Vergebung

energie

Wenn ein Stammesmitglied der Babemba in Südafrika ungerecht gewesen ist oder unverantwortlich gehandelt hat,wird er in die Dorfmitte gebracht, aber nicht daran gehindert wegzulaufen. Alle im Dorf hören auf zu arbeiten und versammeln sich um den „Angeklagten“. Dann erinnert jedes Stammesmitglied, ganz gleich welchen Alters, die Person in der Mitte daran, was sie in ihrem Leben Gutes getan hat. Alles, an das man sich in Bezug auf diesen Menschen erinnern kann, wird in allen Einzelheiten dargelegt. Alle seine positiven Eigenschaften, seine guten Taten. Seine Stärken und seine Güte werden dem „Angeklagten“ in Erinnerung gerufen. Alle, die den Kreis um ihn herum bilden, schildern dies sehr ausführlich. Die einzelnen Geschichten über diese Person werden mit absoluter Ehrlichkeit und großer Liebe erzählt. Es ist niemanden erlaubt, das Geschehene zu übertreiben und alle wissen, dass sie nichts erfinden dürfen. Niemand ist bei dem, was er sagt, unehrlich und sarkastisch. Die Zeremonie wird so lange fortgeführt bis jeder im Dorf mitgeteilt hat, wie sehr er diese Person als Mitglied der Gemeinschaft schätzt und respektiert. Der ganze Vorgang kann mehrere Tage dauern. Am Ende wird der Kreis geöffnet und nachdem der Betreffende wieder in den Stamm aufgenommen worden ist, findet ein fröhliches Fest statt.

BabembaAls ich davon las, dachte ich: Ja. Ja. Ja. Das ist es. Ja!

„Ja. Ja. Ja.“ dachte ich wieder. Gott hat die Vielfalt geschaffen und gibt allem seinen Raum, er gibt jedem die Möglichkeit sich zu entfalten und sein eigenes Sosein zu leben.
Warum geben wir nicht allem Raum, auch dem, was wir nicht verstehen? Warum nehmen wir es nicht in Liebe auf, vielleicht verstehen wir es dann besser?

„Ja. Ja. Ja.“ , rief ich erneut. Diese Geschichte der Babemas ist ein Beispiel für das, was  möglich ist, wenn wir anderen gerade dann  Liebe reichen, wenn sie es am nötigsten haben. Eben in  genau solchen Momenten, in denen wir denken, sie hätten sie am wenigsten „verdient“, weil  sie uns das Leben  schwer machen. Sie nicht abstrafen, sondern ihnen zeigen, wie wichtig und wertvoll sie für die Gemeinschaft sind.  Sie  an all ihre positiven Eigenschaften  erinnern. Ihnen Respekt und Achtung nicht entziehen.

 

Es würde mehr Frieden auf der Erde geben, wenn jeder an seinem eigenen Platz sein würde und mit diesem Platz zufrieden wäre. Und ich dachte auch : Aber es gibt immer wieder Menschen, die gerne da wären, wo andere sind und diese zurückdrängen und einschränken, um selbst mehr Platz zu haben. Anstatt dem anderen liebevoll zu begegnen und danach zu streben, ihn zu verstehen, versucht man, sich starr abzugrenzen und den anderen loszuwerden. Und dann dachte ich über die Seelen nach und ihr Ankommen in einem Körper und wie sich das Menschenleben so zeigt.

der weg2Es ist doch so: Man wird vollgestopft mit Wissen. Das Motto: ‘Teile und Herrsche’ regiert die Welt. Wir leben abgetrennt von der Natur und von uns.  Am Ende versklaven wir uns selbst.  Man flösst uns ein, wir seien schwach und machtlos. Das alles ist vermutlich eine große, fette Lüge.
Es gibt keinen Grund. Weshalb sollte ich nicht mächtig sein?

Und überhaupt!
Was ist ein Menschenleben?
Die ersten 30 Jahre versucht man etwas zu werden. Zunächst  ein gutes Kind, dann ein guter Schüler, ein guter Auszubildener, ein guter Berufstätiger, eine gute Ehefrau, ein guter Ehemann.  Alles, was ich aus diesem Blickwinkel sah, war: es ist nicht okay,  wie ich bin. Ich musste gut werden. Sie, liebe Leser, vermutlich ebenso.
Irgendwann begriff ich, dass ich das Spiel nicht verstanden hatte.
Das Spiel ist nämlich, herauszufinden, was ich bereits bin.

