Sein oder Nicht-Sein- der Baum unseres Lebens

buchstabensalat

Wozu all diese Buchstaben der vergangenen Tage?

Die Kabbalisten begreifen die sichtbare Welt als  ein Ausdruck von unsichtbaren dahinter wirkenden Kräften. Hebräisch repräsentiert eines der wichtigsten Sprachen zum Verständnis hermetischer und kabbalistischer Schriften, da vor allem die Urtexte in hebräischer Schrift verfasst wurden.
Buchstaben sind für sie auf geheimnisvolle Weise mit der Erschaffung der Welt verbunden. Sie sind das „Werkzeug“ der Kabbalisten. In der Welt der Kabbalah sind Buchstaben und Worte, die Gefäße, die das Licht des Einen in sich tragen.  Sie bestehen unabhängig von Tinte und Papier. Jeder Buchstabe  ist Vibration. Jeder Buchstabe weist eine ganz ureigene Schwingung auf. Sie sagen, eines der letzten Dinge, die Gott bei der Schöpfung dieser Welt machte, war, die genaue Form der Buchstaben festzulegen. Wo Gott wach wird, muss er sich absolut verwirklichen. Er kann sich nicht ein bisschen verwirklichen oder nur so-und-so verwirklichen. Er kann sich zum Beispiel nicht nur schlau verwirklichen. Er muss genauso viel Dummheit wie Weisheit verwirklichen. Jedes Licht hat seinen Schatten.

Zwei Mächte – einmal gegenübergestellt, beginnen sie eine bestimmte Arbeit

Sie sagen auch, Gott habe eine Gemahlin, die Shekinah heißt und sie seien immer gemeinsam in ihre Liebe getaucht und alles, was im Universum existiert, sei ihre Schöpfung, seien ihre Kinder. Shekinah ist die weibliche Präsenz von Gott.
Die geistige Schöpfung, so wie alle anderen Schöpfungen  sind nichts anderes als die Arbeit des männlichen und des weiblichen Prinzips. Werden gewisse Qualitäten erweckt wie Demut, Güte, habe der Eingeweihte  sich in die Gegenwart des weiblichen Prinzips versetzt, mit ihr verbunden. Um hingegen Macht, Willen, Kraft zu entfalten, verbindet er sich mit dem männlichen Prinzip. Ein „Eingeweihter“ sollte sich bemühen, Mann und Frau zugleich zu sein. Er sollte verstehen, sich beider Prinzipien zu bedienen. In der Kabbalah ist dieses Prinzip durch vier Buchstaben dargestellt.  JHVH= Jod He Vau He ist der Name Gottes. Der erste Buchstabe Jod stellt das männliche Prinzip dar. He das weibliche Prinzip. Vau ist ein Wiederholung des männlichen Prinzips und der letzte Buchstabe He eine Wiederholung des weiblichen Prinzips.
JHVH ist der Generalschlüssel zur Weisheit der Kabbalah. Es ist kein Name, sondern eine verbale, numerische und geometrische Formel. Ein sprachliches Symbol für Eine Wirklichkeit.  Es ist die Eine Idee, von der sich alle Manifestationen ableiten. Korrekt übersetzt bedeutet es: „Das, was war. Das, was ist. Das, was sein wird.

Materie ist eine Gestaltung des Geistes. 

Hebräische Buchstaben, Worte sowie Zahlen sind im Lebensbaum, dem Etz Chiim, zu verorten.  „Alle göttlichen Kräfte sind übereinander gelagert und sind wie ein Baum.“ Jede der zehn „Vasen“ (Qualitäten)  beinhaltet eine spezielle göttliche Energie.
Damit wird die Welt der Schöpfung, die Welt der Formgebung und die Welt der Materie durchströmt (Ain Soph- sozusagen der Saft des Baumes, das Formlose- besser nicht vorstellen, dann nimmt es sofort Form an)

sephirot diagramm2

Dieser Lebensbaum wurde mit einem psychologischen Anstrich  verfeinert.  Ich habe die ursprünglichen Bezeichnungen in Rot hinzugefügt. Quelle Grafik: Gaber.

Das Reich Gottes ist das Universum und der Sephirothbaum oder Lebensbaum ist eine der tiefgründigsten symbolischen Darstellungen.

Krone, Weisheit, Verstand, Gnade, Strenge, Schönheit, Sieg, Glanz, Fundament, Reich.

