besitz von Technik zu sein, über die unsere „moderne“ Zivilisation verfügt.

Am Anfang war die „Kraft“, sagte Ghandi

 Für Satre waren wir nur eine „ins Dasein geworfene Laune.“

Die großen Fragen sind für uns noch immer unbeantwortet. Von den Weisheiten indigener Völker, von alten Schriften fühlen wir uns nicht angesprochen.

Albert Camus hielt es für absurd, zu glauben, dass wir in einem Universum ohne Sinn und Ziel lebten. Er schrieb, wenn der Mensch erkennen würde, dass auch das Universum lieben und leiden kann, dann wäre der Mensch versöhnt.
Heinrich Heine fragte: „Wer wohnt denn dort droben drauf auf den goldenen Sternen?

Alles entstand aus zwei ineinandergestürzten Universen?

Ich meine, wie funktioniert denn Bauen? Wer etwas bauen möchte, muss zunächst eine Idee haben, dann einen Plan und einen Architekten, dann Handwerker. Nur mit Baumaterial entsteht doch auch kein Haus.
Billionen von Zellen lassen unseren Körper leben, sie alle sind in Uhrwerk-Präzision und unglaublicher Komplexität biochemisch aufeinander abgestimmt. Von einem Zufall zu sprechen, Leben als „eine statistische Unwahrscheinlichkeit in kolossalem Maßstab“ zu definieren, erscheint mir kühn. Der Mensch ein „Glücksfall, das sich nur einmal wiederholt“?
Zufall hätte von Anfang an nur im völligen Chaos geendet.

Leben lässt sich nicht als rein physikalisch-chemischer Prozess erklären. Das Mysterium ist  also noch von ganz anderer Natur.  Wenn uns die Naturwissenschaft  nicht wirklich erklären kann, wie das Leben auf der Erde entstehen konnte, wie wir hier gelandet sind,  ist es dann nicht Zeit, in andere Richtungen zu schauen?

Schauen Sie mal, wonach sich die Dogan, das alte Volk in Mali in ihrem Alltag ausrichten:

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Felsen von Bandiagar. Hier leben die Dogon. Mali. Weltkulturerbe der UNESCO. Unübersichtliche Topographie macht einen einheimischen Touristenführer notwendig. Vieles liegt sehr versteckt.

Die Ordnung des Alltags der Dogon spiegelt den Kosmos

Das traditionelle Lehmhaus der Dogon  (Ginna) ist ein Symbol dieser  kosmischen Ordnung. Die Tür liegt im Norden, gegenüber an der Wand steht der Herd, bestehend aus zwei Steinen, die West und Ost markieren. Das Flachdach ist der Himmel, eventuell bilden vier kleine Dächer am Rand die Kardinalpunkte. Im Erdboden ruht Lébé, der in eine Schlange verwandelte Urmensch mit dem Kopf nach Norden gerichtet. Der ganze Dorfplan entspricht demselben Prinzip. Damit ist die wichtigste Aufgabe des Ursprungsmythos erreicht: die Ordnung der Welt.

Vor jedem Haus gibt es ein Heiligtum. Entweder sind es Wandnischen, Gefäße oder ein Altar, wo man den Masken (Maskenkult der Dogon) oder Ahnen opfert.

Innen wie außen.

 

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Vier Brüder

Die Maya sprechen von vier Propheten, die von den Sternen zu den Maya kamen.
„Gemäß unserer Ahnen, waren es  vier Propheten, die plötzlich unter dem Volk auftauchten. Und sie fingen an zu sagen: „Wir müssen anfangen zu beten, zu beten, dass die Sonne und das Licht kommt, damit wir die Schönheit der Erde sehen können. Aber wir müssen darum bitten. Sie kamen runter und ihre Namen waren. BALAM-QUITZÉ, BALAM – AHAU, MAHUCUAH und IQUI – BALÁM. Als sie zum ersten Mal auf die Erde kamen, nannten die Menschen sie MAY-ATLANTIS, denn sie kamen nach Atlantis. Dann als ihre Aufgaben beendet waren, kehrten sie zurück zu den Plejaden. Unsere Ahnen waren MAY- Atlantis und sie gingen zurück zu den Sternen. Was sie hier bei uns gelassen haben, waren diese großen Pyramiden und die großen Observatorien, Zentren für astronomische Studien.“ (Don Alejandro, Maya-Ältestenrat)

In den Erzählungen der Digon werden ebenso vier Brüder erwähnt.
Die Migration der Vorfahren, der vier Brüder Dyon, Ono, Domno und Arou, aus dem Mandé-Gebiet in das heutige Pays Dogon liegt in mythischer Vergangenheit. Sie ist für die Dogon ein Beleg für den gemeinsamen Ursprung und für die Einheit ihrer Gesellschaft. Konflikte mit den Mossi und den Peul zwangen sie zur Flucht

Ihre eigene Kultur, ihre Souveränität  gaben sie aber nie auf. Während der jahrhundertelangen Migrations-Bewegungen besaßen sie immer auch eine große Assimilations- und Integrationskraft.

