Im Gespräch

Im Gespräch

„Brunhildeeee-ee, du kannst doch nicht einfach…Das ist der Heilige Vater, der Papst dieser Welt. Millionen von Menschen knien vor diesem Gottesvertreter nieder! Ein handgeschriebener Brief hätte es doch auch getan.“

„Und ob ich kann. Jesus ist auch in die Schule von Frauen gegangen. Matthäus 15, 22-28). Es reicht! Ich komme im Gefolge der Schwester Gelbe Galle! Sollen wir hier total verblöden? Jesu sagte zu den „Theologen“/ Schriftgelehrten seiner Zeit: „Weh euch, Ihr Heuchler, die ihr das Himmelreich zuschließt vor den Menschen! Ihr geht nicht hinein, und die hinein wollen, lasst ihr nicht hineingehen“(Matt.23,13). Ganz offensichtlich haben seine Aussagen bis heute nichts an Aktualität verloren! Irreführung nennt man das!“

Ich guckte wie ein vom Donner gerührtes Eichhörnchen und versuchte mit rollenden Augen und rudernden Armen dagegen zu argumentieren.  „Woher weißt du denn, dass alles, was er gesagt haben soll, wahr ist?“, fragte ich.

„Wer? Jesu? Woher weißt du, dass es nicht wahr ist? Ich weiß, wie ich mich mit ihm fühle. So, und jetzt lass`mich mal Händeschütteln“ Sie kniff die Augen zusammen.

Ich schluckte.

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Brunhilde erwischte den Papst beim morgendlichen Spaziergang.

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“ Tach auch!  Wie isses es denn so?
Ich komme gleich mal zu Sache, Eure Heiligkeit. Mir brennen nach all den Skandalen nun wirklich ein paar Fragen auf meinen Schühchen!

Bitt sehen Sie es mir nach, wenn ich Sie nicht „Heiliger Vater“ nenne. Von einem Papst sprach Jesus  nicht, auch nicht von einem „Heiligen Vater“ auf Erden. Im Gegenteil, in der Bibel heißt es: „Ihr sollt niemanden unter euch Vater nennen auf Erden; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist“ (Matthäus 23, 9). Und damit komme ich gleich zum Kern meiner Fragen.

Was macht das Christentum eigentlich relevant, Euer (Schein-) Heiligkeit?“ Für wen will das Christentum relevant sein?“, fragte Brunhilde.

„Ähm…Ja -aa…Ich..ääähmmm.???“ Sein Räuspern zog sich in die Länge.

„Potzdonner. Lassen se man sein. Ich sag`Ihnen jetzt mal was! Ihnen und all ihren Zöglingen.. Die Ursprungsidee des Christentums war, alles zu verändern. Schon vergessen? Offenbarung 21,5. Jetzt mache ich alles neu.  Wieso blieb dann fast alles beim Alten?

“ Hääääh?…“

„Ach! Es geht  doch um Glaubwürdigkeit, um Geldeinnahmen, Geldausgaben und Transparenz in einer Kirche der „Armen“. Die Karten legen Sie leider selten offen auf den Tisch.  Sie gehen wohl eine langen dunklen Weg in Ihrer Männerkirche. Hand in Hand bestückt mit Rangordnung, Hierarchie, Machtgelüsten, Hochmut und Ausgrenzung.“ Brunhilde sauste durch alle Todsünden der Kirche.  „Also, liebe Herren Geistliche, es wäre schon gut, wenn sie sich  daran erinnern könnten, dass das Christentum nicht irgendeine Weltanschauung ist, sondern etwas mit einem Christus zu tun hat. Die Erinnerung an  Jesus, der im neutestamentlichen Griechsich  Christos genannt wird, hält die 27 Bücher des Neuen Testaments zusammen! Das Christentum bezieht sich auf eine sehr konkrete Person“. Sie verzog nachdenklich den Mund nach links.

