Vom Suchen,Finden und Fragen

Gotteserfahrung

„Was ist das hier nur alles mit diesem endlosen Kreislauf von Zusammenkommen und Auseinandergehen, von Vereinigung und Trennung,  mit jenen Wurzeln  aller Existenz: Erde, Luft, Wasser, Feuer. Jeder kleine Blubb, jeder kleine Knall, vom Lebenszyklus der Sterne bis zum kleinsten Insekt, all diese Dramen kosmischen Ausmaßes – nach bestem Wissen wissenschaftlich vermessen – sind vermutlich nichts weiter als das kollektive Seufzen von uns Menschen. Unsere Augen sind aus Erde gemacht. Selbst wenn wir in den Weltraum geschossen werden würden, sähen wir wahrscheinlich nichts als Erde“,  sagte ich und seufzte laut in die Sternenwelt, die über uns funkelte.

Augen oeffnen2

„Na, du scheinst dich ja in der Ewigkeit auszukennen“, sage Brunhilde und lachte.  „ Du könntest dir ja eine Bohnenranke seufzen und hinaufklettern, dir einen Überblick durch alle Wolkenschichten hindurch verschaffen, Martina.  Mein 82-jährige Freundin sah mich mit einem amüsierten Blick an.
„Lächelst du gerade meine Gedanken an?“, fragte ich.
„Nein, nein. Vielleicht ist es wirklich so einfach, dass wir es glatt übersehen mögen. Frage nicht so viel, Martina.  Mit den Fragen ist das so eine Sache. Einer fragt, woher es kommt, und der überhaupt nicht fragt – genau der erhält Antwort.  Lebe dieses Leben ohne Wie? Und Was? Und warum?

„Dann nimmst du mir einen Wesensteil meines Menschseins. Wir sind nun einmal Suchende!

„ Die Suche nach was? Nach dem Ideal von was? Das ist doch nur eine Fantasie des Verstandes.“

„Aus seiner Seelenfamilie herausgerissen zu werden, muss irritieren. Unsere Sehnsucht hat Gott auch geschaffen. Unseren Verstand ebenso.

„Ja, aber du musst all das in dir vereinen. Du sollst dein Denken nicht aufgeben. Nutze die Kraft deines Denkens lieber dafür, in die Ruhe zu kommen. Dann schwingst du auf einer anderen Frequenz. Wenn wir zu kopflastig sind, dann besteht ein Ungleichgewicht. Das schafft unnötige Spannungsfelder in dir. Der Weg zu deinen Antworten liegt nicht im Fragenstellen, sondern im Fühlen deines Herzens. Fühle die Wahrheiten in dir! Jede Kultur – und da nehme ich nicht mal die Religionen aus – sorgt dafür, dass schon die Kinder, den Kontakt mit dem Herzen verlieren. Dafür gibt es einen Grund, Martina. Alles, was wirklich gefährlich werden kann, kommt aus dem Herzen“, erklärte sie.

„Nicht jede Kultur. In der Kultur der indigenen Völker aller Traditionen der Welt ist das anders. Sie wissen um den Zugang zum Herzen und geben dem im Herz Gesehenen eine Bedeutung“, erwiderte ich.

„Ja, aber in unseren Breitengraden haben wir den Kontakt zum Herzen weitgehend verloren. Mit dem  Verstand fühlt man sich sicher. Du kannst alles vermessen, beurteilen, abwägen. Man ist nicht alleine. Wenn so viele Leute in die Richtung laufen, wird es schon irgendwie stimmen. Du stößt auf Mauern aus Gedanken, umzingelt von Ideologien und Interpretationen, auf Menschen, die unendlich raffen, auf ein Immer mehr. Es schließt so viel aus. Mit dem Herzen bist du alleine. Keiner ist bei dir. Wohin die Reise geht, weißt du dann nicht mehr.“ Sie lachte noch einmal.

Meine Grübchen wuchsen zu zwei Gruben heran. Ich zog Luft ein.
„Rhuka de Koodsha!“
„Bitte?“
„Rhu– ka dä-ä  Ku-utscha“ wiederholte ich und sah dabei in den Sternenhimmel. „Das ist Arämisch. Der Heilige Geist. Ist der Heilige Geist auf dich übergegangen? Du weißt schon Spirtus sanctus.“ Ich lächelte blitzsauber.

Ein anerkennender Pfiff. Ein Daumen hoch.
Dafür flupste sogleich eine Praline in meinen Mund.  Hops.

„Ich wünsche dir, dass du den Erfolg in dir suchst, Martina. Fokussiere deine Gedanken. Lenke Sie. Überwinde deine inneren Grenzen und du wirst so weit gehen, wie du dir es niemals hättest träumen lassen. Es ist völlig egal, wie du dich zufällig fühlst. Warum der gute Moment plötzlich kein guter mehr ist. Wir lieben die Liebe und hassen den Hass. Es gibt da aber so etwas wie einen Urzustand der Liebe. Der geht genau über diese Trennung hinaus.  Diese Verbindung zum Urzustand kannst du nutzen. Bewusst nutzen. Du hast die Fähigkeit der Wahrnehmung. Du kannst dein Ego wahrnehmen. Und du kannst dein Selbst wahrnehmen. Alles eine Frage der Bewusstheit. Um mit die Verbindung zum Urzustand aufzubauen, braucht es einer Frequenz, eines Bewusstseinszustandes. Stell eine direkte Verbindung her zu der Urquelle. Das hat reinigende Wirkung. Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es ist eures Vaters Wohlgefallen, euch das Reich zu geben (Lukas12,32).  Es ist jederzeit zugänglich. Es ist in dir.  Höre nach innen, fühle nach innen.