Ich bin nicht als Martina geboren, sondern als Mensch.  Als Seele, die sich diesen Körper ausgesucht. Das Land, das Geschlecht, wem ich begegnen möchte – alles schon vor der Geburt ausgesucht.  So lernen wir auf unsere bestimmte Art, was wir lernen wollen. Kein Mensch gleicht dem anderen, dachte ich und staunte mit großen, blauen Augen.  Und doch orientieren wir uns am Kulturkreis, an der eigenen Familie, an Freunden, Bekannten oder Kollegen, dachte ich auch. Ich lernte  also  schon kurz nach meiner Geburt, wer ich bin, ob ich gut bin oder böse, erfolgreich oder nicht.  All das ist angelernt. Du siehst jemanden an und es heißt in unserem Kulturkreis: schlauer, dümmer, älter, jünger, ärmer, reicher, hübscher, moralischer. Wir machen all diese Unterscheidungen, um Menschen in Kategorien einteilen zu können und sie dementsprechend zu behandeln. Wir betrachten die Menschen als von uns getrennt, weil wir nur das wahrnehmen, was uns von ihnen unterscheidet.
Seither stört uns das Ausdrücken der Zahnpastatube, der Waschlappen der immer am Becken liegen bleibt, der Nachbar, der die Musik zu laut aufdreht,

weniger stört uns,was ein Eingeborener gerade im Kongo tut.

Ich lernte, dass viele Menschen sich erst richtig wohl fühlen, wenn sie kämpfen können und sie ihr aggressives Verhalten selbst als Stärke erleben. Die Aggression begegnet uns in vielen Schattierungen, als Ehrgeiz, als Eitelkeit, als Eifersucht, als Neid, als Geiz, als Haß, als Überheblichkeit, Arroganz, Zorn oder als Recht des Stärkeren.  Gewinnt die Aggression nicht seinen Kampf -trotz der vielen eingesetzten Energien – richtet sich diese Aggression gegen ihn selbst. Die Diagnose lässt dann nicht lange auf sich warten: Magenkrämpfe, Darmerkrankungen, Gallenleiden, Herzerkrankungen.

Ich lernte, wir leben zwischen Ying und Yang und zwischen Krieg und Frieden in dieser Welt.

Wenn unser eigenes Leben von etwas Fremden berührt wird, fängt es an, zu stören. Toleranz ein großes Wort, gerne verwendet von vielen Menschen.  Letztlich hat Toleranz nur mit unseren eigenen Grenzen zu tun. Aber gerade an der Grenze zwischen Ich und Du wird erst Begegnung möglich. Toleranz hat auch mit Verständigungsproblemen zu tun. Wen du liebst und magst, den kannst du leicht tolerieren. Toleranz hat auch mit Toleranzerweiterung zu tun, da, wo dein Bewusstsein zu eng ist, wo du den anderen nicht verstehst, fängt er an, dich zu stören.
Toleranz kommt aus dem Lateinischen. Ich dulde. Aus meiner Sicht, fühlt es sich nach einer erhabenen Haltung. Für wie lange toleriere ich?  Was, wenn das Tolerierte auf  Toleranzgrenzen eines engen Bewusstseins trifft? Toleranz heißt nicht, dass ich das zu Tolerierende verstanden haben muss.

Nun hat Gott aber jedem Menschen Willensfreiheit gegeben und er lässt jedem Wesen den Raum, sich innerhalb der Gesetze der Schöpfung frei zu entfalten.  Und so sitzen wir mitten drin in vielen, bunten Lernerfahrungen.

Wie wäre es mit Akzeptanz? In Anerkennung der Vielfalt dieser Schöpfung,  dem Anderen mit Respekt und Achtung zu begegnen.

Akzeptanz  bedeutet annehmen, anerkennen, mit jemanden einverstanden sein. Akzeptieren können wir nicht jeden und nicht ohne weiteres. Es setzt voraus, daß wir verstanden haben und das, was wir sehen und hören auch in unser Weltbild aufnehmen können.
Akzeptanz verschließt sich nicht, sondern öffnet sich und lässt Vielfalt hindurch strömen, um selbst zu lernen und zu wachsen. Um sich bereichern zu lassen.

Die meisten Dinge sind so wie sie sind.  Was kümmert uns denn ein Berg, ob er hoch oder steil ist? Interessiert uns doch auch erst, wenn wir ihn besteigen wollen, wenn wir von ihm hören.

Wir sind eins mit allem, was ist. Das ist einfach so.

Eine der dramatischsten Erfahrungen in meinem Leben war es, mit einer Person zusammen zu sein und dann plötzlich zu erkennen, wie sehr ich ihr gleiche und diese Person nicht anders ist, als ich bin.  Man erlebt, dass das Wesentlichste in dir und mir in der Tat ein und dasselbe ist. Man versteht, dass es überhaupt kein „anders“ gibt.

Es ist alles eins. Alles ist aus dem Einen.

Das Leben ist wie eine Fahrt in einem Vergnügungspark. Wenn wir die Fahrt beginnen und denken, es wäre die Realität, dann ist unser Gehirn problemlos in der Lage, es real erscheinen zu lassen. Die Fahrt geht hoch und runter, hin und her, mal Nervenkitzel,  mal mit kaltem Schauer. Sie ist sehr hell und in Farbe und es ist ziemlich laut – und es macht Spaß – eine Weile lang. Man fragt sich. Ist das echt, oder ist das nur ne` Fahrt?  Andere sagen: Macht euch keine Sorgen und habt niemals Angst, denn das ist nur ne` Fahrt. Und wir bringen diese Leute um. Bringt ihn zum Schweigen! Ich hab in diese Fahrt investiert! Schaut Euch meine Sorgenfalten, mein dickes Bankkonto und meine Familie an, das muss echt sein.