„Ähm-Jaa-a, ganz richtig…Ähhm-m…“

„Religion im Sinne Jesu ist wesentlich Arbeit an sich selbst, liebe Priester, Bischöfe und Weihbischöfe, Kardinäle und Päpste, Pfarrer, Pastoren und Pastorinnen, kirchliche Erzieherinnen und Erzieher, kirchliche Sekretärinnen und Sekretäre, kirchliche Einrichtungen aller Art.  Warum glauben Sie, dass Jesu in damaligen Zeiten, so viele Menschen erreichte. Er gab Antworten auf konkrete Lebensfragen und bot Lebenshilfe. Er wusste, was die Menschen krank macht. Liebe das Leben, indem du es lebst! Er überzeugte, weil er authentisch das vorlebte, was er den Menschen anbot. Seine Botschaft: das Schwache stärken, das Kranke heilen, das Verirrte suchen. Vertrauen statt verdrängter Angst. Hoffnung statt unreifer Illusion. Liebe. Erkenntnis der Liebe, statt Bekenntnis. Er nahm sich Zeit für leidende Menschen.

Was ist  heute  das Besondere am Christentum? Wollen Sie, Eure Eminenz,  ernsthaft behaupten, Ihre Kirche bringt das von diesem Jesus Christus Gesagte und zu Sagende zur Geltung? Schnüren Sie nicht vielmehr schwere Lasten zusammen und laden sie den Menschen auf die Schultern, aber sie selbst machen keinen Finger krumm, um sie zu tragenSie haben es gern, wenn man sie als hochwürdige Lehrer anspricht“….Mt, 2.3 – Nicht Herrscher, aber kräftig, was – dieser Jesus!“, sagte Brunhilde.

Der Papst holte tief Luft. „Oo…“

“ Sexualverbrechen, Machtsicherungsverträge mit schlimmsten Diktatoren, mangelhafte Aufarbeitung des Mittätertums in der Nazizeit,  Dogmen, verordneteter Glauben, Wahlverfahren ändern, um einen speziellen Kölner Weihbischof an die Macht zu bringen, und nun erfährt man von Millionen und Milliarden an Entschädigungsleistungen neben den Kirchensteuern, die die Großkirchen seit 200 Jahren und bis auf ewig fordern!  Im Wissen darum, dass die Kirchengeschichte in jenen Jahrhunderten alles andere als christlich war – sie  von schlimmsten Greueltaten und Lügen und Aberlügen gezeichnet war, bleibt einem fast die Luft weg!! Hat Ihre Kirche all jene Familienangehörigen in den letzten 200 Jahren entschädigt, denen sie als  Kirche durch Lügen und Intrigen fremdes Land raubte? Ich denke da an die vielen Opfer durch Hexenverbrennungen, Vergewaltigungen und auch Morde. Ich denke an all die NS-Opfer. Ich denke an all die Kinder in kirchlichen Heimen, über die Kirchendiener Schrecken und  Leiden verbreitet hat – bis in die jüngsten Jahre hinein. Ich denke an all die  Menschen und ihre Familienangehörigen, die lebenslang von diesen Taten gezeichnet  waren und sein werden – haben Sie, habe Ihr werte Geistliche, Eminenzen und Exzellenzen,  jenen Menschen  eine Entschädigung auf Ewig gereicht?

