Wandmalereien von Mayas

 

 

Blau war für die Maya eine heilige Farbe. Sie verwendeten dazu einen Farbstoff, der an Beständigkeit  bis heute nicht von der heutigen Chemie erreicht ist. Dieses Maya-Blau ist mit dem Farbstoff Indigo eng verwandt, haben Analysen gezeigt. Bereits die Herstellung des Farbstoffs könnte ein ritueller Akt gewesen sein, sagen amerikanische Forscher.Bereits 1904 hatten Forscher in der Tempelanlage Chichén Itzá auf der  Halbinsel Yucatán auf dem Grund eines Brunnenbeckens eine vier Meter dicke Schicht blaugefärbter Ablagerungen entdeckt sowie eine Tonschale. Darunter fanden sich Reste von Keramik, Schmuckstücken und die Skelette von mehr als hundert Menschen: die Überreste von Menschen, die an diesem Kultplatz geopfert worden sein sollen.  So die Interpretation von Archäologen. Ebenso fanden sie einen Altar.

Museum Antroplogia taverne 104

Museum Antroplogia taverne 103

Nachzeichnung obiger Abbildung. Foto: Kunze

.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

maya-blau

Exponat entdeckt von Archäologe Eric Thompson. 1904 vom Grund der Cenote in Chichèn Itzà geborgen. Sie ist seit den 30er-Jahren im Besitz des Field Museums, Chicago. Quelle: Field Museum.

 

Das Blau der Maya ist extrem lichtstabil und beständig gegen Oxidation. Sie hält sogar Säure stand.
Die Farbe wurde aus drei Materialen kombiniert: Copalharz, dem Mineral Palygorskit und den Blättern der Indigopflanze. Jedes für sich ist ein Heilmittel gewesen.  Es sind also Naturpigmente. Ein vergleichbare Beständigkeit gibt es heute nur bei giftigen Kunststofffarben.

Erhitzt man eine Mischung des Minerals Palygorskit mit etwas Indigo, entsteht die strahlend blaue Farbe. Wie die Maya selbst das Pigment erzeugten, war jedoch sehr lange nicht klar.
Copalharz  wurde – ähnlich wie Weihrauch – bei Zeremonien verbrannt. Man fand Spuren davon in der Schale. Mit Hilfe von Rasterelektronenmikroskopen fand man ebenso Reste von Palygorskit und Indigo.

Daraus folgerten Forscher, dass die Herstellung des blauen Pigments vermutlich Teil der Zeremonie war.
Drei heilende Substanzen wurden während des Rituals am heiligen Brunnen vermischt.

Die Maya nutzten Indigo, Copalharz und Palygorskit zu medizinischen Zwecken. Sie vermischten also drei heilende Substanzen während des Rituals am heiligen Brunnen.Diese sollen dem Regengott Chaac dargebracht worden sein, der wieder Regen bringen sollte, damit das Getreide wachsen kann, so die Erklärung des Anthropologen Dean Arnold am Wheaton College in Illinois.

 

Wandbilder, Duftharz, Gegenstände aus Holz oder Ton, sie wurden blau bemalt, ehe sie in Chichèn Itzà dem Regengott Chaac geopfert wurden

Es heißt, es soll Menschenopfer  und für uns recht brutale Blut-Zeremonien gegeben haben. Auch ich las davon in Büchern Mexicos. Jene Menschen sollen  zuvor mit der blauen Farbe bemalt worden sein. Man beruft sich dabei zumeist auf Texte des 16. Jahrhunderts. Die Farbe Blau soll die Farbe der Opfergabe gewesen sein. Der Maya-Priester Hunbatz Men sagte 2013 in einem Interview, es habe keine Blut-Zeremonien bei den Maya gegeben. Dies sei eine Erfindung der spanischen Eroberer und eine Fehlinterpretation. Andere sagen, es habe Menschenopfer bei den Azteken gegeben, bei den Maya  seien diese erst kurz vor der Ankunft der spanischen Eroberer angewandt worden.

„The original peoples, several thousand of years ago, did not sacrifice, but lived in peace and harmony. Mayans sometimes sacrificed prisoners of wars, the Aztecs were the ones that had regular human sacrifice of willing and non willing prisoners of war, including children, men and women who were chosen to be sacrificed to appease the Gods. The human sacrifices came at a much later date for both civilizations, closer to when the first Europeans landed in South and Central America

 

Museum Antroplogia taverne 154

Original Reste von Tempelmauern. Museum Anthropology Xalapa, Veracruz, Mexico Foto: Kunze

 

Vor mehr als 2000 Jahren erfanden die Maya Farben. Die Forscher benötigten ganze 50 Jahre um das Geheimnis der Farbe Blau zu lösen- trotz moderner Techniken.

Die intensiven Blautöne der Maya  trotzen seit Jahrhunderten dem Zahn der Zeit, fast unbeschadet von Luftfeuchtigkeit, Hitze, UV-Strahlung und Mikroben.

mayablau

Wandmalereien Tempelanlagen auf der Halbinsel Yucatan, Mexico.

Wandmalereien von Mayas

 

Museum Antroplogia taverne 143

Museum Antroplogia taverne 150

Farbmisch-Utensilien. Xalapa, Veracruz Mexico, Anthropologisches Museum. Foto: Kunze

 

 

Auch die Ägypter hatten ihr Blau. Das Blau auf dem Helm der Nofretete leuchtet seit mehr als 3300 Jahren.  Hergestellt wurde Ägyptisch Blau aus einer Mischung von Kalkstein, Quarzsand, Kupfererz, Bronzespänen sowie geringen Mengen Natron oder Pflanzenasche.

Das chinesische Blau wurde etwa 800 v. Chr. hergestellt. Statt Kalzium ist im Chinesisch Blau Barium das bestimmende Element

Lapislazuli war in der Antike das einzige natürlich vorkommende blaue Gestein. Zudem gab es nur ein einziges bekanntes Vorkommen in Sar-e-Sang in Afghanistan. Der von dort stammende Lapislazuli wurde seit 4000 v. Chr. zu Schmuckstücken und Pigmenten verarbeitet und ins Mittelmeer und Europa exportiert. Die künstliche Synthese dieses später Ultramarinblau genannten Pigments gelang 1828.

Der führende Experte für die  Farben des Altertums, die die Chemiker bis in jüngste Zeit vor viele Rätsel gestellt haben, ist Professor Heinz Berke von der Universität Zürich. Blau sei keine Erdfarbe, die Menschheit hatte sie nicht zur Verfügung, meinte er in einem Interview. Sie war aber in ihrer Bedeutung die  „Farbe der Götter“.

Lapislazuli sei dann vor 6000 Jahren der erste blaue mineralische Stoff gewesen. Für Lapislazuli habe es aber nur eine Mine in Afghanistan gegeben, aus der sich die gesamte antike Welt versorgt habe. Doch bis nach Südamerika reichten die Handelswege des Altertums noch nicht. So mussten die Maya ihr eigenes Blau künstlich herstellen, so die Erklärung des Wissenschaftlers.

Es könnte aber auch alles ganz anders gewesen sein.

 

 

 

Advertisements