Kether, die erste Sephira, stellt den Beginn jeglicher Manifestation dar und Manifestation beeinhaltet Teilung, Polarisierung, das heisst das Erscheinen eines männlichen und eines weiblichen Prinzips, die notwendig sind, wenn etwas erschaffen werden soll.

Sind Sie jetzt irritiert? Wieso oben? Die Wurzel einer Pflanze  ist doch bekanntlich unten, im Boden?

Für die Pflanze stellt die Wurzel, den Kopf dar. Aber der wirkliche Kopf ist „oben“.  Unsere Wurzeln stecken im Geist.

Kether (Geist, Neptun), Chokmah (Weisheit,Uranus) und Binah ( Verstand, Saturn) sind die im Boden verankerten Wurzeln der höheren Welt.
Das ist der Blitzstrahl,  die Flamme, der Lichtstrahl, der sich spiralig in den Baum blitzt.
Das ist Jesus Samenkorn.
Das Himmelreich. Es wächst. Ist der Same gesät, wird es – das Himmelreich – größer als jedes Kraut, der Baum. Es  ist in uns und nicht wie von der Kirche fälschlich glauben gemacht, da oben,  getrennt von uns.  Der Tempel ist in uns, mit aller Macht und aller Kraft – und aller Verantwortung.

Einmal in der Erde, teilt sich der Same, er polarisiert sich.Das ist Chokmah, die Weisheit, das Zweipolige, der Gegensatz von positiv und negativ, von oben und von unten.

In Wahrheit bleiben alle Kräfte immer mit dem Kether (Geist)verbunden. Es gibt die Singularität und die Ganzheit. Beides ist eine Einheit. Hinter der  Getrenntheit liegt die Verbundenheit (danke an meinen gestrigen Kommentator)
Binah (Verstand) bringt  sie in Harmonie. Damit die Pflanze nun über der Erde erscheinen kann, ist das Eingreifen der vierten Sephirah, von Chesed (Mitgefühl, Jupiter), der Milde, notwendig. Chesed repräsentiert den Stamm des Baumes, die Kraft, welche die Widerstandsfähigkeit aufrechtzuerhalten versucht, was auch immer geschehen mag. Die fünfte Sephira Geburah (Urteilskraft, Mars), die Kraft, entspricht den Zweigen, die sich nach allen Seiten auszubreiten beginnen.

Die sechste Sephira Tipheret (Höheres Selbst, Sonne), die Schönheit, das sind die Blätter, die den Baum nicht nur schmücken, sondern ihm ermöglichen zu atmen und sich vom Licht zu ernähren.

Nach den Blättern erscheinen die Knospen, das ist die siebte Sephira Netzach (Venus), der Sieg. Wenn der Baum das Stadium der Knospen erreicht hat, bedeutet das, dass er alle Schwierigkeiten besiegen konnte und Früchte hervorbringen wird.

Von jetzt an geschieht eine große Arbeit in den Knospen, die Blüten hervorbringen werden. Das ist die Sephira Hod (Merkur), der Ruhm, das Lob. Der Baum bedeckt sich mit Blüten, deren Düfte er verschenkt, wie Weihrauch, um den Ruhm des Ewigen zu zelebrieren.  In der Blüte bildet sich schliesslich die Frucht, welche die Sonne reifen lässt, indem sie ihr Farben gibt. Das ist die Formung des Kindes, die neunte Sephira Jesod (Unbewusstes, Mond), die Grundlage. Die Frucht wird zum Ausgangspunkt für ein anderes Leben, einen neuen Baum.
Denn die Frucht, Produkt des Samens, enthält selbst wiederum Samen, und das ist Malkuth (Körper, Erde), die zehnte Sephira. Der Samen ist aus der 1, die er war, zur 10 geworden, das heisst symbolisch ausgedrückt, zur Vielfalt. Jeder Keim oder Same, der durch die Frucht hervorging, repräsentiert Malkuth, das Reich Gottes.
Wir sind heute die „gefallenen Menschen“. Der Mensch, wie er den göttlichen Schöpfern im Sinne lag nennt die Kabbalah Ishim oder Selige.

Wie kann man erkennen, dass es auch das Reich Gottes ist? Pflanzt einen Keim und alle anderen Attribute werden bald erscheinen. Also, Malkuth (Erde) und Kether (Geist,Neptun) vereinigen sich, der Beginn und das Ende der Dinge sind identisch. Darum sagte Jesus, dass man das Reich Gottes (Malkuth) mit dem Senfkorn vergleichen kann.