Entschädigungsleistungen  vor dem Hintergrund einer Kirche, die den  Ablasshandel erfand,  die viel Geld und Besitz durch Ämterverkauf erwarb. Schamloser geht es nicht mehr!  Papst Innozenz III. schuf gleich nach seinem Amtsantritt 52 neue Sekretariatsstellen, die er für 79.000,- Goldgulden verkaufte. Selbst das Amt des Papstes war käuflich!  All die gefälschten Urkunden im Mittelalter, um an Grundstücke und Werte zu gelangen. Verstorbene wurden nachträglich noch zu Ketzern erklärt, um sich deren Vermögen anzueignen. Papst Alexander II verfügte, das jedes Testament ungültig sei,  wenn es nicht in Gegenwart eines Priesters aufgesetzt war. Bereits im 4. Jahrhundert war die Erbschleicherei durch den damaligen Papst Damasus so schlimm, dass der Kaiser eingreifen musste. Kirchenvater Salvian im 5. Jahrhundert: »Wer sein Vermögen seinen Kindern hinterlässt, statt der Kirche, handelt gegen den Willen Gottes und gegen seinen Vorteil. Das Gesetz der Inquisition unter Papst Gregor IX, Heere wurden von Erzbischöfen geführt, Bauern massakriert und deren Vermögen eingezogen. Klerus und Klöster handelten mit Sklaven.  Mit dem ersten Gold aus der Süd-Amerika-Beute ließ Papst Alexander VI. die Decke von Santa Maria Maggiore in Rom verzieren. Im 15. Jahrhundert ließ die Kirche die Länder Lateinamerikas ausplündern und ihre Bewohner versklaven, bestialisch umbringen und ihren Besitz konfiszieren. Der größte Teil geraubter Schmuckstücke wurde eingeschmolzen, nicht zurückgegeben.  Und wer denkt  schon an das Blut von Indianern, wenn man den vergoldeten Altar der Kathedrale von Sevilla bestaunt. Der Altar ist mit 20 Tonnen Blattgold  versehen.
Johann Wolfgang von Goethe schrieb einst: „Die Kirche hat einen guten Magen / Hat ganze Länder aufgefressen / Und doch noch nie sich übergessen / Die Kirch‘ allein, meine liebe Frauen / Kann ungerechtes Gut verdauen“ (Mephistopheles in Faust I, Vers 2836 ff.

Das Finanzimperium des Vatikans hatte einen ausgezeichneten Start im Jahr 1929, als  Diktator Mussolini und Papst Pius XI. den Lateranvertrag unterzeichneten, demzufolge der Vatikan als Entschädigung für die Herausgabe von 41440 km² italienischen Bodens die Summe von etwa neunzig Millionen Dollar erhielt, schreibt der Historiker Karlheinz Deschner. Tausende Goldbarren lagern in Geheimtresoren in der Schweiz und New York. Der Vatikan ist im Besitz von vielen einflussreichen Banken. Die Kirche mischt mit bei Immobilien, Plastik, Elektronik, Stahl, Zement, Textilien, Chemie, Nahrungsmittel und Bauwirtschaft,Teer, Eisen, Destillaten, Trinkwasser, Gasherden, Industrieöfen, u.a..  Immobilien von unermesslichem Wert.
Auch durch den Verkauf von Segensbriefen. Persönlicher Segen mit Urkunde. Privataudienz mit Video. Heiligsprechungen.

Vor dem Hintergrund solcher Greueltaten und Reichtümer und Raubzüge, muss die Frage gestellt werden dürfen: Welches moralische Recht hat die Kirche, Entschädigungen aus dem Jahre 1803 zu verlangen ?

Pfuiiii!
NEIN, kann das wichtigste Wort in der Liebe sein. Nein, so nicht, verehrte Kirchenvertreter!

Stellen Sie sich mal vor, Sie müssen zum Jüngsten Gericht und haben Ihr Herz nicht dabei. Wie stehen Sie denn dann da!“

„Naa-ja-a, ähm-m, also…Vertrag ist nun mal Vertrag…ähm…“, sagte der Papst. Wie eine Eisbombe saß er vor Brunhilde.

“ Jesus hat Familien auseinandergerissen. Er sagte, die Wahrheit wird euch frei machen, nicht die Familienbande. Sag ja, ja oder nein, nein, alles andere hat keinen Wert. Er sagte: Du kannst nicht zwei Herren dienen – Gott und dem Mammon.  Warum mag die Kirche nicht ihrem eigenen Schatten begegnen?