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Maskenkult bei den Dogon. Sie sind bekannt für ihre beindruckenden Masken, die die Tänzer zu ihren Tänzen tragen. Sind wir nicht auch alle Maskenträger?

Etwa 350.000 Dogons leben in Dorfgemeinschaften und Großfamilien unterteilt im Osten von Mali, am südlichen Rande des Sahel. Ihre ursprüngliche Heimat war einst der Norden von Burkina Faso.

Vor etwa tausend Jahren flüchteten sie aus dem Südwesten des alten Mali-Reiches und siedelten sich im Felsgebirge des alten Bandiagara an.  Dort lebten bereits die Telem, die entweder vertrieben oder assimiliert wurden. Die Legende sagt, die Dogons schafften diesen Weg über den Niger und andere Flüsse auf dem Rücken von Krokodilen. In ihren Maskenkult wird deshalb eine Krokodilform, ähnlich dem Lothringer Kreuz, verehrt. Durch die Jahrhunderte wurden sie immer wieder angegriffen. Zuletzt im 19. Jahrhundert von den Toucoleur, die bereits den westlichen Sudan verwüstetet hatten. Ihnen kam die Kolonialherren dazwischen kamen. 1892 eroberten französische Armeen das Gebiet.

Die Großfamilie ist patrilinear sowie patrilokal organisiert und in acht Altersklassen gegliedert. Der Dorfalltag wird von einer strikten Trennung der Geschlechter bestimmt. Das Bewusstsein gegenseitiger Abhängigkeit wird gepflegt, und jeder Dogon ist stolz darauf, ein Dogon zu sein. Darüber hinaus macht er deutlich, zu einer größeren Gruppe, zu einer Altersklasse oder Dorfgemeinschaft zu gehören. Konflikte werden vermieden, Meinungsverschiedenheiten ausdiskutiert, aber keineswegs ausgefochten. Die Beratungshäuser der Männer nennt man Toguna. Es steht auf sechs oder neun Pfeilern. Verantwortung füreinander wie auch Gastfreundschaft und Offenheit  sind bei den Dogons elementare gesellschaftliche Werte.

Die Wirtschaft der Dogon beruht auch heute noch hauptsächlich auf Subsistenz-Landwirtschaft durch den Feldbau von Hirse, Sorghum, Mais und Fonio. Hinzu kommt in kleinen bewässerten Parzellen die Produktion von Tabak Gemüse und vor allem von Zwiebeln. Diese werden nicht nur auf den lokalen Märkten abgesetzt und sind eine nicht zu unterschätzende Einahmequelle.

Der Prozess der Ethnologisierung der Dogonkultur sowie die Werteinteilung ihrer Besonderheiten hat eine außerordentliche Anzahl von ethnologischen Schriften hervorgebracht, die dieses Volk zum Archetypus traditioneller afrikanischer Gesellschaften und die Dogon zu Wissenden einer reichen und tiefen Kosmogonie werden lässt. In über 900 wissenschaftlichen Arbeiten kann man über die hohe traditionelle Kultur der Dogon, Aspekte ihrer Religion und Kosmogonie oder ihrer Subsistenz-Landwirtschaft erfahren.
Sie wurden Anziehungspunkt für Journalisten, Film-Reportagen und Anziehungspunkt für Touristen.

Folgen des Tourismus und der Globalisierung

Die fünfzehn Dörfer Sanghas sind seit nun vier Jahrzehnten die touristischen Hauptanziehungspunkte im Pays Dogon. Anfangs angelockt durch ethnographische Berichte der französischen Ethnologen um Marcel Griaule, später durch Filme und Reportagen, besuchen jedes Jahr Zehntausende von reisehungrigen Alternativ- und Bildungstouristen das Land der Dogon. Stolzes Selbstbewusstsein wird eingetauscht gegen das Geld der Touristen.  Es soll 700 einheimische Touristenführer geben.

Die UNESCO hat das Land der Dogon 1989 in die Liste des Welterbes aufgenommen. Die Dogon werden heute zu den bedeutendsten Kulturen Afrikas gezählt. Im Pariser Musèe du Quai Branly befinden sich eine Reihe monumentaler Architekturpfeiler, so auch die über zwei Meter hohe Djennenké-Skulptur. Vor drei Jahren waren über 250 künstlerische Formen, Masken, Schmuckstücke, Figuren,  in der Bonner Kunsthalle zu sehen.

Woher wir kommen

Ich bin mir sicher, dass viele Menschen schmunzeln, wenn ihnen ein Maya oder ein Inka sagt, sie sind von den Sternen.
Nun, Sie sollten besser nicht schmunzeln.

Wir sind im wahrsten Sinne des Wortes ein Sternenkleid. Wir tragen mindestens ein kosmisches Erbe in uns. Die chemischen Elemente, aus denen unser Körper besteht, sind aus Sternenstaub gemacht. Der Ursprung des Eisens in unseren Blutzellen, des Sauerstoffs in der Luft, des Kohlenstoffs und Stickstoffs in unserem Geweben und des Kalziums in unseren Knochen ist Teil jener Objekte des Sonnensystems. Es sind Atome aus fernen Ecken unserer Galaxis.

