Teil 5: Inuk und der afrikanische Drache

Inuk dracheulala

 

 

inukkoenigibett

 

 

inuklandsaß  Prinzessin Emerèlle in ihrem Gitarrengarten und sang vielstimmig zu ihrer Gitarrenmusik. Der Garten hatte einen Baum. Er hieß Eduardo. Es war ein besonderer Baum und so auch ein besonderer Garten im Land Coton. Emerèlle liebte es unter diesem Baum zu sitzen. Dort konnte sie über das Leben staunen. Die kleinen Zweige waren ihre Freunde. Sie ließen sie riechen und da der Prinzessin leicht Tränen kamen, weinte  sie so manche Träne an diesem Baum. Der Baum  Eduardo liebte die Prinzessin ebenso. Seit seinem ersten Lebensbaumjahr kannte er die Tochter des Königs. Er entzifferte  all ihre Geheimnisse.  Immer wenn sie weinte, blätterte er liebevoll, damit sich Emerèlle die schönsten Blätter als Landeplatz für ihre Tränen aussuchen konnte.

 

Ulalawacker, der klein Weitohr-Drache machte sich mit seinem Wortkoffer auf. Es eilte, denn schon morgen wollten sich

inukprinzessinengitarrengartenInuk, Möpschen Windston und Quokka in den Dunkelwald aufmachen. Dort lebte Wortspinner in seinem Turm. Möpschen wollte Inuk  zum Schrottplatz der Liebe führen. Aber vor allem sollte Inuk Coton de Tulèar dem alten Mann die Geschichte von den unbeschreiblichen Gedanken und der Prinzessin die Herzen hören konnte erzählen.  Seit Jahren suchte er nach der richtigen Geschichte, die ihm hilft, sich aus der Dunkelheit zu befreien. Möpchsen wusste, Inuks Geschichte würde sie alle ins Licht führen. Doch es war kein ungefährlicher Weg. Und darum überredete sie Quokka Glitschig, Inuk und sie zu begleiten.
Der Weg dorthin führte durch das Herz des Labyrinths, vorbei an den Flachköpfen.  Sie waren stark in den Armen, aber schwach im Kopf. Sie kannten viele Gemeinheiten. Und Dunkelwald war gewaltig dunkel. Und wie das so ist mit Dunkelheit. Man kommt sich so klein vor.

inukprinzessinengitarrengartendrachen

Der Weitohr-Drache dachte darüber nach, ob er zuerst eine Verbeugung machen und dann den Koffer überreichen sollte oder umgekehrt.
„Wie geht das?“, murmelte er vor sich hin. „Nein, nein, isch mache erst eine Hofknicks.“
Am Ende mache der Wanderwacker nichts von alledem, sondern setzte sich einfach neben die Prinzessin, die so wunderschön sang.

Die Prinzessin staunte nicht schlecht, als sie den Wanderwacker Ulalawacker plötzlich neben sich sitzen sah.
„Wirst du mir etwas sagen?“, fragte die Prinzessin.
„Darauf kannst du wetten!“, antworte der afrikanische Weitohr-Drache. Er sprang auf, raffte seine zweieinhalb Drachenschwänze und verbeugte sich.
„Euer Prinzessin, meine Name ist Ulalawacker. Isch komme von eine weite Reise.“
Blumenkohlohrigst stellte Ulalawacker seine Ohren auf und schnalzte mit der Zunge afrikanische Klicklaute.
„Click. Click.“
„In Ordnung“ , sagte die Prinzessin.
Emerèlle hoffte insgeheim, dass sie etwas über den klitzekleinen Inuk erfahren würde. Seit Tagen träumte sie von dem Hund, der ihr die schönsten Worte geschenkt hatte. „Ich verehre Sie.“