„Ohh, ihr mit eurem Papageien-Christentum, jeder macht das nach, was der andere macht.  Millionen von Menschen treten aus der Kirche aus. Und was bietet die Kirche jenen zur Antwort? Beleidigt sein.  Ihr betet  die Macht und den Mammon an. So sieht es leider aus!  Tonnen von Gold, Wertpapieren, Aktien, Immobilien, Grundstücke so weit das Auge reicht.  Halb Rom und Verona gehören euch. Ihr seid der größte Großgrundbesitzer Deutschlands und vermutlich auch noch Westeuropas, A13- aufwärts-Gehälter, staatsfinanzierte Pensionen – und ihr sammelt Spenden für die Armen dieser Welt.

Ist das Jesus Botschaft gewesen?  Was hat die Kirche mit Jesus gemacht?

Dem Mann aus Nazareth, der konsequent und als erster Mann gezeigt hat,  was es heißt, das zu leben, was man lehrt.  Habt ihr schon vergessen, Jesu wurde  nicht gekreuzigt, weil er sich anpasste, sondern weil er sich widersetzte. Christlich ist nicht alles, was wahr, gut, schön und menschlich ist. All das gibt es auch außerhalb des Christentums. Christlich ist alles, was einen positiven Bezug zu Jesus Christus hat.

jesusfrage1„In Wirklichkeit betet ihr den Mammon an“, lautete  die Bestandsaufnahme des Christentums in Europa  durch Mahatma Ghandi. Viele Jahre her und doch aktueller denn je! Die Macht und den Mammon. Und das ist der eigentliche Skandal,  werte Herren Bischöfe, Weihbischöfe, Kardinäle und Päpste und alle weiteren staatsfinanzierten Kirchendiener unserer Großkirchen!

Pro Tag (!) sterben ca. 10.000 Kinder weltweit an Unterernährung. Um dagegen zu halten, macht der Vatikan keinen Euro locker, aber er fordert die Gläubigen zum Spenden auf. Eine Theologie der Befreiung sieht anders aus.

Könnte es sein, liebe Kirche, dass ihr die Bibelgeschichte als Schlafgeschichte gegen uns missbraucht? Auch, weil ihr den  wahren Kern – den Zündstoff, der darin enthalten ist – nicht traut zu lehren?

So sentimental-romantisch war Jesus  nicht, wie ihr ihn uns geredet habt.  Wir bekamen das kleine verniedlichende  Jesu-Kindlein in die Krippe gelegt; es folgte der verkitschte verkirchlichte Jesu-Mann. Mit einer Vertröstungstheologie auf das zukünftige Paradies lenkt ihr uns ab. Wir stehen heute vor einer saftlosen Anpassungs- und Servicekirche, peinliche steife Feierlichkeit statt lebendiger Spiritualität!  Kircheninstitutionen, die sich  ohnegleichen mit Unwahrheiten aufladen…,Die Kirche hat das Wissen um das Gesetz von Saat und Ernte und die Reinkarnation in den ersten sechs Jahrhunderten nach Christus aus dem Christentum gestrichen. Verfälschung von Urwissen, wie weit reichen Eure Schandtaten? Die kirchliche Lehre von der Beicht. Der Sündenfall.  Kann heute noch jemand wirklich guten Gewissens glauben, dass die Schuld, die uns ein  Pfarrer vergibt, „Gottes Vergebung“ ist?

Ich frage mich, was Jesus den heutigen Großkirchen entgegen schleudern würde? Viel an seinen Worte von damals bräuchte er heute nicht zu ändern: Weh`euch! Ihr wollt andere führen und seid selbst blind…Ihr Scheinheiligen! Kümmert euch zuerst um die innere Reinheit, dann ist alles äußere rein. Von außen hält man euch für fromm, innerlich aber steckt ihr voller Heuchelei und Schlechtigkeit. (Mt, 23)

Jesus wollte genau das Gegenteil, keine Dogmen, weder durch Verstand noch durch Glauben. Setzt Gott keine Grenzen, das war seine Botschaft.  Geradheit des Herzens. Er wollte den aufrechten Gang, keine Windigkeit des Denkens! Jesus Echtheitskriterium ist immer das Einfache. Er war ein echter Gott-Sucher, ein einfacher Mensch und deshalb ein göttlicher Mensch.

