Die alltägliche Trance

Die alltägliche Trance

Stellen Sie sich  bitte  eine Zitrone vor.  —.— Ich lasse Ihnen Zeit.

Visualisieren Sie, wie Sie langsam davon eine Scheibe abschneiden. Mmmh, der Saft glitzert so schön. Der Duft steigt sogleich in die Nase. Beißen Sie gedanklich in die Zitronenscheibe.

Na? Schmecken Sie Ihre Erwartung?

Ihre Verdauungssäfte werde vermutlich gerade um 70 Prozent gestiegen sein.

Denken Sie nur immer, ganz stark – und das aus voller Überzeugung –  alles, was Sie essen ist gesund und von guter Qualität ist. Studien belegen, dann nehmen Sie weniger zu!

Denken Sie niemals: „Oh je, das macht dick. Dann wird Ihr Körper das für Sie regeln, dass sie tatsächlich dick werden.

Kaufen Sie bitte niemals mit Vorannahmen ein. Sprechen Sie keinem billigeren Produkt die Qualität ab. Solche Vorannahmen können regelrecht gesundheitsschädlich sein. Hören Sie  lieber auf ihren Körper! Was  meint, wie  Hören Sie lieber auf IHR HERZ.  Das ist das Geheimnis.
Ja, ja – nicht immer leicht, aber durchaus möglich! Es lohnt sich, darüber nachzudenken, warum bestimmte Dinge in unserem Leben so sind, wie sie uns erscheinen.

Ich behaupte: Alles ist Manipulation. Die Frage ist nicht, ob Sie und ich manipulieren, wir manipuliert werden. Die Frage ist, ob wir uns dessen bewusst sind.

Wir schlafen und wandeln  in Trance.

Wenn wir ein Buch lesen. Wenn wir Stunden auf der Autobahn fahren und uns fragen, wo sind eigentlich die letzten 35 Kilometer geblieben. Wenn wir genussvoll essen. Wir werden beeinflusst von Bildern, die wir sehen, von Worten, die wir hören, sehen, lesen. Von Gesichtern, in die wir blicken. All dieses geschieht, ob wir wollen oder nicht.
Unser gesunder Menschenverstand wird auf vielfältigste Weise umschifft, damit man unser Unterbewusstsein direkt erreichen kann.

Nehmen wir das Wort.

Pinnen Sie das Wort Kraft an Ihre Tür.  Seien Sie sicher,  jedes Mal, wenn Sie an der Tür vorbeigehen, injizieren Sie sich eine Dose Kraft! Sie müssen nicht einmal auf das Wort schauen. Es wirkt!

Sprache umgibt uns. Überall.

Das Wort ist nicht nur ein Ton oder ein schriftliches Symbol. Unsere Worte sind unsere Macht. Worte lenken und filtern unsere Wahrnehmung. Das, wofür wir Worte haben definiert unsere Realitäten. Mit unseren Worten definieren wir Absichten. Was immer wir träumen kommt durch unsere Worte und  Gefühle zum Ausdruck. Visualisierung erhält ihre Kraft durch Worte.  Worte wirken auf unseren Körper und auf unsere Psyche. Worte können unserer kreativen Kraft Ausdruck verleihen. Sie können uns aber auch kostbare Energie rauben. Dann sollten wir schnellstmöglich unseren Energiereißverschluss hochziehen!

Es gibt viele Worte, die in uns ein gutes Gefühl entstehen lassen. Magische Wortmedizin mit Sofortwirkung.

Wörter, die jung und gesund machen: Vital. Straffheit. Strahlend. Knackig. Erneuerung. Effektiv. Strotzen. Ausgeschlafen. Neues. Besser. Rosig. Schön. Liebe. Kraft. Energie. Power. Verwöhnen. Glück.

Wörter, die gute Laune machen und Energie geben:
Liebe. Spaß. Sonnenschein. Kribbeln. Achterbahn. Frühling. Jippieh! Blüten. Orange. Meeresglitzern. Reichtum. Sommer Jubeln. Bunt. Papaya. Tanzen. Mango. Erdbeeren.

Wörter, die wärmen und entspannen: Apfelstrudel. Kamin. Sauna. Erde. Temperatur. Wollsocken. Lagerfeuer. Schal. Sonnenbrille. Glühend. Afrika. Hitze. Kapuze. Wärmflasche.

