Maya – Eine mystische Reise durch die vier Elemente

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Dampfbad in  Oka àn, Maya-Land Yucatan,  Mexico.

 

Temazscal ist ein Nahuatl Wort und meint Dampfbad. Es besteht aus den Lexemen Temas (Bad) und Calli (Haus). Es ist ein aztekischer Name.  Es ist auch als  „Haus der heißen Steine.“ Der  yukatekische Name lautet zumpul ché. In der Regel sind diese Gebäude relativ klein und niedrig mit Platz für eine bis maximal zehn Personen, es gibt aber auch Hinweise auf große Strukturen aus früheren Zeiten.

Es ist mehr als nur ein Dampfbad. Diese Bäder sind keine Wellness-Anlage. Für die Maya ist es ein heiliger Ort, an dem man  ein Reinigungsritual durchführt. Es ist ein traditionelles Ritual indigenen Ursprungs. Es gibt drei verschiedene Formen der Teilhabe: die spirituelle, die heilende und die soziale.

Die Schildkröte als Dach repräsentiert die Mutter Erde.  Sie besteht aus wertvollen Mineralien. Ihre Augen sind Jade-Steine. Wir können in die Erde gehen und wiedergeboren werden, sagen die Maya. Durch die Hitze kann man den Mineralien zuhören.  Sie sprechen zu einem. Jene Steine waren für die Maya das erste, was Hunab Ku, der Gott des Universums, kreierte.  Diesen Raum soll man mit einer offenen  Haltung und in Stille betreten. Der Aufenthalt im Temazskal konfrontiert einen mit den eigenen Gefühlen. Es wird währenddessen getrommelt oder mit der Marakas, einem typisch mexikanischen Musikinstrument gerasselt. Es wird gebetet. Es ist eine spirituelle Reise, die den Körper und den Geist heilen soll. Das Spirituelle soll sich ebenso besser manifestieren.

Die Transformation geschieht durch die Mineralien. Man tritt in Kommunion mit den Elementen Erde, Luft, Wasser und Feuer. Es reinigt die Chakren. Dieses Ritual hilft, die inneren Dialoge zu beenden. Man kann den Raum mit ganz persönlichen Fragen betreten und verlässt ihn transformiert und  befreit. Der Raum soll nicht während des Rituals verlassen werden. Wer das Dampfbad verlässt, kann nicht mehr zurückkehren.

 

 

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Temazscal aus dem aztekischen Codex Magliabecchi. Quelle: Wikipedia

Das Temascal ist keine Erfindung der Azteken und auch keine der Maya. Bereits vor ihrer Einwanderung gab es diese Bäder bei den Purépecha .

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Bundesstaat Michoacàn mit dem Vulkan Paricutin. 1952 gerade 424 Meter, reicht seine Höhe heute auf 2.800 Meter. Für die Einheimischen ist der Vulkan eines der sieben Weltwunder der Natur.

 

Sie sind ein indigenes Volk in Mexico. Heute etwa noch 203.000 Menschen. Die spanischen Eroberer nannten sie Tarasken. Ihre Sprache heißt noch heute Tarasco. Sie gehören zu eines der wenigen Völkern, deren Gebiet die Azteken nie erobern konnten. Die damalige Hauptstadt war Tzintzuntzan.
Die Patronin der Schwitzbäder war in  Tzintzuntzan die Mondgöttin Xaratanga. Bei Ausgrabungen in Piedras Negras wurden 8 Strukturen auf Hügeln entdeckt, welche als Schwitzbäder interpretiert werden.

 

 

 

Gegenüber dem Eingang befindet sich die Feuerstelle aus Stein oder Lehmziegeln, welche mit dem Temazcal durch eine gemeinsame Wand namens tetzontli oder anderem porösem Stein verbunden ist. Wenn die Feuerstelle heiß ist, betritt der Kranke das Temazcal, schließt die Öffnungen und gießt Wasser auf das glühende tetzontli, legt sich auf eine Matte und schlägt sich Heilpflanzen oder in heißem Wasser aufgeweichte Maisblätter auf den Körper.

 

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Innenansicht eines Dampfbades. Dieser  bietet Platz für 30 bis vierzig Menschen. Viele der Temzscals waren sehr klein und nur für eine Person bestimmt.

 

Das Weltbild der mesoamerikanischen Völker spielte beim Bau eines Temazcals eine Rolle. Die Feuerstätte  war meist östlich ausgerichtet, also in Richtung des Sonnenaufgangs, während der Eingang nach Süden zeigte und damit den „Weg der Toten“ symbolisierte.

Die Spanier  sahen darin heidnische Riten, zerstörten zahlreiche Temazcals und verboten zunächst allen die Benutzung, die sie nicht für die Heilung benötigten. Später wurde die Benutzung komplett unter Strafe gestellt. Es gab keine Geschlechtertrennung, man betrat das Dampfbad ohne Kleidung.

Über dem Eingang befand sich meistens ein Bild der „Gottesmutter“ Teteo-Innan. Heute findet man entsprechend an derselben Stelle noch an manchen ein Marienbild. Die Göttin Teteo-Innan entspricht der Göttin Temazcalteci, der „Großmutter der Bäder“. Ihr Kult war auch bei den Mixteken, Zapoteken und ist bei den Maya verbreitet. Die Großmütter repräsentierten die Weisheit und das Wissen der Erde.

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Heute werden sie hauptsächlich von Frauen betrieben. Sie stellen die Diagnosen, entscheiden über die Temperaturen und welche Kräuter gewählt werden müssen.

Gesungen wird zum Beispiel dieses:

“Agua mi sangre,
Tierra mi cuerpo,
Aire mi aliento,
Y Fuego mi espíritu.”

Water my blood,
Earth my body,
Air my breath,
And Fire my Spirit.

 

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Foto: Sw. Mexico. Gracias.

 

Wasser symbolisiert das Blut, Flüssigkeiten, Emotionen.
Erde symbolisiert den Körper, das Physische wie auch den Temazcal selbst.
Luft symbolisiert die Lebensenergie, den Atem.
Feuer symbolisiert das Spirituelle durch die heißen Steine.

 

In vielen Hotels Mexicos wird das Ritual ebenso angeboten. 90 Minuten Temazcal.
Es ist eine mystische Reise, in der man sich von der Vergangenheit und von dem, was der Mensch nicht länger braucht, befreien kann. Über dieses Ritual kommt man im Jetzt an.

Den Maya ging es immer darum, in Harmonie mit allem zu leben
Das Temazcal gehört mit zu ihren heilenden und heiligen Orten, an denen der Mensch in Balance gelangen kann.

 

 

 

 

 

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