Sein Rezept für die Welt war: Vertrauen, Hoffnung, Liebe. Jesus war ein Suchender und er fand. Er hat geheilt, gepflegt, getröstet, geholfen, geweint und gelacht. Er hat Geschichten erzählt, die Weltliteratur wurden. Er faszinierte Frauen, verwirrte Männer und lernte von Kindern. Er war ein tief Fühlender. Er klagte und weinte. In vielen Situationen hat er geschrien. Er fühlte, er ahnte, hatte Intuitionen. Sein Wissen kam von innen heraus. Er suchte die Heilkraft der Stille und schöpfte tief aus ihr. Bis ans Kreuz war er ein Lernender. Was er sagte, tat er.  Seine Sprache war konkret, bildhaft, zu einer Zeit, in der die meisten Menschen nicht zu lesen vermochten. Diese zeigten sich verwirrt, entsetzt, verwundert, erstaunt. Er reagierte sachlich, einfühlsam, spontan, elastisch. Er war mit seinem Programm identisch. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Er war konsequent, unverwechselbar, als sämtliche Schriftgelehrten und Pharisäer an Konventionen, an Prinzip und Autorität hingen. Er war das größte Kontrastprogramm zu seiner Umwelt, das man sich vorstellen kann. Er war überzeugend und heilend für seine Mitmenschen. Der Mann wollte herrschaftsfreie und gewaltfreie Veränderung und keine nahezu unveränderlichen Systeme etabliert sehen.

Er lernte vor allem in der Schule von Frauen. Im Neuen Testament gibt es nicht eine Stelle, in der er ein einziges zorniges Wort zu einer Frau spricht, aber sehr viele zornige Worte gegenüber Männern – all das in einer massiv männerorientierten antiken Welt.  Nichts hat ihn an Frauen irritiert. Interessant ist hingegen, wie viele moralische Zeigefinger sich von Paulus bis hin zu den neuzeitlichen Päpsten an Frauen richten. Mit Jesus „Modell“ hat das nichts zu tun.  Also auch noch Bedeutungsverschiebungen durch Überlieferungen und Übersetzungen, je nach Bewusstsein des Übersetzers. Nicht immer,  was Jesus sagte, sondern die Meinung von wenig frauenfreundlichen Schreibern liest man in der Bibel.  Verschiedene Schriften sollen  durch Priester und Theologen auch plump gefälscht worden sein.

Der Papst  schrieb über 100 Seiten zur Stellung der Frau. In den ersten zwei Dritteln liest man das, was Anthropologen, Psychologen und Soziologen dazu zu sagen haben. Danach folgt ängstlicher Dogmatismus, warum Frauen in der katholischen Kirche nicht zu Priesterinnen, Bischöfinnen oder zur Päpstin geweiht werden dürfen. Gott hat aber nun  am Anfang den Menschen als  Mann und Frau geschaffen. Markus – das älteste Evangelium.  Nicht Petrus, Maria Magdalena ging zum Grab und hatte begriffen: Er lebt.  Nicht sie, Petrus hat Jesus verraten. Sie und nicht Petrus stand unter dem Kreuz.  Sie hat seine Füße gesalbt. Er hat dieses Zeichen der Liebe später  seinen Aposten gereicht. Zweimal wird Jesus im Neuen Testament geküsst. Von einem Mann und einer Frau. Maria Magdalena und Judas. Die Küsse der Frau sind Küsse der Liebe; die Küsse des Mannes sind Verrat.
Sie symoblisiert das, was Jesus wichtigstes Anliegen war: Liebe. Jesus vertraut der Schöpferkraft der Liebe. Im Herzen jedes Menschen steckt der göttliche Kern. Zu seinem Jüngerkreis gehörten auch Frauen! Von Frauen lernte er, dass vor allem die Schwachen geschützt werden müssen.  Jesus Aufmerksamkeit lag bei den Entrechteten, den Ausgebeuteten, den Schwachen, den Kranken und Gedemütigten.