Ulalawacker erzählte seine Geschichte: “ Der Himmelgott hat eine Koffer mit Worten vom Himmel fallen lassen. Naja, eigentlich habe wir die Worte der schlauen Spinne Kwaku zu verdanke. Sie wollte so berühmt werden wie die andere Tiere. Wie die  schöne Elefante und Tiger und Löwe. Kwaku gehörte leider zu den wenig angesehenen Tieren.
„Ich habe das Recht, berühmt zu werden!“, sagte sie. „Ich möchte auch wie die Könige überallhin getragen werden! Wenn ich so schlau bin wie der Fuchs und das Krokodil, werde ich respektiert werden.“ Sie dachte darüber nach, was schlau sein könnte. Und so wuchs in ihr die Idee,  ein Netz zu weben. Als Spinne ein Netz weben, schien ihr schlau.  Erst war es eine kleines, aber dann fand sie Vergnügen am Weben ihres Spinnennetzes. Es wurde immer größer und größer. Und noch größer und weiter und noch größer wurde es. Sie garnte so fein, dass die Fäden von Menschen nicht zu sehen waren. Irgendwann  war das ganze Universum voller Spinnweben. Als der Himmelgott dann den Koffer abwarf, landete er im Netz der Spinne. Kwaku öffnete die Koffer. Sie wollte doch wissen, was im Koffer war. Alle Wörter wehten sofort aus dem Koffer und landeten  in ihre große, große Netz. Seitdem sind alle Wörter über die ganze Welt verteilt. Kwaku passt seitdem auf alle Wörter auf.  Kein Mensch darf eine Wort alleine  besitzen, hat sie gesagt. Sie müssen immer wieder zurückgegeben werden. Sie bekommen aber auch andere Wörter dafür. Für alle Menschen, die darum wissen, ist Kwaku sehr berühmt. Aber manche Menschen denken auch weiterhin, es sei dumm, sich darauf etwas einzubilden. „Ein ziemlich wertloses Ding“, sagen sie.
„Und wieso hast du jetzt einen Koffer mit Worten dabei?“, fragte die Prinzessin.
„Isch? Isch bin die Freunde von Kwaku. Es hat ziemlich gewackelt an einem seiner Fäden. Und Kwaku krabbelte eilig zu der Stelle und fand viele Worte von Inuk. Die Worte sind alle für disch. Kwaku hilft, damit Worte ganz nah kommen. Dorthin, wo sie ankommen sollen. Weil es schließlich niemanden anderen etwas angeht, außer einem selbst. Inuk wünscht sich nichts sehnlicher auf der Welt, als bei der Prinzessin zu sein“, erzählte der afrikanische Drache. Die Prinzessin war so glücklich.
„Inuk will mich wiedersehen“, sang sie.
„So einfach ist es nicht, Prinzessin. Er sitzt im Verlies. Sie habe Inuk eingesperrt, weil er verliebt ist“, erklärte Ulalawacker weiter.
Einen Moment war es still. Ulalawacker schielte zur Prinzessin.  Sie schaute traurig nach unten.
Mit seinen Weitohren konnte er hören, was die Prinzessin leise dachte.
Inuk. Inuk. Was soll jetzt nur geschehen?  Es wurde stockfinster in ihrem Herzen.
„Pardon. Sehr liebenswürdig. Vielen Dank, dass du mir die Nachricht bringst! “ schluchzte sie.
Emerèlle wusste, irgend etwas musste jetzt geschehen, aber sie hatte keine Ahnung, was sie jetzt tun konnte. Das Verlies lag im Labyrinth. Ihre goldene Treppe endete sieben  Meter über  dem Verlies. Ihr war der Weg dorthin nicht nur strikt verboten, er war für sie unerreichbar.
„Ich muss ihn retten, Ulalawacker! Ich muss einen Weg finden!“, flüsterte sie leise.
Sie dachte daran, alle Erdwissenschaftler und alle Himmelswissenschaftler des Königreichs zusammenzurufen
„Davon möchte isch Ihne abraten. Die werden alle nicht ihre Karriere riskieren.“, sagte der Drache und bot ihr ein Lächeln.  Er holte einen Lederbeutel aus der Tasche und verteilte weiße Körnchen. Er hob die Hand und blies einige in die Luft.
„Pfff!“
„Weg ist er der Gedanke.“
Die Prinzessin staunte nicht schlecht.
„Herauskristallisiertes von die afrikanische Flußwasser Bunguba“
„Dann muss ich mit meinem Vater sprechen. Er ist der König dieses Landes. Er wird Inuk retten…“sagte sie entschlossen.
„Davon möchte isch Ihne auch abraten!“, erwiderte Ulalalwacker. Erneut zog er ein paar glitzernde Körnchen aus dem Lederbeutel. Wieder hob er die Hand und blies einige in die Luft.
„Pfff!“
„Isch bin ein Wanderwacker und habe schon viel erlebt in die Welt, Prinzessin. U-la-la, Ihre Vater will bestimmt nicht, dass Inuk Sie wiedersieht!“ Er schüttelte den Kopf. Völlig unmöglich. Der König würde seiner Tochter niemals helfen.