Jetzt werden Sie vielleicht denken: Alles schön und gut. Was kann ich damit für mein Innenleben anfangen?
Viel. Ich wiederhole es noch einmal: VIEL. Es kann Ihr Leben verändern.

Das Senfkorn kann interpretiert werden als ein Gedanke oder ein Gefühl. Und was ist ein Gedanke oder ein Gefühl? Es ist ein Keim, der winzig scheint. Pflanzen wir ihn, und wenn er rein ist, uneigennützig und intensiv,  wenn wir ihm also gute Bedinungen geben, wird er der Ausgangspunkt für die Errichtung des Reiches Gottes sein. Wir kreieren diese Welt mit unseren Gedanken und unseren Worten. Das Universum ist durch Geist geschaffen.  Nicht die Gene beinflussen den Menschen, sondern sein Bewusstsein, sagt nun auch die Forschung der Zellbiologie.

„Die Vögel des Himmels werden sich in seinen Zweigen niederlassen“, sagte Jesus.  Die Vögel, das sind die Engel. Sie besuchen den Menschen, der das spirituelle Leben begonnen hat. Sie finden in ihm eine Zuflucht, sie ziehen endgültig bei ihm ein und erfüllen ihn mit ihrem Licht und ihrer Gnade.

Es steht geschrieben, Gott habe den Menschen nach seinem Bild und Gleichnis erschaffen. Was bedeutet das?
Es lohnt sich, über das Bild des Samens und des Baumes nachzudenken.  Die ganze Frage von Bild und Abbild ist in der Distanz, die den Samen vom Baum trennt, enthalten.

neuanfang

Leben

Psychologie der Entwicklung und Entdeckung
Der Mensch auf dem Pfad der 22 Wege seines Lebensbaumes:

Weniger blumig. Hier rollen die harten Fakten.

Ein Schleier trennt unsere körperliche Erfahrungsebene von der mentalen. Wir identifizieren uns. Wir sind Empfinden, Fühlen, Denken oder eine Kombination daraus. Ausgehärtete  Filter, die sich in uns breit machen. Der Prozess ist weitgehend mit der Pubertät abgeschlossen. Bei den meisten zumindest…Es folgt eine gehörige Portion Ego. Von  da an  bedarf es intensiver Krisenerlebnisse, um dieses Gleichgewicht erneut zu erschüttern und einen neuen Anpassungsprozess anzustoßen. Die größte und bedeutendste Anstrengung der meisten Menschen zeit ihres Lebens besteht darin, dies zu verhindern. Und darum werfen wir das Wertvollste über Board.  Warum  tun wir dieses ?  Nun, weil wir freiwillig etwas aufgeben sollen: die Aufgabe der Illusion des Egos. (unteren vier Sephiroth.) Und das passt uns gar nicht. Es erscheint uns als einziger fester Punkt, als im Boden verankerte Boje – unsere ausgehärtete Struktur, die wir für den Kern unseres Wesens halten. Darum erkennen wir nicht, dass wir unser Gebäude auf einer Illusion aufgebaut haben.

egoauto

Auf der Ebene des  Egos existiert kein Zentrum, keine Boje. Dort ist  kein fester Punkt zu finden, der aus sich selbst heraus eine individuell geformte Energie hervorbringt und erhält. Nicht gut, sagen die Kabbalisten,  denn all das braucht  es für die Existenz einer harmonischen Welt.  Innen wie außen. Verbindung der weiblichen mit der männlichen Kraft.Verflechtungen mit den Gestirnen, mit der Kosmologie erkennen. Die Schöpfung als ein Hologramm begreifen.  Die Verbindung der Schöpfung mit dem Schöpfer.  Die Welt in Harmonie mit den universellen Lebensgesetzen bringen. Das ist das Anliegen der Kabbalisten. Also heißt es:

Neu ausrichten

Jeder dieser Erfahrungskanäle (Sephiroth) schafft eine höhere Wirklichkeit. Tore, die wir zu durchschreiten haben. Wege, die wir begehen. Sie können neu bewertet und verarbeitet werden. Wir machen uns auf die Suche nach dem festen Punkt, in Richtung Tipareth (Höheres Selbst). Der Schleier muss dafür ent- und gelüftet werden. Es wirken Energien.  Im Tipareth erwartet uns das Zentrum des Höheren Willens.  Ein strahlender Punkt, der die Reaktionen des Unbewussten (Jesod)  auf die einströmenden Energie hinter dem Schleier vorstrukturiert und mitgesteuert hat.
Hier wird`s unruhiger. Hier schaukelt es ein wenig. Die Aufgabe der Illusion des Egos und die Annäherung an das eigentliche Zentrum des geistigen Menschen sind nicht ohne Risiken und Widerstand zu bestehen.