„Ähm ja, also…äh-mmm, also bitte, darüber kann ich doch mit keiner Frau reden!“, empörte sich Eure Heiligkeit.

„Im Thomas-Evangelium heißt es: „Selig bist du, wenn du weißt, was du tust. Wissen Sie und Ihr Zöglinge,  Kirchenmänner- und frauen,  was sie tun?
Bewusstheit erfordert Tiefe und nicht Gier, Habsucht und Angst vor Machtverlust. Erinnern Sie sich an die
Todsünden im Christentum?“

Brunhildes Berufsberatungsgespräch nahm seinen Lauf.

„Stolz, Neid, Geiz, Gier, Habsucht und Wollust….ähm…und ..es waren sieben…ooohh…mmhh…“

„Der Kapitalismus hat fünf der sieben Todsünden in soziale Tugenden verwandelt, während die  christlichen Haupttugenden Liebe und Bescheidenheit schlecht fürs Geschäft sind.  Was sind die Botschaften im Sinne Jesu?  In dieser schwergewichtigen Phase, wo die Erde ausverkauft wird, wo Kanada Militärschiffe in der Arktis auffährt, will Rußland Herrscher über jenes Meer sein , wo sich Inselvölker mit Zukunftsproblemen ungeahnter Ausmaße wie auch Afrika von China umgarnen lassen. In einer Zeit, in der Deutsche in Australien künftig auf Chinesen treffen werden, die ihnen den Rang ablaufen, wo Menschen in schönsten Paradiesen ihre Inselheimat verlassen müssen, ist der Klimawandel bereits eine große Bedrohung für sie,  weil wir Industrieländer es es mit unserem Lebensstil geschafft haben, in nur zwei Generationen kaputt zu machen, was allenfalls in 30.000 Generationen wieder wachsen kann- – wenn überhaupt !!!!
Einen Hirtenbrief schafft ihr Päpste zu schreiben. Hundert Seiten über die Stellung der Frau. Zwei Drittel davon Meinung Fremder, ein Drittel Dogmen.


Der von der Kirche hochgeschätzte Paulus, wenn auch Frauenfeind,  ließ sich nicht wie die heutigen Theologen für ein geistliches Amt bezahlen,  er arbeitete als Zelt bzw. Teppichmacher. (siehe Apostelgeschichte 18, 1-3; 20, 34; 1. Brief an die Korinther 4, 12; 1. Brief an die Thessalonicher 2, 9). Hier könnten sich die Kirchenmänner also wenigstens ein Beispiel an Paulus nehmen, wenn sie schon nicht das tun, was Jesus lehrte. Aber wenn es unbequem wird, ist ihnen auch Paulus einerlei.“

„Ähähämmm, ja-aa, aber die Politik macht doch auch…..!“

„O man o man! Und dabei könntet ihr großartige Arbeit leisten. Denn die Erkenntnis liegt ja nun mal auch auf der Hand, wir werden mit so vielem fertig, nur nicht mit uns selbst.

“ Was ist christlich? Sa-aagen Sie es mir bitte!“, ereiferte sich Brunhilde.

„Ääähm, jaa-aa…ähmmmm….!“

„Christlich ist heute fast alles:  politische Parteien, Kirchen, Vereine, Entwicklungszusammenarbeit, natürlich Europa, der Westen, allerchristliche Könige, Schulen. Als das Wort aufkam, war es eher Schimpfwort als ein Ehrenname.  Als Rom brannte, schob Kaiser Nero es den Chrestianern zu. Der Geschichtsschreiber Flavius Josephus erwähnt die zweiundsechszigste erfolgte Steinigung des Jakobus ( Bruders Jesu).