Es ist nur eine Fahrt. Es ist nur die Wahl. Aber das macht nichts, denn es ist nur eine Fahrt, die wir jederzeit ändern können. Es ist nur die Wahl. Kein Aufwand, keine Arbeit, kein Job, keine Ersparnisse.

Nur die Wahl, hier und jetzt, zwischen Angst und Liebe.

Das Ego-Bewusstsein ist dabei der größte Betrüger, den man sich vorstellen kann. Weil man es nicht sehen kann. Das Problem ist, dass das Ego sich da versteckt, wo man es am wenigsten erwartet. In sich selbst. Es verkauft seine Gedanken als die Ihren. Seine Gefühle als die Ihren. Sie halten es für Ihr Selbst. Menschen verteidigen ihr Ego ohne Grenzen. Sie werden lügen, betrügen, stehlen, morden, um ihre Ego- Grenzen zu behalten. Die Leute haben keine Ahnung, dass sie im Gefängnis sitzen. Man realisiert nicht, wie durchtrieben das Ego wirklich ist.  Durch die Erfindung dieser ur-eingebildeten Abgrenzung entstehen dann echte Feinde. Etwas wie einen äußeren Feind gibt es aber nicht. Egal, was die Stimme in ihrem Kopf mir oder  Ihnen sagt,  Alle Feindbilder, die wir haben, spiegeln nur die Ängste unseres Egos wieder. Den Feind in uns.
Dein größter Feind ist deine eigene Selbstwahrnehmung, deine eigene Ignoranz, dein EGO.

 

In einem Tempel des Friedens ist es vollkommen friedlich, weil alles an seinem Platz ist und nichts den anderen stört.  Hier können wir selbst sein, weil uns niemand dabei stört. Was den anderen stört, sind Übergriffe auf sein Leben, auch verbale Übergriffe, wenn du zum Beispiel versuchst, den anderen zu manipulieren oder dafür beinflusst, damit er sein eigenes Leben deiner Meinung nach besser leben kann.
(S.B)

 

elefantliebe

 

Es heißt, Vergebung ist das Mächtigste, was wir Menschen uns reichen können, um diese Welt zu heilen.

Nelson Mandela war einer der großen, der darum wußte. Der innere Frieden ist ein wichtiges Ziel jedes Menschen.  Dann kann die Lebensenergie wieder frei fließen. Aus der Ruhe kommt die Kraft. Es geht dabei nicht um das Vergessen oder darum, alles hinzunehmen, sondern darum, uns nicht als  hilfloses Opfer zu fühlen und uns davon zu befreien.  Vergebung befreit uns von gedanklichen Bindungen des „Was- uns- angetan- wurde“ und sie befreit uns von  jenen destruktiven  Gefühlen, die sich letztlich gegen uns selbst richten.  Vergebung ist  ein Prozess der Selbstheilung.  Wir finden zurück zu einer bejahenden Haltung. Unser Glück hängt nicht von einem anderen Menschen ab, auch wenn wir und das immer mal wieder einreden.  Wir machen unsere wahre Stärke geltend. Unser Leben nimmt seinen Lauf. Wir tragen Sorge für uns selbst. Das nennen wir innere Heilung.  Wir vertrauen diesem Prozess. Wir können darauf vertrauen, dass etwas Gutes geschieht. Vergebung kann sogar chronische Rückenschmerzen und Depressionen lindern.  Wir lassen innere Widerstände los. Wir gehen im Moment der Vergebung mit unseren Gefühlen um.  Wer anderen vergibt, ist für etwas, das ihm angetan worden ist, nicht nachtragend und zur Versöhnung bereit .  Vergebung findet immer im eigenen Geist statt.  Erst die Vergebung befreit von Energieknollen, die wir Groll und unterdrückten Zorn nennen.

Wir sind angehalten, viele Dinge anzunehmen, uns selbst, so wie wir sind, unsere Gefühle, unsere Bedürfnisse, den Stand unserer Beziehungen mit ihnen, Probleme, Segnungen. Eine Abwehrhaltung bringt uns nicht weiter. Akzeptieren ist jene Zauberformel, die eine Veränderung ermöglicht. Sie bringt Frieden und Zufriedenheit. Sie wirkt nicht ewig, sondern für den Augenblick. Sie richtet das Licht positiver Energie auf alles, was wir haben und sind. Ich setze mich nicht zur Wehr. Ich mache Fortschritte, indem ich akzeptiere, dort zu sein, wo ich heute bin.

Ich bin bereit zu vergeben. Mir selbst und anderen zu vergeben befreit mich von der Last der Vergangenheit. Vergebung ist die Antwort auf fast alle Probleme. Ich vergebe, und schenke mir damit die Freiheit

 Alles, was wir brauchen, wird uns zuteil.
Ich lehne Angst ab.  Ich lehne kurzsichtiges und
kleinmütiges Denken ab.

Ich öffne mich der Fülle.

 

 

 

 

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