Warum?
Die Antwort findet sich in der Konstitution der äußeren Wirklichkeit. Unser mechanisches Verhalten im Ego ist keineswegs zufällig. Wie überhaupt gar nichts zufällig ist.  Das ist alles so gewollt. Die Schöpfung hat einen weitgehend automatisierten Prozess geschaffen. Wir entkommen dem Wandel nicht. Der ist sichergestellt.

Egal, was wir von dem Wandlungsprozess halten, ob wir ihn als schmerzhaft, als unnötig, als erkenntnisreich oder als Weg der inneren Reifung wahrnehmen, er kann vom menschlichen Bewusstsein nicht aufgehalten oder unterbrochen werden. Gleichgültig, was der körperliche Mensch von den Dingen hält, die ihm täglich widerfahren, von seinem Schicksal, seinen Freuden und Enttäuschungen – er bleibt stets Aufnehmender, Erfahrender, Verabeitender. Die eigentliche Entscheidung für oder wider die aufzunehmenden, zu verarbeitenden Erfahrungen obliegt ihm nicht. Der Mensch kann sein Schicksal nicht ablehnen.

Tja, so etwas dachte ich mir schon…

Wagnis, Probe, Verlockung, Versuchung – alles ist auf dem Pfad möglich. Mangelnde Hoffnung, mangelnde Tugend, mangelnde Kraft – all jenes kann zu einem Abweichen vom durch den Willen gesetzten Ziel führen. Kraft  ist hier nicht im patriarchalischen, moralisierenden Sinn gemeint. Ihre Bedeutung bezieht sich allein auf den gesundheitlichen Zustand des organischen Systems Mensch  auf physischer, astraler und mentaler Ebene. Kräftigend ist hierbei jeder Einfluss, der die Ressourcen des Systems erhöht, als schwächend können alle Einflüsse gelten, die die Ressourcen des Systems in schädlicher Weise verringern.

Jetzt wird`s wichtig! Diese Reaktivität des menschlichen Bewusstseins, dieses den schicksalhaften Impulsen ausgeliefert sein, ist nach kabbalistischer Weltsicht die Bedingung dafür, dass das Höhere Selbst über die Strukturen des Unbewussten, den eigentlichen Lern- und Erfahrungsprozess des körperlichen Menschen anleiten kann.
Wir überschreiten eine Schwelle. Mit dem Überschreiten der Schwelle oder eines  Schleiers erhalten wir wieder Anschluss an unser Höheres Selbst. Wir setzen unser Ego außer Kraft, treten mit dem Höheren Selbst in dialogischen Kontakt. Zugleich werden die Impulse des Höheren Selbst dem Bewusstsein direkt zugänglich. Es kann variiert, angepasst, verändert werden.

Wir wachen also auf und werden aktiv.
So ganz einfach ist es aber dann doch nicht. Wo immer ein Dialog stattfinden soll, ist  ein Gegenüber vonnöten.  Es gibt  einen Hüter der Schwelle.

Alle Probleme  materieller, emotionaler und intellektueller Art, die unsere Seele nicht auf der materiellen Ebene lösen konnte, vor denen sie zurückschreckte oder denen sie zum Opfer fiel, konzentrieren sich zum Hüter der Schwelle, sagen die Kabbalisten.
Was heißt das nun wieder?

Sie werden auf der Astralebene zum Höllenhund. Und damit ist der nächste Entwicklungsweg stets bewacht.