Christlich ist aber nicht alles, was wahr, gut, schön und menschlich ist All das gibt es auch außerhalb des Christentums. Ehrlichen Glauben gibt es auch außerhalb des Christentums.  Meditation, Engagement, Aktion, anständiges Leben und Heil kann es auch in anderen Gruppen der Kirche geben.  Für Christen ist letztlich Jesus Christus entscheidend. Christentum ist dort, wo die Erinnerung an Jesus Christus in Theorie und Praxis aktiviert wird.

 Jesus von Nazareth hat nirgends davon gesprochen, dass er sich eine Kirche mit Theologen wünscht, die als Pfarrer und Priester arbeiten. Im Gegenteil: Die Theologen der damaligen Zeit, die so genannten „Schriftgelehrten“, waren die erbittertsten Gegner des Jesus von Nazareth.Den Berufsstand des Pfarrers oder Priesters hat Jesus von Nazareth überhaupt nicht gewollt. Es ist also kein christliches Amt, sondern stammt aus antiken Götzenkulten. Jeder Pfarrer stabilisiert mit seinem Tun dieses Gebäude von Irreführung und hochmütiger Ignoranz.Nach dem kirchlichen Glauben werden die Menschen durch Pfarrer oder Priester von den Sünden los gesprochen. Das ist aber gar nicht möglich. Es gibt keinen Auftrag oder Befehl des Jesus von Nazareth an eine Kirche, so zu handeln Klerikaler Hochmut?

Nachfolge heißt: Höre auf deine innere Stimme, achte auf deine Träume.  Empfinde. Fühle. Habe Ehrfurcht vor dem Leben, folge deinem Gewissen.  Leben heißt Leben von Anfang.  Jesu forderte die „Umkehr des Herzens.“ Jesu Himmelreich ist tief in uns. Er hat den Samen in uns  hinein gelegt. Jesus kam in Liebe. Ich helfe dir, war seine Botschaft. Der Same in DIR ist es, der alles enthält, was in dir wachsen soll! Jesus spricht vom Gesetz von Saat und Ernte.

„Her zu mir, ihr Bedrückten und Bedrängten, ich will euch Ruhe geben.“  (Mt.11,28). Menschen mit gebrochenen Herzen, Ich-schwache-Zweifler und verblendete Ideologen, die im wesentlichen von ihren Vorurteilen leben, bedürfen der „Ruhe“, die die innere Gelassenheit dieses Ich-starken Jesus ausstrahlt. Die Heilkraft der Stille, aus der er tief schöpfte. Er hat seiner inneren Stimme, seinem Vater vertraut, keinem Politiker, keinem Theologen, keiner weltlichen Autorität, keinem Gesetz.  Er kurierte  nie an Symptomen- es ging ihm immer um die grundsätzliche Wandlung.  „Nur wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.“ Denhier beschriebenen Jesus finden Sie im Markus-Evangelium.  Er lebte und war getragen von einer zentralen Erfahrung und Wirklichkeit,darum wissend, dass hinter allem, was existiert,  ein gütiger Willen wirkt.



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Finden Sie, dass Ihre Kirche  den Willen Gottes erfüllt?

Feinde entfeinden! Verwandelt das Böse durch das Gute, sagte Jesus. In Gerechtigkeit verwurzelt sein. Die Schwachen will er gestärkt sehen und nicht nur die bürgerliche Wohlanständigkeit bestätigen.

Jesus handelte gegen das Gesetz – aber er folgte dem Impuls seines Herzens.  Personenkult ist das letzte, was zu Jesus passt. Menschensohn, Gottessohn – wir sind alle Gottes Kinder. Jesus sagte es hundertfach: Ihr seid Kinder Gottes, vertraut eurem Vater!  Er postulierte keinen blind-frommen Glauben, sondern einen mit Herz und Verstand. Jesus sah man an der Seite von Minderheiten. Er ging keine faulen Kompromisse ein.