Namen sind beispielsweise ganz besondere Worte und Träger der stärksten Suggestion. Nicht nur Familiennamen, auch Vornamen. Also Vorsicht bei der Namensgebung. War ihr Onkel Paul ein Trinker, sollten sie sich gut überlegen, ob sie ihrem Kind den Namen Paul geben. Auf Familienfeiern wird man sich über den Onkel Paul im Beisein des Kindes unterhalten. Es könnte sich unbewusst mit jenem Paul identifizieren.
Namen sind machtvolle Anker. Es gibt Untersuchungen, in denen Grundschullehrer davon überzeugt waren, Kims und Chantals seien dümmer, als Maximilian oder Maria. Das frustriert. Und wer sich frustriert fühlt, gibt auf, sich anzustrengen. Und schon hat sich das Vorurteil bewahrheitet. Wir wissen um Frau von und Herrn von, die allein wegen des Titels eingestellt wurden, weil sie das Image der Firma verbessern. Wir gehen respektvoller mit einem Elias als mit einem Kevin um. So funktioniert unsere Psyche.

Worte sind aber auch ein zweischneidiges Schwert. Sie können zum einen unseren herrlichsten Traum verwirklichen, zum anderen aber auch alles in unserer Umgebung zerstören. Worte können uns befreien oder versklaven. Das Wort ist so machtvoll, dass ein einziges Leben positiv verändern oder das Leben von 50 Millionen Menschen in die dunkelsten Tiefen schicken kann. Mit Worten können wir eine Explosion von Ängsten in anderen auslösen. Wir sind leider zu oft empfänglich für Worte, die Angst in uns auslösen.

Ein Wort kann wie ein Bann sein. Wir verhexen ständig alle mit unseren Ansichten!

Vermutlich werden Sie jetzt kaum an den Supermarkt oder ihren Freund denken, der Sie mit einem „Hmm! Ich habe die Art von Gesichtsfarbe, wie du sie hast, bei Leuten gesehen, die später Krebs bekommen haben!“  Wenn Sie sich diese Worte zu Herzen nehmen, werden Sie in weniger als einem Jahr Krebs haben. So groß ist die Macht des Wortes.
Werfen Sie all diesen Mist heraus aus Ihrem Kopf!

Freunde, Eltern, Geschwister – alle haben sie uns ständig ihre Meinung gesagt, ohne je einen Gedanken an die möglichen Folgen zu verschwenden. Mit diesen Aussagen aus der Kindheit haben wir unsere Vereinbarungen getroffen. Und solange wir diese Vereinbarung aufrecht- erhalten, werden wir all jenes glauben. Das ist der Fluch des Wortes.
Indem uns das Wort unsere Aufmerksamkeit fesselt, kann das Wort sich in unserem Kopf festsetzen und einen Glaubenssatz zum Guten oder zum Schlechten hin verändern.

Die Kirche hat es uns oft genug mitgeteilt, wir sind alle Sünder. Die größte Sünde der Kirche war und ist, uns diesen Schwachsinn zu erzählen. Die größte Sünde ist, wohin sie Menschen treibt, nämlich unser Selbst abzulehnen! Etwas Moralisches ist die Angelegenheit des gesunden Menschenverstandes und keine religiöse.

Sie wissen es schon.
Irgendwo in Ihrem Innern:

Wir haben alle solche Triggerpoints. Wir beschuldigen uns, wir verurteilen uns. Sie glauben, Sie sind dumm. Sie sind hässlich. Wenn Sie an jene Vereinbarungen glauben, und ein anderer Mensch trifft mit seinen Worten genau in Ihr Herz, indem er beispielsweise sagte: „Oh, du bist wirklich der dümmste Mensch auf der Welt, der mir je .begegnet ist“, dann wird die Vereinbarung bestätigt und gewinnt zusätzlich an Macht.

Nehmen wir den Supermarkt:  

90 Prozent der Informationen, die uns umgeben, nehmen wir unbewusst wahr, schätzt die Wissenschaft. Wir können uns mit unserem wachen Bewusstsein lediglich auf drei Dinge zugleich konzentrieren. Aber auch die restlichen 90 Prozent werden verarbeitet. Sie sind immer da. Wir haben im „Normalzustand“ nur keinen Zugang dazu.

Und doch, sie haben einen immensen Einfluss auf unsere Gefühle und unser Verhalten!