Hier ging es jetzt mit vollem Elan ans Eingemachte.

„Wenn du dich auf deiner Seins-Ebene aufhältst, verströmst du eine andere Schwingung.
Dann kommen Qualität wie Liebe und Vergebung zum Ausdruck. Dann vertraust du in das Leben. Dann wirkst du mitfühlend, begeisternd und lebendig in die Welt hinein, fühlst Glück, erhältst Inspiration, erlebst Freude, Friede, Licht und Kraft. Das ist etwas anderes, als Angst und Scham oder Schuld, Neid und Eifersucht, Mangel und Begrenzung zu fühlen. Dann fühlst du die Gutwilligkeit des Verstehens und der Versöhnung. Des Menschen Unmenschlichkeit des Menschen gegenüber, lässt Abertausende klagen, schrieb der schottische Dichter Robert Burns. Du brauchst nur die Zeitungen aufschlagen.
Ich bin, ist das Brot des Lebens. Das ist die geistige Nahrung, die dich nährt. Das ist, als würdest du deinen Garten umgraben, Mit dem Umgestalten wird sich auch deine Erfahrung verändern.“

computerfreiertag3 Ich seufzte tief.

„ Alles beginnt dort, wo du dich selbst wahrnimmst. Spüre dich.  Vertraue deiner eigenen Wahrnehmung.  Vertraue in das Leben. Teile Pflanzen nicht mehr in Nutzpflanzen und Unkraut ein. Wir lernen von den tollen Menschen und wir lernen von weniger tollen. Bleib in deinem eigenen Tempo.  Mit 82 Jahren darf ich fragen, welche Vorteile hätte es, hätten wir alle wieder das Tempo von vor 100 Jahren? Mach genau dann eine Pause, wenn du das Gefühl hast, keine Zeit zu haben. Wer sich selbst besiegt ist stark, nicht wer andere besiegt. Liebe ist Vertrauen. Frage nicht Warum?..Wie?…Wodurch?… Mit den Worten Paulus hört sich mein Anliegen derart an: Um solcher Ursache willen, erinnere ich dich, dass du erweckest die Gabe Gottes, die in dir ist…(Timotheus 1,6)

 Nicht wissen, wie einem geschieht, das ist die Bewahrung des Lichts.

Advertisements

4 Kommentare zu “Vom Suchen,Finden und Fragen

  1. Anonymous sagt:

    Jetzt ist mir doch der Blog-Einstieg geglückt! Nix Manfred! Selber groß! War ja ganz einfach! Ein Klick. Basta. Wer häb au dees denkt!? (hiesiger Dialekt: wer hätte das gedacht!? heißt’s.)
    Gefällt mir, dieser Gedankenaustausch auf dem Dach! Anregend! …und die netten Illustrationen dazu! Deine Arbeit? Chapeau! vielleicht gibts ja noch mehr zu lesen? Oder ist das nicht geplant?

    • martinakunze sagt:

      wer häb au dees gedenkt. Danke auch für die Übersetzung. Entzückend, ich käme mit Wörterbuch angereist…*lach
      Du bist eine Heldin. Ganz alleine durch das Tor geschritten, herzlich Willkommen, liebe Margot!! Viele der Zeichnungen sind meine,die Priester habe ich alle umgehauen! Ist doch wahr! Das Mädchen, dass sich ihre Welten pustet auch. Das kleine Mädchen stelle ich in Fotos, die bereits existieren. Manches ist so ne Art Fotomontage, viele der Fotos sind meine, nicht alle, dann käme ich nicht mehr zum Schreiben. Die tollen Fotos Gesetz der Leere, erhielt ich vor einem Jahr von einer Freundin. Jetzt mochte ich sie einbauen. Ich spinne ein wenig herum, entstanden mal aus der Idee, meine Thailand-Gruppe auf dem Laufenden zu halten, machte ich mich nach Mexico auf. Schrieb über Kaffee, über Maya, über meine Zeit auf der Ranch, dann ging es um „neues/altes“ Wissen. Und jetzt quante ich hier schlaumeierisch herum. *lach…Sind meine Fragen, Fragen, Fragen an das Leben, Es macht Spaß -in allen Verrücktheiten meine Fragen an das Leben zu stellen. Im Kern begann es nach Rückkehr mit Mexico mit der Frage: Was will durch mich zum Ausdruck gebracht werden? so begann alles…. Dann bekam ich liebe Reaktionen und merkte, diese Lebensthemen interessieren nicht nur mich. Bin selbst überrascht. Für eine Zeit war es eine kluge Freundin, mit der ich mit unterhielt, jetzt ist es Brunhilde, meine 82-jährige Freundin. Manches ist recht schräg. Zugegeben. Aber es bereiet mit große Freude, Raum zum f r e i e n Denken zu haben.
      Ich staune selbst, Margot. Wuchs einfach so heran.
      Danke.
      LG martina

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s