Inuk war der erste Hund in Coton, der sich entschlossen hatte, mit einem Menschen zu leben.
„Man erzählt, dass man alles erreichen kann, wenn man es will. Ich will es auch schaffen!“. Sie konnte kaum noch reden.  Eine dicke Träne tropfte auf ihre Gitarre. Eduardo, der Baum, weht sogleich drei Blätter zu ihr. Dicke Krokodilstränen weinte sie.
Ulalawacker seufzte.
Was sollte er jetzt machen? Den Koffer nehmen und die Prinzessin damit alleine lassen? Er lächelte in sich hinein. Aus der Ferne hörte er Kwaku`s tiefe Stimme.
„Wir müssen zur Tat schreiten.“
“ U-la-la. Zur Tat schreiten? Was meinst du mit zur Tat schreiten?“
„Du bringst die Prinzessin zum Turm. Dorthin, wo der alte Mann Wortspinner wohnt.“
Ulalalwacker wackelt aufgeregt mit seinen Drachenschwänzen.
„Muss das denn sein?“, jaulte der Weitohr-Drache.
„Ja, muss.“
„Aber wie? Isch bin eine  kleine afrikanische Drache. Meine Feuer ist keine große Flamme mehr…“
Ulalawacker machte Trippelschritte vor und zurück. Er tänzelte vor Aufregung.
„Denk nach! Du bist nicht blöd!“platzte es aus der Spinne heraus. “ Ich werde Euch eine Treppe spinnen. Es wird ein paar Tage brauchen. “
Der Drache räusperte sich.
„Nachdenken. Ja. Ja. U-la-la. Isch bin eine große Adler. Isch kanne fliegen vielleicht?“
Arme Prinzessin, sie schien noch immer traurig.
„Prinzessin“, sagter er und schnalzte ein erneutes Click.Click. „Prinzessin, schöner Mist.“
Sie schluckte.
„Prinzessin“. Er streckte seine Hand nach ihr aus, aber sie schlug sie weg und fing erst richtig an zu heulen.
Ulalalwacker rutschen die Augenbrauen höher. Eduardo wehte noch einmal drei Blätter zu ihr hinüber.
„Impumelelo! Impumelelo! Erfolg. Erfolg. Wir werden es schaffen. Prinzessin, isch habe eine Idee….“

Für M.

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2 Kommentare zu “Teil 5: Inuk und der afrikanische Drache

  1. magguieme sagt:

    Hat dies auf marga auwald rebloggt und kommentierte:
    Die wunderbare Reise geht weiter und wir erfahren, wie die Worte in die Welt kamen. Lasst uns teilen!

  2. […] Das ist Prinzessin Emèrelle. Sie ist sehr traurig und will Inuk befreien. Die Spinne Kwaku überredet Ulalawacker, die Prinzessin zu Wortspinner zu bringen. Dank ihres weltumspannten Spinnennetzes weiß Kwaku natürlich schon längst, dass Inuk, Möpschen und Quokka unterwegs sind zu Wortspinner. Der kleine Drache stimmt dem nur zögerlich zu,wollte er doch bloß diesen Wortkoffer überbringen. Und überhaupt ist seine Drachenflamme viel zu klein, als dass er daran glaubt, damit große Abenteuer bestehen zu können. Doch Kwaku besteht darauf und spinnt den beiden eine Treppe, über die sie das Schloss unbemerkt verlassen können.  (Inuk, Teil 5) […]

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