Sie gehen Einkaufen. Vorne an der Eingangstür hängen große Schilder mit den Worten „Liebe“ und „Kraft“.  Sie mögen die Worte nicht bewusst wahrnehmen und dennoch werden Sie vermutlich zu Produkten greifen, neben diese Begriffe erneut auftauchen.  Sie werden zugleich vor der Supermarkttür von einer freundlichen Studentin angesprochen, die Unterschriften zum Thema Müllverbrennung sammelt und dazu Flyer verteilt. Sie unterschreiben. Damit sind Sie sofort auf Bio und Umwelt getrimmt. Unterschwellig wird man sogleich an sein Gewissen erinnert. Wenn dann noch Bio-Äpfel- und Kartoffeln unter einer speziellen Lampe liegen, die das Rotspektrum bei den Äpfeln, bei den Kartoffeln, die Lampe goldgelbe Farbe betont, wird die Sache vermutlich funktionieren.

Wir sind umgeben von solchen Schummellampen und Schummelaktionen.
Wenn wir uns vor einem Regal nach unten bücken, sinkt unsere Laune, und wir werden pessimistischer. Nicht ohne Grund stehen die teuren Produkte in Augenhöhe. Wer kein Geld hat, muss sich bücken. Die Kaufhäuser brauchen sich nicht einmal Sorgen machen, ihre Billigprodukte nicht loszuwerden.

Wir glauben immer noch, wir würden bei Lidl oder Netto günstiger einkaufen. Die Logos der Discounter wirken wie Sonderangebotsschilder. Tests zufolge trifft es gar nicht zu. Nicht einen Cent. Alles findet in unserem Kopf statt: ein Spiel mit unseren Erwartungen, bei dem nicht sind, die immer gewinnen.
Hypnose hat immer etwas damit zu tun, mithilfe bestimmter psychologisch wirksamer Techniken unser Unterbewusstsein zu erreichen und suggestiv zu beeinflussen.

Heute weiß man, Menschen verhalten sich in Gruppen wie ein Schwarm. Einer orientiert sich am anderen. Das geschieht instinktiv. Wir folgen immer demjenigen, der am ehesten den Eindruck macht zu wissen, wo es langgeht. Das ist derjenige, der am meisten fokussiert wird.
Ob er wirklich Bescheid weiß, überprüfen wir nicht.

Wir wählen mit hundertprozentiger Sicherheit die abgetrampelte Route aus. Wir entscheiden uns für den mit Fußspuren versehenen Weg, auch wenn genau dieser Weg der gefährlichere ist.

Auch die Fernsehwelt arbeitet mit genau dieser Gehirnwäsche. Wiederholung. Die Nachrichten des Tages: Der Anker ist der Nachrichtensprecher. Wir vertrauen ihm, weil wir ihn wiederholend, fast täglich, sehen. Über den Wahrheitsgehalt der Nachrichten denken wir gar nicht mehr nach.

Wer Berufsuniform überstreift, wer in einem Amt seinen Job ausübt, ist nicht mehr der, der er vorher war. Allein dank ihrer Kleidung, dank ihres Amtes gewinnen diese Menschen an Autorität. Wir schreiben sie ihnen zu. Wir erwarten bei einem Mann im teuren italienischen Designer-Anzug mehr Kompetenz, als bei einem Studenten  im Freizeitlook. Kleidung hat magische Wirkung.

Wiederholung nehmen wir eher als positiv wahr. Nehmen Sie Jurastudenten. Sie sind dafür berüchtigt dem Business-Look anzuhängen. Wahre Ichs werden da zum Funkeln gebracht.
Wir ändern damit nicht nur die Oberfläche. All das dringt tief in unser Unterbewusstsein ein.

Wir illusionieren!
Ein Experiment aus den vierziger Jahren macht es uns auf einfache und eindrucksvolle Weise klar.

 

rechtecke  Haben Sie gerade das Gefühl, das eine Quadrat schubst das andere an?

 

 

 

 

 

 

 

 

Tatsächlich schubst kein Quadrat das andere an: Beide Figuren sind lediglich aufgemalt.  Wir kreieren Geschichten. Wir illusionieren Gründe, warum dieses oder jenes sich so verhält, oder wie es zueinander steht.

 

Farben gehen unter die Haut.

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Sie haben einen direkten Einfluss auf das Unterbewusstsein.
Rosa macht friedlich, fröhlich, senkt den Appetit, verlangsamt den Herzschlag und verringert den Blutdruck. Es schwächt auch messbar die Muskelkraft.