Auch Sterne müssen sterben. Wir würden nicht existieren, wenn es keine  Supernovae  gäbe.  Neutrinos, die in alle Richtungen fliegen. Nur sie sind heiß genug, um aus den Urelementen Wasserstoff und Helium- Atome zu bilden.
Weniger romantisch ausgedrückt:  Wir Menschen können uns auch als stellaren Atommüll bezeichnen.
Wie alles auf der Erde bestehen wir aus den Überresten erloschener Himmelskörper.

 

Und aus welchem Stoff sind unsere Träume?

 

Quellen:

Marcel Griaule’s. Power and Dialogue in Ethnography.   1983

Griaule ist Inspirationsquelle für Wissenschaftler, Journalisten, Literaten, Künstler, Filmemacher, Abenteurer und nicht zuletzt auch für Touristen.

„Der erste Kontakt war entscheidend, denn bald nach ihrem Eintreffen im Dorf Ober-Ogol in Sangha nahmen die Ethnographen, die mitten in der Nacht durch Gewehrschüsse geweckt wurden, an einer grandiosen Beerdigungszeremonie teil. Für Griaule war das der Anfang seiner Faszination für das Land und die Kultur der Dogon sowie für eine tiefe Freundschaft mit den Menschen, die mit den Jahren immer tiefer wurde.“

James Clifford. The predicament of culture. Twentieth-century ethnography, literature, and art (1988)

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11 Kommentare zu “Sieben Phänomene: Woher wir kommen, Teil 1

  1. gunst01 sagt:

    Wieder ein wunderbarer Text !

  2. magguieme sagt:

    Was für eine Erinnerung: Wir sind Sternenstaub! Hab Dank, hab Dank!

    Und weil es passt noch eine Strophe aus einem Text, den Charly Chaplin zu seinem 70. Geburtstag vorgetragen hat:

    „Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
    Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
    denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
    und es entstehen neue Welten.
    Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN!“

    • martinakunze sagt:

      Ich sage DANKE!
      … für eure lieben Kommentare und wunderbaren Ergänzungen!

      Ich muss kund tun, dass ich noch ein Oh, nee- Rechtschreibfehler vom Tisch zu schubsen hatte..
      Ich weiß schon längst, warum es Lektoren für Bücher und bei Zeitung – nur noch wenigen Zeitungen Redakteure für das Überarbeiten von Texten gibt.
      Ich weiß schon längst, dass man eigentlich einen Text zum „Trocknen“ aufhängen sollte. 🙂

      In jedem Fall danke ich dir für den „Sternenknall“- Hinweis. Genau, nach jedem Knall entstehen neue Welten.

      Ja – das ist das Leben.

      Es regnet hier Bindfäden.

      • magguieme sagt:

        Ich sei Stern(-abfall, -abkömmling, -staub, …) steht da, wer achtet schon auf die Verpackung? Rechtschreibfehler? Sterne sehen solche gerne nicht 🙂

      • martinakunze sagt:

        🙂 stellarer Atommüll.- klingt das nicht schrecklich.
        Und jetzt schreibe ich gerade: ein Fünftel von uns Europäern ist Neandertaler.
        Ich schnitze mir in wenigen Minuten eine Holzkeule.
        Dein Land gehört auch zu Europa, lieber Waldmensch.

        piff.paff…wenn man aus dem Englischen übersetzt, verliert man manches unterwegs..nein, nein, die quietschten lauter…:)
        das klang wie 3+3 macht 7 . Aber danke. Sehr nett von deinem Stern. 🙂

      • magguieme sagt:

        ich bin in Stimmung: 3 + 5 = 27853370xw HA!

      • martinakunze sagt:

        Liebe Waldmenschin,

        natürlich wieder nah deiner 8. und als Quersumme 30
        also die 3. Der Griff zu den großen Zahlen- wenn schon, denn schon. Gute xw-Stimmung!
        Ich lache herzlich. Danke.

      • magguieme sagt:

        manche Rechnungen gehen immer auf! wie gut, dass du darauf achtest. danke, verehrteste.

      • martinakunze sagt:

        haaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa haaaaaaaaaaaaa .))
        Als Ein-Fünftel-Neandertaler hat man Zahlen im Blick.

        Alle Rechnungen gehen auf, alle. Alles hat seine Zeit. Alles braucht seine Zeit. There is a time for everything….

        amüse-eement…“Verehrteste“
        Sie befreuen mich. 🙂

  3. […] Sieben Phänomene Teil 6: Kristalle und Cenoten im Land der Maya Sieben Phänomene, Teil 5: Unterwasser-Canyon Sieben Phänomene, Teil 4: Woher kommen wir? Wunderkinder und Reinkarnationstheorie Sieben Phänomene, Teil 3: Woher kommen wir? Prophezeiungen der Kogi Sieben Phänomene, Teil2:Woher kommen wir?  Machu Picchu in den Anden Sieben Phänomene, Teil1: Woher kommen wir?  Die Dogon in Mali […]

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