Ich richte meine Augen lieber auf Passionsfrucht-Sorbet. Vielleicht doch erst später..es heißt ja nicht ohne Grund, dass wir unseren ganz speziellen Problemen immer wieder begegnen, immerfort,  bis wir sie gelöst haben, ob in diesem Leben oder im nächsten interessiert das Leben dabei nicht.

chihuahuaDieser Höllenhund kann in seinem Wesen alles sein. Seine Erscheinung hängt davon ab, durch welche Art von Emotion, Leidenschaft, Schwäche, durch welche Imagination er hervorgebracht wurde. Seine Materie ist Gedankenkraft.  Der sitzt uns also im Nacken wie ein Parasit. Das Geheimnis seiner Herrschaft ist die Angst.
Wir begeben uns unter einen schwächenden Einfluss.  Viele unbemerkte Einflussnahmen sind diesem vorausgegangen.  Verstrickt in das Leben mit unseren Vorzeigeschatten, Projektionsschatten oder mit unseren Enthüllungsstories von Schatten anderer Menschen (Abwertung des anderen, Erhöhung eigener Selbstwert).

Wie begegnet man dem Hüter der Schwelle?

hallo liebe angstDass dieses nicht gefahrlos geschehen kann, liegt in der Natur des Dialogs.

„Hallo, liebe Angst, hallo liebes Ungelebtes, liebe versteckte Scham und Schuld, ich trete jetzt in den Dialog mit euch, sonst geht es nämlich bei mir nicht weiter. Kommt an mein Herz.  Das Höhere Selbst wartet auf mich. Wo Licht hinfällt, da entsteht auch Schatten. Sieht man Schatten, ist auch irgendwo der Schalter für das Licht.  C.C. Jung in den 50er Jahren. „
Nur nicht  Persona mit dem Ich verwechseln. So einfach kann nicht Licht werden, wo Schatten war, denn jede neue Lichtquelle wirft auch wieder neue Schatten.  Schattenakzeptanz ist angesagt: Das, was am meisten ängstigt, was wir am tiefsten an uns ablehnen und unsere Persona am intensivsten bedroht.

Für den einen kann es der Schleier sein, der einen Durchgang zu einer höheren Einheit verbirgt. Für den anderen kann es der Höhepunkt seines inneren Zerbrechens sein, die innere Spaltung.

Die Besinnung folgt.

Wir sind eine substanzlose Konstruktion. Wir sind das Gerüst aus Schatten und Licht, durch das die Hand der Erkenntnis hindurch fährt. Alles war in unserem Keim von Beginn unseres Lebens in uns. Wären wir nicht so blind, würden wir nicht in jeder Minute das gleiche Ausmaß an Angst ertragen. In der Begegnung mit dem Hüter der Schwelle wird noch ein weiteres tiefes Geheimnis  klar. Dieses hier: auch die lichte Seite unseres Charakters ist nur geschaffen, um die Schattenseite zu verbergen.  Die Illusion finden wir also weder in der Persona noch im Schatten. Beides ist ein Produkt unserer Gefühle (Netzach) und Gedanken (Hod).

Das ICH – unser fester Punkt –  tritt als Irrlicht in den Kreis des Bewusstseins.  Dahinter erst findet sich Substanz: das Unterbewusste als Zentrum menschlicher Kräfte.
Es bedarf der gründlichen Selbsterkenntnis. Ohne Schonung müssen wir wissen, wie viel des Guten und welcher Schandtaten wir fähig sind.

Und wir müssen uns davor hüten, dass eine für wirklich und das andere für Illusion zu halten.

 

kuchenerschlagen3

Das waren vier Semester Entwicklungspsychologie. 3500 Seiten Lesestoff. Rabbi Martina sagt für heute nichts mehr. Keinen Ton.

Ein letztes leises Tönchen:

Die Kabbalisten haben unsichtbare Helfer, um uns aus dem Schlamassel (jiddisch) zu ziehen und unser Bewusstsein zu erweitern.
Davon erzählt mein nächster Beitrag

Advertisements

Ein Kommentar zu “Sein oder Nicht-Sein- der Baum unseres Lebens

  1. magguieme sagt:

    Die ganze Frage von Bild und Abbild ist in der Distanz, die den Samen vom Baum trennt, enthalten. – Danke für diesen Gedanken. Der macht Sinn und wird mich – das ahne ich schon an der Art der Berührung – noch öfters in mir wirken, auf- und abtauchen, seine Tauglichkeit beweisen und Beispiele zeigen.
    Es ist immer eine Wucht, eine riesige Welle, die durch deine Texte auf mich zu kommt. Beim Verstand kommt bei weitem niht alles an, doch ich gehe davon aus, dass es auch andere Kanäle gibt und die lassen mich fleißig weiterlesen. Ein Dank an Rabbi Martina für den Kraftakt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s