Wenn Sie einem Brief besonders viel Wahrhaftigkeit geben wollen, schreiben Sie ihn in hellblauer Tinte auf dunklerem Grund.
Grün entspannt und unterstützt kreative Prozesse  -ideal für das Arbeitszimmer.
Orange hebt die Laune, und lässt uns außerdem das Wasser im Mund zusammenlaufen. In Werbeanzeigen wird häufig mit roter Schrift gearbeitet. Etwas wirkt glaubhafter, wenn es in Rot daherkommt. Rot ist eine Signalfarbe. Rot tarnt sich nicht. Rot hebt sich von der Umgebung ab.

So tickt die Welt. Alles ist Suggestion. Wir geben uns mit einem Weltbild zufrieden, das uns präsentiert wird. Und genau durch diese Schablone schauen wir auf die Welt. Wir denken nicht mehr viel. In unserem Unterbewusstsein ist es als „Wahrheit“ verankert. Wir ordnen auf der Basis in „richtig“ oder „falsch“ ein.

 

 

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Fastfoodketten greifen gerne auf die Farben Orange- und Rottöne zurück. Sie sollen mehr essen, als sie vorhatten.

Das Unterbewusstsein ist unser Autopilot.

Es tut, das, worauf es programmiert ist. Es hat keine eigene Meinung. Für das Unterbewusstsein muss ein Ereignis auch nicht „real“ stattfinden. Dafür reicht allein die Vorstellungskraft. Es braucht keiner speziellen Zauberkräfte. Was sich im Unterbewusstsein abspielt ist tatsächlich magisch.  Hier werden die Fäden  gezogen, die unsere Aufmerksamkeit, unser Denken, unser Handeln lenken.

Nichts, wirklich nichts, bleibt ohne Folgen auf unser Unterbewusstsein. Werbesprüche auf Plakatwänden.  Ein Graffiti im Hauseingang. Ein Gedicht, das jemand im Bus vorliest. Der traurige Song im IPod. Wir ziehen unbewusst Querverbindungen und Rückschlüsse. Unser Körper reagiert, unsere Hormone, unsere Nerven, unser Blutdruck, unsere Muskeln.

Umso wichtiger scheint es doch, unser Unterbewusstsein mit dem Stoff zu füttern, der unser Leben schöner, bunter und reicher macht.

Gestalten Sie Ihre Umgebung mit Worten. Lernen Sie sich glücklich. Sie können Ihren Seelenzustand steuern. Wenn ich mich trauriger denken kann, funktioniert das auch umgekehrt.

Nehmen Sie Ihren Namen und belegen Sie ihn mit positiven Worten: Immer wenn ich meinen Namen lese, sehe, höre oder sage, weiß ich, dass ich stark bin, voller Kraft, gesund und glücklich. Belegen Sie Ihren Namen mit, was auch immer sie sein wollen. Die Wiederholung ist dabei wichtig. Wiederholen sie diese Selbst-Suggestion einige Male.  Wiederholung macht die Sachen wahr! Außen wirkt immer auf Innen! Ebenso wirkt Innen auf Außen.

Unsere Gedanken wirken auf den Körper. Es ist heute wissenschaftlich erwiesen, allein die Vorstellung einer Bewegung aktiviert die entsprechenden Muskeln.  Mit der intensiven Vorstellung können wir Sport ausüben, so als würde die Bewegung tatsächlich ausgeführt werden.  Der Grat zwischen „Wirklichkeit“ und Vorstellung ist denkbar schmal, sodass er offensichtlich leicht überschritten werden kann.

Alles ist in IHNEN. Alles!  Unsere Welt entsteht aus dem, woran wir glauben. Insofern hypnotisieren wir uns  selbst täglich. Toll, was!  Also werfen Sie Ihren Mist aus Ihrem Kopf!
Ein Danke hebt den Kopf. Ein Lächeln, ein Kopfnicken bewirkt oftmals Wunder. Wenn wir nur die Augen zumachen, entspannen wir bereits. Einfach mal die Augen zumachen und auf die Atmung konzentrieren. Tief atmen. Dabei ist das Ausatmen wichtiger als das Einatmen. Einatmen tun wir sowieso. Gedankenpause wirkt wie Miniurlaub.

Und: Psst. Geduld! Verjagen Sie nicht mit Ihrer Ungeduld das Wunderbare, das sich in ihrem Leben zeigen will.

 

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