Er wurde im Neuen Testament vielfach als Menschensohn bezeichnet. In der aramäischen Umgangssprache bedeutet es: einfacher Mensch oder einfach Mensch.

Warum ist Ihre Christus-Kirche so autoritätsfixiert, so titelsüchtig?

Die Schwachen sind bei Jesus die Privilegierten. Dann kommen Männer und machen aus Jesu einen Gottessohn und erklären sich selbst zu Halbgöttern. Schwarz für die einfachen Priester, Violett für die Bischöfe, Purpur für die Kardinäle, Weiß für den Papst. Kirchliche Laufstege – klerikale Farbkarriere. Und das im Namen Jesu!  Kein Staat der Welt hat solchen maskenhaften Schnickschnack. Diese ganzen kirchliche Lehren, ob katholisch oder evangelisch, haben nicht das Geringste mit Jesus, dem Christus, zu tun. Jesus setzte niemals eine Institution ein, in der man aufgrund eines bestimmten Amtes plötzlich über bestimmte geistige Fähigkeiten verfügen könne.“

Jesus war kein Theologe und auch kein Priester. Seine Lehrweise war direkt und hatte Bildkraft. Alle missdeutbaren Titel wie Messias und Davidsohn vermeidete er. Keine taktisch kluge Koalition mit bestimmten Gruppierungen, kein strategisch langer Marsch durch die Institutionen, keine Ausnnutzung von Popularität, kein Machtbestreben – im Gegenteil: Machtverzicht. Schonung. Gnade. Frieden, die Befreiung aus dem Teufelskreis von Gewalt und Gegengewalt, Schuld und Vergeltung.  Er hat mit der Bergpredigt keinen Heimatroman geschrieben.  Jesus hat mit allen Traditionen gebrochen.

Wann ist Ihre Kirche reif für Jesus,?  Wann wagt Kirche einen schlichten Umgang mit Jesus – ohne Umwege? Jesus hat Mut gemacht, eigene Wege zu gehen – was tun Sie als Kirche?
Sie sind gefordert durch seine Person, durch den Mann aus Nazareth, wenn Sie vorgeben, Vertreter des Christentums zu sein! Das Kriterium des Christlichen ist Jesus als der M a ß g e b e n d e – in seinem Wirken und Werk: Nächstenliebe im Dienen ohne Rangordnung, Vergeben ohne Ende, Verzichten ohne Gegenleistung, in der Feindesliebe. Von ihm haben viele Menschen gelernt, was dieser Ellbogengesellschaft voll mit Egoismus so sehr fehlt: Rücksicht zu nehmen und zu teilen, vergeben zu können, Verzicht zu üben und Hilfestellung zu geben, Vertrauen, Liebe, Ganzheitlichkeit, Hoffnung. “

So steht`s geschrieben.
Zehn Minuten später huschten Brunhilde und der Papst den hallenden Gang entlang. Sie warf ein weißes Taschentuch durch die Luft, sodass es flatternd gegen die Fensterscheibe flog.  Weißer Rauch – unser verabredetes Zeichen.  Der Papst rüttelte verwirrt an einer seiner vielen Türen im Palast  und versuchte sich ängstlich aus dem Staub zu machen.

Ach, du lieber Gott, was sagt uns so eine Kirche über uns selbst?…

Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten“ (Johannes 16, 12-13).

Alles Wesentliche liegt heute offen.

Auskunft über die Violettbuch Kirchenfinanzen – Wie der Staat die Kirchen finanziert.  Politologe Dr. Carsten Frerk
Alibri-Verlag, Aschaffenburg 2010
Der Theologe, Drewermann, Eugen, Alt, Franz, Küng, Hans.

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